Die Isle of Man 2013 Teil 6: Douglas Bay Horse Tramway, ein bisschen MER, SMR und Abreise

Im letzten Teil des Reiseberichts geht es noch ein letztes Mal auf den Snaefell und zum Streckenabschnitt nördlich von Laxey, bevor schließlich die Abreise über den Ronaldsway Airport ansteht.

Die vorherigen Teile:
Teil 1: Anreise über London
Teil 2: Weiter über Manchester und Blackpool
Teil 3: Endlich auf die Insel und Post für Laxey
Teil 4: Isle of Man Steam Railway und Manx Electric Railway rush-hour
Teil 5: MER zwischen Ramsey und Laxey und mehr…

29.07.2013 Ein letztes Mal auf den Snaefell und jede Mengen Meerblick

Nach den nächtlichen Umtrieben am vergangenen Tag, gingen wir den letzten vollständigen Tag auf der Insel ruhig an. Ausschlafen, gemütlich frühstücken und dann mal zur MER schlendern. Es hingen ohnehin noch die üblichen Morgenwolken über der Insel.
Von Triebwagen 1 ließen wir uns bis Laxey ziehen. Wir stiegen aber schon am Halt Ferry Cottage aus, um Tw 1 nochmal abzulichten und zu gucken, was mit der Brücke vor dem Bahnhof Laxey noch geht.
Für die Seitenmauern der Brücke waren aber selbst diese Fahrzeuge nich hochbeinig genug 😀


Triebwagen 1 am Ferry Cottage


Die Brücke vor dem Bahnhof Laxey hat dann doch etwas hohe Seitenmauern

In Laxey lockerte die Wolkendecke langsam auf und wir beschlossen noch ein letztes Mal auf den Snaefell zu fahren. Vorher wurde aber noch das kleine Depot der SMR kurz oberhalb von Laxey angeschaut.


Tw vor dem Depot oberhalb von Laxey


Tw 4 fährt in den Bahnhof von Laxey ein, um uns wenig später auf den Snaefell zu bringen

Auf dem Snaefell ging es wieder auf die andere Hangseite um die Bilder in den Wolken vom letzten Gipfelbesuch zu wiederholen. Der Aufenthalt dort war weit weniger erholsam als man auf den Bilder annehmen könnte. Aus den dichten Gräsern, die den Boden überziehen, kommen, dank des Windschattens auf dieser Hangseite, nach wenigen Sekunden stehen oder sitzen unendlich viele kleine Insekten, die einen pausenlos nerven – immer diese Natur 😉
Dafür gelang uns aber ein Sonnenbild vom Triebwagen 5.


Triebwagen 4 hat mit uns den Gipfel erreicht


Der Wagen fährt wieder talwährts


Triebwagen 5 auf der anderen Bergseite

Bei der Talfahrt wurde in der Zwischenstation noch ein Wagen übersprungen. Triebwagen 4 erwischte bei der Bergfahrt gerade einen kleinen Sonnenspot.


Triebwagen 4 knapp oberhalb der Mittelstation

Nach dem inzwischen zur Gewohnheit gewordenen Mittagessen in Laxey, mit einer üppigen Auswahl diverser Leckereien aus dem nahegelegenen Supermarkt und Bahnblick, sollte es ein Stück weiter die Strecke der MER hinauf südlich von Ballaragh gehen.
Die Fahrt erledigten wir mal wieder mit dem Inselbus. Leider kam einer der neuen Citaros, aber wir hatten es ja nicht weit. Da wir die Haltestellen des Busses nicht kannten drückten wir irgendwann auf gut Glück mal die „Stop“-Taste. Der nächste Halt war dann aber doch näher als gedacht, wesshalb wir ein ganzes Stück an der Straße entlang laufen mussten, bis wir unser Ziel erreicht hatten. Es kam aber eh gerade kein Zug und die Straße war auch nicht sonderlich stark befahren. Nur ab und an rauschte mal ein Sportwagen oder SUV mit deutlich über den bei uns gewohnten 100 km/h vorbei. Die meisten Insulaner fuhren aber trotz fehlendem Tempolimits sehr gesittet!
Als Belohnung gelangen uns dafür in den folgenden zwei Stunden endlich auch an diesem Streckenabschnitt Sonnenbilder mit teils wunderschönen Wolkentürmen am Himmel.


Wagen 1 auf dem Weg nach Ramsey


Triebwagen 9 hat gerade die markante Felspassage um Ballaragh passiert

Heute mussten die beiden ältesten Triebwagen 1 und 2 den weiten Weg bis nach Ramsey antreten. Nachdem uns Wagen 1 schon passiert hatte, kam als übernächster Zug Wagen 2. Die in diesem Abschnitt längeren Wartezeiten vertrieben wir uns mit kuriosen Quizapps vom Smartphone und dem herrlichen Seeblick. Außerdem machten wir uns bei den Weidebewohnern sehr unbeliebt, als wir versehentlich mit einem Tor quitschten und diese dann der Meinung waren es ginge heim in den Stall. Sofort pilgerten die Tiere auf den Weideausgang zu und waren umso erschtaunter als das Gatter noch immer verschlossen war 😀


Tw 1 kehrt aus Ramsey zurück


Kurz darauf kommt die heute wieder farbreine Garnitur aus Tw 7 und Bw 48 entgegen

Nach und nach liefen wir die Strecke nach Laxey zurück. Die Bahn verläuft in diesem Abschnitt ständig an der Küstenlinie und ermöglicht wunderbare Motive, auch wenn häufig Gestrüpp und Hecken die Fahrgestelle leicht verdeckten.


Crossbench 16 kommt aus unbekanntem Grund als Leerzug aus Ramsey zurück


Auch Triebwagen 2 hat die lange Reise heil überstanden und fährt dem Feierabend entgegen

Kurz vor Laxey macht die Bahn dann einen Schwenk ins Landesinnere, um auf die Höhe von Laxey hinabzufahren. Wir verließen die MER für heute, um der Bucht und dem Strand von Laxey einen Besuch abzustatten. Dafür mussten wir mal wieder einen der „public fottpaths“ nutzen, der eher den Eindruck eines temporär ausgetrockneten Bachlaufs machte. Der Weg über die Straße wäre aber deutlich weiter gewesen und viel weniger nah an der Nautr 😀
Nach dem Besuch der Bucht ging es mit dem Bus nach Douglas zurück, der letzte Zug war schon gefahren. Es kam ein Doppeldecker und es wurde zu einer unvergesslichen Fahrt, natürlich im Oberdeck in der ersten Reihe. Das meditative Geschaukel durch die im Abendlicht liegende Hügellandschaft wurde nur hin und wieder von gegen die Scheibe klatschenden Ästen gestört 😉
Da dies der letzte Abend war, gönnten wir uns noch einen Besuch beim hervorragenden Italiener, den wir schon am zweiten Abend besucht hatten. Einziges Manko war ein Capuccino der mich unvermittelt im Rücken traf. Dafür bekame ich aber, neben überschwänglichen Entschuldigungen, auf der Rechnung ein Bier aufs Haus, das ich aber komischerweise nie getrunken hatte 😀 Etwas seltsam, aber mir wars egal und wir schlenderten im Abendlicht die Promenade zum Hotel hinunter, während die Abendfähre gerade vom Hafen ablegte – schade das es morgen wieder Heim geht…


Die Bucht von Laxey


Die roten Flaggen der Isle of Man leuchten im Gegenlicht


Die Fähre verlässt den Hafen und passiert das kleine „Sandcastle“

30.07.2013 Ein bisschen Pferdebahn und Abschied nehmen

Heute war der Tag der Abreise. Der Flieger sollte aber erst am späten Nachmittag gehen und so hatten wir noch genug Zeit ein paar Pferdebahnbilder zu machen.
Nach dem Frühstück und Zusammenpacken im Hotel ging es also auf die Promenade. An der Endstation der MER stiegen wir in Wagen 36, gezogen von Ian, ein.
Die „Douglas Horse Tramway“ wurde 1876 eröffnet. Sie verbindet über 2,8km auf der Promenade entlang die MER mit dem Fähranleger. Die Bahn ist mindestens europaweit die einzige, durchgängig (mit Ausnahme des 2.WK) und noch heute im Sommer regelmäßig betriebene Pferdebahn.
Noch verläuft die Strecke zweigleisig in Straßenmitte auf der Promenade. Allerdings erwartet die Bahn, im Zuge der geplanten Renovierung der Promenade, die größte Veränderung ihrer Geschichte. Letzter mir bekannter Stand der Planung war, die Bahn eingleisig mit Ausweiche neben die Straße zu verlegen, womit sie einen Großteil ihres jetzigen Charakters einbüßen würde.
Die Arbeiten wurden jedoch vorerst um ein Jahr geschoben, sodass die Pferdebahn auch im Jahr 2015 vielleicht das letztes Mal in ihrem jetzigen Zustand zu erleben ist.


Ian rückt aus den Stallungen aus


Über die Schulter von Ian konnte man die nach Vorn hinausschauen


„Umspannen bitte“

Wir fuhren mit Ian die komplette Strecke ab, um von der anderen Endstation am Anleger aus eine Runde durch die Stadt zu drehen. Ian hat nun schon ein viertel seines Arbeitstages hinter sich. Man ist hier sehr besorgt um das Wohlergehen der Pferde und sie werden bestens versorgt. So muss jedes Pferd am Tag nur zwei Runden laufen. Das Wissen natürlich auch die Pferde und gehen nach ihren zwei Runden auch keinen Schritt mehr weiter 😀
Wir kauften noch ein paar „Gifts“ ein und fotografierten ein letztes Mal die Pferdebahn.


Die Parkanlagen auf der Promenade


Teddy darf heute Wagen 43 ziehen


Ian auf seiner zweiten Tour


Blick auf unser Hotel „Edelweiss“

Nach dem Einkauf eines Mittagessens schlenderten wir weiter bis Port Jack, machten auf dem Weg noch letzte Aufnahmen der MER und genossen mit Blick auf die Bucht von Douglas unser Hühnchen.


Wagen 7 setzt für eine weitere Fahrt gen Norden um


Ein schöner Ausblick für ein Mittagessen

Jetzt mussten wir uns aber langsam auf den Weg zum Flughafen machen. Mit dem Bus (ein Citaro 🙁 ) ging es zum Ronaldsway Airport. Auf dem Provinzflughafen standen einige Propeller- und Turbopropmaschinen Maschinen bereit.
Unsere flybe Machine stand auch schon bereit und nach kurzer Wartezeit, während der das letzte Sandwich verdrückt wurde, ging es in den Flieger und die kuriose Insel wurde schnell kleiner und verschwand am Horizont. Eine andere Welt, die wir da hinter uns gelassen hatten…


Zwei flybe Turbopropmaschinen auf dem Ronaldsway Airport


Langsam verschwindet die Insel


Auf dem Flug nach Manchester flogen wir dicht an Blackpool vorbei. Die drei Piere waren deutlich zu erkennen.

Aus dem Flugzeug konnten wir wenig später Blackpool erkennen, bevor es schon wieder in den Sinkflug auf Manchester ging. Von dort ging es mit einer etwas größeren Maschine weiter. In Hannover gelandet wartete schon der Wagen für die Fahrt in die etwas kleiner, aber dafür umso schönere östliche Nachbarstadt Hannovers 😀


Der Anschluss nach Hannover

Somit endet hier mein Reisebericht über diese zwar schon etwas zurückliegende, aber immer noch bestens in Erinnerung behaltene Tour zur Isle of Man.

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