Mitte September ging es nur eine Woche nach dem einwöchigen Urlaub in Norwegen, den ich mit meinem Bruder bestritt, ein weiteres Mal in den Urlaub. Während es zuvor zum nördlichsten Straßenbahnbetrieb Europas mit Trondheim gegangen war, stand nun einer der südlichsten Straßenbahnbetriebe Europas auf dem Programm. Primäres Ziel dieser Reise waren eigentlich nicht die Straßenbahn. Es sollte für knapp zwei Wochen mit meiner Mutter nach Griechenland, genauer nach Kreta, gehen. Für die Bereisung der Insel waren ca. zehn Tage angedacht. Während der Planung schmiss ich in den Raum, zuvor noch einen kurzen Abstecher nach Athen zu machen. Einerseits gab es dort abseits der Straßenbahn jede Menge Kulturelles zu entdecken, aber auch die Straßenbahn in Athen war ein willkommener Randeffekt, um mit Griechenland gleich ein weiteres Land auf meiner Straßenbahnkarte abhaken zu können. Der Vorschlag wurde ohne weitere Einwände angenommen und wir einigten uns darauf, zunächst für drei Tage nach Athen zu fliegen und von dort per Flugzeug in der Folge nach Kreta weiter zu fliegen. Somit würde uns ein kompletter Tag und zwei Tage mit jeweils Anreise bzw. Abreise für Athen zur Verfügung stehen.
Da mein Fokus in diesem Urlaub nicht primär auf der Straßenbahn lag, wird der folgende Kurzbericht über die Straßenbahn von Athen weniger als gewohnt von Anekdoten drum herum geprägt sein und auch andere Details werden in diesem Bericht etwas kürzertreten. Trotzdem soll es einen kurzen Rundumriss über die Zeit geben, die ich während meines Besuches in Athen an der Straßenbahn verbrachte. Während der drei Tage stand die Straßenbahn nicht immer im Fokus und so entstand am zweiten Tag nur ein einziges Bild an der Straßenbahn, während es am ersten und dritten Tag einige Bilder mehr wurden. Auch die abseits der Straßenbahn besichtigten kulturellen Highlights Athens werden in diesem Bericht nicht unterkommen.
Dienstag, 16. September 2025
Eigentlich hatten wir einen Flieger zu nicht ganz unchristlichen Zeiten um ca. 6:00 Uhr morgens gebucht, sodass wir gegen frühen Mittag in Athen mit dem Urlaub starten könnten. Nach mehreren Verschiebungen, Umbuchungen und Flugstornierungen, wie man sie inzwischen leider gewohnt ist, landeten wir irgendwann beim finalen Flugstart um 02:30 Uhr morgens. Das war dann schon eher das, was man eine unchristliche Zeit nannte. Der dadurch verkürzte oder bei mir eher gesagt fast nicht vorhandene Schlaf wurde dadurch zumindest mit einer deutlich früheren Ankunftszeit belohnt, die dafür sorgte, dass wir auch den ersten Tag im Prinzip komplett für die Erkundung Athens Zeit hatten. Nachdem es also ohne wirklich zu Schlafen zum Flughafen gegangen war, saßen wir nach erfolgreichem Durchlaufen des ganzen Prozedere am Flughafen auch schon im Flieger. Der Flug sollte ungefähr 2½ Stunden dauern, sodass wir ohne Verspätung um 6:00 Uhr in Athen landen würden. Wer gut aufgepasst hat, stellt dabei eine fehlende Stunde fest, die durch die einstündige Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Griechenland zustande kam. Auch auf den 2½ Stunden Flugzeit fand ich nur wenig Schlaf, sodass ich zusammengerechnet mit einem mehr oder weniger gescheiterten Schlafversuch kurz vor Abfahrt zum Flughafen auf insgesamt ca. eine Stunde Schlaf kam. Trotzdem war ich bei Ankunft in Athen zunächst relativ fit, dass Adrenalin zur Erkundung einer neuen Stadt ließ mich den Schlafmangel zunächst vergessen. Vom Flughafen, der sich wie viele große Flughäfen relativ weit außerhalb der Stadt befand, ging es zunächst fast eine Stunde mit der Metro in die Stadt. Nachdem ich den Ausstieg aus der Metro etwas verplant hatte, denn die Metro-Linie, in der wir uns befanden, hielt nicht an der ausgemachten Haltestelle, dauerte es ein wenig länger, bis wir unser Hotel erreichten. Mit den Koffern über den zumeist sehr unebenen Untergrund der Athener Fußwege (wenn überhaupt welche vorhanden waren) zu rollern, war eine Erfahrung, die ich mir für die Rückkehr zum Flughafen in drei Tagen in jedem Fall ersparen wollte. Bis dahin sollte ich aber auch die deutlich nähere und besser zu erreichende Metro-Station gefunden haben und den Weg dorthin auswendig kennen.
Am Hotel konnten wir zumindest unsere Koffer schonmal abgeben, auch wenn das Zimmer noch nicht bezugsfertig war. Außerdem gab uns die Rezeptionisten bei unserem höchst wahrscheinlich sehr erschöpften Anblick direkt etwas Wasser, was wir dankend annahmen. Bevor wir uns ins Abenteuer Athen stürzten, wurde zunächst die jetzt völlig überambitionierte lange Kleidung, die bereits durch den Weg zum Hotel durchgeschwitzt war, durch lockere kurze Kleidung ersetzt. Während es in Deutschland heute Nacht noch ordentlich kalt gewesen war, kam uns hier bei prallem Sonnenschein jede Menge Wärme entgegen. Richtig ausgerüstet, ging es kurze Zeit später endlich los. Die ersten Eindrücke der Stadt hatten direkt Lust darauf gemacht, mehr von dem Unbekannten zu erkunden. Ich hatte mich mit meiner Mutter darauf geeinigt, dass wir zunächst der Straßenbahn einen ersten Besuch abstatten würden. Dafür ging es zu der Metro-Station, an der ich eigentlich schon vom Flughafen aus ankommen wollte. Die Station befand sich am Monastraki-Platz und schon hatte ich es nicht bis zur Straßenbahn geschafft, ohne zuvor einem der kulturellen Highlights von Athen zu begegnen. Sowohl der Platz selbst war sehr schön anzusehen als auch ein erster Blick auf die Akropolis, die über Athen auf einem der Hügel thronte, war von hieraus möglich. Nachdem an dem Platz die ersten Kulturbilder umgesetzt waren, ging es zum eigentlichen Ziel der Metro-Station. Von dort war es nur eine Station bis zur Station Syntagma. Dort befanden wir uns im absoluten Herzen von Athen. Neben dem Beginn der Straßenbahnlinie 6 befanden sich in unmittelbarer Nähe zur Metro-Station auch das griechische Parlament sowie der Nationalgarten, außerdem etwas weiter entfernt das Olympia-Stadion.
Die Straßenbahnlinie 6 endete hier am Syntagma spitz mit zwei Stumpfgleisen. Da der aus zwei verschiedenen Fahrzeugtypen bestehende Fahrzeugpark 100 Prozent Zweirichtungswagen zu bieten hatte, stellte die spitze Endhaltestelle hier überhaupt kein Problem dar. Der Wagenpark stellte setzte sich aus insgesamt 60 Fahrzeugen zusammen. Den etwas größeren Anteil mit 35 Fahrzeugen stellte die ältere Serie der Ansaldo Breda Sirio aus dem Jahr 2004. Die Wagen tragen die Nummern 10001 bis 10035. Von 2020 bis 2021 wurde der Fahrzeugpark durch 25 Fahrzeuge des Herstellers Alstom ergänzt. Die Fahrzeuge des Typs Citadis 305 tragen die Nummern 20036 bis 20060 und unterscheiden sich mit ihrer in orange gehaltenen Lackierung deutlich von den silbernen Ansaldo Breda.
So viel zum übersichtlichen Wagenpark. Nachdem ich die Endstation Syntagma mit einem Wagen festgehalten hatte, begann ich, mich langsam die Linie herunter zu arbeiten. So entstanden entlang der Strecke an einigen Stationen bis zur Station Neos Kosmos die ersten Bilder des für mich neuen Betriebes.
Werbewagen 20040 war gerade an der Endstation Syntagma angekommen und hatte sich auf dem straßennäheren Gleis eingefunden. Nachdem ich eine ganze Welle an Autos durchgelassen hatte, eröffnete sich der Blick auf den Wagen auch frei, sodass ich ein erstes Bild schießen konnte.
Bereits eine Station weiter folgte als nächster Kurs in Richtung Syntagma der Wagen 10020. Entlang der langen Gerade, auf der sich auch die stadtauswärts führende Station Zappeio befand, zog sich eine Baustelle, die das Fotografieren rund um die Station extrem erschwerte. Abgesehen davon bot der Nationalgarten, der sich rechts der Strecke erstreckte, durchaus ein hübsches Ambiente. Diese silberne Lackierung mit blauen Akzenten der Sirios war nach meinem Geschmack deutlich schlechter getroffen, als das orange-schwarz der neuen Fahrzeuge von Alstom.
Nachdem das lange überfällige Frühstück an der letzten Station verdrückt worden war, hatten wir uns mit dem bereits an der Endstation abgelichteten Alstom eine Station weiterbewegt. Die Strecke war inzwischen in Mittellage einer großen Straße gewechselt, sodass die Vielfalt und Anzahl der Motive sich eher zurückentwickelt hatte. Gute Möglichkeiten für Bilder boten sich fast nur noch an den Stationen selber und so nutzte ich diese Möglichkeit auch gleich an der Station Bouliagménēs aus. Hier verließ nun der ebenfalls bereits abgelichtete Wagen 10020 die Station in Richtung Pikrodáphnē.
Die nächste Station erreichten wir in der Folge zu Fuß. Die Bahn in Richtung Pikrodáphnē war gerade gefahren und bei dem nicht wirklich einheitlichen Takt war nicht so ganz klar, wann wieder etwas in diese Richtung fahren würde. Da wir nicht auf unbestimmte Zeit an der Station warten wollten, war uns gar nichts anderes übriggeblieben, als zu Fuß zu gehen. Während die Bahn zwischen den Stationen im Schatten von begleitenden Baumalleen verschwand, ergab sich an der Station Phix wieder eine Sonnenstelle, die gerade groß genug war, um einen Wagen in ihr unterzubringen. So hielt ich Wagen 10012 direkt nach Ausfahrt aus der Station fest.
Nur wenige Meter hinter der Haltestelle Phix erhob sich das Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst, an dessen Fassade die Straßenbahn entlangfuhr. Die markante Fassade bot eine willkommene Abwechslung zum sonst einheitlichen Baustil und lag gerade im richtigen Licht. Es dauerte ein wenig, bis es eine Bahn ohne störende Autos in mein Bild schaffte. Nach einiger Zeit funktionierte die Umsetzung dann mit Sirio 10013 als Nachschuss.
Endlich hatte die Straßenbahn sich von der großen vierspurigen Straße getrennt und war in ein Wohngebiet abgeknickt. Schlagartig wurde es ruhiger und entspannter an der Strecke und die Motive wurden vielfältiger. Direkt die erste Haltestelle nach dem Verlassen der Straße bot ein erstes Motiv. Wagen 10032 fuhr in die von viel Grün umgebene Haltestelle Kasomoúlē ein.
An derselben Station ist auf einem kurzen Gleis neben dem Bahnsteig auch der einzig noch vorhandene Altwagen 82 der Athener Straßenbahn aufgestellt. Das 1936 von Ernesto Breda gebaute Fahrzeug war vor einigen Jahren in einem noch deutlich besseren Zustand gewesen. Inzwischen ist das Fahrzeug leider fast vollständig mit Graffiti beschmiert und gibt kein sonderlich schönes Bild mehr ab. Das Fahrzeug bediente zu seiner Zeit die ehemalige Linie Piräus – Perama. Neben dem Fahrzeug sieht Wagen 10032 rechts im Bild noch aus wie neu.
Wieder nur eine Station weiter an der Station Néos Kósmos gelang mir ein Nachschuss von Alstom 20040. Leider trugen abgesehen von Wagen 20040 auch einige andere Fahrzeuge der neueren Fahrzeuggeneration seitlich Werbungen, die die schöne orange Lackierung überdeckten. Bei diesem Bild handelte es sich eigentlich um ein typisches Athener Straßenbild mit der Vegetation, die trotz der hohen Temperaturen immer noch Grün ist und den hell gehaltenen Häusern, die einzig praktisch orientiert sind und keinerlei unnötigen Schnörkel aufweisen.
An der Station Néos Kósmos trennten sich die beiden Fahrtrichtungsgleise für eine kleine Blockumfahrung auf. Während sich die Haltestelle für die Kurse in Richtung Syntagma rechts im Hintergrund befand, erreichte Wagen 20043 die Station Neos Kósmos erst auf der Geraden, die nach der gerade durchfahrenen Kurve folgte. Wirklich viel Platz blieb der Straßenbahn hier nicht zwischen den Grünanlagen auf beiden Seiten der Strecke.
Ein weiteres Bild entstand an der Station bei der Ausfahrt eines Wagens in Richtung Syntagma. Hier war es wieder einer der älteren Wagen in Form von Sirio 10028.
Der weitere Streckenverlauf sah bei einem Blick auf die Karte nicht übermäßig spannend aus. Die Strecke würde wieder auf eine größere Straße einschwenken und in Mittellage verkehren. Daher wollte ich erstmal wieder ein wenig Strecke machen und wartete auf die nächste Bahn in die Richtung. Als die Bahn ein deutliches Stück zu spät ankam, war der Wagen schon gestopft voll. Eindrucksvoll wurde durch die Menschen, die mit uns zusammen zahlreich an der Station warteten, bewiesen, dass so eine Bahn zwar voll aussehen mag, aber noch lange nicht wirklich voll ist. Es wurde gedrängelt und komprimiert und irgendwann waren alle Personen in der Bahn und jetzt war ich mir sicher, dass nun wirklich nicht mehr Leute reinpassen würden. Diese Vermutung wurde bestätigt, als die wartenden Fahrgäste an den folgenden Stationen nicht mal mehr den Versuch unternahmen, einzusteigen, sondern gleich auf die nächste Bahn warteten. Ich hatte einen Stehplatz relativ mittig im Wagen abbekommen, was dazu führte, dass ich von der außen am Wagen vorbeiziehenden Umgebung nicht wirklich viel mitbekam. Daher musste ich irgendwann einfach auf gut Glück rausspringen und hoffen, dass ich jetzt hier ein Motiv vorfinden würde. Ein Motiv war zwar vorhanden, es wurde jedoch gleich zwei Bahnen hintereinander von Autos zugefahren, sodass ich das Bild als nicht umsetzbar aufgab und mich bis zur nächsten Station weiterbewegte. Hier begann ein Streckenabschnitt, bei dem sich die Bahn auf einem Grünstreifen in der Mitte einer immerhin nur zweispurigen Straße fortbewegte. Der Grünstreifen wurde zeitweise durch Bäume genau in der Mitte gesäumt und die Sonne stand gerade so, dass die Bahnen sich im richtigen Licht häufig hinter den Bäumen versteckten. Trotzdem setzte ich auch mit den Bäumen einige Bilder um und arbeitete mich Stück für Stück von der Station Agías Phōtrinés-Plateía bis zur Station Mēdeías-Mykálēs vor.
Zuerst versuchte ich es hinter der Haltestelle Agías Phōtrinés-Plateía mit einem Nachschuss. Doch dabei begleiteten Autos die Bahn direkt daneben. Daher wartete ich einen Kurs von vorne ab. Bei Wagen 20040 befanden sich zwar auch Autos auf der rechten Fahrbahn, diese störten aber nicht so immens, wie sie es beim Nachschuss zuvor getan hatten. So entstand ein erstes Bild an der langen Gerade, die die Straßenbahn hier in Straßenmitte bewältigte.
Ich hatte mich einige Meter weiter die Straße entlangbewegt. Meine Mutter hatte sich inzwischen ins Hotel zurückgezogen, um ein wenig Schlaf von der Nacht nachzuholen, ich wollte mich in dieser Zeit weiter mit der Straßenbahn beschäftigen. An dieser Stelle kamen die bereits angesprochenen Bäume ins Spiel, die sich in der Mitte der Strecke befanden. Durch die eher geringe Größe störten die Bäume aber nur minimal und der Wagen 10020 war dahinter trotzdem gut zu erkennen. Ich befand mich immer noch in der Nähe der Station Agías Phōtrinés-Plateía.
Wieder war ich ein paar Meter weitergekommen. Das Bild der Straße sah hier fast über die komplette Länge zum Verwechseln ähnlich aus. Immer war der Grünstreife in der Mitte der Straße, auf der die Straßenbahn verkehrte, während sich darum herum gleich wirkende Häuser entlang der Straße aufreihten. Dieses Mal war es Sirio 10012, der sich nahe der Station Agía Paraskeué im Bild präsentierte.
Ein letztes Bild entstand an diesem Streckenabschnitt. Dieses Mal griff ich auf einen Nachschuss zurück, um den Wagen einmal komplett frei im Bild unterzubringen, da sich zwischen den Gleisen mal wieder Bäume aufreihten. In diesem Fall war kein Auto in der Nähe, um mir das Bild zu versauen und so zeigte sich Wagen 10028 perfekt im Bild. Ich befand mich inzwischen ganz am Ende der langen Straße an der Station Mēdeías-Mykálēs. In der Folge sollte sich das Streckenbild erfreulicherweise wieder ein wenig ändern.
Von der Station Mēdeías-Mykálēs an knickte die Strecke für ein kurzes Stück nach rechts ab, bevor es in der Folge wieder etwas nach links bis zum Meer herunterging. Auf diesem Abschnitt war die Straße etwas kleiner geworden und die Frequenz an Autos hatte sich etwas gesenkt. Nach zwei Stationen folgte eine kleine Umfahrung der Panagitsa of Palaio Phalero, die sich so eingekesselt von den beiden Fahrtrichtungsgleisen der Straßenbahn befand. Kurz vor der Kirche gab es ein kurzes Stück, auf dem das Rasengleis der Straßenbahn offensichtlich bewässert wurde. Zumindest war das Gras hier ein deutliches Stück grüner und an Stelle der grau-grünen Streckenbedeckung leuchtete der Untergrund kräftig Grün. Auf diesem Stück sollte ein Bild entstehen und passend schaffte es auch endlich mal ein werbefreier Alstom-Wagen vor meine Linse. Danach suchte ich nach einer geeigneten Stelle, um auch die Kirche, die von der Bahn umfahren wurde, im Bild unterzubringen. Einerseits war die Frontfassade der Panagitsa of Palaio Phalero sehr ansehnlich, andererseits lag sie auch gerade richtig im Licht. Das einzige Problem war, dass die Strecke hinter der Kirche von Mittelmasten gesäumt war. Dadurch war es etwas komplizierter den darauffolgenden Wagen halbwegs frei im Bild unterzubringen. Letztendlich gelang aber ein anständiges Bild kurz vor der Station Mousōn.
Eigentlich wollte ich nach dem Bild direkt an der Station in den Wagen einsteigen um weiter zu fahren und mich ein wenig durch die Klimaanlage abkühlen lassen zu können. Doch der Wagen fuhr bis ganz nach vorne am Bahnsteig durch und hielt erst dort an. Zum Laufen war es mir entschieden zu warm, weshalb ich mich wohl oder übel damit abfinden musste, erst den nächsten Kurs nehmen zu können. ich flüchtete mich von der sonnigen Haltestelle auf die andere Straßenseite in den Häuserschatten, um die Wartezeit zu überbrücken. Dadurch konnte ich zumindest den entgegenkommenden Wagen noch als Nachschuss an der Station festhalten. In der Folge zogen sich die angezeigten acht Minuten bis zur nächsten Bahn in Richtung Pikrodáphnē eine gefühlte Ewigkeit hin. Als die Bahn endlich kam, sah ich zu, dass ich schnellstmöglich in den klimatisierten Wagen kam, um mich abzukühlen. Viel Zeit blieb mir dafür jedoch nicht, denn schon drei Stationen nach der Station Mousōn an der Panagitsa of Palaio Phalero befand sich die Endstation der Linie 6. Zunächst zweigte die Linie 6 nach der Station auf die Linie 7 ein. Die zweite Linie des Betriebes ging im Prinzip konstant von Piräus bis zur Endstation Asklipiio Voulas in Wassernähe entlang und schaffte es so nicht mal in die Nähe der Athener Innenstadt. Die Linie 6 folgt dem Fahrtverlauf der Linie 7 nur zwei Stationen und fand bereits an der Station Pikrodáphnē ihre Endstation. Dort endet die Linie 6 auf einem Mittelgleis in der Mitte der Station, während die Linie 7 noch ein ganzes Stück weitergeht. Zwangsläufig musste ich an dieser Station die Straßenbahn also verlassen. Ich lichtete noch einen durchfahrenden Kurs der Linie 7 ab, bevor ich mir weitere Gedanken darüber machte, wo ich als Nächstes hinfahren wollte.
Grüner als an fast jedem anderen Punkt des Netzes präsentierte sich das Gras kurz vor der Haltestelle Panagitsa. Wagen 20049 erreichte die Haltestelle hier gerade im perfekten Licht neben immer noch fast baugleich wirkenden Häusern.
Für den darauffolgenden Wagen 20043 war ich einmal um die Kirche herumgelaufen. Jetzt befand ich mich kurz vor der Station Mousōn. So wirklich perfekt war ein Bild hier mit der Panagitsa of Palaio Phalero nicht umzusetzen. Die Abstände zwischen den einzelnen Masten waren nicht lang genug, um einen kompletten Wagen unterzubringen. außerdem musste ich das Bild relativ steil umsetzen, damit die Kirche nicht hinter den Bäumen verschwand. Zumindest halbwegs ordentlich gelang mir letztendlich das Bild mit dem Alstom-Wagen 20043 und großen Teilen der Panagitsa of Palaio Phalero im Hintergrund.
Während ich auf den nächsten Wagen für meine Weiterfahrt wartete, gelang mir der Nachschuss von Wagen 20049 an der Haltestelle Mousōn, der sich nun bereits auf dem Rückweg in Richtung Syntagma befand. Aus dieser Perspektive war die Panagitsa of Palaio Phalero nur noch zu erahnen. Mit den Palmen rund um die Station wirkte das Bild zumindest passend südländisch.
Die Station Pikrodáphnē war motivtechnisch eigentlich ein Totalausfall. Links erhob sich ein Stacheldrahtzaun, um ein Privatgelände abzusperren, rechts von der Strecke befand sich eine riesige Straße, auf der fast durchgehend ohrenbetäubender Verkehrslärm herrschte. Auch die Strecke dazwischen war nicht wirklich schön. Das einzige, was mich hier zu einem Bild verleitete, waren die abgestellten Roller. Besonders der Roller links hatte zwischen den beiden Gleisen der Straßenbahn eine sehr interessante Parkmöglichkeit gefunden, wobei dort sicherlich noch einige Roller mehr hingepasst hätten.
Die Linie 6 hatte ich nun einmal auf kompletter Länger erkundet. Jetzt blieb als nächstes Ziel eigentlich nur noch die Linie 7 übrig. Von hieraus hatte ich die freie Wahl, in welche Richtung ich zuerst aufbrechen wollte. In die eine Richtung ging die Strecke noch unzählige Stationen nah an der Küstenlinie entlang bis zur Endstation Asklipiio Voulas. In die andere Richtung war es nicht mehr ganz so weit, bis die Strecke Piräus erreichte. Dort wurde ein großes eingleisiges Viereck einmal durch Piräus gefahren und somit die Endstation gespart. Diese Seite sah mir auf den ersten Blick interessanter aus. Daher entschied ich mich dazu, in Richtung Piräus aufzubrechen und einfach mal zu gucken, was sich dort so ergeben würde. Zunächst arbeitete ich mich Stück für Stück bis zur Station Trokanteró vor. Über die gesamte Streckenlänge wurde die Strecke hier von der bereits angesprochenen großen Straße begleitet. Dadurch ergaben sich nicht sonderlich viele Motive abseits der Stationen und ich blieb bei all meinen Bildern in Haltestellennähe. Dort fanden sich zumindest hin und wieder einige grünere Abschnitte oder interessante Gebilde. Einzig das Warten an den Haltestellen wurde bei den Temperaturen immer zur Qual. Während ich bei der Linie 6 zunächst noch Angst gehabt hatte, gar keinen werbefreien Alstom-Wagen ablichten zu können, da insgesamt nicht so viele Wagen der Serie unterwegs waren, hatte sich das Bild auf der Linie 7 klar geändert. Diese Linie wurde typenrein mit den Citadis 305 bedient und es waren überhaupt keine Wagen von Ansaldo Breda unterwegs, obwohl davon insgesamt zehn Fahrzeuge mehr vorhanden sind.
Nachdem ich bis zur Haltestelle Trokanteró alle Motive zu meiner Zufriedenheit umgesetzt hatte, ging es weiter in Richtung Piräus. Hatte ich vorher noch gedacht, der bereits zurückliegende Streckenabschnitt sei langweilig und mit wenig Motiven versehen gewesen, wurde ich jetzt vom Gegenteil überzeugt. Von der Station Trokanteró bis zur Station Lambraki bot sich überhaupt gar nichts an, was mich zum Aussteigen bewegt hätte. Zwischen Straße und einer riesigen Brachfläche verkehrte die Straßenbahn eingezäunt bis Piräus. An der Station Lambraki hatte ich die Bahn in der Folge mehr aus Verzweiflung als aufgrund eines gefundenen Motives verlassen. Hier begann das riesige Viereck, welches einmal durch Piräus hindurchführte und im Uhrzeigersinn durchfahren wurde. Dementsprechend kreuzte sich die Straßenbahn hier am Eingang von Piräus mittels Brücke einmal selber. Doch dadurch wurde die Strecke zunächst auch nicht fotogener. Bis zur Station Dēmarcheío verlief die Strecke in Seitenlage einer Straße, von Häuserschatten bedeckt und von einer ganzen Reihe an Pfosten begleitet, die das Fotografieren unmöglich machten. Ab der Station Dēmarcheío, die sich schon auf der zweiten von vier Seiten des Vierecks befand, öffnete sich die Umgebung um die Strecke ein wenig, sodass in der Folge einige Bilder möglich waren. Zumindest drei Bilder gelangen mir insgesamt in der großen Blockumfahrung von Piräus.
Abgesehen von der Endstation Pikrodáphnē stellte die Station Édem die einzige Station dar, an der beide Linien des Betriebes verkehrten. Abgesehen von diesen beiden Stationen verliefen die beiden Streckenverläufe komplett getrennt voneinander. Dadurch war an dieser Station zumindest sehr viel Verkehr. Ich war mit Wagen 20054 die eine Station zurückgefahren und musste hier den Wagen verlassen, um in die passende Linie 7 nach Piräus umzusteigen. Dadurch konnte ich Wagen 20054 zumindest noch als Nachschuss an der Station Édem festhalten. Auch hier am Meer war der Baustil der Häuser relativ ähnlich zu den bereits bekannten Häusern der vorherigen Straßen.
Rund um die Station Parko Phloísbou eröffnete sich ein kleiner Park, der sich auch zwischen die Straße und die Straßenbahn geschoben hatte. Dadurch wirkte das Bild hier deutlich idyllischer als es eigentlich war. Nur wenige Meter hinter dem Grünstreifen rechts befand sich noch immer die große Straße. Zumindest motivtechnisch brachte das eine willkommene Abwechslung für den Wagen 20060. Während der Wartezeit hatte ich einen ohrenbetäubenden Lärm aus den umliegenden Bäumen feststellen müssen. Zunächst hatte ich noch gedacht, es handele sich dabei um Vögel. Nach kurzer Internetrecherche stellte sich jedoch raus, dass es sich bei den lauten Tieren um Zikaden handelte, die unermüdlich vor sich hin zirpten und damit einen Teil ihres Fortpflanzungsprozesses betrieben.
Auch an der Haltestelle Parko Phloísbou wollte ich noch ein Bild eines Kurses in Richtung Piräus umsetzen. Verbunden mit einer weiteren Viertelstunde Wartezeit gelang mir ein Nachschuss des Wagens 20041, der gerade in der Station stand.
Die Station Trokanteró stellte die letzte Station vor dem noch deutlich unfotogeneren Streckenabschnitt bis Piräus dar. Hier war die Strecke wieder zurück an die Straße gelangt und die Sonne stand gefährlich nah an der Gleisachse. Für das ohnehin nur steil umzusetzende Bild von Wagen 20039 war das aber unerheblich und ich hielt den Wagen neben dem interessanten Konstrukt fest, dass sich neben der Strecke erhob. Eine Bedeutung für diese von mir interpretierte Leiterkonstruktion fand ich nicht heraus.
In dem großen Gleisviereck von Piräus war alles rund um die Strecke irgendwie relativ eng. Zudem war den ersten Teil des Vierecks auch kein Licht auf die Strecke gefallen. Hier bei der Ausfahrt der Station Dēmarcheío hatte sich das geändert und die Stelle lag perfekt im Licht. Genau bei der Ausfahrt des Wagens aus der Station mogelte sich noch ein Roller an mir vorbei, der mir das Bild ein wenig zufuhr. Trotzdem wollte ich dieses Bild zeigen, weil es typisch für Athen bzw. in diesem Fall Piräus war. Überall wuselten die Leute mit Rollern herum und auch der Autoverkehr in ganz Athen/Piräus war, wie links im Bild zu sehen ist, unglaublich stark frequentiert, was das Fotografieren häufig erschwerte.
An der Station Plateía Ippodameías befand ich mich bereits auf dem dritten Viertel des Vierecks. Hier stand die Sonne also nur noch für Nachschüsse perfekt. Diesen nutzte ich bei der Ausfahrt der Station aus, bevor die Strecke in rechter Seitenlage zur Straße weiterführte und somit in Häuserschatten verschwand. Wagen 20059 war mit der gleichen Werbung ausgestattet worden, wie der bereits zuvor mehrmals abgelichtete Wagen 20040.
Ich hatte mich zu Fuß nochmal entgegen der Fahrtrichtung der Straßenbahn zurück zur Station Agía Triáda bewegt. Dort hatte sich ein etwas freieres Stück ergeben, auf dem ich nochmal ein Bild umsetzen wollte. Geradeaus hinter mir weg führten zwei Gleise zu einer spitzen Endhaltestelle, die das frühere Ende der Linie 7 darstellte, bevor in Piräus die große Schleife fertiggestellt wurde. Eigentlich wollte ich hier ein Bild mit der Agía Triáda umsetzen, die sich links vom Bild erhebt. Das Bild wäre aber einerseits zu weitwinklich geworden, andererseits war auch hier die Masse der Autos auf der Straße links ein störendes Problem. So entstand das Bild von Wagen 20036 wie zu sehen.
Hier in Piräus hatte ich jetzt alles gesehen. Der Rest des Vierecks war entweder völlig unfotogen oder lag im Schatten, an einigen Stellen auch beides. Da auch der Rest der Strecke von der Endstation der Linie 6 Pikrodáphnē bis nach Piräus nun bekannt war, blieb mir eigentlich nur noch eine Möglichkeit. Ich musste mich auf die lange Rückreise begeben, um mir noch ein wenig die Strecke der Linie 7 hinter der Station Pikrodáphnē anzugucken. Während ich mich auf der langen Reise dorthin befand, wurde langsam der Schlafmangel offensichtlich. Mir fielen konstant die Augen zu und das einzige was mich halbwegs wachhielt, war der immer wieder absinkende Kopf, durch den ich aufschreckte. Letztendlich zurück aus dem Halbschlaf holte mich ein Anruf meiner Mutter, indem sie mir mitteilte, dass wir uns nun wieder treffen könnten, um uns einen Plan für den Abend zu überlegen. Eigentlich wollten wir gegen Abend auf einen der Aussichtsberge rauf, um uns den Sonnenuntergang über der Stadt oder dem Meer anzugucken. Dementsprechend blieb mir nun nicht mehr viel Zeit für die Straßenbahn. Ich sagte, ich würde noch für ein Motiv Zeit brauchen, danach ginge es dann zurück in Richtung Innenstadt. Für das Motiv hatte ich mich für die Station Paralía Glyphádas entschieden. Auf der Karte sah es so aus, als würde die Straßenbahn dort direkt am Strand verkehren, dass wollte ich nun zuletzt noch überprüfen. Die Station befand sich ein deutliches Stück hinter der Station Pikrodáphnē, die bisher die letzte erkundete Haltestelle auf diesem Streckenabschnitt dargestellt hatte. Von der Station Pikrodáphnē bis zur Station Paralía Glyphádas hatte ich offensichtlich auch nicht viel verpasst, denn dort ging es konstant entlang einer noch im Bau stehenden Wohnsiedlung, die fotografisch bis jetzt noch gar nichts hergab. Etwas über eine Stunde nach dem letzten Bild erreichte ich endlich die Station und musste mit etwas Ernüchterung feststellen, dass der Strand zwar direkt neben der Haltestelle war, ein Bild mit Strand oder Meer aber nicht möglich war. Trotzdem entstanden zwei Bilder der Kurse aus beiden Richtungen an der Station. Danach ging es zurück zur Station Pikrodáphnē, an der ich von der Linie 7 zurück auf die Linie 6 wechselte. Ein abschließendes Bild des wartenden Wagens der Linie 6 entstand an der Station, dann war der Straßenbahntag beendet.
Etwas steil gelang mir an der Station Paralía Glyphádas ein Nachschuss des Wagens 20060, der mich von Piräus bis zu dieser Station gebracht hatte. Strand oder Meer waren auf diesem Bild zwar nicht zu erahnen, dafür hatte sich der Baustil der Häuser hier am Wasser erfrischend geändert und war ein wenig diverser geworden. Zudem hatte sich die Strecke hier mal von der großen Straße getrennt.
Auch den entgegenkommenden Kurs hielt ich bei der Einfahrt in die Station Paralía Glyphádas fest. Danach sprang ich noch in die letzte Tür des Wagens, um den ersten Teil der Rückreise in die Innenstadt bis zur Station Pikrodáphnē zu erledigen. Im Bild zeigte sich Alstom 20059.
Die Front des Wagens 10028 lag zwar im Schatten, nach der Masse an Alstom-Fahrzeugen auf der Linie 7 kam mir der AnsaldoBreda Sirio als Abwechslung aber sehr gelegen und ich lichtete den Wagen im Mittelgleis der Station Pikrodáphnē ab. Welche Aufgabe der Wagen übernommen hatte, blieb ein wenig unklar, denn den nächsten Kurs der Linie 6 in Richtung Syntagma übernahm ein anderer Wagen, der kurz darauf in die Station einfuhr.
Es ging zurück in die Innenstadt und ich traf mich wieder mit meiner Mutter. Der Tag wurde in der Folge ohne weitere Berührungspunkte mit der Straßenbahn abgeschlossen.
Mittwoch, 17. September 2025
Der heutige Tag stand eigentlich komplett im Fokus für die zahlreichen kulturellen Highlights, die Athen zu bieten hatte. Aus diesem Grund rückte die Straßenbahn heute komplett in den Hintergrund und es sollten eigentlich keine Bilder entstehen. Zu einem Bild ließ ich mich letztendlich aber doch verleiten. Wir befanden uns ohnehin im Moment in der Nähe des Syntagma, weshalb es unweigerlich zu einer Begegnung mit der Straßenbahn kam. Als ich einen Blick zur Endstation Syntagma warf, fielen mir direkt die beiden Wagen ins Auge, die dort in der Station standen. Es handelte sich in diesem Fall um beide vorhandenen Fahrzeugtypen. Diese Chance wollte ich nutzen, um die Fahrzeuge einmal nebeneinander abzulichten. Daher begab ich mich zur Station und nahm zuerst eine seitliche Aufnahme der beiden Fahrzeugköpfe auf. Bevor ich eine Perspektive mit den vollständigen Wagen umsetzen konnte, kam die nächste Welle an Autos ins Bild gefahren, während der auch einer der Wagen die Station verließ und ein weiteres Bild zunichte machte. Somit blieb es am heutigen Tag bei nur diesem einen Bild der Straßenbahn.
Ein seltener Anblick bot sich an der Endstation Syntagma. Gerade standen mal zwei Wagen in der Station und dabei handelte es sich auch noch um jeweils einen Vertreter der beiden Baureihen. Auf dem hinteren Gleis zeigte sich Wagen 20049, ein Vertreter der neueren Citadis 305, auf dem vorderen Gleis ein Ansaldo Breda Sirio mit Wagen 10023.
Donnerstag, 18. September 2025
Der heutige und damit schon letzte Tag in Athen sollte ein wenig zweigeteilt ablaufen. Zunächst würde am Vormittag noch ein weiterer Teil Kultur auf dem Programm stehen, bevor ab frühem Nachmittag der Tag noch einmal im Zeichen der Straßenbahn stehen sollte. Unser Flug nach Iraklion auf Kreta sollte heute Abend um ca. 21 Uhr gehen, sodass wir eigentlich noch den gesamten Nachmittag Zeit für Athen hatten. Unser kultureller Teil des Tages brachte uns nach einem Aufenthalt in der Innenstadt nach Piräus. Dort hielten wir uns ein wenig am Hafen auf und erkundeten die Gassen der Innenstadt, bevor es in der Folge mit der Straßenbahn zurück in Richtung Innenstadt gehen sollte. Mein erstes Bild an der Straßenbahn entstand dementsprechend auch in Piräus. Wir hatten uns zu Fuß vom Kern von Piräus bis zur Station Stádio Eirénēs kai Philías bewegt, an der sich, wie der Name der Station schon vermuten lässt, das Stadion von Olympiakos Piräus befand. Leider gab es keine Perspektive an der Station, bei der man das Stadion und die Straßenbahn in einem Bild unterbringen konnte. Daher lichtete ich die folgende Bahn bei der Einfahrt in die Station ab.
Danach ging es den üblichen Weg von Piräus zurück zur Linie 6, um mich mit dieser in die Innenstadt zurück zu arbeiten. Auch heute bei anderem Sonnenstand und deutlich fitter als noch gestern, sprang mir auf dem gesamten Weg bis zur Station Trokanteró kein einziges Motiv ins Auge. In der Folge wurde es bis zur Station Édem zwar besser mit der Anzahl an Motiven, diese hatte ich aber alle gestern bereits umgesetzt, sodass wir die Bahn erst an der Station Édem wieder verließen. Dort gab es einen kurzen Abstecher zum Strand und ich lichtete rund um die Stationen Édem und Mousón in der Folge noch einige Bilder ab.
Auch wenn es hier so wirken mag, dass die Straßenbahn auf der falschen Seite der Haltestelle in die Station einfahren würde, war dem nicht so. Die andere Fahrtrichtung befand sich auf der anderen Straßenseite und die Fahrleitungsmasten waren rechts im Bild auf der Brücke zu sehen. Die Station Stádio Eirénēs kai Philías war hier wahrscheinlich relativ groß gehalten, um für möglichen Stadionverkehr die Kapazität der Bahnen erhöhen zu können. Wirklich schön war die Umgebung von Wagen 20060 hier nicht.
Ich befand mich genau am Abzweig der Linie 6 in Richtung Syntagma und hatte mich mit Blickrichtung Piräus aufgestellt. Kurz darauf folgte Wagen 20045 als Linie 7 in Richtung Piräus und konnte von mir wenige Meter hinter dem Abzweig festgehalten werden. Am heutigen Tag war das Wetter bisher von vielen Wolken geprägt worden. Jetzt zum Nachmittag klärte es langsam auf und ich konnte an der Straßenbahn noch einige Bilder in der Sonne umsetzen.
Nicht mal zwei Minuten später folgte bereits der Kurs der Linie 6, der an dieser Stelle nach rechts abknickte. Ich hatte etwas Glück, dass der Wagen am Abzweig noch auf seine Phase warten musste und ich so ein Bild des stehenden Fahrzeugs in der Sonne umsetzen konnte. Wagen 10023 war wie alle anderen Fahrzeuge dieser Serie werbefrei unterwegs.
Kurz darauf hatte der Wagen seine Phase bekommen und verschwand in Richtung der Station Mousón. Entgegenkommend passierte soeben Alstom 20038 die Kreuzung über die Straße. So gelang unverhofft ein weiteres Bild mit beiden Fahrzeugtypen. Im Hintergrund zeigten sich noch die dichten Wolken, die uns den Tag bis jetzt verfolgt hatten, vom Meer zog dahingegen jede Menge blauer Himmel heran.
Eigentlich hätte ich mich jetzt gerne noch mit dem unbekannten Teil der Linie 7 in Richtung Asklipiio Voulas beschäftigt. Doch meine Mutter war beim Thema Flughäfen und dafür eingeplante Zeit ein deutliches Stück vorsichtiger als ich und wollte dementsprechend früher zum Flughafen aufbrechen, als ich es eigentlich eingeplant hatte. Da der Flug um 21 Uhr starten würde, wollte sie schon um 17 Uhr in Athen aufbrechen. Dementsprechend blieb für die Linie 7 nicht mehr genug Zeit und um meine Mutter zu beruhigen, beschloss ich, mich die restliche Zeit des Tages noch einmal mit der Linie 6 in Richtung Syntagma zu beschäftigen und nun bei etwas anderem Sonnenstand noch einige Bilder umzusetzen. Mein erstes Bild an diesem Ast entstand am heutigen Nachmittag an der Station Amphithéas. Von dort arbeitete ich mich Station für Station voran, bis ich die Station Euangeliké Scholé erreicht hatte.
Ein erstes Bild entstand an der Station Amphithéas. Die Station lag bereits zwei Stationen von der Panagitsa of Palaio Phalero entfernt. Hier war sehr schön zu erkennen, dass beim Rasengleis nur bestimmte Abschnitte bewässert und somit Grün gehalten wurden. Während die Station und der letzte Teil vor dem Knick der Straßenbahn nach links komplett braun waren, leuchtete ein kleiner Abschnitt dazwischen im frischen Grün. Wagen 20043 verließ soeben die mit Plamen bepflanzte Station.
Auch bei diesem Bild wurde der Unterschied zwischen Bewässerung und keiner Bewässerung noch einmal sehr deutlich. Der Gleiswechsel schien die Grenze zu sein, zwischen dem Teil der bewässert und wurde und dem braunen Teil. Glücklicherweise hatte man sich hier für ein kurzes Stück rund um den Gleiswechsel für Fahrleitungsmasten am Straßenrand entschieden, sodass ich den Wagen 20056 frei im Bild festhalten konnte.
Die Strecke hatte sich inzwischen ein wenig gedreht, sodass nun nicht mehr die Kurse in Richtung Pikrodáphnē, sondern die Kurse in Richtung Syntagma richtig im Licht waren. Hier konnte ich Alstom 20038 bei Einfahrt in die Station Achilléōs festhalten.
An dem Straßenbild hatte sich auch an der nächsten Station nicht wirklich viel geändert. Noch immer wurde die Straße von allesamt gleich wirkenden Häusern und Baumalleen begleitet und auch die Straßenbahn verkehrte weiterhin in Mittellage und ausgestattet mit Mittelbahnsteigen. Einziger Unterschied war der Ansaldo Breda Sirio 10028, der anstelle eines Alstoms in die Station Euangeliké Scholé einfuhr.
Jetzt wurde erstmal wieder ein bisschen Strecke gemacht. Von der Station Euangeliké Scholé ging es ohne weiteren Zwischenhalt bis zur Station Néos Kósmos durch, die sich in der kleinen Blockumfahrung befand. An dieser Blockumfahrung hatte ich mich ebenfalls schon vorgestern aufgehalten, bei den jetzigen Lichtverhältnissen ergaben sich aber nochmal neue Motive. Daher wartete ich an der Station zwei Kurse in Richtung Syntagma ab. Danach ging es zunächst zu Fuß weiter, da der Kurs, mit dem wir hätten weiterfahren können, als Motiv verwertet wurde. Langsam aber sicher wurde es hier in der Innenstadt schwer auf der von zumeist hohen Häusern umgebenen Strecke noch Motive im Licht zu finden. Wir passierten zunächst die Station Kasomoúlē bis zur Stelle, an der die Straßenbahn aus den Häuserzeilen in Straßenmitte wechselte und dafür die eine Seite der großen Straße überqueren musste, die in der Folge die Strecke begleitet. An der Kreuzung sprang mir noch ein mögliches Motiv ins Auge, welches ich in der Folge umsetzte. Danach entstand während der Wartezeit an der Station Phix ein weiteres Bild eines Kurses, der in Richtung Pikrodáphnē unterwegs war, bevor es letztendlich bis zur Station Syntagma zurückging.
Kurz hinter der Station Néos Kósmos hatte sich die Strecke wieder aus den Hausschatten der Blockumfahrung befreit und Wagen 20057 präsentierte sich vollständig in der Sonne. Auch hier war es wieder ein typisches Ambiente von Athen, welches abseits der Touristenhotspots leider auch häufig von Müll geprägt war.
Eigentlich hatte ich schon bei dem vorherigen Bild versucht, ein wenig von den Athen umgebenden Bergen im Bild unterzubringen. Bei der letzten Perspektive hatten sich die Häuser jedoch größtenteils vor die Berge geschoben. Nur ein paar Meter weiter die Straße herunter hatte sich das Bild etwas verändert und hinter dem Häusermeer war ein Teil der sich um die Stadt erhebenden Berge aufgetaucht. Alstom 20043 folgte nur zehn Minuten nach dem letzten Wagen als Kurs der Linie 6.
Die große Fassade des Nationalmuseums für zeitgenössische Kunst befand sich im Gegensatz zu Vorgestern nicht mehr im Licht. Ich hatte mich viel mehr für ein Bild an dieser Stelle entschieden, um einerseits das typische Bild der die Straßenbahn begleitenden Straße zu zeigen. Vollgestopft mit Autos präsentierte sich die Straße wie hier zu sehen fast immer. Andererseits war hier einer der kleinen Hügel zu erkennen, die sich an mehreren Stellen mitten in Athen erhoben. Wagen 20038 kreuzte gerade die Straße auf dem Weg zur Station Kasomoúlē.
An der Station Phix hatte sich ein kleiner Sonnenspot zwischen den Baumschatten eröffnet. Diesen nutzte ich während der Wartezeit auf den Kurs in Richtung Syntagma, um den in Gegenrichtung fahrenden Sirio 10028 abzulichten.
Ich hatte auf zumindest noch ein letztes Motiv zwischen den Stationen Phix und Syntagma gehofft, wurde mit dieser Hoffnung jedoch enttäuscht. Die Strecke befand sich überall schon im Schatten. Einzige Ausnahme hatte die Station Bouliagménēs dargestellt, die ich aber in der Hoffnung für ein späteres Motiv nicht abgelichtet hatte. Jetzt angekommen an der Endhaltestelle Syntagma, gefiel mir das Ganze nicht so richtig, irgendwie fehlte mir der runde Abschluss des Tages. Meine Mutter meinte, dass sie noch ein zwei Dinge zu erledigen habe, bevor wir zum Flughafen starten könnten. Daher ergriff ich die Chance und schickte sie schonmal vor in Richtung Hotel. Ich beschloss, noch einmal zur Station Bouliagménēs zurück zu kehren, um dort ein letztes Bild in der Sonne umzusetzen. So trennten sich unsere Wege kurz vor Abreise zum Flughafen ein letztes Mal. Ich kehrte zur Station Bouliagménēs zurück und lichtete den nachfolgenden Wagen, der von der Station Syntagma kam, in der Station ab. Genau passend fuhr nur eine Minute später der nächste Kurs wieder zurück zur Endhaltestelle Syntagma.
Gerade so reichte das Licht hier noch aus, dass sich keine Schatten auf dem Wagen zeigten. Ich befand mich an der Station Bouliagménēs, an der ich schon auf dem ersten Weg in Richtung Syntagma ein mögliches Motiv erkannt hatte. Hier rund um die Station unterschied sich der Baustil doch deutlich von den sonst bekannten Straßenzügen. Der Baustil hatte hier deutlich mehr Verglasung zu bieten und schien ein gutes Stück neuer zu sein. Als letzter Wagen in meinem Bild präsentierte sich Alstom 20037.
Das soll es dann auch schon wieder gewesen sein mit diesem kurzen Bericht der drei Tage an der Athener Straßenbahn. In der Folge ging es nur noch zum Hotel und zum Flughafen. Dann folgte der Flug hinüber nach Kreta und straßenbahntechnisch war es das gewesen. Die Insel Kreta hat keinen einzigen Meter Schiene zu bieten, sodass dort der Fokus komplett abseits meines Straßenbahn- bzw. auch Eisenbahnhobbys lag. Immerhin konnte ich durch den eingeschobenen Kurzbesuch in Athen einen weiteren Hauptstadtbetrieb und ein gesamtes weiteres Land von meiner Straßenbahnfehlliste streichen.
