Die Isle of Man 2013 Teil 5: Mit der MER von Ramsey nach Laxey

Das Auto ist nun wieder abgegeben und so fahren wir in diesem Teil mit der Bahn auf den Snaefell und endlich auch nach Ramsey
Teil 1: Anreise über London
Teil 2: Weiter über Manchester und Blackpool
Teil 3: Endlich auf die Insel und Post für Laxey
Teil 4: Isle of Man Steam Railway und Manx Electric Railway rush-hour

27.07.2013 Great Laxey Wheel, Ramsey und Tw 1 auf dem Sneafell

Heute war der erste Tag ohne Auto und mit gültigem Inselticket. Darüber hinaus war es der erste Tag, an dem wir eigentlich ohne klaren Plan aufbrachen. Endlich mit den urigen Gefährten der Insel herumfahren zu können machte einen Plan aber auch irgendwie zur Nebensache 😀
Also ging es einfach zu Fuß, nachdem wie immer gut sättigenden Englischen Frühstücks, zur Endstation Derby Castle der MER in Douglas.
Da es noch recht frisch war, nahmen wir im Inneren des Winter Salloon Nr.20, und nicht im offenen Beiwagen Platz. Es hatte sich inzwischen herauskristalisiert, dass wir in Laxey erstmal zum Kulturprogramm übergehen wollten und uns eines der Wahrzeichen der Insel ansehen wollten: Das Great Laxey Wheel.
Dabei handelt es sich um ein riesiges Wasserrad mit einem Durchmesser von ca. 22m. Damit ist das Great Laxey Wheel das größte betriebsfähige Wasserrad der Welt und das größte Wasserrad Europas. Das Rad wurde 1854 gebaut, um Wasser aus dem angrenzenden Bergwerk zu pumpen. Zwar fährt dieses alte Rad, im Gegensatz zu den anderen der Insel, nicht auf Schienen, aber ich wollte es euch trotzdem nicht vorenthalten.


Ankunft in Laxey mit Winter Salloon 20

Das Great Laxey Wheel von der Talseite aus gesehen


Nicht weniger als 20 Meter Durchmesser hat das riesige Rad


Das Erklimmen des Rades ist sehr zu empfehlen! Man sollte aber auf seinen Kopf aufpassen 😀

Nachdem wir das Wasserrad ausgiebig erkundet und gefuzzt hatten, ging es zurück in den Bahnhof. Da der blaue Triebwagen 1 der Snaefell Mountain Railway noch immer im Bahnhof stand, beschlossen wir, die Gelegenheit dieses farblich interessante Fahrzeug auf dem Snaefell zu fotografieren, beim Schopfe zu packen und stiegen ein.
Die Fahrt mit dieser Bahn ist ein Erlebnis für sich. Begleitet von einem unvorstellbaren Lärm kämpft sich der Wagen den Berg hinauf, während der gesamte Holzaufbau am Aufstieg mitzuarbeiten scheint. Die eizelnen Holzstreben des Wagenkastens verschieben sich stängig gegeneinander und man spürt jeden Meter, den sich das Gefährt den Berg hinaufschleppt.
Oben angelangt gingen wir über den Gipfel auf die andere Seite des Berges um Tw 1 dort mit anderem Hintergrund abzulichten. Allerdings hingen gerade einige Wolken um den Berg.


Von der Bahn aus erhascht man einen guten Blick auf das Gesamtbild um das Rad herum


Triebwagen 1 wartet in der Bergstation auf die Ankunft des Gegenzuges, welcher gerade in der Zwischenstation den vorherigen Talfahrer kreuzt


Aufgrund der plötzlich aufgezogenen Wolken ist auf der anderen Bergseite die Landschaft nur zu erahnen


Mit Tw 3 im Hintergrund wird es gleich wieder hinunter gehen

Zurück in Laxey wurde erst einmal eine gemühtliche Mittagspause mit reichlich Essen aus dem nahegelegenen Supermarkt eingelegt (Achtung vor den Spardeals, irgendwie funktionieren die nie – wahrscheinlich waren wir aber einfach zu blöd 😀 ).
Anschließend wollten wir nach Ramsey fahren und beendeten unsere Pause, als der nächste Zug ankam, der nicht in Laxey endete, sondern nach Ramsey weiterfuhr.
Dabei konnten wir zufällig eine britische TV-Ikone beobachten, die scheinbar auch den Urlaub auf der Insel genoss. Der Hauptdarsteller aus der britischen Krimiserie „Inspector Barnaby“, John Nettles, nahm nur wenige Reihen vor uns in dem offenen Beiwagen Platz.
Die Fahrt nach Ramsey war ein Genuss. Bei schönstem Sonnenschein an der frischen Luft die Küstenlinie gen Norden.
Dort angekommen wurde der Triebwagen noch beim Umsetzen beobachtet und die Ausfahrt festgehalten. Dann ging es zu einer kleinen Runde durchs Dorf, wobei Ramsey zu den weniger interessanten Orten der Insel gehört.


Tw 6 hat seine zahlreichen Fahrgäste aussteigen lassen und setzt anschließend um


Der Hafen von Ramsey


Kurz hinter dem Endpunkt fährt Tw 9 wieder gen Douglas

Im Inselkticket sind auch die Buslinien der Isle of Man enthalten und da der Takt der MER auf dem nördlicheren Teil äußerst spärlich ist, beschlossen wir mit dem Bus bis zur Felspassage um den Haltepunkt Ballaragh zu fahren.
Die Sonne ließ uns aber erneut im Stich und so planten wir einen dritten Besuch dieses Abschnitts ein.


Kurz hinter dem Haltepunkt Ballaragh. Die Sonne wollte an dieser Stelle schon wieder nicht.

Der nächste Bus sollte nun schon in wenigen Minuten kommen und wir waren noch zu weit von der Haltestelle entfernt. Also versuchten wir auf gut Glück mal den Bus auf „offener Strecke“ anzuhalten und tatsächlich hielt die freundliche Fahrerin extra für uns an und wir mussten keine weiteren 30min warten.
Man mag ja vom Busfahren halten was man will, aber auf den engen Inselstraßen vorn im Doppeldecker zu sitzen und gemühtlich durch die Landschaft zu schaukeln, hat schon was und ist neben den Schienenfahrzeugen auch zu empfehlen. Wer parallel zu Schienen kein Bus fahren mag, dem sei zum Beispiel die Route von Douglas nach Peel mit seiner Wasserburg empfohlen! Aber Achtung: Inzwischen sind auf der Insel auch viele Citaros von Mercedes unterwegs, die über kein Oberdeck verfügen.
Den fototechnisch eher mageren, aber dafür umso entspannteren Tag, ließen wir anschließend in Douglas bei der Ausfahrt des letzten Dampfzuges im Bahnhof ausklingen. Heute fuhr die Dampfbahn als Teil des „Manx Heritage Transport Festivals“ besondere Spätzüge, sodass wir noch um 20 Uhr die Ausfahrt des Zuges festhalten konnten.


Der sehr gut gefüllte Zug kurz vor dem Verlassen des Bahnhofs


Mit Volldampf in dem Abend

28.07.2013 Verstärkerfahrten nach Ramsey und der Sea Lion Rock

Für den heutigen Tag war eine Taktverdichtung von Laxey nach Ramsey angekündigt. Der perfekte Tag also, um diesen Streckenabschnitt nun auch fotografisch endlich genauer umzusetzen. Zusätzlich sollte die kleine „Groudle Glen Railway“ heute einen Betriebstag haben.

Los ging es wie immer in Douglas. Dort stand schon eine besonders schöne Konstelation aus dem blauen Tw 7 und passendem Beiwagen 48 bereit. Wir arbeiteten uns im Laufe des Vormittag langsam bis zur Station Groudle Glen vor.


Triebwagen 7 arbeitet sich im üblichen mogendlichen Wolkensiff die Steigung bis Port Jack hinauf


Der Haltepunkt Port Jack von oben. Crossbench 32 transportiert heute die Post


Tw 2 zieht heute den schnuckeligen Beiwagen 59

Schließlich erreichten wir die in einem kleinen Tal gelegene Station Groudle Glen. Von hier ist über einen kleinen Fußweg die bereits 1896 eröffnete Groudle Glen Railway erreichbar. Diese von Anfang an für Touristen betriebene Bahn verbindet von hier über 0,9km Strecke die MER mit dem Sea Lion Rock.
Zwischen 1962 und 1982 war die Bahn demontiert und wurde wieder aufgebaut. Seitdem fährt sie an bestimmten Tagen in den Sommermonaten.


Die Lok „Sea Lion“ bringt eine Schar Touristen zu der Felsformation


Als Besonderheit stand heute auch eine zweite Lok unter Dampf – Die Lok mit stehendem Kessel ist schon ein sehr eigentümliches Gefährt


Der Sea Lion Rock


Wasserrad im Groudle Glen

Anchließend sollte es über Laxey weiter Richtung Ramsey gehen, um den dortigen Abschnitt bei dichterem Takt fotografisch festzuhalten. Vorher wurde aber noch die Brücke direkt vor dem Bahnhof Laxey umgesetzt und eine kleine Stärkung eingekauft. Natürlich Sandwiches und Blaubeermuffins 😀


Tw 2 fährt aus der Station Laxey Richtung Douglas

Nun ging es mit der nächsten Bahn Richtung Ramsey. Wir stiegen in der Station „Dhoom Glen“ aus und liefen von dort aus einige Kilometer entlang der Strecke nach Norden, während uns in angenehm dichten Takt Züge ins Bild fuhren ; )
Neben den Stationen, die meist über ein Wartehaus und eine Art Bahnsteig verfügen, gibt es in diesem Streckenabschnitt ein Vielzahl von Haltepunkten, die sich nur durch ein kleines Schild in der Fahrleitung oder am Masten auszeichnen. Teilweise sind die Haltepunkte kaum erreichbar. Zum Glück hatten wir eine Streckenkarte der Bahn dabei, denn um an diesen Halten auszusteigen, muss man dem Schaffner im Voraus Bescheid geben, was nur schwer möglich ist, wenn man die Namen der Halte nicht kennt.


Triebwagen 5 nahe dem Halt Bulgham


Kurz vor der Station Dhoon Glen begegnet uns wieder der schöne Zug aus Tw 7 und Bw 48

Auf diesem Abschnitt eröffnen sich auch einige Blicke in die hügelige Landschaft. Triebwagen 2 begegnete uns nahe Brown’s Crossing. Dies ist einer der besagten Halte ohne Infastruktur. Die Bahn kreuzt hier die Straße und in der Fahrleitung über der Straße hängt ein unscheinbares Schild, das darauf hinweist, dass man hier von der Straße aus zusteigen kann.


Tw 2 nahe Brown’s Crossing


Winter Salloon 20 nahe Ballig


Corkhill’s Crossing. Gut zu erkennen ist, dass kein Haltepunkt zu erkennen ist 😀

Wir stiegen in Corkhill’s Crossing wieder zu. Nächstes Ziel war der Halt „Belle Vue“. Bei diesem Namen musste sich doch ein guter Blick auf die Bahn ergeben. Kaum waren wir ausgestiegen, guckten wir uns ziemlich blöd an. Wir waren umgeben von Büschen und Bäumen und ein Meerblick wollte sich beim besten Willen nicht ergeben.
So schnell wollten wir aber nicht aufgeben und da wir nun ohnehin Wartezeit hatten, schlenderten wir einen Weg den Hang hinauf. Irgendwas musste doch gehen. Und tatsächlich: Über eine kleine Weidefläche ermöglichte sich ein kurzer Blick auf die Bahn, der gerade für einen Triebwagen ausreichen würde. Schon kam, viel früher als erwartet, etwas rotes durch die Büsche geschlichen. Es war Crossbench 32, passenderweise ohne Beiwagen, auf Sonderfaht, der scheinbar eine Gruppe aus Ramsey abholen wollte.
Mehr oder weniger durch Zufall entstand so eines der schönsten Landschaftsbilder der MER des Urlaubs.


Dies ist wirklich ein „Belle Vue“ auf Crossbench 32

Anschließend begann die unvergessliche Rückfahrt nach Douglas. Bei schönstem Abendlicht genossen wir im offenen Beiwagen die über einstündige Fahrt, bei einer leichten Meerbrise vorbei an weidenden Tieren, dichtem, urwaldartigen Gestrüpp und herrlichen Ausblicken aufs Meer mit der parallel fahrenden Fähre aus Heysham


Eindrücke während der Rückfahrt


Der Sea Lion Rock von oben


Zurück in Douglas. Triebwagen 1 rückt ins Depot ein

Vom Endpunkt Derby Castle gingen wir noch einmal zum Port Jack hinauf um die letzten Einrücker abzulichten.


Crossbench 32 kehrt mit seiner Gruppe aus Ramsey zurück


Wagen 7 in voller Pracht beim Einrücken

Anschließend kauften wir uns im Port Jack Diner ein ordentliche Portion Fish & Chips und setzten uns damit auf eine nahegelegene Bank mit Blick über das Meer, während die allgegenwärtigen Möwen uns mal wieder das Essen streitig machen wollten 😀

Nach einer Verdauungspause im Hotel ging es nochmal auf die Promenade, um einige Nachtaufnahmen der Bucht von Douglas zu machen, bevor der Tag endete.


Der hollywoodartige Schriftzug der MER am Hang ist bei Nacht beleuchtet. Er dürfte allerdings älter sein als jener in Hollywood 😉


Die Bucht von Douglas bei Nacht

Das wars schon wieder für heute.
Im nächsten und letzten Teil geht es ein letztes Mal, diesmal mit Sonne, auf den Snaefell und an den Streckenabschnitt zwischen der Felspassage bei Ballaragh und Laxey.

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