Finnland und Estland 22 II: Kreuz und quer durch Helsinki

Der Titel sagt eigentlich alles: Bei mäßigem Wetter lasse ich mich heute einfach ohne großes Ziel durch das Netz von Helsinki treiben. Einziges Ziel vielleicht: Möglichst das ganze Netz einmal befahren.


Montag, 29. August 2022

Es ist wieder Werktag. Das bedeutet: Noch mehr Valmets. Andererseits gibt der Blick aus dem Fenster dem Wetterbericht von gestern soweit erstmal recht. Es ist fast so trist wie die Gegend hier rund um die Messe selbst. Aber ich habe ja gestern schon einiges erledigt und kann es dann ganz ruhig angehen heute, was bedeutet, sich vollumfänglich durch das großzügige Frühstücksbuffet zu pflügen. Gegen neun darf es dann aber doch mal vor die Tür gehen, hinüber zum Pasilan asema. Erstes Ziel: Die nördlichste Endschleife des Netzes in Käpylä, wo mich nach Umstieg an der Haltestelle Uintikeskus die Linie 1 hinbringt. Weite Teile dieser Strecke, auch in die Gegenrichtung gemeinsam mit der Linie 7, sind weitgehend unspektakulär zwischen jeweils einer Baumreihe auf eigenem Bahnkörper in Straßenmitte trassiert. Richtung Käpylä wird es erst interessant, nachdem die Linie kurz vor dem Ende von eben jener Straße abbiegt und mitten auf der Fahrbahn durch eine ältere Wohnsiedlung mit Holzhäusern verläuft. Allerdings ist auch hier alles voller Bäume und das Fotografieren zu dieser Stunde nicht so recht möglich. Dafür wird es an der Endschleife Pohjolanaukio dann schön frei.


Artic 446 bringt mich auf der Linie 1 nach Käpylä. Diese Wagen sind schon einfach toll. Man fühlt sich direkt wohl und als Fahrgast irgendwie auch mehr wertgeschätzt, als wenn man von irgendwelchen halbhohen Plastiksitzen oder als Sitzgelegenheit gedachten Spanplatten empfangen wird. So geht Nahverkehr halt auch. Eine Liga über den meisten Betrieben in Deutschland. Die Wagen sind übrigens durchgehend niederflurig. Die Viereranordnungen auf den Drehgestellen sind aber jeweils eine kleine Stufe höher als der mittige Durchgang. Besichtigen kann man das bekanntermaßen auch in Schöneiche, wenn man nicht bis Helsinki reisen möchte. Dort laufen seit einigen Jahren die beiden einstigen Prototypen aus Helsinki, sowie ein weiteres der Serie entsprechendes Neufahrzeug. Den Schöneichern kann man zu diesem Coup nur gratulieren, auch wenn selbst die gebrauchten Prototypen wohl kein Schnapper gewesen sein sollen.


In Käpyla gibt es tatsächlich mal eine klassische Wendeschleife mit zwei Abfahrtsgleisen und ohne irgendeinen Linienübergang. Artic 446 macht sich auf den Weg nach Eira.


Zu meiner Freude folgt gleich darauf ein Valmet. Kurz vor der Abfahrt des 446 angekommen, nutzt dieser nun das äußere Gleis für seine Pause. Hier besonders gut erkennbar: Der lange Dachaufbau auf dem dritten Wagenteil, kennzeichnend für die Fahrzeuge der zweiten Lieferserie.


Vom Nordosten geht es einmal ganz hinüber in den Südwesten des Netzes in das gigantischen Neubauviertel Jätkäsaari, das von den Linien 7, 8 und 9 erschlossen werden. Zwischen der Metrostation Sörnäinen und der Haltestelle Appollon katu teilen sich die Linien 1 und 8 eine sieben Haltestellen lange Strecke, sodass ich mit nur einmal umsteigen und ohne durch das Zentrum zu fahren bis hier auf die andere Seite der Stadt kam. Valmet 86 scheint als Fahrschule unterwegs zu sein, wie zahlreiche Fahrzeuge an diesem Montag und auf dieser Strecke.


Die durch den Ruoholahdenkanava vom Festland getrennte Insel Jätkäsaari beherbergte bis 2005 den gigantischen Containerhafen. Dieser wurde inzwischen am Vuosaaren satama neu errichtet. Jätkäsaari wird seither urbanisiert und nach der Entfernung des Containerhafens und dessen Rückständen komplett neu überbaut als modernes Wohn- und Arbeitsviertel. In diesem Zuge wurden nach und nach auch die Linie 8, und die hier inzwischen einen großen Ring mit Linienübergang bedienenden Linien 7 und 9 nach Jätkäsaari geführt. Unweit der Mündung des Ruoholahdenkanava überquert Artic 425 die 2011 eröffnete Crusellinsilta, die von Norden auf die Insel Jätkäsaari führt.


Und so sieht es dann auf weiten Teilen der Insel selbst aus: Wo sich einst Container stapelten und Kräne herumfuhrwerkten, entstanden und entstehen noch immer moderne Wohnviertel mit kleinen Läden im Erdgeschoss und vielen Treffpunkten. Dazwischen sind auch Bürogebäude angesiedelt und an vielen Stellen auch einfach noch gigantische Baustellen. Der ÖPNV wurde hier gleich mitgedacht und so erschließen die 7 und 9 in einem großen Ring die Insel. Hier an der Haltestelle Saukonpaasi unweit der eben gesehenen Brücke schließt dann die hier endende Linie 8 mit einer separaten Endschleife an.


Einzig verbliebene Terminals sind die Passagierterminals Länsiterminaali 1 und 2, an denen die Eckerö und Tallink von und nach Tallinn anlegen. Allerdings wurden die beiden Passagierterminal im Zuge der Umwidmung der Insel ebenfalls komplett planiert und neugebaut. Am Länsiterminaali 2, hier im Hintergrund und rechts zu sehen, enden die Linien 7 und 9 und fahren nach kurzer Pause als jeweils andere Linie weiter. Artic 403 hat schon von der Linie 9 auf die Linie 7 gewechselt.


Blick in die Gegenrichtung aus der als Linie 7 der Artic 412 die Endhaltestelle erreicht. Im Hintergrund ist das große Shopping-Center der Insel zu erkennen. Das weiße Gewölbe ist eine Indoor-Fußball-Arena. Die Kräne auf der rechten Seite gehören bereits zur Nachbar-Halbinsel Munkkisaari.


Für die nächste Erkundungstour geht es erstmal durch die Innenstadt. Bei bedecktem Himmel lässt sich auch mal in der Einkaufsstraße Aleksanterinkatu fotografieren. Ansonsten geht das nur abends, wenn die Sonne zwischen 18 und 19 Uhr genau in der Achse steht. Valmet 101 hält an der Haltestelle Aleksanterinkatu.


Nächstes Ziel: Olympiaterminaali, der derzeitige Anleger der Silja Line. Wie am Länsiterminaali, befinden wir uns auch hier an einer Linienwechselstelle. Diesmal zwischen den Linien 2 und 3, die im Innenstadtbereich praktisch einen offenen Ring beschreiben und anschließend auf mehr oder weniger verworrenen Wegen ihre jeweiligen Endstationen Pasilan asema und Tölöön halli suchen, wobei sie sich in Tölöön Halli erneut treffen. Von der erhöhten Strecke oberhalb des Eteläsatama schweift der Blick von der Haltestelle Olympiaterminaali vom Dom links bis zur Uspenskin katedraali rechts im Bild.


Vom Kauppatori kommt Valmet 112 die Steigung zum Olympiaterminaali hinauf und hat bereits auf die Linie 3 umgeschildert. Direkt dahinter das Palace Hotel unweit des Kauppatori mit seinen auffälligen vier gehissten Ukraine-Flaggen. Der Linienverbund aus 2 und 3 blieb auch heute der einzige Hot-Spot der Altwagen, ansonsten schienen die Fahrzeuge auch am Werktag recht gleichmäßig über alle Linien verstreut.


Es geht nun wieder in den südlichen Netzbereich mit den Linien 1, 3 und 6, wo ich mich gestern Abend schon herumgetrieben hatte. Etwas mehr Licht als gestern durfte es dann schon noch einmal sein. An der Haltestelle Eiran sairaala trifft die Linie 3 vom Olympiaterminaali kommend auf die Linie 1, mit der es gemeinsam zurück Richtung Innenstadt geht. In Gegenrichtung verläuft die 1 nach Eira in die Blockschleife Telakkakatu, wo ich gestern Abend schon gewesen bin. Von dort kommt gerade Artic 446 angerollt. Die Kräne im Hintergrund gehören übrigens zum selben Hafenviertel auf der Halbinsel Munkkisaari, die wir vorhin noch vom Länsiterminaali auf Jätkäsaari gesehen haben.


Diese komische Blockschliefe der Linie 1 in Eira, mit der inzwischen dazugebauten Linie 6 auf der Tehtaankatu, hat es mir schon ein wenig angetan. Nicht nur die seltsame Endschleifenkonstruktion, die hier gerade beim Wenden von Valmet 75 befahren wird, auch die rustikale Bebauung in diesem alten Hafenviertel ist durchaus sehenswert.


Die noch recht junge Linie 6 nach Eiranranta führt nach dem Anschneiden der Blockschleife der Linie 1 weiter bis an den Rand der Halbinsel Munkkisaari, wo wir gestern Abend in der Endschleife vor den gigantischen Speichern einen Valmet gesehen haben. Von der Haltestelle Munkkisaari fällt hier der Teleblick noch einmal zurück zum Bereich der Blockschleife.


Mit der 6 ging es dann wieder zurück in die Innenstadt bis zur Haltestelle Ylioppilastalo an der zentralen Straßenbahnachse auf der Mannerheimintie. Von den Valmets trägt eine ganze Reihe verschiedene bunte Vollwerbungen. Allerdings deutlich weniger als ich im Vorhinein befürchtet hatte – scheinbar werden die Wagen mit Werbung einfach nur verstärkt fotografiert. Ich konnte nur die Valmets 97, 99, 114, 115 und 116 mit Vollwerbung sichten, allerdings hatte ich es auch nicht gerade auf die Werbewagen abgesehen. 116 ist hier wiedermal an diesem Tag als Fahrschule unterwegs und passiert das Schwedische Theater (Svenska Teatern).


Die Gegenrichtung bringt Valmet 81 auf der Linie 10, die hier als einzige Linie geradeaus fährt und nicht weit entfernt – Überraschung: In einer Blockschleife endet. Rechts ist erneut das Schwedische Theater angeschnitten.


Eigentlich war es jetzt Zeit für die erste Runde der Koff-Tram, einem zum rollenden Pub umfunktionierten Valmet-Vierachser. Daher hielt ich mich einige Zeit rund um dessen Endstation an der planmäßig nicht befahrenen Strecke auf dem Bahnhofsvorplatz auf. Allerdings fuhr die Koff dann irgendwie doch nicht heute. Dafür kam mal wieder eine Dienstfahrt zwischen den Haltestellen Kaisaniemenpuisto und Kaisaniemenkatu. In Fahrtrichtung rechts geht es in die eingleisige Blockschleife auf den Bahnhofsvorplatz.


Blick von der gleichen Stelle in die Gegenrichtung mit der Haltestelle Kaisaniemenkatu, dem Eingang zur Metrostation Helsingin yliopisto (Universität) und dem Valmet 99 auf der Linie 3.


Da die Koff nicht fuhr, gab es erstmal eine angemessene Kaffeepause im Espresso House – war ja schon wieder 14 Uhr – um dann mit neuer Energie Richtung Katajanokka zu starten. Dort hatte ich eine Verabredung mit der Brücke auf eben jene Insel, vor der Kulisse der Uspenskin katedraali. Auf dem Weg dorthin kam mir am Senaatintori noch der Valmet 101 entgegen. Sehr gut, waren heute sogar zwei Altwagen auf der 4 unterwegs, denn “meinen” 80 hatte ich heute auch schon wieder auf der Linie gesichtet.


Irgendwas war hier aber leicht seltsam, kamen doch irgendwie noch deutlich mehr Fahrzeuge auf der 4, als es im dichteren Werktagstakt ohnehin hätten sein sollen. Vielleicht war ein Schiff angelandet und die Linie mit einigen Kursen verstärkt worden? Jedenfalls lief auch der Valmet 89 zwischenzeitlich auf der 4 und konnte auf der Kanavakadunsilta vor der Kulisse der Uspenskin katedraali aufgenommen werden.


Fehlte wunschgemäß noch die Gegenrichtung mit Altwagen. Zwischen den Kursen blieb immer wieder kurz Zeit zum Wasser hinüber zu laufen und unweit des Kauppatori bisschen Schiffe zu fuzzen. Hier fällt der Blick auf die Silja Symphony, die am Olympiaterminaali liegt. Dort oben ist entsprechend auch die Haltestelle der Linien 2/3, an der ich vorhin noch gewesen war. Die Silja Symphony war bei ihrer Indienststellung 1991 die größte Passagierfähre bzw. Kreuzfahrtfähre der Welt und bediente zunächst die Strecke Helsinki – Stockholm, später bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie die Route Stockholm – Riga. Inzwischen zu Tallink gehörend, kehrte die Silja Symphony nach Helsinki zurück und bedient derzeit im Wechsel mit ihrem Schwesterschiff erneut die Strecke Helsinki – Stockholm als Minikreuzfahrt.


Zurück zur Straßenbahn: Inzwischen ist “mein” Valmet 80 an der Reihe und überquert die Brücke nach Katajanokka.


Anschließend startete ich einen kleinen Spaziergang entlang der nördlichen Hafenlinie der Insel Katajanokka. Zunächst geht es am Jachthafen Pohjoissatama entlang. Im Hintergrund das Kohlekraftwerk Hanasaari und die neue Skyline von Helsinki.


Am nordöstlichen Ende von Katajanokka liegt die Eisbrecher-Flotte von Helsinki noch in der Sommerruhe. Schon bald müssen die vier Kolosse die Schifffahrtsrouten auf der Ostsee wieder eisfrei halten. Ganz links die erst 2016 in Dienst gestellte Polaris.


Zurück an der Brücke fehlte jetzt noch das Hauptmotiv mit der Uspenskin katedraali in Fahrtrichtung Senaatintori. Ich weiß nicht wie viele Kurse ich hier vor der Expedition zu den Eisbrechern schon gewartet hatte. Das Problem: Von hinten steht mit der gleichen Ampelphase immer zeitgleich der gesamte Verkehr im Bild, der anschließend geradeaus auf die Insel will, darunter auch jede Menge Schwerlastverkehr zum Hafen mit Lang-LKW. Entsprechend ist die den Berg hinab rollende Bahn meist schneller im Bild, als der Verkehr von hinten abgeflossen ist. Zwischenzeitlich schien sogar mal die Sonne, aber es ging nichts. Ein neuer Versuch wurde nach dem Eisbrecher-Ausflug gestartet und prompt klappte es mit Valmet 89.

Für die restlichen Stunden Licht an diesem Tag wollte ich dann noch einen Sprung hinüber an zwei weitere Hauptmotive machen: Das Nationalmuseum und das Parlamentsgebäude. Eigentlich klassische Morgenmotive, aber gestern konnte ich nicht überall gleichzeitig sein und heute war es vom Licht her dann auch egal… Von dort ließ ich mich dann noch ein wenig rund um Bahnhof, Lasipalatsi und Ylioppilastalo treiben. Ein Abstecher zur Linie 10 durfte aber auch nicht fehlen, schließlich wollte auch hier noch eine weitere Blockschleife ins Portfolio aufgenommen werden. Sogar die Sonne ließ sich dann noch ein zweites mal an diesem Tag kurz blicken und diesmal gelangen in der kurzen Zeit auch ein paar Aufnahmen, schließlich kommt hier praktisch ständig eine Bahn durch. An der Linie 1 und 3 in der Fredrikinkatu ging dann das Licht gegen acht aber doch langsam aus und es reichte dann auch irgendwann.


Die Abendsession eröffnet um halb sechs Wagen 81 vor dem Nationalmuseum an der Mannerheimintie. Das Museum soll die finnische Geschichte von der Steinzeit bis in die Gegenwart präsentieren. Wie so oft schafften es meine Füße allerdings nicht, die Türschwelle eines Museums zu überqueren. Anschließend passiert der Valmet das Parlamentsgebäude. Beide Motive sind eigentlich etwas für die Morgenstunden. Da sich unerwartet auf dieser Tour noch die Möglichkeit für morgendliche Aufnahmen hier bieten sollte, lasse ich das Parlament an dieser Stelle aus.


Dafür gibt es aber zumindest den Blick von den Treppen des Parlaments hinab auf die Mannerheimintie. Viele Anläufe brauchte es, bis sich ein Artic so frei von Gummigefährten zeigte. Währenddessen konnte ich aber beobachten, wie es sich rund herum noch mal auftat am Himmel – Schade, das dürfte wohl zwei, drei Stunden zu spät kommen…


Trotzdem erreichten um halb sieben noch letzte Sonnenspots die Gleise zwischen Rautatieasema und Lasipalatsi. Als Linie 3 zum Olympiaterminaali biegt der Valmet 71 leider gleich in Fahrtrichtung links auf die Mannerheimintie, sonst hätte er gern noch ein paar Meter auf mich zu fahren dürfen. Für die markante Frontpartie reicht das Licht aber auch so aus.


Dann gab es aber trotz des mittlerweile extrem niedrigen Sonnenstandes noch einen fast in ganzer Länge beleuchteten Valmet: Wagen 81 hat als Linie 10 auf der Mannerheimintie die Haltestelle Lasipalatsi passiert und wird gleich an Parlament und Nationalmuseum vorbeirollen. Nach rechts zweigen die Linien 1 und 2 ab.


Eine solche abzweigende 1 ist hier mit Artic 439 zu sehen. In Gegenrichtung Valmet 73 als Linie 2 zum Olympiaterminaali. Auf der Mannerheimintie kreuzen sich damit die Wege der Linien 2 und 3, bevor sie sich am Olympiaterminaali wiedertreffen und ihre Nummern tauschen. Im Norden treffen sich die Linien zwischen der Oper (wo die Linie 3 in der Blockschleife Tölöön Halli endet) und Eläintarha übrigens erneut und laufen ein Stück parallel, bevor die Linie 2 Richtung Pasilan asema entschwindet. Der Linienverbund beschreibt im Grunde also eine große Acht durch die Stadt, mit dem Zipfel der Linie 2 zum Pasilan asema im Norden. Erwähnte ich schon, dass das Netz hier etwas wild ist?


Im weiteren Verlauf der Mannerheimintie hinter der Haltestelle Ylioppilastalo biegen dann die Linien 1, 3 und 6 ab. Nur die Linie 10 verläuft geradeaus weiter und endet wenig später in der Blockschleife am Krankenhaus. Von dort kommt im Hintergrund gerade ein Artic, während der Werbe-Valmet 115 gerade auf die Mannerheimintie eingebogen ist.


An der Johanneksenkirkko öffnet sich die Blockschleife der Linie 10 vor prächtiger Häuserkulisse. Die enge Blockschleife vorbei am Krankenhaus bietet keine Überholmöglichkeit, sodass für Artic 421 keine lange Pause blieb. Im Norden endete die 10 übrigens baustellenbedingt bereits an der Haltestelle Meilathi.


Ein letzter Abstecher führt heute noch zu den auf dem vorletzten Bild abzweigenden Linien 1, 3 und 6 auf den Bulevardi. Durch die Bäume sind Sonnenbilder hier zur grünen Jahreszeit ohnehin praktisch unmöglich. Valmet 75 trifft auf einen Artic der Linie 1 in Gegenrichtung.


Bei der Haltestelle Fredrikinkatu zweigen die Linien 1 und 3 in selbige vom Bulevardi ab. Zwischen den Haltestellen Viiskulma und Iso Roobertinkatu entstand in der Fredrikinkatu noch die Aufnahme von Artic 468.

Das sollte es dann eigentlich gewesen sein für heute. Die Linie 3 würde mich von hier bis Hakaniemi bringen, wo ich dann im S-Market noch ein Abendessen besorgen konnte und anschließend wiedermal mit der 7 oder 9 bis zum Hotel am Pasilan asema weiterfahren könnte. Auf der Brücke vor Hakaniemi bot sich dann aber über dem Wasser ein abendliches Lichtspiel, dass ich mir nicht entgehen lassen konnte, sodass sich der Einkauf noch um einige Minuten verspätete. So konnte ich dann im S-Market live die Schließung der Alkoholabteilung beobachte. Eine Angestellte fragte mich ob ich von dort noch Alkohol bräuchte und ich verstand erst gar nicht, was denn die Frage zu bedeuten hätte. Als ich dankend ob des Hinweises ablehnte, ließ sie auch schon um punkt 21 Uhr die Fallgitter zur Alkoholabteilung herunter. Jetzt verstand ich das auch: In den skandinavischen Ländern ist der Alkoholverkauf ja doch etwas anders und restriktiver gehandhabt als bei uns. Scheinbar dürfen “normale” Supermärkte also nur bis 21 Uhr Alkohol verkaufen, wofür es jeweils einen eigenen Bereich der Getränkeabteilung gibt, der dann separat geschlossen werden kann. Wusste ich das also auch jetzt. Nicht das es mir etwas genützt hätte, denn außer am letzten Tag als Mitbringsel, hatte ich an dieser Abteilung in diesem Urlaub keinen weiteren Bedarf.


Vor Hakaniemi bietet sich auf der Pitkäsilta ein prächtiges Farbenspiel kurz nach Sonnenuntergang.


In diesen Breitengraden ist das immer besonders spektakulär, da es einfach besonders lang andauert und sich die Farben von Himmel und Wolken immer wieder verändern.


Auf der anderen Seite der Brücke erhalten die obersten Etagen zumindest noch reflektiertes Sonnenlicht.


Was für ein Tagesabschluss…

Diesmal mit der Linie 7 ging es zurück zum Hotel. Während des Abendessen auf dem Zimmer buchte ich mich schon mal in den morgigen IC nach Tampere ein. Das war ja nun vom Wetter eigentlich egal, war es doch der letzte Tag, der mir für diesen Auslug blieb. Aber wetter.com sagte was von Sonne mit Wolken und Schauern. Hört sich erstmal nicht ganz schlecht an und die angesetzten zwei Sonnenstunden hielt ich angesichts dieser Prognose doch für arg pessimistisch. Um halb neun soll der Zug gehen morgen früh gehen, sodass es ganz entspannt noch für ein ausgiebiges Frühstück reichen sollte, um anschließend den erst im vergangenen Jahr eröffneten Betrieb zu erkunden.

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