Auf 760mm durch Österreich VII – Mit Dampf und Diesel durch’s Murtal

Heute geht es ein letztes Mal auf 760mm durch Österreich. Neben der Taurachbahn im vorherigen Teil der Reihe ging es im Murtal natürlich auch zur planmäßig betriebenen Murtalbahn. Der Übersichtlichkeit halber habe ich den Tag an der Murtal- und Taurachbahn in zwei Teile aufgeteilt, sodass wir uns jetzt im zweiten Teil dieses Tages einem kleinen Portrait der Murtalbahn zuwenden können. Ergänzen möchte ich diesen Tag um die Bilder eines Besuchs im Juli diesen Jahres, an dem zusätzlich der Dampfzug auf der Murtalbahn unterwegs war.

Von der Taurachbahn kommend beginnt die Murtalbahn in Tamsweg. Obwohl genügend Platz vorhanden und die Gleise durchgängig befahrbar sind, fährt die Taurachbahn nicht in den Bahnhof Tamsweg ein, sondern endet wie bereits im letzten Teil beschrieben in St.Andrä. Somit ist in Tamsweg zwangsläufig der Anfangs- oder Endpunkt für Bahnreisende. Der Bahnhof verfügt nur über einen kleinen Schuppen und eine Tankstelle, da sich das Betriebszentrum in Murau befindet. Das vorbildlich erhaltene Bahnhofsgebäude lädt zum Fotografieren im Endbahnhof ein. Allerdings ist dabei Eile geboten, denn die Planzüge haben hier in der Regel nur wenige Minuten Aufenthalt, bevor die Rückfahrt Richtung Unzmarkt angetreten wird.


Am Morgen hängen oftmals noch Wolken oder Nebel an den Tauern, so auch am 17.07.2018, als VT 34 und VS 42 um neun Tamsweg erreichen und nach schnellem Wechsel des Führerstandes schon wieder Richtung Murau eilen.


Auch die Verstärkung des Zuges durch einen zweiten Triebwagen am 18.08.2018 kann das traurige Angebot von nur vier Zugpaaren am Samstag nicht ausgleichen. Zahlreiche Fahrräder werden in Tamsweg in den Zug aus VT31, VS42 und VT34 verladen.

Am 17. Juni war zusätzlich zu den Dieseltriebwagen auch der Dampfzug auf der Murtalbahn unterwegs. Zum Einsatz kam die als Bh 1 bezeichnete Uh aus dem Jahr 1905. Die Maschine ist die einzige ihrer Bauart und unterscheidet sich von den in größerer Stückzahl gebauten Uv durch die Heißdampftechnologie.
Der Dampfzug befährt lediglich den touristisch stärker erschlossenen oberen Teil der Strecke von Murau nach Tamsweg. Lediglich eine Runde dreht der Zug an Betriebstagen. Gestartet wird Mittags in Murau. In Tamsweg wird dann eine eineinhalbstündige Kaffeepause eingelegt, bevor es um 16:00 wieder Richtung Murau geht.
Im Gegensatz zu nahezu allen anderen österreichischen Schmalspurbahnen wird die Lok in Tamsweg auf die Drehscheibe gefahren und bietet so für Fotografen auch auf der Rückfahrt die Möglichkeit von Bildern mit Kessel vorraus. Allerdings findet die nachmittägliche Rückfahrt in extremen Gegenlicht statt, sodass sich eine Verfolgung nicht wirklich lohnt. Einzig der Abschnitt zwischen Tamsweg und Madling befindet sich dann optimal im Licht, bevor die Strecke nach Westen ins Gegenlicht abknickt.
Begeben wir uns nun also auf den Weg nach Murau.


Der von Bh 1 gezogene Dampfzug kommt uns am 17.07.18 auf der Wiese bei Tamsweg entgegen und wird gleich in den Bahnhof einfahren. Im Hintergrund trohnt die Wallfahrtskirche St.Leonhard.


Die Garnitur aus VT31+VS42+VT34 erreicht um 15:00 Tamsweg.


Eine schönes Motiv bietet am Nachmittag die überdachte Holzbrücke zwischen Tamsweg und Madling. Nach zwei gescheiterten Versuchen im Juli, klappte es im August mit dem nachmittäglichen Triebwagenkurs VT31+VS42+VT34 Richtung Murau.

Bei Madling zweigt das Thomatal ab und die Strecke knickt dem Murtal folgend nach Westen ab. Die Strecke folgt dem Fluss dicht am Ufer, vorbei an der Burg Finstergrün über Kendlbruck, Predlitz und Stadl bis sich das Tal Richtung Murau immer mehr aufweitet. Im Abschnitt bis Predlitz bieten sich dabei immer wieder schöne Ausblicke auf Strecke und Fluss.


VT34 und VS42 passieren am späten Nachmittag des 17. Juli Madling in Richtung Tamsweg. Am Hang über Ramingstein trohnt im Hintergrund die Burg Finstergrün.


Wenig später kommt der Zug aus Tamsweg zurück und erreicht den Bahnhof von Madling. Das Murtal verengt sich im Hintergrund sichtlich und die Burg wacht strategisch günstig über den Eingang zum schmalen Flusstal.


Der Dapfzug passiert auf der Fahrt nach Tamsweg Ramingstein.


Beim Haltepunkt Hintering ergiebt sich von der B95 aus ein wunderschöner Ausblick über das Flusstal mit der Bahnstrecke. Der dreiteilige Samstagszug aus VT31+VS42+VT34 auf dem Weg nach Murau passt perfekt in die Lücke zwischen den Bäumen.


Und so stellt sich die Szenerie am Nachmittag in entgegengesetzter Richtung von der Brücke aus gesehen dar.


Bh1 hat soeben Stadl an der Mur verlassen und kämpft sich unter großer Anstrengung mit ihrem langen Zug weiter Richtung Tamsweg.

In Stadl hat die Lok kurz zuvor Wasser genommen und den Planzug passieren lassen. Gut zu sehen ist die äußert kritische Kreuzung mit dem Dieselzug: Die Fahrgäste aus dem Dampfzug, darunter zahlreiche Kinder, verlassen aufgrund der Pause den Zug und verteilen sich wild über das Gleisfeld des Bahnhofes, noch bevor der Dieselzug eingefahren ist. Glücklicherweise ist der Verkehr auf der Strecke übersichtlich und der Fahrer des Dieselzuges wusste daher um diese Problematik und fuhr sehr umsichtig im Schrittempo in den Bahnhof ein. Dennoch war es sehr verwunderlich, dass die Zugbegleiter, welche sich ebenfalls auf dem Bahnsteig befanden, die Fahrgäste nicht auf die Gefahr hinwiesen uns wenigstens bis nach der Einfahrt des Dieselzuges die Menschen aus dem Gleisbett fernhielten…


VT34+VS42 müssen sich in Stadl einen Weg durch die Menschenmassen aus dem Dampfzug bahnen.


VT34+VS42 haben soeben den Haltepunkt Falkendorf passiert und fahren weiter in Richtung Murau.

Bei St.Lorenzen weitet sich das Tal noch einmal merklich Richtung Murau und die Strecke verläuft fortan meist etwas abseits von Fluss und Straße. Von St.Lorenzen Richtung Tamsweg bietet sich dabei ein schöner Panoramablick vom Hang über das Murtal mit der hier am Talgrund verlaufenden Bahnstrecke.


Der Dampfzug hat nach einem kurzen Halt St.Lorenzen verlassen und strebt Richtung Tamsweg.


Rund um den Golfplatz zwischen St.Lorenzen und Murau bieten sich ebenfalls einige Motive, wie unmittelbar vor dem Haltepunkt Marbach Golfplatz mit VT31+VS42+VT34.

Anschließend wird Murau erreicht. Hier befindet sich das Betriebszentrum der Bahn. Neben zahlreichen Güterwagen, deren Einsatz eher eine Seltenheit zu sein scheint, gibt es abgesehen vom schönen Bahnhofsgebäude nicht viel zu sehen. Das Rollmaterial ist gut geschützt in großen Hallen untergebracht. Nach einem kurzen Blick auf den hier startenden Dampfzug werfen wir daher noch einen Blick auf den weiteren Streckenabschnitt bis Unzmarkt.


Im Bahnhof von Murau wartet der Dampfzug am Mittag auf seine Abfahrtzeit.


VT34+VS42 erreichen aus Unzmarkt kommend Saurau. Über der Strecke trohnt die Filialkirche Maria Dorn.


Wenig später ist Frojach erreicht. VT34+VS42 verlassen am Vormittag Frojach in Richtung Unzmarkt.

Der Vollständigkeit halber soll auch der Endpunkt der Strecke in Unzmarkt noch gezeigt werden. Hier besteht über kurze Wege Übergang in die weite Welt. Auch ein Portalkran ist hier für den Umschlag von Gütern auf die Schmalspur vorhanden.


Der Fahrer macht VT34+VS42 schon für die Rückfahrt über Murau nach Tamsweg bereit, als am Gleis 2 ein der Railjet mit 1116 207 am Zugschluss hält.

Damit endet mein Bericht über die Murtalbahn im Sommer 2018. Ich hoffe dieses kleine Portrait zum Abschluss unserer Reise auf 760mm durch Österreich hat auch noch einmal zu gefallen gewusst.
Wir beendeten unserer große Rundreise mit vielen verschiedenen Eindrücken: Teils S-Bahn-mäßig ausgebaute Strecken wie im Mariazell, oder die eigentlich leistungsfähige und konkurrenzfähige, aber nicht wirklich mit einem klaren Konzept betriebene Murtalbahn. Aber auch die vielen kleinen mit großem Aufwand in unzähligen freiwilligen Stunden betriebenen Museumsbahnen wussten zu gefallen. Auf der anderen Seite gab es aber auch manch traurige Fälle wo man sich fragte, ob diese Bahnen nicht früher oder später dem Untergang geweiht sind, wenn mal ein großes Bauwerk renovierungsbedürftig wird, oder die Mitglieder allmählich knapp werden…
Über allem steht natürlich die tolle Landschaft, welche mal gemütlich hügelig, teilweise aber auch beeindruckend alpin daherkommt und natürlich das grandiose Wetter, welches uns neun Tage lang fast ohne Unterbrechung begleitete!

Bis bald,
Tobias.

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