Sommertour durch Bayern und Österreich IX: Trübes Wetter in Linz und Rückreise

Für den letzten Teil dieses Reiseberichts steht nochmal ein neuer Betrieb auf dem Plan. Dieser Teil dreht sich um die Reise von Graz nach Linz sowie die knapp 1,5 Tage in Linz selbst. Danach wird die Rückreise nach Hause thematisiert. Vor allem mit dem Wetter sollte ich in Linz ganz schön zu kämpfen haben und auch die ÖBB hatte wieder die ein oder andere Überraschung für mich parat.


Donnerstag, 22. Juni 2023: Von Graz nach Linz und erste Sonnenbilder in Linz

Der Zug sollte heute um 09:45 Uhr ab dem Hauptbahnhof in Graz starten. Da sich mein Hotel im Prinzip fast direkt an selbigem befand, war kein übermäßig frühes Aufstehen angesagt. Die paar Dinge aus dem Koffer, die ich in Graz gebraucht hatte, waren schnell zusammen geschmissen und um Frühstück würde ich mich am Bahnhof kümmern. Nach dem Gewitter gestern Abend hatten sich die Temperaturen heute doch merklich gesenkt und es war fast schon so kalt, dass man über einen Pullover nachdenken konnte. Für den kurzen Weg bis zum Bahnhof entschied ich mich aber gegen die dickere Bekleidung und zog so mit all meinen Sachen in Richtung Bahnhof los. Wieder ging das gleiche Prozedere los, wie am Bahnhof in Innsbruck. Denn auch bei diesem Ticket hatte ich natürlich kein Gleis angegeben, an dem der Zug abfahren sollte. Das ist wirklich ein Vorteil bei der DB, die soweit möglich die Gleise direkt aufs Ticket schreibt, an der die Züge ankommen und abfahren. Also wurde wieder auf die große, digitale Anzeige geguckt, von der ich entnehmen konnte, dass mein EC von Gleis 1 starten sollte. Am Hausbahnsteig angekommen, wartete der Zug auch schon auf mich. Wieder waren es die gemütlichen Reisezugwagen der ÖBB, dieses Mal mit jeweils einer Lok an jedem Zugende. Dann konnte wenigstens heute nichts schief gehen. Denn wieso sollte der Zug später los fahren, wenn er schon viel früher am Bahnsteig stand. Frohen Mutes setzte ich mich daher in den Zug und wartete auf dessen Abfahrt. Doch irgendwie machte der Zug keine Anstalten los zu fahren. Und auch 5 Minuten nach der eigentlichen Abfahrt des Zuges bewegte er sich nicht weg. Dann endlich nach 10 Minuten setzte sich der Zug in Bewegung. Zumindest für zwei Meter. Dann war mit einem kräftigen Ruck wieder Schluss. Kurz darauf meldete sich der Schaffner des Zuges, dass der Zug aufgrund technischer Probleme an einer der Zugmaschinen um 20 Minuten verspätet los fuhr. Langsam bekam ich wirklich die Krise mit diesem Amateurverein von Zuggesellschaft. Denn meine Umsteigezeit in Selzthal betrug lediglich 9 Minuten. Also würde ich diesen Zug auf jeden Fall verpassen und 1 Stunde auf dem Bahnhof in Selzthal herum sitzen. Denn der Nahverkehrszug nach Linz fuhr von dort nur in einem Stundentakt. Natürlich blieb es wie erwartet nicht bei den 20 Minuten, sondern der Zug fuhr letztendlich erst nach 30 Minuten los. Dann kam der Schaffner vorbei und kontrollierte mein Ticket. Als er Linz als mein Reiseziel ausgemacht hatte, sagte er nur: “Umstieg in Selzthal! Na mal gucken!”. In diesem Moment war ich kurz davor vor Zorn wirklich zu platzen. Denn mir war schon lange bewusst, dass ich den Zug dort nicht mehr bekommen würde, aber mir das einfach so ins Gesicht zu sagen, traute sich der Schaffner dann auch nicht. Zumindest bis Selzthal lief es dann flüssig durch. Zwar war mir das eigentlich nicht so ganz recht, denn lieber saß ich ein wenig länger in den gemütlichen Reisezug-Sesseln als auf dem Bahnhof, für die anderen Reisenden war das aber sicherlich ganz angenehm. Als wir in Selzthal ankamen, sah ich, dass die nächsten 40 Minuten sehr langweilig werden könnten. Denn hier gab es wirklich nichts zu sehen. Weder war der Bahnhof groß, noch der dazugehörige Ort, der nicht einmal einen richtigen Laden besaß. Kurz nach Verlassen des Zuges stellte dann auch eine Mitreisende nach Nachfrage beim Schaffner fest, dass der Anschlusszug schon weg war. So richtig glücklich war sie darüber auch nicht. Naja durch die Verspätung musste ich zumindest nur 40 Minuten auf den nächsten Zug warten. Dieser trudelte dann zumindest pünktlich ein. Schnell erkannte ich aber, dass auch dieser Zug nicht wirklich Spitzengeschwindigkeiten erreichen würde. Denn man konnte sogar bei der Fahrt die Fenster herunter schieben. So genoss ich bei entspannten Geschwindigkeiten die Fahrt durch das lauschige Österreich und ließ den Fahrtwind auf mein Gesicht wehen. Auch die nervige Schulklasse wurde durch die Erhöhung der Lautstärke an meinem Kopfhörer einfach ausgeblendet. So kam ich um 14:04 Uhr zumindest für diesen Zug pünktlich in Linz an. Hier schien heute noch durchgängig die Sonne. Bei einem Blick in den Wetterbericht für morgen ärgerte ich mich noch mehr über die Stunde, die mir verloren gegangen war, denn für morgen war eine Mischung als Wolken und Regenschauern angesagt. Daher versuchte ich zumindest die Sonne am heutigen Tag noch bestmöglich zu nutzen. Erstmal ging es mit der Straßenbahn das kurze Stück bis zum Hotel. Dort kurz die Sachen ins Zimmer geschmissen und schon ging es los. Zuerst bewegte ich mich von meinem Hotel die Straßenbahn entlang stadtauswärts. Dort verlief die Strecke für einige Stationen parallel zu einem großen Güterbahnhof. So richtig motivlich interessant wurde es erst nach Überqueren des Flusses Traun an der Linie 2.


Direkt an der Haltestelle, an der sich mein Hotel befand, wurde das erste Bild des Tages geschossen. Hier ist es mit Wagen 029 ein Fahrzeug der älteren Generation, das sich in meinem Bild zeigt. Natürlich beginnt der Betrieb sich mal wieder mit einer Vollwerbung zu zeigen, wie bereits der Betrieb in Graz es gerne getan hat.


Im nächsten Bild zeigt sich direkt die zweite Generation an Wagen, die der Betrieb von Linz vorzuweisen hat. Von der Konstruktion her unterscheiden sich die beiden Wagentypen nicht groß voneinander. Lediglich die Front sieht bei diesem Vertreter ein wenig moderner aus. Hier zeigt sich Bombardier Flexity Outlook 077 kurz nach der Station Ebelsberg Ost zwischen der Station und der Brücke über den Traun.

Da ich keinen wirklichen Plan hatte, wie es jetzt weiter gehen sollte, ließ ich mich einfach weiter an der Linie treiben. Direkt hinter der Station befindet sich eine Kirche, um die die Straßenbahn, trotz der schon Schmalspurgleise, nur eingleisig herum fährt. An sich ein schönes Motiv, nur sehr schwer dazustellen und auch noch nicht optimal im Licht. Daher entschied ich mich dazu, dieses Motiv einfach auf dem Rückweg abzuarbeiten. Erstmal ging es zu Fuß weiter die nächsten zwei Stationen bis zur Wambacherstraße. Dabei wurden die kommenden Kurse von vorne einfach abgelichtet, wo ich auf sie traf. Die übermäßige Motivvielfalt blieb hier eh aus, um nicht zu sagen, dass es keine Motive gab. Deshalb war es relativ egal, wo ich die Wagen ohne Motiv ablichten würde. Da mir diese zwei Stationen aber genug gewesen waren, ging es danach mit der Bahn weiter. Auch aus der Bahn heraus sprangen mir die Motive nicht gerade ins Auge, weshalb ich einfach bis zur Endstation sitzen blieb.


So eine wirkliche Schönheit war diese Haltestelle nicht. Aber insgesamt war die Strecke nicht gerade von Schönheit geprägt, weshalb mit dem Wenigen zur Verfügung stehenden gearbeitet werden musste. Hier ist es erneut ein Wagen der Bombardier Flexity Outlook Reihe mit Vollwerbewagen 064. Generell fiel mir schon jetzt auf, dass die Quote an Nicht-Vollwerbe-Wagen wieder einmal relativ gering war.


Eine Station weiter kommt einer der wenigen werbefreien Flexity Outlook in Form von 078 entgegen. Hier ist eine Stelle, an der zumindest etwas Grün die Umgebung prägt. es wäre auch noch mehr Grün, wenn nicht der eigentliche Grünstreifen an der Strecke zu einer komplett braunen Steppe geworden wäre.

Ein zwei ganz hübsche Stellen hatte ich doch aus der Bahn heraus erkannt. Eines der Motive befand sich nur eine Station von der Endstation entfernt. Da der Wagen, mit dem ich gerade gekommen war nun eh erstmal eine Pause an der Endstation machen würde, entschied ich mich dazu, die eine Station zurück zu laufen und auf den Wagen zu warten, um diesen auf seiner Rückfahrt abzulichten. Denn auch die Endstation selbst gab kein Motiv her und war einfach völlig zugewachsen. Daher ließ ich meine Kamera dort ruhen. An der nächsten Station angekommen, ging es erstmal in den nächsten Laden und es wurde sich mit Essen versorgt. Denn seit heute Morgen im Zug hatte ich nichts mehr gegessen. Dementsprechend war der Hunger inzwischen relativ groß geworden. Passend kam kurz nachdem ich wieder aus dem Laden ins Freie getreten war auch die Bahn von der Endstation wieder, sodass ich ein Bild machen konnte und direkt einstieg, um zum nächsten “Motiv” weiter zu fahren. Dafür ging es drei Stationen zurück. Dort wurde gemütlich das aus dem Supermarkt Gekaufte gegessen. Dabei wurde die Umgebung analysiert und die besten Motive für die Kurse aus beiden Richtungen festgestellt.


Die Station “Solar-City” klingt nicht nur hoch modern und außergewöhnlich, sie ist es auch. Eigentlich wird die Station von einem großen Einkaufskomplex umgeben, der sich über beide Seiten der Straße und Straßenbahn erstreckt. Die Gebäude auf beiden Seiten der Straße werden durch die motivgebenden farbigen Glaskonstruktionen verbunden, die sich hier über der Station der Straßenbahn befinden. Generell scheint die gesamte Siedlung in dieser Gegend relativ neu zu sein. Unter dieser Konstruktion zeigt sich der schwarze Wagen 082.


Auch von der älteren Fahrzeuggeneration zeigt sich nun der erste werbefreie Wagen. Trotz dessen es von dieser Generation ebenfalls so einige Werbe-Exemplare gibt, war es deutlich einfacher ein Vertreter dieses Fahrzeugtyps ohne Werbung zu finden, als bei den anderen Wagen. Hier zeigt sich der Wagen 001 in einer schon wieder etwas älteren Siedlung, die aus den typischen, überall zu findenden, Plattenbauten besteht. Sonst ist die Umgebung vor allem durch viele Felder geprägt, denn die wirkliche Stadt Linz wurde hier bereits verlassen.


Endlich hatte ich es geschafft, mit dem in Richtung Stadt fahrenden kommenden Kurs auch ein wenig Natur ins Bild zu bekommen. Streng genommen ist zwar auch ein Feld keine wirkliche Natur, aber schon deutlich mehr, als hier sonst in den Bildern auftaucht. Sonst war es wirklich schwer, die an der Strecke liegenden Felder irgendwie mit ins Bild zu bekommen. Leider kam genau für dieses Bild mit Flexity Outlook 063 einer der hässlichsten Wagen beklebt mit der pinken Foodora-Werbung.

Inzwischen wurden die Schatten immer länger und belagerten große Teile der Sonne. Eine letzte Stelle, an der die Bahn auf einem Grünstreifen fuhr und noch Sonne war, hatte ich noch gefunden. Danach ging es zur Kirche zurück, die noch von der Hinfahrt auf meinem Zettel stand. Diese sollte nun einigermaßen gut im Licht sein und vor allem durch die fehlenden Hindernisse auch noch Licht abbekommen.


In der Theorie war die Strecke noch vollständig in der Sonne, als ich die Stelle entdeckte. Aber auch da war es schon knapp. Bis dann der nächste Kurs einige Zeit später hinterher kam, hatten sich die Schatten bereits auf die Strecke vorgearbeitet. Nach der Wartezeit wollte ich das Bild dann trotzdem noch machen. Immerhin große Teile des Wagens waren ja zumindest noch in der Sonne. So ergab das Bild des Cityrunner 016 trotzdem ein schönes Gesamtbild.


Zurück an der Kirche sollte das Motiv von vorhin abgelichtet werden, auch wenn eine perfekte Umsetzung aufgrund der Gegebenheiten nicht möglich war. Zumindest die Front des 009 war aber schön zu sehen. Außerdem ist auch zu erkennen, wie die beiden Gleise um die Kirche herum zu einem Gleis verschmelzen.

Das sollte dann leider auch schon das letzte Bild des Tages gewesen sein. Bei dem Bild war es bereits fast 18 Uhr und so wurden die Stellen mit Licht langsam aber sicher sehr wenige. Dadurch dass mir die ÖBB eine Stunde des heutigen Fototages geklaut hatte, blieb die Ausbeute relativ gering. Da ich aber noch nicht wirklich geschafft war, fuhr ich zumindest noch den Abzweig der Linie 1 heraus. Dort gab es ohnehin nur 4 Stationen und falls sich dort ein Motiv ergeben sollte, könnte ich das kurze Stück vom Hotel bis dorthin auch morgen noch einmal fahren. Problem daran war nur, dass mir bei meiner Besichtigung der Linie einfach kein Motiv ins Auge sprang. Denn die gesamte Strecke bis zur Endstation verlief zwischen zwei Hecken, die einen Blick auf die Strecke nur an den Stationen ermöglichten. Aber auch dort gab es nichts wirklich Außergewöhnliches zu sehen. Daher ging es ohne Erfolge zurück zum Hotel. Dort wurde sich kurz mit der Dusche vertraut gemacht. Danach ging es zu einem auf der anderen Straßenseite gelegenen Dönermann. Da ich aber keine Lust auf Döner hatte, ließ ich mir vom Verkäufer eine Pizza im Ofen zaubern, die für eine Pizza vom Dönermann sogar annehmlich gut schmeckte. Zusammen mit einer Cola war das das perfekte Essen für einen ruhigen Abend auf dem Zimmer. Ein Blick auf den Wetterbericht deprimierte mich, weshalb ich ihn schnell wieder schloss und den morgigen Tag einfach auf mich zukommen ließ. Ändern konnte ich es eh nicht und so würde ich einfach das Beste draus machen. Daher ging ich Schlafen und sammelte genügend Kraft für einen sicherlich anstrengenden Tag.


Freitag, 23. Juni 2023: Trübes Wetter in Linz

Relativ früh ging es heute aus dem Bett, denn für morgens war das Wetter noch am besten angesagt. Ein kurzer Blick bestätigte mir diese Prognosen mit großen Teilen von blauem Himmel. Also ging es schnell zum Frühstück, welches ich bei diesem Hotel wieder dazu gebucht hatte. Wirklich besonders war es nicht, machte aber gut satt und so ausgiebig sollte es heute sowieso nicht werden. Nach dem Frühstück wurde sich noch kurz fertig gemacht und schon wurde sich auf den Weg zur Straßenbahn begeben. Mit dem nächsten Kurs ging es direkt in Richtung der Innenstadt. Nachdem der Bahnhof per Tunnel unterquert war, kam ich auf der anderen Seite des Tunnels direkt in der Innenstadt heraus. Diese war so früh am Morgen allerdings noch im Schatten der Häuser versunken. Daher ging es durch die Innenstadtdurchfahrt hindurch und zur großen Brücke, die über die Donau führt. Dort war auch so früh am Morgen schon Licht. Brücken sind für diese frühen Stunden eigentlich immer eine sichere Sonnenbank, denn wirklich viel steht dort eigentlich nie drum herum, was Schatten werfen könnte. Daher wurden auf und um die Brücke herum einfach mal die nächsten Kurse abgelichtet.

Bevor es mit den heutigen Bilder losgeht, wie gewohnt ein kurzer Überblick über den Wagenpark der Linz AG Linien:


Bombardier Cityrunner

Mit 33 Stück den größten Anteil des Linzer Wagenparks stellt die ältere Generation Bombardier Wagen, die Linz besitzt. Die von 2001 bis 2008 von Bombardier gebauten Wagen tragen die Nummern 001 bis 033. Die normale Lackierung ist bei den Wagen ein Weiß mit einem orangenen Akzentstreifen. Als 8-achsige Wagen mit 7 Wagenteilen handelt es sich um typische Multi-Gelenkwagen.

Bombardier Flexity Outlook

Von 2011 bis 2015 kam mit den Wagen 060 bis 088 eine weitere Fahrzeugserie von Bombardier nach Linz. Die Fahrzeuge der Bombardier Flexity Outlook Serie sind mit 29 Stück in Linz vertreten. Mit ihrer silbernen Lackierung mit orangenem Akzentstreifen unterscheiden sie sich leicht vom bisherigen Lackierungsschema. Die Konstruktion ist sonst sehr ähnlich zu der vorherigen Fahrzeugserie.

Bombardier Mountainrunner

Und noch eine dritte Serie Bombardier Fahrzeuge gibt es in Linz. Mit nur 4 Exemplaren vertreten sind die dreiteiligen Wagen mit Abstand der kleinste Anteil des Fuhrparks. Der Fahrzeugtyp existiert so nur in Linz und ist, wie der Name es vermuten lässt, für die Pöstlingbergbahn vorgesehen. Diese Wagen wurden in den Jahren 2009 bis 2011 an Linz ausgeliefert und haben die Nummern 501 bis 504 erhalten.



Die Pöstlingbergbahn fährt ebenfalls über die Brücke und endet auf dem dahinterliegenden Hauptplatz. Da die Bahn an beiden Endstationen keine Endschleife besitzt, handelt es sich bei den Wagen um Zweirichtungswagen. Dadurch sind auch Nachschüsse der Wagen möglich. Bei dem dichten Autoverkehr auf der Straße war es eine willkommene Möglichkeit, auch mit Nachschüssen arbeiten zu können. So ist es hier Mountainrunner 504, der als Nachschuss vor einem riesigen Betonbunker festgehalten werden konnte. Bei dieser Schönheit an Gebäude im Hintergrund handelt es sich um das Rathaus von Linz, welches verzweifelt versucht wurde, mithilfe der Pflanzen zumindest einigermaßen ansehnlich zu gestalten. Aber auch die hohe Anzahl an Pflanzen kann nicht über die Masse an Beton hinweg täuschen.


Ein Stück weiter auf der Brücke ist der Betonklotz nicht mehr so sehr im Vordergrund. Dafür schiebt sich das Ziel der Pöstlingbergbahn ins Bild. Hinter dem Rathaus befindet sich der Pöstlingberg mit der gut zu erkennenden Kirche, an der die Pöstlingbergbahn ihre andere Endstation besitzt. Im Vordergrund zeigt sich der entgegenkommende Kurs der Pöstlingbergbahn mit Mountainrunner 502. Somit ist bereits der gesamte Umlauf der Bahn bekannt, die mit nur zwei der vier vorhandenen Wagen den Normalbetrieb betreiben kann.


Kurz darauf folgt auch mal ein autofreier Kurs der normalen Straßenbahn. Dass es sich dabei gerade um den knallgrünen Cityrunner 004 handelt ist natürlich ein wenig unglücklich. Bei einem Blick in den Himmel und der bedenklich schnell näher kommenden Wolkenbank beließ ich es aber bei diesem Bild, um zumindest noch ein weiteres Sonnenbild an anderer Stelle schießen zu können.


Inzwischen war die Wolkenbank mit den dicken und dunklen Wolken über mir angekommen. Ein genau passend aufgehendes Wolkenloch offenbarte für einen kurzen Moment die Sonne, sodass ich Wagen 012 auf dem Hauptplatz zumindest in einigermaßen viel Sonne ablichten konnte. Leider war am Vormittag auf dem Platz Wochenmarkt, weshalb der Platz ein wenig vollgestellt war. Aber ob ich hier heute eine weitere Chance auf Sonne bekommen würde, war doch mehr als fraglich.

Nach diesem Bild ging das Licht endgültig aus. Am Himmel wurden die Wolken immer dunkler und dunkler. Daher würde das Fotografieren nun wohl deutlich mehr zur Arbeit als zum Vergnügen werden. Denn bei den dunklen Wolken war der Regen sicherlich nicht mehr weit weg. Irgendwas musste ich mit dem Tag aber jetzt noch anfangen. Daher ging es in die nächste Bahn erstmal über die Brücke. Auf der anderen Seite stieg ich nochmal aus, um mir die Umgebung ein wenig anzuschauen. Dabei erlebte ich ein Phänomen, welches ich zuvor noch nie erlebt hatte. Ich konnte dabei zugucken, wie sich der Regen von ganz am Ende der Straße bis zu mir vorarbeitete. Ich wusste also, dass ich gleich nass werden würde, ohne dass ich es bis jetzt wurde. Also flüchtete ich mich schnell unter das nächste Dach, denn das war nicht gerade ein leichtes Tröpfeln, was da auf mich zukam, sondern eher ein ordentlicher Regenschauer. Da ich aber nicht wusste, wann der Regen wieder aufhören sollte und das eigentlich der perfekte Zeitpunkt war, um ein wenig durch die Gegend zu fahren, überwand ich schnell das kurze Stück zwischen meinem Unterstand und dem Eingang zur Unterführung. Die Unterführung führt direkt zur Haltestelle, die sich hier in der Mitte der Straße befindet. Auch dort gab es freundlicherweise ein Dach, unter das man sich stellen konnte. Aber auch der eine Meter zwischen dem Dach und dem Einstieg in die Straßenbahn reichte aus, um einmal ordentlich nass zu werden. In der Bahn angekommen, war ich mir sicher, dass ich mich so schnell nicht mehr aus dem Warmen und Trockenen begeben würde. Der Kurs hatte als Ziel die Endstation JKU Universität. Bis dahin waren es aber noch viele Stationen. Und trotzdem stieg ich erst an der Endstation wieder aus. Zum einen hatte es inzwischen wieder aufgehört zu regnen, zum anderen gab es zwischendurch auch nicht die Übermotive, die es geschafft hätten, mich aus meinem Sitz zu treiben. An der Endstation wollte ich dann aber doch mal wieder ein wenig Fotografieren. Danach ging es Stück für Stück wieder zurück in die Innenstadt. Denn hier und da war es zumindest nicht ganz so hässlich wie sonst überall und so konnte man ein Bild einwerfen.


Die Endstation JKU Universität ist ganz hübsch von ein wenig Grün umgeben. Viel mehr als die paar Bäume ist dann motivlich hier draußen auch nicht zu finden. Die Bebauung ist von viel Beton und Platte geprägt und zeigt sich wenig abwechslungsreich. Zudem verkehrt die Straßenbahn hier auch durchgängig auf eigenem Bahnkörper, sodass sich die Häuser häufig ein Stück von der Strecke entfernt befinden. Zumindest aber die Schleife mit der kleinen Baumdurchfahrt konnte ich mit Cityrunner 022 schön darstellen.


Auch ein ganzes Stück weiter in Richtung Innenstadt ergibt sich ein ähnliches Bild. Die Straßenbahn verkehrt auf eigenem Bahnkörper, angelegt als Rasengleis, und im Hintergrund ist Platte zu sehen. Genauso sieht die gesamte Linie aus. Wieder ist es mit Wagen 027 en werbefreier Cityrunner.


Auch hier wollte ich noch einmal die Hochhäuser darstellen. Zumindest farblich bietet sich dort eine kleine Abwechslung im sonstigen Einheitsgrau. Nur irgendwie kam da erstmal nichts mehr von vorne. Nicht nach 10 Minuten und auch nicht nach 20 Minuten. Ich beschäftigte mich während der Wartezeit einfach mit dem Zugucken von ein paar Kindern, die auf dem Fußballplatz neben mir ein wenig kickten. So wirkliche Talente konnte ich dort zwar nicht ausmachen, aber sie hatten sichtlich Spaß und das ist ja auch das Wichtigste. Nach einer halben Stunde bahnte sich auch mal wieder eine Straßenbahn an. Wie hier zu erkennen ist, war es aber nicht die einzige. Im Hintergrund folgt direkt der nächste Kurs und darauf folgte noch ein weiterer Wagen. Irgendwo muss also der Verkehr zusammen gebrochen sein. Zumindest konnte ich jetzt mit Wagen 015 endlich das “Motiv” abarbeiten.


Nach den letzten Bildern sprüht dieses Bild fast vor Farbe. Schon wieder fast in der Innenstadt angekommen, ist hier im Hintergrund so etwas wie eine Häuserzeile zu erkennen. Neben grauen Häusern zeigt sich dort ein Hauch von Grün in der Fassade. Davor ist mit dem grünen Vollwerbe-Cityrunner 004 die reinste Farbexplosion.

Wie vielleicht schon an meinen letzten Bildunterschriften zu erahnen ist, war ich nicht gerade überzeugt vom Betrieb. Einen großen Teil trug dazu sicherlich das trübe Wetter bei. Aber auch sonst gab es so gut wie keine Motive, sobald man sich ein Stück zu weit von der Innenstadt entfernte. Dazu kamen die Fahrzeuge, die entweder mit hässlicher Werbung oder mit relativ nichtssagenden Lackierungen versehen waren. Trotzdem hatte ich den Betrieb noch nicht komplett abgeschrieben. Denn en großer Ast nach Traun blieb ja noch über, den ich noch nicht kannte. Dafür musste ich erstmal zurück zum Hauptbahnhof. Von dort aus musste ich nicht die Linien 1 und 2 nehmen, die mich wieder zum Hotel bringen würden, sondern mit einem Kurs der Linie 3 und 4 weiter fahren. Also stieg ich am Hauptbahnhof aus, denn ich saß in einer falschen Bahn. Wie schon in Graz befindet sich die Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof auch in Linz im Tunnel. Im Gegensatz zu Graz kommt hier aber überhaupt kein Tageslicht in die Station. Als nächstes kam dann schon ein passender Kurs. Also eingestiegen und gespannt auf das was da kommen möge losgefahren. Erstmal verläuft die Straßenbahn weitere zwei Stationen im Tunnel parallel zur Eisenbahn. Danach wird die Eisenbahn per Brücke überquert und die Straßenbahn verläuft für eine Ewigkeit in Mitten einer vierspurigen Straße. Motivmäßig ist das eher semioptimal. Nachdem ich dachte, der andere Ast wäre hässlich gewesen, zeigte mir dieser Ast, dass es noch ein ganzes Stück hässlicher geht. An diesem Stück Strecke konnte man überhaupt keine Bilder machen. Nach einer ganzen Weile verlässt die Straßenbahn dann die Straße, nur um parallel zu einer anderen Straße weiter zu verlaufen. Zumindest ein wenig ruhiger wurde es dadurch zwar, aber wirklich schöner auch nicht. Und so ging es bis zur Station Trauner Kreuzung weiter. Dort endet die Linie 3 und die Linie 4 läuft alleine bis zur Endstation Schloss Traun weiter. Die paar Stationen sind auch eine andere Tarifzone, in der mein Ticket nicht mehr galt. So musste ich dieses Stück zu Fuß gehen. Zumindest aber nicht ganz umsonst. Denn das letzte Stück bis zum Ende verläuft die Strecke nur noch eingleisig und auch die Umgebung wurde ein wenig ansehnlicher.


Die letzten zwei Stationen bis zur Endstation Schloss Traun verläuft die Strecke nur noch eingleisig. Dadurch kommt ein gewisses Gefühl von Vorort auf. Hier überquert die Bahn einen Kreisel, der mit einigen schönen Pflanzen dekoriert ist. Wagen 066 kommt gerade von der Endstation Schloss Traun und erreicht gleich die Station Hauptplatz Traun.


Aus der anderen Richtung kommt Flexity Outlook 067 aus der Stadt angefahren. Hier hält der Wagen gerade an der einzigen Station von Linz, die nur eingleisig ausgebaut ist. Insgesamt fuhren an diesem Tag, soweit ich das betrachten konnte, nur die neueren Flexity Outlook auf den Linien 3 und 4.


Inzwischen befinde ich mich an der Endstation, die bereits wieder zweigleisig ausgebaut ist. Von hier aus führt die Strecke noch ein Stück weiter bis zur Schleife, in der die Wagen drehen. Trotzdem befindet sich schon hier die letzte Station. Links im Hintergrund ist das Schloss zu erkennen, welches der Haltestelle ihren Namen verleiht. So wirklich gut war das Gebäude aber auch nicht drauf zu kriegen. Daher muss es ein kleiner Ausschnitt des sowieso nicht übermäßig spektakulären Schlosses neben Wagen 081 tun.

Jetzt sollte es erstmal zurück in Richtung Innenstadt gehen. So richtig schön war es hier draußen sonst auch nicht. Zudem wollte ich mir natürlich noch die Pöstlingbergbahn anschauen. Das würde auch noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Da es inzwischen schon 13 Uhr war und ich noch in der Innenstadt ein paar Bilder machen wollte, blieb mir gar nicht mehr so viel Zeit. So ging es direkt mit dem Wagen 081 zurück. Trotzdem guckte ich auf der Rückfahrt, ob ich irgendwo draußen noch ein Motiv erspähen konnte, für das es sich lohnte, die Bahn noch einmal zu verlassen. Dies war bis zur Station Plus-City nicht der Fall. Dort verließ ich doch noch einmal die Bahn, um die interessante Haltestellenkonstruktion abzulichten. Danach ging es direkt weiter bis zur Innenstadt, denn bis dahin gab es wirklich keinerlei nennenswerte Motive mehr. Zurück in der Innenstadt stieg ich direkt an der Station Goethekreuzung aus. Dort kommt die Straßenbahn nach dem Tunnel unter dem Hauptbahnhof hindurch erstmals wieder ans Tageslicht. Von dort aus ließ ich mich einfach in Richtung Brücke treiben und schoss hier und da das ein oder andere Bild.


Die Haltestelle Plus-City ist für wahr sehr aufwendig konstruiert. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass muss an den Haltestellennamen liegen. Schon die Haltestelle Solar-City war gestern besonders aufwendig gebaut. Auch hier hat das den Grund, dass sich direkt neben der Haltestelle ein riesiges Einkaufszentrum befindet. So ist die Station sogar mit Rolltreppen ausgestattet, die von der Überführung auf beide Bahnsteigseiten führen. Überdacht ist das Ganze mit einer großen gelben Stahlträgerkonstruktion, die den Regen von den Bahnsteigen abhält. Einzig über den Schienen wurde das Dach weg gelassen. Flexity Outlook 086 fügt sich mit seiner gelben Werbung perfekt in das Bild ein.


Hier bietet sich das einzige Stück der Straßenbahn, was ein wenig den Charakter von einer Innenstadt widerspiegelt. Von der Brücke über die Donau, bis zum Eingang des Tunnel durchquert die Straßenbahn über einige Stationen erstreckt eine Fußgängerzone, die auch einige schöne Häuserfassaden zu bieten hat. Hier befinde ich mich kurz hinter dem Tunnel und mit Wagen 066 zeigt sich der nächste Wagen dieses Fahrzeugtyps in einer Vollwerbung.


Ein Stück weiter kommt Cityrunner 023 entgegen. Inzwischen war es wieder ein deutliches Stück heller am Himmel geworden. Die Straßenbahn schlängelt sich hier sogar an einigen Cafes vorbei, die Sitzplätze auch draußen anbieten. An einem sonnigen Tag wird hier also einiges los sein. Heute hält sich der Andrang aufgrund des Wetters eher in Grenzen.

Nach dem Bild war auch schon wieder Schluss mit der Aufhellung. Ganz im Gegenteil wurde es schnell drastisch dunkler. Da braute sich offensichtlich wieder ein Regenschauer zusammen. So war es dann auch. Nur kurze Zeit später fing es wieder an, stark zu regnen. Ich holte schnell meinen Regenschirm heraus, der so zumindest einen Auftritt im Urlaub bekommen sollte. So richtig Lust hatte ich jetzt nicht, mich im Regen weiter zu arbeiten. Zudem wollte ich hier noch weitere Bilder machen, bevor es zur Pöstlingbergbahn gehen sollte. So hielt ich einfach mal Ausschau nach dem nächsten Cafe. Denn so ein Regenschauer war genau der richtige Zeitpunkt, sich einen Kaffee mit einem Stückchen zu gönnen. Zumal ich bis jetzt nach dem Frühstück nichts mehr zu essen hatte. Kurze Zeit später wurde ein McDonnalds ausgemacht. Dort war netterweise auch ein McCafe-Schild auszumachen. Relativ günstig und dafür trotzdem sehr lecker bekommt man auch dort einen Cappucino mit einem Schokomuffin. Und so setzte ich mich mit meinem Mittagessen ans Fenster und schaute zu, wie es draußen so vor sich hin regnete. Somit hatte ich überhaupt keinen Stress irgendwie schnell weiter zu kommen. Ganz gemütlich genoss ich meinen Cappucino und meinen Muffin und als ich damit fertig war, hörte es genau passend wieder auf zu regnen. Somit trat ich wieder aus dem Cafe und schoss ein paar letzte Bilder, bevor ich mich zur Pöstlingbergbahn begeben wollte.


So kurz nach einem Regenschauer sieht die gesamte Umgebung irgendwie cool aus. Ein wenig verspiegelt durch den noch nassen Boden kommt die Straße nun daher, auf der sich Flexity Outlook 076 zeigt.


Aus der anderen Richtung kommt der nächste Flexity Outlook mit weißer Werbung in Form von Wagen 084. Hinter dem Wagen befindet sich das eigentlich schönste Motiv dieser Straße, das bei diesem Wetter aber nicht so gut zur Geltung kommt. Zumindest sorgt die weiße Werbung des Wagens dafür, dass das Bild nicht komplett dunkel ist.


Inzwischen befinde ich mich wieder auf der Brücke, die ich nun ohne Sonne von allen beliebigen Seiten ablichten konnte. Hier befinde ich mich auf der nördlichen Seite der Brücke mit Blick auf das gläserne Gebäude, was den Ars Electronica Center darstellt und die Pfarrkirche direkt daneben. Davor zeigt Wagen 017.


Aus der anderen Richtung kommt nur Sekunden später der Flexity Outlook 071 angefahren. Frei von Autos zeigt sich der Wagen vor dem südlichen Ufer der Donau.


Nun fällt der Blick auf den Hauptplatz, der eindeutig das schönste Motiv des Betriebs darstellt. Während sich links bereits der nächste Flexity Outlook mit gelber Werbung in Form von Wagen 083 auf der Durchreise befindet, ist rechts Mountainrunner 503 von der Pöstlingbergbahn zu sehen. An dieser Haltestelle befindet sich die Endstation der Pöstlingbergbahn, weshalb der Wagen in einem stumpfen Gleis steht und Pause macht.


Der nächste Kurs sollte eigentlich noch einmal die Kirche ein wenig in den Vordergrund rücken. Eine von hinten kommende Straßenbahn verhinderte allerdings, dass ich einen größeren Ausschnitt des Bildes nehmen konnte. So musste die Kirche leider abgeschnitten werden, trotzdem ist die schön restaurierte Häuserfassade gut zu sehen. Der Wagen 076 hat es inzwischen schon wieder zurück geschafft und zeigt so noch einmal vor meiner Kamera.

Nun hatte ich aber genug von der Straße und generell vom normalen Straßenbahnbetrieb. Als letzter Punkt auf meiner Liste blieb jetzt nur noch die Pöstlingbergbahn. Das Problem an der Pöstlingbergbahn war, dass diese nicht in den normalen Stadttarif mit hinein zählte. So musste ich für diese Bahn ein extra Ticket lösen. Da das Ticket aber relativ teuer war und ich ohnehin ein paar Bilder an der Strecke machen wollte, kaufte ich mir online nur ein Ticket für eine einfache Fahrt und entschied mich dazu, nach oben zu fahren und dann nach unten zu laufen. Nachdem ich mir auf meinem Handy das Ticket gekauft hatte, ging es schon in die Bahn, in der ich gerade noch so einen Platz bekam. Der Andrang war trotz des schlechten Wetters erstaunlich hoch und bei der geringen Anzahl an Sitzplätzen im kleinen Wagen mussten schon nach kurzer Zeit die ersten Fahrgäste stehen. Aber auch das Sitzen war auf den pseudo-alten Holzsitzen kein besonders angenehmes Erlebnis. Naja trotzdem immer noch besser als zu stehen. So zuckelte der Wagen langsam den Berg herauf. Schon bei der Fahrt stellte ich fest, dass sich die Motive an der Strecke eher in Grenzen hielten und eigentlich nur die Haltestellen interessant waren. Bei dem eher dünnen 30-Minuten Takt war das aber auch gar nicht so tragisch. Nach einiger Zeit hatte der Wagen auch schon das Ende an der Pöstlingbergkirche erreicht. Schnell stieg ich aus, um noch ein Bild des Wagens zu schießen, wenn dieser die Station verlässt.


Richtig fotogen ist die Endstation auf dem Pöstlingberg zwar nicht, trotzdem wollte ich die tolle Durchfahrt unter dem Torbogen festhalten. Wagen 501, der mich die gesamte Strecke bis hier oben herauf gebracht hatte, begibt sich nun wieder auf den Weg nach unten.


Auch ein Nachschuss des Wagens gelang mir noch. Bei gutem Wetter ergibt sich hier sicherlich ein schöner Blick auf die dahinter liegende Stadt. Heute bleibt nur ein Blick ins triste Grau. Wagen 501 begibt sich auf den Weg ins Stadtgetummel.


Nun ist es der zweite Wagen, der heute auf der Linie eingesetzt wird. Generell ist der Bestand an Wagen für diese Bahn relativ hoch. Nicht nur das sie doppelt so viele Wagen vom Typ Bombardier Mountainrunner haben, wie sie benötigen. Dazu kommen noch 3 weitere historische Fahrzeuge, die häufiger zum Einsatz kommen. Hier ist es Wagen 503, der an der Station Oberschableder hält. Besonders schön sind die alten Haltestellenschilder, die an der gesamten Strecke verteilt sind.


Das Bild an der Station Hoher Damm zeigt den typischen Charakter der Strecke auf. Einen Großteil verläuft die Bahn abgesehen von den Haltestellen zwischen zwei hohen Hecken, die das Fotografieren unmöglich machen. Daher wurde hier wieder eine Haltestelle genutzt, um noch ein Bild zu schießen. Wieder ist es der 503, der bereits von der Bergstation zurückkommt.


Jetzt befinde ich mich wieder in der Stadt an der Station Landgutstraße. Dort befindet sich das Depot der Pöstlingbergbahn und die Linie 4 ergänzt die Pöstlingbergbahn bis zu dessen Endstation auf dem Hauptplatz. Auch hier sieht man noch einmal eines der schönen roten Haltestellenschilder der Pöstlingbergbahn. Daneben zeigt sich einerseits der Flexity Outlook 070, andererseits auch ein Dieseltriebwagen der ÖBB. Zumindest dieser Teil der ÖBB schien bei dem was ich so sah, pünktlich zu fahren.

Das sollte gleichzeitig das letzte Bild des Betriebs gewesen sein. Das Wetter machte keinerlei Anstalten, sich irgendwie zu bessern und bei diesen Lichtverhältnissen kannte ich nun das gesamte Netz. Daher setzte ich mich direkt in die Bahn und fuhr mit der Linie 4 bis zum Hauptbahnhof. Dort wurde kurz umgestiegen und in den nächsten Kurs in Richtung meines Hotels gefahren. Dort angekommen, machte ich erstmal eine Stunde Pause. Dann wollte ich noch einmal los, um etwas zum Abendbrot zu essen. Schon im Hotel hatte ich mir einen schönen Burgerladen direkt in der Innenstadt ausgesucht, den ich nun ansteuerte. Zum Abschluss meiner Reise wollte ich schließlich nochmal etwas essen, was besonderer war als eine Pizza vom Dönerladen. Der Burger war extrem gut und die Pommes frisch gemacht. Dazu konnte man beim “all you can drink”-Automaten sein Glas beliebig häufig wieder auffüllen. So genoss ich trotz des mäßigen Wetters auch den letzten Tag meines Urlaubs, der noch Programm zu bieten hatte. Nachdem ich meinen Magen wieder gefüllt hatte, ging es auf eine kleine Shopping-Tour, um aus meinem ersten eigenen Urlaub für die Familie zuhause einige Mitbringsel zu besorgen. Als ich damit fertig war, war es schon dunkel geworden und so ging es schnell zurück ins Hotel und ins Bett. Denn der Zug sollte morgen zwar nicht wirklich früh losfahren, aber anstrengend würde der reine Reisetag sicherlich trotzdem werden.


Samstag, 24. Juni 2023: Ein letztes Mal Ärgern über die ÖBB

Der Plan, wie ich heute nach Hause kommen sollte, war schon von vorne herein sehr fehleranfällig. Mit 4 Umstiegen, von denen 3 nicht länger als 10 Minuten waren, würde das wahrscheinlich sowieso nicht funktionieren. War aber auch nicht so schlimm, denn ich hatte durchgebucht, wodurch bei Verspätung die Zugbindung aufgehoben werden würde. Daher könnte ich dann mit beliebigen anderen Zügen nach Hause kommen. Zuerst sollte es ein letztes Mal mit der ÖBB von Linz nach Salzburg gehen. Von dort aus würde ich mich quer durch Deutschland schlagen. Der Zug nach Salzburg fuhr heute erst um 08:45 Uhr in Linz ab. So blieb mir genug Zeit, um noch einmal im Hotel zu frühstücken und mich dann zum Bahnhof aufzumachen. Dort angekommen, wurde der Bahnsteig schnell gefunden. Von dort sollte der Zug heute tatsächlich mal pünktlich losfahren. Zumindest stand das am Bahnsteig. Umso erstaunter war ich, dass der RJX wirklich pünktlich im Bahnhof einfuhr und sich auch pünktlich wieder in Bewegung setzte. In der knappen Stunde rechnete ich eigentlich auch nicht damit, dass es großartig zu einer Verspätung kommen sollte. Sollte es also zumindest ein versöhnliches Ende mit der ÖBB geben? Die Antwort ist: Nein!!!! Denn irgendwann wurde der Zug plötzlich langsamer und hielt schließlich vollständig an. Dann wurde über einen Gleiswechsel auf das andere Fahrtrichtungsgleis gehumpelt und es ging im Schneckentempo weiter. Die ganze Aktion dauerte so lange, dass der Zug irgendwann eine halbe Stunde Verspätung angesammelt hatte. Somit würde ich direkt meinen ersten Anschluss in Salzburg verpassen. Also guckte ich im DB-Navigator, welches denn die nächste Verbindung sein würde, die mich nach Hause bringen würde. Es wurde ein Verbindung über München und Halle ausgemacht. Bis München fuhr eigentlich ständig was und von München nach Braunschweig war es die gleiche Verbindung die ich bereits auf dem Hinweg bis Nürnberg gefahren war. Das einzige Problem war, dass diese Strecke überhaupt nichts mit der eigentlichen Fahrtstrecke zu tun hatte. Die hätte nämlich über Augsburg-Fulda-Hannover-Braunschweig geführt. Also ging ich kurz ins Reisebüro der DB und fragte, ob das ein Problem wäre. Der Bedienstete am Schalter versicherte mir, dass das auch gehen würde, solange sich der Zug irgendwie in Richtung Braunschweig bewegen würde. Daher stieg ich in den Zug nach München ein. Dabei handelte es sich wieder um einen IC der Art, der mich schon von München nach Innsbruck gebracht hatte. Als der Schaffner kam, stellte ich mich schon auf eine Diskussion ein, die ich mit einem ÖBB Mitarbeiter liebend gerne geführt hätte. Zu seinem Glück sagte er aber nichts und ging weiter. In München hatte ich knapp 45 Minuten Umsteigezeit, sodass ich mich schon mal um das Mittagessen kümmern konnte. Denn bis nach Halle würde ich keine weitere Möglichkeit haben, mir Essen zu beschaffen. Mit genügend Proviant für die Fahrt beladen, ging es kurze Zeit später in den ICE 4. Die neuste Generation ICEs bedient die Verbindung München-Berlin typenrein. Auch in Halle sollte ich nicht übermäßig viel Umsteigezeit haben. Daher musste ich mich gezwungenermaßen auf die Pünktlichkeit der DB verlassen. Sonst würde ich noch eine Stunde in Halle rumsitzen. Da der ICE in München startete, legte er zumindest pünktlich ab. Auch während der Fahrt kam es zu keinen erwähnenswerten Zwischenfällen. Genauso wie der Schaffner der ÖBB hatte der Schaffner der DB an dem nicht wirklich passenden Ticket nichts auszusetzen. Schon traurig, dass so etwas bei beiden Gesellschaften aufgrund der vielen Verspätungen offensichtlich Normalität ist. Auf die Minute pünktlich rollte der ICE einige Zeit später in Halle ein. so hatte ich überhaupt keine Probleme den Umstieg in den IC zu schaffen, in dem ich sogar noch einige Minuten auf die Abfahrt wartete. Warum nicht immer so? Normalerweise ist es ja die DB, die einen in den Wahnsinn treibt. Auf dieser Reise hat diese Aufgabe aber eindeutig die ÖBB übernommen. Auch der IC rollte pünktlich in Braunschweig ein. Insgesamt war auch die fehlende Sitzplatzreservierung durch die neuen Züge kein Problem, denn so wirklich voll war keiner der drei Züge gewesen, mit denen ich nun gefahren war. Am Bahnhof in Braunschweig wartete schon mein privates Shuttle, welches mich nach Hause bringen sollte. Dort wurden die ersten Eindrücke der Reise geteilt und dann ging es schnell ins Bett.


Epilog

So geht also meine erste eigene Reise zu Ende. Knapp 2 Wochen hatte ich mich in Bayern und Österreich herum getrieben. Insgesamt hatte mir die Reise sehr gefallen. Einerseits konnte ich sehr viele interessante Eindrücke sammeln, andererseits gab es für mich viel Neues zu sehen. Abgesehen von München waren alle Betriebe für mich komplett neu und auch dort gab es mir unbekannte Wagentypen. Zudem spielte das Wetter größtenteils mit. Mit Ausnahme von Linz war ich eigentlich mit der Ausbeute in allen Städten zufrieden. Nürnberg und Augsburg haben mir sehr gefallen und meine Fehlliste an deutschen Betrieben auf 1 reduziert. München war aufgrund des Wetters etwas anstrengend, aber auch dort wurde das ein oder andere schöne Bild geschossen. Und auch im österreichischen Teil der Reise wurde mir einiges geboten. Innsbruck gefiel mir trotz der fehlenden Wagenvielfalt einfach aufgrund der Stadt, zudem wurde das ganze durch tolle Sonderfahrten ergänzt. Auch Graz war abgesehen von der Hitze toll. Nur Linz hatte mich leider weder vom Wetter, noch von der Stadt oder dem Wagenpark überzeugt. Insgesamt also eine sehr gelungene Reise. Der einzige wirkliche Makel war natürlich die ÖBB. Jeder einzelne Zug dieser Gesellschaft hatte es geschafft, verspätet am Ziel anzukommen. Dadurch hatte ich immer wieder Anschlüsse verpasst, oder weniger Zeit zum Fotografieren gehabt. Zumindest die DB hatte alle ihre Verbindungen pünktlich über die Bühne gebracht. Und trotzdem würde ich diese Reise immer wieder mit dem Zug machen. Denn wirklich viel schneller ist man auch mit dem Auto nicht unterwegs. Zudem ist es bei Buchungen über den Supersparpreis auch um einiges günstiger mit der Bahn zu fahren. Dazu kommt die größere Entspannung, da man sich den Stress des Autofahrens sparen kann. Preislich gesehen schlugen natürlich die Hotels ganz schön ins Buget, die vor allem in München und Österreich relativ teuer waren. Für die erste eigene Tour kann man aber auch mal was investieren. Und so war ich alles in allem sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Reise. Und damit verabschiede ich mich an dieser Stelle. Aus 2023 wird es keine weiteren Reiseberichte geben – ist ja schließlich auch schon einige Zeit 2024. Dort ist aber schon wieder ein Reisebericht in der Pipeline, der in einiger Zeit an den Start gehen wird. Bis dahin aber erstmal Tschüss.

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