Die Isle of Man 2013 Teil 1: Anreise nach London

Inzwischen sind seit unserem Besuch auf der Isle of Man fast zwei Jahre vergangen. Da sich auf dieser einzigartigen Insel aber seit 100 Jahren ohnehin so gut wie Nichts verändert zu haben scheint, sollte diese, vergleichsweise kleine zeitliche Distanz, kein Problem darstellen 😀 Aber beginne ich chronologisch!

18.07.2013 Die Anreise nach London – ein Loblied auf die Deutsche Bahn 😉

„Mal was anderes machen“, dachten wir uns bei der Planung dieser Reise und so beschlossen wir, die britische Insel mit dem Zug zu erreichen, anstatt wie gewöhnlich den Flieger zu nehmen, zumal der Preis bei rechtzeitiger Buchung unschlagbar war.
Ziel sollte zunächst London sein. Anschließend sollte nach eintägigem Aufenthalt Manchester ein Besuch abgestattet werden, bevor es über Blackpool weiter zur Fähre in Heysham gehen sollte, mit der die Isle of Man erreicht werden würde.

So weit so gut. Der Umstieg in Hannover vom RE in den ICE nach Köln sollte noch problemlos gelingen und so ging es guter Dinge der Teilung des ICE’s in Hamm entgegen. Doch die beiden ICE’s mochten sich anscheinend zu sehr und wollten sich nicht voneinander trennen. Nach fast einer Stunde warten, während derer mindestens drei mal neu gebootet wurde und wir langsam nervöser die Auswirkungen auf unsere Anschlüsse checkten, beschlossen wir in den folgenden ICE umzusteigen, zumal die Durchsage inzwischen von „in Kürze geht es weiter“ zu „wir arbeiten an der Lösung des Problems“ gewechselt war.
Unser Problem war hauptsächlich den Eurostar in Brüssel noch zu erreichen, da unser Anchluss-ICE von Köln nach Brüssel weg war und die Tickets für den Eurostar wie im Flugverkehr lange im Voraus und personenbezogen mit Platzreservierung verkauft werden.
Im Hbf von Köln gingen wir also zum Serviceschalter der DB. Es würde nur noch ein Thalys fahren mit dem der Anschluss in Brüssel erreicht werden könne, wir sollten doch bitte zum Thalysbüro gegenüber des Bahnhofs gehen. Dort wollte man uns sogleich ein Ticket für den vollen Fahrpreis von zwei mal ca.70€ verkaufen. Dankend lehnten wir ab und versuchten es jetzt wieder bei der DB. Seltsamer Weise bekamen wir nun bei einer anderen Bediensteten einfach einen Stempel auf unser DB Ticket mit „hop on the next Train“ was auch im Thalys gelten solle. Warum denn nicht gleich so?
Nun gut, wir versuchten einfach mal in den Thalys einzusteigen, da dieser ohnenhin in wenigen Minuten abfahren sollte und die letzte Hoffnung war, den Eurostar noch zu erreichen. Wir fragten noch schnell beim belgischen Schaffner nach, der uns in den letzten Waggon schickte und als Antwort auf unserer Misere nur kommentierte „Thalys fährt immer püntlich“ 😀

Tatsächlich erreichten wir die flughafenähnlichen Kontrollen des Eurostars gerade noch pünktlich und fanden uns nach rund 9 Stunden deutlich nervenaufreibenderer Zugfahrt als gewünscht, im Bahnhof St.Pancras International von London wieder. Trotz größter Anstrengungen hatte uns die DB nicht aufhalten können und wir hatten bei Grenzübertritt auch noch eine Stunde Zeit gewonnen 😀


Doch noch pünktlich in London St.Pancras International angekommen

Für heute stand in London noch etwas Kultur und die neuen Wagen der Dockland Light Railway auf dem Programm.
Also gleich mal mit der Underground und DLR zu den Docklands rausgefahren, das erste Sandwich des Urlaubs gekauft und ein bisschen im Abendlicht gefuzzt 😉


Der neue Wagentyp in der Station Greenwich


In den Docklands bei der Station West India Quay


Ein Klassiker über dem Middle Dock


Zum Tagesabschluss ging es noch mal zu den Touristenströmen an der Themse

19.07.2013 Croydon und Clapham Junction
Am nächsten Tag standen die neuen Variobahnen von Stadler des „Tramlink“ von Croydon auf dem Plan.
Neben den 24 CR4000 Fahrzeugen aus der Flexity Swift Familie von Bombardier, die zur Eröffnung des Systems beschafft wurden, lieferte Stadler im Jahr 2012 sechs Fahrzeuge des Typs Variobahn an Tramlink. Mittlerweile befinden sich noch vier weitere Variobahnen in Auslieferung.

Vom Bahnhof Victoria ging es nach der Rush-Hour nach Croydon. Der Zug war angenehm leer und nach kurzer Zeit wurde die Station Croydon erreicht.


Angekommen im Bahnhof von Croydon

Die Straßenbahn von Croydon hält direkt auf der bahnhofskreuzenden Brücke. Alle Linien des Netzes treffen sich in diesem zentralen Abschnitt.
Sogleich wurden wir von den neuen Variobahnen bergrüßt. Von dem Design konnte ich mich gerade im Vergleich zu den CR4000 überzeugen lassen. Die Fahreigenschaften sind jedoch ein deutlicher Abstieg gegenüber den Drehgestellwagen von Bombardier. Gerade in den engen Innenstadtkurven fällt der harte und ruckelige Kurvenlauf deutlich negativ auf. Trotzdem ist für den Fotografen ein zweiter Wagentyp immer eine Bereicherung 😀


Auch die älteren Wagen zeigen sich in neuem Farbkleid und nicht mehr im etwas dezenteren rot-weis. Hier Tw 2542 auf der Bahnhofsbrücke


Wagen 2557 auf dem Weg von der Fußgängerzone zum Bahnhof


Tw 2557 in der Wellesley Road neben einem der tausenden Londoner Doppeldecker


Die Fußgängerzone wird nur in eine Richtung durchfahren, während die andere Richtung einen größeren Bogen schlägt

Jetzt ging es zurück zum Bahnhof und wieder Richtung Londoner Innenstadt. Zwischendurch wurde aber noch ein Halt in jenem gut bekannten Bahnhof Clapham Junction eingelegt. Der Bahnhof ist mit dem Slogan „Britain’s busiest railway station“ betitelt und dieser verspricht nicht zu viel! Einmal ausgestiegen kann man sich kaum wieder losreißen von dem faszinierenden Gewimmel unzähliger Nahverkehrszüge verschiedenster Gesellschaften die täglich Millionen Pendler nach und aus London heraus schaffen. Die oftmals vielen parallel laufenden Bahnsteigansagen sind der reine Spaß und man könnte das wilde Treiben stundenlang beobachten. Wie in der Londoner Underground treffen hier zudem die verschiedensten Phänotypen aufeinander, was dem ganzen eine noch kuriosere Note verleit. Vom im Anzug gekleideten Banker bis hin zum leicht angetrunkenen und zerzausten Sportbegeisterten ist alles dabei 🙂


„Britain’s busiest railway station“ – Clapham Junction

Nach einer knappen Stunde mussten wir dann doch weiter, um noch ein wenig Kulturprogramm in London „abzuarbeiten“, wobei dies in London nie langweilig wird. Besonders vorne im Doppeldecker durch die Straßen zu schwanken und sich dabei immer wieder zu Fragen, ob der Fahrer unter einem eigentlich alles im Griff hat, oder eher darauf spekuliert das es passt 😉 Ein Zwischenstopp wurde aber noch in der Station Vauxhall eingelegt.


In der Station Vauxhall lassen sich Teile des Parlaments und der Big Ben mit ins Bild zwengen


Immer wieder ein Erlebnis: Eine Doppeldeckerfahrt in London. Hier die mit klassischen Routemastern betriebene Linie 9


Stilechter Underground Eingang am Piccadilly Square

Am Abend ging es dann zum Bahnhof Eusten, von wo aus die Weiterreise nach Manchester mit Virgin geplant war. Die Fahrt mit der class 390 ist immer wieder höchst komfortabel und auf der Strecke London Manchester konnte dieser moderne Neigezug auch mal zeigen, was in ihm steckt.
Während am Horizont die Sonne versinkt rasen wir mit 200 Sachen Manchester entgegen und verspeisen gemütlich das noch in London gekaufte Abendessen. Natürlich darf ein Sandwich nicht fehlen 😀


Class 390 von Virgin im Bahnhof Eusten. Schon 2008 fuhren wir äußerst gern mit diesen komfortablen Schnelltriebwagen

Im zweiten Teil geht es dann im Straßenbahnforum mit dem Metrosystem in Manchester und der Weiterfahrt nach Blackpool, sowie des dortigen modernisierten Straßenbahnbetrieb weiter, bevor es endlich auf die Isle of Man geht.