6 Länder, 11 Tage, 15 Trambetriebe XII: Über Brünn und Bratislava nach Prag

Gegen Mittag sind wir in Osijek aufgebrochen um mit fast 600 Kilometern eine der größten Reiseetappen bis Brünn hinter uns zu bringen. Eine kleine Pause werden wir heute Nachmittag in Bratislava einlegen, bevor es morgen Vormittag noch ein paar Aufnahmen in Brünn geben soll


Donnerstag, 12. Juni 2014: Nachmittagspäuschen in Bratislava

Erstmal Richtung Norden aus Kroatien heraus, verlief anschließend der Rest der 440 Kilometer bis Bratislava auf sehr entspannt fahrbaren Autobahnen. Budapest stand auf der diesjährigen Reise nicht auf dem Programm und wurde elegant großräumig auf dem südwestlichen Autobahnring umfahren. Draußen war es schon wieder brütend heiß und so war es nicht weiter tragisch heute die Mittagsstunden mal im klimatisierten Auto zu verbringen. Beim Dreiländereck Österreich, Ungarn, Slowakei, verließen wir Ungarn für diese Reise nun endgültig und reisten zum zweiten Mal in die Slowakei ein. Wohl selten hatten wir binnen so weniger Tage so viele EU-Binnengrenzen überquert. Immerhin zehn Mal sollten wir am Ende in den elf Tagen recht unbehelligt zwischen den EU-Ländern gewechselt haben. Etwas anders sah es dabei freilich mit den Währungen aus, die wir beinahe täglich wechseln mussten: Polnische Złoty, Tschechische Kronen, Ungarische Forint, Rumänische Lei und Kroatische Kuna belasteten dabei abwechselnd den Geldbeutel. Das ging dann mit der Zeit doch ein wenig auf die Nerven – nicht nur das tägliche Geld Wechseln, sondern auch das ständige Umrechnen der jeweils völlig verschiedenen Kurse…
Wenigstens hier in Bratislava würden wir unseren frühabendlichen Snack erstmals nach Košice wieder in Euronen erwerben können. Wir erreichten die Stadt gegen vier und hinterstellten das Gefährt einfach mal mitten in der Stadt auf einem zahlungspflichtigen Parkplatz mit Pförtnerhäuschen. Das ersparte uns wenigstens die Auseinandersetzung mit irgendwelchem SMS-Parken oder derlei Späßen. Von unserem Parkplatz unweit der Haltestelle Námestie SNP, schlenderten wir anschließend rund zwei Stunden entlang der Innenstadtstrecken und vertraten uns so etwas die Beine. Es war zwar noch immer gut geheizt, aber die Schatten nun doch angenehm lang und das schöne Abendlicht lud zum Fotografieren ein.


Kaum vom Parkplatz über die Straße gehechtet, treffen sich auch schon eine T3SUCS und eine T6A5CS-Traktion unweit der Haltestelle Námestie SNP.


Die Námestie SNP hinauf, treffen sich an der nächsten Kreuzung erneut diverse Linien und fahren anschließend am Rande der historischen Altstadt entlang, um kurz darauf im bekannten Tunnel zu verschwinden, welcher später am Donauufer wieder ans Tageslicht kommt. T6A5CS 7909 kommt von der Haltestelle Poštová Richtung Dubravka.


Kurz vor der Haltestelle Kapucínska rollen T3SUCS 7741 und 7742 in Richtung Tunnel.


Nur wenige Ecken in der Innenstadt waren am frühen Abend noch sonnenbeschienen, sodass dort ein wenig verweilt wurde. So konnte die Traktion mit T6A5CS 7937 an der Spitze am gleichen Motiv aus etwas anderer Perspektive aufgenommen werden.


Das Burgmotiv an der Haltestelle Kapucínska dürfte nie richtig im Licht sein. Jetzt am frühen Abend bekommt K2 7085 wenigstens etwas Streiflicht ab.


Zurück am Dreieck kommt der Fahrschulzug aus T3SUCS 8137 und 8135 die Námestie SNP hinauf.


Zum Abschluss ging dann an der Haltestelle Blumentál noch was mit Sonne. Die modernisierte T3S-Traktion aus 7301 und 7302 vor der Kirche „Blumentálsky“.


Hier warteten wir einfach mal ein paar Kurse ab, Aussicht auf ein besseres Motiv mit Sonne bestand ohnehin kaum mehr. So kam auch die Fahrschultraktion aus T3SUCS 8137 und 8135 nochmal durch. Diese invertierte Farbgebung weiß auch irgendwie zu gefallen.

Inzwischen war es fast 19 Uhr und wir machten uns auf den Rückweg zum Auto, schließlich galt es noch die letzten 130 Kilometer der heutigen Etappe zurückzulegen. So erreichten wir erst am späten Abend unser gebuchtes Hotel und unternahmen dort nichts mehr, außer nach der langen Fahrt die Füße hochzulegen.


Freitag, 13. Juni 2014: Über Brünn weiter nach Prag

Für den Morgen wollten wir noch ein paar Minuten durch die Stadt Brünn schlendern und schauen was so läuft. Ein wirkliches Programm hatten wir nicht, aber bis Prag wäre es dann gestern Abend doch etwas weit gewesen und ich hegte auch die leise Hoffnung, mal einen der RT6N1 von CKD zu erwischen. Letzteres gelang auch bei diesem Besuch nicht, dennoch gelangen in der guten Stunde unseres Rundganges von südlich des Hauptbahnhofes über den Vorplatz, die Masarykova, Náměstí Svobody, Moravské náměsti und zurück am Theater vorbei, einige schöne Aufnahmen in der schmucken Innenstadt von Brünn. Nicht zuletzt der abwechslungsreiche Wagenpark lässt es in Brünn ohnehin so schnell nicht langweilig werden. So waren auch ohne die RT6N1 noch zehn verschiedene Fahrzeugtypen mit diversen teils modernisierten Unterbauarten unterwegs.


Die Strecke südlich des Hauptbahnhofes der Linien 12 nach Komárov wird derzeit grundlegend saniert. Im Sommer 2014 fuhr die Linie 12 hier noch durch eine doch leicht heruntergekommene Gegend. Skoda 13T 1907 erreicht am Morgen auf dem Weg nach Komárov die Haltestelle Zvonarka, hinter der sich eine Zwischenschleife befand.


Einmal unter dem Hauptbahnhof hindurch, erreichen wir den Vorplatz mit seinem viergleisigen Abschnitt zwischen den Haltestellen Nové sady und Hlavní nádraží. Schon beeindruckend, hier einfach einige Minuten zu verweilen und das Gewimmel an Straßenbahnen zu beobachten. Mindestens sechs Linien treffen sich hier und biegen teilweise auf die Innenstadtstrecke ab. Am Vormittag lassen sich hier auch gut Fahrzeugaufnahmen machen, wird der Autoverkehr doch auf einer einzigen Spur seitlich an der viergleisigen Anlage vorbeigeschleust. Der modernisierte K2 1079 erreicht gleich die Haltestellenanlage vor dem Bahnhof. Im Hintergrund tummeln sich diverse T3 und KT8.


Eine T6A5CS-Traktion mit 1213 an der Spitze hat die Haltestelle Nové sady verlassen.


Von den K2 standen bei diesem Besuch nur noch modernisierte Fahrzeuge im Einsatz, wie K2 1130.


Ab 2006 wurden die vierachsigen Vario LFR.E und ab 2008 die sechsachsigen Vario LF2R.E von Pragoimex geliefert. Beim letzten Besuch im Jahr 2010 standen die zweiteiligen LF2R.E auch in Doppeltraktion im Einsatz und bildeten so die längsten Straßenbahnzüge Tschechiens. Heute sahen wir nur Kombinationen aus Vier- und Sechsachsern, wie Vario LF2R.E 1092 und LFR.E 1539.


Auf dem Náměstí Svobody begegnet uns eine der Skoda-Bahnen erster Generation aus dem Jahr 2003. 03T 1809 überquert den Platz, auf dem Vorbereitungen für ein abendliches Event auf Hochtouren liefen.


Auch ein KT8 darf in Brünn nicht fehlen. Der mit Niederflurmittelteil modernisierte KT8D5.N2 1734 verlässt die Haltestelle Česká.


Auch T3 sind noch allgegenwärtig, wenn auch nur noch modernisiert, wie die Traktion mit 1517 an der Spitze.


Auf der anderen Seite der Haltestelle begegnet und der modernisierte K2 1085.


Anschließend kommt der solo fahrende Vario LF2R.E 1100 von der Haltestelle Komenského náměstí über den Platz gefahren.


Den Rückweg unseres großen Bogens durch die Innenstadt schlugen wir über das Theater ein. Dort konnte der modernisierte K2 1131 aufgenommen werden.


Gefolgt von einem der nur zwei zu Achtachsern mit Niederflurmittelteil umgebauten K2, dem als K3R-N bezeichnete 1752.


Zum Abschluss mit 1046 ein weiterer K2 beim Abzweig zum Hauptbahnhof.

Unsere kleine morgendliche Runde durch Brünn hatte sich damit geschlossen. Wir nahmen anschließend die letzten 200 Kilometer bis Prag in Angriff, wo dann der Nachmittag und auch der Großteil des morgigen, letzten Tages unserer Reise verbracht werden sollte.