Umleiter und Verstärker in der Löwenstadt

Ein freier Montag bei herrlichem Frühlingswetter, lud vergangene Woche praktisch dazu ein, die veränderte Verkehrssituation der Braunschweiger Straßenbahn einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch am Donnerstag fielen bei bestem Sonnenschein noch ein paar weitere Bilder ab.


Im Fokus stand dabei der Lessingplatz, welcher durch die Baumaßnahmen in der Stobenstraße nun planmäßig von der Linie 2 befahren wird. Im Normalfall wird diese Verbindung zwischen dem Friedrich-Wilhelm-Platz und dem Kennedyplatz nur von wenigen E-Wagen und Betriebsfahrten befahren. Die hieraus resultierende Lücke in meinem Braunschweig-Ordner, konnte so endlich geschlossen werden. Als zweiter Punkt standen natürlich die Verstärkerfahrten auf dem Plan, welche seit dem letzten Fahrplanwechsel, die nur noch im 15min Takt verkehrenden Linien 1 und 3 ab Mittag zum 7,5min Takt verstärken.

Begonnen wurde der Tag auf eben erwähnter Verbindungsstrecke vom Friedrich-Wilhelm-Platz über Lessingplatz, Augusttorwall zum Kennedyplatz, die momentan von der Linie 2 befahren wird. Die Linie 2 fährt durch die Umleitung jetzt eine riesige S-Kurve durch die Stadt. Vom Bohlweg kommend, fährt sie über Friedrich-Wilhelm-Straße, Friedrich-Wilhelm-Platz, Lessingplatz, Kennedyplatz, Hauptbahnhof und Bürgerpark weiter in den Heidberg.


Das erste Bild entstand Ecke Augusttorwall-Kennedyplatz – hier mit Tw 9553


Das bekannte Osterglockenrondell auf dem Lessingplatz hatte seine besten Tage jedoch schon hinter sich. Sehr ungünstig war die Wölbung der Frontscheibe von Tramino 1462


Tw 9553 kommt bereits aus dem Heidberg zurück und dient für ein kleines motivliches Experiment mit der sehr ansehnlichen Bausubstanz des Lessingplatzes


Tw 9554 passiert den Augusttorwall Richtung Kennedyplatz. Das zweite Richtungsgleis verläuft an dieser Stelle auf der anderen Seite des Häuserblocks.


Tramino 1465 hat soeben von rechts kommend die Verbindungsstrecke vom Lessinplatz verlassen und trifft auf 0760, der auf Linie 3 genauso wie Line 4, von den Baumaßnahmen auf der Stobenstraße nicht betroffen ist.

Da es nun schon fast Mittag war, wurde ein Positionswechsel vollzogen, um die ausrückenden Verstärkerwagen abzupassen. Vor dem Fahrplanwechsel mit Beginn der Baumaßnahmen im März, verkehrten die Linien 1, 3 und 5 durchgängig im 10min Takt. Seitdem fahren alle Linien vorerst bis Beendigung der Baumaßnahmen einen 15min Grundtakt, der in den Morgenstunden und ab Mittag auf der Linie 1 zwischen Hauptbahnhof und Rühme (Carl-Miele-Straße) und auf der gesamten Linie 3 zu einem 7,5 min Takt verstärkt wird.
Die Sinnhaftigkeit erschließt sich mir dabei nich in vollem Umfang und es bleibt zu hoffen, dass mit Ende der Baustelle (die eigentlich in keinem direkten Zusammenhang mit den Taktmaßnahmen steht) dieses Procedere wieder abgeschafft wird. Durch diese Maßnahme werden Stöckheim, Wenden und Broitzem vollkommen von einem attraktiven Takt abgebunden und die Innenstadtstrecken, die ohnehin von mehreren Linien bedient werden, zusätzlich verstärkt, wobei der 7,5 min Takt insbesondere auf der 1 nur selten funktioniert, sodass oftmals zwei 1er direkt hintereinander fahren. Ganz abgesehen von den vielen Quasi-Leerfahrten der Ausrücker auf der Linie 3 bis zum Rathaus bzw. Schloss.
Immerhin gibt es dadurch aber reichlich neue Betriebssituationen für den interessierten Fotografen 😀

In der Regel rücken dabei drei Wagen relativ zeitgleich aus. Zuerst zwei 3er Richtung Weststadt und Volkmarode, dann eine 1 Richtung Rühme. Ein ganzer Teil der Verstärker sind dabei Hochflurwagen, womit sich für Altwagenfans ein guter Anlaufpunkt bietet.


Vom Depot kommend rückt 9556 auf die Linie 3 Richtung Weststadt aus.


Tw 8162 und Bw 8176 am Marienstift als Linie 3


Tw 8157 mit Bw 8175 als Verstärker nach Rühme. Im Stehen kann das ungewöhnliche Ziel sogar erkannt werden


Der nächste 1er nach Rühme ist 0756

Der einzige Mannheimer-Zug der ausrückte, war Tw 7755 mit Bw 7772. Blöderweise befand ich mich zu diesem Zeitpunkt gerade unter der Eisenbahnbrücke in Richtung Haltestelle Ackerstraße. Aber ich wusste immerhin dank Fahrplan wann er zurückkommt und so wurde er auf dem Leonhardplatz erlegt, welchen die Linie 1 aufgrund der Baustelle befährt.


Tw 7755 mit Bw7772 auf der Linie 1. Mindenstens ein weiterer Mannheimer konnte an diesem Tag auf der Linie 3 gesichtet werden.

Die Rückfahrt des Mannheimers Richtung Rühme musste jetzt natürlich auch noch festgehalten werden. Und so ging es zur Hst. Museumsstraße, eine der wenigen Stellen die auf der Rückfahrt ordentlich im Licht sind. Zuerst kam überraschend Htw 35 vorbei – auch ganz nett 😀 und sogar ohne Auto – top!!!
Doch auf der 1E wollte der Mannheimer auf dem Umlauf, den ich ihm zudachte, einfach nicht kommen. Also vielleicht würde er ja am Hbf auf die Linie 5 wechseln? Einfach mal stehengeblieben und drauf spekuliert und tatsächlich kam er als nächster 5er und wieder autofrei. Das gefällt!


Htw 35 auf Sonderfahrt in der Georg-Eckert-Straße


Und wenig später der Mannheimerzug auf der 5

Für heute sollte es das gewesen sein und so wurde nach einer kleinen Tour durch die Innenstadt der Weg mit der SL3 zurück zum Auto angetreten.
Am Donnerstag ging es nach einer Zeitraffer-Sequenz im Braunschweiger Hafen nochmal spontan zur Straßenbahn. Mit dem Rad war es quasi ein Katzensprung zur Zwischenschleife Carl-Miele-Straße, wo die Verstärker der 1 enden.


Durch die Verstärker kommen jetzt auch vermehrt 95er Schachteln auf die SL1 – Vielleicht auch nicht die beste Idee…


Auf der „langen“ 1 haben die Züge dafür umso mehr Kapazität. Zwei 07er Hängerzüge begegnen sich an der Durchfahrtshaltestelle Carl-Miele-Straße.


Von Rühme kommend ist Tw 8152 mit Bw 8181 zurück auf dem Weg zum Hauptbahnhof


Tw 8154 und Bw 8174 erneut in der Schleife Carl-Miele-Straße, die sonst nur bei Eintracht-Spielen oder von Betriebsfahrten genutzt wird.

So, das soll es für heute gewesen sein mit dem Braunschweig-Update aufgrund der Baumaßnahmen.