Einmal um die Pyrenäen Teil 3: Bilboko Aste Nagusia und Vitoria-Gasteiz

Endlich geht’s weiter in Spanien. Wir widmen uns heute den Straßenbahnen von Bilbao und Vitoria-Gasteiz, wobei Bilbao die eine oder andere Überraschung bereithalten soll…


Die Links zu den übrigen Teilen dieses Reiseberichtes sind hier zu finden: Reisebericht 2016: Einmal um die Pyrenäen

29.08.2016 – Bilboko Aste Nagusia und Vitoria-Gasteiz

Die Überschrift sagt alles oder? Nein?! Okay, gestern stellten wir uns ja noch die Frage, warum alle vernünftigen Hotels in ganz Bilbao ausgebucht sind. Heute gab’s dann die Antwort: In Bilbao tobte zum Zeitpunkt unseres Besuchs die „Semana Grande de Bilbao“ oder eben auf baskisch die „Bilboko Aste Nagusia“.
Kurz gesagt, das baskische Volksfest schlechthin, welches an diesem Sonntag seinen großen Abschluss feierte.

Von Alldem nichts ahnend, fuhren wir jedoch zunächst das Hafenviertel an, um uns dort die Puente de Vizcaya anzusehen. Dabei handelt es sich um die älteste Schwebefähre der Welt. Noch heute verbindet sie die Stadtteile Portugalete und Getxo. Für nähere Details empfehle ich Wikipedia…
Leider wollte das Wetter heute erstmals nicht mitspielen. Fast den ganzen Tag zogen dichte Wolken über das Baskenland.


Puente Vizcaya – Älteste Schwebefähre der Welt


Puente Vizcaya – Älteste Schwebefähre der Welt

Anschließend fuhren wir in die Stadt selbst und parkten das bereifte Gefährt nahe der Straßenbahnendstation La Casilla.
Die Straßenbahn von Bilbao wurde im Jahr 2002 eröffnet und fährt seitdem mit dreiteiligen Urbos 1 von CAF. Im Gegensatz zu den nachfolgenden Urbos-Generationen, verfügen diese an den Enden über vollwertige Drehgestelle – das gefällt!
Nachdem wir eine Tageskarte erstanden hatten, fuhren wir erstmal die Strecke ab. Das Wetter lud noch nicht so richtig zum Fotografieren ein. Während dieser Fahrt dämmerte uns so langsam, wo wir hier hineingeraten waren: Überall waren Imbiss-, Sauf- und Musikbuden und die halbe Innenstadt war zuplakatiert. Die Fahrt endete dann abruppt bereits am Ribera-Markt, anstatt eine Station später am Endbahnhof des Euskotren.
Der Grund war eine große Menschenansammlung auf der Straße, welche aufgeregt an einer mit Strohballen abgetrennten Strecke ausharrte. Sah doch sehr nach Seifenkistenrennen aus…
Aufgrund des Wetter zogen wir das Kulturprogramm vor und drehten eine Runde durch die Innenstadt. Dabei trafen wir auf diverse künstlerische Darbietungen. Am beeindruckensten waren die Tänze mit etwa vier Meter großen Figuren. Unbeschreiblich was hier abging, also seht selbst:


Endbahnhof Atxuri des Euskotrens


Die Tram endet heute jedoch schon neben dem Ribera Markt, welcher in Bildmitte etwas übers Wasser hängt


Der krönenden Abschluss der großen Festwoche


Die ausruhenden Künstler an der Hauswand führten mit diesen Figuren Tänze auf und zogen dabei einmal durch die Innenstadt. Durchaus schweißtreibend…

Anschließend liefen wir die Innenstadtstrecke ab, welche aus gegebenen Anlass autofrei war. Die Bahnen ohne Menschen unmittelbar vor dem Fahrzeug abzulichten, stellte sich aber auch als nicht ganz trivial heraus 😉
In diesem Abschnitt ist die Trasse eingleisig mit einer Ausweiche in der Station Arriaga. Dadurch ist die Tram auch an Werktagen auf einen 15min Takt limitiert.
Nach all dem Trubel gab’s dann erstmal ein Café con Leche im Bahnhofscafé, das kurzerhand in eine Bar umfunktioniert worden war.


Tw 406 vom Ribera Markt kommend kurz vor der Haltestelle Arriaga


Kreuzung der Wagen 406 und 408 an der Station Arriaga


Der schier endlos ansteigende Menschentrubel machte das Fotografieren zunehmend schwieriger. Beispielhaft dieser Versuch mit Tw 405

Wir verließen nun den eingleisigen Abschnitt und stiegen an der Station Uribitarte, unweit des Guggenheim Museums wieder aus. Hier fährt die Tram größtenteils auf Rasengleis an der Flusspromenade entlang.
Das bekannte Guggenheimmuseum musste natürlich auch umgesetzt werden, wobei dies durch die inzwischen großen Bäume, kaum mehr mit Tram möglich ist.

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Urbos 406 an der Station Uribitarte


Tw 405 vor dem Museo Guggenheim


Wenn man auf die Straßenbahn verzichtet, lässt sich das Guggenheimmuseum doch etwas besser in Szene setzten.


Noch ein Versuch, erneut mit Tw 405

Jetzt hatten wir Tram und Stadt aber irgenwie gesehen. Ein Motiv stand noch neben dem Atletic Stadion mit der Jesusstatur aus und dann wollten wir das Weite suchen.
Übrigens setzt Atletic Bilbao nur Spieler ein, die aus den baskischen Provinzen stammen oder dort in der Jugend ausgebildet wurden. Kaum vorstellbar das dieser Klub sich dennoch in der Primera División halten kann…


Neben dem Atletic Stadion mit Jesusstatur im Hintergrund unweit der Station Sabino Arana


Der Vollständigkeit halber ein Bild in der Endstation La Casilla

Mit etwas Verpflegung vom Bäcker wechselten wir die 50 km nach Vitoria-Gasteiz und checkten direkt mal im Hotel ein.
Anschließend gönnten wir uns die zweite Tageskarte des Tages und fuhren die zwei Linien ab. Etwas Besseres gab es bei der Dunkelheit eh nicht zu tun. Gegen 19 Uhr wurde es dann aber sogar noch mal etwas sonnig, bevor die diesmal der Erddrehung geschuldete Dunkelheit einsetzte 😉

Die Straßenbahn in Vitoria-Gasteiz fährt seit dem Jahr 2008. Mitte 2009 wurde eine zweite Linie eröffnet, welche einen neuen dritten Ast bedient. Beide Linien verkehren im 15min Takt, sodass im Innenstadtbereich ein 7,5min Takt angeboten werden kann.
Das Design der Wagen entspricht dem von Bilbao, allerdings hat man sich hier, zugunsten einer 100 prozentigen Niederflurbauweise und nicht zuletzt sicher des Preises wegen, für einen fünfteiligen Modulwagen mit starren Fahrwerken des Typs Urbos 2 entschieden.

Der Ast nach Abetxuko hat durchaus seinen Reiz. So verläuft er durch mehrere Parkanlagen und endet nach einem eingleisigen Abschnitt in sehr ländlich anmutender Bebauung.


Tw 504 in der Endstation Abetxuko


Tw 504 verlässt die Endstation in den eingleisigen Abschnitt


Tw 506 hat soeben die Station Kañabenta stadteinwärts verlassen


Tw 507 passiert die kleine Parkanlage um die Station Artapadura


Tw 508 an der Station Artapadura

Leider mussten wir feststellen, dass der Innenstadtast ab der Station Sancho el Sabio noch für eine Woche gesperrt war. Dem fiel auch das bekannte Motiv vor der Cathedrale zum Opfer. Aufgrund der länger werdenden Schatten, verschoben wir die Prioritäten auf Stadtbesichtigung und anschließende Nahrungssuche 😀
Die Innenstadt von Vitoria-Gasteiz ist übrigens äußerst sehenswert! Alles strahlt zwar einen etwas morbiden Charme aus, aber gerade das gibt dem ganzen auch seinen Reiz


Baustellenbedingt enden beide Linien bereits an der Haltestelle Sancho el Sabio


Tw 507 verlässt die provisorische Endstation


Der Plaza de la Virgen Blanca ist neben dem obligatorischen Plaza España der repräsentative Platz in Vitoria


Plaza de la Virgen Blanca in die andere Richtung. Typisch spanisch tobt hier bis in die Nacht das Leben.


Die ausgehölte Banco de España. Das bezieht sich natürlich nur auf das Gebäude 😉

Wir ließen uns auf dem Plaza de la Virgen Blanca vor einer Pizzeria nieder und ließen den Abend bei einem Ceveza und Pizza ausklingen.
Morgen geht’s dann über Pamplona zur 2011 eröffneten Straßenbahn von Saragossa.

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