Mit der BOB von Interlaken bis Grindelwald

Im zweiten Teil der kleinen Reihe aus dem Berner Oberland geht es zur Berner Oberland-Bahn. Die Berner Oberland-Bahn hat ihr Gesicht in den vergangenen eineinhalb Jahren grundlegend gewandelt und ist nun mehr denn je eine Art S-Bahn, welche die Zahnradbahnen der Jungfrauregion mit dem Fernverkehr aus Bern und der weiten Welt verbindet.

Seit 2017 kommen auch bei der Berner Oberland-Bahn neue Triebzüge aus dem Hause Stadler zum Einsatz. Die sechs ABDeh 8/8 321 bis 326, wickeln zusammen mit den drei neuen, optisch passenden Steuerwagen ABt 431 bis 433 aus dem Jahr 2017 und den fünf älteren Steuerwagen ABt 421 bis 425 aus dem Jahr 2004 den Planverkehr ab. Da für den Planverkehr lediglich fünf Triebwagen benötigt werden, steht selbst bei einem Ausfall noch ein Reservefahrzeug bereit. So konnte auch in zwei Wochen kein einziger Einsatz eines älteren Triebwagens beobachtet werden. Dennoch bietet die Strecke nach wie vor einige schöne Motive und auch die neuen Triebwagen wollen einmal im Bild festgehalten werden, auch wenn sie mir optisch nicht wirklich zusagen…

Da auf der Strecke nach Lauterbrunnen noch die hölzernen Schneewände entlang der Strecke aufgebaut waren, nahm ich mir den längeren Ast nach Grindelwald vor. Beginnen wir die Fahrt in Interlaken und arbeiten uns langsam entlang der Strecke nach Grindelwald vor:

Direkt hinter der Ausfahrtskurve von Interlaken Ost bietet eine lange Gerade entlang einer Wiese die Mögllichkeit, nahezu den gesamten Zug auf’s Bild zu bekommen, was im unteren Streckenabschnitt mit den langen Garnituren alles andere als einfach ist…
Über dem Zug trohnt dabei die Kirchenruine St. Peter.


Der Langzug geführt von 325 hat soeben Interlaken Ost verlassen.

Der erste Halt in Wilderswil ist schnell erreicht. Ab Mai besteht hier Übergang zu Schynigen-Platte-Bahn. Bereits im März wurde fast täglich an der Instandsetzung der Strecke gearbeitet.


Triebwagen 323 am Zugschluss im Bahnhof Wilderswil

Die Ausfahrt von Wilderswil in Richtung Zweilütschinen lässt sich von einem etwas erhöhten Standpunkt von der Straße nach Gsteigwiler umsetzten. Vom Bahnhof Wilderswil sind es durch den alten Ortskern und über die hölzerne Lütschinenbrücke kaum fünf Minuten bis zum Panoramablick über den Ort.


Ein Zug mit Triebwagen 322 am Zugschluss erreicht Wildersil.

Zwischen Wilderswil und Zweilütschinen gibt es dann gleich mehrere Stellen, an denen sich die Einheiten aus ABDeh+Abt + ABDeh+Abt ansatzweise in voller Länge ablichten lassen. Besonders bietet sich dafür die Doppelspurinsel vor Zweilütschinen an. Motivlich bietet diese Stelle allerdings nicht sehr viel, außer einer störenden Stromleitung, daher habe ich auf diese Stelle mal verzichtet. Stattdessen gibt es zwei Bilder des eingleisigen Abschnitts, einmal kurz hinter der Ausfahrt von Wilderswil und einmal unterhalb von Gsteigwiler.


Kurz hinter dem Stück mit der parallel verlaufenden Schynige-Platte-Bahn ist ABDeh 324 auf dem Weg nach Zweilütschinen zu sehen.


Unterhalb von Gsteigwiler besteht die Möglichkeit die Doppelzüge in voller Länge abzulichten. Jedenfalls wenn das Licht für die Gegenkurve noch richtig gestanden hätte…

Weiter geht’s nach Zweilütschinen. Gegen 09:00 bietet sich die Möglichkeit, die enge, zweigleisige Einfahrt mit den Felsen darüber abzulichten. Anschließend werden die Züge bekanntermaßen getrennt, wobei die eine Hälfte nach Lauterbrunnen, die andere nach Grindelwald weiterfährt. Der Grindelwalder Ast benötigt aufgrund seiner Länge dabei einen Zug mehr, sodass die Kombinationen auf dem Abschnitt Zweilütschinen-Interlaken ständig variieren.
In Zweilütschinen standen auch zwei der alten ABeh 4/4 im Bahnhof abgestellt, sodass wenigstens nochmal ein Standbild dieser Fahrzeuge möglich war.


Ein von Triebwagen 324 geführter Zug erreicht Zweilütschinen


Dort harrt ABeh 4/4 308 der Dinge


325 wartet in Zweilütschinen auf den hinteren Zugteil aus Grindelwald


Auch 304 und 305 stehen beschäftigungslos in Zweilütschinen herum, während seine Ablösung zwischen den beiden Veteranen hindurchrauscht.

Wir folgen dem Ast nach Grindelwald. Bis Lütschental geht es zunächst im Adhäsionsbetrieb weiter. Nachmittags bieten sich hier Motive mit einigen Gipfeln des Berner Oberlandes im Hintergrund. Da das Wetter aber nie mitspielte entstanden lediglich vormittags Aufnahmen in die andere Richtung.


326 zwischen Zweilütschinen und Lütschental.

Hinter Lütschental beginnt die erste Zahnstangenrampe nach Burglauenen hinauf. Die Strecke schlängelt sich dabei dicht am Hang entlang, sodass die meisten Motive etwas kompromissbehaftet sind. Zwei Versuche möchte ich trotzdem zeigen.


Zwischen Lütschental und Burglauenen zieht 323 unbeeindruckt von der Steigung die Steilstrecke hinauf.


Kurz vor dem Kreuzungshalt Burglauenen ist 326 zu sehen.

Nach der Kreuzung in Burglauenen geht es im Adhäsionsbetrieb weiter bis kurz vor Grindelwald, wo noch einmal ein Zahnstangenabschnitt in den Bahnhof im oberen Ortsteil hinauf folgt. Vom Gegenhang an der Wengernalpbahn lassen sich die Züge aus der ferne Beobachten, wie sie sich in den Bahnhof hinauf kämpfen.


Eine Garnitur der BOB kämpft sich den zweiten Zahnstangenabschnitt in den oberen Ortsteil von Grindelwald hinauf.

Der Bahnhof Grindelwald ist leider gerade mit den langen Zügen der BOB recht unfotogen. Daher endet die Fahrt mit diesem Fernblick auf die Berner Oberland-Bahn.

Bis demnächst,
Tobias

5 thoughts on “Mit der BOB von Interlaken bis Grindelwald”

  1. Hallo Tobias
    Muß an dieser Stelle mal ein großes Lob an Dich senden. Deine Berichte, vor allem die aus den Alpenregionen sind einsame Klasse!! Da ich ein großer Stadler-Fan bin, interessieren mich natürlich auch deren Einsatzgebiete. Und sooooo oft kommt man nicht in die Schweiz. Deine Fotos meine ich, gehören schon fast in eine Galerie! Es gibt immer Details zu entdecken und da sind die Bahnen perfekt eingebettet. Also : Bitte mach weiter so!! Ich freue mich auf jeden Deiner Berichte!
    LG, Rolli

    1. Danke Dir 🙂
      Freue mich wenn dir die Berichte gefallen. Demnächst wird’s dann noch einen Teil zur Wengernalpbahn geben, da ist auch für Stadlerfans wieder was dabei 😉 Aber auch die alten Vierachser aus den 50ern sollen nicht zu kurz kommen.
      Gruß
      Tobias

      1. SUPI!!! Eine Frage hätte ich noch. In den neuen BOB TW gibt es an der ersten Türe einen sehr hohen Einstieg. Aber nur diese eine Türe! Hat das einen besonderen Grund?
        Sie scheint auch breiter zu sein. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
        LG, Rolli

      2. Bei der Tür handelt es sich um die Tür für das Gepäckabteil. Daher auch das D in der Typenbezeichnung. Höhe und Breite sind wahrscheinlich passend zu den vorhandenen Umschlaganlagen/Gabelstaplern etc und daher deutlich höher und auch breiter als die niederflurigen Fahrgasttüren.
        Gruß
        Tobias

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