Aus alt mach neu – GT6N Redesign in Nürnberg

Im September 2019 besuchte ich nach fast genau zehn Jahren mal wieder intensiv die Straßenbahn Nürnberg. Neben der sehenswerten Stadt selbst, standen auch die einem Redesign unterzogenen GT6N im Fokus der Kamera.


Nach einem Besuch im Jahr 2009 mit dem Ziel der damals fabrikneuen Variobahnen und dem Einsatz historischer Fahrzeuge vom Betriebshof St.Peter, wurde die Straßenbahn in Nürnberg viele Jahre vernachlässigt. Auf der Durchreise entstanden 2012 einige wenige Aufnahmen bei diesigem Wetter und bei einem Besuch im Dezember 2016 entstanden gar überhaupt keine Bilder der Straßenbahn, zu verlockend waren die zahlreichen Glühweinstände in der Innenstadt…
Spätenstens mit dem Redesign der GT6N, rückte ein Besuch Nürnbergs in der To-Do-Liste aber weiter nach oben und im September 2019 verbrachte ich aus Thüringen kommend, schließlich einen ausgiebigen Tag in der fränkischen Metropole, bevor es am nächsten Tag weiter nach Augsburg ging. Mit dem Auto parkte ich an der jüngsten Endschleife Nürnbergs „Am Wegfeld“. Diese wurde erst im Jahr 2016 im Zuge der 2,5 Kilometer langen Verlängerung der Linie 4 eröffnet. Der P+R war zwar hoffnungslos überfüllt, aber in der näheren Umgebung bestanden noch ausreichend Parkmöglichkeiten.
Im Anschluss ging es mit der Tageskarte den ganzen Tag durch Nürnberg. Auch die historische Altstadt und das ehemalige Reichsparteitagsgelände rund um den Dutzendteich, sah ich mir dabei etwas genauer an, als bei den Besuchen zuvor. Im Folgenden lasse ich einfach mal wie gewohnt die Bilder mit kleinen Begleittexten sprechen:


Mit der Linie 4 von Norden kommend, wurde von der Haltestelle Hallertor ein kleiner Abstecher zur Linie 9 gemacht, bei der die Sonne schon in die Straßenachse schien. GT8N 1113 zwischen den Haltestellen St. Johannesfriedhof und Hallerstraße.


Die Innenstadt innerhalb der Stadtmauer ist zwar von der Straßenbahn befreit, bietet aber dennoch unzählige Motive für die Kamera. Außerhalb der Weihnachtsmarktzeit, hält sich auch der Andrang asiatischer Reisegruppen in Grenzen. Hier die Museumsbrücke über die Pegnitz.


Die Sonnenuhr am Sebalder Platz


Viele hübsche Details gibt es zu entdecken.


Blick durch die Obere Schmiedegasse Richtung Tiergärtnertor


Vereinzelten Schüler- und Rentnergruppen werden am Tiergärtnertor historische Weißheiten über die Burg vermittelt. Ansonsten ist das Treiben um kurz vor Elf und außerhalb der Weihnachtsmarktsaison aber recht beschaulich.


Das „Letzte-Meile-Vehicle“ verrät, in welchem Jahrtausend wir uns befinden. Ob der Scooter hier im Burggraben tatsächlich eine Autofahrt ersetzen konnte?


Nun aber mal wieder kurz zur Straßenbahn: Auf dem Weg zum Reichsparteitagsgelände mit der Linie 6, wurde ein Fotohalt an der Peterskirche eingelegt. Die Straßenbahn erhält hier wegen den Linksabbiegern einen Ampelvorsprung und so konnte GT8N 1116 ohne störendes Beiwerk beim Überqueren der Kreuzung abgelichtet werden.


Anschließend ging es einmal um den Dutzendteich. Die Dimensionen der Kongresshalle, welche nie ihre ursprünglich geplante Höhe erreichte, sind auch so auf eine schaurige Weise beeindruckend. Heute ist die Kongresshalle, nach Prora auf Rügen, der zweitgrößte erhaltene Monumentalbau der Nationalsozialisten.


Rund um die Steintribüne, welche als Haupttribüne für die Aufmärsche auf dem Zeppelinfeld diente, wird heute einmal im Jahr das letzte Straßenrennen im DTM-Kalender auf dem Norisring ausgetragen. Aufgrund des schlechten Zustandes, stand unter anderem diese auch bei den Nürnbergern beliebte Großveranstaltung, die jedes Jahr rund 130.000 Zuschauer anlockt, seit Jahren auf der Kippe. In diesem Jahr wurde nun nach jahrelangem Diskurs ein über 80 Millionen schwerers Sanierungsprogramm für das Gelände beschlossen. Heftige Disskusionen, wie mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände zu verfahren sei, gab es nicht nur aus monetärern, sondern vor allem aus geschichtshistorischen Gründen.


Insbesondere der Zustand der Steintribüne war für eine weitere Austragung von Großveranstaltungen nicht länger tragbar.


Die Start-/Zielgeraden ist auch außerhalb der Rennen für den öffentlichen Straßenverkehr gesperrt. Die Gegengerade dient demgegenüber als normale Straße.


Weiter ging die Umrundung des Dutzendteich, um zur Endstation der Linie 6 am Doku Zentrum zu gelangen. Die Bahnen fahren dort nach einer kurzen Pause als Linie 8 weiter.


Auch ein Blick ins Innere der Kongresshalle ist möglich.


Der Nachmittag sollte nun aber für die Straßenbahn genutzt werden. Ein Pflichtmotiv, welches mir noch fehlte, war der Blick auf die Burg zwischen den Haltestellen Hallertor und Obere Turnstraße. Einige Zeit wartete ich hier, bis das Motiv ohne Autos und mit saniertem GT6N funktionierte. Zum Glück fährt die Linie 4 etwa alle sechs Minuten. Mit GT6N 1007 klappte es dann wie gewünscht.


Vor der Haltestelle Obere Turnstraße konnte mit GT6N 1014 einer der letzten unmodernisierten seiner Art aufgenommen werden.


GT8N 1124 verlässt die Haltestelle Kohlenhof.


Hinter der Haltestelle Alemannenstraße konnte GT6N 1126 vor dem Gymnasium aufgenommen werden. Nach der Frischzellenkur wirken die GT6N auch optisch fast 20 Jahre jünger. Auch der komplett entkernte Innenraum, macht einen modernen Eindruck und lässt nicht mehr vermuten, dass diese Wagen schon fast 25 Jahre alt sind. Jedenfalls aus Sicht des Fahrgastes, hat IFTEC in Leipzig hier ganze Arbeit geleistet, so sind etwa auch die Fahrgeräusche deutlich geringer als bei den GT8N und den Variobahnen ist diese Konstruktion ohnehin überlegen.


Am Plärrer konnte anschließend GT8N 1110 aufgenommen werden.


Auf der anderen Seite der Haltestellenanlage noch einmal ein modernisierter GT6N in Gestalt des Wagen 1002.


Die Variobahnen machen sich aufgrund der zahlenmäßigen Unterlegenheit etwas rar und tragen zu allem Überfluss auch noch zahlreiche Vollwerbungen von teils zweifelhafter Schönheit. Am Hauptbahnhof gelang dann am Abend aber doch noch eine Aufnahme der unbeklebten Variobahn 1206 vor dem Grand Hotel.


An der Haltestelle Tullnaupark wurde das letzte Licht noch für eine Aufnahme von GT8N 1120 genutzt.


Ein Stück den Berg hinauf reichte das Licht dann sogar noch knapp für den folgenden Kurs mit GT8N 1122.

Soweit der etwas „kulturlastige“ Bilderbogen meines letzten Nürnberg Besuches. Auf der Rückfahrt mit der Linie 4 hatte ich dann noch ungewollt das Vergnügen einer Expressfahrt: Die drei Haltestellen vor der Endschleife Am Wegfell, wurden aufgrund eines Bombenfundes und der eingeleiteten Evakuierung nicht bedient, sodass der GT6N die letzten Kilometer der Neubaustrecke ohne Halt entlang raste. Zum Glück hatte ich heute morgen an der Endstation geparkt und auch die Straßenbahnlinie war noch nicht unterbrochen, denn das betroffene Gebiet wurde gerade von Polizei, Feuerwehr und THW großräumig abgeriegelt.

Anschließend ging es dann noch einige Kilometer Richtung Augsburg weiter, wo der kommende Tag verbracht werden sollte. Sogar ein M-Wagen sollte mir dort noch unverhofft auf Linie begegnen.

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