Über den Röstigraben und Retour III: Hinauf zur Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren

Noch bis einschließlich Freitag ist im Berner Oberland den Prognosen gutes Wetter zu entnehmen. Nach dem kräftezehrenden Aufstieg auf das Rothorn gestern, soll es heute erstmal „nur“ mit dem Rad hinauf nach Mürren gehen.


Donnerstag, 22. Juli 2021: Hinauf zur Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren

Erstaunlich unbeschwert kam ich heute Morgen aus dem Bett. Vielleicht lag es am strahlenden Sonnenschein vor dem Fenster, oder doch einfach nur an den gut acht Stunden Schlaf. Schnell hinunter zum Frühstück und kaum eine halbe Stunde später waren die Sachen gepackt und im Auto verstaut. Selbiges würde bis heute Abend allerdings noch vor dem Hotel stehen bleiben. Denn für heute hatte ich entschieden, es erstmal einen Tag etwas ruhiger anzugehen und mit dem Rad hinauf nach Mürren zu fahren. Was genau an dem Anstieg hinauf zur Grütschalp nun eigentlich den Begriff „ruhiger angehen“ verdiente, sollte ich mich schon eine Stunde später zwischen Lauterbrunnen und der Grütschalp fragen…
Heute Abend würde ich mich dann jedenfalls mit dem Auto auf die andere Seite des Ortes verschieben, sollte doch der zweite Teil der Reisegruppe am Abend im Berner Oberland eintreffen.

Nach dem üppigen Frühstück, ließ ich den Volg erstmal außen vor und radelte entlang der BOB Richtung Lauterbrunnen. Die Challenge war dann natürlich vor der Mittagsschließung den Coop in Mürren zu erreichen, aber das sollte wohl kein Problem werden. Die gesamte Strecke der BOB lag um kurz vor acht noch im Bergschatten, sodass ich mir einen Fotohalt hier sparen konnte. Der Weg selbst hingegen war wiedermal herrlich. Leicht ansteigend Richtung Lauterbrunnen, schlängelt sich die Schotterpiste hinter Gsteigwiler und Zweilütschinen immer entlang des Flusses zum Endpunkt der BOB und gleichzeitigem Startpunkt der Wengernalpbahn und der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren. Auch andere Nutzer des Weges hielten sich zu dieser Zeit noch stark in Grenzen. Genau genommen fuhren nur zwei E-Bikerinnen älteren Semesters hinter mir her, schafften es aber trotz elektrischer Unterstützung nicht, zu mir aufzuschließen – Balsam für die Seele 😀

Lauterbrunnen wurde ohne Halt durchfahren, abgesehen von einem kurzen Stopp beim Brunnen am Abzweig des kleinen Sträßchens hinauf zur Grütschalp. Im Bahnhof rangierte derweil eine der kleinen He 2/2 im Schatten herum.

Zunächst folgt die Route zur Grütschalp noch der kleinen Asphaltstraße nach Isenfloh, nach einem halben Kilometer zweigt dann der kleine asphaltierte Alpweg hinauf nach Grütschalp in einer Serpentine ab. Mit ordentlicher Steigung schlängelt sich dieser dann in mehreren Serpentinen den Hang hinauf.

Kommentarlos schräg den Berg hinauf führt derweil die Luftseilbahnsektion der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren bis Grütschalp. Bis 2006 wurde diese Steilsektion von einer Standseilbahn bedient, die aufgrund eines problematischen Rutschhanges allerdings durch eine neue Luftseilbahn mit einer großen Kabine ersetzt wurde. In Grütschalp schließt die 4,3 Kilometer lange Adhäsionsbahn nach Mürren an. Früher bestand durch die Standseilbahn die Möglichkeit, neue Wagen für die Adhäsionsstrecke den Berg hochzuziehen. Mit der neuen Luftseilbahn müssen die Fahrzeuge nun über das kleine Asphaltsträßchen, auf dem ich gerade hochstrampel, auf die Alp gebracht werden. Das stelle ich mir dann doch durchaus knifflig vor. Mit dem 2010 von der ASM beschafften Be 4/4 31 hat dies allerdings schon einmal funktioniert, sodass zumindest erste Erfahrungswerte für den Transport der bei Stadler bestellten, neuen Niederflurtriebwagen bestehen.


Kleine Lichtungen und Wiesen eröffnen immer mal wieder den beeindruckenden Blick auf das Felsmassiv von Lauterbrunnen mit der Jungfrau dahinter.


Auch eine kleine Alp wird nach etwa einem Drittel des Anstieges passiert.

Der Aufstieg hat es durchaus in sich, die Luftseilbahn überwindet bis zur Grütschalp immerhin fast 700 Höhenmeter. Mit Entspannungsprogramm hat das irgendwie schon wieder nicht viel zu tun. Nach einer gefühlten Ewigkeit, auf halber Strecke zwischen Grütschalp und der Mittelstation der Adhäsionsbahn Winteregg, verlässt das Sträßchen dann endlich den Wald und der Blick fällt erstmals auf die kleinen braunen Triebwagen, die sich etwas oberhalb am Hang entlangschlängeln. Nur ein Kampfradler mit E-Bike-Trainerbegleitung war unterwegs an mir vorbeigezogen, ansonsten war die gesamte Strecke menschenleer gewesen.


Be 4/4 23 zwischen Winteregg und Grütschalp.

Die längste Zeit des Tages verkehrt die BLM im Viertelstundentakt, passend zu den Seilbahnanschlüssen und bringt Tagesausflügler und Urlauber vom Umsteigeterminal an der Grütschalp hinüber in den Touristenort Mürren. Nur am frühen Nachmittag und dann erst wieder am Abend herrscht für kurze Zeit Halbstundentakt.
Mein Sträßchen kam letztlich genau an der Mittelstation Winteregg an der Strecke heraus. Um nicht in die Mittagsschließung des Coop zu geraten, orientierte ich mich nach einem Bild des nächsten Zuges umgehend Richtung Mürren. Nach diesem Anstieg mussten dringend Kalorien nachgeworfen werden, was nicht mehr bis zum Nachmittag warten konnte.


Be 4/4 23 kommt von der Grütschalp zurück und erreicht Winteregg. Die drei 1967 von SIG, BBC und SAAS gebauten Triebwagen Be 4/4 21-23 tragen seither die Hauptlast auf der Adhäsionsstrecke.

Beim Coop in Mürren füllte ich erstmal den Rucksack mit Mittagessen und Proviant für die nächsten Stunden. Neben der Betonwand des Bahnhofsgebäudes der BLM in Mürren hockte ich mich auf eine schattige Bank und genoss erstmal die Stärkung bei herrlichem Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Viel interessanter war aber eigentlich das hiesige Treiben der Touristen. Neben einfach nur prolligen (Neu)-Reichen aus aller Welt – typisch für solche Orte – trieben sich auch wieder viele Tagesausflügler der Möchtegern-Bergsteiger-Gattung herum, wie ich sie gestern am Rothorn schon beschrieben hatte. An der Panorama-Plattform neben dem Bahnhof mussten jedenfalls alle erstmal ihre Selfies machen, was wie so oft zu nicht wenigen skurrilen Szenen führte…


Die „Selfie-Plattform“ neben dem Endbahnhof der BLM in Mürren während meines Mittagessens. Richtig im Licht ist das Panorama aus Eiger, Mönch und Jungfrau aus Mürren gesehen nur am späten Abend, wenn dann allerdings oft Quellwolken herumwabern.

Frisch gestärkt war nun wieder an Arbeit – also Bahnfotos – zu denken. Von Mürren führt die Strecke den Großteil bis Winteregg direkt neben dem breiten Wanderweg, der hier sogar ein Stück asphaltiert ist. Die Motive sind aber nicht sonderlich toll, zumal ich hier im Frühjahr 2018 schon viele schöne Schneebilder machen konnte. Für Radfahrer ist der Weg trotz seiner Breite inzwischen gesperrt. Ein Phänomen, das dank immer mehr rücksichtslos rasender (E-)Biker in Zukunft an solchen Spazierhotspots wohl noch deutlich zunehmen dürfte. Stattdessen führt der Radweg am Hang über eine Kuppe und kommt erst in Winteregg wieder an die Strecke. Das war für mich jetzt aber kein großes Problem, denn der deutlich schönere Abschnitt mit den Panoramen nach Wengen und zu den 4000ern hinüber liegt zwischen Winteregg und Grütschalp.


Ein einziger kurzer Blick ergibt sich von der etwas abseits verlaufenden Schotterpiste für Radfahrer auf die BLM. Be 4/4 31 ist auf dem Weg nach Mürren zwischen den Stationen Grütschalp und Winteregg. Gut, dass es von dieser Type hier nur ein Fahrzeug gibt – die Nummer hätte ich nicht lesen können 😀

Bis zum späteren Nachmittag ist die Strecke hier eher von der Talseite im Licht. Aufnahmen bieten sich also nur an den großen S-Kurven oder am einzigen Überweg zwischen Winteregg und Grütschalp an. Dort lehnte ich das Rad an und wartete einfach mal einen ganzen Umlauf ab, bis der Einzelgänger Be 4/4 31 wiederkam. Ein interessantes Detail an diesem Überweg ist der aushängende Fahrplan, genau für diesen Übergang, der später noch einmal wichtig werden sollte.


Am Überweg zwischen Grütschalp und Winteregg hängt der eigens ausgefertigter Fahrplan mit den exakten Fahrzeiten genau für diese Stelle.


Dann kommt auch bald Be 4/4 31 aus Mürren zurück. Für den eingeführten 15-Minuten-Takt benötigte die BLM plötzlich täglich alle drei Be 4/4 von 1967. Obwohl die reine Fahrzeit knapp unter 15 Minuten liegt, wird für das Be- und Entladen der Güterwagen in Grütschalp und Mürren zusätzlich Zeit benötigt, sodass der Takt mit nur zwei Triebwagen nicht zu halten ist. Bei Ausfall eines Wagens konnte dann nur noch der historische Be 4/4 11 von 1913 einspringen. Aus diesem Grund wurde 2010 der 1966 gebaute Be 4/4 102 der ASM übernommen, leicht angepasst, neu lackiert und mit der Nummer 31 in Betrieb genommen.


Bei diesem Ausblick wartet man doch gern mal einen ganzen Umlauf ab…


Be 4/4 31 kommt aus Grütschalp zurück Richtung Mürren. Schön zu erkennen, wie die Fahrleitungsmasten hier in Reih und Glied stehen. Die alten, krumm und schief stehenden Holzmasten wurden an der gesamten Strecke vor Kurzem ersetzt, als Vorbereitung auf die neuen Niederflurwagen. Im nächsten Schritt dürfte dann wohl der für Schweizer Verhältnisse recht abenteuerliche Gleisbau dran sein.


Den Gegenzug der Kreuzung in Winteregg nahm ich noch von etwas weiter unten mit. Be 4/4 23 Richtung Grütschalp.

Nach dieser erneuten Pause mit Panoramablick radelte ich erstmal bis nach Grütschalp hinab. Unmittelbar vor dem Endbahnhof kreuzt noch einmal ein kleiner Weg die Strecke zu einem Kuhstall hinab. Zwei Kurse wartete ich hier vergebens auf Sonne. Die Quellwolken hingen am Hang und bewegten sich immer minimal vor und zurück. Immer wenn der Zug durchkam, breiteten sich die Wolken genau das kleine Stück aus, um die Szene im Schatten versinken zu lassen. Da gerade die kurze Phase des 30-Minuten-Taktes angebrochen war, standen die Chancen auf eine Sonnenbild nicht wirklich gut.

Auf der Suche nach Sonnenlicht ging es dann eben wieder zurück Richtung Winteregg. Zwischen Grütschalp und Winteregg macht die Strecke einen großen Schlenker Richtung Berg, um ein kleines Flusstal ohne große Ingenieurbauten zu überqueren. Dort stand die Sonne an einer kleinen Lichtung nun schon von außen.


Be 4/4 22 zwischen Grütschalp und Winteregg auf dem Weg nach Mürren. Hier macht die Strecke einen großen Schlenker um den dazwischen liegenden Bergbach möglichst einfach zu überqueren.

Bevor es völlig zuquoll, wollte ich nun wenigstens noch ein Bild von der Bergseite mit Panoramablick auf Wengen umsetzen, möglichst nochmal mit dem Einzelgänger Be 4/4 31. Die Stelle am Überweg von heute Mittag sollte jetzt eigentlich von außen im Licht sein und Be 4/4 31 war auch wieder an der Reihe. Den kleinen Schotterweg ein Stück hinunter gebremst und schon passte bei der Durchfahrt des Zuges alles.
Anschließend wurde dann der Fahrplan am Überweg relevant, an dem vorhin schon mein Rad lehnte: Direkt nach dem Zug kam eine junge Alpwirtin angehastet, befestigte ein Flatterband quer über die Schienen, hastete schnell zurück und zusammen mit einem Helfer setzten sich plötzlich einige Dutzend Rinder den Weg hinauf in Bewegung. Blöd nur, dass ich genau auf diesem Weg herumstand für eine weitere Aufnahmen, das Rad lehnte derweil ein Stück weiter oben an einem Holzpflock. Ich zog mich mal lieber in die Serpentine zurück um nicht auf dem engen Weg mit den Rinden auf Tuchfühlung zu geraten – so ganz geheuer sind mir diese über eine halbe Tonne Lebendgewicht dann doch nicht… Einige wenige glotzen mich etwas blöd an, der Rest war eher damit beschäftigt, falsche Wege zu nehmen, am Wegesrand besonders saftiges Grün zu suchen und für beides mit lauten Rufen und nachdrücklichem Anschieben einer der beiden Antreiber getadelt zu werden. Irgendwann war die Karawane durch und rückte am Hauptweg zwischen Mürren und Grütschalp zum Melken in eine Hütte ein. Schnell wurde das Flatterband entfernt, das Gatter über den Weg nun geschlossen und der nächste schon im Anmarsch befindliche Zug konnte passieren. Hier, recht genau zwischen Winteregg und Grütschalp kommt auch alle 5-10 Minuten eine Bahn, sodass es sich durchaus zu eilen gilt, die Viecher möglichst schnell über den Überweg zu bringen.


Kurz vor der Rinderherde huscht noch schnell Be 4/4 31 am Überweg zwischen Grütschalp und Winteregg Richtung Mürren durch. Dann muss alles zügig und eingespielt laufen, um die Viecher vor dem Gegenzug über die Bahnschienen zu treiben.

Auf der Suche nach Lücken in den Quellwolken ging es noch einmal bis Mürren. Am Bahnübergang der Asphaltstraße aus Mürren erwischte ich noch einmal den Einzelgänger in einem passenden Sonnenspot. Damit wäre auch dieser Abschnitt für heute hinreichend dokumentiert. In Mürren war gerade Be 4/4 23 mit dem Rangieren zum Güterterminal beschäftigt. Selbst mit den 15 Minuten Pause bleibt dabei nicht viel Zeit zum Bummeln. Ich holte mir beim Coop noch mal einen Nachmittagskaffee und kleinen Snack, dann radelte ich zurück zum klassischen Nachmittagspanorama auf Wengen und wartete einfach mal ab, ob es nochmal halbwegs im Licht klappen sollte. Mit Blick auf Wengen sah ich derweil ausschließlich Pano-Doppel abfahren. Richtung Kleine Scheidegg gefühlt nur im Stundentakt, während zwischen Wengen und Lauterbrunnen im Halbstundentakt gependelt wurde. Zwischendurch kam auch ein Güterzug mit blauem Zugwürfel von der Kleinen Scheidegg hinab.


Be 4/4 31 am Bahnübergang hinter Mürren Richtung Grütschalp. Hinter der nächsten Ecke zweigt der Radweg den Berg hinauf vom Fußweg ab. Die Asphaltstraße geht hier für alle in einen Schotterweg über.


Be 4/4 23 zieht den Güterwagen von der Laderampe zurück zum Bahnsteig im Bahnhofsterminal. Die Laderampen befinden sich an beiden Endstationen Richtung Grütschalp, sodass die Güterwagen immer am gleichen Ende des Triebwagens verbleiben können und Richtung Grütschalp geschoben werden.


Mit Be 4/4 31 klappte es nach einigen Versuchen wenigstens nochmal im Halblicht am Panoramablick auf Wengen.


Der Grund für die nachmittäglichen Sonnenprobleme: An den Bergen hingen ab Mittag Quellwolken, in die sich die Sonne immer weiter hineindrehte. Während im Tal und am Gegenhang in Wengen fast durchgängig die Sonne schien, gab es hier auf der Alp nur noch kurze Sonnenspots. Zum Wandern und Radeln eigentlich optimal, für Fotos eher nicht so…

Es war jetzt aber auch schon 17 Uhr durch und ich radelte, die üblichen drei Kuhgatter öffnend, zurück nach Winteregg. Dort gab es noch ein Dunkelbild vom völlig neu und barrierefrei umgestalteten Bahnhof. Außer der alten Betonbrücke ist dort nichts mehr wie früher und schon auf die Ankunft der neuen Triebwagen vorbereitet.


Be 4/4 23 erreicht den umgebauten Kreuzungsbahnhof Winteregg. Durch den abendlichen Halbstundentakt findet keine Kreuzung mehr statt und Be 4/4 31 hat bereits Feierabend.

Dann durfte ich die 700 Höhenmeter wieder hinab heizen, was dann mehr als entlohnte für die morgentliche Anstrengung. Anspruchsvoll ist die Strecke derweil nicht, geht es doch fast durchgängig auf Asphalt hinab. Nur einige Abschnitte bestehen aus leichtem Schotter.
Bis Zweilütschinen ging es flott voran, dann hatte ich die Niete mit dem dortigen Bahnübergang über die Bahnhofsgleise gezogen, über die die Schotterpiste nach Wilderswil die Bahn kreuzt. Kurz vor mir senkten sich die Schranken. Das nun folgende Prozedere kannte ich schon von 2018, sodass ich den Motor guten Gewissens abschalten und eine Raucherpause einlegen konnte – oder so ähnlich 😉 Zunächst laufen die beiden Züge aus Grindelwald und Lauterbrunnen nacheinander ein. Diese werden gekuppelt und fahren gemeinsam nach Interlaken. Durch die neuen, automatischen Schwabkupplungen geht das inzwischen sehr flott. Die Schranke denkt aber gar nicht daran jetzt zu öffnen, sondern bleibt eine weitere Ewigkeit geschlossen, bis der Zug aus Interlaken einläuft – ob das Teil vom Fahrdienstleiter vor Ort geschaltet wird? Durch die Zweispurinsel können die Züge zwischen Wilderswil und Interlaken recht beliebig kreuzen, sodass irgendwann auch der Zug aus Interlaken eintrudelt. Dieser wird getrennt und der Zugteil nach Lauterbrunnen fährt ab. Wie immer Irren einige Verlorene auf dem Bahnsteig herum und haben bemerkt, dass sie im flaschen Zugteil sitzen und der Richtige schon weg ist. Das bedeutet dann 30 Minuten warten. Als dann endlich auch der Zug nach Grindelwald ausfährt, öffnet sich nach etwa 10 Minuten die Schranke und es kann weitergehen – schnell rüber, bevor sich das Spiel gleich wiederholt…


Aus Grindelwald läuft der erste Zugteil nach Interlaken in Zweilütschinen ein. Rechts einer der auf Schwab-Kupplungen umgerüstete Steuerwagen für die Reserveeinheit mit ABeh 4/4.

Ich holte noch schnell das Auto vom letzten Hotel ab, setzte das Rad wieder auf’s Dach, beäugte etwas misstrauisch die Durchfahrtshöhe der alten Holzbrücke und checkte im Gasthof Steinbock hinterm Fluss ein. Selbst die angeschlagene Duchfahrtshöhe hätte wohl knapp gepasst, durch die nach oben zulaufende Holzkonstruktion, war die Durchfahrtshöhe in der Mitte für das Rad aber eh viel großzügiger.


Nach der Schrankenpause ist zügig Wilderswil erreicht. Hier scheint noch immer die Sonne und es ist ordentlich schwülwarm geworden.

Schnell unter die Dusche und dann mal gecheckt wie es bei der zweiten Hälfte der Reisegemeinschaft aussieht. 20 Uhr Ankunft Interlaken mit dem ICE aus Basel. Dann fahr ich doch einfach mal rüber und hole mir noch den leckeren Salat im Coop pronto am Bahnhof Interlaken. Die Fahrt ist ja eh mit der Churtaxe bezahlt…


Beim Warten am Bahnsteig auf die BOB nach Interlaken steigt schon die Vorfreude auf das morgendliche Ziel…

In Interlaken bleiben knapp zehn Minuten, bis die BOB wieder abfährt. Ich laufe nach dem Einkauf nochmal von außen den Zug ab und suche nach dem Neuankömmling. Mit Maske und getönten Scheiben misslingt das Vorhaben. Am Bahnsteig in Wilderswil finden wir uns dann aber zwangsläufig. Noch ein kühles Pilsbierhaltiges aus dem Volg geholt und schon kann der abendliche Gaumenschmaus auf dem Zimmer beginnen. Nach dem heutigen Tag in Basel, plant meine neue Begleitung morgen ebenfalls einen Tag zur Schynigen Platte. Mein wahnwitziges Vorhaben sieht schon wieder eine komplette Wanderung Widerswil – Schynige Platte – Wilderswil vor. Start: 06:45 Uhr mit einer dreiviertel Stunde Vorsprung auf den Early Bird. Da ist der SwissPass-Kollege raus und wählt eher ein gemütliches Frühstück mit Bergfahrt bis Burglauenen. Verstehe ich jetzt gar nicht… 😀

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