Über den Röstigraben und Retour IV: Entlang der Schynige-Platte-Bahn zum Dreigestirn

Nach der Brienz-Rothorn-Bahn steht heute mit der Schynige-Platte-Bahn die nächste Zahnradbahn im Berner Oberland auf dem Programm. Fast 1400 Höhenmeter kämpfen sich die über 100-jährigen Maschinen in den Schatten der 4000er auf die Schynige Platte hinauf.


Freitag, 23. Juli 2021: Entlang der Schynige-Platte-Bahn zum Dreigestirn

Die erste Nacht in der zweiten Bleibe in Wilderswil war irgendwie nicht so wirklich erholsam. Das Bett konnte der Beschreibung „großes Doppelbett“ nicht ganz gerecht werden und hatte noch dazu so eine nervige Kante am Ende, die es für Großgewachsene nicht angenehmer machte. Dazu noch die schwüle Wärme hier unten auf Seehöhe und der laut rauschende Fluss direkt vorm Fenster…
Naja, so fiel mir dann zumindest das Aufstehen nicht schwer. Noch vor dem Early Bird, der Wilderswil bereits um 7:25 Uhr verlässt um auch Personal und Material rechtzeitig auf den Berg zu bringen, wollte ich die Wanderung hinauf nach Breitlauenen in Angriff nehmen. So klingelte um kurz vor sechs der Wecker und ich lief erstmal schnell zum Volg hinüber, der hier in der Saison sehr erfreuliche Öffnungszeiten hat. Ausgestattet mit Proviant für den Tag, ging es rund eine Stunde vor dem Early Bird gen Berg. Über Wilderswil lag noch morgendliche Ruhe und es hatte sich zumindest auf unter 20 Grad abgekühlt. Am Himmel war derweil keine Wolke auszumachen und die Sonne kletterte langsam an den Gipfeln hinunter gen Tal.
Schonmal einen Muffin und einen Kaffee verdrückend lief ich von Wilderswil nach Gsteigwiler hinauf, wo oberhalb des Ortes dann der „richtige“ Anstieg begann. Hier unten gibt es noch ein, zwei Wiesen für schöne Motive. Einerseits sind diese aber zur Alpsaison eher schwer legal erreichbar, andererseits wollte ich möglichst früh die Wiesen um Breitlauenen erreichen um dort das schöne Morgenlicht zu nutzen. Anstatt also abzubiegen, folgte ich oberhalb Gsteigwiler stur dem ausgeschilderten Pfad hinauf Richtung Schynigen Platte.


Im Gegensatz zu den teils spärlichen Öffnungszeiten der großen Detailhändler, hat dieser Mülleimer zumindest 24h geöffnet 😉 Das wurde gleich mal genutzt und die Verpackungen der ersten Fressalien aus dem dankenswerterweise von den üblichen Öffnungszeiten abweichenden Volg in Wilderswil entsorgt.


Um viertel vor sieben erreichen die ersten Sonnenstrahlen die Berggipfel. Ich erreichte derweil Gsteigwiler und bog in den steilen Hang hinauf nach Breitlauenen ab.

Etwas stutzig machte dann unvermittelt ein provisorisches Schild am Abzweig in den bewaldeten Steilhang: „Durchgang Breitlauenen – Schynige Platte wegen Felssturz gesperrt“. So ganz glaubte ich dem aber mal nicht, denn überall sonst fand sich kein solcher Hinweis. Vermutlich wurde dieses Schild einfach vergessen wieder abzunehmen.


Oberhalb von Gsteigwiler der Abzweig Richtung Breitlauenen und Schynige Platte. Kurz darauf folgte das vergessene Hinweisschild auf den angeblichen Felssturz.

Im Anschluss ging es dann einfach nur brutal den Berg hinauf. In unzähligen Serpentinen windet sich der schmale Pfad die fast 1000 Höhenmeter Richtung Breitlauenen hinauf. Und dieser Weg ist wirklich Düster. Man fühlt sich erinnert an den Verbotenen Wald aus Harry Potter oder den Finsterwald in Tolkiens Mittelerde. Die hohen Tannen lassen kaum Licht auf den Boden fallen und so ist dieser einfach nur dunkel und felsig, übersäht mit Nadeln und Ästen und ohne jegliches Grün. Lichtungen oder kleine Ausblicke sind Fehlanzeige. Ab und zu raschelt im halbdunkel etwas davon. Die frühe Uhrzeit mit dem Dämmerlicht tat ihr Übriges.
So konnte ich mich aber zumindest ohne jegliche Verzögerung durch den kühlen Wald den Berg hocharbeiten. Nur einmal, etwa auf halber Höhe zwischen Gsteigwiler und den Wiesen unterhalb Breitlauenen, kreuzt der Pfad die Bahnstrecke. Es war zwar immer noch düster, aber der Early Bird hatte mir meine Stunde Vorsprung inzwischen abgenommen und ich nutze die kurze Wartezeit am Übergang für eine erste Verschnaufpause.


Zwischen den Wiesen bei Gsteigwiler und Breitlauenen, fährt auch die Schynige-Platte-Bahn im tiefen Wald den Berg hinauf. An der einzigen Kreuzung mit dem Wanderweg bringt He 2/2 62 den Early Bird Richtung Schynige Platte. Hauptsächlich Personal nutzt diesen um 7:25 Uhr in Wilderswil abfahrenden Zug. Zusätzlich wird noch ein kleiner Vorstellwagen zur Versorgung der Berggastronomie mitgeführt.

Noch mal so weit geht es anschließend durch den Finsterwald. Dann irgendwann wird das Baumdach dünner, am Boden zeigen sich erste grüne Pflanzen. Und plötzlich stand ich unvermittelt in der schönsten Morgensonne unterhalb Breitlauenen mit Blick hinab nach Interlaken.

Für den nächsten Zug wollte ich in die erste Wiese hinter dem Waldabschnitt hinüber. Dafür ging es nun erstmal wieder wenige Meter hinab auf dem Weg unweit der Strecke. Nach dem Early Bird geht die Bahn direkt in einen 40-min Takt über, der bis zum vorletzten Zug gehalten wird. Der nächste Zug dürfte also nicht mehr lange auf sich warten lassen. Kaum im Motiv, dröhnte auch schon der nächste Zug den Berg hoch. Das Licht war dabei einfach herrlich und die Sicht für August auch nicht übel. Aus einer etwas anderen Perspektive wartete ich noch den talfahrende Early Bird ab. Dazwischen blieb auch endlich ausreichend Zeit für ein ordentliches Frühstück an der Fotowiese.


Nach fast 1000 Metern Aufstieg erblicke ich unterhalb Breitlauenen wieder Sonnenlicht und der Blick fällt sogleich hinab nach Interlaken.


Eine kleine Hütte steht unweit der Wegkreuzung. Dort vorbei führt der weitere Weg nach Breitlauenen und zur Schynigen Platte. Ich wende mich allerdings erstmal in die andere Richtung, um noch die unterste Wiese bei Breitlauenen abzulichten.


Der zweite Bergfahrer des Tages durchfährt unterhalb von Breitlauenen von He 2/2 19 gebremst die erste Wiese nach dem langen Waldabschnitt zwischen Gsteigwiler und Breitlauenen.


Wenig später kommt der Early Bird mit He 2/2 62 hinab und überquert den kleinen steinernen Durchlass. Über den Weg im Vordergrund und durch den Durchlass führt, wie ich am Abend noch feststellen sollte, ein alternativer Pfad, der direkt in Wilderswil hinauskommt.


Nachschuss mit Blick auf die Waldeinfahrt und Interlaken. Besonders auffällig ist der ehemalige Mystery Park mit seiner silbernen Kugel auf dem ehemaligen Militärflugplatz Interlaken.

Für den nächsten Bergfahrer ging es wieder einige Meter Richtung Breitlauenen. In der großen Kurve, in der sich die Strecke Richtung Kreuzungsstation wendet, bot sich ein Sonnenfenster in voller Steigung für die nächste Aufnahme an. Kühe waren gerade nicht in Sicht und bimmelten in einiger Entfernung am Hang, sodass die Durchfahrt ohne Besuch durch Vierbeiner abgewartet werden konnte.


Der 8:45 Uhr Bergfahrer ab Wilderswil durchfährt die große Kurve hinauf zur Kreuzungsstation Breitlauenen. Die zwei offenen Vorstellwagen werden von He 2/2 11 auf den Berg geschoben.


Der 8:45er wurde als erstes doppelt geführt: Die rote He 2/2 16 folgt mit zwei modernen Vorstellwagen.

Nun stand DER Klassiker der Schynige-Platte-Bahn auf dem Programm: Die Wiesen oberhalb Breitlauenen mit Blick über den Thunersee. Die Sonne sollte dort jetzt optimal für die 10 Uhr Kreuzung in Breitlauenen stehen und gleichzeitig noch ein wenig Morgenlicht vorhanden sein. An der Kreuzungsstation vorbei, lief ich daher direkt in die Wiesen und wartet auf die nächsten Züge.


In den Wiesen oberhalb Breitlauenen bremst zunächst He 2/2 16 ihre zwei Vorstellwagen in die Kreuzungsstation. Der Blick fällt dabei über den Thunersee, wobei der Dunst immer mehr zunimmt.


Auch He 2/2 11 kommt direkt wieder hinunter um eine neue Ladung Ausflügler aus Wilderswil abzuholen. Links ist der Bahnhof Breitlauenen zu erkennen.


Die 9:25 Uhr Bergfahrer aus Wilderswil wurden erneut von zwei Zügen gefahren. Auf die grüne He 2/2 62 mit zwei modernen Vorstellwagen, folgt die braune He 2/2 14 mit zwei offenen Wagen.


Zwischendurch bleibt auch Zeit, die prächtig blühende Bergwelt zu bewundern.

Mit dem schönen Morgenlicht war es nun erstmal vorbei und die Dunstsuppe wurde langsam dichter. Es war also keine Eile mehr angesagt, sodass ich mich erstmal in der Kreuzungsstation Breitlauenen umsah. Die örtliche Fahrdienstleiterin betreibt hier „nebenbei“ einen kleinen Imbiss im Bahnhofsgebäude, mit heißen und warmen Getränken und kleinen Stärkungen. Das Ganze ist wirklich allerliebst eingerichtet. Der ganze Bahnhof hat sich, wie die Schynige-Platte-Bahn selbst, eine Idylle und Beschaulichkeit bewahrt, wie man sie wohl bei keiner anderen Schweizer Zahnradbahn mehr findet. Ich bestellte mir einen Kaffee und setzte mich an einen der kleinen Tischchen direkt am Bahnsteig, wobei es sowas wie einen richtigen Bahnsteig hier gar nicht gibt und so sind die Tischchen irgendwie in den schmalen Bereich zwischen Wiesenzaun und Bahnprofil gestellt. Ein Schirm bietet angenehmen Schatten und so warte ich die Zeit auf die nächste Kreuzung mit herrlichem Blick über den Thunersee ab – so muss Urlaub!
Nachdem die Fahrdienstleiterin, respektive Imbissbetreiberin, beim Sprung über die Zahnstange beinahe den Kaffee gleichmäßig in der Landschaft verteilt hätte, gab es noch einen kleinen Plausch, was ich hier so treiben würde und ob ich – meine Kamera verriet mich – wegen der Bahn hier wäre. So erfuhr ich auch gleich, dass der Steinschlag zwischen Breitlauenen und Schynige Platte längst beseitigt war und nur vergessen wurde, das Schild in Gesteigwiler zu entfernen, wie ich es mir gedacht hatte. Das passiere immer irgendwo, obwohl man immer darauf hinweise, die Schilder wieder zu entfernen…

Dann war es auch schon bald Zeit, die Weichen zu stellen und die nächsten Züge in Empfang zu nehmen. Ich hielt noch die kreuzenden Züge im Bahnhof fest, zahlte meinen Kaffee und machte mich anschließend an den weiteren Aufstieg Richtung Schynige Platte.


Der Kaffee wurde in durchaus interessantem Behältnis serviert, erzielte aber dennoch seine erhoffte Wirkung und sorgte gemeinsam mit dem kleinen Päuschen für genügend Energie für den weiteren Aufstieg.


He 2/2 62 verlässt Breitlauenen Richtung Wilderswil. Rechts einer der kleinen Tischchen mit dem einzigen weiteren Pausierenden.

Oberhalb Breitlauenen verschwindet die Strecke bis hinter den Grätlitunnel noch einmal im Wald. Auch der Wanderweg nimmt hier einen letzten steilen Serpentinenanstieg bis auf die Alp Bigelti hinauf. Dort treffe ich wieder auf die Bahnstrecke, die hier den Grätlitunnel verlässt und frei am Hang entlang die Alp umrundet. Zwischendurch eröffnet sich schon ein erstes Mal der Blick auf die beiden 4000er des Dreigestirns aus Eiger, Mönch und Jungfrau.
Auf der Alp trifft sich dann ungeplant die Reisegruppe, deren zweite Hälfte bis Breitlauenen gefahren war und mir anschließend eine Kreuzung voraus Richtung Schynige Platte gelaufen war. Nach den nächsten Bergfahrern unmittelbar hinter dem Tunnel, liefen wir weiter hinauf und setzten noch die „Modellbahnblicke“ von weiter oben auf die Alp hinab um, mit der dahinter befestigten Faller-Motivtapete – wie schon am Rothorn, auch hier mit den Jahren leicht ausgeblichen 😉


Noch vor den Fahrgästen der Zahnradbahn erhascht man vom Wanderweg einen ersten Blick auf die 4000er. Das diesige Gegenlicht ließ eine schwarz/weiß Umsetzung hier deutlich besser wirken.


Unmittelbar hinter dem Grätlitunnel erreicht He 2/2 11 die Alp Bigelti.


Wie die Strecke, führt auch der Wanderweg einmal um die Alp, sodass der Blick von weiter oben auf die Stelle fällt, an der wir eben noch standen. He 2/2 11 kommt wieder vom Berg hinunter und taucht gleich in den Tunnel ein.


Einen weiteren Durchblick durch die Bäume hat es noch einige Meter höher vom Wanderweg. He 2/2 63 hat den Tunnel Richtung Schynige Platte verlassen.


Der Wanderweg zeigt sich inzwischen recht zugewachsen. Hinter dem letzten Tunnel Richtung Schynige Platte ergibt sich nur ein minimaler Durchblick auf den Vorstellwagen des nächsten Zuges.

Dann ist es geschafft! Nach rund 1400 Höhenmetern ist die Bergstation Schynige Platte erreicht. Ein paar Bilder in der Bergstation, dann beschließen wir, die Hochlichtphase mit einem kleinen Spaziergang auf den Aussichtswegen zu vertrödeln. Von der 2076 Meter hohen Daube oberhalb des Alpengartens ergibt sich ein schöner Blick über den Thuner- und den Brienzersee. Auch Breitlauenen ist gut zu erkennen. Zahlreiche Ausflügler tummeln sich hier auf den Panoramawegen, insgesamt hält sich das Treiben aber angenehm in Grenzen und verläuft sich abseits der Bergstation schnell.


Ein erster Blick in die Bergstation Schynige Platte auf 1967 m ü.M.. Vier Züge warten hier auf die Talfahrt, wobei die zwei hinteren über die Mittagszeit in der Bergstation aussetzten.


Zusammen mit den He 2/2 11-13, gehört die 14 mit Baujahr 1914 zur elektrischen Erstausstattung der Schynige Platte Bahn, nachdem von 1893 bis 1913 mit Dampf gefahren wurde. Alle weiteren He 2/2 stammen ursprünglich von der Wengernalpbahn. Diese wurden zunächst von der Wengernalpbahn in den verkehrsschwächeren Sommermonaten an die nur im Sommer betriebene Schynige-Platte-Bahn überstellt. Mit der fortschreitenden Inbetriebnahme von Triebwagen auf der Wengernalpbahn, verblieben zahlreiche der kleinen Maschinen dauerhaft bei der Schynige-Platte-Bahn


Schon direkt am Bahnsteig ergibt sich aus den Zügen der Blick auf das Dreigestirn aus Eiger, Mönch und Jungfrau.


Von der Bergstation bieten mehrere Panoramawege einen fantastischen Ausblick in die Bergwelt und hinab auf die Seen des Berner Oberlandes.


Von der 2076 Meter hohen Daube lässt sich auch ein Blick auf die Fotowiesen von Breitlauenen weit über Interlaken erhaschen.


Panorama-Blick von der Daube auf Thunersee und Brienzersee.


Der beeindruckendste Blick fällt aber in die entgegengesetzte Richtung auf Eiger (3967m), Mönch (4107m) und Jungfrau (4158m). Die Bergstation der Schynige-Platte-Bahn versteckt sich derweil hinter der Kuppe links neben der dunklen Klippe.

Rund 1 1/2 Stunden später waren wir wieder im Bahnhof und lichteten nun die Bergstation noch einmal im besseren Nachmittagslicht ab. Nach einem Cappuccino trennten sich die Wege bis heute Abend wieder. Für mich ging es zu Fuß wieder hinab, für meine Begleitung per Zug zunächst bis Breitlauenen.

Der fußläufige Abstieg ermöglichte mir noch einige nachmittägliche Ansichten in dem Halbrund bei der Alp Bigelti. Von der Alphütte oberhalb des Tunnelportals schallte derweil recht grausig kitschige Alpmusik hinab. Ein alter bärtiger Mann lag vor der Hütte und genoss die Ruhe der Berge – wäre da nicht seine Musik gewesen 😀 Lange muss man aber nie auf die nächsten Züge warten, allmählich siffte es sich am Himmel aber merklich ein und die Bilder vom Tunnelportal in das Halbrund gesehen schmierten doch etwas im Sifflicht ab.


Die beiden Vorstellwagen von He 2/2 63 sind gepackt. Jetzt wartet der Zug noch auf die Einfahrt des einzeln fahrenden Bergfahrers, welcher anschließend gleich neu beladen wird und gemeinsam mit He 2/2 63 hinab fährt.


Schon trifft He 2/2 19 in der Bergstation ein und wechselt die Bergfahrer gegen Talfahrer.


Oberhalb der Alp Bigelti kreuzt der Wanderweg die Bahnstrecke. Von einem kleinen Vorsprung lassen sich dort am Nachmittag die Züge am felsigen Hang aufnehmen. He 2/2 16 schiebt ihre zwei Vorstellwagen Richtung Berg.


Neben dem Portal des Grätlitunnel fällt am Nachmittag der Blick in das Halbrund oberhalb der kleinen Alp. Für den ersten der nächsten Talfahrer mit He 2/2 11 reichte das Licht gerade noch, bevor die Sonne etwas in einer Siffschicht abschmierte.


Erst oberhalb Breitlauenen eröffnet sich im Serpentinenabstieg wieder ein kurzer Blick auf die Strecke mit Brienzersee im Hintergrund.


Die Wiese oberhalb Breitlauenen nun aus der Nachmittagsperspektive mit zwei Bergfahrern.

Nun lief ich wieder in Breitlauenen ein. Unerwartet kämpfte sich die Sonne doch wieder durch die Sifffelder, die nach und nach verschwanden und nur den üblichen August-Dunst zurückließen. So rechte Ideen hatte ich jetzt aber für die letzten zwei Bergfahrer und drei Talfahrer nicht mehr. Das Licht auf den Wiesen oberhalb stand genau in der Achse, zumal vom Wiesen-Level kaum Sicht über die Baumkuppen war und die Sicht ohnehin im Dunst unterging. Also wartete ich einfach nochmal eine Zugkreuzung ab und hielt diese im herrlich gemütlichen Bahnhof fest. Von der Bahnhofsvorsteherin erfuhr ich auch, dass Kollege Bahnfahrer bereits mit dem vorherigen Zug auf der vorderen Plattform zu Tal gerauscht war.
Ich nahm mir aber nach der etwas verspäteten 16:39 Uhr Kreuzung in Breitlauenen auch noch Zeit für die nächsten Berg- und Talfahrer unterhalb von Breitlauenen. So richtig die Hammer-Perspektive sprang nicht mehr heraus, aber es war einfach schön hier am späten und wieder sonnigen Nachmittag am Berg zu warten. Anschließend müsste ich ja „nur noch“ hinab laufen.


Die Bergfahrer und der erste Talfahrer haben Breitlauenen verlassen und geben den Blick auf das Bahnhofsgebäude mit He 2/2 19 frei.


Die große Kurve unterhalb Breitlauenen lässt sich von der Talseite am Nachmittag nur bedingt umsetzten. Der Hang ist für eine seitliche Perspektive zu steil und aus dem spitzen Winkel verschwindet die Lok zwischen den Masten. Trotzdem nahm ich den letzten Bergfahrer des Tages mit He 2/2 14 noch irgendwie mit.


Den in Breitlauenen kreuzenden, vorletzten Talfahrer schoss ich noch vom Wanderweg aus über die Wiese unterhalb Breitlauenen von heute Morgen. Nun am Nachmittag, fällt der Blick allerdings auf den Brienzersee.

Da ich nun eh fast bis zur untersten Wiese bei Breitlauenen hinunter war, beschloss ich, gleich den hier nach Wilderswil abzweigenden Weg hinab zu nehmen. Nachdem ich den richtigen Ausgang aus der Wiese gefunden hatte, über die der Wanderweg verläuft, verschwand ich im tiefen Wald. Der Weg war jedenfalls deutlich freundlicher als der Aufstieg aus Gsteigwiler. Der hier Richtung Seen gedrehte Hang war durchmischt mit Laubäumen und der Boden übersäht mit frischem Grün, bestehend aus Farnen und anderem Gestrüpp. Im Laufschritt ging es hinab und schon nach rund einer Stunde kam ich an der Kirche von Wilderswil, direkt neben der Unterkunft aus dem Wald.


Hinab geht es im Laufschritt durch dichten Mischwald auf dem Weg nach Wilderswil.

Schnell sprangen wir noch auf die nächste BOB auf und fuhren zum coop pronto in Interlaken hinüber, um noch einige der leckeren Salate zu erstehen. Bei zahlreichen Leckereien und einem Pilsbierhaltigen klang so auf dem Zimmer der Tag mit den recht einseitigen Viertelfinals des World Matchplay aus.

Morgen bleibt dann noch ein letzter Tag im Berner Oberland. Mein „Reservetag“, den ich nun eigentlich nicht mehr brauchte, da alle drei Ziele in den letzten drei Tagen herausragend geklappt hatten. Das Wetter sollte ohnehin etwas abschmieren morgen und spätestens zum Sonntag in dieser Ecke hier schlecht werden. Also mal schauen was morgen geht, vielleicht mal den „neuen“ GTW 2/6 auf der Meiringen-Innertkirchen-Bahn besuchen… Irgendwie war ich nach den grandiosen letzten drei Tage aber auch tiefenentspannt, was mich nun morgen erwarten würde, denn schiefgehen konnte hier im Berner Oberland jetzt nichts mehr.

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