Neue Generation im Appenzell und die Steilstrecke nach Altstätten

Ein verlängertes Wochenende am Bodensee bot am Montag den 18. Juli auch die Chance, einmal die Neuigkeiten auf der anderen Seite des Sees bei den Appenzeller Bahnen abzuklappern. Neben Tangos und Walzern wurde aber auch der letzten eingesetzten Altbaugarnitur auf der Zahnradstrecke hinab nach Altstätten einiges an Zeit gewidmet.


Über das Wochenende 16. und 17. Juli war es wiedermal Zeit für einen Besuch am Bodensee. Ursprünglich mangels Zeit an den angrenzenden Tagen abgesagt, konnte ich wenige Tage vorher doch noch spontan Urlaub für Freitag, Montag und Dienstag einlegen und für das Wochenende zusagen. Ansonsten wäre das eher zur stressigen Materialschlacht verkommen. So aber stand einem verlängerten Wochenende nichts mehr im Wege.

Am Montag den 18. Juni ging es dann für einen Tag auf die andere Seite des Bodensees ins Appenzell hinüber. Zuletzt war ich 2018 an den Appenzeller Bahnen gewesen, nur wenige Wochen, bevor die ersten Neufahrzeuge in Betrieb gingen. Ursprünglich war schon dieser Besuch für den Generationswechsel eingeplant gewesen, so gab es dann 2018 aber “nur” Aufnahmen der alten 80er-Jahre Garnituren. Vier Jahre später sind diese nun längst aus dem Alltagsbetrieb verschwunden und die Appenzeller Bahnen haben sich gegenüber meinen bisherigen Besuchen grundlegend gewandelt:

So sind die Zahnradtriebwagen BDeh 4/4 11-15 von 1981 für den vormaligen Einsatz auf der Strecke St. Gallen – Gais – Appenzell inzwischen sämtlich Geschichte. Nach der Beseitigung des letzten Zahnradabschnittes hinab nach St. Gallen durch den Bau des neuen Tunnels können hier nun die Tango-Doppeltriebwagen Be 4/6+ABe 4/6 4001+4101 bis 4011+4111 von Stadler auf der neuen Durchmesserlinie Trogen – St. Gallen – Gais – Appenzell eingesetzt werden. In diesem Zuge wurden auch die erst 2004 und 2008 beschafften Be 4/8 31-35 der ehemaligen Trogenerbahn überzählig, welche an die transN für die Linie Neuchâtel – Boudry abgegeben werden konnten. Einzig verblieben sind die beiden jüngeren BDeh 4/4 16 und 17 mit Baujahr 1993, von denen täglich weiterhin ein Fahrzeug mit Steuerwagen für die Zahnradstrecke Altstätten – Gais benötigt wird. Wie es dort langfristig weitergeht, ist derzeit wiedermal weitgehend ungeklärt.

Ebenso Geschichte sind die alten Adhäsionstriebwagen BDe 4/4 44 und 45 von 1968 und die BDe 4/4 II 41-45 von 1986 und 1993 für den vormaligen Einsatz auf der Strecke Herisau – Appenzell – Wasserauen. Hier kommen nun die neuen “Walzer” ABe 4/12 1001-1005 zum Einsatz. An “Großkampftagen” können drei der “Walzer” um Verstärkermodule bestehend aus den Niederflursteuerwagen ABt 121-123 und jeweils zwei Zwischenwagen der 1993 gebauten EW IV 291-296 ergänzt werden.

Durch den Generationswechsel ist weiterhin auch die 1994 gebaute Ge 4/4 1 weitgehend beschäftigungslos geworden, wird aber weiterhin vorgehalten. Derzeit kann die Lok allerdings mangels ZSI 127 Ausrüstung nicht sinnvoll eingesetzt werden. Zudem trafen 2019 mit den Gem 2/2 1095 und 1096 zwei neue Zweikraftloks von Stadler ein, die der Ge 4/4 1 auch verbliebene Aufgaben im Bahndienst abgenommen haben dürften.

Zusammengefasst war hier also für mich so ziemlich alles neu, was Fahrzeuge und deren Einsatz anbelangt, abgesehen von der Strecke Altstätten-Gais, wo noch immer alles war, wie ich es seit meinem ersten Besuch an den Appenzeller Bahnen vor nun auch über schon 15 Jahren kenne. Vielleicht auch deshalb und wegen der wiedermal ungewissen Zukunft zog es mich aber auch genau an diese Strecke in den schönen Morgen- und Abendstunden. Komplett abgelaufen war ich die Zahnstangenrampe hinab nach Altstätten noch nie, was dann gleich mal am Morgen nachgeholt werden sollte. Um dem nervigen Verkehr am Bodensee auf deutscher Seite zu entgehen, ging es entsprechend früh los, was im Sommer natürlich perfekt mit dem schönen Morgenlicht zusammenpasst. So erreichte ich gegen 8 Uhr Altstätten und brachte das Auto oben am Haltepunkt Stoss zum Stehen. Auf dem großen Schotterparkplatz neben dem kleinen Haltepunkt darf vollkommen unbehelligt parkiert werden und so ließ ich das Auto kurzentschlossen gleich dort und lief entlang der Zahnstangenrampe hinab Richtung Altstätten. Eigentlich hatte ich nicht geplant, mich groß an dieser Strecke aufzuhalten, aber nun komplett hinunter zu laufen, war dann eben wieder so ein spontaner Entschluss, wollte ich doch von dieser etwas “vergessenen” Strecke dann doch mal etwas anderes sehen als die beiden “Straßenmotive” am Haltepunkt Kreuzstrasse. Mit dem Fahrplan passte meine Ankunft dann natürlich nicht überein: Die Strecke wird als einzige im hiesigen Meterspurnetz nur im Stundentakt bedient. Etwa um Null wird in Altstätten abgefahren und etwa um Halb in Gais. Der Zug war nun natürlich gerade durch Richtung Gais. Also lief ich erstmal bis zum ersten Motiv hinab, was dann allerdings doch wieder das “Straßenmotiv” an der Kreuzstrasse war. Mangels Streckenkenntnis wusste ich aber nicht, ob ich es zeitlich noch in ein weiteres Motiv schaffen würde, sodass ich eine kleine Pause einlegte und den Zug hier erwartete. Von Stoss bergab wurde neben der Strecke übrigens ein unschöner Zaun errichtet, sodass die Abendmotive vom Weg unmittelbar neben der Strecke nun nicht mehr möglich sind. Anschließend lief ich auf der alten, durchfahrtbeschränkten Stossstrasse immer bahnparallel weiter hinab nach Altstätten und erwartete die Garnitur noch am Haltepunkt Warmesberg und kurz oberhalb Altstätten.


Zum Auftakt gab es gleich den morgendlichen “Straßenklassiker” zwischen Stoss und Kreuzstrasse, eine Kehre oberhalb des Haltepunktes Kreuzstrasse von der Straßenbrücke gesehen. BDeh 4/4 17 bremst mit Abt 117 und einem Fahrradwagen gen Altstätten.


Etwa eine halbe Stunde später kommt die Zahnradgarnitur wieder hinauf Richtung Gais. Im Schatten eines Obstaumes – die Sonne brutzelte schon jetzt um kurz nach neun ordentlich – erwartete ich den Zug knapp oberhalb des Haltepunktes Warmesberg.


Vorbei an der Kreuzungsstation Alter Zoll ging es weiter hinab nach Altstätten. Kurz vor der Ortseinfahrt eröffnet sich nochmal eine Wiese. Das Licht war leider noch nicht ganz herum, dennoch wählte ich diese Perspektive mit dem Blick Richtung Altstätten.

Der Stundentakt ist dann zu Fuß natürlich doch ein wenig zäh auf Dauer. Durch die jeweils rund zehn Minuten Pause in Gais und Altstätten, kommt der Zug dann aber doch rund alle halbe Stunde und es bleibt jeweils genug Zeit zum Stellungswechsel. Für die nächste Bergfahrt lief ich dem Triebwagen aber in den Bahnhof Altstätten hinterher, was sich zeitlich mit etwas Eile noch gut ausging. Dort zog ich ein Billet hinauf zum Auto nach Stoss und nahm im BDeh 4/4 17 Platz.

Zurück am Auto war es dann nicht nur Zeit für die vielen Neuigkeiten der Appenzeller Bahnen, sondern nach dem Frühsport zuerst einmal für ein Frühstück. In Gais wurde daher der Spar konsultiert, bevor es mit dem dort Erworbenen an den Bahnhof von Gais ging. Dort wartete ich dann frühstückend auf den nächsten Tango. Es stellte sich auch gleich heraus, dass die Strecke zwischen Gais und Teufen zwecks Bauarbeiten noch bis in den August gesperrt war. Ein großes Problem stellte das jetzt aber nicht dar, denn fahren würden die neuen Triebwagen wegen denen ich hier war trotzdem. Zwischen Gais und Appenzell pendelte daher im Halbstundentakt lediglich der Doppeltriebwagen aus Be 4/6+ABe 4004+4104. Bis zum Mittag wurde diesem erstmal an paar doch recht bekannten Stellen zwischen Gais und Appenzell aufgelauert.


Be 4/6+ABe 4004+4104 hat den Bahnhof Gais erreicht und wechselt schnell die Fahrtrichtung für die Rückfahrt nach Appenzell. Für die Fahrgäste heißt es bis Teufen umsteigen auf den Ersatzbus.


Kultstatus hat natürlich die Modellbahnausfahrt aus Gais Richtung Appenzell und Altstätten mit drei parallelen Gleisen im Mindestradius. Nach dem Verschwinden des letzten Zahnstangenabschnittes auf der neuen Durchmesserlinie Trogen – St. Gallen – Gais – Appenzell, sind die engen Radien auf dieser Linie nach wie vor der Grund für den weiterhin getrennten Wagenpark der beiden Hauptlinien der Appenzeller Bahnen. So kommen mit den Tangos hier quasi adaptierte Straßenbahnfahrzeuge zum Einsatz.


Zwischen Appenzell und der Kreuzungsstation Sammelplatz eilt der Tango wenig später schon wieder zurück nach Gais.


Dieselbe Wiese eine Viertelstunde später aus der anderen Richtung gesehen.


Auch die Fotokurve zwischen Sammelplatz und Appenzell dürfte bestens bekannt sein. Die neuen Triebwagen im satten rot machen sich hier irgendwie schon gut. Besonders die letzte Lackierung der Altfahrzeuge mit dem hohen Grauanteil, wie sie der BDeh 4/4 von heute Morgen noch immer trägt, wusste dagegen nicht so recht zu gefallen. 

Hinter die Tangos konnte ich damit schonmal einen kleinen Haken setzten und wechselte nun zu den Walzern hinüber an die Strecke Appenzell – Wasserauen, dem letzten Abschnitt der Linie aus Herisau. Mit den Morgenstunden an der Zahnradstrecke hatte ich hier nun natürlich ein wenig das Licht für die Motive Richtung Berge verspielt. Trotzdem ging bei zunehmendem Hochlicht noch ein bisschen was. Wieder stellte ich das Auto für rund eine Stunde ab, diesmal am Ortsausgang von Schwende, wo kostenfrei auf einer Schotterfläche parkiert werden darf. Für die nächsten zwei Walzer variierte ich im Grunde nur den kurzen Streckenabschnitt hinter Schwende Richtung Wasserauen in vier verschiedenen Versionen. Die Sonne brutzelte derweil schon ordentlich, trotz 800 Höhenmeter waren die 30 Grad fast erreicht und Schatten Mangelware, sodass es doch ordentlich warm wurde beim Warten auf die im Halbstundentakt nach Wasserauen rollenden Walzer.


Auch die ABe 4/12 “Walzer” gefallen mir dank der Lackierung hier im Appenzell ausgesprochen gut. Die Designsprache dieser Stadler-Generation kennt man inzwischen natürlich von unzähligen Schweizer Schmalspurbahnen. Wiedermal zeigt sich aber, was eine ordentlich adaptierte Lackierung so alles ausmachen kann. Irgendwann in vierzig Jahren erlangt diese Triebwagen-Generation allein aufgrund ihrer Omnipräsenz sicher auch ihren Kultstatus auf den Schweizer Meterspurbahnen. Und im Detail unterscheiden sich die Triebwagen dann von Bahn zu Bahn natürlich doch erheblich, aber die fast identische Frontpartie sorgt natürlich schon für ein wenig Monotonie. Hier verlässt ABe 4/12 1005 Schwende am bekannten Kirchturmblick Richtung Wasserauen.


Wenig später kommt der ABe 4/12 1005 aus Wasserauen zurück. Die schon leicht aus dem Licht gedrehten Felsmassive Richtung Wasserauen kamen dann durch den Schattenwurf fast besser zur Geltung, als bei optimalem Sonnenstand am Vormittag. Und die leicht verschattete Front lässt sich bei diesem Hochlicht natürlich mit bisschen Nachhilfe gut kaschieren.


Unten in der Straßenkurve diesseits des Bahnüberganges hatte ich eben noch für die beiden letzten Aufnahmen gestanden. Für den nächsten ABe 4/12 wagte ich dann etwas mehr Höhe. Fast an identischer Stelle wie bei der vorletzten Aufnahme befindet sich nun ein aus dieser Entfernung nicht zu identifizierender Walzer.


Kein wirkliches Vergnügen war schon dieser kleine Höhengewinn in der Mittagshitze. Die Rückfahrt Richtung Appenzell und Herisau wurde noch einmal aus paar Metern weiter oben betrachtet. Der ABe 4/12 verlässt gerade den Bahnhof Schwende Richtung Appenzell.

Über die warmen Stunden des frühen Nachmittags setzte nun doch eine gewisse Bräsigkeit ein. Für ein Mittagessen und kühlende Getränke wurde erstmal der coop in Urnäsch konsultiert – die nervigen mittäglichen Ladenschließungen werden glücklicherweise zumindest bei den beiden großen schweizer Detailhändlern inzwischen zur Seltenheit. Die Kehre vor dem Ort war zum Glück schon aus dem Licht, so musste ich dort bei diesem Besuch nicht schwitzen. Der Bahnhof von Urnäsch selbst ist nach der behindertengerechten Sanierung nicht mehr wirklich fotogen, zumal hier auch planmäßig gekreuzt wird und sich die Triebwagen dann gegenseitig zustellen. Also parkte ich mich am Bahnhof von Waldstatt in den Schatten und machte erstmal Mittag. Für den nächsten Walzer Richtung Appenzell ging es dann mal an den Bahnsteig. Auch dieser Bahnhof hat sich seit meinem letzten Besuch deutlich verändert. Die drei Gleise mit Minimalbahnsteigen auf Schienenhöhe, an denen bei Zugkreuzungen jeweils nur nacheinander zugestiegen werden kann sind Geschichte. Zwei neue, großzügige und behindertengerechte Außenbahnsteige prägen nun den Bahnhof, das dritte Gleis ist verschwunden. Das Bahnhofsgebäude wurde aber doch recht hübsch integriert im neuen Ensemble belassen, ohne irgendwelche riesigen Betondächer davor zu pflanzen oder das Gebäude gleich ganz einzustampfen. Die nächsten 1 1/2 Stunden ließ ich mich dann zurück Richtung Appenzell treiben, um anschließend noch einmal für die Tangos hinüber nach Trogen zu wechseln.


Der Bahnhof von Waldstatt hat sich seit meinem letzten Besuch doch erheblich gewandelt und entspricht mit seinen zwei großzügigen Außenbahnsteigen nun wieder der Zeit. ABe 4/12 1004 erreicht den Bahnhof Richtung Appenzell und Wasserauen.


Zwischen Zürchersmühle und Waldstatt wurde der nächste ABe 4/12 Richtung Herisau erwartet.


Vom großen Ski-Lift-Parkplatz zwischen Gonten und Jakobsbad erlegte ich den nächsten entgegenkommenden ABe 4/12 Richtung Herisau.


Und zum Abschluss an dieser Strecke dann noch ABe 4/12 1002 oberhalb Appenzell auf dem Weg nach Herisau.


Im Bahnhof von Appenzell war nicht sonderlich viel los. Aber einer der beiden neuen Kraftwürfel von Stadler stand mit Gem 2/2 1095 recht fotogen am Dorfweier abgestellt.

Entlang der Bauarbeiten zwischen Gais und Teufen wechselte ich wieder hinüber zur anderen Linie. Von Teufen kann man den riesigen Bogen der heutigen Durchmesserlinie über St. Gallen abkürzen, indem man hier gleich nach Speicher abbiegt, oder schon zuvor in Bühler nach Trogen abbiegt. Für die Bahn ist der Schlenker natürlich sinnvoll, denn die Fahrgastströme konzentrieren sich hier Richtung St. Gallen und die neue Durchmesserlinie dient insgesamt wohl eher dem effizienteren Einsatz der Fahrzeuge, denn der Schaffung neuer Direktverbindungen. Denn zum einen geht’s hier querab von Trogen und Speicher nach Teufen, Bühler und Gais mit dem Auto natürlich um einen Faktor schneller, zum anderen dürfte auch gar nicht die Nachfrage für diese Relationen “von Dorf zu Dorf” bestehen.
Zur HVZ am Morgen und späten Nachmittag wird die Strecke von Trogen bis St. Gallen sogar im Viertelstundentakt bedient. Auch über St. Gallen hinaus bestehen noch einige Verstärkerfahrten zwischen dem Halbstundentakt. So war hier in Trogen nun einiges an Verkehr geboten, was angesichts der parallel verlaufenden Straße nicht so schlecht ist, wird der ein oder andere Versuch doch mal durch ein Auto behindert. Nach dem charakteristischen Bild an der Bahnhofsausfahrt Trogen, gab’s in Speicher direkt am Bahnhof erstmal ein Kaffee und Stückchen an der ansässigen Bäckerei. So überschlug ich einen Viertelstundentakt und stellte mich anschließend noch für einige Versuche zwischen Vögelinsegg und Schwarzer Bären an die Strecke.


Be 4/6 4002 + ABe 4/6 4101 verlassen den Endbahnhof Trogen Richtung St. Gallen. Hier versprüht die Strecke noch einiges vom Charme der einst als Strassenbahn St. Gallen – Speicher – Trogen eröffneten Lokalbahn.


Der Viertelstundentakt zur HVZ auf der eingleisigen Strecke ist schon ein wenig beeindruckend. Ganz pünktlich lief es dann aber nicht ab, die Züge aus St. Gallen hatten meist wenige Minuten Verspätung, den die Gegenzüge in Speicher abwarteten. Hier eilen Be 4/6 4008 + ABe 4/6 4108 zwischen Schwarzer Bären und Vögelinsegg hinauf nach Trogen.


Zwei Kurven weiter unten rollt wenig später der Doppeltriebwagen 4009+4109 Richtung St. Gallen.


Örtlich genau zwischen den beiden letzten Aufnahmen entstand dann zum Abschluss an diesem Abschnitt noch der Nachschuss auf 4001+4101 Richtung Trogen.

Damit war ich dann mit der Tango-Ausbeute auch soweit zufrieden. Zum Tagesabschluss sollte es nochmal hinüber zur Zahnradstrecke gehen. Durch die beschriebene Abkürzung ist das ja alles nicht wirklich weit auseinander. In Stoss angekommen musste ich allerdings feststellen, dass der Triebwagen auf der Zahnstangenrampe mit Abfahrt gegen halb sieben in Gais schon seine letzte Runde drehen würde und um sieben letztmals in Altstätten startet. Danach würde noch der Bus 1 1/2 Runden drehen. Aber so ewig lang hat’s in den Bergen ja eh kein Licht, also würde das schon passen. Für die letzte Talfahrt schlenderte ich von Stoss ein Stück hinab zwischen die Haltepunkte Stoss und Kreuzstrasse. Die letzte Bergfahrt erwartete ich dann zwischen Kreuzstrasse und Warmesberg. Einfach herrlich, hier jetzt im schönsten Abendlicht jeweils rund eine Viertelstunde mit dem grandiosen Blick über das Rheintal auf den letzten Zug zu warten.


BDeh 4/4 17 mit ABt 117 auf der letzten Talfahrt des Tages Richtung Altstätten zwischen Stoss und Kreuzstrasse.


Und eine halbe Stunde später die letzte Bergfahrt, aufgenommen oberhalb des Haltepunktes Warmesberg im Hintergrund. Am BÜ hinter dem Triebwagen hatte ich heute Morgen noch in Gegenrichtung fotografiert. Der Abend ist dank des grandiosen Blickes über die Rheinebene aber eindeutig die Paradezeit dieser Strecke.

Vorbei an der Sperre Stoss, noch gut zu erkennen an den Panzersperren und den beiden Bunkeranlagen, lief ich anschließend wieder hinauf zum Auto am gleichnamigen Haltepunkt. Anschließend gondelte ich gemütlich wieder hinab ins Tal und über Alststätten, Hohenems und Pfändertunnel zurück nach Deutschland. War doch ein netter Ausflug gewesen und von den Temperaturen gerade noch auszuhalten, besonders angesichts dessen, was die nächsten zwei Tage mit Rekordhitze über 35 Grad abgehen sollte.

Insgesamt gefallen mit die Appenzeller Bahnen noch immer sehr gut, die 80er-Jahre-Garnituren haben mir eh nie so besonders gefallen. Schade ist es aus fotografischer Sicht nur um die etwas zurückgegangene Abwechslung durch das Verschwinden der Trogenerbahn als eigener Betriebsteil mit eigenen Fahrzeugen und die Ausmusterung der beiden BDe 4/4 44 und 45, sowie der Ge 4/4 1. Der Besuch an einem Großkampftag an der Linie nach Wasserauen, wie eine Woche vor meinem Besuch würde natürlich auch nochmal reizen, wenn die Walzer dann mit den drei Verstärkermodulen unterwegs sind.

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