Einmal um die Pyrenäen – Teil 10: Die neuen Straßenbahnbetriebe von Dijon und Besançon

Zum Ende der Reihe konnte ich die Schlagzahl der Teile dann ja doch noch etwas erhöhen, dem Norddeutschen Herbstwetter sei dank 😉
Heute nun der Abschluss der Reise um die Pyrenäen, bei der wir die Pyrenäen längst hinter uns gelassen haben und nun am letzte Tag der gestaffelten Rückfahrt noch die recht neuen Straßenbahnbetriebe von Dijon und Besançon mitnehmen.


Die übrigen Teile dieses Reiseberichtes sind hier zu finden: Reisebericht 2016: Einmal um die Pyrenäen

07.09.2016 – Dijon und Besançon 

Nachdem es gestern Abend nur noch ein paar Nachtbilder der Straßenbahn in Dijon gab, wollte ich doch noch ein paar Bilder dieses mir neuen Betriebes bei Tag machen. Also den kurzen Weg vom Hotel nahe der Autobahn in die Stadt gefahren und das Auto an der Parkuhr abgestellt.

Die Straßenbahn in Dijon wurde im Jahr 2012 eröffnet und bedient mit zwei Linen ein 20km langes Netz mit drei Ästen. Zum Einsatz kommen sehr überraschend 33 Citadis 302 von Alstom 😀
Die Taktung war erfreulich dicht, beide Linien fuhren in der morgendlichen HVZ annähernd einen 5Min Takt, so das auf dem zentralen Abschnitt, wo sich die Linien überalagern, praktisch ständig etwas kam. So konnte ich in der kurzen Zeit am Morgen eigentlich alles erledigen, was ich mir für den Innenstadtbereich vorgenommen hatte. Bei bestem Sonnenschein lief ich also den Abschnitt mit beiden Linien vom Bahnhof nach République ab und schoss meine Bilder. Auf die Außenstrecken konnte ich guten Gewissens verzichten, sehen die doch meist alle gleich aus und was ich aus dem Auto gesehen hatte, war nicht sehr vielversprechend. Man möge mich gern eines Bessseren belehren 😉


Auf dem Platz République treffen die aus dem Norden und Osten kommenden Äste zusammen


Gemeinsam velaufen beide Linien über den Boulevard de la Trémouille und Boulevard de la Trémouille. Ein Paradebeispiel für den Bau einer Straßenbahn, ohne alle Bäume niederzumähen!


Weiter geht’s über den bereits gestern besuchten Place Darcy mit Wagen 1003. Von hier aus ist man direkt in der Fußgängerzone


Über die Avenue Maréchal Foch geht es weiter Richtung Bahnhof. Hier mit Tw 1018


Vor dem Bahnhof endet die Linie T1. Die T2 zweigt wenige Meter hinter mir ab und bedient den Ast in den Südwesten

Gegen zehn räumten wir dann das Feld. Klar, man hätte hier noch deutlich mehr Zeit verbringen können und auch die reichlich vorhandene Kultur noch einmal im Hellen besuchen können, aber wir wollen dann nach zwei Wochen herumgereise heute auch ganz gern mal wieder nach Hause kommen. Also ging es die 100 Kilometer nach Besançon weiter.

In Besançon verkehrt erst seit dem Jahr 2014 wieder eine Straßenbahn. Das „Netz“ besteht aus einer ca. 13km langen Durchmesserlinie, von der ein kurzer, lediglich zwei Haltestellen langer, Ast zum Bahnhof abzweigt. Der südliche Teil wird von beiden Linen parallel bedient, während der nördliche Ast nur von der T1 befahren wird, da die T2 in der Stadt zum Bahnhof abbiegt.
Aus der Lage von Besançon in einer Schleife des Flusses Doubs, resultiert eine Besonderheit des kleinen Betriebes: Die eigentlich nur eine ernsthafte Linie kreuzt den nicht gerade kleinen Fluss innerhalb weniger Kilomenter gleich vier mal. Diese Nähe zum Wasser eröffnet dem Fotografen viele Möglichkeiten und überhaupt wimmelt es in der Innenstadtpassage nur so von tollen Motiven.
Auch die Fahrzeuge sind für Frankreich eine kleine Besonderheit, denn es handelt sich um Fahrzeuge des Typs Urbos 3 von CAF. Warum man die Wagen nur dreiteilig geordert hat, weiß wohl heute auch niemand mehr, denn die Wagen waren trotz des Dichten Takts immer mehr als gut voll. Wenigstens die Infrastruktur ist aber schon auf fünfteilige Wagen ausgelegt, da kann also noch was passieren…

Da auch dieser Betrieb für mich noch neu war, machte ich mich zu einem Bummel an der Innenstadtstrecke entlang auf, während die andere Hälfte der Reisegruppe sich der T1 im Norden widmete.
Von Süden kommend entstanden einige Aufnahmen:


Die von Süden kommend zweite Querung des(?) Doubs


Wagen 910 an der Haltestelle Canot


Am Flussufer entlang geht es weiter Richtung Stadtmitte. Hier bei der Haltestelle Battant


Und die dritte Querung des Flusses zwischen den Haltestellen Battant und Révolution


Wagen 815 biegt hinter der eben gesehenen Brücke ab


Urbos 817 auf den Place de la Révolution


Gefolgt von Wagen 802


Und ein letztes Bild auf dem wirklich schönen Place de la Révolution


Und mal wieder eine Flussquerung. In diesem Fall die vierte und letzte zwischen den Haltestellen République und Parc Micaud


Haltestelle Parc Micaud mit Wagen 813. Im Hintergrund ist der Abzweig zum Bahnhof zu erkennen


Kurz hinter eben diesem Abzweig befindet sich Wagen 801 auf dem Weg zum Bahnhof


Achja, zum Abschluss natürlich noch ein Bild an der unvermeidlichen Station am Hospital. Wenigstens wurde mal ein anderer Name gefunden. Wagen 804 an der Haltestelle Chru Minjoz

Der Nachmittag war schon sehr fortgeschritten und so gab es noch einen Döner auf dem Place de la Révolution bevor es zurück zum Auto ging. Ein wirlklich kleiner aber feiner Betrieb ist dieses Besançon und die historische Altstadt muss ich mir bei einem späteren Besuch wohl auch noch mal genauer anschauen.
Der Rest ist schnell erzählt: Wir genossen die letzten entspannten Kilometer französischer Autobahn, bevor wir uns kurz vor Freiburg wieder ins Gedränge und Gerase deutscher Autobahnen stürzten.
Im Großen und Ganzen blieben wir aber von Staus und anderen Störungen verschont und erreichten schließlich nach weiteren gut 600 Kilometern die Löwenstadt.

Damit endet meine diesjährige Berichtreihe zur Reise um die Pyrenäen. Vielleicht konnte ich bei dem einen oder anderen die Lust wecken, selbst einmal das Baskenland, Katalonien, die Schmalspurbahnen in den Pyrenäen, oder den ein oder anderen neuen Straßenbahnbetrieb in Frankreich zu besuchen. Meine persönliche Bilanz fällt jedenfalls positiv aus: Viel Neues, viel Abwechslung und auch das Wetter hat dann doch meistens mitgespielt.

In diesem Sinne, bis zur nächsten Reise 😉

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