Quer über den Balkan IX: Zu den letzten Bonnern in Sofia

Im ersten Teil zu Sofia bereisen wir die drei regelspurigen Linien 20, 22 und 23 mit ihren drei verschiedenen Tatra-Typen und den letzten verbliebenen, ehemaligen Bonner Fahrzeugen

Zwei ausführliche Artikel zur Entstehung und den Fahrzeugen des regelspurigen Teils der Straßenbahn von Sofia hat Frederik Buchleitner im Jahr 2016 hier veröffentlicht:
Generationswechsel in Sofia
Generationswechsel in Sofia – Teil II

Daher spare ich mir an dieser Stelle eine genaue Abhandlung zur Entstehung und den Fahrzeugen.

Seither wurden die Bonner GT6 und Großraumwagen vollständig durch die Prager T6A5 ersetzt. Einzig von den Achtachsern aus Bonn werden noch täglich zwei Wagen auf der kurzen Linie 23 eingesetzt. Dies ist erforderlich, da diese die einzigen regelspurigen Zweirichter in Sofia sind und die bislang unvollendete Linie 23 stumpf an der Haltestelle „Ulitsa Obikolna“ endet.
Drei der vier einsatzbereiten Wagen die wir sehen konnten, haben sogar noch einen Neulack im neuen blau/gelb/weißen Lackschema erhalten. Im Gegensatz zu 2016 wurde die Linie 23 mitlerweile zur Zwischenschleife „Zhk Geo Milev“ zurückgezogen, sodass die beiden Bonner die Linie nun statt in einem knappen Stundendakt etwa doppelt so häufig bedienen. Die 23 ist damit nurmehr eine Anschlusslinie an die Linie 20, was deutlich sinnvoller erscheint, als alle 55 Minuten in die Innenstadt zu fahren.

Im restlichen Teil lasse ich die Bilder aus den 2 1/2 Tagen entlang der drei regelspurigen Linien mal größtenteils für sich sprechen. Die Fahrt folgt zunächst dem Verlauf der Linie 22 von „Krasna Polyana“ in die Innenstadt und anschließend der Linie 20 zum „Depot Iskar“ mit einem Abstecher zu den Bonnern auf der Linie 23:


Der Leipziger Zug aus T4D 4067 und B4D 4768 fährt in die Endschleife „Krasna Poyana“ ein. Bei der Nummerierung der Fahrzeuge ersetzte lediglich die vorn stehende 40 die in Leipzig vorn stehende 20. Bei den Beiwagen wurde der Leipziger Nummer lediglich eine 4 vorangestellt.


4039 und 4772 verlassen die Endschleife und biegen in das Dreischienengleis ein. Die Endschleife führt durch eines der großen Depots des schmalspurgigen Netztes. Für die regelspurigen Wagen besteht an diesem Ende der Linie jeodch keine Abstellmöglichkeit.


Auf dem Weg nach „Krasna Poyana“ sind die Prager T6A5 4142 und 4140 an der Haltestelle „Ulitsa Osvobozhdenie“ ebenfalls auf dem Dreischienengleis zu sehen.

Der wohl schönste Abschnitt der regelspurigen Linien befindet sich im Innenstadtbereich rund um die Haltestellen „ul.Pirotska“, „Zhenskyi Basar“ und „Tsentralni hali“. Zwischen teils morbider, teils renovierter alter Bausubstanz kreuzt die Strecke zunächst die Schmalspur und verläuft anschließend am Basar, der großen Synagoge, der zentralen Markthalle und der großen Moschee Banya Bashi entlang, wo erneut die Schmalspur gekreuzt wird.


4114 an der Haltestelle „ul.Pirotska“ stadtauswärts


T6B5B 4102 kurz vor der Haltestelle „Zhenskyi Basar“


T6A5 6160+6162 an der Haltestelle „Zhenskyi Basar“ in Gegenrichtung


4039 und 4772 passieren den Basar kurz vor der Haltestelle „Zhenskyi Basar“.


Durch eine, typisch für Sofia, wohltuend grüne Straße mit eingeschränktem MIV, geht es entlang der großen Synagoge zur Markthalle. Hier kommen uns 4065 und 4763 entgegen.


Die Prager 4160 und 4162 neben der Synagoge


4150 und 4148 passieren die zentrale Markthalle von Sofia.


4034 zeigt sich kurz hinter der Haltestelle „Mladezhki Teatr“ in sofioter Neulack.

An der Haltestelle „Mladezhki Teatr“ biegt die Linie aus den engen Innenstadtgassen auf den breiten „Bulevar Kniaz Aleksandar Dondukov“. Die nächsten Kilometer verläuft die Strecke in Mittellage der Straße und später durch die typischen Plattenbauten. Wir steigen erst an der Endschleife der Linie 23 wieder aus und sehen uns die beiden Bonner Wagen an ihrem letzten Rückzugsort an. Anschließend folgen wir den Linien 20 und 23 bis zum Abzweig der Linie 23 an der Haltestelle „Poshtenski Klon“.


GT8 4413 an der Endstation der Linie 23 „Zhk Geo Milev“ in der Zwischenschleife an der Linie 20.


Blick in den erstaunlich gut erhaltenen Innenraum des rüstigen Bonners.


Hinter der nächsten Haltestelle verlässt die Strecke die Mittellage und verläuft fortan seitlich der Straße, meist in dichtem Grün.


4415 fährt in die letzte gemeinsame Haltestelle „Poshtenski Klon“ ein.


4413 ist soeben von hinten links kommend in die Trasse der Linie 20 eingebogen.


4413 auf der Stichstrecke der Linie 23 an der Haltestelle „ulica Munchen“


4102 und 4122 fahren auf der etwa 500m weiter östlich parallel verlaufende Linie 20 in die Endstation „Depot Iskar“, mit dem gleichnamigen großen Regelspurdepot ein.

Soweit die Fahrt mit Sofias regelspurigen Linien 20, 22 und 23. Im nächsten und letzten Teil dieser Reise werfen wir dann noch einen Blick auf das höchst abwechslungsreiche Schmalspurnetz.

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