Quer über den Balkan X: Auf 1009mm durch Sofia

Von den dreieinhalb Tagen in Sofia am Ende unserer Reise über den Balkan, wurde auch ein großer Teil am 1009mm Netz der bulgarischen Hauptstadt verbracht. Aber auch die baulichen Highlights abseits der Schienen sollten nicht zu kurz kommen.

Für eine bildliche Übersicht über die verschiedenen Fahrzeugtypen möchte ich erneut auf die Artikelreihe von Frederik Buchleitner verweisen:
Generationswechsel in Sofia III
Recht aktuell ist auch die deutschsprachige Wikipedia-Seite:
Straßenbahn Sofia

Einzige Neuerung am Wagenpark sind seither die aus Basel übernommenen SWP/SIG Be 4/6. Diese verkehren ausschließlich auf den Linien 8 und 11. Da ein erheblicher Teil des Südnetztes, unter anderem die bekannte Linie 10 mit ihrer Serpentinentrasse durchs Grüne, während unseres Besuchs eingestellt war, blieb die gesamte Haller T4D-Flotte auch am Werktag im Depot. Die deutlich unkonfortableren und technisch völlig veralteten Sechsachser aus eigener Produktion, erhielten seltsamerweise den Vorzug vor den modernisierten Tatrazügen aus Halle und waren zahlreich im Einsatz.
In diesem Bilderbogen möchte ich zum Abschluss dieser Reise einfach nochmal die schönsten Momente entlang der Schmalspurnetztes in Sofia zeigen und auch einen Blick nach rechts und links der Gleise riskieren:

Zahlreiche Fotomöglichkeiten ergeben sich in der Innenstadt rund um die Haltestellen „Tsentralni hali“ und „pl.Nedelya“. Von hier aus sind auch die baulichen Highlights der Innenstadt, wie die Alexander-Newski-Kathedrale, das Parlamentsgebäude oder das ehemalige Parlamentsgebäude der kommunisitschen Partei fußläufig bequem zu erreichen.


T6A2B 2041 an der Haltestelle „Tsentralni hali“. Links ist die namensgebende zentrale Markthalle zu sehen, während sich rechts hinter den Bäumen die große Moschee Banya Bashi befindet.


Die Banya Bashi Moschee bei Nacht


T6M-700M neben der Moschee Banya Bashi

Von der Innenstadtachse des Schmalspurnetzes, welche bei unserem Besuch von den Linien 4 und 10 bedient wurde, empfielt sich ein kleiner Spaziergang zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Sofias, wie den ehemaligen und aktuellen Parlamentsgebäuden, der beeindruckenden Alexander-Newski-Kathedrale und vielem mehr… Einen kleinen Eindruck von Sofia abseits der Schienen sollen die nächsten Bilder vermitteln:


T6A2B 2029 passiert kurz vor der Haltestelle „pl.Nedelya“ die Namensgeberin der Stadt…


…die Heilige Sofia


Die aus dem 16. Jahrhundert stammende Kirche Sveta Petka und im Hintergrund erneut die Moschee Banya Bashi


Das im „Stalinbarock“ errichtete, ehemalige Parlamentsgebäude der kommunistischen Partei


Das vielleicht bekannteste Gebäude der Stadt: Die Alexander-Newski-Kathedrale. Im Hintergrund die Kunstgalerie


Das Innenstadtensemble rund um das Parlamentsgebäude: Links die Nationalbibliothek, in der Mitte die Alexander-Newski-Kathedrale und rechts das bulgarische Parlament.


Blick auf die Hauptkuppel der Alexander-Newski-Kathedrale.

Zurück zu den Straßenbahnlinien 4 und 10, welche nach wenigen Metern den Justizpalast erreichen.


An der Haltestelle „pl.Nedelya“ ist am Abend der T6M-700M 830 zu sehen.


Wenige Meter weiter passiert T6A2B 2045 den Justizpalast


Der monumentale Justizpalast von Sofia


Auch vor dem Justizpalast stehen die in Sofia allgegenwärtigen Löwen.

Ein zentraler Knotenpunkt des Schmalspurnetzes ist der pl.Makedonia. Hier treffen sich diverse Linien von den beiden parallelen Innenstadtstrecken und aus den westlichen und südlichen Stadtteilen. Mit den Linien 4, 5, 6, 7, 8 und 10 konnten hier fast alle Wagentypen angetroffen werden. Die von hier nach Westen abgehende Strecke der Linien 4 und 5, bietet zudem mit dem MIV-freien Römerpflaster und den völlig ausgefahrenen Gleisen abwechslungsreiche Motive. Auch Videofilmer kommen hier voll auf ihre Kosten, wenn die Wagen auf der langen Gerade auf und ab und nach rechts und links springen.


T6M-700M als Linie 4 unterwegs zum pl.Makedonia.


Ein von Inekon in Tschechien gebauter T8M-700IT als Linie 5 vom pl.Makedonia kommend


Der auf der Linie 8 eingesetzte ehemalige Basler 670 erreicht gleich den pl.Makedonia.


Auf dem pl.Makedonia biegt der Basler 681 nach links in Richtung der Endschleife „Stebna palata“ der Linie 5 und 8 ein.

Bleiben wir kurz bei den Be 4/6 auf der Linie 8 und folgen ihr zum benachbarten „pl.Vazrazhdane“ und zur Endschleife „Lyulin-5“


Be 4/6 677 auf dem benachbarten pl.Vazrazhdane


Vom Bahnhof kommend stößt hier die Linie 3 mit T6A2B 2025 hinzu.


Die Endschleife „Lyulin-5“ der Linie 8 liegt weit draußen in einer Plattensiedlung. Hier dient die Straßenbahn in erster Linie als Metrozubringer.


Eine Haltestelle stadteinwärts begegnet uns Be 4/6 679.

Die Umbauten T8K-503 und Mk88-NF sind hauptsächlich auf den Linien 6 und 11 anzutreffen. Am Dreieck „Triagalnika“ sind gleich beide Linien anzutreffen. Das Dreieck wird vom Bahnhof kommend durch eine abendteuerliche Betonunterführung erreicht. In der Unterführung stößt die Linie 11 auf das vom Bahnhof kommende Linienbündel. Die Einbiegung in der Betonunterführung ist dabei für die Fahrer völlig uneinsichtig, allerdings nicht ampelgeregelt, sondern kurzerhand mit Stoppschildern für eine Fahrbeziehung versehen. Gleichzeitg zweigt auch noch die Zufahrt zum Depot Banishora ab und oberirdisch hat eine weitere Linie ihre Endschleife vom Bahnhof kommend. Das klingt nicht nur unübersichtlich, genau so ist es auch wenn man zum ersten mal durch die Unterführung fährt und irgendwie versucht nachzuvollziehen, was hier jetzt wo hinführt…
Für den gemeinen Fahrgast ist das Ganze allerdings eher nebensächlich, denn Haltestellen gibt es hier ohnehin nicht und so steigen wir erst an der Haltestelle „Triagalnika“ aus.


Ein aus einem T8M-900 umgebauter Zweirichter T8K-503 als Linie 6 an der Haltestelle „Triagalnika“


Der teilniederflurige Mk88-NF 933 fährt ebenfalls als Linie 6 in die Haltestelle „Triagalnika“ ein.


Einer der allgegenwärtigen Sechsachser T6M-700M auf der anderen Seite der Brücke. Die Eisenbahnstrecke auf der linken Seite wird von der Haltestelle Triagalnika kommend von den Fahrgästen einfach unbefestigt über einen Trampelpfad gequert. Ob das Pfeiffen der Züge an dieser Stelle allerdings mit dem scheinbar bekannten „wilden“ Übergang zusammenhängt oder einen anderen Grund hat, konnte ich nicht herausbekommen.


Auch die Pesa’s sind an der Haltestelle „Triagalnika“ als Linie 7 anzutreffen. Swing 2303 wenige Meter vor der Haltestelle stadteinwärts.

Zum Abschluss dieses Bilderbogens schauen wir uns noch einmal etwas rund um den Hauptbahnhof um. Hier sind auf den verschiedenen Linien hautpsächlich die T6M-700, die Pesa Swing und die T6A2B anzutreffen.


Pesa Swing 2317 vor dem Hauptbahnhof


T6A2B 2045 neben dem angrenzenden Busbahnhof


Der kunstvoll bemalte T6A2B 3013 an der Haltestelle „Peta Gradska Bolnitsa“

Als kleinen Bonus gab es für uns noch die zufällige Begegnung mit dem Museumstriebwagen 72 und Beiwagen 501. Leider stand das Licht nicht optimal, als wir das Gespann an der Haltestelle „NDK“ erwischten, aber im Nachhinein gefällt mir der Teleblick auf den schnuckeligen Museumszug vor der Kulisse der sofioter Wohnburgen und der Bergkette im Hintergrund doch recht gut.


Museumszug mit Triebwagen 92 und Beiwagen 501 kurz vor der Haltestelle „NDK“ in Richtung Innenstadt

Damit endete unser Besuch in Sofia und auch die Reise über den Balkan hatte ihr Ende erreicht. Am dritten Tag in Sofia wurde gegen Mittag mit der inzwischen direkt zum Flughafen fahrenden Metro der Heimweg angetreten. Die Maschine war natürlich verspätet, schließlich kam sie aus Frankfurt. War aber alles kein Problem und nach dem ereignislosen Flug und einer gratis Busrundfahrt über das Frankfurter Vorfeld, wurden die letzten Kilometer Autobahn dieser Reise abgespult, bevor die Heimat mit SD-Karten voller Bilder und Erinnerungen an eine erlebnisreiche Reise erreicht wurde.

Bis zur nächsten Reise,
Tobias

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