Das Fotojahr 2018 – Juli bis Dezember

Weiter geht es mit der zweiten Jahreshälfte meines fotografischen Jahresrückblickes. Neben zwei Reisen in die Alpenregion gab es auch einige Tagesausflüge zu ausgewählten Straßenbahnbetrieben und zur Schmalspur im Harz und Sachsen.

Juli

Am 2. Juli ging es für einen Tag in die Landeshauptstadt Hannover. Unter dem Motto „Lindgrün durch Linden“ wollte ich mir ausgiebig Zeit für die Tw 6000 auf den Linien 9 und 17 nehmen, welche ausschließlich mit der ältesten Stadtbahngeneration Hannovers bedient werden. Im Stadtteil Linden verläufen die Strecken noch vollständig im Straßenpflaster und auch Hochbahnsteige sucht man vielerorts vergebens. Zusammen mit den vielen großen Klinkerbauten lädt das geradezu zum Fotografieren dieser „klassischen“ Straßenbahnstrecke ein.


Tw 6202 befährt am Vormittag des 2. Juli die kurze Verbindungstrecke der Linie 17 zwischen schwarzer Bär und Allerweg.

Am 4. Juli stand dann ein Besuch der letzten T4D-Großzüge Deutschlands in Halle auf dem Programm. Hierzu habe ich auch einen kleinen Bericht verfasst: Deutschlands letzte Tatra-Großzüge: Mit dem T4D durch Halle


Der T4D/B4D Großzug aus 1201, 1176 und 204 verlässt als Linie 3 die Endschleife in Halle Trotha.

Mitte Juli ging es dann abermals auf Reisen. Mit dem Mountainbike im Gepäck wollte ich eine knappe Woche entlang der Matterhorn Gotthard Bahn, Rhätischen Bahn und Appenzellerbahn verbringen. Es wurden einige herrliche Tage in dieser wunderschönen Berglandschaft entlang einiger der schönsten Schmalspurstrecken der Schweiz. Die Wahl des Fahrrades als Fortbewegungsmittel ermöglichte einige Motive abseits der Straßen und sorgte zudem für eine erholsame Entschleunigung: keine ständige Parkplatzsuche, keine ständige Kurverei, einfach die wunderschöne Symbiose aus Landschaft und Bahn genießen und fotografisch festhalten und Abends gänzlich erschöpft ins Bett fallen.

Auf dem Hinweg wurde noch ein Halt in Heidelberg bei den letzten Düwag GT8 der OEG eingelegt: Letzter Rückzugsort Verstärkerfahrten: Duewag GT8 bei der OEG


GT8 4116 und 4111 überqueren als „Große Rundfahrt“ die Neckarbrücke kurz vor dem Bismarckplatz.


Den abendlichen lokbespannten Zug zog am 09. Juli die HGe 4/4 II 102, hier unterhalb der Dorfkirche von Hospental.


Deh 4/4 91 schiebt am Morgen des 10. Juli einen verstärkten Regio Richtung Realp.


Nachdem mir der erste Glacier durch die Lappen gegangen war, gelang der zweite Express des Tages am 11. Juli Richtung Graubünden zwischen Nätschen und dem Oberalpsee.


Nach der Passhöhe am Oberalpsee folgen ein Tunnel und eine langen Lavinengalerie, bevor die Strecke den kleinen Bahnhof Tschamut-Selva an der Ostrampe erreicht. HGe 4/4 5 zieht ihren Regio kurz vor dem Beginn der Galerie zum Oberalpsee hinauf.


Am Abend konnte Deh 4/4 23 im schönsten Abendlicht zwischen dem Oberalpsee und Nätschen abgepasst werden.

Am 12. Juli stand dann die Rheintalstrecke der Rhätischen Bahn von Illanz bis Reichenau auf dem Plan. Hauptziel war neben der Durchquerung der immer wieder beeindruckenden Rheinschlucht vor allem der rege Güterverkehr des Valser Wasserzuges. Dieser bietet in der Regel eine große Abwechslung im Fahrzeugeinsatz und so kamen an diesem einen Tag gleich drei verschieden Loktypen zum Einsatz. Zur besonderen Freude fuhr den vormittäglichen Umlauf die Ge 4/4 I 603 mit Baujahr 1947!


Am Vormittag konnte die mittlerweile über 70-jährige Ge 4/4 I 602 mit dem Valser Wasserzug in der Fotokurve bei Illanz Richtung Samedan aufgenommen werden.


Den mittäglichen Umlauf zog Ge 4/4 II 629, welche ich mitten in der Rheinschlucht bei Versam-Safiens abwartete.


Am Abend kam dann die Ge 6/6 II 705, immerhin auch Baujahr 1958, vor dem beachtlich langen Wasserzug zum Einsatz. Mittlerweile war ich aus der Rheinschlucht zurück und wartete den Zug kurz vor Castrisch Richutung Illanz ab.

Am nächsten Tag war eigentlich die Dokumentation des Generationswechsels auf der Appenzellerbahn geplant, allerdings gingen die neuen Stadler-Triebwagen erst wenige Tage später in Betrieb, sodass der Tag sehr entspannt mit einigen Abschiedsbilder der alten Garnituren verbracht wurde.


Einer der mittlerweile abgelösten älteren Pendezüge von 1986 in Jakobsbab.

Nachdem die eigentlichen Hauptziele dieser Tour nun hinter mir lagen, gab es noch einiges buntes Zusatzprogramm. In München wurde zum vierten Mal Abschied von den P-Wagen genommen und Stern & Hafferl wurde auch mal wieder ein Besuch abgestattet. Ein weiterer Tag wurde an der Murtalbahn verbracht und auf dem Rückweg wurde ein kurzer Halt in Gera eingelegt.


P/p-Zug 2005+3005 am 16. Juli unweit der Haltestelle Clemensstraße auf der Linie 21/28 vom Scheidplatz kommend.


Der bunte Dampfbummelzug der Murtalbahn mit Bh1 an der Spitze auf dem Weg von Murau nach Tamsweg bei Ramingstein.


Freudig überrascht war ich am 18. Juli bei Stern & Hafferl in Vorchdorf, als sich der aus Köln stammende 22 233 auf den Weg zu einer Testfahrt machte. Auf dem Rückweg passte ich den formschönen Triebwagen bei Kösslwang ab.


Ebenfalls am 18. Juli gab es einen Abschiedsbesuch bei der „alten“ Gmundener Straßenbahn. Zum Einsatz kam den Tag über der Tw 8, hier auf der Seepromenade von Gmunden.


Von der Haltestelle Duale Hochschule kommend, zieht die Traktion aus 348 und 303 am 20. Juli die kleine Steigung auf dem Weg in die Geraer Innenstadt hinauf.

Am 28. Juli ging es mal wieder in den Harz. Heute war einer der wenigen jährlichen Termine, an dem der Traditionszug zum Brocken von Nordhausen aus fuhr. Zum Einsatz kam allerdings nur eine Einheitslok und nicht wie erhofft die Mallet 99 5906.


Nach einem kurzen aber heftigen Unwetter fand die Rückfahrt in Netzkater bereits wieder bei Sonnenschein statt. 99 7239-9 ist mit ihrer schönen Altwagengarnitur auf dem Weg nach Nordhausen.

August

Mitte August stand die große Österreichrundfahrt zu den vielen verbliebenen Schmalspurbahnen an. Diese Reise habe ich im Reisebericht „Auf 760mm durch Österreich“ ausführlich beschrieben.


Am 11. August kam auf der Steyrtalbahn die älteste österreichische Schmalspurlokomotive zum Einsatz. 298 102 mit der abendlichen Rückfahrt nach Grünburg bei Sommerhuber-Mühle.


Am 12. August gab es dann die älteste Streckendiesellok Österreichs auf der Ybbstal-Bergstrecke zu sehen. 2093.01 bei Pfaffenschlag


Am Nachmittag desselben Tages konnten noch die beiden Dieselzüge mit 2091.09 und V5 auf der Waldviertelbahn aufgenommen werden. Die Paralleleinfahrt in Alt Nagelberg klappte hervorragend.


Die nächsten zwei Tage waren für die JHMD in Südböhmen vorgesehen. Am 13. August fährt der tägliche Dampfzug mit U46.001 in Blažejov ein.


Kurz vor Blažejov ist wenig später T47.015 mit einem Planzug zu sehen.


Am 14. August kam die rote T47.018 auf dem Südast zum Einsatz und hat soeben Nová Bystrice verlassen.


Am 15. August wurde die Mariazellerbahn besucht. In Wienerbruck-Josefberg ist ET9 auf dem Weg nach Mariazell zu sehen.


Auf der Feitritztalbahn kam am 15. und 16. August die VL12, hier zu sehen in Oberfeistritz, zum Einsatz.


Am Nachmittag wurden in Graz noch ein paar Straßenbahnaufnahmen gemacht. Variobahn 212 unweit der Haltestelle Roseggerhaus.


Am Freitag den 17. August stand der Stainzer Flascherlzug auf dem Plan. Der bunte Touristenzug wurde von CFF 764.411 gezogen. Unter gehöriger Rauchentwicklung verlässt der Zug am Nachmittag Kraubath in Richtung Stainz.


Auf der Murtalbahn kam am Samstag ein dreiteiliger Zug bestehend aus VT31, VS42 und VT34 zum Einsatz. Am Nachmittag des 18. August erreicht der Zug gleich den Haltepunkt Hintering.


Bei der Taurachbahn stand 298.56 unter Dampf.


Vorsichtshalber wurde auch der Achenseebahn am 19. August noch ein Besuch abgestattet. Um die Zukunft dieser urtühmlichen Bahn gibt es seit einigen Jahren mal wieder wilde Spekulationen.


Am Brenner war erwartungsgemäß zum Abschluss der Reise am Sonntag etwas weniger Verkehr. Für den Klassiker bei St.Jodok reichte aber auch ein ÖBB InterCity.


Ende August wurden mal wieder ein paar Mannheimer in Braunschweg abgelichtet. 7755 und 7772 passieren das für wenige Sekunden völlig menschen- und autofreie Wendentor.

September

Über den Monatswechsel August/September ging es spontan Richtung Osten. Bei der Weißeritztalbahn war für das Wochenende ein Zweizugbetrieb und der Einsatz der VI K angekündigt. Da uns sowohl die wiedereröffnete Strecke bis Kipsdorf, als auch die im vergangenen Jahr wieder in Betrieb genommene 99 713 noch fehlten, wollten wir uns dieses Event nicht entgehen lassen.
Auch die letzten T2 in Liberec standen schon lange auf der Liste, sodass der Freitag dort verbracht werden sollte. Leider wurde aus den angekündigten 14 Sonnenstunden am Wochenende zwei Tage Dauerregen, sodass lediglich der Freiteg in Liberec als Erfolg verbucht werden konnte.


Auf dem Weg nach Liberec wurde ein Halt an der Zittauer Schmalspurbahn eingelegt. Bei Zittau Haltepunkt konnte 99 758 mit ihrem „Gebirgspendel“ aufgenommen werden.


Lange Jahre waren die Wagen 18 und 19 die letzten Tatra T2 im Linienbetrieb. Mit dem 17. November endete in Liberec auch diese Ära. Am 30. August konnten die beiden Wagen in Traktion noch auf der Überlandlinie nach Jablonec bei Nový Svět aufgenommen werden.


Der Besuch bei der Weißeritztalbahn viel leider vollständig ins Wasser. Stellvertretend diese triste Aufnahme der seit Jahren in Hainsberg abgestellten 99 1790-7.


Wo man schonmal dort war, wurden natürlich trotzdem einige Aufnahmen der 99 713 gemacht. Mit dem schönen Altbauzug, dieses Mal sogar ganz ohne Rekowagen, erreicht die VI K am Vormittag des 01. September den Haltepunkt Spechtriz im Rabenauer Grund.


Auf dem Rückweg wurde noch in Leipzig vorbei geschaut. Da an diesem Sonntag eine Rasenballpartie anstand, waren auch zahlreiche Tatra-Großzüge im Einsatz.

Eine Woche später wurde erneut das Wochenende genutzt um Richtung Sachsen aufzubrechen. Dieses Mal sollte es zur Döllnitzbahn gehen und dort sollten Wetter und Programm halten was sie versprochen hatten. Das grandiose Festwochenende bot gleich zwei Mügelner IV K und einen Dieselzug im Einsatz. Zudem wurde das letzte Streckenstück Richtung Kemmlitz eröffnet und am Sonntag befuhr ein langer GmP mit beiden IVK die Strecke nach Oschatz.


Abseits der Dampfzüge war der Trubel deutlich geringer und es konnten noch einmal in Ruhe Fotos des Dieselzuge mit 2091er Bespannung aufgenommen werden, bevor diese zumindest im Schülerverkehr demnächst von einem 5090er abgelöst werden. Am Morgen des 8. September überquert 199 030-8 die kleine Brücke bei Oschatz Kleinforst Rosensee.


Am Abend passiert 99 584 die große Wiese bei Thalheim. Da die IV K zuvor mit einem kleineren Schaden für einige Stunden ausgefallen war, wurde zur Sicherheit am Zugschluss die 199 031-6 mitgeführt, welche hier geschickt hinter einem Baum versteckt werden konnte.

Mitte September wurde dem Straßenbahnmuseum in Wehmingen nach zwei Jahren mal wieder ein Besuch abgestattet. Der normale Öffnungstag ohne irgendein Sonderprogramm bot die Möglichkeit ganz entspannt ein paar Stündchen im Museum Herumzuschlendern und zu Fotografieren.


Der Bremer Wegmann 3533 erreicht das Ende des öffentlichen Ausstellungsgelände und taucht in die Waldschleife ein.

Oktober

Der Oktober stand noch einmal ganz im Zeichen der Harzer Schmalspurbahn. Nicht nur das der Herbst vielleicht die schönste Jahreszeit entlang der Gleise im Harz ist, vor allem lockte erneut der Einsatz der Harzkamele.
Wegen Dampflokmangel rutschte immer mal wieder eins der Wüstentiere in den Personenzugumlauf. War dies in der Vergangenheit schon häufiger als Triebwagenersatz der Fall, so stellt der Einsatz der Kamele im Dampfzugdienst und erst recht auf der Bockenstrecke eine absolute Seltenheit dar und stimmte gleichzeitig nachdenklich über die Situation im Harz. Nicht selten hörte man auch am Freitag den 5. Oktober Sätze wie: „Mit der wollen wir nicht fahren, wir warten auf die schwarze Lok!“ oder, „Eigentlich sind wir extra für die Dampfloks in den Harz gefahren, gibt es hierfür wenigstens eine Ermäßigung?“
Man konnte es den „gemeinen“ Fahrgästen kaum verdenken, mich jedoch trieb genau diese Seltenheit gleich vier mal in wenigen Wochen in den Harz. An zwei der Tage fuhr dann auch tatsächlich ein Kamel, einen Tag auf der Querbahn und einen Tag auf der Brockenstrecke.


Bei Kaiserwetter konnte 199 861-6 am Nachmittag des 5. Oktober auf dem Weg nach Drei Annen Hohne unterhalb der Brockenschleife kurz vor dem Betriebsbahnhof Goetheweg aufgenommen werden. Eines jener Motive, bei welchen die Dampfloks immer „falschherum“ stehen…


Natürlich werden auch die Dampfzüge immer gern mitgenommen, so wie 99 234 am Vormittag des 5. Oktober kurz vor Drei Annen.


Am 20. Oktober kam die HSB trotz Traditions- und Sonderzug ohne ein Harzkamel aus. Also wurde sich bei strahlendem Sonnenschein und ausgeprägter Herbstfärbung den Dampfzügen gewidmet. 99 7240-7 hat Drei Annen erreicht und überquert gleich den Bahnübergang Richtung Drei Annen Hohne.


Am 16. Oktober „verirrte“ sich mal wieder ein Mannheimer auf die 5 nach Broitzem. Kurz vor der Haltestelle „Am Lehmanger“ passieren 7758 und 7775 die neue Fotowiese, welche sich durch den Abbau der alten Wendeschleife ergeben hat.

Der November und Dezember verliefen weitgehend ohne Fotoaktivitäten. Lediglich am Freitag den 21. Dezember gab es eine kleine Fotosession in den weihnachtlichen Straßen von Braunschweig, bevor die Hochflurwagen mit dem Inkrafttreten des Ferienfahrplans für das restliche Jahr im Depot verschwanden.


7752 erreicht als Solofahrer auf der Linie 5 in Kürze die Haltestelle „Am Magnitor“.


1453 wird im Gegensatz zu den Hochflurzügen auch die letzten Tage des Jahres noch arbeiten müssen. Hier ist der Wagen in der Friedrich-Wilhelm-Straße auf der Linie 3 in die Weststadt unterwegs.

Damit wünsche Ich allen Lesern einen schönen Jahreswechsel und einen guten Start in das neue Jahr 2019, welches hoffentlich wieder viele interessante Reiseziele und Bilder mit sich bringen wird…

Bis dann,
Tobias

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