Eine Reise mit den Harzer Schmalspurbahnen – 1.7 Durch’s Thumkuhlen- und Drängetal

Portrait des größten deutschen Schmalspurnetzes nach der Wende


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Teil 1 – Von Wernigerode nach Drei Annen Hohne


Der erste Abschnitt der Reise geht auf der Harzquerbahn von Wernigerode bis Drei Annen Hohne. Für eine größere Ansicht mit der rechten Maustaste auf das Bild klicken und „Grafik anzeigen“ auswählen

Der erste Teil der Reise führt uns auf den Gleisen der Harzquerbahn von Wernigerode bis zum Abzweig der Brockenstrecke nach Drei Annen Hohne. Nach der Fahrt durch die gemütliche Kleinstadt am Rand des Harzes, verschwindet die Strecke zum großen Teil im Wald und überwindet, durch viele enge Kurven und den einzigen Tunnel des gesamten Netzes, die ersten 300 Meter Höhe. Besonders im Herbst genügen diese 300 Meter Höhendifferenz oftmals, um von einer bunten Herbstlandschaft in eine weiß gepudertes Winterparadies einzutauchen. Der von Wernigerode bis Drei Annen Hohne verlaufende Bahnparallelweg, ist damit vielleicht einer der schönsten Wanderwege entlang der HSB und bietet einige schöne Ausblicke auf Bahn und Landschaft.

Durch Rodungen ergeben sich auch an dieser, meist tief im Wald verlaufenden Strecke, immer wieder für einige Jahre neue Motive, bis sich die Natur den Lebensraum entlang der Strecke zurückerobert.


1.7 Thumkuhlen- und Drängetal

Hinter Steinere Renne führt die Strecke wieder aus dem Tal der Holtemme heraus ins Drängetal. Weit oberhalb der Straße nach Drei Annen Hohne, folgt die Strecke dem Verlauf des Drängetals mit einem Schlenker durch das Thumkulental zum Höhengewinn. Die Kehre im Thumkulental führt über ein kleines Brückenbauwerk, befindet sich allerdings gänzlich unfotogen mitten im Wald. Nach der 180°-Kehre führt die Strecke zurück ins Drängetal. Hier befindet sich beim Übergang vom Thumkulental ins Drängetal auch der einzige Tunnel der Harzer Schmalspurbahnen. Erst hinter dem Tunnel verlässt die Strecke den dichten Wald für einige hundert Meter dank einer großflächigen Rodung und bietet zahlreiche Motive, wahlweise mit dem Tunnelportal, vom gegenüberliegenden Hang, oder mit Fernsicht in die Norddeutsche Tiefebene.
Bis unmittelbar hinter der Betriebsausweiche Drängetal, verläuft die Strecke erneut in dichtem Wald. Hinter der Ausweiche ermöglicht eine kleine Waldschneise am Vormittag imposante Aufnahmen, wenn die schwer arbeitenden Dampfloks unter Vollast aus dem Wald herrausbrechen. Kurz vor Drei Annen kommen die Züge wieder ans Sonnenlicht. Großflächige Rodungen haben hier Anfang der 2000er Jahre und noch einmal 2016 unzählige neue Motive geschaffen und lassen den Blick durchs Drängetal schweifen. Hinter Drei Annen kreuzt die Strecke erneut die L100 und verläuft fortan parallel zur Straße, getrennt von einer dichten Baumreihe, das restliche Stück bis zum Bahnhof Drei Annen Hohne.
Der gesamte Streckenabschnitt von Steinerne Renne bis Drei Annen ist dabei nicht mit dem Auto zu erreichen. Nahezu alle Motive sind aber vom „Bahnparallelweg“ zu erreichen. Dieser beginnt am Bahnhof Steinerne Renne, welcher aus Wernigerode mit dem Auto erreichbar ist und verläuft meist dicht neben der Strecke, bis Drei Annen Hohne und von dort aus weiter Richtung Brocken. Der „Bahnparallelweg“ eignet sich dabei perfekt für einen gelassene, wenig anspruchsvolle Wanderung zum Erkunden der Strecke und bietet an den verschiedenen Lichtungen immer wieder schöne Motive. Als Alternative mit Weitblick bietet sich der östich der L100 in Wernigerode beginnende „Drängetal-Hangweg“ an. Von hier ergeben sich Ausblicke über das Drängetal hinweg, mit Blick auf die waldfreien Streckenabschnitte am Thumkuhlentunnel und vor Drei Annen.


Aufnahmestandorte zwischen Steinerne Renne und Drei Annen. Für eine größere Ansicht mit der rechten Maustaste auf das Bild klicken und „Grafik anzeigen“ auswählen.


Aufnahmestandorte im Drängetal bis Drei Annen Hohne. Für eine größere Ansicht mit der rechten Maustaste auf das Bild klicken und „Grafik anzeigen“ auswählen.


1.7.1: 99 7247-2 hat am 1. April 2013 soeben den Thumkulentunnel in Richtung Steinerne Renne durchfahren und dreht im Anschluss ein Runde durch das Thumkulental um an Höhe zu verlieren. Heute ist dieses Tunnelportal bereits wieder von dichten Birken umgeben.


1.7.2: Am 20. Juli 1990 verlässt 99 7243-1 den Thumkulentunnel in Richtung Drei Annen Hohne. Der dunkle Schatten im Vordergrund lässt erahnen, dass von der heutigen großzügigen Lichtung am Hang des Drängetals, unmittelbar hinter dem Tunnel, im Jahr 1990 noch nichts zu sehen war.


1.7.3: Am 1. April 2013 ist der Halberstädter 187 017-5 für den abendlichen Triebwagenkurs auf der Harzquerbahn eingeteilt. Mit dem Ziel Eisfelder Talmühle hat der Triebwagen soeben den Thumkulenkopftunnel in Richtung Drei Annen Hohne durchquert.


1.7.4: Vom gegenüberliegenden Hang des Drängetals bietet sich vom „Drängetal-Hangweg“ aus, ein schöner Blick auf die erst in diesem Jahrtausend entstandene Lichtung, unmittelbar hinter dem Thumkulenkopftunnel. Am 31. Dezember 2013 ist eine Einheitslok mit einem Sonderzug Richtung Drei Annen Hohne unterwegs.


1.7.17: Einige hundert Meter weiter bietet sich ein vom „Drängetal-Hangweg“ ein weiter Landschaftsblick. Am 23. Juni 2019 hat eine unerkannt gebliebene Brockenlok soeben auf Bergfahrt den Tunnel passiert.


1.7.5: Inzwischen erobern Ginster, Tannen und Birken den Hang zurück, sodass in den grünen Monaten der kurzlebige Motivklassiker nur noch von unterhalb der Gleise umsetzbar ist. Am 13. November 2016 zieht 99 7232-4 einen Brockenzug Richtung Drei Annen Hohne. Neben den Herbstmonaten Oktober und November, ist besonders die Ginsterblüte im Mai ein besonderes Schauspiel, wenn der gesamte Hang in Gelb erstrahlt.


1.7.6: In einer der vielen kleinen, meist temporären Lichtungen, zeigt sich am 3. Juli 2014 der Halberstädter 187 018-7 auf dem Weg nach Wernigerode. Direkt hinter der Kurve wird der Triebwagen die Betriebsausweiche Drängetal ohne Halt durchfahren.


1.7.7: An gleicher Stelle zeigen sich im November 2016 die beeindruckenden Veränderungen der Natur entlang der Strecke im Verlauf der Jahreszeiten. 99 7234-0 taucht mit ihrem Brockenzug für einen kurzen Moment aus dem herbstlichen Wald auf.


1.7.8: Im Jahr 1991 ließ sich die große Kurve, mit dem darunter liegenden Durchlass vom Bahnparallelweg zum Grund des Drängetals, unterhalb von Drei Annen im schönsten Sonnenlicht fotografieren. Heute hat dichter Nadelwald das Areal zurückerobert und lässt das ehemalige Motiv nicht einmal mehr erahnen. Am 5. Oktober 1991 passiert 99 7238-1 die große S-Kurve.


1.7.9: Seit 2016 bieten sich dafür wenige Meter weiter in Richtung Drei Annen zahlreiche neue Motive. Auf einer Länge von etwa 500m wurde der Wald großzügig abgeholzt und gibt einen seltenen Blick auf Bahn und Landschaft frei. Die hellgrünen Bäumchen am Hang lassen erahnen, wie schnell auch diese Lichtung wieder der Vergangenheit angehören wird, als 99 7240-7 am 13. November 2016 die neue Fotostelle in Richtung Drei Annen Hohne passiert.


1.7.10: Am Vormittag des 14. Januar 2018 passiert das Harzkamel 199 861-6 die selbe Stelle in Gegenrichtung mit einem Triebwagen-Ersatzzug von Eisfelder Talmühle nach Wernigerode.


1.7.18: Auch diese Stelle lässt sich wunderbar aus der Ferne vom „Drängetal-Hangweg“ aus beobachten. Am 23. Juni 2019 ist ein Brockenzug auf dem Weg nach Drei Annen Hohne.


1.7.11: Zwei Kurven weiter in Richtung Drei Anne ist am 5. Oktober 2018 erneut die 199 861-6 unterwegs. Dieses Mal ist die ehemalige V100 allerdings als Ersatz für eine Dampflok unterwegs zum Gipfel des Brocken. In den vergangenen 20 Jahren waren diese notgedrungenen Einsätze im Herbst 2018 wohl einmalig.


1.7.12: An gleicher Stelle kehrt am 22. Januar 2016 das „Fischstäbchen“ 187 013-8, als morgendlicher Triebwagenkurs, aus Eisfelder Talmühle zurück in Richtung Wernigerode, wo er den Tag über bis zum abendlichen Umlauf pausieren wird.


1.7.13: Ebenfalls an nahezu identischer Stelle, diesmal durch den Einschnitt auf Schienenhöhe gesehen, befand sich kurze Zeit vorher 99 7243-1 mit einem Zug zum Brocken.


1.7.14: Ein letzter Blick in den Einschnitt bei Drei Annen auf 99 222, mit einem Brockenzug am 27. Februar 2016.


1.7.15: Wenige Meter weiter befindet sich 99 7240-7 am 20. Oktober 2018 kurz vor dem Bahnübergang der L100 bei Drei Annen.


1.7.16: Von Drei Annen bis zum Bahnhof Drei Annen Hohne verläuft die Strecke parallel zur Straße hinter einer dichten Reihe Bäume. Bei geeignetem Sonnenstand lassen sich auch hier Bilder mit dem schmalen Streifen bunter Blumen fotografieren. Am 3. Juli 2014 befindet sich 99 7240-7 kurz vor dem unbeschrankten Bahnübegang eines Forstweges.

Im letzten Teil dieses ersten Abschnittes von Wernigerode bis Drei Annen Hohne schauen wir uns noch den Bahnhof Drei Annen Hohne an.

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