Auf 760mm durch die Rhodopen – Prolog und Anreise über Frankfurt und Sofia

Das Rhodopengebirge in Bulgarien wird auf insgesamt 125 Kilometern von der schmalspurigen Rhodopenbahn durchquert. Von 240 m.ü.M. geht es hinauf bis zum höchsten Bahnhof des Balkans auf 1267 m.ü.M. und weiter zu den bekanntesten Wintersportorten des Landes. Im vergangenen Mai ging es für mich rund eine Woche nach Bulgarien, um dieser Schmalspubahn einen intensiven Besuch abzustatten.


Prolog

Lange Zeit hatte ich die Rhodopenbahn in Bulgarien so garnicht auf dem Schirm. Von deren Existenz hatte ich zwar hin und wieder mitbekommen, allerdings standen andere Ziele immer weiter oben auf der Prioritätenliste und richtig befasst hatte ich mich mit dem Thema noch nicht. Im Herbst 2018 geisterten dann Meldungen durch die üblichen Kanäle, dass die letzte betriebsfähige „Super VIIK“ der Baureihe 609 eine frische HU erhalten habe. Nicht das mich diese Lokomotive jetzt besonders interessiert hätte, aber die Meldungen führten dazu, das die Rhodopenbahn erstmals richtig in mein Blickfeld geriet und es in der Liste unter die „Top Ten“ schaffte. Kurz vor der Ägyptenreise galt es dann noch schnell irgendein Programm für eine vorgesehene Woche Urlaub im Mai zu finden. Also auf die Liste geschaut, die Machbarkeit der verschiedenen Ziele ausgelotet und irgendwie blieb ich bei der Rhodopenbahn hängen. Die Lufthansa-Flüge nach Sofia und zurück waren für die Verhältnisse seriöser Airlines noch sehr günstig und so eine Woche in der bulgarischen Provinz nach den strapazen in Ägypten, wären doch genau das Richtige. Also am Abend vor der Abreise nach Ägypten noch schnell den Flug nach Sofia gebucht, alles Weitere konnte dann später organisiert werden.


Anreise

Da der Flug aus Frankfurt am Dienstag erst gegen Abend in Sofia landen sollte, buchte ich für eine Nacht ein das zentrumsnahes und mit der Metro vom Flughafen gut erreichbare Hotel in Sofia, das ich schon von der Balkantour aus dem vergangenen Jahr kannte. Mit Rail&Fly ging es nach Frankfurt und bis zum Abflug vertrieb ich mir die Zeit wie schon letztes Jahr mit Pt-Wagen Jagd. Dank des Regens am Vortag, war die Luft wunderbar klar und der Himmel stahlblau, sodass die Ausbeute deutlich besser war als vor fast genau zwölf Monaten.


Als morgendlicher Vertärker erreicht Pt 148 auf Linie 17 nach Neu-Isenburg die Haltestelle Stresemannallee/Gartenstraße hinter der Mainbrücke.


Auf der Linie 15 pendelten den ganzen Tag die beiden Pt-Wagen 138 und 727. Auch wenn das subaru-vista eine doch recht schreckliche Farbe ist, freute ich mich besonders über den Wagen 727, nachdem im letzten Jahr nur altfarbene Wagen festgehalten werden konnten. Hier überquert der Wagen als Linie 15 den Schweizer Platz in Richtung Südbahnhof.


Wenige Meter weiter konnte 138 unweit der Haltestelle Schwanthalerstraße abgelichtet werden.


Anschließend ging es am Mainufer entlang zurück zum Hauptbahnhof, um die Weiterfahrt zum Flughafen anzutreten.


Den folgenden Mittwoch-Vormittag wollte ich dann noch kurz nach Neuigkeiten bei der Straßenbahn in Sofia Ausschau halten: Die Hallenser T4D fuhren allerdings noch immer nicht, dafür war das große Linienbündel des 1007mm-Netztes in den Südosten der Stadt wieder eröffnet worden. So konnten die Linien 10, 12 und 18 wieder auf voller Länge verkehren und die vielen Umleiter aus dem vergangenen Jahr waren Geschichte. Auch die bekannte Waldbahn der Linie 10 mit ihren Serpentinen, wurde dadurch wieder bedient. Die Baseler Sänften waren nun auch wieder auf der Linie 12 anzutreffen.


Anders als im vergangenen Jahr geht es vom pl. Makedonia kommend neben dem Justizpalast nun auch wieder geradeaus weiter. T6A2B 2055 fährt gleich in den sanierten Abschnitt ein.


Das Linienbündel in den Südosten ist wiedereröffnet und die Fußgängerzone damit noch einmal beträchtlich gewachsen. T6A2B 2054 durchquert als Linie 10 den generalsanierten Abschnitt bei der Haltestelle pl.Garibaldi.


Am pl. Slaveykov ist T6A2B 3017 zu sehen.


Bis kurz vor die Universität ist die Strecke grundlegend saniert. Dahinter zeigt sie sich noch in sehr rustikalem Zustand. So auch in der Zwischenschleife pl. Zhurnalist für die Linien 12 und 18.


Besondere Bekanntheit hat die Waldbahn mit ihren zwei Serpentinen, welche sich hinter der Zwischenschleife anschließt. T6A2B 2038 bewältigt die Steigung zur Haltestelle ul.Vishneva.


Wenige Meter weiter erreicht 2049 die Haltestelle.


T6A2B 2050 hält an der lauschigen Station ul. Vishneva.


Auf der Linie 22 der Regelspur konnten wieder zahreiche Leipziger Hängerzüge angetroffen werden. So auch der Zug mit T4D-M2 4049 an der Spitze unweit der Haltestelle ul. Odrin.

Nachdem ich mir hier den Vormittag vertrieben hatte, ging es wieder hinaus zum Flughafen, um den Leihwagen für die nächsten sechs Tage abzuholen. Alles lief reibungslos und nach rund 100 Kilometer Aklimatisierung im bulgarischen Verkehrsgeschehen, erreichte ich mit Septemwri den Ausgangspunkt der 125 Kilometer langen Rhodopenbahn pünktlich für den Zug um 16:25 Uhr.

Bis Montag Vormittag hatte ich nun Zeit, um die Rhodopenbahn ausführlich kennenzulernen. In Velingrad hatte ich für die fünf Nächte ein Appartment gebucht, sodass ich völlig unabhängig von möglichen Frühstückszeiten und ähnlichem meinen Zeitplan gestalten konnte. Anders als üblich, werde ich im folgenden in diesem Reisebericht allerdings von meinem sonst üblichen chronologischen Erzählstil abweichen. Da es die gesamte Zeit, je nach Wetter und Fahrplan, mal hier mal dorthin, mal wild hin und her und auch mal stundenlang garnicht voran ging, würde eine chronologische Schilderung letztendlich nur aus ausufernden Beschreibungen des hin und her jagens auf immer wieder gleichen Straßen enden. Wer will das schon lesen…
Daher werde ich diesen Reisebericht geografisch in Form einer fiktiven Reise von Septemwri bis ins 125 Kilometer entfernte Dobrinishte ordnen. Natürlich wird aber wie üblich auch die ein oder andere Anekdote ihren Platz finden 😉

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