Schneechaos, Eiskratzen und Kaiserwetter – Wintereinbruch in Braunschweig

Vom 29. bis 31. Januar 2021 zeigte sich der Winter in Braunschweig von allen Facetten: Von starkem Schneefall über Eisregen bis zu winterlichem Kaiserwetter war alles geboten und plötzlich mussten die vier verbliebenen Mannheimer-Züge für einen halben Tag den gesamten Fahrgastbetrieb aufrecht erhalten…


29. Januar 2021: Vom trüben Januartag zur Rutschpartie

Der 29. Januar fing eigentlich an wie fast jeder Tag dieses Monats: Eine trübe graue Suppe hing am Himmel über der Löwenstadt, die Temperaturen knapp über null. Die Wetterdienste hatten es aber schon angekündigt: Über Deutschland sollte sich im Laufe des Tages eine extreme Grenzwetterlage breit machen. Im Süden war Tauwetter mit Regen und Überschwemmungsgefahr angesagt, aber von Norden her drückte gleichzeitig Kaltluft ins Land, sodass sich ein etwa 200 Kilometer breiter Streifen bildete, in dem es einerseits knapp unter null sein sollte, andererseits mit heftigen Niederschlägen zu rechnen war. Südniedersachsen lag genau am südlichen Rand dieses Streifens und damit war für Braunschweig nun weitgehend unklar, was genau das Wetter denn bringen würde, je nach dem, wann sich die Temperaturen in welche Richtung leicht verschieben würden.

Ich blickte also mal hin und wieder gespannt vom heimischen Monitor auf und ließ den Blick aus dem Fenster schweifen. Bis zum Mittag weitgehend das bekannte Bild: Schneeregen bei knappen Plusgraden, liegen blieb’s nicht wirklich. Um den Mittag herum kippte die Temperatur dann aber knapp unter die magischen Null Grad und das weiße Zeugs häufte sich plötzlich an. Also schnell die Arbeit für diesen Freitag für beendet erklärt und raus in den Schnee.

Der Schneefall war am Nachmittag derart heftig, dass der Winterdienst natürlich erstmal chancenlos war, solange es nicht aufhörte zu schneien. Die Straßenbahn fuhr aber unbeeindruckt weiter, denn kritische Schneehöhen werden hier eigentlich für den sicheren Betrieb nie erreicht. Ich schnappte mir also Auto und Kamera und kämpfte mich durch das wilde Schneetreiben, immer wieder fasziniert davon, wie viele Wagenlenker es doch für eine gute Idee hielten, ihre Sommerreifen auf die Probe zu stellen.
Corona-bedingt waren die Straßen aber leer wie selten, sodass die Fortbewegung immer mit ausreichend Abstand zur Sommerreifenfraktion erfolgen konnte. Eigentlich wäre ich ja viel lieber mit der Tram unterwegs gewesen, aber in diesen Tagen überlässt man den Platz dann doch lieber den Leuten, die nicht zum Spaß durch die Gegend fahren…


Am Nachmittag lief der Straßenbahnverkehr noch pünktlich und unbeeindruckt vom wilden Schneetreiben. GT6S 9551 als Linie 10 zum Hauptbahnhof auf der Stobenstraße zwischen den Haltestellen Schloss und J.-F.-Kennedy-Platz. Hochflurer waren an diesem Tag im Liniendienst auch auf der 10 Fehlanzeige.


Auf der Linie 1 folgt der Hängerzug aus NGT8D 0757 und B4 7471 nach Stöckheim ebenfalls in der Stobenstraße. Immerhin doch ein Hochflurer, bzw. sogar zwei, denn in meinem Rücken kreuzte der Zug das zweite Gespann aus 0758 und 7472.

Die Visite in der Innenstadt ergab, dass keine Hochflurwagen im Einsatz standen an diesem Freitag. Also konnte ich mich auch mal wieder der Linie 4 zur Helmstedter Straße widmen. Aufgrund des straßenbündigen Verlaufes, sind hier Schneebilder nur direkt während des Schneefalls möglich, bevor das weiße Zeug von den Räumtruppen an den Straßenrand verfrachtet wird. Das Auto blieb unweit der Haltestelle Ackerstraße zurück, wo ich mich vor einem wahnsinnigen SUV-Fahrer auf einen Parkplatz retten konnte. Wenn der wüsste, dass seine LKW-breiten Reifen bei diesen Straßenverhältnissen völlig kontraproduktiv sind, würde er vielleicht auch etwas Sicherheitsabstand einhalten…
Überhaupt immer wieder unterhaltsam, das Fahrverhalten der Leute bei Schnee hier im meist schneefreien Flachlandwinter zu beobachten. Ein Drittel scheint grundsätzlich mit der Situation überfordert und fährt nicht mehr über 20 km/h, ein anderes Drittel gehört wohl der Fraktion „Glätte-Leugner“ an und rast unbehelligt von verdreifachten Bremswegen weiterhin mit 60 Sachen um jede Ecke. Mit dem letzten Drittel kann man sich ganz gut arrangieren 😉


Selbst als die Räumdienste ausgerückt waren, hatten die zahlreichen Räumfahrzeuge keine Chance, solange der heftige Schneefall anhielt. So präsentierte sich auch die Helmstedter Straße weitgehend als Eisbahn, denn unter dem Schnee hatte sich bereits ein festgefahrener Eispanzer gebildet. Davon unbeeindruckt verlässt GT6S 9556 die Haltestelle Hauptfriedhof auf der Linie 4 zum Radeklint.


In der Endschleife Helmstedter Straße verbringt wenig später Tramino 1459 seine kurze Pause. An diesem Tag wurden wiedermal alle drei Niederflurtypen auf den vier Kursen der Linie 4 eingesetzt.


Zurück am Hauptfriedhof kommt auch schon 9557 entgegen. Statt mit der Sonne, galt es heute vielmehr mit dem Wind zu fotografieren, denn der Schnee kam nicht wirklich senkrecht vom Himmel und peitschte nicht nur mir ins Gesicht, sondern auch der Kamera auf die Linse und trübte damit den Blick an beiden Enden des Aufnahmegerätes.


An der Haltestelle Ackerstraße durfte es noch der Klassiker von der Bahnbrücke mit GT6S 9557 und NGT8D 0759 sein.

Ein letzter Fotohalt wurde im Anschluss noch am Hauptbahnhof eingelegt, wo gerade wieder die beiden Hängerzüge auf der Linie 1 dran waren. Außerdem wollte ich hier noch den seit Mitte Januar im Einsatz befindlichen Tramino II 1957 aufnehmen, welcher ebenfalls gleich auf der 1 aus Stöckheim durchkommen müsste. 1957 erwischte ich aber am Sonntag noch deutlich besser, sodass hier nur die beiden Gespanne aus NGT8D+B4 gezeigt werden sollen.
Derweil ging der Schneefall plötzlich wieder in Regen über. Die Temperaturen lagen auch wieder knapp über Null, sodass nur die gefrorenen Straßen spiegelglatt wurden. Die Straßenbahn war dem bereiften Verkehr in dieser Situation deutlich überlegen und fuhr unbeeindruckt weiter. Das sollte sich im Laufe des Abends noch ändern…


NGT8D 0758 fährt mit B4 7472 auf der Linie 1 am Hauptbahnhof Richtung Innenstadt und hängt dabei den Solarisbus auf der Ringlinie 429 locker ab.


In Gegenrichtung kommt wenig später das Gespann aus NGT8D 0757 und B4 7471 die Kurt-Schuhmacher-Straße heruntergefahren. Die fünf Fahrspuren haben sich derweil in eine einzige große Eisbahn verwandelt. Immerhin waren wegen Corona kaum Autos unterwegs. Man vergegenwärtige sich, dass diese Aufnahme während der Rush-Hour aufgenommen wurde. So hielten sich die Blechschäden stark in Grenzen, wo im Normalfall an jeder Ecke sommerbereifte Fahrzeuge mit plastischen Deformationen hätten geborgen werden können.

Am Abend hatte sich der Neuschnee dann bereits in großflächige Matschpampe verwandelt und es regnete weiter. Ob das angesichts sinkender Temperaturen gut gehen sollte über Nacht? Ich war mir da nicht sicher, machte mich aber nochmal kurz auf, um an der Endschleife Inselwall/Radeklint eine Nachtaufnahme zur blauen Stunde zu machen. Dummerweise ging aber die Straßenbeleuchtung auch um 18 Uhr noch nicht an, sodass ich die geduschte Kamera irgendwann wieder vom Stativ rettete und durch den Matsch zurückschlurfte.
Zu dieser Zeit lief noch alles problemlos. Wenige Stunden später verwandelte sich der Regen dann wohl in fiesen Eisregen und legte binnen kürzester Zeit den Betrieb lahm. Was genau ablief weiß ich auch nur vom Hörensagen, jedenfalls schienen diverse Bahnen aufgrund zugefrorener Oberleitungen unterwegs liegen zu bleiben. Mit Altwagen wurde wohl einigermaßen erfolglos versucht die Niederflurer abzuschleppen oder die Oberleitung freizuhalten. Ich widmete mich dem Ganzen jedenfalls erst am nächsten Morgen wieder.


Nach der kleinen Nachmittagsrunde ging es am frühen Abend nochmal an die Schleife Radeklint/Inselwall, wo die Straßenbeleuchtung aber auch um 18 Uhr noch nicht angehen wollte. So wurde dann GT6S 9557 eben im Halbdunkel aufgenommen, bevor es wieder ins Warme und Trockene ging. Noch lief der Verkehr problemlos und es regnete. Das sollte sich im Laufe des Abends noch ändern…


Samstag 30. Januar 2020: Veteranen beim Eiskratzen

Von dem nächtlichen Eisregen und den Evakuierungsversuchen bekam ich erstmal nichts weiter mit, bis ich am Samstag beim morgendlichen Kaffee mal die üblichen Kanäle checkte. Und siehe da: Der Straßenbahnbetrieb war wegen vereister Oberleitungen eingestellt worden. Viel mehr Infos gab es noch nicht, also Kamera geschnappt und selbst mal schauen was so abgeht, denn meist müssen in solchen Fällen dann auch bei anderen Betrieben die Altwagen ohne anfällige Elektronik die Fahrleitungen wieder freikratzen. Zuletzt hatte ich sowas in Braunschweig im Dezember 2010 erlebt, damals ebenfalls an einem Samstag, nur das für den Samstagsfahrplan im Jahr 2010 noch genügend Hochflurfahrzeuge vorhanden waren.

Über vereiste Radwege tastete ich mich über die Lange Straße vorsichtig Richtung Innenstadt. Neben der Fahrleitung lag auch das Auto unter eindem dicken Eispanzer, sodass ich heute auf das Zweirad angewiesen war. Dank entsprechender Bereifung werden damit aber nur grobe Spurrillen oder große Eisflächen zum Problem. Die Räumkolonnen arbeiteten schon auf Hochtouren, ansonsten war die Stadt aber noch weitgehend im Tiefschlaf, denn bei geschlossenen Geschäften muss am Morgen auch kein Verkaufspersonal zum Arbeitsplatz gelangen. Kurz vor dem Erreichen des Hagenmarktes sah ich dann einen solo fahrenden 77er Richtung Volkmarode abbiegen. Grundsätzlich schien man also schon mit dem Eiskratzen beschäftigt zu sein – die Lichtbögen waren beachtlich. Am Rathaus waren die Informationen ungefähr so dürftig wie im Internet. Der Straßenbahnbetrieb sei aufgrund vereister Fahrleitungen im Notbetrieb, man solle, wenn möglich auf Busse ausweichen. Was genau Notbetrieb bedeutet und wann wo welche Busse fahren sollten war zunächst unklar. Da in den nächsten 15 Minuten erstmal gar keine Bahn kam, fuhr ich erstmal die Fallersleber Straße zur Haltestelle Botanischer Garten hinauf, denn der solo 77er müsste ja demnächst mal zurückkommen, so er sich nicht festgefahren hatte. Nach fünf Minuten warten kam der Wagen dann wie erwartet aus dem Osten der Stadt zurück. Was ich aber erst beim Blick hinter dem Fahrzeug her erkannte war die Tatsache, dass es sich dabei um den seit fast einem Jahr aus dem Betrieb genommenen 7751 handelte, welcher zuletzt am 16. März 2020 vor dem erstmaligen Inkrafttreten des Coronafahrplans im Linieneinsatz war. Aufgrund abgelaufener Zulassung für den Fahrgastbetrieb hatte ich das Fahrzeug seither nicht mehr auf den Straßen Braunschweigs gesehen.


Der seit fast einem Jahr abgestellte 7751 durfte am 30. Januar 2021 noch mal zum Eiskratzen raus und fährt hinter der Haltestelle Botanischer Garten die Fallersleber Straße hinunter. Diesen Mannheimer nochmal in Betrieb zu erleben, hätte ich auch nicht erwartet.

Auf dem Bohlweg herrschte anschließend Rush-Hour der ungewohnten Art: Neben dem Eiskratzer 7751, tauchten von allen Seiten plötzlich Mannheimer auf. Ein Blick auf die Seite der BSVG bestätigte, dass ein provisorischer Notbetrieb zwischen Hauptbahnhof und Stadion, sowie zwischen Weststadt und Heidberg aufgenommen wurde. Zum Einsatz kamen dabei alle vier noch für den Linienbetrieb verblieben Mannheimer: 7756+7771 und 7755+7772 als Linie 1 Hauptbahnhof – Stadion und 7752 und 7758+7775 als Linie 2 Heidberg – Schloss und Linie 3 Schloss – Weststadt. Dabei wurde am Schloss die Ersatzhaltestelle auf dem Waisenhausdamm genutzt, die aufgrund der anhaltenden Bauarbeiten auf der Georg-Eckert-Straße ohnehin noch immer eingerichtet ist. Mit etwas gutem Willen konnte man auf diesen Ersatzlinien vielleicht von einem ungefähren 30-Minuten-Takt sprechen. Dazwischen liefen aber auch in der ganzen Stadt teilweise an etwas rätselhaften Orten Ersatzbusse als 1E, 2E, 3E und 4E. Zusätzlich zu 7751 war auch noch der ATw 482 als Winterdienst im Einsatz, umfuhr mich aber den gesamten Tag geschickt.

Am Hauptbahnhof müsste nach diesem Fahrplan alles durchkommen und auch der 7751 war dorthin verdampft, sodass ich als nächstes dort eine Weile Stellung bezog. 7751 verschwand allerdings Richtung Helmstedter Straße/Betriebshof und kam vorerst auch nicht zurück.


GT6 7756 und B4 7771 wenden als Linie 1 am Hauptbahnhof und brechen wenig später zur Schleife am Stadion auf. Von dort sollte ein Ersatzverkehr nach Wenden eingerichtet sein.


Hatte gestern noch die gummibereifte Fraktion das Nachsehen, waren die Straßen heute weitgehend befahrbar und die Tram aufgrund des seltenen Eisregenereignisses klar im Nachteil. Unter dem Dach wartet derweil MAN 1704 als „3E Schienenersatzverkehr“, was immer potentielle Fahrgäste damit an diesem Ort anfangen sollten…


Als nächstes lief GT6 7755 mit B4 7772 als Linie 1 in die Bahnhofsschleife ein. Fahrgästen nach Stöckheim wurde die Linie 420 ab Rathaus empfohlen, die außerplanmäßig auf dem Weg nach Wolfenbüttel den Schwenk über den südlichen Stadtteil machte. Sozusagen auf den Spuren der alten Linie A.


Auch ATw 482 hatte der Wintereinbruch zum Freifahren der Strecken auf den Plan gerufen. Ich umfuhr den Wagen allerdings den ganzen Tag, daher hier eine Aufnahme etwas später am Tag ebenfalls am Hauptbahnhof, von einem auf Plan gerufenen Mitstreiter.

Aus dem Heidberg kam wenig später der Zug aus GT6 7758 und B4 7775 als Linie 2 mit dem Ziel Schloss. Ich machte mich derweil selbst in den Heidberg auf, um dort die in den letzten zehn Jahren selten gewordenen Hochflureinsatz festzuhalten.


7752 war der vierte Mannheimer, denen an diesem Vormittag der Gesamtbetrieb übertragen wurde. Gegen halb elf passiert der GT6 den Erfurtplatz und rollt die letzten Meter zur Endschleife Anklamstraße.


Ganze zwanzig Minuten pausierte der Wagen anschließend in der Schleife. Hätte ich das gewusst, wäre ich die paar Meter noch rübergefahren. So aber wartete ich am Erfurtplatz auf die Rückkehr, um den Wagen nicht im kurzen Waldabschnitt zu umfahren. Kurz vor der Tram kam dann auch noch ein Bus als „2E Siegfriedviertel“ durch und schnappte dem Mannheimer seine schon lange wartenden Fahrgäste weg. Irgendwie doch alles etwas improvisiert.

Temperaturen um null Grad sorgten jetzt zunehmend für leichtes Tauwetter und die Radwege wurden auch nach und nach geräumt, sodass ich etwas mehr Tempo riskieren konnte und den GT6 7752 nach seinem Linienwechsel am Schloss auf die Linie 3 am Friedrich-Wilhelm-Platz wieder eingeholt hatte. Anschließend ging es zum J.-F.-Kennedy-Platz, wo ja immerhin alle vier Fahrzeuge im Linieneinsatz durchkommen mussten.


Mit Sonne hatte ich heute nun wirklich nicht gerechnet. Wenn sie dann aber schon scheint, bietet sich am Vormittag an der Linie 3 natürlich der Friedrich-Wilhelm-Platz für eine weitere Aufnahme des GT6 7752 an.


Am J.-F.-Kennedy-Platz tauchte dann auch der heute Morgen Richtung Helmstedter Straße verschwundene GT6 7751 wieder auf. Wohl um die Linie 1 Richtung Norden oder die 3 nach Volkmarode wieder befahrbar zu machen.


Die Linie 4 wurde derweil den ganzen Vormittag von einem MAN-Solobus neuester Generation bedient, hier ebenfalls auf dem J.-F.-Kennedy-Platz.


Als Linie 1 zum Hauptbahnhof überqueren 7755 und 7772 den J.-F.-Kennedy-Platz.


Die diffuse Lichtsituation erlaubte auch mal eine Aufnahme an der Richtung Schloss sonst immer gegenlichtigen Haltestelle J.-F.-Kennedy-Platz. Schon wegen dem ungewöhnlichen Ziel „2 Schloss“ lohnte sich dieser Blick auf das auf dieser Linie genauso wenig alltägliche Gespann aus 7758 und 7775.

Mit den vier Mannheimern hatte sich der Betrieb auf den zwei Ersatzlinien über den Vormittag weitgehend eingependelt. Die Eissituation würde dann gegen Mittag allmählich aber doch eine richtige Betriebsaufnahme ermöglichen und prompt kündigte die BSVG auf ihrer Seite an, den Betrieb bis 14 Uhr wieder vollständig aufzunehmen. Bis dahin war allerdings noch etwas Zeit, sodass ich 7752 noch einmal in den Heidberg verfolgte, was dank angetauter Radwege und einiger Abkürzungen inzwischen problemlos möglich war.


Am Bürgerpark biegt GT6 7752 vom Hauptbahnhof kommend auf die Wolfenbütteler Straße Richtung Heidberg ab. Samstag und Sonntag fährt die Linie 2 regulär über den Hauptbahnhof, sodass man sich das Freikratzen der Abkürzung über die Haltestelle Leisewitzstraße vorerst sparen konnte. An dieser Stelle entgleiste 7752 am Sonntagabend in Gegenrichtung, wohl aufrund einer vereisten Weiche.


So entstand dann doch noch das gewünschte Bild von GT6 7752 in der Endschleife Anklamstraße im Heidberg.

Nachdem 7752 während der Pause im Heidberg zunächst noch „Schloss“ als Ziel eingeschildert hatte, wechselte die Anzeige kurz vor Abfahrt auf „Siegfriedviertel“. Der Betrieb schien also im Gesamtnetz wieder ausgerollt zu werden. An der Haltestelle Jahnplatz wurde dies sogleich bestätigt, denn dort kam mir 7751 als Eiskratzer gefolgt von einem Tramino als Linie 1 nach Stöckheim entgegen. Kurz darauf folgte mit 0755 auch der erste Niederflurer auf der Linie 2. Also nochmal zurück zum Sachsendamm, um 7751 bei der Rückkehr aus Stöckheim abzupassen. In den Heidberg herrschte derweil aus unerfindlichen Gründen plötzlich Hochbetrieb. In wenigen Minuten Abstand fuhren 0755, 7758+7775 und mindestens ein Tramino Richtung Endschleife. Vermutlich wurden die Fahrzeuge erstmal kurz gestapelt, um anschließend auf der 1 und 2 den 15-Minuten-Takt auszurollen.


GT6 7751 kommt als Eiskratzer vor einem Tramino aus Stöckheim zurück. Am Sachsendamm überließ 7752 den Tramino dann schließlich sich selbst und fuhr stattdessen geradeaus in den Heidberg weiter, vielleicht um dem nächsten 1er erneut Richtung Stöckheim vorauszufahren.


Aus dem Heidberg kommt GT6 7758 mit B4 7772 Richtung Siegfriedviertel zurück.


Gefolgt vom Eiskratzer 7751, noch einmal am Ende des kurzen Waldabschnittes vor dem Erfurtplatz.

Überall rollten nun am frühen Nachmittag wieder wie gewohnt Niederflurer durch die Straßen. Die 77er schienen aber dennoch auf Linie zu bleiben. Nachdem ich mich etwas aufgewärmt und gestärkt hatte, ging es daher am späten Nachmittag noch mal ans andere Ende der Linie 2 im Siegfriedviertel, wo Hochflurer in den letzten Jahren ebenso die Ausnahme waren. Ganz eingependelt hatten sich die Umläufe aber über den Nachmittag nicht, irgendwie kamen die Wagen auf der Linie 2 teilweise nicht zurück und es schienen auch zu viele Fahrzeuge auf der Linie unterwegs zu sein. Als ich dann an der Endschleife Ottenroder Straße schon unverrichteter Dinge abziehen wollte, kam als sechster Kurs doch noch das Gespann aus 7755 und 7772 aus dem Heidberg zurück, obwohl auf dieser Linie eigentlich fünf Kurse ausreichen müssten.


GT6 7755 und B4 7772 erreichen am späten Nachmittag bei einbrechender Dämmerung die Endschleife Ottenroder Straße im Siegfriedviertel. Auf den Nebenstraßen gibt es für die Räummannschaften noch immer ein wenig zu tun.

Das soll es dann zu diesem Chaos-Tag gewesen sein. Für mich blieb am Ende dieses Tages eigentlich hauptsächlich die Frage, warum die zwei verbliebenen 81er Züge nicht zur Verstärkung der 77er eingesetzt wurden.


Sonntag, 31. Januar 2021: Traminos im winterlichen Kaiserwetter

Zum Abschluss dieses kleinen Winterartikels soll der folgende Sonntag nicht verschwiegen werden, welcher erstmals seit einigen Jahren in Braunschweig einen Wintertag wie aus dem Bilderbuch bereithielt. Strahlend blauer Himmel, Schnee und satte Minustemperaturen. Da hielt es mich natürlich nicht im Haus und ich unternahm dick eingepackt eine Radtour rund um Braunschweig, wobei der ein oder andere Tramino abgelichtet wurde. Nach den eher dokumentarischen Bildern, gibt es damit auch noch ein paar Aufnahmen für die Galerie.
Der Sonntagsauslauf wurde wiedermal mit 100% Tramino abgewickelt. Mir gefällt die neueste Braunschweiger Fahrzeuggeneration insbesondere bei Sonnenschein und ohne Werbung aber ausgesprochen gut, sodass die modernen Fahrzeuge den Aufnahmen keinen Abbruch tun.


Aus Stöckheim kommend fährt Tramino 1453 am Morgen die Steigung zwischen den Haltestellen Militschstraße und Sachsendamm hinauf.


Aus der Gegenrichtung konnte wenig später Tramino 1955 zwischen den Haltestellen Militschstraße und Trakehnenstraße aufgenommen werden.


Am Erfurtplatz erreicht Tramino 1455 die Haltestelle als Linie 2 Richtung Siegfriedviertel.


Zurück an der 1 konnte kurz vor dem Stöckheimer Markt Tramino 1464 festgehalten werden.


Eine halbe Stunde später folgt Tramino 1468 an der Haltestelle Großes Weghaus.

Aus Stöckheim ging es anschließend quer hinüber nach Broitzem an die Linie 5 – mit dem Rad kaum zehn Minuten Fahrzeit. Dort liefen mit 1956 und 1957 gleich die beiden neuesten Fahrzeuge, von denen ich noch kaum Aufnahmen hatte. Quer durch den Stadtteil ist auch die Linie 3 in die Weststadt nicht weit, sodass ich auch dieser noch einen Besuch abstattete.


Reichlich Schnee hat sich auf der Fotowiese vor der Schule in Broitzem zwischen der Endschleife und der Haltestelle Kruckweg angesammelt. Tramino 1956 hat soeben seine Fahrt zum Hauptbahnhof gestartet.


Auf der Linie 3 lief mit 1954 ein weiterer Tramino der zweiten Generation, hier zwischen den Haltestellen Rheinring und Saalestraße.


In der Endschleife Weststadt Weserstraße, ließ es sich auch die Fahrerin bei diesem Kaiserwetter nicht nehmen, das strahlende, nagelneuen Fahrzeuge mit dem Smartphone zu verewigen.


Auf dem Rückweg passte ich dann am Hauptbahnhof noch den Tramino 1957 ab, von dem mir bislang nur am Freitag eine Aufnahme im wilden Schneetreiben gelungen war. An der klassischen „Fahrzeug-Fotostelle“ auf der Kurt-Schuhmacher-Straße vor dem Hauptbahnhof passte alles für eine Portrait des jüngsten Braunschweiger Traminos.

Damit endet der kleine Winter-Bilderbogen aus der Löwenstadt. Ab dem Wochenbeginn ist erstmal Tauwetter angesagt. Mal sehen, ob es das dann schon wieder gewesen ist mit dem Winter, oder ob es nochmals eine weiße Überraschung geben wird in den nächsten Wochen.