(Mein) Abschied von der 99 5906 und was sonst im Harz noch dampft und dieselt

Bekanntlich wird mit der 99 5906 im Mai die letzte betriebsfähige Mallet im Harz in den unbestimmt langen Dornröschenschlaf versetzt. Aufgrund von Unpässlichkeit zu den Abschiedsfahrten im Mai, ging es für mich bereits zu Ostern für einen vorgezogenen Abschied in den Harz.


Von den HSB auch offiziell groß angekündigt, wird die derzeit letzte betriebsfähige Mallet im Harz Mitte Mai vorerst kaltgestellt. Wie lange dieser Dornröschenschlaf andauern wird, ist mehr als ungewiss, persönlich rechne ich aber nicht damit, diese einzigartige Maschine innerhalb der nächsten Dekade wieder unter Dampf zu sehen. Zunächst soll zum Jubiläum 2024 eine der noch vorhanden “alten” Mallets 99 5901 oder 99 5902 wieder fit gemacht werden, welche bis vor einigen Jahren regelmäßig im Doppel den Traditionszug zum Brocken zogen. Sollte dieses Vorhaben gelingen, wäre es zumindest ein kleiner Trost für die bevorstehende Abstellung der 99 5906. Vorerst wird der Harz allerdings mindestens zwei Jahre ganz ohne eine der ikonischen Mallet-Lokomotiven auskommen müssen, was irgendwie schon ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Kennengelernt hatte ich die 99 5906 noch als “Planlok” im Selketal für den bis vor einigen Jahren verkehrenden zweiten Dampfumlauf. So ganz abseits von Sonderfahrten und großem Fotografenauflauf, zog die Maschine damals meist von Donnerstag bis Samstag ihre Runden durch das verschlafene Selketal bis zur Eisfelder Talmühle und gehörte wie die 99 6001 einfach wie selbstverständlich zum Planverkehr dazu. Mit dem “vorübergehenden” Wegfall des zweiten Dampfumlaufes, verlor die 99 5906 allerdings ihre angestammte Aufgabe und suchte seither etwas ihren Platz im Fuhrpark der HSB. Für Planzüge kam die Maschine abseits des Selketals aufgrund zu geringer Leistung kaum in Frage. Nun in Wernigerode stationiert, kam die Mallet nur mehr für Sonderfahrten und vor dem Traditionszug zum Einsatz. Aufgrund einer fehlenden zweiten Mallet, konnte allerdings der Traditionszug mit der Mallet nur mit vier Wagen bespannt werden und kam seither meist mit einer “Brockenlok” oder der 99 222 zum Einsatz. Besonders in der Nebensaison, durfte sich aber auch die 99 5906 immer mal wieder mit dem Traditionszug auf den Weg zum Brocken machen. Auch damit wird es dann Mitte Mai allerdings vorbei sein und die 99 5906 für unbestimmte Zeit ein hinterstelltes, kaltes Dasein fristen…


Aufgrund urlaubsbedingter Unpässlichkeit zu den diversen Abschiedsfahrten im Mai, zog ich meinen persönlichen Abschied von der 99 5906 auf Ostern vor. In der Woche zuvor war die Mallet bereits mit dem kurzen Traditionszug unterwegs gewesen und so hoffte ich, dass dies auch am Karsamstag noch der Fall sein würde. So ging es mit einem weiteren Mitstreiter am Samstag den 16. April erstmals in diesem Jahr an die Harzer Schmalspurgleise. Während an diesem Samstag tatsächlich noch einmal die 99 5906 den Traditionszug bespannte, hatte ich bei einem zweiten Versuch eine Woche später weniger Glück. Aber auch dieser Tag konnte mit den diversen neuen Motiven und Streckenerkundung entlang der kahlgeschlagenen Querbahn gut herumgebracht werden.


Samstag, 16. April 2022: Abschied von der 99 5906 vor dem Traditionszug

Der Traditionszug startet in dieser Saison erst um 11:13 Uhr in Wernigerode. So blieb zuvor mehr als genug Zeit, noch ein bisschen Triebwagen auf der Querbahn zu fotografieren. Erster Anlaufpunkt war der kleine Teich bei Benneckenstein, der bislang nie mit Sonne gelingen wollte. Die Triebwagenumläufe auf der Querbahn haben sich nach jahrelang unverändertem Fahrplan, in den vergangenen Jahren mehrmals geändert. So findet in Benneckenstein im Sommerfahrplan 2022 die Kreuzung der morgendlichen Querbahn-Triebwagen aus Wernigerode und Nordhausen statt. Während früher das große Triebwagentreffen aus allen drei Richtungen morgens in Eisfelder Talmühle stattfand, gab es im Fahrplan 2020 für ein Jahr die ungewöhnliche Situation, dass die Triebwagen aus beiden Richtungen in Benneckenstein wendeten und dort ihre Fahrgäste übergaben. Dieses etwas seltsame Procedere ist nun allerdings auch wieder Geschichte.


Der Halberstädter 187 017-9 passiert am Morgen aus Nordhausen kommend den kleinen Teich auf der Hochebene von Benneckenstein und erreicht in Kürze den Bahnhof Benneckenstein.


Nachschuss auf den Triebwagen in der großen Kurve Richtung Bahnhof. Der Gegenzug in Gestalt des “Fischstäbchen” 187 011-2, musste leider als einziger Wolkenschaden des Tages verbucht werden.


Ohne große Eile war der Triebwagen Richtung Wernigerode schon hinter Sorge wieder überholt. Der Blick am BÜ bei km 38,3 hat sich dabei in den letzten Monaten grundlegend verändert und bietet heute freie Sicht auf Wurmberg und Brocken.

Dann war es auch langsam schon Zeit nach der 99 5906 zu schauen. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob die Maschine heute den Traditionszug oder den Osterhasen-Sonderzug auf der Querbahn bespannen würde. Letzterer stellte sich aber als normaler Querbahn-Planzug heraus, dem einfach ein geschmückter Wagen samt überlebensgroßen Osterhasen und Kinderbespaßung beigestellt wurde. Damit der Zug wenigstens etwas erkennbar war, erhielt die 99 7245 noch eine große Tafel vor die Kesseltür. Die 99 5906 zog derweil nach kurzer Zeit vor den vier Wagen zählenden Traditionszug und machte sich alsbald auf den Weg zum Brocken. Damit waren natürlich auch die Motivmöglichkeiten arg begrenzt, wollte wir doch bei unserem Abschied mehr als ein Bild des Zuges abgreifen. Neben dem Bahnhofsbild in Wernigerode, wurde es am Ende der Klassiker an der Steinernen Renne, der neue Kahlschlag vor Drei Annen Hohne und der neue Kahlschlag oberhalb Drei Annen Hohne Steuerkopf.


99 5906 steht im Bahnhof Wernigerode für eine ihrer letzten Fahrten mit dem Traditionszug zum Brocken bereit.


Ein ganzes Aufgebot von Fotografierenden begleitete die 99 5906 in ihren letzten Betriebsmonat. Die erste Reihe positionierte sich unmittelbar an der Brücke in der Kehre vor dem Bahnhof Steinerne Renne. Die zweite Reihe stand auf Höhe des BÜ, sowohl in der Innenkurve, als auch wie meine Wenigkeit in der Außenkurve. Puuh – ein ganz schöner Auflauf…


Dann kam der Star mit maximaler Showeinlage durch die Kehre an der Steinernen Renne gedampft.


Bis zur neuen Freifläche zwischen Drei Annen und dem Bahnhof Drei Annen Hohne war 99 5906 längst wieder überholt und wurde bereits von der nächsten Fotografenfront erwarten. Der baldige Abschied der Maschine und das grandiose Wetter über Ostern, hatten doch zahlreiche Urlauber und Ausflügler zum Fotografieren an die Harzer Gleise gelockt.


Das Auto bei Drei Annen Hohne Steuerkopf abgestellt, ging es von der Querbahn mit einem Sprint hinauf an den inzwischen auch schon über ein Jahr alten Freischlag an der Brockenstrecke. Sogar den vorausfahrenden Planzug mit 99 222 erwischte ich noch soeben.


Die etwas ausgedünnte, restliche Fotografen-Meute ließ es ruhiger angehen und traf erst mit der im Blockabstand folgenden 99 5906 ein.

Die Mallet war damit weg und dies vielleicht wohl meine letzten Aufnahme der Maschine für lange Zeit. Wir widmeten uns dann in der nächsten Stunde mal dem dekorierten Osterzug auf der Querbahn, neue Stellen hat es dort schließlich mehr als genug, wie wir auf der morgendlichen Triebwagenfahrt bereits feststellen konnten.


Im Bahnhof Drei Annen Hohne setzt zunächst noch 99 7243-1 als Brockenpendel zur nächsten Bergfahrt um, bevor der Querbahnzug eintrifft.


Kurz vor Elend rollt 99 7245-6 als Osterhasenzug dekoriert die Steigung in den Bahnhof hinab.


Erneut am BÜ bei km 38,3 wird das ganze Ausmaß des Kahlschlags an dieser Stelle deutlich. Der Blick auf Wurmberg und Brocken ist vollkommen frei, nachdem diese Stelle bis vor kurzem mitten im Wald gelegen hatte. Auch die weitere Strecke bis Sorge sieht derzeit kaum anders aus.


Nur wenige Stellen präsentieren sich an der Querbahn in diesem Abschnitt derzeit noch wie eh und je. So etwa die Hochebene bei Benneckenstein, an der wir schon heute Morgen den Triebwagen erwarteten. Nun am Mittag lässt sich die große Kurve von innen umsetzten.

Die restlichen Stunden vertrieben wir uns dann oberhalb von Drei Annen Hohne rund um die neuen Kahlschläge. Für den nachmittäglichen Querbahnzug ging es dann noch an die große Kehre am Steuerkopf, welche inzwischen vollkommen frei liegt, nachdem sie zuvor jahrzehntelang im Wald kaum auszumachen war. Letzter Anlaufpunkt des Tages war dann schließlich die Kehre im Thumkuhlental, welche sich am Abend aufgrund gefallener Fichten nun ebenfalls für einen Spot eignet.


Am Nachmittag startet von Freitag bis Dienstag ein ansonsten mit Dampflok geführter Zug planmäßig mit Diesellok aus Wernigerode zum Brocken und pendelt anschließend eine Runde Brocken – Drei Annen Hohne – Brocken, bevor es am Abend als letzter Zug vom Brocken hinab nach Wernigerode geht. Heute hatte 199 861-6 Dienst vor diesem nachmittäglichen Pendel und konnte erneut oberhalb von Drei Annen Hohne Steuerkopf aufgenommen werden, nur wenige Meter weiter als vorhin die Mallet.


Kurz darauf kommt wenige Meter weiter 99 7243-1 hinab gerollt und wird erneut in Drei Annen Hohne für die nächste Brockenfahrt umsetzten.


Durch die Pendel ergibt sich an der Brockenstrecke inzwischen ein durchgehender, ungefährer 45-min-Takt. So kommt 99 7243-1 eine Dreiviertelstunde nach dem Harzkamel Richtung Brocken gedampft, gesehen an nahezu identischer Stelle, diesmal von einem am Waldrand stehende Hochsitz.


Für den nachmittäglichen Querbahnzug Richtung Nordhausen ging es an die Kehre am Steuerkopf, welche inzwischen nahezu frei liegt. 99 7245-6 hat nach der Runde zur Talmühle in Drei Annen Hohne ihren Zug wieder zurückgetauscht und fährt Richtung Feierabend nach Nordhausen.


Noch einmal an die Brockenstrecke gewechselt, konnte 199 861-6 auf ihrer zweiten Bergfahrt als letzter Zug zum Brocken festgehalten werden.


Den Abschluss machte der teilweise freie Blick auf die Kehre im Drängetal, wo 7243-1 hinab nach Wernigerode rollte.


Samstag, 23. April 2022: Streckenkunde von Wernigerode bis Benneckenstein und abendliches Harzkamel am Brocken

Auch für den folgenden Samstag wurde erneut Kaiserwetter für den Harz prognostiziert. Gesicherte Informationen über den Einsatz der 99 5906 vor dem Traditionszug hatte ich nicht und so kam es, dass der Zug mal wieder mit sieben Wagen geführt wurde. An der Spitze hing aber immerhin die 99 222 und damit nicht einfach eine “normale” Brockenlok, wie in den letzten Jahren so oft gesehen. Für diesen Fall hatte ich allerdings einen Plan B, denn eigentlich ging es nicht minder darum, das MTB nach winterlichen Reparaturarbeiten einem anspruchsvollen Belastungstest zu unterziehen. So verbrachte ich die Vormittagsspitze bis zum Traditionszug am Bahnparallelweg zwischen Steinerne Renne und Drei Annen, bevor es am Nachmittag erneut an die Querbahn ging, um die aktuelle “Waldsituation” an diversen alten und neuen Stellen weiter zu erkunden. Am Abend ging es dann noch hinauf auf den Brocken, um die letzte Runde des Harzkamels an den am frühen Abend angenehm leeren Wegen aufzunehmen. So standen am Ende rund 95 Kilometer und mindestens 1000 Höhenmeter auf dem Tacho und die Bewährungsprobe des Bikes konnte durchweg positiv abgeschlossen werden – hatte auch genug Nerven, Zeit und Geld gekostet…


Mitte April lassen sich alle Kurse auf der Brockenstrecke mit Sonne fotografieren. So startete ich gleich mit dem Triebwagenkurs 8901 Richtung Nordhausen in Gestalt von 187 017-9, welcher um 08:43 die Steinerne Renne erreicht und die Kehre vor dem Bahnhof durchfährt.


Auch ein wenig Wildlife gab es an diesem Morgen. Dem gefährdeten Feuersalamander bleibt dabei auf seinem Irrweg über das kleine Sträßchen zur Steinernen Renne nur das Beste zu wünschen. Auf die stattliche Länge einer großen Hand brachte es dabei dieses Exemplar, wo ich bislang eher dachte, die Lurche wären etwa eidechsengroß.


Aber weiter im Thema: Hinter der Kehre im Thumkuhlental stand das im vergangenen Jahr entdeckte Motiv noch mit Dampftraktion und Morgensonne aus. Beides brachte der erste Dampfzug des Tages mit 99 7274-2 kurz vor dem Thumkuhlentunnel.


Kurz vor den “alten” Freischlägen bei Drei Annen fährt als nächster Zug 99 234 aus dem einstmals dichten Wald aus.


Auch Richtung Oberharz setzt sich Mitte April in diesem Jahr recht früh langsam der Frühling durch.


Der Abschnitt Steinerne Renne – Drei Annen ist momentan so ziemlich der letzte, wo sich auch dank ordentlicher Durchmischung mit Laubbäumen, noch ein wenig idyllisches Wald-Feeling entfalten kann. Der Bahnparallelweg in diesem Abschnitt ist damit wohl derzeit das schönste Stück, um an der Brockenbahn entlang zu wandern oder zu biken. Für 99 7237-3 bietet sich zwischen der Betriebsausweiche Drängetal und Drei Annen ein kurzer Sonnenspot. Auch hier können die zahlreichen bereits abgestorbenen Fichten allerdings kaum übersehen werden.


Frühzeitig war an der Einheitspfeiffe zu hören, dass der Traditionszug heute nicht von der Mallet gezogen wurde, sodass ich von meinem dann zu kurzen Motiv an der Lichtung vor der Betriebsausweiche Drängetal, noch an eben jene wechseln konnte. In der Ausweiche war mir irgendwie noch nie ein vernünftiges Bild gelungen, was dann zu meiner Freude mit 99 222 nachgeholt werden konnte.


Eigentlich wollte ich jetzt auf die Querbahn wechseln. Ungewollt hatte ich den Traditionszug allerdings in Drei Annen Hohne wieder überholt und konnte noch schnell bis zum Standard-Motiv der Ausfahrt am Bahnübergang treten.


Wirklich schlimm hat es, wie vergangene Woche schon gesehen, den Abschnitt zwischen Drei Annen Hohne über Elend bis Sorge erwischt. Eines der wenigen Motive, das noch “wie in alten Zeiten” abgelichtet werden kann, ist die Kurve am Forstübergang bei km 37,5. In mitten der kahlgeschlagenen Wüstenlandschaft, wirkt diese kleine Oase fast wie ein Modellbahnmodul in mitten noch nicht fertiggestellter Landschaft. Früher eine Lichtung mit rund herum dichtem Forstwald, rollt 99 7245-6 in meinem Rücken gleich über eine gigantische Freifläche. Bemerkenswert ist auch, dass derzeit der kleine Gepäckwagen KDaai 905-151 in den Querbahnzug eingereiht ist, nachdem dieser zuvor fast Jahrzehnte im Selketal sein angestammtes Einsatzgebiet hatte.


Bis Benneckenstein frischte ich meine Streckenkenntnis im Anschluss auf, wo mir dann alsbald 99 7245-6 von der Rückfahrt von der Talmühle entgegenkam. Hier auf der Hochebene ist zumindest noch alles weitgehend beim Alten geblieben, auch die Tatsache, das sich der rückwärts fahrende Mittagszug hier nur arg kompromissbehaftet umsetzten lässt.


Für die spätnachmittägliche Fahrt nach Nordhausen fuhr ich dem Querbahnzug, nach Kaffee und Kuchen in Benneckenstein, noch ein ganzes Stück entgegen. Zwei Bahnübergänge weiter Richtung Sorge im Vergleich zur vorletzten Aufnahme, wartete ich schließlich auf einem der unzähligen Baumstümpfe sitzend, auf die Rückkehr von 99 7245-6. Richtung Nordhausen hat die Maschine in Drei Annen Hohne wieder den Werbewagenzug übernommen. Hier derzeit Stellen zu finden, die nicht vollkommen unwirtlich aussehen, ist gar nicht mal so einfach. Andererseits sind diese Aufnahmen beeindruckende Zeitdokumente gegenüber vergangenen und kommenden Jahren. Bleibt abzuwarten, ob sich hier erneut Wälder etablieren (dann hoffentlich naturnähere), oder ob wir uns an die steppenartige Landschaft werden gewöhnen müssen…


Nach der ruhigen Nummer an der Querbahn, ging es dann in den nächsten zwei Stunden nochmal richtig zur Sache: Ich hatte den Dieselzug Richtung Brocken im Visier, wofür mir bis kurz vor Schierke allerdings nur eine gute halbe Stunde blieb. Zum Glück war das Harzkamel leicht verspätet, denn es wurde eine Punktlandung in der Wüste vor Schierke, wo mir im vergangenen Jahr mehrmals die Wolken einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten. Erneut ist heute 199 861-6 für den planmäßigen Dieselzug eingeteilt.


In Schierke wird gekreuzt und eine kleine Pause eingelegt, sodass auch die Bahnhofsaufnahme noch drin war.


Dann wurde es nochmal richtig sportlich, denn so richtig ins Licht kommt die letzte Talfahrt nur in der Brockenspirale. Dafür musste ich allerdings in weniger als 50 Minuten vom Bahnhof Schierke bis zur letzten Kreuzung der Brockenstraße auf rund 1000 Meter Höhe hinauf. Erneut ging es sich unter Aufbringung der letzten Reserven so eben aus für 199 861-6 auf der letzten Talfahrt. Es war aber auch herrlich, hier am Abend den angenehm leeren Bahnparallelweg aus Schierke und anschließend die Brockenstraße hinauf zu strampeln. Ersterer wurde im Übrigen nach oder für die Forstarbeiten komplett neu hergerichtet mit Schotterbelag auf stabilem Untergrund und massiven Betonbrücken. Wer sich hier noch an den alten “natursteingepflasterten” Weg erinnert, kann den Komfortsprung nachvollziehen.


Teilweise in Parallelfahrt mit dem Kamel ging es dann wieder hinab. Auf der Brockenstraße konnte ich dem Großdiesel den Rang ablaufen, das den großen Schlenker über den Goetheweg nehmen musste. Auf dem Bahnparallelweg nach Schierke holte mich das Dröhnen dann wieder ein und fast zeitgleich gelang der Einlauf im Bahnhof Schierke. Von da an hatte die Kanne allerdings keine Chance mehr und hinter Drei Annen Hohne hatte ich knapp zehn Minuten Vorsprung. Würde hier noch etwas gehen? Bei Drei Annen ging vom gerodeten Hang aus noch etwas, wo netterweise ein provisorischer Hochsitz noch das gewisse Mehr an Höhe brachte. Ein gelungener Tagesabschluss im letzten Licht.


Zwei durchaus gelungene Tage zum HSB-Einstieg 2022. Auch wenn die 99 5906 am zweiten Samstag nicht im Einsatz stand, wusste ich mit dem Tag doch etwas anzufangen. Immerhin bringen derzeit auch die 99 222 und die Harzkamele noch etwas Abwechslung in den Brockenverkehr. Ab heute bestreitet die Mallet dann ihr Abschiedsprogramm mit mehreren Sonderfahrten und Planeinsätzen als zweiten Dampfzugumlauf im Selketal, “wie in alten Zeiten”. Wer die Maschine also noch einmal unter Dampf erleben möchte, sollte sich schleunigst auf den Weg in den Harz machen 😉

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