An dieser Stelle möchte auch ich einen kleinen Bericht über unseren Heimatbetrieb einbringen. Nachdem die Sonderfahrten der letzten zwei Jahre in Braunschweig so gut wie gar nicht auf dieser Seite thematisiert wurden, möchte ich mit diesem Bericht einen kleinen Rundumschlag der Sonderfahrten des letzten und des laufenden Jahres liefern.
Nachdem es in den letzten Jahren auf dieser Seite etwas ruhiger um den heimischen Betrieb geworden ist und von mir bisher noch gar kein Bericht der Braunschweiger Straßenbahn veröffentlicht wurde, möchte auch ich dem heimischen Betrieb einen Bericht widmen. Dabei werden die Sonderfahrten des letzten und laufenden Jahres thematisiert. An dieser Stelle soll kein Anspruch auf Vollständigkeit bestehen, sondern viel mehr ein kleiner Zusammenschnitt der Highlights der Fahrten entstehen, die ich über die letzten Monate begleitet habe.
Nach der Ende 2024 abgelaufenen HU des historischen Zuges bestehend aus GT6 35 (Duewag, Baujahr 1962) und B4 201 (DWM, Baujahr 1957) blieben für den historischen Sonderverkehr nurmehr drei Optionen:
Der mit nur wenigen aus dem Jahr 1897 stammenden Teilen aufgebaute Triebwagen 103 ist im Grunde ein Neubau aus dem Jahr 1996, angelehnt an einen Herbrand Triebwagen aus den Anfangsjahren und mehr ein Fantasiewagen, der die Blicke der Touristen auf sich ziehen soll. Das Fahrgestell des Triebwagen 103 stammt von einem Kieler Fahrzeug. Eingesetzt wird der 103 vor allem für private Sonderfahrten in den Sommermonaten. Mit der abweichend gelb-grünen Lackierung setzt sich der Wagen vom restlichen historischen Wagenpark ab.

Der älteste originale Zug besteht aus dem 1940 bei Crede gebauten Triebwagen 113 und dem 1939 bei der Waggonfabrik Uerdingen gebauten Beiwagen 250. Während es sich bei Triebwagen 113 um einen echten Braunschweiger handelt, stammt der Beiwagen 250 eigentlich aus Kiel und wurde lediglich als Ergänzung zum Triebwagen 113 beschafft, da es keinen passenden Beiwagen aus dieser Zeit aus Braunschweig mehr gibt. So tritt diese Komposition bei Events häufig zusammen auf und der Triebwagen kommt meist nur bei privaten Charterfahrten auch solo zum Einsatz.

DEr 1973 gebaute GT6 41 war nach dem Ausscheiden aus dem Planverkehr von 2008 bis 2025 mit abgelaufenen Fristen abgestellt, obwohl er kurz zuvor noch als zukünftiger Museumswagen in den Auslieferungszustand zurückversetzt worden war. Fast zeitgleich mit der Abstellung des Museumszuges aus DüWag GT6 35 und DWM B4 201, erwachte der GT6 41 vom “Typ Mannheim” im März 2025 aus dem Dornröschenschlaf und kann seither als Bestandteil des historischen Wagenparks für Sonderfahrten genutzt werden.

Wiederinbetriebnahme Wagen 41
Bei der ersten von mir begleiteten Sonderfahrt des Jahres 2025 handelte es sich genau genommen nicht um eine offizielle Sonderfahrt. Wie bereits in der Einführung erwähnt, erhielt der GT6 41 nach jahrelanger Abstellung fast zeitgleich mit der Abstellung des Wagens 35 seine lang ersehnte Hauptuntersuchung. Aus diesem Anlass wurde der Wagen 41 am 15. März 2025 erstmals mit Außenwirkung für die Fahrt zu einem Stammtischevent der Braunschweiger Interessengemeinschaft Nahverkehr (BIN) genutzt. Bei der BIN handelt es sich um den Verein, der die historische Flotte in Braunschweig betreut und die Sonderfahrten mit den Fahrzeugen organisiert. Durch einen Kontakt erfuhren wir im Vorhinein das Datum und die ungefähre Strecke der Fahrt und begleiteten den Wagen so durchs Netz. Besonders erfreulich war neben der Nutzung der Betriebsstrecke über den Lessingplatz, inklusive Fotohalt, vor allem die Fahrt entlang der Linie 2 bis zur Endschleife Ottenroder Straße. Diese Strecke wird für Sonderfahrten sonst so gut wie gar nicht genutzt und bot eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Motiven bei Sonderfahrten.
Der erste Anhaltspunkt wurde uns für die heute etwas unklar ablaufende Sonderfahrt mit der Schleife am Bahnhof geliefert. Da wir für diese Stelle auch den Zeitpunkt wussten, stellten wir uns sicherheitshalber ein wenig früher auf und konnten den GT6 41 so mit frischer HU bei der Einfahrt in die Station Bahnhof festhalten. Besonders schön war hier die gerade aufblühende Frühlingsbepflanzung, die den Bahnhofsvorplatz säumte.
Nächster Halt nach dem Bahnhof war die Endschleife der Linie 4 am Inselwall. Die Haltestelle selbst gibt ist im Prinzip den ganzen Tag mehr oder weniger im Gegenlicht. Daher suchten wir uns ein Motiv in der langen Baumallee vor der Endschleife, die so früh im Jahr ohne Laub an den Bäumen relativ lichtdurchlässig ist. Genau an diesem Licht fehlte es jedoch bei der Ankunft des GT6 41.
Nicht selten wird für Sonderfahrten in Braunschweig die Betriebsstrecke über den Lessingplatz zwischen den Stationen John-F.-Kennedy-Platz und Friedrich-Wilhelm-Platz genutzt. Im perfekten Licht präsentierte sich der Wagen hier am Nachmittag für einen Fotohalt mitten auf dem Lessingplatz. So konnten auch die Mitfahrenden erste Bilder des “neuen” Museumswagens schießen. Hier war die Zeit der leider schon vorüber, die sonst im Frühling auf dem Lessingplatz ein wunderschönes Motiv abgeben. Leider kann dieses Motiv im Planbetrieb aufgrund der Degradierung als Betriebsstrecke nicht umgesetzt werden.
Kurz darauf hatten sich alle Fahrgäste wieder im Wagen versammelt und die Fahrt konnte fortgesetzt werden. Das bot uns die Möglichkeit, einige Schritte weiter nach hinten zu gehen und den GT6 41 beim Verlassen des Lessingplatzes in leicht abgewandelter Perspektive abzulichten.
Ein letztes Bild entstand in der Endschleife Ottenroder Straße. Von hieraus ging es lediglich durch die Innenstadt zurück zum Depot, ein weiteres Bild in der Innenstadt scheiterte an Störfaktoren. Daher verabschiedeten wir den GT6 41 auf seiner ersten Sonderfahrt des Jahres in der Endschleife im perfekten Licht. Auch hier wurde noch einmal Aufstellung bezogen und unzählige Kameras hielten den Moment fest. Viel Zeit blieb jedoch nicht, da von hinten bereits der nächste Planwagen drückte.
Braunschweiger Stadtfrühling 2025
Am Wochenende vom 26. und 27. April 2025 stand die erste offizielle Sonderfahrt des GT6 41 auf dem Programm. Zum alljährlichen Braunschweiger Stadtfrühling veranstaltet auch die BIN regelmäßig Sonderfahrten über das gesamte Wochenende. Beim Braunschweiger Stadtfrühling handelt es sich um eine zweitägige Freiluftmesse zu den Themen Mobilität, Frühlingsmode und Lebensart, die über ein ganzes Wochenende veranstaltet wird und sich durch die Innenstadt von Braunschweig zieht. Der Streckenverlauf des diesjährigen Kurses führte vom Bahnhof über den John-F.-Kennedy-Platz zum Inselwall und von dort über den Friedrich-Wilhelm-Platz und Lessingplatz zurück zum Bahnhof. In einem knappen Stundentakt wurde dieser Kurs vom GT6 41 bedient. Über beide Tage verteilt, gelangen mir so weitere Aufnahmen des 41.
Für das erste Bild am Samstag den 26. April 2025 stellten wir uns erneut auf dem Lessingplatz auf. Schon bei der ersten Runde des Wagens stand die Sonne hier grenzwertig. Da die Strecke jedoch nur in diese Richtung befahren wurde, war die erste Runde schon die beste Möglichkeit hier ein Bild anzufertigen. Anders als noch im März, richtet sich hier der Blick in die andere Richtung und wir konnten GT6 41 bei seiner Fahrt über den Lessingplatz in Richtung John-F.-Kennedy-Platz festhalten.
Nicht einmal eine Viertelstunde später kehrte der Wagen 41 bereits vom Bahnhof zurück. Wir hatten uns vom Lessingplatz zum John-F.-Kennedy-Platz begeben und dort an der schon seit Jahren nicht mehr genutzten Haltestelle auf der Ostseite des Platzes aufgestellt. Die aktuell genutzte Haltestelle auf dem Platz befindet sich nach Überqueren der Straßenkreuzung auf der Nordseite.
Für die nächste Runde des Wagens ging es einmal quer durch die Innenstadt an den Haltestellen Schloss und Rathaus vorbei bis zur Station Hagenmarkt. An dieser Stelle trennen sich die vom Bohlweg kommenden Linien 1, 2, 3, 4 und 10 in drei Äste auf, wobei die Linie 4 nach links zum Inselwall abknickt, die Linie 3 nach rechts in Richtung Volkmarode weiterführt und die Linie 1, 2 und 10 den geradeausführenden Linienverlauf bedienen. Der Wagen 41 war auf seiner zweiten Runde bereits den Ast der Linie 4 bis zum Inselwall abgefahren und kehrte hier von der Endstation zurück. Wir erwischten den Wagen beim Einzweigen in die restlichen Linien vor dem Portal der St. Katharinenkirche.
Jetzt hatten wir erstmal etwas Zeit, denn das nächste Motiv war ebenfalls für die Fahrt Richtung Hauptbahnhof angedacht und konnte so erst auf der nächsten Runde in Angriff genommen werden. Das Motiv befindet sich am Friedrich-Wilhelm-Platz und ist nur bei Nutzung der Betriebsstrecke umzusetzen. Bei dem Bild hatte ich mich von einer Umsetzung von Tobi inspirieren lassen und mit dem nur zweiteiligen Wagen 41 ging der Versuch perfekt auf. So konnten wir Wagen 41 knapp eine Stunde nach dem letzten Bild kurz hinter der Haltestelle Friedrich-Wilhelm-Platz festhalten.
Direkt vor dem Schloss gelang uns in der Folge auch ein erstes Bild, auf dem der eigentliche Grund für die Sonderfahrt zumindest ansatzweise ersichtlich wurde. Der gesamte Schlossvorplatz war von Ständen und ausgestellten Autos des Braunschweiger Stadtfrühlings überzogen und rund um das Schloss herrschte ein riesiger Trubel. Auch die linke Fahrbahn des Bohlwegs war für Autos komplett gesperrt worden, was uns überhaupt erst die Möglichkeit bot, quer über die Straße ein Bild zu schießen.
Auf der letzten Runde waren die Schatten für unser Motiv in Richtung Inselwall bereits relativ weit ins Bild gezogen, sodass sich der Wagen nicht mehr ganz perfekt in der Sonne präsentierte. Wir hatten uns eine Treppe hinaufbegeben und konnten den Wagen 41 so zwischen den Haltestellen John-F.-Kennedy-Platz und Schloss aus etwas erhöhter Position festhalten.
Im letzten Abendlicht entstand ein abschließendes Bild des heutigen Tages an der Station Friedrich-Wilhelm-Straße. Die Haltestelle befindet sich direkt neben der alten Hauptpost und nur an den längeren Tagen reicht die Sonne für einige Zeit bis zur Station, die sonst die meiste Zeit des Tages im Schatten liegt. Hier hat sich der Wagen für den Fahrgastwechsel sehr schön ins Abendlicht gestellt.
Am Sonntag den 27. April blieben nun gar nicht mehr so viele Motive übrig, die ich noch auf meiner Liste stehen hatte. Während ich am ersten Tag noch in Begleitung unterwegs war, ging es heute für die letzten Bilder noch einmal alleine in die Stadt. Mein erstes Motiv stand für 16 Uhr auf dem Zettel und das Bild hatte ich bereits gestern versucht. Beim gestrigen Versuch waren jedoch parallel zum Wagen jede Menge Autos auf der Straße unterwegs gewesen, was die Umsetzung des Motives nur sehr steil zuließ. Heute hingegen passte es mit den Autos perfekt, sodass mir ein Bild des Wagen 41 zwischen den Stationen Hagenmarkt und Alte Waage gelang. Während gestern in die andere Richtung lediglich ein Teil der St. Katharinenkirche im Bild war, rückte heute die gesamte Vorderseite der Kirche ins Motiv.
Noch auf der Rückfahrt der gleichen Runde gelang mir an ganz anderer Stelle ein weiteres Bild des GT6 41. Mit dem Auto hatte ich einen Stellungswechsel zum Bahnhof vollzogen und hielt den Wagen dort beim Verlassen der Haltestelle Hauptbahnhof fest. Direkt hinter dem großen Haltestellendach vor dem Eingang des Hauptbahnhofs befindet sich die Schleife, in der die Linien 5 und 10 planmäßig enden. Auch der Wagen 41 nutzte bei dieser Sonderfahrt die Schleife, um von hieraus wieder in Richtung Inselwall zu starten.
Bereits zehn Minuten später ging es nach einer kurzen Pause in der Schleife auf die nächste Runde Richtung Inselwall. Ich war in dieser Zeit am Bahnhof geblieben und hatte mich für ein Bild direkt vor dem Eingangsportal des Gebäudes aufgestellt. Ganz optimal stand das Licht hier zwar nicht, bei der runden Front des Wagens fiel das jedoch nicht sonderlich ins Gewicht. Leider ist das Bahnhofsgebäude selbst nun schon seit längerer Zeit mit einem Baugerüst eingehüllt, was das Motiv ein wenig verschandelt.
Ein letztes Bild des Tages entstand nahe dem Schloss. Hinter der Haltestelle Schloss biegt der Wagen nach rechts ab, um in der Folge in Richtung Friedrich-Wilhelm-Platz weiterzufahren. An dieser Stelle bietet sich für kurze Zeit am Tag ein Motiv mit der charakteristischen Front des ehemaligen Galeria Kaufhof Gebäudes, vormals Horten. Nachdem der Laden dort schon vor einigen Jahren das Geschäft aufgeben musste, verblieb das Gebäude unverändert und steht seitdem leer, da eine sinnvolle Nachnutzung bislang nicht gefunden werden konnte und sich ein Abriss ebenso schwer gestaltet. Dadurch bietet sich zumindest immer noch die Möglichkeit eines Bildes mit der Front des Gebäudes, welche ich hier mit Wagen 41 nutzte.
Braunschweiger Kulturnacht
Das nächste Event in Braunschweig war die 15. Braunschweiger Kulturnacht. Dabei handelt es sich um eine im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindende Veranstaltung. Es ist eines der größten Kulturevents der Region und bietet einen Einblick in die hiesige Kunst- und Kulturszene. Wie der Name schon verrät, findet das Event eher in den Abend- und Nachtstunden statt, weshalb auch die dazugehörigen Sonderfahrten erst relativ spät ihren Dienst aufnahm. Für dieses Event war der Wagen 113 mit dem Beiwagen 250 angekündigt und damit der für meine Begriffe schönste historische Zug, den Braunschweig zu bieten hat. Starten sollte die Sonderfahrt um ca. 16:30 Uhr am Bahnhof und bis in die Nacht andauern. Der späte Beginn der Sonderfahrten im Gegensatz zu vielen anderen, die gegen späten Nachmittag bereits enden, bot nochmal ganz andere Motive. Die Fahrtstrecke ähnelte sehr der Sonderfahrt zum Stadtfrühling und führte vom Hauptbahnhof zum Inselwall und von dort zurück über den Friedrich-Wilhelm-Platz zum Hauptbahnhof. Einziger Unterschied war die Fahrtstrecke zwischen Hauptbahnhof und Inselwall. Während im April noch die Strecke über den John-F.-Kennedy-Platz gewählt wurde, ging es nun über die Leonhardstraße am Magniviertel vorbei zum Inselwall. Das bot natürlich nochmal andere Motive.
Unser erstes Motiv hatten wir schon vor Beginn der eigentlichen Sonderfahrt ausgemacht. Da der Wagen vom Depot zum Hauptbahnhof nur eine Strecke wählen konnte, konnten wir uns schon für die Fahrt zum Hauptbahnhof ein Motiv suchen. Dementsprechend handelte es sich bei diesem Bild noch um eine Leerfahrt. Wir passten den Wagen an der Haltestelle St. Leonhard ab. Hier geht es nach rechts zum Depot am Hauptgüterbahnhof und nach hinten weg zum Hauptbahnhof. Diese Gleisverbindung wird im Planbetrieb gar nicht genutzt und dient lediglich für Ausrücker oder Einrücker zum und vom Hauptbahnhof. So nutzte auch die Komposition 113+250 die Gleisverbindung, um vom Depot zum Hauptbahnhof auszurücken.
Die erste Fahrt vom Bahnhof zum Inselwall brachte motivlich nicht sonderlich viel ein, weshalb wir uns mehr auf die Rückfahrt des Wagens konzentrierten. Auf dem richtig im Licht liegenden Stück zwischen den Stationen Hagenmarkt und Schloss bieten sich bei diesem Sonnenstand nicht viele Motive, weshalb wir uns letztendlich für das typische Motiv mit dem Schloss im Hintergrund entschieden. Anders als noch beim Braunschweiger Stadtfrühling wurde für die Kulturnacht nicht die eine Seite des Bohlwegs für Autos gesperrt, weshalb es eine etwas steilere Umsetzung vom Zug 113+250 wurde.
Für die nächste Fahrt war dann eines der schönsten Motive dieser Strecke ins Licht gerückt. Im Sommer zieht die Sonne so weit herum und steht dabei noch hoch genug, dass die Strecke kurz nach dem Abzweig am Hagenmarkt in Richtung Inselwall noch im Licht ist. Dadurch präsentierte sich das Gespann aus 113+250 in der Sonnenlücke vor der im schönen Abendlicht liegenden St. Katharinenkirche. Glück hatten wir dabei auch, dass sich bei unserem Bild kein Auto vor die Bahn mogelte und das Bild zerstörte. Genau daran war eine Umsetzung dieses Bildes mit Wagen 41 im April noch gescheitert.
Für die Rückfahrt in Richtung Bahnhof stand das Licht dann im Prinzip überall schlecht. Daher fokussierten wir uns lieber auf die nächste Fahrt in Richtung Inselwall und nahmen dabei das Stück in Angriff, auf dem der GT6 41 gar nicht verkehrt war. Zwischen den Stationen St. Leonard und Am Magnitor stand das Licht nun am Abend perfekt und so bot sich ein bekanntes Motiv an der Station Am Magnitor an. Auch hier störte bei der Umsetzung glücklicherweise kein Auto im Bild.
Die letzten zwei Bilder dieser Sonderfahrt entstanden rund um den Hauptbahnhof. Von der Station Am Magnitor waren wir zum Bahnhof herübergelaufen und konnten den Zug bei der Einfahrt in die Schleife festhalten. Die Schatten wurden inzwischen immer länger, rund um den Bahnhof ist aber relativ viel Freifläche, weshalb hier auch bis spät in den Abend hinein Bilder möglich sind. So war es bei diesem Bild bereits 19:30 Uhr, als der Wagen verfolgt vom nächsten Planwagen in die Schleife einfuhr.
Auch eher ein Bild der Kategorie Seltenheit gelang uns bei der Ausfahrt aus der Station Hauptbahnhof. Die meiste Zeit des Jahres dreht die Sonne gar nicht weit genug herum, um vor dem Bahnhof ein Bild mit Straßenbahn im perfekten Licht umzusetzen. Sieben Tage vor dem längsten Tag des Jahres standen unsere Chancen am 14.06 daher so gut wie selten und uns gelang ein perfektes Abschlussbild der Sonderfahrt mit Wagen 113+250 vor dem Eingang des Hauptbahnhofes.
Abschiedsfahrt 7756+7772
Zum Ende des Jahres 2025 kam relativ kurzfristig noch ein weiteres semioffizielles Event hinzu. Während die letzten beiden Sonderfahrten auf Events der Stadt fußten, handelte es sich hierbei mehr um ein Event speziell für Straßenbahnfreunde und wurde dementsprechend auch nur auf den bei Straßenbahnliebhabern bekannten Seiten publiziert. Es stand der Ablauf der HU für den Triebwagen 7756 an. Zusammen mit seinem Beiwagen 7772 handelte es sich bei dem Zug um den letzten noch im Planverkehr verbliebenen Hochflurzug, nachdem bereits Ende 2024 der vorletzte Hochflurzug mit dem Triebwagen 8157 und Beiwagen 8175 aus dem Planverkehr ausschied. Nun sollte also auch der letzte Mannheimer-Zug aus dem Planverkehr verschwinden und aus diesem Anlass wurde nochmal eine Abschiedsfahrt des Zuges kreuz und quer durch das Netz organisiert. In der letzten Zeit vor der Abstellung war der Triebwagen 7756 aufgrund technischer Probleme nur noch ohne seinen Beiwagen im Planverkehr anzutreffen gewesen, was diese Fahrt nochmal zu etwas Besonderem machte. Begleitet werden sollte der Zug vom GT6 41, mit dem es an geeigneten Stellen auch Aufstellungen nebeneinander geben sollte. Der GT6 41 repräsentiert den Originalzustand des Wagens 7756 relativ gut, auch wenn es hier und da einige Unterschiede zwischen den 1973 bei Düwag und 1977 bei LHB beschafften Baureihen gibt. Letztere wurden unter anderem schon von Beginn in Orange/Pastellweiß ausgeliefert. Das Wetter versprach passend zu diesem Event eher traurig zu werden mit Regen den ganzen Tag über. Trotzdem machten wir uns für einige Abschiedsbilder des Zuges auf, der seit der Ende 2021 mit der Folierung als “Schlager-Tram” ein absoluter Blickfang ist. Es ging vom Bahnhof nach Wenden zum Heideblick die Linie 1 entlang und danach die Linie 5 zur Turmstraße hinaus. Von dort ging es zum Inselwall die Linie 4 hinaus, wo eine von mehreren Aufstellungen stattfand.
Ein erstes Bild des Zuges entstand an der Haltestelle St. Leonard. Der Zug hatte sich von Depot kommend bereits über die Kreuzung gearbeitet und präsentierte sich hier auf dem Weg in Richtung Hauptbahnhof. Trotz des schlechten Wetters gab die knallig orange Lackierung einiges her und machte das Fotografieren bei diesen Bedingungen zumindest nicht völlig unnötig. Auf diesem Bild schön zu sehen ist einer der größten Unterschiede zum Originalzustand des Wagens, der mit der Modernisierung einherging. Anfang der 2000er Jahre wurde der Wagen einer Modernisierung unterzogen, bei der unter anderem der Einzelscheinwerfer durch kleinere Doppelscheinwerfer ersetzt wurde und der Zielfilm einer LED-Anzeige wich. Der wohl markanteste Unterschied ergab sich jedoch durch die Vergrößerung der Fahrerkabine, wodurch die eine Hälfte der vorderen Doppeltür geschlossen wurde und lediglich eine Einzeltür verblieb.
Ein großer geografischer Sprung entstand zwischen dem letzten und diesem Bild. Der erste Weg der Sonderfahrt führte vom Hauptbahnhof zum Heideblick nach Wenden. Da die Straßenbahn durch die Innenstadt schneller war und die schöneren Motive ohnehin weiter außerhalb lagen, postierten wir uns kurz vor der Endstation an der Station Geibelstraße. Hier überquert die Straßenbahn per Brücke die A2, um in der Folge bis zum Heideblick an Feldern auf der einen und dem Ort Wenden auf der anderen Seite entlang zu führen. Mit einiger Verspätung zum eigentlich angedachten Fahrplan jagte die Komposition aus GT6 7756 und B4 7772 die Rampe der Brücke hinunter in die Station Geibelstraße hinein.
Kurz darauf folgte auch der begleitende GT6 41, für den wir uns einige Meter nach hinten in die Station hinein verschoben hatten. Wie der Boden erahnen lässt, war es gerade heftig am Regnen und wir waren froh, uns nach dem Bild wieder ins Auto zurückbegeben zu können.
Ein weiterer Stellungswechsel über das halbe Netz hinweg brachte uns zur Station Am Lehmanger. Die Station befindet sich am Ast der Linie 5 nach Broitzem. Hier befand sich von 1978 bis 2017 die ehemalige Endschleife des zwischenzeitlichen Bauabschnittes Richtung Broitzem, die später noch viele Jahre als betriebliche Zwischenschleife verblieb. Im Jahr 1989 folgte die Eröffnung des weiteren Streckenabschnittes zur Endschleife Kruckweg in Broitzem. Nachdem die Schleife 2017 zurückgebaut wurde, verblieb nur eine große Rasenfläche, die zum Fotografieren einlädt. So passte der Zug 7756+7772 perfekt ins Bild hinein.
Für den Rückweg aus Broitzem hatten wir uns am Friedrich-Wilhelm-Platz aufgestellt. Hier bietet sich ohne Licht ein Motiv, welches sonst den ganzen Tag im Gegenlicht liegt. Das Gebäude der Landessparkasse (das ehemalige Bahnhofsgebäude) zeigt sich gegenüber vom Friedrich-Wilhelm-Platz durchaus repräsentativ und kann mit einem um die Ecke biegenden Wagen schön eingefangen werden. Hier bot sich der kürzere Wagen 41 besser für das Motiv an.
Am Inselwall bot sich dann die angekündigte Aufstellung der beiden Fahrzeuge nebeneinander. So wurden auch nochmal die Unterschiede zwischen dem Wagen 41 im Auslieferungszustand und der Umbauvariante des Wagens 7756 deutlich. Zumindest die typisch runde Front mit der PCC-Frontschiebe ist auch nach dem Umbau charakteristisch. Beim nassen Untergrund der Haltestelle spiegelten sich die Lichter der beiden Fahrzeuge schön im Herbstlaub, was trotz des mäßigen Wetters für eine geniale Stimmung im Bild sorgte.
Ein weiteres Bild entstand bei der Ausfahrt aus der Endschleife Inselwall. Auch hier kam die herbstliche Stimmung der gelb-orange gefärbten Blätter sehr gut zu Geltung und sorgte in Kombination mit der orangenen Werbung des Wagens für ein tolles Bild. Es handelte sich dabei auch um mein Abschiedsbild dieses Wagens, da wir in der Folge die Heimreise antraten. Hoffentlich kann ich in Zukunft von einem vorrübergehenden Abschiedsbild reden, da der Wagen im Planverkehr immer eine willkommene Abwechslung zur sonstigen Niederflur-Flotte darstellte. Wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann ein Wiedersehen…
Neujahrsrundfahrt 2026
Die alljährliche Neujahrsrundfahrt war das erste Event, welches für 2026 auf dem Plan stand. Mit Fahrttermin am 4. Januar 2026 fiel die Sonderfahrt dieses Jahr in genau die Phase hinein, in der der Winter Braunschweig fest im Griff hatte. Es hatte in den letzten Tagen und vor allem auch in der Nacht auf den 4. Januar 2026 noch einmal so intensiv geschneit, dass die Räumdienste am Morgen alle Hände voll zu tun hatten und mit dem Räumen der Straßen nicht wirklich hinterherkamen. Dementsprechend waren die meisten Straßen noch komplett zugeschneit, da die Kapazitäten der Räumdienste für eine effektive Räumaktion einfach nicht ausreichen. Das trübe Wetter an diesem Tag und auch die eingesetzten Wagen luden nicht gerade zum Verlassen des Hauses ein. Die Kombination aus dem Wintereinbruch und dem seltenen Anblick der zugeschneiten Straßen änderten diesen Umstand grundlegend und wir machten uns bei Minusgeraden auf den Weg nach Braunschweig. Zeitweise etwas schlitternd und rutschend kämpften wir uns bis zum Hauptbahnhof vor, an dem die Sonderfahrt beginnen sollte. Eingesetzt wurden GT6 41 und GT6S 9552 und die Route führte unter anderem zum Inselwall, nach Volkmarode und in den Heidberg. Bis zuletzt waren wir uns nicht ganz sicher, ob die Sonderfahrt aufgrund der Wetterbedingungen überhaupt stattfinden würde, da aber auch der Planverkehr geregelt ablief, gab es eigentlich keinen Grund für einen Ausfall der Fahrt und so zeigten sich die beiden Fahrzeuge kurze Zeit später pünktlich am Hauptbahnhof.
In komplett verschneiter Umgebung zeigte sich Wagen 41 von der Stadthalle kommend auf dem Weg in Richtung Hauptbahnhof. Mit der gewöhnungsbedürftigen Lackierung setzte sich der Wagen deutlich von der weißen Umgebung ab. Während die Schienen zum Befahren frei genug waren, hatten die Straßen rund um den Bahnhof heute noch kein Räumfahrzeug erlebt und dementsprechend unbeholfen lief der Individualverkehr teilweise ab.
Am Bahnhof ging es kurz durch die Betriebsschleife hindurch und in der Folge über den John-F.-Kennedy-Platz in Richtung Inselwall. Wir nutzten die Chance der fehlenden Sonne und lichteten den Wagen 41 hier von der Türseite ab. Das Motiv liegt sonst im Gegenlicht, bot durch den Schnee jedoch einiges an Licht. Im Hintergrund ist noch die schöne weihnachtliche Dekoration des Bahnhofs zu sehen, die langsam ihrem Ende entgegensah.
Als weiteres Fahrzeug kam der GT6S 9552 zum Einsatz, der zu diesem Zeitpunkt das einzige werbefreie Fahrzeug der 95er-Flotte war. Zudem hatte der Wagen im Zuge einer Werbelöschung auch das neue Zifferndesign der 2019 beschafften Traminos und eine grundlegende Neulackierung erhalten.
Für unser nächstes Bild hatten wir uns bis zum Schloss vorgearbeitet. Da die genaue Fahrtroute nicht bekannt war, war es ein kleines Rätselraten, wo die Sonderfahrt als nächste entlangführen sollte. Tobi hatte uns jedoch berichtet, dass die Wagen in Richtung Inselwall gefahren waren und von dort blieb keine andere Möglichkeit, als wieder zum Schloss zurückzukehren. So konnten wir GT6 41 am Bohlweg ablichten, als dieser erneut in Richtung Hauptbahnhof unterwegs war. Es hatte unterdessen wieder angefangen zu schneien und auch rund um das Schloss waren die Straßen bisher noch nicht vollständig geräumt worden.
Vom Hauptbahnhof kehrte die Sonderfahrt ungefähr eine Viertelstunde später auf gleichem Wege wieder zurück, sodass wir am Schloss lediglich die Seite gewechselt hatten und GT6S 9552, nun in die andere Richtung fahrend, an gleicher Stelle ablichteten. Auch dieses Bild mit dem ehemaligen Kaufhof-Gebäude im Hintergrund ist nur ohne Sonne möglich.
Auf der zweiten Runde wurde eine Strecke befahren, die sonst bei Sonderfahrten eher selten genutzt wird. Es ging den Ast der Linie 3 nach Volkmarode hinaus. Zugegeben hat es auch einen Grund, dass dieser Ast für besondere Anlässe eher selten genutzt wird. Einerseits dauert die Fahrt relativ lange und andererseits ist die Strecke vor allem etwas weiter draußen relativ unfotogen. Daher hatten wir uns dazu entschieden, den bieden Wagen nicht mit dem Auto zu folgen, sondern an der Haltestelle Botanischer Garten auf die Rückkehr zu warten. Bis hierhin ist der Ast relativ hübsch und bietet vor allem an der Okerbrücke eine schöne Kulisse. Während wir uns die Zeit mit Schneemänner-Bauen vertrieben, beobachteten wir die anderen Menschen, die sich auch sichtlich über die Abwechslung des Schnees freuten. Nach einer knappen halben Stunde kehrte zunächst GT6 41 aus Volkmarode zurück.
Kurz darauf folgte auch Wagen 9552. Da die Wagen in einigem Abstand hintereinander herfuhren, konnten wir zwischendurch die Straßenseite wechseln und so die Perspektive etwas abändern. Im Gegensatz zu GT6 41 hatte der Fahrer von GT6S 9552 auch die Möglichkeit der Digitalanzeige genutzt und den tatsächlichen Grund der Fahrt eingeschildert.
Braunschweiger Stadtfrühling – 2026
Auch im Jahr 2026 stand zum Braunschweiger Stadtfrühling wieder eine Sonderfahrt an. Fast an den identischen Tagen stand in diesem Jahr am Wochenende vom 25. und 26. April die Sonderfahrt an, die anders als im letzten Jahr in diesem Jahr von der Komposition aus Triebwagen 113 und Beiwagen 250 übernommen wurde. Mit leicht abgeänderter Strecke ging es vom Hauptbahnhof zum Inselwall und von dort zurück am Magniviertel vorbei über die Haltestelle St. Leonhard zum Hauptbahnhof. Das Wetter war für den 25. April makellos und für den 26. April mit ein paar Wolken angesagt. Da ein Großteil der Strecke nun schon im letzten und diesem Jahr von Sonderfahrten befahren wurden, galt es für mich an den beiden Tagen vor allem einige noch nicht umgesetzte Motive abzulichten. Daher gibt es von meiner Seite zu diesem Event nur wenige Bilder, dafür an bisher noch nicht gezeigten Motiven.
25. April 2026:
Schon vor der ersten offiziellen Runde hatte ich mich zum Bahnhof begeben, um die erste Fahrt in die Schleife am Bahnhof abzulichten. In der Mitte der Schleife befindet sich ein kleiner Hügel, von dem aus man die Fahrzeuge bei der Einfahrt in die Schleife mit dem BraWoPark im Hintergrund sehr schön ablichten kann. Die Sonne stand bei der ersten Runde noch nicht ganz perfekt, für die nächsten Runden hatte ich jedoch andere Motive, weshalb ich mich hier mit dieser Umsetzung zufriedengab. Während es nach links weg weiter die Linie 1 entlang geht, fuhr das Gespann aus 113+250 in die Schleife ein.
Auf der ersten Fahrt in Richtung Inselwall ergab sich beim aktuellen Sonnenstand kein wirkliches Motiv, weshalb ich mich direkt auf die Rückfahrt konzentrierte. Dort hatte ich ein Motiv an der Station Am Magnitor ins Visier genommen. An der Station, an der ich im letzten Jahr genau diesen Zug noch in die andere Richtung am Abend fotografiert hatte, kam das Gespann 113+250 im Vormittagslicht aus der Station gefahren. Der Zug hatte genau die richtige Länge, um in die Sonnenlücke hinein zu passen.
Das nächste Bild entstand erst drei Stunden später. Ich befand mich erneut in der Nähe des Hauptbahnhofs am Streckenabschnitt zwischen den Stationen Willy-Brandt-Platz und Hauptbahnhof. Hier zeigte sich der Zug in der Lücke zwischen zwei Laternenmasten genau vor einem der Hochhäuser des BraWoParks. Inzwischen war die Sonne so weit herumgewandert, dass sich das Gebäude im richtigen Licht befand.
Eine halbe Stunde später folgte für mich auch schon das letzte Bild des Tages. Nur für ganz kurze Zeit am Tag scheint die Sonne im Sommer in die enge Baumallee am Radeklint auf Höhe des Kinos. Sonst kann man dieses Bild nur im Winter in der Sonne umsetzen, wenn kein Laub an den Bäumen ist. Zumindest halbwegs sonnig präsentierte sich Wagen 113+250 hier kurz vor Erreichen der Haltestelle Radeklint.
26. April 2026:
Auch am nächsten Tag ging es nochmal für einige letzte Motive nach Braunschweig. Wieder nutzte ich bereits die Betriebsfahrt vom Depot zum Startpunkt am Hauptbahnhof für ein erstes Bild. Auf dem Abzweig an der Haltestelle Hauptbahnhof/Viehwegs Garten Richtung Station Hauptbahnhof erwischte ich die Komposition 113+250. Die Bepflanzung im Vordergrund hatte ihre besten Tage leider schon hinter sich.
Ein weiteres Bild entstand bei der Rückfahrt vom Inselwall in Richtung Hauptbahnhof. Die Sonderfahrt knickte vor Erreichen der Haltestelle Schloss nach links zur Haltesstelle Georg-Eckert-Straße ab und führte am Magniviertel vorbei zurück zum Hauptbahnhof. Hier kurz vor dem Abknicken kam mir die Sonderfahrt ganz gelegen, da der Zweiachser mit seinem Anhänger ein Stück kürzer als die Planwagen war und somit perfekt ins Bild passte.
Ein abschließendes Bild dieses Events sollte in der Schleife der Linie 4 an der Station Radeklint entstehen. Um die Mittagszeit scheint die Sonne in das Baumportal der Schleife hinein, sodass sich die Straßenbahn umgeben von Bäumen in der Sonne präsentiert. Genau diese Sonne ging leider kurz vor dem Bild von 113+250 aus. Trotzdem entstand mit dem alten Porsche daneben ein gelungenes Abschlussbild dieser Sonderfahrt.
Wiedereröffnung der Strecke nach Stöckheim
Ein weiteres eher außerplanmäßiges Event ergab sich Anfang Juni am 6. Juni 2026. Eine Woche später als eigentlich geplant wurde an diesem Tag endlich die Linie 1 Richtung Stöckheim wieder eröffnet. Der Streckenabschnitt ab dem Abzweig Sachsendamm bis zur Endstation Salzdahlumer Weg war nach einer Entgleisung eines Traminos und der damit verbundenen Feststellung erheblicher Gleismängel ab Ende Juli 2025 bis auf Weiteres eingestellt worden. Die Linie 1 wurde in dieser Zeit zur Endschleife Anklamstraße der Linie 2 umgeleitet und die Linie 2 endete dafür bereits am Hauptbahnhof. Zunächst war von einer “mehrmonatigen Sperrung” die Rede. Nach umfangreichen Untersuchungen der Schienen wurde jedoch schnell klar, dass sich die Wiederinstandsetzung der Strecke einige Zeit ziehen würde. Der ganze Streckenabschnitt mit Grüngleis zwischen den Haltestellen Sachsendamm und Stöckheimer Markt mussten saniert werden. So stand letztendlich der Termin für die Wiederinbetriebnahme für Ende Mai 2026 fest. Kurzfristig wurde der Termin um eine Woche nach hinten verschoben. Als Highlight der Wiederinbetriebnahme nach fast einem Jahr wurde eine Sonderfahrt mit dem Wagen 103 angekündigt. Der pseudohistorische Wagen kommt aufgrund seiner geringen Kapazität und der offenen Plattformen nur selten zu öffentlichen Einsätzen und bot somit eine willkommene Abwechslung im historischen Verkehr. Ab Mittag bis hinein in den späten Nachmittag pendelte der Wagen zwischen der Endstation Salzdahlumer Weg der Linie 1 und der Endstation Anklamstraße der Linie 2. Das Wetter versprach nicht allzu viel Hoffnung auf Sonne, die für historische Fahrten selten genutzte Strecke in Verbindung mit dem ebenfalls selten eingesetzten Wagen 103 ließ uns trotzdem aufbrechen und für einige Bilder an die Strecke fahren.
Erster Anlaufpunkt an diesem Tag war das Große Weghaus. Am Vormittag ist das Große Weghaus an der gleichnamigen Haltestelle von der Rückseite im richtigen Licht und ein Blick in den Himmel versprach zumindest ein wenig Hoffnung auf Sonnenschein für das erste Bild. Tatsächlich zeigte sich genau passend die Sonne in einer kurzen Wolkenlücke und direkt das erste Bild von Wagen 103 konnte im Sonnenschein umgesetzt werden. Abgesehen von dem Wohnwagen ist das Weghaus, was der Grund für den Schlenker der Straßenbahn ist, auch von der Rückseite sehr fotogen.
Für die Rückfahrt des Wagens 103 von der Endstation war die Hoffnung auf Sonne dann schon wieder deutlich geschwunden. Schnell hatte es sich am Himmel wieder zugezogen und wir hatten uns auf die andere Seite des Hauses begeben. An der Vorderseite des Hauses ist auch der Name sehr gut zu erkennen, nur der Eingang zum Koreanischen BBQ passt nicht so wirklich in das Gesamtbild.
Jetzt hatten wir erstmal einiges an Zeit, denn bis der Wagen einmal bis zur Endstation Anklamstraße und von dort zurück gefahren sein würde, dauerte es ein wenig. Wir liefen also gemütlich zur Endschleife Salzdahlumer Weg. Dort hatten wir bei unserer Ankunft immer noch 15 Minuten bis zur planmäßigen Ankunft von Wagen 103. Letztendlich warteten wir eher 20 Minuten, da der Wagen bereits bei seiner ersten Runde eine ordentliche Verspätung angesammelt hatte. Dementsprechend fiel die Pause an der Schleife kürzer aus, da von hinten zudem der nächste Planwagen stresste. Wir lichteten den Wagen bei Ausfahrt aus der Schleife ab.
In Stöckheim selbst hatten wir nun so gut wie alle Motive abgearbeitet, denn wirklich viel ergab sich dort insgesamt nicht. Mit dem Auto wurde daher ein Stellungswechsel zur Station Militschstraße betrieben. Hier hätte der Wagen planmäßig eigentlich schon lange durch sein sollen, doch mit der bereits angestauten Verspätung gab es noch eine gewissen Resthoffnung, dass der Wagen hier erst noch durchkommen würde. Gerade schien auch mal wieder die Sonne und wir hatten Glück, dass der Wagen 103 mit inzwischen 10-minütiger Verspätung kurz darauf die Strecke entlang in Richtung Militschstraße gefahren kam.
Am Abzweig Sachsendamm teilen sich die beiden Linien 1 und 2 in die verschiedenen Äste auf, nachdem die Linien zuvor vom Hauptbahnhof kommend eine gemeinsame Strecke befahren. Zwischen den beiden Ästen in den Heidberg (Linie 2) und nach Stöckheim (Linie 1) gibt es ein Verbindungsgleis, welches so im Planbetrieb nicht genutzt wird. Genau auf diesem nur wenige Meter langen Gleisstück wollten wir nun den Wagen 103 ablichten, der dort sogar passend stehen blieb. Von der Brücke über der Autobahn, reicht der Blick stadtauswärts bis zum Brocken. Mit dem kurzen Wagen 103 gelang mir so ein kleiner Kunstschuss mit Straßenbahn und Brocken in einem Bild, als dieser auf der Brücke angehalten hatte.
Für die Rückfahrt waren wir am gleichen Standort geblieben. Wir hatten nur einmal die Seite der Brücke gewechselt und konnten den Wagen 103 so erneut auf dem sonst nicht betriebenen Verbindungsstück ablichten. Im Hintergrund führt die Linie 2 in den Heidberg, während die Linie 1 nach hinten weg nach Stöckheim weiterführt. Der Wagen entschwand nun erstmal wieder auf die Linie 1.
In der Folge hatten wir uns in den Heidberg an die Endstation Anklamstraße begeben. Die Endschleife liegt hier in einem kleinen Park und ist von jeder Menge Grün umgeben. Das einzige Problem an der Endstation ist, dass sie eigentlich den ganzen Tag nicht im richtigen Licht liegt. Daher entschied ich mich zunächst für ein seitliches Bild des Wagens bei Einfahrt in die Stationsanlage. Auch hier kam mir die Kürze des Wagens zu Gute, wodurch der Wagen in der Sonne war, die gerade mal wieder etwas konstanter schien.
Bei Ausfahrt aus der Station gelang uns ein letztes Bild. Hier schien die Sonne nur seitlich auf den Wagen und ließ die Front im Schatten. Aufgrund des hohen Sonnenstandes war das aber zu verkraften und der Wagen 103 machte sich trotzdem sehr gut bei Ausfahrt aus der Station Anklamstraße.
Tag der Niedersachsen
Abgesehen von der Nikolausfahrt bereits das letzte öffetnliche Event des Jahres 2026 stand am Wochenende des 13. und 14. Juni 2026 an. Zum Tag der Niedersachsen (oder wohl eher Tage der Niedersachsen) wurde der Wagen 41 ein weiteres Mal in diesem Jahr eingesetzt. Der Tag der Niedersachsen findet jedes Jahr in einer Großstadt in Niedersachsen statt. Dieses Jahr gastierte dieses Event erstmals auch in Braunschweig und stellte damit das mit Abstand größte Event des Jahres in Braunschweig dar. Anders als die Sonderfahrt sogar über drei Tage vom 12. bis 14. Juni fand das Event verteilt über die gesamte Innenstadt von Braunschweig statt. Im Fokus des Großereignisses stehen das Ehrenamt, die kulturelle Vielfalt und die regionalen Besonderheiten Niedersachsens. Auf insgesamt zehn Themenmeilen und sieben Bühnen wurde über Konzerte, Bühnenshows, Mitmachaktionen und kulinarische Angebote jede Menge Abwechslung für die vielen Besucher geboten. Um die Schleife am Hauptbahnhof zu entlasten wurde für die Sonderfahrt die nicht mehr im Planbetrieb bediente Strecke zwischen den Stationen John-F.-Kennedy-Platz und Bürgerpark genutzt, um ein Wenden der Sonderfahrt am Bahnhof zu vermeiden. Ansonsten wurde der übliche Weg zum Inselwall eingeschlagen. Da der vormalige Linienweg der Linie 2 über die Leisewitzstraße schon seit mehreren Jahren nicht mehr bedient wird, lag mein Fokus auf Bildern an diesem Streckenabschnitt. Das Wetter sah sehr düster aus und versprach neben ganz wenigen Aufhellungen vor allem auch jede Menge Regen. Da ich mir das Treiben zum Tag der Niedersachsen ohnehin aber mal angucken wollte, begab ich mich trotzdem für einige Stunden in die Stadt.
Ich hatte mein Auto nahe dem Hauptbahnhof abgestellt und wollte mich für ein erstes Bild auf die Betriebsstrecke zwischen den Stationen John-F.-Kennedy-Platz und Bürgerpark begeben. Doch so weit kam ich gar nicht mehr, denn der Wagen bahnte sich schon an. Daher wurde der Plan abgeändert und das erste Bild entstand kurz nach dem Abzweig der Betriebsstrecke auf dem Ast der Linien 1 und 2 Richtung Bahnhof. Die Betriebsstrecke geht im Hintergrund nach rechts weg, während die Linien 1 und 2 nach links abknicken und die Station Bürgerpark bedienen. Heute hatte Wagen 41 mit dem Ziel 1E Hauptbahnhof sogar ein passendes Ziel eingeschildert.
Vom Hauptbahnhof ging es über die Kurt-Schuhmacher-Straße zum Inselwall. Auch die gesamte Kurt-Schuhmacher-Straße war anlässlich des Tags der Niedersachsen für Autos komplett gesperrt und die ganze Straße herunter waren Stände aufgebaut. Einer der Stände hatte ein großes Zelt zu bieten, was mir ganz gelegen kam, denn während er Wartezeit auf die Rückfahrt des Wagens kam ein heftiger Schauer herunter, vor dem ich mich im Zelt schützte. Ich hatte mir ein Motiv am John-F.-Kennedy-Platz gesucht, welches sonst im Planbetrieb nicht mehr umzusetzen ist. Als Wagen 41 nach über einer halben Stunde zurückkam, war es zum Glück wieder trocken und nur noch die glänzenden Straßen zeugten von den enormen Regenmassen, die hier noch vor kurzem vom Himmel kamen.
Für die nächste Fahrt Richtung Inselwall hatte ich mir eigentlich gar kein Motiv herausgesucht, da die Fahrt ohnehin an keiner Stelle im perfekten Licht ablief. Doch als dann plötzlich die Sonne herauskam, postierte ich mich an der Station John-F.-Kennedy-Platz. Hier war zumindest die Seite des Wagens im Licht und bei den wenigen Minuten Sonne am heutigen Tag, wollte ich diese Möglichkeit für ein Sonnenbild nicht verpassen. So lichtete ich den Wagen während des Fahrgastwechsels an der Station ab. Links im Hintergrund sind die schon angesprochenen Stände vom Tag der Niedersachsen zu erkennen, die sich die Kurt-Schuhmacher-Straße entlang zogen.
Das einzige wirkliche Motiv an der Betriebsstrecke befindet sich an der Haltestelle Leisewitzstraße. Hier erhebt sich im Hintergrund ein recht stattliches Haus mit zwei Türmen. Sogar die Sonne zeigte sich nochmal in Ansätzen für das bereits letzte Bild des Tages. Ich lichtete den Wagen 41 bei der Durchfahrt durch die Station ab.
Am zweiten Tag des Events gab das Wetter auch nicht wirklich mehr her, weshalb ich mich für diesen Tag gar nicht erst auf den Weg nach Braunschweig machte. Den Wagen 41 hatte ich bei den letzten Veranstaltungen nun zu Genüge abgelichtet und auch die sonst nicht genutzte Strecke gab nicht unbedingt viel mehr her. Daher beließ ich es bei den wenigen Bildern dieses Events und schloss damit vorerst das Kapitel der Sonderfahrten im Jahr 2026. Obwohl es erst Mitte des Jahres ist, ist für das restliche Jahr von der veranstaltenden BIN keine weitere Sonderfahrt abgesehen von der Nikolausfahrt angedacht.
Das soll es so weit von meiner Seite mit dem Rundumschlag der Sonderfahrten der vergangenen beiden Jahre gewesen sein. Es ist zwar keine vollumfassende Darstellung aller historischer Fahrten, für einen guten Einblick soll es aber reichen. Alle derzeit fahrfähigen historischen Fahrzeuge waren über die beiden Jahre verteilt an verschiedener Stelle zum Einsatz gekommen und auch die Strecken wichen hier und da von den üblichen Routen ab, wenn auch häufig relativ ähnliche Strecken befahren wurden. Jetzt blicke ich gespannt auf die weitere Entwicklung in Sachen historische Fahrzeuge in Braunschweig. Meine Hoffnung besteht zunächst darin, dass der Zug aus Wagen 35 und Beiwagen 201 in naher Zukunft die nötige Hauptuntersuchung erhält und in der Folge auch wieder zum fahrbereiten historischen Fahrzeugpark gezählt werden kann. Auch die angedachten Ideen, einen Zug der 81er-Baureihe als historisches Fahrzeug zu behalten sowie den Beiwagen 7772 als passenden Beiwagen für den Triebwagen 41 in die historische Flotte aufzunehmen, machen zumindest Hoffnung, dass BIN und BSVG in Zukunft noch mehr Vielfalt für die historischen Events der Braunschweiger Straßenbahn bieten können. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die vorgenommenen Pläne umgesetzt werden können.
