Nachdem sich der Verkehr im Bereich der schönen Motive nun auf den Abschnitt zwischen Annot und Plan Du Var beschränkt, arbeiten wir heute dort noch das ein oder andere Motiv entlang des Var ab.
Montag, 20. April 2026
Kurz nach sechs verließen wir heute, noch bevor die ersten Sonnenstrahlen den Talgrund bei Puget-Théniers erreichten, das Hotel und schauten rüber auf die Anzeige am Bahnhof. Ernüchterung: Zug 12, der um 06.51 hier Richtung Nice starten sollte, war im Ausfall bzw. Busersatz. Ein Blick auf die Website bestätigte das zusätzlich.
Mein Vater, dem anscheinend irgendetwas gestern die Verdauung zerlegt hatte, entschied sich, noch eine Stunde auf dem Zimmer zu ruhen. Meine Lebensgeister waren mit den ersten Vorboten des Sonnenscheins über den Talhängen allerdings geweckt. Auch wenn kein Zug fahren sollte, das Fotografenherz konnte das geniale Licht der Morgenstunden nicht ungenutzt lassen.
So kam es zu einem mittelalterlichen Ausweichprogramm, einen Ort weiter das Tal hinauf in Entrevaux. Schon bei meinem Besuch im Dezember 2025 hatte ich mir fest vorgenommen, mir das mittelalterliche Dorf mit der darüber thronenden Zitadelle einmal genauer anzuschauen. Der Wunsch war gestern Morgen noch verstärkt worden, als ich auf dem Weg zu einem anderen Motiv kurz unten durch die Gassen gelaufen war. Zwischen die Flussschleife des Var in der engen Klamm schmiegt sich der alte, befestigte Ort. 156 Meter darüber wurde die Zitadelle auf einem Felsen errichtet.
Ich parkte drüben im “neuen” Ortszentrum und lief über die schmale Brücke durch das alte Stadttor in den mittelalterlichen Teil. Hier war morgens um sieben nichts los. Nachdem das laute Rauschen des Flusses innerhalb der Stadtmauern nicht mehr zu hören war, dominierte das laute Zwitschern und Singen der Vögel, die den neuen Tag begrüßten. Kühle, klare Luft, der Geruch von taunassem Gras, die Stille, bevor alle anderen erwachen.
Am Weg durch schmale dunkle Gassen, kleine Läden und Betriebe, zwei Cafés auf dem Dorfplatz. Aber die großen Touristenströme scheinen hier, weit abseits der Cote d’Azur, noch nicht angekommen zu sein. Auch wenn Entrevaux gern mal zu den schönsten Dörfern Frankreichs gezählt wird, das kleine Idyll ist noch nicht so sehr eingenommen von Tinnef-Läden mit Magneten, Schlüsselanhänger und “I love …” T-Shirts.
Durch eine Seitengasse erreichte ich den Beginn des steilen Weges hinauf zur Zitadelle. Auch das Drehkreuz dort ist nicht auf Massenabfertigung ausgelegt. An einem kleinen Automaten gibt es gegen fünf Euro (zahlbar auch mit Karte) eine gestanzte Münze, mit der man wiederum durch das Drehkreuz kommt. Auf dem in engen Serpentinen dem Felsen abgerungenen Weg geht es steil bergauf. Ein Eichhörnchen huschte noch schnell vor mir über einen quer auf Kopfhöhe wachsenden Baum. Dann stieg die Sonne genau in der Achse des Tals über den Kamm an der Talbiegung viele Kilometer flussabwärts und tauchte alles in magisches Morgenlicht. Obwohl das Thermometer eben noch acht Grad anzeigte, wurde es direkt angenehm warm. An jeder Ecke entdeckte ich Motive während ich weiter die Serpentinen hinauflief. Über die Mauer des Weges und durch Schießscharten fiel der Blick immer wieder hinab auf das alte Dächermeer aus Tonziegeln und schiefen Schornsteinen, in die andere Richtung den im Morgenlicht glänzenden Var hinab.
Oben angekommen, erkundete ich noch kurz die Zitadelle und die verschiedenen Blicke in die Landschaft. Wie vermutet, war ich ganz allein in der Anlage zu dieser Zeit. Um acht war ich zum Frühstück an der kleinen Patisserie in Puget verabredet, um pünktlich zu starten für den ersten Zug, der dann wirklich fahren sollte, sodass ich schon nach wenigen Minuten den Rückweg antreten musste.
Der Blick ging beim Hinablaufen noch ein wenig durch die Landschaft bis hinüber zu einem kleinen Aquädukt, dann war ich wieder unten. Im Ort plauderten die Besitzerinnen der beiden Cafés, die ihre Tische über den gesamten kleinen Dorfplatz verteilt hatten. Ein paar Handwerker hatten die Arbeit bei der Sanierung einer Fassade aufgenommen. Die ersten Besucher kamen mir auf der Brücke hinaus durch das Stadttor entgegen. Was für ein großartiger Lückenfüller und Start in den Tag!

Blick durch eine Schießscharte beim Aufstieg zur Zitadelle.

Ein Eichhörnchen kreuzte auf dem das Licht suchende Baum noch schnell meinen Weg und verschwand irgendwo an der Felswand.

Die Sonnenstrahlen brechen über die Flanken des Var-Tals.

Der Weg hinauf zur Zitadelle ist in engen Serpentinen dem Felsen abgerungen. Der Aufstieg ist 900 Meter lang, unterteilt in neun Rampen und überwindet 156 Meter Höhe.

Die ersten Sonnenstrahlen fluten den Talgrund. An der langen Geraden verläuft auch die Bahnstrecke.

Ein Tonziegeldach im Ring der Festungsanlage.

Die Festungsanlage auf der Spitze des Felsens oberhalb Entrevaux ist erreicht. Von hier sind mögliche Belagerer schon weit in der Ferne erkennbar.

Die Lage der Zitadelle ermöglicht auch den Blick nach Westen auf die andere Seite der schmalen Klamm bei Entrevaux. Dieser Lage, am engen Treffpunkt dreier Täler, verdankt das Dorf auch seinen Namen: Entrevaus, von Entre=zwischen und Vau=Tal.

Festungsgebäude auf der Spitze des Felsen.

Blick hinab auf das Dorf im Innern der Flussschleife des Var.

Blick aus dem Inneren der Zitadelle hinab Richtung Osten ins Var-Tal.

Befestigter Wachtrundgang auf der Nordostseite der Festung.

Wieder unten, ist das Dorf noch immer nicht ganz erwacht. Die kleinen Läden und Cafés haben noch geschlossen.

Blick in eine Seitengasse.

Zurück durch Stadttor und Brücke geht es wieder hinüber in den “modernen” Teil des Ortes.
Nach diesem kleinen Ausflug fuhr ich zurück nach Puget-Théniers und traf mich direkt im Ortskern mit meinem Vater an der Patisserie. Der musste heute von unserem Standardfrühstück abweichen. Stattdessen gab es die nächsten Tage Schonkost, die heute erstmal im Wesentlichen aus trockenem Baguette besteht. Gibt es hier zum Glück an jeder Ecke, aber zu wünschen ist das niemandem. Sichtlich angeschlagen – man hat einfach wenig Energie, wenn die Verdauung nichts Sinnvolles zu tun im Stande ist – schlug er sich langsam, aber doch ganz wacker durch die nächsten ein, zwei Tage, bis es wieder besser war. Half ja nichts und um die Reise abzubrechen oder auf dem Hotel rumzuliegen, war es dann anscheinend doch nicht schlimm genug.
Unser Ziel für den nun ersten Zug des Tages war eine Stelle zwischen Villars-sur-Var und Le Tournel ein Stück talabwärts. Dort verläuft die Strecke auf einer Stützmauer unmittelbar über dem Fluss, ohne Gestrüpp dazwischen. Und genauso wichtig: Man kommt dort über einen Weg und eine kleine Brücke fast bis an den Fluss und muss sich nur die letzten Meter den Hang hinab etwas durchschlagen, um dann aus dem Flussbett fotografieren zu können. Natürlich immer unter der Gefahr, dass irgendwer eine Staumauer öffnet und es uns davonspült, soviel Warnung muss sein, auch wenn hier unmittelbar keine solchen Warnschilder zu finden waren. Letztlich ein Restrisiko, das maßgebend von der Zeit abhängt, der wir uns dessen aussetzen. Und wir hatte nicht vor, hier Wurzeln zu schlagen. Es fand sich sowohl von einer trockengefallenen Insel, als auch aus der Luft eine schöne Perspektive. Für letztere hätten wir freilich nicht hier hinablaufen müssen.

Der altbekannte AMP 805+806 ist wieder unterwegs und fährt zwischen Villar-sur-Var und Le Tournel den Zug 1 nach Annot.

Die gleiche Szene wurde auch aus der Luft beobachtet. Unten links bin ich beim Fotografieren am ausgestreckten Arm zu sehen. Das war hier so eine herausfordernde Situation, wo eigentlich beides gleichzeitig ausgelöst werden muss, bei der Drohne noch unter Bedacht der Auslöseverzögerung. Wann immer möglich, vermeide ich das eigentlich und entscheide mich für eine, die bessere Variante. Aber hier konnte ich mich nicht festlegen.
Bis wir hier aus dem Flussbett wieder oben beim Auto waren, war der Zug natürlich über alle Berge. Blieb also genug Zeit, seiner Rückfahrt als Zug 2 aus Annot entgegenzufahren. Weil es von unten nirgends vernünftig möglich scheint, wollte ich unbedingt noch eine Drohnenperspektive auf Annot umsetzen. Eigentlich war das schon gestern mit dem Renault der Plan gewesen und ich hatte bereits gestern einen Erkundungsflug gestartet. Aber der Renault kam dann bekanntlich mit Beiwagen und durchkreuzte dieses Vorhaben. Meinen Vater setzte ich unterdessen an der Stahlgitterbrücke vor Puget-Théniers ab, wo ich ihn dann nach Einsammeln der Drohne direkt auflesen und wir zur Verfolgung Richtung Nizza ansetzen konnten.

AMP 805+806 hat im Ersatzfahrplan in Annot die Kurzwende hingelegt und eilt als Zug 2 zurück Richtung Nizza. Mit der Drohne ergibt sich am Beginn der langen Geraden zwischen Entrevaux und Puget-Théniers ein schöner Teleblick auf die Lage Entrevauxs an der engen Felsklamm mit der darüber thronenden Zitadelle.

Während ich noch die Drohne einfing und zur Verfolgung ansetzte, hielt mein Vater die lange Stahlgitterbrücke vor Puget-Théniers mit Zug 2 fest.
Schon in Puget-Thénier waren wir wieder neben dem Zug, allerdings nur, weil er dort immer hält. Viel Vorsprung gewinnt man ansonsten nicht bei der inzwischen gut ausgebauten Bahnstrecke. Nur an den wenigen verbliebenen Langsamfahrstellen oder wenn er an Bedarfshalten oder einem der wenigen größeren Bahnhöfe doch mal zum Halten kommt, lässt sich etwas Strecke gut machen. So sind natürlich nur Straßenmotive möglich, aber da uns auch die noch fehlten, war das für den Moment nicht das Problem. Zweimal gelang es uns bei Rigaud le Cians und Villars-sur-Var, bevor das Ende des engen Var-Tals bei Plan de Var erreicht war und wir die Verfolgung beendeten.

Hinter dem Haltepunkt Rigaud le Cians überquert die Strecke den aus einem Seitental in den Var fließenden Cians. Das Tal führt Richtung Norden mitten in die Berge hinein.

Im Bahnhof Villar-sur-Var musste Zug 2 nach Längerem mal wieder halten, sodass wir noch einmal knapp vorbeikamen. Auch hier ist das Gleisfeld inzwischen generalüberholt und ein hoher Mittelbahnsteig errichtet. Das schöne Bahnhofsensemble samt Wasserturm blieb aber erhalten.

Auch heute soll es einen kleinen Flashback ins Jahr 2011 geben. Die Lackierung des alten Materials war damals noch deutlich gefälliger, als das heutige dunkle Blau mit Schwarz. Zumindest im Hauptsaisonfahrplan, wenn ein Zugpaar mehr bis nach St. André verkehrt, dürfte sich noch immer gelegentlich eines der Fahrzeuge X301 bis X307 auf die Langstrecke verirren, mindestens aber auf die Werktagsverstärker bis Puget-Thénier und Annot. Der hier Richtung Dignes in Villar-sur-Var einfahrende X307, stammt wie X308 von Korsika und wurde nach der dortigen Indienststellung der AMGs von der CP übernommen. Lang ist der Triebwagen daher zum Zeitpunkt der Aufnahme am 27. Juli 2011 noch nicht in der Provence unterwegs und trägt sogar noch das erhabene CFC-Zeichen an der Front.
Und jetzt? Große Pause. Also wirklich ganz große Pause – wiedermal. Ein Muster auf dieser Reise bislang. Auf dem Abschnitt jenseits Plan du Var befindet sich zwischen 10.55 Uhr und 13.03 kein einziger Zug außerhalb der Sommersaison von Mai bis Oktober. Eigentlich kann man das nach dem Hinabbegleiten eines Langsläufers anschließend gut mit dem Vorortverkehr von Nizza füllen, nur lief der dank des Erdrutsches auch nicht. Jedenfalls nicht zwischen Plan du Var und Saint-Isidore. Erstmal kehrten wir bei der großen Boulangerie de la Gare in St Martin Du Var ein. Ein Wahnsinns-Laden. Dort ist es immer voll und es gibt alles, um sich von morgens bis abends zu Verpflegen. Zumindest ich tat das jetzt auch und genehmigte mir für den Moment auch noch ein Pain au Chocolat und einen Café allongé. Anschließend fuhren wir weiter Richtung Nizza um wenigstens die Lage dort mal zu sondieren. Am Bahnhof Saint-Isidore kamen wir direkt am Hangrutsch raus, wo zumindest bereits fleißig gearbeitet wurde. Der Verkehr lief also stark eingeschränkt von Norden bis zum Betriebszentrum Lingostière, von Süden aus Nizza nicht ganz so eingeschränkt im Vorortverkehr bis zum Haltepunkt Crémat-Le Pal. Die Frage, ob tatsächlich so viele Fahrzeuge auf Seite Nizza “gefangen” waren, dass man die Langstrecke nicht mehr planmäßig bedienen konnte, blieb weiterhin offen im Raum stehen. So richtig konnten wir uns nicht vorstellen, dass zum Zeitpunkt des Hangrutsches so viele Fahrzeuge dort unterwegs oder am Endbahnhof Nice CP abgestellt waren. Unser Verdacht blieb eher bei allgemeiner Unlust.
Ich hatte recht wenig Lust, jetzt mit dem Auto durch Nizza zu kurven, um das ein oder andere der wenigen notierten Motive an der Vorortstrecke anzufahren. So gondelten wir bald zurück den Var hinauf, die lange Pause war auch schon gut zusammengeschrumpft.
Um es thematisch zusammenzuhalten und nicht in den “Straßenbahnteil” der zweiten Hälfte dieser Reise hineinrutschen zu lassen, zeige ich dafür an dieser Stelle die paar wenigen Aufnahmen im Stadtgebiet Nizza, die am Folgetag entstanden, an dem wir uns eigentlich der Straßenbahn von Nizza widmeten. Der Verkehr lief auch an diesem Tag stark ausgedünnt, wohl aber, wie ich erst dann bemerkte, weil aktuell Ferien in diesem Departement Frankreichs waren. Das wäre mal richtig ärgerlich gewesen, wäre hier nicht eh wegen dem Hangrutsch sowieso alles eingeschränkt gewesen. Auf ausgedünnte Fahrpläne wegen Sommerferien achtet man ja irgendwie immer, aber dass hier der Vorortverkehr einer Stadt wie Nizza in den Ferien im Frühjahr so massiv ausgedünnt wird, dass hatte wir mal gar nicht auf dem Schirm gehabt bei der Planung dieser Reise.
Eines der Motive, das ich mir notiert hatte und das von der Straßenbahn Nizza aus gut zu erreichen ist, ist die erste Straßenkreuzung hinter dem Endbahnhof Nice CP unmittelbar vor dem Haltepunkt Gambetta. X307 überquert hier die signalgesicherte Straßenkreuzung vor einem eindrucksvollen Eckhaus. Kontrastprogramm zu den Landschaftsaufnahmen der ersten Woche. X307 zeigt sich inzwischen wie alle alten Triebwagen in den neuen, dunkelblauen und schwarzen Farben der CP. Im direkten Vergleich mit der vorherigen Aufnahme 15 Jahre zuvor, aus meiner Sicht nicht mehr so fotofreundlich.

Am Haltepunt Gambetta kam X307 zum Stehen, sodass noch ein Nachschuss in die Häuserschlucht möglich war. Weite Teile der Strecke im Stadtgebiet sind derart unfotogen wie hier.

Zuvor hatte ich bereits einen Blick in den Endbahnhof Nice CP geworfen, wo die beiden X306 und X307 nebeneinanderstanden. Im Gegensatz zu X301 bis X304 von 1971, die viele Frontelemente aus dem Busbau übernahmen, erhielten die beiden erst 1977 gebauten X 305 und X306 den korsischen Wagenkasten mit dem markanten Knick unterhalb der Fensterlinie. Geringe Unterschiede am Wagenkasten sind zwischen dem Festlandfranzosen links und dem Korsen rechts dennoch zu erkennen, etwa an Dachkanten, Türen und Einsetzfenstern oder dem fehlenden Dreiecksfenster vor der Tür beim Korsen. Manches kann natürlich auch bei Umbauten und Modernisierungen entstanden sein.

Der X306 hat noch zwei der schönen, erhabenen CP-Logos an den Fronten. Die Triebwagen können auch doppelt oder mit den niedrigen Steuerwagen eingesetzt werden, wie in der Aufnahme aus 2011 zu sehen. Ob die Steuerwagen vom Typ XR allerdings noch einsatzfähig sind, kann ich nicht sicher beantworten.

Um auch die erwähnten X301 bis X304 noch zu zeigen, hier eine Aufnahme von X301 am 30. Dezember 2025 in Plan du Var. Derselbe Triebwagen war auch während des jetzigen Besuches im Stadtverkehr von Nizza unterwegs, kam aber im Bahnhof Nice CP im krassen Gegenlicht zum Stehen, sodass ich lieber die Aufnahme bei winterlich tiefstehender Sonne zeige. Die äußerlichen Unterschiede zu den X305 bis X308 sind deutlich. Schön zu sehen ist, wie gepflegt alle Fahrzeuge der CP zumindest äußerlich daherkommen im Vergleich zur CFC auf Korsika.

Die Straßenbahn von Nizza fährt direkt am alten Endbahnhof der CP vorbei, dem Gare de Sud. So konnte ich am 21. April 2026 einen Blick auf diesen stolzen Bau werfen, der heute verschiedenen Einrichtungen beherbergt. Bis 1992 endete hier die CP, der neue Endbahnhof befindet sich ohne sinnvollen Anschluss etwa 200 Meter entfernt.
Zurück in die Chronologie der Ereignisse und damit den Montagmittag. Es war dann doch irgendwann Zeit, sich für den Zug 3 nach Annot zu stellen. Meinen Vater setzte ich gleich am Beginn der Var-Schlucht in Plan de Var ab. Dort hatte ich die Motive schon im schönsten Dezemberlicht 2025 umgesetzt, sodass ich zu einer Stelle in der Schlucht zwischen Le Chaudan und dem nicht mehr bedienten Bahnhof La Tineé weiterfuhr. Von der oberen Straße hat man dort einen schönen weiten Blick durch die Schlucht mit dem Verlauf der zweigeteilten Straße und mittig der Bahnstrecke, die in einem kurzen Tunnel verschwindet. Tendenziell war das Licht hier aber frühestens knapp rum und mit der Nachmittagssonne würden die Felsen später auf jeden Fall besser kommen. Ich fuhr daher nach etwas Überlegen doch noch weiter. Nicht auf dem Schirm hatte ich, dass es hier unten in den nächsten Stunden komplett zu siffte.

Ab Plan du Var bis zum Knick Richtung Westen verläuft die Strecke in einem besonders schmalen und tiefen Einschnitt der Var-Schlucht. Die Landschaft ist hier wirklich spektakulär, das Ganze im Bild mit der Bahn festzuhalten aber gar nicht so einfach ohne Drohne. Ein Abschnitt, in dem ein bisschen was geht findet sich zwischen Le Chaudan und La Tineé. Leider war später am Tag zum eigentlich schöneren Licht das Licht weg und wir fuhren die Stelle nicht mehr an. So blieb es bei einem hochlichtigen Bild ohne Zug.
Ich fuhr zur Stelle von gestern Abend 11 Kilometer weiter das Tal hinauf kurz vor Malaussène. Die Außenkurve dort ist dank einer Freifläche oberhalb der Strecke zwischen Straße und Gleisen aktuell eine Ganztagsstelle. Jetzt am frühen Nachmittag für den Blick talaufwärts. Zwar ein Nachschuss, aber man kann hier nicht wählerisch sein und bei den AMPs ist es auch fast egal. Ein weiterer Vorteil: Das ist hier die fast perfekte Straßenstelle, sodass die Chance bestand, den Zug bis Villar-sur-Var zu überholen und dort die erste Stelle aus dem Flussbett von heute Morgen, nun von oben von der Straße umzusetzen.

Ich hatte ja gestern Abend schon angedroht, dass wir noch mehrmals an die Stelle bei Malaussène zurückkehren würden. Eine erste Umsetzung gab es heute mit dem altbekannten AMP 805+806 als Zug 3 Richtung Annot als Nachschuss talaufwärts gesehen.

Bis zur Stelle zwischen Villar-sur-Var und Le Tournel von heute Morgen hatte ich Zug 3 mit etwas Mühe wieder überholt und hechtete an die Betonmauer der Straße, von der aus man einen direkten Blick auf die Szenerie von oben bekommt. Der Halt in Villar-sur-Var und eine Langsamfahrstelle direkt am Motiv bringen hier die nötige Zeitreserve.
Wer errät, was nun wieder am Programm stand? Richtig: Ziemlich viel Pause. Diesmal aber “nur” 1 1/2 Stunden, bis der AMP 805+806 als Zug 4 aus Annot zurückkommen würde. Zunächst mal musste ich jetzt eh das Tal wieder komplett runter eiern bis Plan du Var, um meinen Vater einzusammeln. Mein Vorschlag, doch mit dem nächsten Zug nachzukommen, traf irgendwie auf wenig Begeisterung. Verstehe ich jetzt gar nicht…
Wir erkundeten dann ein paar Stellen, nachdem wir wieder im mittleren Bereich des Tals rund um Villar-sur-Var und Touët-sur-Var angekommen waren. Bei letzterem gibt es eine Straßenbrücke auf die andere Seite des breiten Flussbettes und ich erhoffte mir, von dem Weg am anderen Ufer irgendwo hinabzukommen und quer über den Fluss auf ein dort freies Streckenstück schießen zu können. Erste Frage war, ob man die Brücke überhaupt befahren durfte. Dort stand aber nichts Gegenteiliges. Auf der anderen Seite wurde die einspurige Asphaltstraße aber bald zur Schotterpiste. Irgendwann dann doch ein Schild, dass die Durchfahrt nurmehr für Forstwirtschaft erlaubte. Wir wollten eigentlich eh nicht weiter, denn es hatte bis hierher nirgends eine Möglichkeit gegeben, zum Fluss hinunterzukommen und nun stieg die Piste auch noch weiter an. Das führte zu nichts. Wendemöglichkeit war aber auch weit und breit Fehlanzeige und so ging es dann auf einer meiner wohl längsten Rückwärtsfahrten im Schneckentempo zurück bis zu einer kleinen Abzweigung, die wohl gut einen halben Kilometer zurücklag. Irgendwie bekommen wir die Zeit schon totgeschlagen – aber so muss es dann auch nicht sein. Zurück an der Brücke gab es wenigstens noch ein Bild des Flusstals mit den teils abenteuerlich in die Talflanke gebauten Dörfern, dann strichen wir diese Motivnotiz innerlich und suchten das Weite.

Nach der Erkundung am anderen Flussufer bei Touët-sur-Var noch der Blick vom südlichen Brückenkopf auf den etwas abenteuerlich in die Talflanke gebauten Ort.
So schnell gingen uns die Motive hier aber nicht aus. Jedenfalls nicht so schnell, wie die Züge. Wir verteilten uns dann auf zwei Straßenblicke bei Villar-sur-Var, mein Vater auf jenen, den ich eben schon bei nicht optimalem Licht umgesetzt hatte, ich hatte noch eine Perspektive auf ein freies Stück direkt vor dem Bahnhof des Ortes auf dem Zettel. Die Drohne durfte auch nochmal los.

AMP 805+806 kommt aus Annot zurück, nun als Zug 4 Richtung Nizza und erreicht in wenigen Metern den Bahnhof von Villar-sur-Var.

Die Drohne hat auf der anderen Seite des Bahnhofes Stellung bezogen. Solche freien Stellen auf der Flussseite gibt es immer wieder, aber nur selten bietet der Straßenverlauf, wie in der Aufnahme zuvor oder die Möglichkeit auf die andere Flussseite zu kommen, eine Chance, diese umzusetzen.
Hatten wir eben eine Pause? Dann kommt jetzt eine richtige Pause: Es war 15 Uhr und der nächste Zug wäre dann wie gestern wieder der Zug 5 aus Nizza, den wir wieder bei Malaussène abfangen wollten. Wann? Ja…, so um 18 Uhr rum könnte man dort mal aufschlagen. Puh ist das zäh. Ich kann wirklich nur empfehlen, sich etwas Kulturprogramm für zwischendurch rauszusuchen, wenn man hier Bahnen fotografiert. Oder man macht so richtig Urlaub und liest dann einfach ein Buch, setzt sich in ein Café oder was immer normale Menschen im Urlaub machen. Für meinen Vater kam die lange Pause aber gerade richtig, denn es war mehr als genug Zeit, nach Puget zu fahren und sich auf dem Hotelzimmer zwei Stunden weiter auszukurieren. Ich schlenderte derweil zum Carrefour und zur Patisserie, machte ein paar Besorgungen und holte mir vor allem schonmal ein Abendessen für heute, denn allein müsste ich mich auch in kein Restaurant setzen. Anschließend schlenderte ich rüber zum Tabac am Dorfplatz und setzte mich auf einen Café allongé draußen an eins der Tischchen. Die herzliche Betreiberin stand irgendwann mit einem Espresso am Nachbartisch, der wohl irgendetwas anderes hätte werden sollen und fragte mich kurzerhand, ob ich den gern trinken würde, ginge aufs Haus. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen, nahm das Angebot gern an und blieb noch etwas länger sitzen. Nach diesem doppelten Koffeinkick war die Energie für den restlichen Tag dann jedenfalls vorhanden.
Ich holte Auto und Vater am Hotel ab und wir starteten das Tal hinab zur inzwischen altbekannten Stelle bei Malaussène. Die Abendmotive hatten dort gestern bekanntlich unter Nicht-Licht gelitten und wollten unbedingt nachgeholt werden. Da wir den Zug anschließend begleiten wollten, stellte sich die Frage nicht, ob ich nochmal die Stelle von oben von der Serpentinenstraße auf der anderen Talseite versuchen wollte. Stattdessen teilten wir uns hier vor Ort auf und die Drohne ging zusätzlich in die Luft. Es siffte auch hier noch etwas rein von dem Schlonz, der sich heute Mittag vom Mittelmeer her ausgebreitet hatte, aber zur Durchfahrt von Zug 5 – wie könnte es anders sein, wieder bestehend aus AMG 805+806 – passte es. Top! Das wäre im Kasten.

Das sind die schönsten Momente in der Var-Schlucht, wenn morgens und abends oder im Winter das Licht so gerade schon oder eben noch irgendwie um die Felskanten scheint. Mitte April ist hier zur Durchfahrt von Zug 5 vor Malaussène kurz nach 18 Uhr auch bald schon das Licht aus. Den AMP 805+806 kennen wir nun aber doch langsam…

Die Drohne hatte sich heute seitlich über dem Fluss positioniert. Wegen fast zeitgleicher Auslösepunkte, war das hier wieder ein Balanceakt, beide Aufnahmen sicher zu verwandeln.

Eine Kurve weiter steht mein Vater und setzt mein Motiv von heute Mittag nun in Blickrichtung flussabwärts um, während ich bereits zurück zum Auto eile und gleichzeitig die Drohne runterbringe.
Irgendwie fragt man sich manchmal schon, wie man sich eigentlich so dämlich hat anstellen können, wenn man wieder einmal mit dem Schienbein an der geöffneten Spülmaschinenklappe hängen bleibt oder sich den Kopf an einem Türrahmen stößt, den man in seinem Leben schon tausendfach sicher passiert hat. Wo dieser Einschub jetzt herkommt? Mein letzter Standpunkt an der Stützmauer hatte sich am Abhang hinter der Leitplanke befunden. Nichts Riskantes, aber zurück musste ich natürlich wieder über die Leitplanke. Klingt einfach? Trotzdem kann man es schaffen, das zweite Bein nicht hoch genug zu heben und blöd mit dem Schienbein das Metall zu touchieren. Wieso die abgerundete Seite der Leitplanke überhaupt eine Wunde reißen konnte, ist mir bis heute unklar. War auch nichts Schlimmes, aber ich merkte dann bei der anschließenden Verfolgungsfahrt doch das etwas Blut lief. Ich spühlte das bei nächster Gelegenheit mal mit etwas Wasser aus, aber es war so harmlos, dass man es sogar offenlassen konnte. Die Frage zur kurze Sporthosen-Saison war dann mehrmals, ob ich beim Radfahren irgendwo hängen geblieben war. Die Antwort, eine Leitplanke habe mich angegriffen, sorgte jeweils für erstaunte Gesichter. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die einen kleinen Hüpfer nach oben gemacht hat, als ich das zweite Bein nachziehen wollte. So muss es gewesen sein!
Wo waren wir eigentlich stehen geblieben? Bei der Verfolgung von Zug 5 natürlich. Die war wirklich nicht einfach im Abendverkehr aus Nizza das Tal hoch mit einer zusätzlichen Baustelle. Ich konnte jeweils nur zweimal knapp meinen Vater rausschmeißen und schaffte es dann einmal selbst vor Les Clos nicht mehr an ein angedachtes zweites Motiv, in Puget-Théniers reichte es gerade, um im Ort noch über den Bahnübergang auf die Brücke zu kommen und meinen Vater für ein Bild an der Pappelallee(?) rauszuschmeißen. Danach wurde es aus einer Mischung aus Talschatten und falschem Sonnenstand hinter Entrevaux auch schon schwierig. Und so richtig viel Strecke ist es ja auch nicht mehr, wenn der Zug nur bis Annot fährt. So wurde es letztlich ein steiler Blick auf die Einfahrt in den Haltepunkt St Benoit. Gefällt mir im Nachhinein deutlich besser, als ich bei diesem aus der Not geborenen Motiv zunächst dachte.

In Les Clos war die Sonne an dem gelben Blühzeug von gestern leider noch nicht so weit rum wie gedacht. Daher gehen wir gleich weiter nach Puget-Théniers. Im Ort verläuft die Strecke hier direkt auf dem Damm des Var, der vor nicht allzu langer Zeit auf Flussseite freigeschnitten wurde. Auf Seite der Straße säumt eine prächtige Pappelallee (sind das Pappeln?) die Strecke. In wenigen Metern erreicht AMP 805+806 den Bahnhof.

Zwanzig Minuten später erreicht Zug 5 mittlerweile um kurz nach sieben den Haltepunkt St Benoit.
Wir wendeten das irgendwie an die kleine Nebenstraße geschmissene Auto und machten uns auf die Suche nach einem letzten Motiv für den Tag. Der Zug würde in Annot wieder die Pofalla-Wende hinlegen und quasi postwendend als sein eigentlicher Gegenzug 6 zurück Richtung Nizza fahren. Es blieb also gar nicht so viel Zeit für Experimente. Genug aber, um am im Nichts gelegenen Bahnhof Pont de Gueydan kurz an den Rand zu fahren und die dort vor einigem Baugeraffel parkende neue Bauzuglok der CP abzulichten. Richtig fotofreundlich stand die 2019 von Socofer gebaute Maschine dort zwar nicht, aber für eine Beweisbild reichte es. Irgendwie hat die Maschine bis heute keine sichtbare Nummer abbekommen. Mit ihr konnte die BB 1404 vor Dienst- und schweren Bauzügen abgelöst werden, die anschließend im Jahr 2022 an den Museumsverein übergeben wurde.
Jetzt aber zum letzten Motiv des Tages. Wir fuhren einfach das Tal runter, bis irgendwo noch passend Licht stand und nahmen dann quasi das Erstbeste, denn das wurde hier langsam auch zur Minutenfrage, bevor die Sonne überall hinter die Bergkanten sank. Das Erstbeste war in diesem Fall gar nicht schlecht. Sogar ziemlich gut: Eine Stelle zwischen dem Haltepunkt Plan d’Entrevaux und Entrevaux, an der sogar die von dieser Seite noch exponierter auf ihrem Felsen thronende Zitadelle von Entrevaux ins Bild rückt. Mal wieder eines dieser Bilder, dass sich dann doch erst vor Ort ergibt und nicht vorab geplant war. Ein Weinbauer, der an seinen knorrigen Reben herumwerkelte, beäugte uns misstrauisch, sagte aber nichts, wie wir etwas umherliefen, um das passende Motiv zu finden. Wir ignorierten ihn dann auch einfach mal. Mein Vater fand schließlich den passenden Spot und bestellte mich ein, allerdings wurde das für mich jetzt knapp. Die Drohne war aber zum Glück schon in der Luft und am Boden hätten wir eh nur nebeneinanderstehen können.

Als Zug 6 kommt AMP 805+806 aus Annot zurück und passiert uns zwischen Plan d’Entrevaux und Entrevaux. Darüber thront die Zitadelle von Entrevaux im Abendlicht.

Mit der Drohne rückt das charakteristische Flussbett des Var noch einmal in den Blick, dafür aber die Zitadelle mit dem Weitwinkel weit weg. Gern hätte ich hier eine Televariante versucht, aber zum einen hätte die Zeit vermutlich nicht mehr gereicht, zum anderen hätte ich dann über Häusern fliegen müssen, wo zu allem Überfluss auch noch Menschen herumliefen. Das muss dann doch nicht sein. Auch diese Variante gefällt.

Dafür ging es im Anschluss über dem Flussbett noch auf die Zitadelle im Abendlicht zu – jetzt auch mit Tele.

Das war hier auch knapper vor Licht aus gewesen als gedacht mit Zug 6. Letztes Bahnbild im April in den Bergen um 19.30 Uhr ist aber auch mal gar nicht so schlecht getroffen.
Und das war es dann für heute und auch mit der CP. Die Aufnahmen aus Nizza vom morgigen Tag habe ich bereits in diesem Teil gezeigt und damit geht auch die gesamte Schmalspurhälfte dieser Reise zu Ende. Zur CFC auf Korsika hatte ich schon zum letzten Teil von dort ein Fazit gezogen. Und die CP? Bleibt schwierig. Der Fahrplan ist wirklich ein Graus und bietet nur mit dem Vorortverkehr von Nizza einen Ausweg, allerdings muss man dann auch erstmal dort unten sein. Von Mai bis Oktober läuft wenigstens am Mittag noch ein zusätzliches Zugpaar, allerdings natürlich in den Sommermonaten auch im übelsten Hochlicht und die ewige Nachmittagslücke bleibt. Der Zusatzkurs könnte auch nochmal Altfahrzeuge jenseits von Plan du Var bedeuten, eigentlich müssten die aber auch auf den Verstärkern nach Puget-Théniers und Annot gelegentlich laufen. Vielleicht sind September und Oktober die optimalen Monate, um hier wiedermal vorbeizuschauen. Dass der Abschnitt von Annot bis St. André nicht lief, war wirklich ärgerlich und auch ein wenig unnötig seitens der CP. Dort hätte ich gern noch einiges umgesetzt. Das bleibt auf der Liste für einen weiteren Besuch, spätestens, wenn die Reststrecke bis Dignes auch wieder läuft. Geplant ist das aktuell für Frühjahr 2027. Die ersten Neufahrzeuge sollen ebenfalls 2027 kommen. Da gilt es vielleicht nochmal einen Sweet Spot abzupassen, wenn das alte Geraffel noch läuft und die Gesamtstrecke schon wieder in Betrieb ist.
Insgesamt war aber trotz all der Pleiten dann besonders am zweiten Tag noch viel Schönes zustande gekommen. Zusammen mit dem Besuch im Dezember 2025, habe ich damit den Abschnitt von Plan du Var bis Annot eigentlich schon sehr schön im Kasten. Natürlich fast alles mit AMPs, aber eigentlich stören mich die Fahrzeuge nicht wirklich. Sie sind hier gepflegt, haben eine halbwegs anständige Farbgestaltung und sind definitiv was komplett anderes als das Stadler-Einerlei, dass sich nicht nur auf der Schweizer Meterspur breitgemacht hat. Wie im Winter war man es dann nach zwei Tagen aber auch irgendwie erstmal satt, den immergleichen Streckenabschnitt auf und ab zu fahren. Obwohl es hier noch immer zahlreiche nicht umgesetzte Motive gibt – man schafft ja nicht wirklich viele, wenn zu jedem Sonnenstand höchstens ein Zug läuft und der auch noch schwer bis gar nicht zu begleiten ist.
Von heute bleibt nicht mehr viel zu erzählen. Ich hatte reichlich eingekauft für ein Abendessen auf dem Zimmer und ließ es mir schmecken, als wir zurück in Puget-Théniers waren. Mein Vater blieb verständlicherweise bei karger Schonkost.
Und so endete diese Schmalspurwoche auf Korsika und in der Provence. Die letzten sechs Tage dieser Reise würden ein kleines Update-Programm an den südlichen und südöstlichen französischen Straßenbahnbetrieben werden. Genauer und chronologisch: Nizza, Marseille, Montpellier, Avignon, Grenoble, Lyon, Saint-Etienne, Besançon und Strasbourg. Manches davon im Schnelldurchlauf, manches etwas intensiver. Da sowohl thematisch als auch vom Gefühl dieser Reise zwischen diesen beiden Teilen ein großer Schnitt liegt, wird auch dieser Reisebericht hier enden und zu einem späteren Zeitpunkt ein Neuer zum Straßenbahnteil dieser Tour starten. Wann genau, das steht noch nicht fest. Irgendwann jedenfalls. Mit langen Pausen kennen wir uns nach diesem Teil der Reise ja nun bestens aus.

