Eine Reise mit den Harzer Schmalspurbahnen – 3.6 Über Sophienhof und Tiefenbachmühle nach Eisfelder Talmühle

Portrait des größten deutschen Schmalspurnetzes nach der Wende


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Teil 3 – Von Drei Annen Hohne nach Eisfelder Talmühle


Im dritten Teil der Harzreise geht es von Drei Annen Hohne über Elend, Sorge, Benneckenstein, Sophienhof und Tiefenbachmühle nach Eisfelder Talmühle. Mit nur vier täglichen Zugpaaren sind diese fast 30 Kilometer der Harzquerbahn heute nur äußerst dünn befahren, bieten allerdings einen idyllischen und verschlafenen Kontrast zum Massenandrang an der Brockenstrecke. Für eine größere Ansicht der Karte mit der rechten Maustaste auf die Karte klicken und „Grafik anzeigen“ auswählen.

Der Streckenabschnitt zwischen Drei Annen Hohne und Eisfelder Talmühle ist heute der am schwächsten frequentierte Teil der ehemaligen NWE. Lediglich vier Zugpaare, von denen das morgendliche und abendliche mit Triebwagen bedient werden, befahren diesen Teil der Strecke von Drei Annen Hohne über Elend, Sorge und Benneckenstein zum Bahnhof Eisfelder Talmühle. Im Bahnhof Eisfelder Talmühle besteht mehrmals am Tag die Möglichkeit in die Züge der Selketalbahn umzusteigen, oder eine der Verbindungen über Ilfeld nach Nordhausen zu nutzen.

Der Streckenabschnitt bietet jedoch auch von der Straße aus einige schnell zugängliche Motive, sodass bei dem dünnen Fahrplan bei einer Zugbegleitung bereits einige Aufnahmen entstehen können, welche sich bei etwas größerem Zeitaufwand durch viele fußläufig erreichbare Lichtungen ergänzen lassen. Das wohl bekannteste Motiv befindet sich in der Steigung zwischen Sorge und Elend unmittelbar hinter dem Abzweig von der Bundesstraße 4 und ist bei Sonderfahrten besonders beliebt für Scheinanfahrten.
Ein Blickfänger ist auch immer wieder der wunderschöne Bahnhof von Elend, welcher sowohl morgens für Züge Richtung Drei Annen Hohne, als auch am Abend in entgegengesetzter Richtung perfekt in Szene gesetzt werde kann.
Geprägt wird dieser Abschnitt aber hauptsächlich von dichtem Wald und so wollen die Teils kurzen Sonnenfenster in den wenigen Lichtungen vorab gut recherchiert sein. Eine Ausnahme bildet die Hochebene um Benneckenstein, welcher zu jeder Tageszeit verschiedene Fotostandpunkte bietet und dabei abwechslungsreiche Landschaftsblicke ermöglicht. Aufgrund des dünnen Verkehrs und der vielen Motive ist dieser Streckenabschnitt auch bei Sonderfahrten sehr beliebt, sodass auch immer mal wieder besondere Zugkompositionen angetroffen werden können.


Über Sophienthal und Tiefenbachmühle nach Eisfelder Talmühle


Fotostandpunkte Zwischen Benneckenstein und Eisfelder Talmühle. Die Markierungen entsprechen der offiziellen Kilometrierung von Nordhausen nach Wernigerode.

Zwischen Benneckenstein und Eisfelder Talmühle bieten sich insgesamt wenige Motive an. Problematisch ist zudem, dass die Strecke bis kurz vor Tiefenbachmühle weit abseits der Straße verläuft. Mit dem Auto muss daher wahlweise der weite Umweg über Trautenstein und Hasselfelde oder Rothesütte genommen werden. Da bietet sich schon eher eine gemütliche Wanderung oder Mountainbiketour zwischen Benneckenstein und Eisfelder Talmühle an, allerdings wird man es bei dem dünnen Fahrplan nicht bei einem Besuch belassen können. Denn selbst wenn die Motive rar gesäht sind, die Zugfahrten, welche an den Waldmotiven Sonne abbekommen, sind es noch vielmehr… So bieten sich im Grunde nur die morgendliche Triebwagenfahrt von Eisfelder Talmühle nach Wernigerode und der frühnachmittägliche Dampfpendel Drei Annen Hohne – Eisfelder Talmühle – Drei Annen Hohne für Sonnenbilder auf den kleinen Lichtungen zwischen Benneckenstein und Tiefenbachmühle an. Das Fotografieren ist daher auf diesem Abschnitt eher eine gezielte Nebentätigkeit einer Wanderung durch die ruhigen Harzwälder.


km 26,4: Einige Motive bieten sich rund um den Damm mit dem kleinen Durchlass für die Rappbode. Am frühen Nachmittag des 3. Januar 1992 passiert 199 877-2 den großen Damm über die Rappbode. Diese Perspektive ist heute allerdings sehr eingewachsen und eignet sich nicht mehr für den nachmittäglichen Dampfzug aus Eisfelder Talmühle, wie die Tannen rechts des Bahndamms schon vermuten lassen.

Bei km 26,2 auf der anderen Seite der kleinen Senke, ließen sich noch heute Aufnahmen machen, die einzige halbwegs verwertbare Zugbewegung aus dieser Perspektive ist aktuell allerdings der Nachschuss auf den morgendlichen Triebwagen Eisfelder Talmühle-Wernigerode, der hier noch auf eine fotografische Umsetzung wartet.


km 26,0: Besser eignet sich da schon die nur wenige hundert Meter Richtung Nordhausen entfernte Lichtung. Hier ließen sich selbst kurze Dampfzüge ideal ablichten. Einziges Problem dabei ist jedoch, das nach aktuellem Fahrplan lediglich der morgendliche Triebwagen von Eisfelder Talmühle nach Wernigerode bei passendem Sonnenstand die Lichtung passiert. Ein Nachschuss auf den nicht minder fotogenen 187 011-2 musste daher am 12. Mai 2019 an dieser Lichtung genügen.

Bei km 25,5 bietet eine für schwere Forstfahrzeuge errichtete Brücke über die Bahnlinie einen Blick in den Einschnitt, erneut mit dem morgendlichem Triebwagen aus Eisfelder Talmühle. Auch diese Motiv wartet noch auf eine Umsetzung


km 20,2: Hinter dem mitten im Wald und weit abseits des kleinen Ortes gelegenen Haltepunktes Sophienhof, bietet sich an einem Forstüberweg ein recht freier, wenn auch kurzer Blick auf die Bahnstrecke. Besonders der nachmittägliche Dampfzug aus Eisfelder Talmühle lässt sich hier hervorragend umsetzten, wenn die Neubauloks die nicht unerhebliche Steigung nach Benneckenstein hinauf in Angriff nehmen. Am 28. Juli 2018 zieht 99 7237-3 den Querbahnzug von Eisfelder Talmühle nach Drei Annen Hohne.


km 20,2: Rund eine halbe Stunde früher lässt sich der Zug an der selben Stelle bereits in Gegenrichtung ablichten, wenn die Tender vorraus hinabrollende Lok auch wesentlich unspektakulärer daherkommt…


km 20,2: Kaum wiederzuerkennen ist die identische Ansicht rund 26 Jahre zuvor, als der T1 am 30. Mai 1992 auf einer Sonderfahrt den kleinen Forstübergang passiert und weiter dem Verlauf des im Talgrund fließenden Tiefenbach folgt. Wo heute 20 Meter hohe Fichten eine undurchdringliche grüne Wand bilden, stehen noch unscheinbare kleine Bäumchen….


km 19,5: Ähnlich beeindruckend ist der zeitliche Vergleich des verschlafenen Haltepunktes Tiefenbachmühle an der B 81. Bei eisigen Temperaturen erreicht 187 013-8 am 22. Januar 2016 den unter einer frischen Schicht Neuschnee liegenden Haltepunkt, welcher hier von dichtem Grün umgeben ist.


km 19,9: Im Jahr 1992 war der Hang am Haltepunkt recht frisch freigeschlagen, sodass sich ganze Querbahnzüge in Tiefenbachmühle ablichten ließen. 99 7246-4 passiert am 7. März 1992 den beschaulichen Haltepunkt in Richtung Eisfelder Talmühle. Erst vor kurzem fielen in diesem Bereich große Teile der Fichten dem aktuellen Monokultursterben im Harz zum Opfer, sodass sich ein Besuch zum sondieren neuer Motive inzwischen wieder lohnen könnte.

Der B 81 folgend, trifft die Strecke wenig später auf die Verbindungsstrecke der Selketalbahn aus Stiege und erreicht den Bahnhof Eisfelder Talmühle. Dort sehen wir uns dann im nächsten und letzten Teil dieses Reiseabschnittes zwischen Drei Annen Hohne und Eisfelder Talmühle etwas genauer um.

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