Straßenbahnen im Exil: Duisburger DÜWAG-GT8 in Dessau, Graz und Norrköping

Die ab 1957 nach Duisburg gelieferten Gelenkwagen von DÜWAG erlebten im Laufe der Jahre eine wechselhafte Geschichte. Zum großen Teil als GT6 gebaut, wurden die Fahrzeuge später zu GT8 verlängert und gelangten nach ihrem Ausscheiden nach Dessau und Norrköping, wo sie wiederum teilweise verkürzt und später mit einem Niederflurmittelteil aufwendig umgebaut wurden. Auch die später schon als GT8 gelieferten Fahrzeuge des „Typ Mannheim“ beendeten ihre Karriere nicht in Duisburg, sondern gelangten nach Graz in Österreich.


Von 1957 bis 1966 erhielt die Straßenbahn in Duisburg insgesamt 44 sechsachsige Standard-Einrichtungs-Gelenkwagen GT6 von DÜWAG. Die Fahrzeuge erhielten die Nummern 233-255 und 56-76. Noch während der Auslieferung der letzten GT6, begann 1965 bereits die Verlängerung der ersten Fahrzeuge um ein Mittelteil mit einem weiteren Laufdrehgestell zu GT8. Die Duisburger Mittelteile wiesen dabei durchgehend eine zusätzliche Tür im neuen Mittelteil auf. 1972 war der Umbau der letzten GT6 zu GT8 abgeschlossen. Die 44 Fahrzeuge erhielten die neuen Nummern 1233-1255 (ex. 232-255) und 1056-1076 (ex.56-76).
Zusätzlich zu den Umbauwagen erhielt Duisburg von 1960 bis 1963 auch vier fabrikneue Achtachser mit den Nummern 17-20.

1971 erhielt Duisburg bereits ab Werk weitere Achtachser. Dabei handelte es sich um die modernere Bauform des Typ Mannheim. Die drei Fahrzeuge erhielten ebenfalls eine Tür im Mittelteil und die Nummern 1077-1079. 1973 folgten 15 identische Fahrzeuge mit den Nummern 1080-1094.
1983 wurde der Mannheimer GT8 1086 nach einem Brand verschrottet und der letztgebaute 1094 füllte stattdessen die Lücke mit der Nummer 1086.

Mit der Inbetriebnahme der 45 GT8 NC von 1983 bis 1993 und der Eröffnung des Innenstadttunnels wurden die älteren Achtachser abgelöst. Dabei traf es interessanter Weise zunächst die moderneren Fahrzeuge vom Typ Mannheim, da mit diesen wohl noch höhere Verkaufspreise zu erzielen waren. Anschließend schieden dann auch die klassischen GT8 spätestens mit der Inbetriebnahme des Innenstadttunnels aus dem Liniendienst aus. Auch von diesen fanden viele im Laufe der 90er Jahre eine neue Heimat im In- und Ausland. Im Folgenden werden die Fahrzeuge in ihrer jeweiligen neuen Heimat wie gewohnt bebildert etwas genauer vorgestellt:


Typ Mannheim in Graz

Die Fahrzeuge des Typ Mannheim wurden von 1988 bis 1991 vollständig ins österreichische Graz verkauft. Dort erhielten sie in der Reihenfolge der Duisburger Nummerierung die neuen Nummern 521-537. Graz konnte seine Flotte an Fahrzeugen vom Typ Mannheim damit auf 27 aufstocken. 1978 hatte der Betrieb bereits zehn fabrikneue Lizensbauten dieses Wagentyps von Lohner/SGP erhalten. Die Fahrzeuge ließen sich in Graz jedoch anhand diverser Details recht einfach voneinander unterscheiden. So erhielten die Duisburger Exporte über dem Zielfimkasten einen zusätzlichen Aufbau, der mit der passenden Liniennummer besteckt werden konnte. Ein Feature über das die österreichischen Lizensbauten kurioserweise nicht verfügten, während es beispielsweise von den älteren GT6 Lizensbauten bereits bekannt war. Weiterhin wichen die Frontschürze samt Kuhfänger, Fenster und Dachaufbauten voneinander ab.
Während die original DÜWAG’s aus Duisburg gemeinsam mit weiteren Fahrzeugen durch die 45 Variobahnen bis 2015 abgelöst wurden, kann auf die Lizensbauten an Werktagen auch heute noch nicht verzichtet werden.


Die Duisburger GT8 vom Typ Mannheim erhielten in Graz die typische Lackierung in grün und creme mit zusätzlichem hellgrünen Akzentstreifen. Auch nach 40 Einsatzjahren, davon teils über die Hälfte in Österreich, präsentierten sich die Fahrzeuge noch bestens gepflegt und wirkten äußerlich fast noch wie frisch ausgeliefert. In Sachen Komfort und Barrierefreiheit entsprache aber auch der Typ Mannheim schon viele Jahre nicht mehr dem Stand der Technik. Gut zu erkennen ist auch der angebaute Kasten für die Steckschilder der Liniennummer.


Während die Lizensbauten später mit Matrixanzeigen nachgerüstet wurden, behielten die Duisburger Fahrzeuge Zeit ihres Einsatzes die klassischen Steckschilder.

Am 29. März 2011 standen die Duisburger GT8 vom Typ Mannheim noch fast vollständig im Einsatz. Zwar waren bereits die ersten Variobahnen im Netz unterwegs, zunächst wurden von diesen allerdings die älteren GT6 Lizensbauten von Lohner und SGP abgelöst. So konnten die Exil-Duisburger an diesem Tag noch fast im ganzen Netz aufgenommen werden, folgend eine Auswahl der Aufnahmen dieses Tages.


GT8 531 erreicht als Linie 4 nach Liebenau am Morgen den Jakominiplatz.


Auf der Linie 6 folgt wenig später GT8 524 als Linie 6 nach St. Peter und erreicht aus der Herrengasse kommend den Jakominiplatz.


In der Herrengasse konnte vom Hauptplatz kommend GT8 530 als Dienstfahrt aufgenommen werden.


In der Endschleife Laudongasse wartet am frühen Nachmittag erneut GT8 524 auf die Abfahrtszeit.


GT8 526 kommt als Linie 1 von der Endschleife Eggenberg UHK in Richtung Mariatrost. Der Fahrer scheint während der Pause das Wechseln des Zielschildes vergessen zu haben.


Auch Vollwerbungen kamen in Graz zum Einsatz, wenn auch deutlich weniger inflationär als bei den neueren Baureihen. GT8 533 konnte auf der Linie 3 am Jakominiplatz Richtung Laudongasse aufgenommen werden.


Zum Abschluss als Vergleich noch einen der zehn Lizensbauten von Lohner/SGP. Besonders im Bereich der Schürzen, Kuhfänger, Dachaufbauten und Fenster sind deutliche Unterschiede im Detail zu erkennen.


14 GT8 nach Dessau

Nachdem die Fahrzeuge des Typ Mannheim noch einigermaßen lukrativ nach Graz verkauft werden konnte, schritt auch die Abstellung der älteren GT8 in den frühen 90er Jahren schnell voran. Als einer der Betriebe der ehemaligen DDR, welchem nie Tatra-Fahrzeuge von CKD zugeteilt wurden, wurde der gesamte Betrieb in Dessau nach der Wende noch mit Reko- und Gotha-Zügen bewältigt. Die Übernahme von 14 GT8 aus Duisburg Ende 1992, war in dieser Hinsicht ein Quantensprung und großer Modernisierungsschub, auch wenn die Baujahre der Zweiachser nahezu mit denen der GT8 identisch waren. Die DÜWAG’s mit den Nummern 001-014 wickelten fortan den gesamten Betrieb in Dessau ab, waren aber mit Blick auf den aktuellen Stand im Fahrzeugbau und die zunehmend geforderte Barrierefreiheit nicht mehr als eine Übergangslösung. So folgte bereits 2001 die Lieferung der zehn NGT6 Flexity Classic, welche den Großteil der GT8 ablösten. Schon 1997 waren die vier GT8 008, 011, 013 und 014 ins schwedische Norrköping weitergereicht worden. Die vier GT8 001, 003, 007 und 012 blieben allerdings zusätzlich zu den neuen Niederflurwagen weiterhin als Reserve für den Liniendienst vorhanden und erhielten eine leichte Modernisierung. GT8 005 wurde als Arbeitswagen vorgehalten und 006 als Partybahn. Die Fahrzeuge wurden jedoch 2004 bzw. 2007 verschrottet und 012 diente fortan ab 2004 als Winterdienstwagen. Da nach 2001 für den planmäßigen Auslauf alle zehn Niederflurwagen benötigt wurden, kam es weiterhin nahezu täglich zum Einsatz mindestens eines GT8. Mit der Umstellung von 10- auf 15-Minuten-Takt konnte auf die GT8 schießlich im Normalfall verzichtet werden. Es verblieb lediglich ein morgendlicher Schülerkurs, welcher von 2012 bis 2017 noch regelmäßig mit einem GT8 gefahren wurde. Durch Fahrplanoptimierungen in Folge der Einstellung des kurzen Streckenastes zur Kreuzbergstraße im Jahr 2016, erhöhte sich die niederflurige Fahrzeugreserve um ein weiteres Fahrzeug. So konnte auch auf den letzten täglich benötigten DÜWAG-Kurs im Schülerverkehr verzichtet werden. Heute sind nur noch GT8 007 als Arbeitswagen und 012 als Ersatzteilspender vorhanden.


Auf den ersten Blick gingen die Duisburger GT8 ab 1992 zunächst weitgehend unverändert in Dessau in Betrieb. Tatsächlich wurden jedoch alle Fahrzeuge vor der Inbetriebnahme neu lackiert, zu erkennen unter anderem am gelb lackierten Dach, welches in Duisburg noch deutlich praxisnäher in dunkelgrau gehalten war. So zeigt sich GT8 009 (letzte Duisburger Nummer 1054) am 24. Mai 1995 frisch lackiert mit neuen Anschriften, Nummern und Zielfilmen und konnte an der Haltestelle Innsbrucker Straße Richtung Dessau Süd aufgenommen werden.


Neben dem markanten und unverwechselbaren gelb/orange, gelangten auch GT8 mit der älteren und dezenteren Lackierung in rot/weiß nach Dessau. Auch dieses Schema wurde in Dessau übernommen. So auch bei GT8 004 (letzte Duisburger Nummer 1048), welcher am 18. Dezember 1992 nur kurz nach seiner Übernahme im Betriebshof aufgenommen werden konnte.


Im Dezember 1992 wurde der Betrieb nach einer Betriebspause mit umfangreichen Gleissanierungen ausschließlich mit GT8 wiederaufgenommen. Zwei Monate später wendet GT8 001 (letzte Duisburger Nummer 1045) in der Schleife am Hauptbahnhof. Als Besonderheit verfügten die Duisburger GT8 über eine Tür im letzten Wagenteil auf der linken Seite, welche später bei den Wagen 001, 003, 007 und 012 im Zuge der leichten Auffrischung bei den Hautpuntersuchungen ab 1999 entfernt wurde.


Die Haltestellenanlagen vor dem Hauptbahnhof und das Gebäude, sowie der Vorplatz selbst sind heute völlig neugestaltet. Am 28. Februar versprüht die Szenerie, auch bedingt durch die Jahreszeit, noch viel des Grau in Grau vergangener Tage. Nur die Parade der beiden adaptierten Duisburger Lackierungsvarianten mit GT8 001 und 005 (letzte Duisburger Nummer 1049) bringt etwas Farbe vor den Hauptbahnhof.


Nicht wiederzuerkennen ist die alte Ankunftshaltestelle am Hauptbahnhof, wo sich heute die neue Kombi-Stationsanlage für Bus und Straßenbahn befindet. Am 22. Mai 1993 hat GT8 005 die Endstation erreicht. Von barrierefreiem Umstieg zwischen Bus und Straßenbahn kann damals noch keine Rede sein. Auffällig ist die abweichende Lackierung von GT8 005, die für das Anbringen der Bandenwerbung optimiert war und an die Lackierung der MAN-Stadtbusse der 90er Jahre angelehnt war.


Ein neues Farbschema erhielten die vier nach 2001 verbliebenen GT8, genau wie die neuen Flexity’s nie. Stattdessen waren die Fahrzeuge die restlichen Jahre mit Ganzreklamen oder Eigenwerbung unterwegs. Vor der Einfahrt zum Betriebshof ist am 23. März 2006 GT8 001 mit Eigenwerbung Richtung Dessau Süd unterwegs. Die Tür auf der falschen Seite wurde zwischenzeitlich ausgebaut.


An diesem 23. März 2006 konnten alle drei für den Planbetrieb verbliebenen GT8 angetroffen werden. GT8 007 (letzte Duisburger Nummer 1052) auf der Linie 1 kurz vor der Haltestelle Hauptpost Richtung Dessau Süd. 007 ist bis heute als Arbeitswagen vorhanden.


Später am Tag konnte auch der dritte im Bunde, GT8 003 (letzte Duisburger Nummer 1047) an nahezu identischer Stelle aufgenommen werden.


Im Dezember 2010 war GT8 001 ganz offensichtlich bereits abgestellt. Auslöser soll ein Kabelbrand im selben Jahr gewesen sein. Noch bis 2016 fristete der Wagen ein ähnlich trauriges Dasein wie auf dieser Aufnahme als Ersatzteilspender und wurde schließlich erst 2016 endgültig abgebrochen. Aufgrund von Schulferien an diesem 29. Dezember 2010 kam auch kein anderer GT8 planmäßig zum Einsatz.


Die ausgesprochen winterliche Situation am 29. Dezember 2010 hatte früher am Tag allerdings wohl den GT8 012 (letzte Duisburger Nummer 1057) als Enteisungsfahrt auf den Plan gerufen. Mit seinem zweiten Stromabnehmer war das Fahrzeug zu dieser Zeit speziell für solche Winterdienste ausgestattet, wurde aber auch als Fahrschulwagen genutzt. Heute ist der Wagen als Ersatzteilspender für den nun seinerseits als Arbeitswagen dienenden GT8 007 abgestellt, welcher 2010 gemeinsam mit GT8 003 noch als Reserve für den Liniendienst vorgehalten wurde.


GT6, GT8 und Umbauten in Norrköping

Das wechselvollste Kapitel der Duisburger GT8 ist wohl ihre Station im schwedischen Norrköping:
In den 90er Jahren suchte der Straßenbahnbetrieb in Norrköping übergangsweise kurzfristigen Ersatz für zur Modernisierung anstehende Fahrzeuge. In Duisburg wurde man bei den seit der Tunneleröffnung zahlreichen überzähligen GT8 fündig. Die Geschichte der GT8 in Norrköping sollte allerdings weit mehr als eine Übergangslösung werden und ist bis heute nicht zu Ende geschrieben. Insgesamt 15 Duisburger DÜWAG’s gelangten ab 1994 nach Norrköping, nahmen aber nicht alle den direkten Weg:

    • Zehn Fahrzeuge gelangten 1994 und 1996 direkt aus Duisburg nach Schweden, wobei noch vor ihrem Export das in Duisburg nachgerüstete Mittelteil wieder ausgebaut wurde. Neun der nunmehr als GT6 eingesetzten Fahrzeuge wurden im Jahr 2000 und 2001 umfangreich modernisiert und wieder zu GT8 erweitert, diesmal jedoch mit einem Niederflurmittelteil. Durch eine neue flache Frontpartie änderte sich das Erscheinungsbild der Fahrzeuge maßgebend.
    • 1997 folgten die vier bereits erwähnten, in Dessau überzähligen GT8 008, 011, 013 und 014. Die GT8 wurden in Norrköping allerdings nur für eine recht kurze Zeit eingesetzt, 008 diente von Anfang an nur als Ersatzteilspender. Nur der ehemalige GT8 014, in Norrköping GT8 72, wurde 1999 identisch zu den direkt aus Duisburg übernommenen Fahrzeugen mit einem Niederflurmittelteil modernisiert und erhielt die Nummer 64. Alle vier aus Dessau übernommenen Fahrzeuge wurden inzwischen ausgemustert, wobei GT8 74 (Dessau 011) wiederum als Ersatzteilspender an das Straßenbahnmuseum Skjoldenaesholm abgegeben wurde.
    • Als letztes ist noch der ehemalige Duisburger GT8 1071 zu erwähnen, welcher zusammen mit anderen Fahrzeugen 1994 als Ersatzteilspender nach Essen abgegeben wurde und in dieser Funktion 1997 nach Norrköping weitergereicht wurde.

Alle ehemaligen Duisburger DÜWAG’s wurden in Norrköping nach dem gängigen Schema des Inbetriebnahmejahres des Wagentyps als M97 bezeichnet und behielten diese Bezeichnung auch nach ihrer umfangreichen Modernisierung bei.


Anders als in Dessau, wurden die ehemaligen GT8, nun wieder zu GT6 verkürzt, in Norrköping umgehend in die Hausfarben des Betriebes versetzt. Neu ist auch das Klimagerät für den Fahrer und der Einholmstromabnehmer. In diesem Zustand präsentiert sich M97 65 (letzte Duisburger Nummer 1065) am 2. Juni 1999 auf der Linie 3 nach Vidablick.


Am selben Tag ist der GT6 in Gegenrichtung nach Klockaretorpet unterwegs. Entlang der Linie 3 passiert das Fahrzeug dabei einige typische Schwedenhäuser, die unverkennbar seine neue Heimat verraten.


Ebenfalls am 2. Juni 1999 verlässt M97 70 die zentrale Haltestelle Söder Tull.


M97 62 hat die Endstation Klockaretorpet erreicht und wird gleich Richtung Innenstadt umkehren. Bereits ein Jahr später gingen die ersten M97 umfangreich modernisiert mit Niederflurmittelteil in Betrieb.


Von 2000 bis 2001 wurden zehn M97 umfassend modernisiert, hier zu sehen GT8-NF M97 65 am 26. April 2018. Neun der umgebauten Fahrzeuge waren aus Duisburg übernommene GT6 und nur eines ein GT8 aus Dessau. Als einziger GT6 blieb M97 71 erhalten, vor 2001 als 63 bezeichnet, und ist bis heute als Partybahn in diesem Zustand erhalten.


Besonders die neue Frontpartie lässt die Fahrzeuge kaum mehr als den Fahrzeugklassiker aus Düsseldorf erkennen. Nur die charakterisitische Dachwölbung, die Drehgestelle und das weitgehen unveränderte Heck verraten M97 65 noch als ehemaligen DÜWAG GT6.


Einen weiteren Umbau erlebte derweil vor wenigen Jahren M97 61 nach einem Unfallschaden. Weitere Umbauten dieser Form blieben allerdings aus.


Der ursprüngliche Farbton der M97 ging auch nach dem Umbau deutlich stärker Richtung Orange. Auch behielten die Fahrzeuge zunächst ihre klassischen Zielfilme, der Umbau auf LED-Matrixanzeigen folgte erst wesentlich später und war auch 2018 noch nicht abgeschlossen. M97 67 am 26. April 2018 vor der Haltestelle Vägträffen.


Bis heute sind neun der zehn umgebauten M97 im Liniendienst und stellen damit inzwischen meist etwas weniger als die Hälfte des Auslaufes, welcher seit 2006 durch die bis 2014 immer weiter auf inzwischen 16 Fahrzeuge aufgestockte Flexity Classic-Flotte ergänzt wird.


Eine wechselvolle Geschichte haben die inzwischen Teils über 55 Jahre alten Duisburger DÜWAG’s hinter sich und genießen in dem kleinen aber abwechslungsreichen Netz von Norrköping weiterhin ihr letztes Gnadenbrot. Vor der Kulisse des Grand Hotel ist M97 am Abend des 26. April 2018 auf dem Weg zur Centralstation, wo seine Fahrt baustellenbedingt enden wird.


Auch M97 66 kam 2018 noch im dunkleren Farbton und mit klassischem Linienfilm daher. Am 27. April wurde der Wagen auf der Linie 3 eingesetzt und konnte unweit der Haltestelle Lokegatan Richtung Klockaretorpet aufgenommen werden.


Das Innere der ehemaligen Duisburger zeigt noch etas deutlichere Spuren der typischen DÜWAG-Formgebung. Hier die Aufnahme aus dem C-Teil des M97 63 am 27. April 2018.


Zum Abschluss noch einmal der Einzelgänger M97 61 zwischen Centralstation und Radhuset am 27. April 2018. Nach auch schon über 20 Jahren in Schweden, dürfte die Zeit der M97 auch hier bald ablaufen. Sobald die weiteren in Stockholm bestellten Urbos von CAF auf der Djurgardslinjen in Betrieb gehen, sollen die sechs dort eingesetzten mit Norrköping baugleichen Flexity Classic übernommen werden. Aufgrund der großen Fahrzeugreserve in Norrköping dürften die M97 damit weitgehend aus dem Linienbetrieb verschwinden. Einige der ehemaligen Duisburger werden aber wohl als Reserve vorhanden bleiben, sodass das letzte Kapitel dieser in den 60er Jahren als GT6 gebauten Fahrzeuge noch nicht geschrieben ist.