Zwischen 1009mm und Regelspur III: Von Schatten zu Schatten – Bei 38 Grad kreuz und quer durch Sofia

Auf dem heutigen Tagesplan stand die Erkundung von zwei weiteren Linienästen des Netzes. Zunächst sollte es am Vormittag den Linienast der Linien 3, 4 und 18 nach KV. Orlandovtsi herausgehen, bevor das Hauptaugenmerk des Tages auf der Linie 11 Richtung ZH.K. Vrabnitsa 1 liegen würde. Mit neun von möglichen elf Wagentypen des Betriebes würde mich dabei heute einiges an Abwechslung auf der Straßenbahn erwarten. Auch heute wurde wieder der bereits bekannte Kampf mit den hohen Temperaturen aufgenommen.


Mittwoch, 23. Juli 2025: Von Schatten zu Schatten – Bei 38 Grad kreuz und quer durch Sofia

Wie bereits am gestrigen Morgen klingelte auch heute der Wecker wieder um 7:45 Uhr. Während des Frühstücks legte ich mir den endgültigen Tagesplan für heute zurecht. Zwei weitere Linienäste sollten erkundet werden und dabei vor allem der Fokus auf der Linie 11 liegen. Mit gleich vier Wagentypen des Betriebes, die nur auf dieser Linie anzutreffen sind, versprach die Linie 11 sehr viel Abwechslung mit sich zu bringen. Zudem bestand auch heute meine Hoffnung wieder darin, den Wagen 701 auf der Linie anzutreffen. Daher wurde sich nicht länger als nötig beim Frühstück aufgehalten und das Hotel um 8:45 Uhr verlassen. Zuvor wurde natürlich die erste Schicht Sonnencreme aufgetragen, um im Kampf gegen die Sonne zumindest nicht auch noch zu verbrennen. Jetzt am frühen Morgen herrschten noch angenehme 26 Grad und so ging es entlang der Häuserschatten zur bereits bekannten Haltestelle Bul. Praga. Am heutigen Morgen wehte ein leichter Wind, der es zusätzlich noch angenehmer machte. Da war das Aufatmen beim Einsteigen in den nächsten Pesa der Linie 21 gar nicht so groß wie schon zu anderen Zeitpunkten meiner Reise. Trotzdem wollte ich mich natürlich nicht über die Klimaanlage beschweren. Bevor ich mich mit dem ersten Linienast beschäftigen wollte, würde es zunächst zur Station Tsentralni Hali gehen. Dort befindet sich am frühen Morgen die Zentrale Markthalle von Sofia für ein Bild mit der Straßenbahn daneben im perfekten Licht. Daher wollte ich dort mein Glück versuchen, bevor das Motiv aus dem Licht gewandert wäre. Für dieses Unterfangen saß ich in der Linie 21 genau richtig, die an der Markthalle vorbei führt. Bis zur Station Tsentralni Hali kam ich aber erst gar nicht, da sich an der Haltestelle Bul. Vitosha bereits erste sonnige Stellen zeigten, sodass ich dort ausstieg und einige Bilder umsetzen wollte. Danach ging es zur Zentralen Markthalle weiter, an der ich einige Zeit mit der Umsetzung des Motives verbrachte.

Bereits beim Verlassen der Linie 21 an der Haltestelle Bul. Vitosha stand ex-Baseler 683 von der Kathedrale Sweta Nedelja kommend an der Kreuzung und wartete auf seine Phase. Da sich die Phasen an der Kreuzung immer ein wenig hinzogen, blieb mir genügend Zeit, mich in die Gasse hinter dem Abzweig zu verschieben und dort ein erstes Bild des Tages zu schießen. Nur für kurze Zeit am Tag scheint die Sonne überhaupt in diese enge Straße, sodass ich genau zur richtigen Zeit angekommen war.

Kurz darauf folgte bereits der nächste Wagen an der Kreuzung. Ich hatte mich wieder etwas weiter nach vorne zum Abzweig begeben und konnte dort T6A2 3036 an der Haltestelle Bul. Vitosha festhalten. So ganz klar wurde aus der Beschilderung des Wagens nicht, welche Linie er bediente. Die obere Beschilderung gab die Linie 10 an, das Schild in der Front der Fahrerkabine hatte eine große 1 eingeschildert. Dadurch, dass an dieser Stelle beide Linien verkehren, war das schon sehr uneindeutig. Da der Wagen in der Folge nach links abbog, während die Linie 10 geradeaus weiter führt, kam ich zu dem Schluss, dass es sich wohl um eine Linie 1 handeln musste.

Drei Minuten später folgte die tatsächliche Linie 10. In diesem Fall ließ auch die Beschilderung keinen Interpretationsspielraum. Bei Wagen 3014 handelte es sich um den einzigen mir bekannten Wagen der Baureihe, der bereits mit einer digitalen Anzeige ausgestattet war. Warum dann zusätzlich noch ein Schild mit der Liniennummer in der Front der Fahrerkabine lag, blieb fraglich.

Am Morgen befand sich die Front des Stadtgerichts von Sofia im schönen Licht.

Direkt neben der Kathedrale Sweta Nedelja an der Haltestelle Pl. SV Nedelya hatte ich einen weiteren Sonnenspot gefunden. Zunächst kamen zwei Pesa’s durch gefahren, die aber ein wenig zu lang für den Spot waren. Daher wartete ich auf die kurz darauf folgenden Kurse der Linie 12 und 1. Führend kam hier Wagen 668 als Linie 12 angefahren, im Sichtabstand folgte Wagen 2056 als Linie 1, der aber ein von einem Fahrgast zugelaufen wurde.

Auch die danebenliegende Kathedrale Sweta Nedelja befand sich am Morgen im Licht und wurde so von mir einmal abseits der Straßenbahn festgehalten.

Inzwischen war ich an der Zentralen Markthalle angekommen. Nachdem bereits die ersten Versuche mit einer Straßenbahn neben dem imposanten Gebäude gescheitert waren, setzte ich das Bild erstmal ohne Straßenbahn um. Selbst das war durch die ständig fahrenden Autos und über die Kreuzung laufenden Passanten gar nicht so einfach.

Einige weitere gescheiterte Versuche später gab ich zunächst frustriert auf und begab mich zur hinter der Markthalle liegenden Sofioter Synagoge. Auch dieses Gebäude befand sich am Morgen im richtigen Licht und hier waren die möglichen Störfaktoren auf ein Minimum beschränkt. Dadurch funktionierte direkt der erste Versuch an der Synagoge. Durch die enge Straße und die Größe des Gebäudes musste ich hier ein wenig mit dem Weitwinkel spielen, um auch die Spitze der Hauptkuppel im Bild unterzukriegen. Neben der Synagoge wirkt selbst das T6B5B-Doppel 4106+4124 relativ winzig.

Der erste halbwegs annehmbare Versuch mit der Markthalle gelang mir wenig später mit Wagen 4107 als Fahrschule. Zunächst hatte sich ein weißer Lieferwagen genau vor den Eingang der Halle gestellt, weshalb ich warten musste, bis der Sprinter wieder weg fuhr. Zudem kam als erhebliches Problem hinzu, dass fast jeder Kurs von hinter mir wartenden Autos oder anderen Straßenbahnen zugefahren wurde, bevor die Straßenbahn weit genug vorgerückt war. Auch aus diesem Grund schoss ich zunächst ein Bild der Fahrschule von so weit hinten. Der Wagen wurde in der Folge ebenfalls zugefahren. 

Nach einer knappen halben Stunde passte dann endlich alles. T6A5-Doppel 4149+4151 zeigte sich frei von Störfaktoren auf der Kreuzung nahe der Station Tsentralni Hali. Das Licht war nun auch schon so weit rum gewandert, dass es nahezu in der Gleisachse stand, ganz leicht wurde die Seite des Doppels aber noch mit Licht beschienen. Das sollte mir so reichen. Jetzt wurde der Sonnenstand von Minute zu Minute ohnehin nur schlechter.

Einige Meter weiter an der Station Tsentralni Hali folgte kurz darauf die Linie 21 mit Solo-T6B5B 4122. Auch diese Haltestelle wurde von einer Menge Bäumen umgeben. Für solch heiße Tage, wie ich sie erlebte, war die Stadt mit der großen Menge an schattenspendenden Bäumen perfekt vorbereitet.

Jetzt sollte es endlich zum ersten Linienast gehen, der für heute auf meiner Liste stand. Durch die langwierige Aktion an der Zentralen Markthalle war es inzwischen 10 Uhr, aber das Motiv wollte ich unbedingt umgesetzt haben. Bevor ich mich zurück zur Kreuzung an der Markthalle begab, um von dort aus in Richtung des Linienastes der Linie 3, 4 und 18 zu starten, ging es in einen nahe gelegenen Lidl. Dort wurde sich mit dem notwendigen Wasser für den ersten Teil des Tages eingedeckt. Danach ging es zur Kreuzung an der Zentralen Markthalle. Die Linie 18 führt von dort über den Knyaginya Maria Luisa Bulevard direkt zum Abzweig des angestrebten Linienastes. Zunächst verließ ich die Bahn an der Station Pl. Lavov Most noch vor dem Abzweig der Linie 18. Das aus der Bahn heraus erhoffte Motiv erwies sich aber als nicht umsetzbar und so ging es mit dem nächsten Kurs der Linie 18 weiter bis zur Station Tsentralen Grobishten Park. Den gesamten bis dahin befahrenden Abschnitt des Linienastes wollte ich mir auf dem Rückweg angucken, nun verließ ich die Bahn, um den nachfolgenden ex-Baseler auf der Linie 3 abzulichten. Neben der alle 20 Minuten verkehrenden Linie 3, beschränkt sich der Fahrzeugeinsatz auf dem Linienast nach KV. Orlandovtsi auf Pesa’s, die die Linien 4 und 18 bedienen. An der Haltestelle Tsentralen Grobishten Park ergab sich ein Motiv am großen Haupteingang des Friedhofes, an dem die Linien bis zur Endstation entlang führten. Nach dem Bild ging es bis zur Endstation weiter, an der ich mich einige Minuten aufhielt. Danach arbeitete ich mich Stück für Stück den Linienast bis zum Abzweig an der Station Ul. Kozloduy zurück.

So wirklich schön war der gesamte Abschnitt zwischen den Stationen Hladilen Zavod und Tsentralen Grobishten Park nicht. Ich hatte bereits an der Station Hladilen Zavod die Bahn verlassen, um nach einem Motiv für den nachfolgenden ex-Baseler zu suchen. In der Hoffnung auf Besserung war ich bis zu der Station Tsentralen Grobishten Park weiter gegangen und hatte nun das große Eingangstor mit danebenstehenden Bewacher des Zentralen Friedhofs als Motiv ausgemacht. Daher lichtete ich Wagen 675 neben dem Eingangstor ab.

Schnell hatte ich mich noch an der Station Tsentralen Grobishten Park in die letzte Tür des Wagens 675 geschwungen und war mit diesem bis zur Endstation KV. Orlandovtsi weiter gefahren. Dort konnte ich den ex-Baseler nach seiner Schleifendurchfahrt bei der Einfahrt in die Abfahrtsstation festhalten. Auf eine Pause für den Fahrer wurde an dieser Endhaltestelle großzügig verzichtet, weshalb der Wagen einen in der Schleife wartenden Pesa überholte und direkt auf die Rückfahrt startete.

Der bereits angesprochene Pesa aus der Schleife folgte nur eine Minute später. Bei zwei Pesa-Linien im 10 bzw. 15-Minuten-Takt fuhr hier sowieso ständig etwas ab. Für den Pesa 2339 hatte ich mich ans Ende der Haltestelle begeben und konnte den Wagen gerade noch so in voller Länge an der Abfahrtsstation stehend fotografieren.

Kurz darauf hatten sich bereits zwei weitere Pesa’s in der Schleifenanlage eingefunden. Eigentlich wollte ich hier einen ex-Baseler neben einem der neuen Pesa’s ablichten, aber es war mir zu warm um hier noch fast 20 Minuten zu warten. Daher mussten zwei Pesa’s nebeneinander ausreichen. Hier waren es Pesa 2330 und 2346, die für ein paar Minuten Pause in der Schleife machten. Kurz darauf setzte sich Pesa 2330 bereits wieder in Gang und gönnte mir zumindest für eine Haltestelle die Abkühlung der Klimaanlage.

An der folgenden Haltestelle Katolitcheski Grobishten Park verließ ich die Bahn bereits wieder, um mir ein Motiv für den entgegenkommenden ex-Baseler zu suchen. Dieser kam aber schneller als erwartet, sodass mir nur noch ein sehr steiles Bild in der Station als Notschuss blieb. Das schönere Motiv eröffnete sich hinter der Station mit dem Berganblick im Hintergrund. Daher musste für das Bild Pesa 2358 als Wagen herhalten, der kurz vor Einfahrt in die Station auf seine Phase warten musste, um die kreuzende Straße zu queren.

Den von der Endstation zurückkehrenden ex-Baseler übersprang ich, um den wenige Minuten später folgenden Pesa mit Klimatisierung zu nehmen. Mit dem Wagen ging es bis zur Station Ul. Dunav, an der sich die Stadt etwas moderner als an vielen anderen Stellen zeigte. Passend dazu präsentierte sich wieder ein moderner Pesa in Form von Wagen 2328.

Der folgende Wagen der Linie 3 wurde mir von Autos zugefahren. Irgendwie hatte ich hier kein Glück mit den ex-Baselern. Daher gab es an der Station Ul. Kozloduy ein letztes Bild an dem Linienast. Ein weiteres Mal war es in Form von Wagen 2339 ein Pesa, der sich im Bild präsentierte. Der Wagen passte sogar fast komplett in die Lücke zwischen den beiden Häuserschatten, einzig das letzte Teil war nicht ganz in der Sonne.

Zumindest am Abzweig auf den Knyaginya Maria Luisa Bulevard, der nur wenig später den Hauptbahnhof erreicht, gelang ein Bild von Wagen 660 auf der Linie 3. Interessant fand ich hier den Kontrast zwischen dem kleinen Eckhaus mit Türmchen und Kuppel und dem daneben stehenden brutalistischen Betonbunker. Irgendwie wirkte das Haus links ein wenig fehl am Platz. Wagen 660 zweigte gerade aus der Hauptachse vom Hauptbahnhof kommend aus und begab sich auf die Strecke zur Endstation KV. Orlandovtsi.

Kurz darauf folgte auf der Linie 12 ein weiterer Vertreter der ex-Baseler Baureihe. So wirklich schön mutete die gesamte Umgebung des im Hintergrund zu erkennenden Hauptbahnhofs nicht an, weshalb an den gesamten fünf Tagen kein einziges Bild an und um die Station Tsentralna Gara entstand. Wagen 662 schlich in Schrittgeschwindigkeit in Straßenmitte die Strecke herunter. Angesichts des schon auf dem Bild zu erahnenden Gleisbaus war das für den Erhalt der Wagen auch besser so.

Den ersten Linienast hatte ich nun abgearbeitet. Im Folgenden sollte es für den restlichen Tag hauptsächlich zum Linienast der Linie 11 gehen. Um dorthin zu gelangen, musste ich zunächst über den Hauptbahnhof fahren. Die direkte Verbindung wäre die Linie 12 oder 27 gewesen, die waren aber gerade beide weg. Als Nächstes schaukelte ein T6A2 auf der Linie 1 auf die Station zu, weshalb ich den Wagen enterte und eine Station bis zum Hauptbahnhof weiter fuhr. Die Linie selbst half mir nicht weiter, da sie eine Station hinter dem Hauptbahnhof endete. Ich wollte mich aber mal am Hauptbahnhof umsehen, ob dort vielleicht irgendwas motivlich gehen würde. Nachdem ich den Wagen betreten hatte, wurde mir auch klar, warum der ex-Baseler gerade so über die Gleise geschlichen war. Selbst beim Schritttempo und den soliden Drehgestellen des T6A2 rumpelte und ruckelte es gehörig, während ich mich auf den Hauptbahnhof zu bewegte. Ich hatte ja schon wirklich einiges an schlechtem Gleisbau in den letzten zwei Tagen erlebt, das hier wurde toppte aber nochmal alles. Ich war froh, als ich den Wagen am Hauptbahnhof erstmal wieder verlassen durfte. Ein Blick auf die Gleise hinter der Station fasste den Zustand der Schienen in einem Bild sehr schön zusammen. Amüsant war auch zu beobachten, wie die Pesa’s über die Gleise schaukelten. Während die Schaukelbewegungen bei den ex-Baselern nach oben und unten gingen, wackelten die Pesa’s gehörig nach links und rechts und man war beim Anblick wirklich froh, dass die Wagen nicht noch schneller über die Gleise fuhren. An den ausführlichen Beobachtungen rund um die Station Tsentralna Gara am Hauptbahnhof und der eben schon angedeuteten Hässlichkeit lässt sich bereits erkennen, dass ich jegliche Bemühungen aufgegeben hatte, hier irgendein Bild zu schießen. Ich wartete einfach auf die nächste Linie 21 und ließ mich im Schritttempo weiter befördern. An der Station Peta Gradska Bolnitsa eine Station nach dem Hauptbahnhof wurde der Gleisbau langsam ein bisschen besser. Dort endet die Linie 1 in einer Schleife, während alle anderen Linien in einem Tunnel verschwinden und erst an der Station Triagalnika zusammen mit der zwischenzeitlich dazu stoßenden Linie 11 wieder ans Tageslicht kommen. Diese Station versprach beim ersten Blick direkt ein Motiv abzugeben, weshalb ich hier die Bahn wieder verließ. Danach ging es bis zur Station Modna Kashta Agresiya weiter, an der ich erstmal einige Zeit verbrachte und den dichten Verkehr der Linien 6, 11, 12 und 27 beobachtete sowie hier und da einige Bilder umsetzte.

Ein Blick von der Haltestelle Tsentralna Gara in Richtung der nachfolgenden Kreuzung verdeutlicht sehr gut den Zustand der Gleise rund um den Hauptbahnhof. Das langsame Fahren war da durchaus angebracht, um zumindest noch einen Funken Fahrkomfort für die Fahrgäste zu ermöglichen.

Der erste Blick an der Station Triagalnika fiel auf einen wartenden Kurs der Linie 7. Die Linie wird typenrein mit Pesa’s bedient und zweigt als einzige an der Station aus dem restlichen Linienbündel aus. Bereits eine Haltestelle später befindet sich das Ende der Linie, sodass Wagen 2323 kurz zuvor bereits in der anderen Richtung die Haltestelle passiert hatte.

Ich hatte mich gerade unter einen Baumschatten geflüchtet, als ich um die Ecke herum ein Rumpeln und Quietschen hörte. Kurz darauf kam Wagen 504 um die Ecke gefahren. Obwohl die Wagen äußerlich noch ganz fit aussehen, lässt die Geräuschkulisse eher darauf schließen, dass die Fahrzeuge kein sonderlich langes Leben mehr vor sich haben werden.

Von der nachfolgenden Station Modna Kashta Agresiya hatte ich mich ein Stück zurück bewegt, um das rustikale Stück zwischen den beiden Stationen festzuhalten. In diese Richtung war bereits ein großes Stück der Strecke saniert worden, in meinem Rücken sah die Strecke noch sehr urtümlich aus. Mindestens genauso rustikal wie die Strecke waren die drei aufgereihten Betonbunker, die sich hinter Wagen 511 in die Höhe erheben.

In diese Richtung hatte die Strecke noch keine Sanierung erhalten. Dementsprechend langsam ging es für die Wagen über die Strecke. Bei jedem Schienenschlag rumpelten die Fahrgestelle und vor allem die Fahrzeugserien der ex-Baseler und der Pesa’s wackelten bedenklich stark über die Gleise. Wagen 932 fuhr trotz der eher mäßigen Qualität des Wagens erstaunlich ruhig.

Zurück an der Station folgte bereits der nächste Kurs der Linie 11. Wieder war es nicht der erhoffte Wagen 701, sondern ein weiterer Vertreter der T8M-500 F Baureihe. An dieser Station enden die Linie 12 und 27 und nur die Linien 6 und 11 führen weiter. Daher befand sich im Hintergrund ein Abzweig in die Schleifenanlage der beiden Linien. Bedient wurde dieser Abzweig jedoch nicht, da die beiden endenden Linien von hinten kamen und über den hinter mir liegenden Abzweig zur Endschleife gelangten. Wagen 503 hatte gerade die Station verlassen und rumpelte langsam los. An dem Abzweig wurde die Fahrt nochmal verlangsamt, um keinen Wagen aus der Schleife zu übersehen. Scheinbar lief das hier nach dem Prinzip “first come first drive” und die weiterführende Strecke hatte keinen Vorrang.

Etwas überdimensioniert wirkte die Schleifenanlage, die jeweils getrennte Ankunfts- und Abfahrtsstationen hatte und in dessen Mitte sich eine große Grünanlage befand. Ex-Baseler 662 hatte eine weitere Fahrt über die Rumpelstrecke überlebt und erreichte die Ankunftsstation der Schleife. Nach dem Anhalten fing der Wagen plötzlich an, einen ohrenbetäubenden Lärm zu verbreiten. Scheinbar arbeitete ein Kompressor im Inneren des Wagens, der aber gefühlt keinerlei Lärmdämmung besaß, wodurch das laute Geräusch zustande kam. Dieses Phänomen war mir schon häufiger bei den ex-Baselern aufgefallen, sobald diese an einer Station zum Stehen gekommen waren.

An dieser Station hatte ich mich nun lange genug aufgehalten. Außerdem war es auch schon wieder unglaublich warm geworden und so wollte ich erstmal wieder ein Stück Strecke zurücklegen. Auf Google-Maps wurde eine Linie 6 in fünf Minuten angezeigt. Da die Linie gemischt mit Inekons und Pesa’s bedient wurde, hatte ich die Hoffnung, einen Pesa zu Gesicht zu bekommen und so erstmal wieder ein wenig die Klimaanlage genießen zu können. Meine Hoffnung wurde erfüllt, als wenig später ein Pesa als Linie 6 in die Station einfuhr. Der nachfolgende Streckenabschnitt wurde vor allem durch viele Plattenbauten geprägt. Einen wirklichen Grund den kühlen Wagen zu verlassen, sah ich dort erstmal nicht. Sollte es bis zum Ende der Linie 11 nicht schöner werden, könnte ich immer noch auf dem Rückweg an der ein oder anderen Stelle aussteigen und ein Bild einwerfen. Also ging es erstmal ein ganzes Stück weiter, bis ich ohne Zwischenstopp das Ende der Linie 11 erreicht hatte. Dort verließ ich die Straßenbahn und wurde nach der etwas längeren Abkühlung im Wagen direkt wieder von den 38 Grad erschlagen. In der Schleife der Linie 11 hatte sich eines der wenigen T6A2-Doppel eingefunden, die sporadisch auf der Linie eingesetzt wurden. Während der Fahrt hatte ich bei den entgegenkommenden Kursen weiterhin nach dem Wagen 701 Ausschau gehalten, ihn aber nicht entdeckt. Hinter mir dürften nicht mehr allzu viele unbekannte Kurse gewesen sein. Also fuhr der Wagen heute wahrscheinlich erneut nicht. Daher entschied ich mich nach einem Bild der Schleifenanlage an der Station ZH.K. Vrabnitsa 1, zunächst dem Ast der Line 6 weiter zu folgen. Die Linie 6 geht von der Endstation ZH.K. Vrabnitsa 1 der Linie 11 noch für vier Stationen weiter, bis an der Station ZH.K. Obelya-2 das Ende der Linie erreicht ist. In dieser Zeit würde ich die letzten unbekannten Kurse der Linie 11 zwar verpassen, es ergab sich an der Station ZH.K. Vrabnitsa 1 aber auch keine schattige Möglichkeit, an der ich hätte warten können. Daher ging es mit dem nächsten Kurs der Linie 6 erstmal weiter. Direkt nach der Station begann ein kleiner Streckenabschnitt bis zur nächsten Station, auf dem die Strecke ein wenig durchs Nichts führte. Eigentlich war das eine willkommene Abwechslung zu den sonst vorhandenen Plattenbauten. Auf dem gesamten Stück konnte ich aber kein einziges schattiges Plätzchen erkennen und bei den aktuellen Temperaturen entschied ich mich dann lieber dagegen, den weiten Weg zwischen den beiden Stationen zu Fuß abzulaufen. Daher verließ ich erst an der Station KV. Obelya den Wagen, um ein Bild des entgegenkommenden Inekon zu machen. Danach ging es zu Fuß bis zur Endstation weiter. Obwohl die Endstation nur wenige hundert Meter entfernt war, wurde der Weg zu einem richtigen Kampf in der Mittagshitze. Immerhin ab und zu gab es schattige Abschnitte, in denen ich ein wenig vor der Sonne fliehen konnte. Umso erstaunter war ich, als ich an einem Basketballplatz vorbei kam, der sich in der prallen Sonne befand und dort zwei Leute bei 38 Grad Mittagshitze Basketball spielen sah. Die Bulgaren schienen einfach ein anderes Wärmeempfinden zu haben als ich. Ich wäre bei dieser Aktion wahrscheinlich einfach zusammengeklappt.

In der Schleife der Station ZH.K. Vrabnitsa 1 hatte sich das T6A2-Doppel 3007+3008 eingefunden. Die Umgebung der Schleife symbolisierte schon sehr gut den gesamten Charakter dieses Linienastes, wobei es um die Schleifenanlage herum schon grüner war als an vielen anderen Stellen der Strecke. Das abgerockte Haltestellenhäuschen komplettierte das Gesamtbild der eher heruntergekommenen Endstation.

Die Linie 6 geht von der Station ZH.K. Vrabnitsa 1 aus noch vier Stationen weiter. Kurz nach der Station ZH.K. Vrabnitsa 1 folgte der kleine “Überlandabschnitt” der auf den ersten Blick sehr von Sonne geprägt aussah. Daher entstand lediglich ganz am Anfang des Abschnitts ein Bild von Pesa 2325, bevor es zurück zur Station ging und die nächste Bahn genommen wurde.

An der Station KV. Obelya kam Inekon 3412 etwas überraschend bereits angefahren, als ich die Bahn verlassen hatte. Daher musste es etwas notdürftig ein Bild des Wagens beim Verlassen der Station sein. Etwas um die Ecke herum hätte es vielleicht noch eine bessere Stelle gegeben, zu der ich unter anderen Bedingungen sicherlich gelaufen wäre. Bei den Temperaturen sah ich davon aber lieber ab.

Die letzten zwei Stationen war ich zu Fuß gegangen, sodass ich Inekon 3406, mit dem ich bereits zuvor gefahren war, noch an der Station erwischte. Der Wagen stand perfekt im Licht an der Endstation KV. Obelya-2. Die Strecke, die ich vor der Endstation zu Fuß zurückgelegt hatte, war weder im richtigen Licht, noch wirklich fotogen gewesen, sodass nur die Schleife für ein Bild als Möglichkeit geblieben war.

Nach dem Bild ging es in den Wagen, um mich auf den Rückweg zur Linie 11 zu machen. Nun wollte ich doch noch ein paar Bilder an dem Stück der Linie 11 einwerfen, das ich vorhin nur durchfahren hatte. Nach einigen elendig lang wirkenden Minuten im brütend heißen Wagen setzte sich der Inekon in Bewegung, wodurch ich zumindest wieder etwas Fahrtwind hatte, der die herunterlaufenden Schweißfluten ein wenig eindämmte. Es ging an der Endstation der Linie 11 vorbei bis zur Station Bul. Lomsko Shose. Dort wollte ich ein Bild eines entgegenkommenden Kurses der Linie 11 umsetzen. Der erste Kurs fiel einigen Autos zum Opfer, sodass ich erstmal wieder eine Viertelstunde zurückgezogen im Schatten warten musste. Beim zweiten Kurs passte dann alles. Auf der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung hatte ich einen Billa ausgemacht, den ich nach der Umsetzung des Bildes erstmal anlief. Es war schon wieder Zeit für Essen und vor allem genügend kühles Trinken, um der Hitze ein wenig entgegen zu wirken. Also wurden sich die bereits bewehrten Produkte im Billa gegriffen. Als ich den Laden wieder verließ, sah ich schon den nächsten Pesa auf der Linie 6 auf die Kreuzung zu rollen. Den wollte ich unbedingt bekommen, um für die nächste Fahrt ein wenig die Klimaanlage genießen zu können. Zur Haltestelle musste ich aber noch einmal mittels Unterführung unter der Kreuzung durch und gute 200 Meter bis zur Station laufen. Wirklich beeilen musste ich mich trotzdem nicht. Inzwischen hatte ich gelernt, dass die Straßenbahn an so großen Kreuzungen wie dieser gerne mal mehrere Minuten warten musste, bevor die passende Phase zum Überqueren der Kreuzung erreicht war. Und so stand der Pesa noch immer vor der Kreuzung, als ich aus der Unterführung wieder auftauchte. Daraufhin ging es gemütlich bis zur Station. Dort kam der Wagen kurz nach mir eingefahren. Zumindest zwei Stationen konnte ich so die Klimaanlage genießen, bevor ich einen weiteren Zwischenstopp an der Station 102 Ro Ou einlegte, die ich mir vorhin schon für die Rückfahrt vorgemerkt hatte. Dort wurde sich zunächst mit einem gekauften Eiskaffee, zumindest die Verpackung deutete so etwas an, abgekühlt, bevor es kurze Zeit später bis zur Station Triagalnika zurückging. Inzwischen war dort das Licht soweit herumgewandert, dass Motive rund um die Station aus einer anderen Perspektive umgesetzt werden konnten. Außerdem wurde erstmal eine Mittagspause eingelegt, in der es weiteres Essen gab und eine weitere Schicht Sonnencreme auf die Haut aufgetragen wurde.

Drei riesige Betonbunker erhoben sich gestaffelt entlang der Strecke. Dieses Bild war sinnbildlich für große Teile der Strecke und generell die meisten Linien, die ein wenig aus der Innenstadt heraus gingen. Wagen 506 zeigte sich im Gegensatz zum vorangegangenen Kurs frei von Autos nahe der Haltestelle Bul. Lomsko Shose.

An der Haltestelle 102 Ro Ou wurde ein kurzer Zwischenstopp eingelegt, bevor es zur Station Triagalnika weitergehen sollte. Der kleine Imbiss links im Bild bot mit seiner Holzoptik eine willkommene Abwechslung zu den sonst vorherrschenden Betonhochhäusern. Schon auf dem Hinweg war mir die Hütte aufgefallen, nun gelang mir ein Bild von Wagen 934, nachdem ein zuvor durchgefahrener Pesa noch von Autos zugefahren wurde.

Inzwischen war die Sonne an der Haltestelle Triagalnika ein Stück weiter herumgewandert, sodass etwas mehr von der Haltestellenanlage ins Bild rückte. Etwas behelfsmäßig wirkte die Haltestelle direkt unter einer Straßenbrücke schon, dafür spendete die Brücke den wartenden Fahrgästen zumindest Schatten. Soeben waren die Türen von Wagen 506 mit einem lauten Knall zugefallen und das Gefährt setzte sich unter großem Geklapper in Gang.

Hinter der Haltestelle geht die Strecke ein wenig um die Ecke, bevor es auf die vorhin schon gezeigte Huppelpiste in Richtung der Station Modna Kashta Agresiya weiter geht. Kurz vor diesem Abschnitt zeigte sich Wagen 932 als nächster Kurs der Linie 11 kurze Zeit später. Warum die Frontfenster der Wagen so groß gebaut wurden, wenn dann ein großer Teil wieder blau zugeklebt wird, fragte ich mich während meines gesamten Aufenthaltes. 

So viel mehr gab die Station jetzt auch nicht mehr her. Daher wollte ich zunächst die Linie 7 abarbeiten. Die Linie endet schon eine Station nach der Haltestelle Triagalnika. Ich wartete auf die nächste Bahn und es ging eine Station heraus bis zur Endstation. Die Endstation war im Gegensatz zu vielen anderen Endstationen aber völlig unfotogen und so wartete ich unverrichteter Dinge auf die Rückkehr des Wagens aus der Endschleife. Nun stand der weitere Verlauf der Linie 11 bis zum Abzweig der Linie 3 und 10 an der Station Metrostantsiya K. Velitchkov auf dem Zettel. Bei Ankunft an der Station Triagalnika fuhr mir der Kurs der Linie 11 gerade vor der Nase weg. Da von hier aus keine andere Linie dem Linienverlauf der Linie 11 folgte, musste ich 15 Minuten auf den nächsten Kurs warten. Mit diesem ging es drei Stationen weiter bis zur Station Ul. Plovdiv. Hier verlief die Strecke in Straßenmitte, sodass das Risiko an davor fahrenden Autos bei einem Bild sehr hoch war. Aus diesem Grund blieb ich an der Station mit Ausstieg auf der Straße stehen, sodass die Autos bei Ankunft des Wagens hinter dem haltenden Wagen warten mussten. Dadurch sollte mir ein Bild des folgenden Kurses gelingen. Danach ging es zu Fuß entlang der Strecke weiter, bis die Linien 3 und 10 und kurze Zeit später die Regelspurlinie 22 hinzustießen. Da ich mein vorgesehenes Programm für heute schon erledigt hatte, hatte ich beschlossen, mir den kurzen Ast der Linien 3 und 10 nach Gara Zaharna fabrika zum Abschluss des Tages anzugucken. Mit dem nächsten T6A2 sollte es eigentlich den Ast herausgehen, die Weiche am Abzweig hatte aber eine andere Idee. Und so rumpelte der T6 gerade über die Kreuzung und kam kurz danach zum Stehen. Sichtlich genervt fuhr die Fahrerin den Wagen rückwärts zurück über die Weiche. Bevor selbst Hand angelegt wurde, klingelte die Fahrerin vorher noch einmal in der Hoffnung die Weiche würde sich noch stellen. Dieses Phänomen erlebte ich häufiger wenn die Weichen falsch standen. Was das Klingeln mit der Weichenstellung zu tun hat, vermochte ich mir jedoch nicht zu erklären. Zumindest änderte auch dieser Versuch nichts an der Weichenstellung, weshalb die Fahrerin in der Folge per Hand die Weiche umschmiss. Aufgrund der langsam sinkenden Sonne befand sich der Großteil des nur drei Stationen umfassenden Astes schon im Schatten, sodass ich erst an der Endstation eine Möglichkeit für ein Bild sah.

Bei dem Anblick des Gleisbaus wunderte es mich immer wieder, dass die ex-Baseler mit ihrer Mittelteilkonstruktion mit Einzelrädern so lange durchgehalten haben. Auch die meisten anderen Wagentypen fuhren trotz des schlechten Gleisbaus erstaunlich solide über die Gleise.

Wagen 916 erreichte die Station Ul. Plovdiv. Bei diesem Kurs wäre sogar kein Auto ins Bild gefahren. Dafür bewegte sich bereits eine der Fahrgäste auf dir Straße, um in den Wagen einzusteigen. In den letzten Minuten hatte es sich etwas zugezogen, weshalb ich Glück hatte, dass für das Bild die Sonne in kompletter Stärke wiedergekehrt war.

Bei Wagen 506 nutzte ich nun einmal aus, dass es sich um einen der wenigen Zweirichtungswagen des Betriebes handelte. Quer über die Straße gelang mir ein Nachschuss des Wagens, der mir gerade entgegenkam. Obwohl ich nicht so richtig ein Motiv hatte, entstand trotzdem ein schönes Bild.

Mit der Linie 3, 10 und 11 verkehren auf dem kurzen Stück zwischen den Stationen Ul. Tsar Simeon und Metrostantsiya K. Velitchkov gleich drei Linien, sodass einiges an Verkehr geboten war. Als Linie 10 näherte sich Wagen 3035 der Station Metrostantsiya K. Velitchkov. Das Linienschild steckte irgendwie nicht mehr so ganz Gerade in der Verankerung, immerhin die richtige Linie war aber eingeschildert.

Auf der wenige Meter weiter hinzustoßenden Regelspurlinie 22 kam das T6A5-Doppel 4184+4185 auf den Bulevard Konstantin Velichkov eingebogen. Während die Strecke den Großteil der Straße im Baumschatten verläuft, zeigte sich zumindest beim Abzweig auf die Meterspurlinien ein Großteil des Doppels in der Sonne.

Im wunderschönen Abendlicht präsentierte sich T6A2 3030 in der Schleife der Endstation Gara Zaharna fabrika. Der Wagen hatte mich von der Station Metrostantsiya K. Velitchkov den gesamten Ast bis zur Endstation gebracht. Die Fahrerin konnte sich als eine der wenigen Fahrer von Altwagen über eine klimatisierte Fahrerkabine freuen. Genau deshalb begab sich die Fahrerin wahrscheinlich  auch während ihrer Pause nicht aus dem Wagen, sondern verbrachte ihre freie Zeit in der klimatisierten Fahrerkabine.

Neben der Linie 10 endet auch die Linie 3 an der Endstation Gara Zaharna fabrika. Im Gegensatz zur im 10-Minuten-Takt verkehrenden Linie 10 verkehrt die Linie 3 nur im 20-Minuten-Takt, weshalb sich neben einem Kurs der Linie 3 gleich zwei Kurse der Linie 10 in der Schleife eingefunden hatten. Der ebene schon abgelichtete Wagen 3030 präsentierte sich hier neben dem kurz danach eingefahrenen Wagen 664. Wenige Minuten später fuhren beide Kurse direkte hintereinander her, was sich mir nicht so ganz erschloss.

Mit dem zuerst zur Abfahrtsstation vorrückenden T6A2 3030 ging es kurze Zeit später wieder zurück in Richtung der Haltestelle Metrostantsiya K. Velitchkov. Der ex-Baseler 664 folgte als Linie 3 im Sichtabstand. Umso unverständlicher war mir, wieso eine Frau ihren Kinderwagen die Stufen in den T6A2 hoch hieven musste, anstatt den folgenden ex-Baseler mit Niederflureinstieg zu nutzen. Die Linien führten ohnehin noch etliche Stationen den gleichen Weg entlang und die Frau verließ nur wenig später den Wagen wieder. Da wundert man sich direkt weniger, warum manche Betriebe nicht so viel Wert auf ein Niederflurangebot legen, wenn dieses dann ohnehin großzügig ignoriert wird. Langsam aber sicher zog es sich gegen Abend etwas zu und inzwischen war es auch schon fast 18 Uhr. Da ich für den Abend heute noch eine weitere kleine Kulturrunde auf dem Plan stehen hatte und der Tag mal wieder sehr anstrengend gewesen war, entschied ich mich dazu, den Fototag für heute zu beenden. Von meiner imaginären Checkliste war für heute alles abgearbeitet und ohne Sonne wollte ich hier auch keine weiteren Bilder machen. Daher ging es mit der Linie 10 bis zum Pl. Makedoniya zurück. Dort musste ich in eine andere Linie umsteigen, die mich zur Haltestelle nahe meines Hotels bringen würde. Beim Umsteigen tat sich dann doch nochmal kurz die Sonne auf und so warf ich spontan ein letztes Straßenbahnbild im Hellen ein, bevor es zurück zum Hotel ging.

Mehr durch Zufall als wirklich geplant entstand das letzte Bild des Tages im Licht. Nicht in kompletter Stärke aber zumindest einigermaßen präsentierte sich die Sonne für Wagen 3025. Für das Bild war ich einmal quer über den Platz gegangen. Bei der Linie 15 wusste ich, dass sie geradeaus über den Platz fahren würde und so hinter der Schlange an wartenden Autos hervor kommen musste. Zudem passte der Fahrzeugeinsatz mit einem kurzen T6A2 perfekt in die Lücke.

Im Hotel angekommen ging der erste Weg natürlich erstmal wieder unter die Dusche. Nachdem ich mich wieder frisch fühlte und in dem klimatisierten Zimmer auch nicht direkt wieder anfing zu schwitzen, legte ich erstmal für ein paar Minuten die Füße hoch. Im Prinzip hatte ich mir für den Abend eine ähnliche Route an den kulturellen Sehenswürdigkeiten in Sofias Innenstadt herausgesucht, wie bereits am Abend zuvor. Heute wollte ich jedoch erst in der Dunkelheit die Spots abklappern, um im besten Fall ein paar Bilder der schön beleuchteten Fassaden schießen zu können. Somit blieb erstmal genug Zeit, sich vor dieser Tour um das Abendessen zu kümmern. Also ging es etwas wiederwillig aus dem klimatisierten Zimmer zurück nach draußen. Wieder erschlug mich die immer noch sehr hohe Temperatur trotz der Abendstunden. Ich ging für das Abendessen wieder in Richtung der Fußgängerzone Vitosha Bulevard. So richtig entscheiden konnte ich mich heute Abend irgendwie nicht, letztendlich landete ich nach längerer Suche bei einem kleinen Burgerladen etwas abseits der Fußgängerzone in einer Nebenstraße. Meine Erwartungen an den Burger waren nicht gerade groß und umso mehr wurde ich positiv überrascht, als ich den Burger kurze Zeit später auf einer Bank auf dem Vitosha Bulevard verspeiste. Ich glaube ich hatte im meinem Leben bisher selten so einen guten Burger gegessen, der zudem noch extrem groß war. Nach dieser positiven kulinarischen Überraschung ging es weiter die Fußgängerzone herunter. Ganz satt war ich noch nicht und so kaufte ich schnell vor Ladenschluss noch etwas Stärkung im Lidl ein, die ich mir während meiner abendlichen Kulturrunde schmecken ließ. Danach war es auch Dunkel, sodass ich in den kulturellen Teil des Tages startete. Im Folgenden lasse ich einfach die Bilder ein wenig für sich sprechen.

Zur blauen Stunde entstand eine erste Nachtaufnahme am Stadtgericht von Sofia. Auch bei Nacht wirken die hervorstechenden Löwen, die links und rechts der Eingangstüren aufgestellt sind, sehr imposant.

Kurz darauf hielt Pesa 2355 an der Kreuzung an um auf seine Phase zu warten. Das war für mich die Chance, ein Bild des Wagens vor der ebenfalls leicht beleuchteten Kathedrale Sweta Nedelja zu schießen.

Kurz darauf folgte auf der Linie 12 ex-Baseler 683. Auch der Wagen musste kurz an der Kreuzung anhalten, bevor er über den Abzweig nach links weiter rumpeln durfte. Das eröffnete mir die Möglichkeit ein Bild des Wagens vor dem Eingangsportal des Stadtgerichts zu schießen. So richtig voll besetzt schien der Wagen zu dieser späten Stunde jedenfalls nicht mehr zu sein.

Nicht nur die Sehenswürdigkeiten sondern auch einige andere Gebäude wurden in der Innenstadt beleuchtet. So zeigte sich hier ein Gebäude neben der Kathedrale Sweta Nedelja schön beleuchtet.

Noch einmal die Kathedrale Sweta Nedelja aus näherer Perspektive.

Auch die Nationalversammlung wurde des Nachts schön angeleuchtet. Heute fand keine Demonstration statt, weshalb vor der Nationalversammlung wieder die Autos über die Straße fuhren. Problematisch daran war nur, dass ich, um zum Nationaltheater zu kommen, die Straße queren musste. Eine Ampel oder einen Zebrastreifen suchte ich vergeblich und auch die dafür vorgesehenen Unterführung war zugesperrt. So blieb mir nichts anderes übrig, als einfach einmal quer über die Straße zu laufen.

Sehr schön beleuchtet war neben dem Nationaltheater selbst auch der davor liegende Brunnen mit den kleinen Wasserspielen. Daraus ergab sich mit dem Nationaltheater dahinter ein schönes Bild.

Noch einmal die schön restaurierte Fassade des Nationaltheaters ohne Brunnen davor.

Das war es dann auch schon mit dem dritten Tag in Sofia gewesen. Vom Nationaltheater ging es zur nächsten Straßenbahnhaltestelle und von dort bis zur Haltestelle Bul. Praga an meinem Hotel. Schon wieder hatte ich die Temperaturen unterschätzt. Trotz der Dunkelheit herrschten noch immer über 28 Grad und somit war ich bei der Rückkehr ins Hotel bereit für eine zweite Runde duschen. Danach fiel ich geschafft in mein Bett. Für morgen stand noch kein konkreter Plan auf dem Programm, lediglich ein paar Eckdaten hatte ich mir in den Kopf gesetzt. Daher würde es morgen ein wenig kreuz und quer durch Sofia gehen. Dazu dann mehr im nächsten Teil von “Zwischen 1009mm und Regelspur”.

One thought on “Zwischen 1009mm und Regelspur III: Von Schatten zu Schatten – Bei 38 Grad kreuz und quer durch Sofia”

  1. Auch wieder ein schöner Bericht. Das mit den hohen Temperaturen um 37 ° C habe ich zumindest einmal in Ungarn erlebt, aber ich fand es erstaunlich erträglich. Klar wird man es als Deutscher eher sehr warm empfinden und gut zu trinken nachkaufen sollte man auch. Jedoch war die Hitze durch das eher trockene Klima noch annehmbar. Da finde ich 25 ° C in Deutschland mit der leider oft üblichen Schwüle hier unangenehmer.
    Warum manche der Inekon-Wagen etwas unpassende Scheiben haben…ich vermute mal, es wurde vor einigen Jahren mit EU-Fördergeldern eine Modernisierung bezahlt, war bei Konstal in Polen teils auch so. Da bekamen abgeklapperte 105Na zwar neue und unpassende Fronten, aber der Rest blieb wie früher. Wobei die Inekon-Wagen eigentlich noch ganz ok aussehen.

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