Rundreise durch Nordpolen II: Zumindest ein Konstal in Posen

Zunächst würde es am heutigen Vormittag etwas die Außenstrecken entlang durch Plattensiedlungen gehen. Gegen Mittag würde die historische Linie 20 den Betrieb aufnehmen, weshalb ich mich in die Innenstadt zurück orientierte und das ein oder andere Bild der Linie umsetzen würde. Gegen Nachmittag und Abend würde es dann wieder auf Motivsuche bei immer niedrigerem Sonnenstand gehen.


Samstag, 16. August 2025: Zumindest ein Konstal in Posen

Wie üblich ging es gegen 7:30 Uhr heute Morgen aus dem Bett. Mein Tagesplan war schon zu Beginn des Tages relativ vollständig. Zunächst wollte ich von meinem Hotel aus in die andere Richtung als noch am gestrigen Morgen starten. Dadurch würde ich über einen Halbkreis einige Außenstrecken des Netzes abarbeiten. Danach sollte es wieder in Richtung Innenstadt gehen, um mich dort mit der Linie 20 zu befassen. Zunächst ging es nun aber aus dem Hotel und zum Rondo Starołęka. Dort entstand direkt das erste Bild des Tages von einer Linie 12, mit der es danach auch los ging. Mit der Linie ging es zu dessen Endstation Unii Lubelskiej, bevor es einmal quer bis zur Endstation Franowo ging. Zwischendurch wurde sich bei einem an der Strecke liegenden Lidl Frühstück geholt, welches ich mir im bei der Buchung Hotel gespart hatte. Das hatte ich mir aber einfacher vorgestellt, als es letztendlich werden sollte. Denn ich hatte mich mit drei Gebäckstücken und etwas zu trinken vollgeladen. An der Kasse musste ich jedoch feststellen, dass komischerweise nur Selbstbedienungskassen geöffnet hatten. Mit den Gebäckstücken und ohne Sprachkenntnisse über die polnische Sprache stellte ich mich also an die Selbstbedienungskasse und tippte so lange hilflos auf dem Bildschirm herum, bis die Mitarbeiterin sich erbarmte und den Prozess für mich übernahm. Danach ging es wieder zurück an die Straßenbahn. Insgesamt entstanden so die ersten 1½ des Tages erste Bilder in der Platte.

Tramino 548 bog als Linie 12 am Rondo Starołęka um die Ecke. Der eigentlich dicht befahrene Platz wurde während meines Besuches wegen Bauarbeiten nur spärlich bedient. Die von diesem Bild nach links abgehende Strecke wurde gar nicht befahren. Im Hintergrund war noch einer der neuen Zweirichtungswagen der Modertrans Moderus Gamma LF 03 AC BD Serie zu sehen. Der Streckenabschnitt zwischen dem Rondo Starołęka und der kurz darauffolgenden Station Traugutta wurde im Baustellenverkehr von zwei Zweirichtungswagen bedient, die jeweils ein eigenes Fahrtrichtungsgleis für den Pendelverkehr nutzten.

Die Endstation der Linie 12 an der Station Unii Lubelskiej hatte nicht wirklich viel zu bieten. Die Linie 12 wäre aber ohnehin nicht zu meinem eigentlichen Ziel gefahren und so konnte ich noch schnell ein Bild an der Endstation einwerfen und mich danach in die Linie 17 schwingen. Wagen 437 brachte mich kurz darauf zum angestrebten Querabschnitt.

Wirklich weit kam ich auf der Querverbindung nicht. Bereits an der ersten Station Zegrze I verließ ich die Bahn wieder. Rund um die Station erhoben sich die typischen gleich aussehenden Plattenbauten. Viel interessanter war aber noch, dass es zum Erreichen der Station eine Fußgängerbrücke gab. So ergab sich ein schöner Perspektivwechsel und ich lichtete den folgenden Wagen 543 als Linie 1 bei der Einfahrt in die Station ab. 

Inzwischen hatte ich mich eine Station weiterbewegt. Bei den Haltestellennamen waren sie an dieser Straße nicht sonderlich kreativ gewesen, die Haltestelle trug den Namen Zagrze II. Bei dieser Station befand sich die Fußgängerbrücke am Ende des Bahnsteigs und bot kein gutes Motiv. Daher verschob ich mich etwas hinter die Station und lichtete Wagen 546 auf dem Rasengleis ab. Der Wagen war gerade noch schnell genug gewesen, um nicht in den ihm folgenden Schatten zu geraten.

Ein letztes Bild entstand an dem Streckenabschnitt an der Station Os. Czecha. Ich hatte mich von meinem letzten Bild aus zu Fuß weiterbewegt und gerade noch so die Station erreicht, bevor Wagen 423 folgte. Die Einfahrt in die Station gab mit dem Baum ein ganz hübsches Motiv ab und so schoss ich noch schnell ein Bild, bevor ich in die letzte Tür vom Wagen eilte und weiter fuhr.

Nach einem kleinen Zwischenstopp an einem Lidl hatte ich mich bis zur Station Szwajcarska vorgearbeitet. Die Strecke hatte bis hier hin nicht wirklich viel zu bieten gehabt. Zudem war eine Wolkenfront herangezogen, die das Licht immer häufiger ausschaltete. Für den neu lackierten Wagen 420 reichte die Sonne aber gerade noch aus, sodass mir ein Bild des Wagens mit toller Lichtstimmung gelang.

Nach dem Bild ging erstmal das Licht aus. Die Wolkenfront war inzwischen bis genau über mich gezogen und hatte sich so weit verdichtet, dass es keine Sonnenstrahlen mehr hindurch schafften. Da ich mit den Außenstrecken hier aber ohnehin durch war, machte mir das nicht so viel aus. Ich wollte mich nun wieder etwas in Richtung Innenstadt orientieren. Von der Station Szwajcarska aus konnte ich entweder die Linie 16 oder die Linie 18 nehmen, um auf direktem Weg zunächst über eine noch unbekannte Strecke zur Station Kórnicka zu gelangen. Das würde mir die Möglichkeit eröffnen die zwischenzeitlich neue Strecke näher zu erkunden. Gleichzeitig würde mich die Strecke bereits ein ganzes Stück zurück in Richtung Innenstadt bringen. Da ich an der Endstation noch mit meinem Frühstück beschäftigt war, musste ich einen Kurs der Linie 16 durchfahren lassen. Erst mit dem darauffolgenden Kurs der Linie 18, der eben schon im Bild zu sehen war, ging es los. Der Streckenabschnitt zwischen den Stationen Os. Lecha und Kórnicka führte durch eine Neubausiedlung, die sich vom Erscheinungsbild deutlich von den Plattenbausiedlungen unterschied, durch die ich vorher gefahren war. Leider stand hier das Licht fast in der Gleisachse, wenn es sich kurzzeitig zwischen den Wolken hervorkämpfte. Daher verließ ich nur einmal die Bahn, bevor ich die Station Kórnicka erreichte.

Zumindest ein Bild gelang mir an der Neubaustrecke. An der Station Łacina verschwand der sonst konstant zwischen den beiden Gleisen verlaufene Zaun und die Strecke bot durch ein Rasengleis ein ganz hübsches Motiv. Schon kurz nachdem ich meine Position für das Motiv eingenommen hatte, jagte Wagen 542 die Strecke entlang und erreichte die Station.

Inzwischen war ich an der Station Kórnicka angekommen. Bei der Station handelte es sich um eine der vielen Plätze Posens, bei der sich einige Linie kreuzen. Genau wie die allermeisten anderen Plätze dieser Art, wurde auch der Kórnicka nicht gerade durch seine Schönheit geprägt. Auch durch Kurven wurden die Wagen nicht gerade schonend gefahren, weshalb sich Wagen 437 ganz schön in die Kurve legte.

Bevor ich mich nun mit dem Thema der Linie 20 auseinandersetzen wollte, gab es noch einen Punkt auf meiner Liste, der vorher abgehakt werden sollte. In der Innenstadt war ich nun größtenteils ganz gut aufgestellt, jedoch gab es einen kleinen Abschnitt, der mir noch unbekannt war und den ich nun erkunden wollte. Der Abschnitt zwischen der Station AWF und Pl. Wiosny Ludów war zwar nur zwei Stationen lang und wurde von nur einer Linie bedient, jedoch sah er auf der Karte bei erster Betrachtung nicht ganz uninteressant aus. Zudem befand sich der Streckenabschnitt ohnehin mehr oder weniger auf meinem Weg. Also ging es mit der nächsten passenden Bahn zur Station AWF. Von dort aus lief ich zu Fuß die Strecke entlang und nutzte die nächsten beiden entgegenkommenden Kurse der Linie 92 aus, um zwei Bilder umzusetzen. Nachdem ich auch diesen Punkt von meiner Liste abhaken konnte, stand nun die Linie 20 auf dem Programm. Da die Linie eine andere Strecke fahren würde, als die Linie 0 am gestrigen Tag, müsste ich zunächst Streckenkunde betreiben, bevor ich ein erstes Bild umsetzen könnte. In der Innenstadt würde die Linie von der gleichen Station aus starten wie die Linie 0. Danach ging es aber direkt einen anderen Weg, der auch über die Station Ryneck Wildecki und an dem nahe gelegenen Depot der Museumsfahrzeuge vorbei führt. Daher ging es für mich erstmal zur Station Ryneck Wildecki. Dort setzte ich einige Bilder um und fuhr danach weiter zum historischen Depot. Dort guckte der Wagen bereits aus dem Depot heraus, der heute die Linie 20 bedienen würde. Es handelte sich um den Konstal 102Na 71. Damit würde ich zumindest einen Konstal in Posen erwischen. Da der Wagen zunächst in die Innenstadt zur Station Biblioteka Uniwersytecka fahren würde, um von dort auf seine erste Runde zu starten, hatte ich noch ein wenig Zeit, mir ein passendes Motiv zu suchen. Ganz in der Nähe des Depots hatte ich aber schon ein schönes erstes Motiv gefunden, welches ich für den Wagen 71 nutzte. In der Zwischenzeit lichtete ich auf dem Streckenabschnitt noch einige Planwagen ab, die durchgefahren kamen.

Auf diesem kleinen Verbindungsstück zwischen den Stationen AWF und Pl. Wiosny Ludów fand ich eine der wenigen Stellen des Netzes, an denen der Gleisbau noch relativ schlecht war. Die allermeisten restlichen Strecken waren inzwischen sehr gut ausgebaut und machten einen gepflegten Eindruck. Für Wagen 436 hatte es die Sonne nicht hinter den Wolken hervor geschafft, sodass ich den Wagen kurz vor der Station AWF im Schatten ablichten musste.

Bei Wagen 454 sah das ganze schon wieder ganz anders aus. Die Wolkenfront, die sich zwischenzeitlich über Posen festgesetzt hatte, war inzwischen wieder fast komplett verschwunden, sodass sich der Wagen bei der Einfahrt in die Station Łąkowa im Sonnenlicht zeigte. Ich war ganz froh, dass der Wagen zügig auf die Station zugefahren kam, da sich hinter mir einige Autos annäherten, während ich für die Umsetzung des Motives auf die Straße getreten war.

Inzwischen war ich an der Station Ryneck Wildecki angekommen. An der Station, die sich im Hintergrund befand, treffen die beiden Linie 7 und 10 aufeinander, die hier erst kurz vor der Station zusammentreffen. Auf der Linie 7 kam mir direkt einer der neuen Einrichtungswagen in Form von Wagen 627 entgegen. Die Station befindet sich an der großen Kościół Maryi Królowej Kirche, die sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht im Licht befand. Dafür konnte ich zumindest die schön blühenden Blumen neben der Kirche mit ablichten.

Um 90 Grad nach rechts gedreht eröffnete sich der Blick auf die Strecke der Linie 10. Die Linie wurde überwiegend mit der neuesten Serie Modertrans bedient, von denen hier in Form von Wagen 946 auch direkt ein Vertreter angefahren kam.

Ich hatte mich von der einen Seite der Station auf die andere Seite der Station verschoben. Auch hier hatte ich gerade Glück, denn das Licht fiel trotz der hohen Häuserfronten auf beiden Seiten in die Gasse. Kurz hinter der Station, die sich hinter der Ecke befand, begann ein kurzes Stück Rasengleis, was die sonst relativ versiegelte Umgebung etwas auflockerte. Mit dem schönen Fachwerkhaus ergab sich so ein schönes Motiv für Wagen 447.

So richtig regelmäßig war der Takt der Linie 7 nicht. Eigentlich sollte die Linie im 10-Minuten-Takt verkehren. Nach dem letzten Wagen, den ich wenige Meter weiter vorne abgelichtet hatte, kam aber erstmal 18 Minuten lang gar nichts. Dann endlich folgte Tramino 522 wieder als Linie 7. Der zwischenzeitlich durchgekommene Wagen der Linie 10 wurde von Autos zu gefahren.

Der Streckenabschnitt war hier ein Volltreffer gewesen. Zuvor hatte ich nur auf der Karte anhand des Streckenverlaufes vermutet, dass der Abschnitt etwas hergeben könne. Tatsächlich ergaben sich hier aber alle paar Meter neue Motive, womit ich nicht gerechnet hätte. Nachdem das Rasengleis hinter der letzten Kurve geendet hatte, ging es einige Meter durch einen Häuserschatten, bevor sich direkt neben der Strecke in Form eines schön restaurierten Hauses ein neues Motiv auftat. Vor dem Haus hielt ich den neu lackierten Wagen 415 fest. 

Wieder nur wenige Meter weiter erreichte ich die Station Kosińskiego. Die Station selbst hatte einen Ausstieg auf der Straße und war deshalb relativ unauffällig gehalten. Ein Foto gestaltete sich an der Station jedoch sehr schwierig, da die Straße von relativ vielen Autos befahren wurde. Daher scheiterten die ersten beiden Versuche und erst bei Wagen 950 reichte es gerade so, um den Wagen ohne Autos vor der Straßenbahn darzustellen.

Für das erste Bild von der Linie 20 war ich wieder zu dem Haus zurückgekehrt, an dem ich bereits zwei Bilder vorher gestanden hatte. Auch hier war das Risiko für störende Autos nicht gerade gering. Daher war ich sehr froh, dass sich kein Auto im Bild zeigte. So konnte ich Konstal 71 schön frei im Motiv festhalten.

Der Linie 20 führte nun in einem großen Bogen über die Stationen Arciszewskiego, Rondo Nowaka-Jeziorańskiego, Żeromskiego und Stare Zoo zurück zur Ausgangsstation Biblioteka Uniwersytecka. Ein wenig Zeit würde mir also noch bleiben, um mich in Richtung Innenstadt zu bewegen und dort mit etwas Glück den Wagen auf seinem Rückweg zur Station Biblioteka Uniwersytecka festzuhalten. Da der Wagen für den großen Bogen noch etwas brauchen würde, wollte ich mich zunächst mit dem Ast der Linie 10 beschäftigen, der von der Station Ryneck Wildecki aus in Richtung Innenstadt führte. Von meinem Standpunkt aus waren die Haltestellen in beide Richtungen gleich weit entfernt, weshalb es sich nicht lohnte für eine Station die Bahn zu nehmen. Daher ging es zu Fuß zur Station Ryneck Wildecki zurück. Dort war inzwischen die Kirche Kościół Maryi Królowej ins richtige Licht gerückt und auch der Häuserschatten hatte sich fast vollständig vom einen Fahrtrichtungsgleis entfernt. Dadurch ergab sich ein Motiv für die Fahrzeuge, die an der Station Fahrgastwechsel betrieben. Da ohnehin gerade eine Linie 10 in die Station gefahren kam, lichtete ich den Wagen dort ab. Ganz perfekt war das mit den Schatten noch nicht, ich merkte mir die Stelle daher für eine der nächsten Runden der Linie 20 vor. Danach ging ich zu Fuß entlang der Linie 10 die Strecke weiter. Auch hier stellte sich jedoch das Problem der vielen Autos heraus, was mir das ein oder andere Bild zerstörte. Zudem wanderte die Sonne immer mehr in Richtung Gleisachse, sodass ich mich letztendlich mit einem einzigen Bild zufriedengab. Mit der nächsten Bahn arbeitete ich mich in der Folge bis zum Platz am Königlichen Residenzschloss vor, wo ich das Bild des Wagens 71 auf seiner Rückfahrt umsetzen wollte. In diesem Zuge entstanden rund um die Station noch einige weitere Bilder.

So ganz perfekt war der Schatten noch nicht aus dem Motiv gewandert. Da Wagen 923 aber ohnehin gerade in die Station gefahren kam, zückte ich trotzdem meine Kamera und schoss ein Bild in der Station Ryneck Wildecki. Auch für die Kirche Kościół Maryi Królowej konnte die Sonne noch ein Stück weiter herum wandern, um die perfekte Ausleuchtung zu erreichen.

Auch der Abschnitt zwischen den Stationen Ryneck Wildecki und Wierzbięcice schien in den letzten Jahren komplett erneuert worden zu sein. Insgesamt war ich sehr überrascht von dem guten Zustand des gesamten Betriebes. Bei meinem letzten Besuch im Jahr 2017 hatte der Betrieb noch einen deutlich schlechteren Eindruck gemacht. Hier scheint in den letzten Jahren ordentlich in den Betrieb investiert worden zu sein. Dies wird auch durch die über 70 neu beschafften Fahrzeuge von Modertrans deutlich, die hier seit 2019 hinzukamen. Mit Wagen 951 zeigte sich eines der neuen Fahrzeuge an der Station Św. Czesława.

Inzwischen befand ich mich wieder am Königlichen Residenzschloss. Bevor das Gebäude selbst für die Linie 20 gleich wieder in den Fokus rücken sollte, setzte ich zunächst noch ein Bild an der Station Uniwersytet Ekonomiczny um. Hier zeigte sich Combino 510 kurz vor der Station. Das eigentliche Motiv stellten jedoch die großen Kreuze im Hintergrund dar. Dabei handelt es sich um ein Denkmal auf dem Mickiewicz-Platz, welches dort für die Arbeiterproteste im Juni 1956, die gewaltsam niedergeschlagen wurden, aufgestellt wurde.

So wirklich perfekt ging mein Plan mit dem nächsten Bild der Linie 20 nicht auf. Eigentlich wollte ich den Wagen 71 mit dem Königlichen Residenzschloss im Hintergrund ablichten, wie ich es gestern an derselben Stelle bereits bei Ausfahrt aus der Station Zamek gemacht hatte. Einerseits war die Sonne für das Motiv jedoch schon zu weit herumgewandert, andererseits fuhr genau dann ein Bus von hinten ins Bild, als ich das Motiv umsetzen wollte. Den Bus konnte ich zwar mehr oder weniger gut hinter dem Wagen verstecken, dafür hatte sich die Perspektive des Bildes stark verändert.

Zumindest das Bild von Wagen 610 beim Abbiegen vor dem Königlichen Residenzschloss gelang mir perfekt.

Nachdem das zweite Bild der Linie 20 etwas schief gegangen war, galt es nun, sich ein neues Motiv für die nächste Runde zu suchen. Ein kurzer Abgleich des Sonnenstandes mit der Stelle an der Station Ryneck Wildecki ergab, dass das Licht dort nun perfekt stehen sollte. Bis Wagen 71 dort sein sollte, hatte ich nun maximal noch eine halbe Stunde. Von der Station Uniwersytet Ekonomiczny aus würde mich die Linie 92 aber auch direkt zum Motiv bringen, sodass ich nicht wirklich in Stress ausbrach. Da die Linie gerade weg war und erst in 15 Minuten wieder kommen würde, blieb mir hier noch etwas Zeit. Den Platz rund um das Königliche Residenzschloss hatte ich nun in allen Richtungen und bei allen Sonnenständen gut abgearbeitet. Hier galt es also nichts mehr zu erledigen. Untätig an der Station stehen bleiben, wollte ich aber auch nicht und daher entschied ich mich dazu, einfach bis zur nächsten Station Poznań Główny zu Fuß zu gehen. Der kurze Abschnitt zwischen den beiden Stationen befand sich jedoch fast im Gleisachsenlicht, weshalb ich mir dort ein Bild sparte. Die Station Poznań Główny knickte nochmal ein wenig ab, wodurch die Strecke wieder ins Licht rückte. Problematisch war nur, dass ein Bild eines von der Station Uniwersytet Ekonomiczny aus kommenden Wagens relativ steil wäre. Perfekt wäre hier eigentlich ein Zweirichtungswagen von hinten, von dem ich einen Nachschuss schießen könnte. Als nur noch eine Minute für die Linie 92 auf der Anzeigetafel an der Station stand, wurde mein Wunschszenario erfüllt. Von hinten näherte sich eine Linie 95, die von einem Zweirichtungswagen bedient wurde. Nach dem Bild musste ich etwas zum Anfang der Station rennen, um die Linie 92 noch zu bekommen, die wie gewohnt mit enormem Tempo bis zum Ende des Bahnsteiges gejagt war. Ich schaffte es gerade noch in die letzte Tür zu springen und es ging bis zur Station Ryneck Wildecki. Bis hier die Linie 20 kommen sollte, hätte ich noch knapp 10 Minuten Zeit. Also guckte ich mich ein wenig an der Station um. Die Lichtverhältnisse hatten sich inzwischen verändert, sodass neue Motive ins Licht gerückt waren. Durch den dichten Verkehr von drei Linien an dieser Stelle gelangen mir noch drei weitere Bilder, bevor die Linie 20 folgte, die ich an meinem ausgewählten Motiv umsetzen wollte.

Gerade noch rechtzeitig hatte es die Linie 95 zur Station Poznań Główny geschafft, um mir einen Nachschuss an dieser Stelle zu ermöglichen. Im Gegensatz zu der Einrichtungsvariante gibt es von der ältesten Generation Modertrans Wagen in Posen nur wenige Zweirichtungsfahrzeuge. Da die Wagen zudem nicht in ihrer eigentlichen Funktion als Zweirichtungswagen genutzt werden, sondern auf Linien mit Schleifen an beiden Endhaltestellen zwischendrin eingesetzt werden, war es gar nicht so einfach eines der Fahrzeuge vor die Linse zu bekommen. Umso schöner, dass es hier mit Wagen 918 funktionierte und ich direkt das Merkmal des Zweirichtungswagens durch den Nachschuss nutzen konnte.

An der Station Ryneck Wildecki angekommen, gelang mir ein Bild einer Linie 3, die sich auf die Station zu bewegte. Die Straße nahe der Station hatte ich vorhin schon ins Auge gefasst, da war die Sonne jedoch nicht weit genug herumgewandert, sodass Häuserschatten die Strecke bedeckt hatten. Das hatte sich nun geändert und der Wagen 934 zeigte sich hier im Sonnenlicht.

Bei der Linie 92 handelte es sich, wie bei allen Linien im 90er-Bereich wahrscheinlich um eine Baustellenlinie. Die Linie bediente zumindest eine ungewöhnliche Verbindung, bei der es zunächst auf der Achse der Linie 3 auf die Station Ryneck Wildecki zu ging, bevor die Linie über eine Gleisverbindung auf die Achse der Linie 10 wechselte und sich über diese Achse von der Station Ryneck Wildecki wieder entfernte. Hier befand sich Wagen 431 noch auf der Achse der Linie 3 und war gerade im Begriff auf die Achse der Linie 10 zu wechseln.

Auf eben jener Achse der Linie 10 kam nur kurz danach in Form von Wagen 942 eine Linie 10 angefahren. Laut Google-Maps sollte nur eine Minute später die Linie 20 folgen. Da ich die Strecke allerdings sehr weit einsehen konnte, machte ich mir keinen Stress zum eigentlichen Motiv für die Linie 20 zu gehen, da der Wagen im Hintergrund noch nicht in Sicht war. Das Interessante an der Umgebung rund um die Station Ryneck Wildecki war der Unterschied zwischen einigen heruntergekommenen Häusern und einer ganzen Reihe an bereits sanierten Häusern.

Nach dem letzten Bild hatte ich mich zügig in Richtung meines eigentlichen Motives bewegt. Erneut sollte die Kirche Kościół Maryi Królowej als Motiv dienen. Inzwischen waren aber auch die letzten Schatten aus der Haltestelle heraus gewandert und die Kirche selbst befand sich im perfekten Licht. Tatsächlich folgte nur kurz nach der Linie 10 Wagen 71 als Linie 20 in die Station Ryneck Wildecki.

Jetzt hatte ich es ein wenig eilig. Ich wollte den Wagen noch erwischen, wenn er in der Innenstadt auf dem Weg zurück zur Anfangshaltestelle sein würde. Da ich das Stück von der Station Rondo Kaponiera bis zur Anfangsstation Biblioteka Uniwersytecka bereits kannte, blieb mir für ein neues Motiv nur die Strecke von der Station Rynek Jeżycki bis Stare Zoo. Also schwang ich mich direkt in die nächste Linie 10, die mich bis zur Station Rondo Kaponiera brachte. Von dort aus gab es nur zwei Linien, die die Station Stare Zoo überhaupt bedienten. Die eine Linie war gerade weg und die andere Linie nutzte den Streckenabschnitt nur als große Schleife. Also blieb mir nur noch der Weg zu Fuß. So wirklich viel Zeit hatte ich jedoch nicht mehr, denn der Wagen sollte bald schon an der Station Stare Zoo sein. Bis Rynek Jeżycki würde ich es in jedem Fall nicht mehr schaffen. Blieb also nur noch ein Motiv in der Nähe der Station Stare Zoo. Wirklich perfekt stand das Licht hier zwar nicht, aber besser als gar nicht. Kurz bevor der Wagen 71 letztendlich kam, zog noch eine Wolke vor die Sonne und ein rotes Auto stellte sich in mein Bild. Folglich war die letztendliche Umsetzung des Bildes alles andere als perfekt. Zumindest auf seiner nächsten Runde wollte ich den Wagen aber noch zwei Mal gut erwischen. Bei meinem ersten Motiv griff ich dabei auf eines der Motive zurück, welches ich heute schon einmal umgesetzt hatte. Das Motiv mit Wagen 610 beim Abbiegen vor dem Königlichen Residenzschloss minimierte die Störfaktoren lediglich auf fehlendes Licht. Dieses Risiko bestand aber immer. Für die Rückfahrt wollte ich dann bis zur Station Rynek Jeżycki vorstoßen und mich dort nach einem Motiv umschauen. Von der Station Zamek aus würde das auch deutlich schneller gehen als bei der letzten Runde und ich hätte so mehr Zeit für Motivsuche. Tatsächlich stellte sich die Umgebung an der Station Rynek Jeżycki als sehr schön heraus und ich lichtete den Wagen dort ab. Weitere Bilder folgten von Planwagen an und rund um die Station.

Alles andere als perfekt gelang mir ein weiteres Bild des Wagens 71 an der Station Stare Zoo. An sich stellte das Haus ein ganz schönes Motiv dar, durch den kurzfristigen Wechsel des Ausschnittes wurde das Haus jedoch ein wenig abgeschnitten und auch die Sonne spielte im Bild nicht wirklich mit.

Der einzige Störfaktor, der bei diesem Motiv mit reinspielte, schlug zu. Während das Königliche Residenzschloss fast komplett in der Sonne war, wurde der Wagen im Vordergrund nicht wirklich ausgeleuchtet. Komplett ins Dunkel war der Wagen jedoch nicht gefallen, was ich sehr dankbar zur Kenntnis nahm, da die dunkelgrüne Lackierung ohne Sonne nicht viel hergibt. Zumindest zeigten sich bei dem Bild von Wagen 71 rund um das Fahrzeug wenige Autos.

Inzwischen befand ich mich bereits in der Nähe der Station Rynek Jeżycki. Rund um die Station waren eine ganze Reihe an Häuserfassaden schön restauriert worden und die davor verlaufenden Strecken der Straßenbahn befanden sich im richtigen Licht. Zunächst gelang mir ein Bild von Wagen 443 kurz nach Verlassen der Station Rynek Jeżycki.

Etwas verspätetet kam etwa eine Viertelstunde später Konstal 71 um die Ecke gekurvt. An diesem Motiv gelang mir auch endlich ein ordentliches Türseitenbild des Wagens. Neben der Station befand sich zudem ein großer Wochenmarkt auf dem ein geschäftiges Treiben herrschte. Im Hintergrund ist eine weitere Querverbindung der Straßenbahn zu erahnen. Während auf dieser Querverbindung einiges los war, fuhren auf dem Stück, auf das gerade Wagen 71 abbog, lediglich zwei Linien. Daher hatte ich mich Teile der Strecke zu Fuß entlang gearbeitet.

Mit den Linien 6, 8, 13, 18 und 30 fuhren bei meinem Besuch baustellenbedingt gleich fünf Linien auf der Querverbindung. Dadurch war extrem dichter Verkehr und es kam eigentlich ständig etwas. Auf dem Abzweig kurz nach der Station zeigte sich Wagen 420 neben einer der teilweise schön restaurierten Häuserfassaden.

Nur wenige Meter weiter folgte kurze Zeit später Wagen 615. Gerade so reichte die Lücke zwischen Auto und Häuserschatten, um den Wagen in seiner vollen Länge unterzubringen.

Bei einem Blick auf Google-Maps, um mir weitere Ziele für den Nachmittag raus zu suchen, hatte ich festgestellt, dass auf der baustellenbedingt nicht betriebenen Strecke der Linie 15 eine Baustellenlinie eingerichtet worden war. Die Linie 96 schien das Stück Strecke von der Endhaltestelle Junikowo bis zur letzten Haltestelle vor der Baustelle, der Haltestelle Bałtyk, im Pendelverkehr zu betreiben. Meine Hoffnung auf die ehemaligen Frankfurter O-Wagen war wieder ein wenig geweckt. Für diese Linie würde es Zweirichtungswagen brauchen und vielleicht wären davon ja noch nicht genug Niederflurwagen vorhanden, sodass die O-Wagen auch am Samstag fahren müssten. Von der Haltestelle Rynek Jeżycki aus waren es nur wenige Stationen, bis ich auf die Linie 96 treffen würde. Daher begab ich mich mit der nächsten passenden Bahn zur Haltestelle Rondo Nowaka-Jeziorańskiego, an der auch die Linie 96 verkehrte. Meine kurz aufkeimenden Hoffnungen doch noch Altwagen zu Gesicht zu bekommen, wurde aber leider enttäuscht. Die Linie wurde ausschließlich von der Modertrans Moderus Gamma LF 04 AC BD Baureihe betrieben. Daher brach ich nach einem Bild an der Station meine Reise zur Linie 96 ab und begab mich zurück in Richtung Innenstadt. Vielleicht würde sich ja für die letzte Runde der Linie 20 noch irgendwo ein Motiv ergeben. Über die Stationen Rynek Jeżycki und Most Teatralny ging es zurück zur Station Gwarna. Da passierte aber erstmal gar nichts. Schon auf dem weg dorthin hatte ich mich gewundert, dass mir teilweise Linien entgegenkamen, die eigentlich auf einem anderen Weg durch die Innenstadt fahren sollten. An der Station wurde mir dann auch der Grund dafür klar. Hier fand gerade eine Demonstration statt, die genau auf den Gleisen einmal durch die Innenstadt verlief. Es ging also erstmal gar nichts mehr. Problematisch daran war für mich, dass auch die Linie 20 so keine Chance haben würde, hier entlang zu fahren, um auf die letzte Runde zu starten. Da ich aber auch nicht wusste, welchen Fahrtverlauf die Linie alternativ einschlagen würde, blieb mir nichts anderes übrig, als mich an die Haltestelle zu setzen und zu hoffen, dass die zugegen relativ übersichtlich besuchte Demonstration schnell wieder weg sein würde. Diese Hoffnung wurde aber letztendlich zerschlagen. Eine Stunde lang ging hier erstmal gar nichts und den Wagen 71 sah ich nur noch beim Abbiegen auf dem Weg zum Depot. Ein letztes Bild der Linie 20 blieb mir so verwehrt. Zumindest der Planverkehr kam aber nach und nach wieder in Gang und so konnte ich rund um die Stationen Zamek und Grudnia immerhin noch einige Bilder im Abendlicht umsetzen.

Einer der Kurse auf der Linie 96 wurde durch Wagen 948 bedient. Auch alle anderen Kurse übernahm die neuste Fahrzeugserie. Daher setzte ich mich an die Haltestelle und stärkte mich mit meinem zuvor gekauften Essen, bevor es für die letzten Nachmittagsbilder zurück in die Stadt gehe sollte. Zumindest hatte ich so mit dem Wagen an der Haltestelle Rondo Nowaka-Jeziorańskiego auch diese Baustellenlinie einmal festgehalten.

Inzwischen befand ich mich wieder am Most Teatralny. Hier war das Licht so weit herumgewandert, dass die westliche Haltestelle am Platz ins richtige Licht gerückt war. Für den Wagen 418 in neuer Lackierung investierte ich direkt ein weiteres Bild. Bei Sonnenschein ist die neue Lackierung gegenüber der alten Lackierung für meinen Geschmack eine klare Verbesserung. Bei Schatten neigen diese dunkel-metallic Lackierungen gerne dazu, überhaupt nichts herzugeben. Zum Glück schien an diesen zwei Tagen die Sonne, weshalb ich kein Problem mit der Lackierung bekam. 

Nach etwas mehr als einer Stunde Pause durch die Demonstration begann der Planverkehr wieder auf den vorgesehenen Wegen zu verkehren. Wagen 435 war der erste Wagen, der sich nach der langen Flaute im Abendlicht kurz vor der Station Zamek zeigte. Eigentlich war genau diese Stelle für den Wagen 71 auf seiner letzten Runde vorgesehen, die Demonstration wollte es aber anders und so musste ich mich mit einem Planwagen begnügen.

Jetzt kamen hier fast im Minutentakt Wagen in die Station gefahren. Wie auch schon gestern war auch am heutigen Nachmittag erneut die Linie 30 als Zubringerlinie für das Festival angelaufen und verdichtete den Verkehr auf diesem Streckenabschnitt enorm. Wagen 502 fuhr in die Station ein und hatte gerade noch lange genug gebraucht, dass die Sonne sich hinter einer kleinen Wolke wieder hervorgekämpft hatte.

Auch auf dem kurzen Stück zwischen den Stationen Gwarna und Marcinkowskiego fand ich trotz der Stunde Betriebspause noch ein kleines Stück Sonne. Mit einem Kunstschuss gelang mir dort ein Bild von Wagen 629 als Linie 16. Während um den Wagen herum schon fast alles im Schatten versunken war, strahlte der Kopf des Wagens im schönen Abendlicht.

Das letzte Bild war um 18 Uhr entstanden. Dementsprechend geringer wurde die Auswahl an sonnigen Stellen im Netz. Einen Linienast nach Piątkowska hatte ich noch auf dem Zettel stehen. Bereits nach wenigen Stationen, die ich mich auf diesem Linienast mit der nächsten passenden Bahn bewegt hatte, beschloss ich diese Unternehmung aufzugeben. Die gesamte Strecke befand sich bereits im Schatten und es würden sich keine Möglichkeiten mehr ergeben, hier noch einen Sonnenspot zu finden. Damit blieb nur noch eine letzte Option. Brücken! Brücken sind die Orte im Liniennetz, an denen bekanntermaßen die Sonne am längsten scheint. Möglichkeiten ergaben sich da für mich an verschiedenen Orten. Zunächst würde ich es an der Station Rondo Kaponiera versuchen. Dort gab es zwar keine Brücke im klassischen Sinne, die Station war dort aber sehr weitläufig, sodass die Möglichkeit auf Sonne noch relativ hoch sein sollte. Zum Abschluss des Tages würde es dann zu den Stationen Most Św. Rocha und AWF gehen, an denen zwei Brücken mit Straßenbahnlinien parallel über die Warthe verliefen. Dort sollten mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages die finalen Bilder für heute entstehen.

Auf dem Weg zum Ast nach Piątkowska entstand ein Bild an der Station Wielkopolska. Da ich in einer Linie 10 gesessen hatte, die den Ast nach Piątkowska nicht bediente, musste ich an dieser Station umsteigen. Dabei gelang mir ein Bild auf der Kreuzung vor der Station, auf die noch genügend Licht fiel. Wagen 947 stellte den entgegenkommenden Kurs der Linie 10 dar.

Tatsächlich ergab sich wie angenommen an der Station Rondo Kaponiera noch ein schönes Motiv im Abendlicht. Die Station ist gleich für mehrere hintereinanderstehende Bahnen ausgelegt, sodass sich einiges an Bewegungsfreiheit für mich ergab, um die perfekte Stelle für ein Bild zu finden. Letztendlich entschied ich mich für diese Umsetzung mit Wagen 555.

Inzwischen war es schon 19 Uhr und noch immer fiel auf der Brücke an der Station Most Św. Rocha noch Licht auf die Strecke. Im warmen Abendlicht überquerte Wagen 628 als Linie 16 die Brücke und erreichte die Station.

Das Wechseln von der einen Brücke auf die andere hatte länger gedauert als erwartet. Luftlinie waren die zwei Brücken zwar nicht weit voneinander entfernt, die Verbindung mit der Bahn nahm jedoch einiges an Zeit in Anspruch. So war ich erst eine halbe Stunde nach meinem vorherigen Bild an der zweiten Brücke bei der Station AWF angekommen. Noch immer schienen letzte Sonnenstrahlen auf die Brücke, obwohl das Licht inzwischen fast von unten kam. So entstand das in Rot getauchte Bild von Wagen 626 als Abschlussbild des Tages.

Jetzt war auch das letzte Licht des Tages verschwunden. Um kurz vor 20 Uhr stellte ich damit den Fotobetrieb für den heutigen Tag ein. Zurück an der Station Wrocłaska ging es für das heutige Abendbrot in einen Zabka. Ich wollte mir das Essen mit ins Hotel nehmen. Der Tag war anstrengend genug gewesen, daher war ich ganz froh jetzt einfach Feierabend machen zu können. Voll beladen mit Essen im Rucksack ging es in der Folge an die Haltestelle, um mit der nächsten Linie 13 auf direktem Wege zum Rondo Starołęka und meinem dort liegenden Hotel zu gelangen. Die Haltestellenanzeige zeigte fünf Minuten für die nächste Linie 13 an. Das würde doch perfekt passen. Nur irgendwie kam da nach fünf Minuten keine Linie 13. Generell kam aus der Richtung überhaupt nichts mehr. Nach und nach liefen die Ankunftszeiten der Linien herunter, es kamen aber keine Bahnen. Nach 15 Minuten Wartezeit reichte es mir. Wer weiß, wann da das nächste Mal etwas gekommen wäre. Also ging ich auf die Gegenseite der Haltestelle, an der regelmäßig Bahnen ankamen. Das würde jetzt natürlich deutlich länger dauern. Anstatt auf direktem Wege zum Hotel zu gelangen, musste ich zunächst mit der Linie 10 bis zum Most Teatralny fahren. Von dort ging es mit dem nächsten passenden Kurs zur Haltestelle Poznań Główny. Ab dieser Station gab es mit der Linie 12 eine direkte Verbindung zum Rondo Starołęka. Diese ganze Aktion hatte mich inklusive Wartezeit jetzt 30 Minuten gekostet. Das viel größere Problem war, dass mein Bier im Rucksack langsam warm wurde. Am Ende passte aber trotzdem alles und ich kam um 21:30 Uhr im Hotel an. Nachdem dort mein Abendbrot mit immer noch akzeptabel kaltem Bier verzehrt wurde, gingen schnell die Lichter aus. Morgen würde es wieder früh raus gehen, denn es stand die nächste Etappe der Reise nach Bromberg auf dem Programm. Darüber gibt es mehr im nächsten Teil von “Rundreise durch Nordpolen”.

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