Rundreise durch Nordpolen III: Jede Menge Pesa’s in Bromberg

Der erste Betrieb der Reise war mit Posen nun abgearbeitet. Für den heutigen Tag stand mit Bromberg der nächste Betrieb auf dem Programm. Der Sonntagsverkehr versprach nicht gerade viel Spannung oder einen dichten Takt, daher ließ ich mich heute ein wenig durch das Netz treiben und sollte später am Tag mit der Linie 0 als historische Linie zumindest ein bisschen Abwechslung in den Tag bekommen.


Sonntag, 17. August 2025: Jede Menge Pesa’s in Bromberg

Um 7 Uhr klingelte heut bereits der Wecker. Schließlich musste ich am Morgen erst noch von Posen nach Bromberg kommen, bevor ich dort in meinen Fototag starten konnte. Von Posen aus waren das knapp zwei Stunden Fahrzeit. Also wurden schnell die letzten Sachen zusammen geschmissen, es ging ins Auto und auf den Weg nach Bromberg. Frühstück würde ich mir in Bromberg suchen, zu so früher Stunde an einem Sonntagmorgen war das Angebot so weit außerhalb der Innenstadt von Posen eher begrenzt. Zumindest die Autobahn war dafür auch komplett leer und so kam ich ohne irgendwelche Zwischenfälle schon um 9 Uhr in Bromberg an. Mein Hotel befand sich direkt an der Straßenbahn nicht weit entfernt von der Innenstadt. Also stellte ich mein Auto auf dem Hotelparkplatz ab und dann ging es direkt mal los zur Straßenbahn. Hier stellte sich der Erwerb einer Fahrkarte als nicht so kompliziert wie in Posen heraus. Direkt an der Haltestelle vor meinem Hotel befand sich ein Ticketautomat, sodass ich mir eine 24-Stunden-Karte kaufen konnte. Mit der nächsten Bahn ging es nun erstmal in Richtung Innenstadt. Bevor ich hier mit den ersten Bildern starten wollte, benötigte ich zunächst Frühstück. Auch hier war die Auswahl in der Innenstadt eher begrenzt und so ging es wie so häufig schon in diesem Urlaub in einen Zabka, der auch am Sonntagmorgen schon die Türen geöffnet hatte. Danach ging es zur Haltestelle Plac Praw Kobiet. An dieser Stelle schien schon etwas Licht auf die sonst größtenteils im Schatten liegende Innenstadtdurchquerung. Auch wenn das Licht dort nicht perfekt stand, schoss ich schonmal ein Bild. Man weiß ja nie, was noch dazwischenkommen würde. Danach wollte ich mich meiner ersten Streckenerkundung annehmen. Zunächst sollte es zur Endstation Las Gdański P+R herausgehen. Hier fuhren mit den Linien 1, 2 und 10 drei Linien heraus, was den sonst sehr dünnen Sonntagmorgenverkehr zumindest auf eine annehmbare Taktung verdichtete.

An der Haltestelle Plac Praw Kobiet fiel das Licht genau passend für einen der fünfteiligen Pesa’s in die Gasse herein. Wagen 367 kam gerade in die Station gefahren. Das Licht stand zwar noch relativ seitlich, ein erstes Bild konnte aber nicht schaden.

Der Großteil der Achse durch die Innenstadt bis zur Station Gdańska – Chodkiewicza befand sich am Morgen noch im Schatten. Daher merkte ich mir diese Strecke für später am Tag vor. Ab der Station Gdańska – Artyleryjska lichtete sich die Umgebung der Strecke ein wenig und die Häuserfassaden, die zuvor noch Schatten auf die Strecke gebracht hatten, wurden durch lockere Bebauung ersetzt. Ab der Station Gdańska – Artyleryjska wechselte die Straßenbahn zudem in Seitenlage und verkehrte auf einem Rasengleis im weiteren Verlauf. Wagen 379 erreichte soeben die Station Gdańska – Artyleryjska.

Bereits sechs Minuten später folgte die Linie 1. Bei dieser Linie handelte es sich eher um eine unbedeutende Linie, die nicht den ganzen Tag über bedient wurde. Daher fand sich hier eines der wenigen Einsatzgebiete für die dreiteiligen Pesa’s wieder. Wagen 178 hatte gerade die Station Gdańska – Artyleryjska verlassen und befand sich bereits fast auf der Kreuzung über die Straße. Trotzdem querten immer noch munter Autos die Gleise.

Inzwischen befand ich mich bereits an der Endstation Las Gdański P+R. Die Strecke bis hierhin war, wie bereits im vorletzten Bild zu erahnen ist, größtenteils in einer Baumallee verlaufen, die nicht sonderlich viele Motivmöglichkeiten zu bieten hatte. Die Endstation selbst war jedoch relativ fotogen und befand sich in Mitten eines kleinen Waldstücks. Ich hatte Glück, dass gerade eine Linie 2 in die Station eingefahren war, die als einzige von den drei hier endenden Linien auf dem größtenteils sonnigen Bahnsteiggleis einfuhr. Wagen 380 machte noch eine Weile Endstation, sodass ich nach dem Bild einen Stellungswechsel vollziehen konnte.

Kurz vor der Kurve hinter der sich die Endstation auftat, ergab sich ein kleines sonniges Stück, auf dem die aus der Endstation kommenden Wagen festgehalten werden konnten. Auch hier stand das Licht nicht ganz optimal, für ein weiteres Bild von Wagen 380 kurz nach Verlassen der Endstation reichte es aber aus.

Bisher hatte ich noch nicht herausfinden können, ob auch in Bromberg am Wochenende historischer Verkehr geboten wurde. Bei einem Blick auf die ausgehängten Fahrpläne an einer Haltestelle war mir jedoch die Linie 0 ins Auge gesprungen. Die Linie verkehrte nur sonntags und wurde zudem explizit als historische Linie ausgeschildert. Starten sollte die Linie bereits um 11:30 Uhr. Daher blieb mir gar nicht mehr allzu lange Zeit, mir ein geeignetes Motiv für den historischen Wagen zu suchen. Mit der nächsten Bahn sollte es also zurück in Richtung Innenstadt gehen. Der Beginn der Linie befand sich an der Station Rycerska. Von dort ging es einmal durch die Innestadt bis zur Station Bielawy und wieder zurück. Auf dem Ast von der Station Rycerska in Richtung der Station Garbary sollte der Wagen genau im richtigen Licht angefahren kommen. Daher wollte ich erstmal zur Station Garbary, um mich dort nach einem möglichen Motiv umzugucken. Da es zu der Station keine direkte Verbindung gab, ging es zunächst zur Station Rondo Jagiellonów. Von dort musste ich einmal in die entgegengesetzte Richtung weiter zur Station Garbary. Dort fand sich glücklicherweise hinter der Station direkt ein geeignetes Motiv, denn der Wagen kam bereits angefahren, sodass eine weitere Motivsuche ohnehin nicht mehr möglich gewesen wäre. Nach dem Bild arbeitete ich mich den Ast weiter bis zur Station Dworzec Główny entlang und schoss hier und da ein Bild. Danach ging es für ein weiteres Bild der Linie 0 zurück zur Station Garbary. Da es sich bei dem Wagen auf der Linie 0 um einen Zweirichtungswagen handelte, konnte ich mich hier auch eines Nachschusses bedienen.

Bei Konstal 68 handelt es sich um eines von zwei betriebsfähigen Museumstriebfahrzeugen. Im Gegensatz zum deutlich älteren Herbrand Wagen war der Wagen aber komplett geschlossen und so bei dem heute angesagten durchwachsenen Wetter besser geeignet. Während der Wartezeit hatte ich ein Auf und Ab durch wechselnde Licht- und Schattenverhältnisse durchgemacht. Genau passend beim Erscheinen des Wagens hatte sich die Sonne hinter einer Wolke hervorgekämpft. So erstrahlte Konstal 5N 68 im Licht beim Einfahren in die Station Garbary.

Nur wenige Meter weiter die Strecke herunter erhob sich eine eben schon im Hintergrund zu erahnende Brücke. Konstruktiv war die Brücke durchaus sehenswert, sodass ich ein Bild mit Pesa 140 als nächsten Planwagen ablichtete.

Direkt hinter der Brücke befand sich die Station Dworcowa Matejki. Auch hier wartete ich einen weiteren Planwagen ab, da sich die Station an einem fotogenen alten Backsteinhaus befand. Erneut hatte ich mächtig Glück mit der Sonne, die gerade noch herauskam, bevor Wagen 113 sich wieder in Gang setzte. Während der Wartezeit hatte ich einen weiteren Fotografen aus Deutschland getroffen, der explizit für den Museumsverkehr nach Bromberg gekommen war. Ich unterhielt mich eine Weile lang und erfuhr so von weiteren Betrieben, bei denen ich mit Museumsverkehr am Wochenende rechnen könnte. Vielleicht würde sich dort auf der Reise noch etwas ergeben…

Ich hatte mich mit dem nächsten Wagen ein wenig weiter die Strecke entlang bewegt. An der Station Dworzec Główny hatte ich die Bahn wieder verlassen. Beim ersten hatte sich eine Wolke vor die Sonne geschoben. Jetzt war die Gegenbahn zu einem unpassenden Zeitpunkt gekommen. Der Wagen 381 hatte es aber fast komplett aus dem Schatten der Gegenbahn herausgeschafft, sodass ich mich mit dieser Umsetzung zufriedengab. Der Sonntagsverkehr lud auch nicht gerade dazu ein, noch länger zu warten.

Bei Wagen 68 auf seiner Rückfahrt zur Station Rycerska hatte ich mein Glück jedoch aufgebraucht. Eine dicke Wolke hatte sich vor der Sonne festgesetzt, sodass die Sonne für das Bild ausblieb. Ich befand mich fast an derselben Stelle, wie bereits beim ersten Bild kurz hinter der Station Garbary. hier bediente ich mich eines Nachschusses, was beim einzigen Zweirichtungswagen im heutigen Betrieb zumindest kein Problem darstellte.

Nun hatte ich erstmal wieder ein bisschen Pause von der Linie 0. Auf der nächsten Fahrt wollte ich den Wagen nur auf seinem Rückweg an einer Stelle ablichten, sodass ich erstmal knapp 1½ Stunden Zeit haben würde, bevor ich beim angestrebten Motiv sein müsste. Da ich auch nur heute und den halben Tag morgen für die Erkundung des Betriebs Zeit haben würde, wollte ich mir nun den nächsten Ast des Betriebes vornehmen. Es sollte zur Endhaltestelle Wilczak die Strecke der Linien 1 und 3 heraus gehen. Bei zwei Linien war der Takt schon wieder relativ mäßig, sodass ich mit Bedacht die Stellen raussuchen musste, an denen ich wirklich ein Bild schießen wollte. Bis zur Station Nakielska – Wrzesińska war die Strecke eher uninteressant, ab dort verlief die Strecke eingleisig in Seitenlage zur Straße. An sich war das erstmal relativ interessant. Problematisch war nur, dass die Wolken rund um die Sonne im Moment deutlich mehr geworden waren. Daher musste man bei zwei Linien im 30-Minuten-Takt schon ordentlich Glück haben, gerade einen Sonnenspot zu erwischen. Beim ersten Versuch glückte dies nicht. Nachdem es auch beim zweiten Versuch nicht für Sonne gereicht hatte, entschied ich mich dazu, weitere Versuche bleiben zu lassen. Dieser Ast war bei dem Wetter einfach nicht optimal mit dem dünnen Takt. Ich behielt mir die Stelle für morgen im Hinterkopf. Auf der Rückfahrt lichtete ich noch eine Stelle ab, die mir von der Hinfahrt im Kopf geblieben war. Danach versuchte ich mich an der Umsetzung eines weiteren Bildes der Linie 0. Aber auch dabei blieb das Licht weg und da ich das Bild später am Tag noch mit etwas mehr Sonne umgesetzt bekam, lasse ich diesen Versuch hier außen vor. Jetzt wollte ich mich erstmal von der Station Rondo Jagiellonów die Strecke bis zur Kreuzung an der Station Rondo Fordońskie herunter arbeiten. Zum einen befand sich die Achse im Moment genau richtig im Licht. Des Weiteren war dort durch gleich sechs Linien dichter Verkehr, sodass ein Wolkenschaden hier nicht so große Auswirkungen haben würde.

Eigentlich hatte ich mich hier auf einen Kurs der Linie 1 mit einem dreiteiligen Pesa eingestellt. Dieser hätte perfekt in die Lücke zwischen zwei Masten gepasst. Für den fünfteiligen Pesa 118 hatte ich meine Kamera kurzerhand auf Schnellschuss umgestellt, um mit etwas Glück den perfekten Spot zwischen den zwei Masten zu treffen. Tatsächlich war der Plan aufgegangen und der Wagen zeigte sich leider ohne Sonne auf dem eingleisigen Stück am Ende des Astes kurz vor der Station Nakielska/Słoneczna.

Zumindest ein Motiv funktionierte an diesem Ast in der Sonne. Ich befand mich nahe der Station Nakielska/Wrocławska und somit bereits fast wieder in der Innenstadt. Eine ganze Weile hatte Wagen 386 gebraucht, um in das Motiv zu gelangen, seitdem ich ihn das erste Mal gesehen hatte. Mindestens an drei Kreuzungen stand der Wagen, bevor er gerade noch rechtzeitig ins Bild gefahren kam. Nur wenige Sekunden später tauchte die nächste Wolke das Motiv ins Dunkel.

An der Station Dworzec Autobusowy, an der sich auch mein Hotel befand, war vor einem riesigen neuen Einkaufscenter ein altes Backsteingebäude übriggeblieben. Mit dem kleinen Turm mit integrierter Uhr bot das Gebäude ein schönes Motiv im richtigen Licht. Wagen 119 kam nach zwei Versuchen als erster Wagen in der Sonne ins Motiv gefahren. 

Kurz darauf folgte Wagen 175. Der dreiteilige Pesa kam in die Station Dworzec Autobusowy gefahren, an dessen Ende ich mich aufgestellt hatte.

Wieder war ich nur wenige Meter weitergekommen, bevor bereits der nächste Wagen herangefahren kam. Der dichte Verkehr von sechs Linien war hier sogar am Sonntag durchaus spürbar. Wagen 116 befand sich kurz vor der Station Dworzec Autobusowy. Jetzt hatte es sogar mein Hotel für meinen Aufenthalt in Bromberg ins Bild geschafft.

Inzwischen befand ich mich an der Station Rondo Fordońskie. Hier trennten sich die Linien 4, 6 und 8 von den Linien 3, 5 und 10. Folglich endete das dicht befahrene Stück. Während die letztgenannten Linien weiter geradeaus führten, knickten die Linien 4, 6 und 8 nach rechts ab und führten kurz darauf in einer Parallelstraße in die gleiche Richtung weiter. Ich befand mich kurz hinter dem Abzweig und konnte den dreiteiligen Pesa 172 als Linie 8 festhalten.

Zwei Stationen weiter der Achse der Linien 3, 5 und 10 gefolgt, gab es erneut einen Abzweig, an dem einige andere Linien dazustießen. Bis zu diesem Abzweig folgte ich weiter dem Streckenverlauf. Die Strecke führte zwischen den beiden Abzweigen durch ein Gewerbegebiet, welches nicht gerade dazu einlud, die Bahn noch vor dem zweiten Abzweig für ein Bild zu verlassen. Also ging es erst an der Station Most Kazimierza Wielkiego aus der Bahn. Es entstanden zwei Bilder an der Kreuzung, bevor es weiter ging. Ich wollte mich irgendwie zur Station Szarych Szeregów vorarbeiten. Dabei handelte es sich um eine große Kreuzung, an der sich sechs Linien trafen. Zudem war es ein guter Startpunkt, um diesen Teil des Netzes ein wenig näher zu erkunden. Passenderweise kam an der Station Most Kazimierza Wielkiego als nächstes eine Linie 11 angefahren. Diese brachte mich ohne Umsteigen zur angestrebten Station. Dort wartete ich zunächst auf einen Kurs, der sich in meinem Motiv auf der großen Kreuzung präsentieren sollte. Das dauerte aber schon deutlich länger als gedacht. 15 Minuten wartete ich, bevor endlich eine passende Bahn kam. Das war mir entschieden zu lange. Da ich bei inzwischen wieder fast blauem Himmel noch ein paar Sonnenbilder von der Linie 0 ablichten wollte, entschied ich mich dagegen, von hier aus die gesamten unbekannten Strecken zu erkunden. Stattdessen bewegte ich mich nur eine Station den Ast nach Glinki entlang und schoss ein Bild des Kurses, der in Richtung Endstation unterwegs war. Danach ging es im schnellen Schritt zurück zur Kreuzung an der Station Szarych Szeregów.

Die Gleiskonstruktion an der Station Most Kazimierza Wielkiego war durchaus sehenswert. Für Bahnen, die in Richtung Innenstadt unterwegs waren, gab es vor der Kreuzung zwei Möglichkeiten. Wenn geradeaus weiter in Richtung Innenstadt verkehrt werden sollte, ging es auf dem rechten Gleis weiter, Bahnen die an dieser Kreuzung abknickten, mussten auf das linke Gleis wechseln. An sich eine sehr gute Möglichkeit, um mit den wartenden Bahnen fürs Abknicken nicht den Durchgangsverkehr zu behindern. Beim Anblick, wie die Multigelenker durch die enge Kurve ruckten, und auch beim erlebten Fahrgefühl durch diese Konstruktion muss dennoch die Frage erlaubt sein, ob es dies für eine geringfügig kürzere Wartezeit wirklich wert gewesen ist. Pesa 382 hatte es schon durch die enge Kurve geschafft und musste auch als geradeausfahrende Bahn vor der Kreuzung auf seine Phase warten.

Ich hatte mich über die Kreuzung auf den Bahnsteig der abzweigenden Linien verschoben. Dort folgte zu meinem Glück als nächste Linie eine für mein Ziel passenden Linie 11. In der Zwischenzeit hatte ich mal die Aushangfahrpläne studiert. Sogar für den ausgehängten Ferienverkehr waren am Werktag einige mögliche Hochflurkurse ausgeschildert. Die Hoffnung auf mehr Spannung im morgigen Verkehr blieb also bestehen. Mit Wagen 367 ging es bis zur Station Szarych Szeregów weiter.

Die Gleisführungen auf der Kreuzung waren ein einziges Chaos. Überall führten Gleise kreuz und quer über die Kreuzung in alle möglichen Richtungen. Das Konzept schien aber perfekt aufzugehen und alle Linien fanden schnellstmöglich die richtige Richtung nach der Kreuzung. In mein Motiv passte jedoch nur eine Linie 9, da sonst keine weitere Linie genau dieses Gleis befuhr. Auf eine Linie im Sonntagsverkehr zu warten, stellte sich häufig als zeitintensives Unterfangen heraus. Auch in diesem Fall dauerte es 15 Minuten, bis endlich Wagen 374 in mein Motiv gefahren kam.

Zwischen den Stationen Szarych Szeregów und Szpitalna/Łomżyńska ergab sich ein kurzes Stück Strecke, an dem die Stadtkulisse einem kleinen Wald gewichen war. Die Strecke führte schnurgerade entlang einer Straße, sodass Wagen 398 mit enormem Tempo an mir vorbei in Richtung der nächsten Haltestelle jagte.

Eine Minute vor Abfahrt der Bahn kam ich wieder an der Station Szarych Szeregów an. Von der Station aus wollte ich mit der Linie 9 zurück in die Innenstadt fahren. Dadurch würde ich gleich eine weitere unbekannte Strecke erkunden und gegebenenfalls einige Motive für morgen vormerken. So wirklich schön war die folgende Strecke über die Stationen Wojska Polskiego – Ujejskiego und Rondo Kujawskie P+R bis zur Station Rondo Jagiellonów jedoch nicht, sodass ich mir das Notieren weiterer Motive sparen konnte. Stattdessen genoss ich es einfach mal ein wenig in der Bahn sitzen zu können und nicht direkt wieder raus springen zu müssen. Die Bahn verließ ich erst wieder an der Station Rondo Jagiellonów. Für die Linie 0 hatte ich mir ein Motiv an der Station Plac Praw Kobiet überlegt. Dort würde der Wagen jedoch erst gegen 16:20 Uhr durchkommen. Da es erst 16 Uhr war, hatte ich noch 20 Minuten Zeit, mich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Von der Station Rondo Jagiellonów zur Station Plac Praw Kobiet waren es auch nur fünf Minuten zu Fuß, sodass ich für den Weg nicht sonderlich viel Zeit einplanen musste. Daher setzte ich zunächst noch zwei Motive an der Station um, bevor ich mich in Richtung meines Motives für die Linie 0 bewegte. Für das Bild wollte ich mich eines Nachschusses bedienen. Das größte Risiko dabei waren die entgegenkommenden Bahnen, die hier vor den Wagen fahren könnten. An der Station Plac Praw Kobiet war mit sechs Linien auch dichter Verkehr, sodass ich schon ein wenig Glück brauchen würde. Nach dem Bild lief ich zur Station Plac Teatralny herüber. Eigentlich wollte ich die Häuserzeile schon am Vormittag in die andere Richtung umsetzen, die zwischenzeitlich durchgezogene Wolkenfront hatte dieses Vorhaben jedoch zerstört. Jetzt am Nachmittag war die Häuserfront von der anderen Seite im Licht, sodass ich mir die Umsetzung jetzt vornahm. Im Moment zogen nur wenige Wolken über mir hindurch, sodass die Umsetzung eines Sonnenbildes deutlich wahrscheinlicher war. Eine weitere Problematik stellten an der Station aber auch die Autos dar, die entweder zeitgleich mit der Bahn fuhren oder sich von einer nicht weit entfernten Ampel zurückstauten. Im zweiten Versuch klappte es mit dem Planwagen aber problemlos. Da mir kein besseres Motiv beim jetzigen Sonnenstand einfiel, entschied ich mich dazu, auch die Linie 0 auf der Rückfahrt an dieser Stelle umzusetzen. Die hätte aber noch eine halbe Stunde Zeit, sodass ich mich zunächst an weiteren Bildern an der Station Plac Teatralny versuchte, bevor die Rückfahrt der Linie 0 folgte.

Das große Haus der Bank Pocztowy ist am Nachmittag bei Bildern an der Station Rondo Jagiellonów fast unmöglich zu umgehen. So war das Hochhaus auch beim Bild von Wagen 117 im Hintergrund zu erkennen. Der Wagen verließ die Station als Linie 11 in südliche Richtung.

Auch bei diesem Bild rückte das Hochhaus wieder in den Fokus. In diesem Fall stellte es sogar das Hauptmotiv dar, sodass Wagen 175 neben dem Haus plötzlich sehr klein wirkte, während er über die Kreuzung in die Station Rondo Jagiellonów rumpelte.

Bis zum letzten Moment blieb es spannend, ob das Motiv funktionieren würde oder nicht. Pesa 178 stand schon längere Zeit in der Station und war kurz davor abzufahren, als Konstal 68 um die Ecke bog. Zum Glück wartete der Planwagen gerade lange genug in der Station, um nicht in mein Bild zu fahren. So gelang mir in der kleinen Sonnenlücke, die gerade lang genug für den Zweiachser war, ein Nachschuss des Wagens. Rund um die Station Plac Praw Kobiet bot sich dazu eine schöne Stadtkulisse.

Bei Pesa 381 ging alles perfekt auf. Die Sonne strahlte in vollen Zügen auf den Wagen und es störten keine Autos das Bild. Interessanterweise existiert die Station Plac Teatralny an dieser Stelle nur auf einer Seite. Während sich hinter mir für die eine Fahrtrichtung die Haltestelle befand, ging es für Wagen 381 ohne Halt bis zur Station Opera weiter.

An der Ecke nahe der Station Plac Praw Kobiet erhebt sich die Kirche Kościół Rzymskokatolicki. Leider befand sich die Kirche während meines Besuches in Renovierungsarbeiten, sodass sie kein wirklich schönes Motiv abgab. Weil der Kirchturm aber gerade so schön vom Nachmittagslicht beschienen wurde, investierte ich trotzdem ein Bild. Mit Straßenbahn war das Gebäude ebenfalls schwer umzusetzen, da die Kreuzung vor der Kirche ständig von jeder Menge Autos befahren wurde.

Mit Wagen 396 setzte ich einen etwas weiteren Ausschnitt der Kulisse um. Im Hintergrund befand sich die Ampel, die an dieser Stelle häufig für einen Rückstau der Autos sorgte und so einige Bilder zerstörte. Immer wieder passte es aber mit den Bahnen perfekt, wie auch hier mit Pesa 396. Die Sonne schwächelte zwar gerade etwas, da war ich aber heute schon deutlich dunklere Bilder gewohnt.

Irgendwie hatte ich nicht wirklich Glück mit der Linie 0. Für das Bild von Wagen 68 hatte ich mich ein wenig an der Häuserfassade nach hinten verschoben, um das Risiko der wartenden Autos zu minimieren. Tatsächlich hätte es bei diesem Bild mit den Autos im Hintergrund auch nicht geklappt. In diesem Fall schlug jedoch wieder eine Wolke zu. Erst ganz knapp nach dem Wagen kam das Licht wieder zurück ins Bild. So wurde der Wagen nur sehr leicht mit Sonne beschienen, während im Hintergrund bereits die Sonne in vollen Zügen wieder erstrahlte. Besonders bitter war, dass der Wagen leicht zu früh gekommen war und bei planmäßiger Fahrt in der Sonne gekommen wäre.

Das konnte ich mir nicht gefallen lassen. Ich wollte das Bild auch von hier hinten noch einmal in der Sonne umsetzen. Daher wartete ich noch einige Kurse ab, bis das Bild ohne Autos funktionierte. Mit Wagen 171 erwischte ich wieder einen der wenigen dreiteiligen Pesas in der prallen Sonne im Bild.

Inzwischen hatte sich das leichte Wolkenfeld fast vollständig verzogen. Probleme mit Wolkenschäden sollte es also nicht mehr geben. Eine halbe Runde von der Station Rycerska bis zur Station Bielawy würde die Linie 0 noch drehen. Zudem hatte mir der Fotograf, den ich heute getroffen hatte, gesagt, über welche Strecke der historische Wagen nach seiner letzten Runde in Richtung Depot einrücken würde. Wenn alles aufgehen würde, könnte ich also heute noch zwei Bilder vom Wagen 68 schießen. Das Problem war inzwischen nur, noch irgendwo genug Sonne zu finden, um dort den Wagen unterzubringen. Ich entschied mich dazu, von der Station Plac Teatralny der Innenstadtdurchfahrt in Richtung Bielawy zu folgen. Zwar befand sich ein Großteil der Strecke dort schon im tiefen Häuserschatten, für den Wagen würde ich aber auch keine übermäßig lange Sonnenlücke benötigen. Ich schwang mich also in die nächste Bahn und fuhr einfach mal die Strecke bis zur Station Gdańska – Chodkiewicza ab. So wirklich viele Stellen boten sich tatsächlich nicht mehr, an zwei Ecken sah es aber zumindest nach genug Sonne für den Zweiachser aus. Die eine Stelle stellte sich sogar für den Wagen 68 als zu kurz heraus, an der Station Gdańska – Cieszkowskiego wurde ich letztendlich fündig. Im schönen Abendlicht bot sich dort ein kleiner Sonnenspot. Nach dem Bild ging es für mich zur Station Dworzec Autobusowy. Dort würde im letzten Abendlicht noch ein Nachschuss möglich sein. Als ich dort ankam, stand die Sonne jedoch schon relativ in der Gleisachse. Daher ging ich zu Fuß einige Meter weiter die Strecke entlang, die sich nochmal ein wenig ins Licht drehte. Eine Dreiviertelstunde nach dem vorherigen Bild des Wagens kam der Wagen 68 endlich in Richtung Depot gefahren und mir gelang mit fast den letzten Sonnenstrahlen ein abschließendes Bild der Linie 0. Rund um dieses Bild entstanden weitere Bilder von Planwagen an der Strecke.

Nahe der Station Gdańska – Cieszkowskiego bot sich eine kleine Lücke zwischen den langen Häuserschatten, durch die noch genug Licht auf die Strecke fiel. Eine entgegenkommende Bahn machte ein Bild zum perfekten Zeitpunkt leider unmöglich, sodass sich ein Mastschatten in dem Wagen abbildete. Trotzdem ergab sich ein schönes Abendbild des Wagens 68.

Die Strecke zwischen den Stationen Dworzec Autobusowy und Jagiellońska/Łużycka profitierte von einer relativ lockeren Bebauung am Straßenrand. Dadurch schien auch noch nach 18 Uhr das Licht auf die Strecke und ermöglichte letzte Bilder. Passend dazu hielt sich der Autoverkehr am Sonntagabend stark in Grenzen, sodass auch davor fahrende Autos kein Problem darstellten. So präsentierte sich Wagen 399 in der Abendsonne.

Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der ich bereits überlegt hatte, ob der Wagen doch eine andere Strecke zum Depot gefahren sei, tauchte Konstal 68 doch noch auf. 18:30 Uhr war schon durch und noch immer machte die Sonne keine Anstalten, die Strecke zu verlassen.

An der Station Jagiellońska/Łużycka drehte die Strecke noch einmal weiter in die Sonne. Daher investierte ich hier die letzten Bilder des Tages, bevor auch ich den Tag für beendet erklärte. Hier zeigte sich Wagen 120 bei der Einfahrt in die Station Jagiellońska/Łużycka.

Das letzte Straßenbahnbild des Tages folgte einige Meter hinter der Station von Pesa 377. Der Wagen zeigte sich in Mitten der fast autoleeren Straße mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages.

Das war doch nochmal ein versöhnlicher Abschluss des Tages gewesen. Nachdem ich zwischenzeitlich etwas entnervt ob des Pechs mit den Wolken bei der Linie 0 und der mangelnden Wagenvielfalt am Sonntag gewesen war, entwickelte sich der Tag hinten raus noch ins Positive. Immer mehr schöne Sonnenbilder waren hinzugekommen und ich hatte mich an den monotonen Wagenpark gewöhnt. Jetzt sollte es kurz ins Hotel gehen, bevor ich mir in der Innenstadt etwas zu essen suchen wollte. Das Hotel war von der Station Jagiellońska/Łużycka nicht weit entfernt, sodass ich nur wenige Minuten später dort ankam. Ich entledigte mich des überflüssigen Gepäcks und dann ging es auch schon wieder los. Die wirkliche Innenstadt von Bromberg befand sich in der Nähe der Station Plac Teatralny. Daher ging es mit der Bahn bis zur Station Plac Praw Kobiet und von dort zu Fuß rüber in die Innenstadt. Nachdem ich die letzten Sonnenstrahlen des Tages genossen hatte, suchte ich mir auf dem Stary Rynek, dem zentralen Platz der Bromberger Innenstadt, ein schönes Restaurant.

Von der Station Plac Teatralny führte eine kleine Brücke über die Brda in Richtung Innenstadt. Die Umgebung von der Brücke machte im Abendlicht durchaus was her.

Der Blick von der Brücke herunter entlang des Flussverlaufs der Brda.

In die andere Richtung fiel der Blick auf die Kuria Biskupia Diecezji Bydgoskiej und den Dom Polski.

Nach dem leckeren Abendbrot ging es zurück ins Hotel. Für morgen stand ein weiterer halber Tag für Bromberg auf dem Programm, bevor es nach Thorn weiter gehen sollte. Der halbe Tag sollte hier genutzt werden, um die hoffentlich am Werktag verkehrenden Altwagen ein wenig Einfangen zu können. Wie erfolgreich sich das Ganze gestalten sollte, gibt es im nächsten Teil von “Rundreise durch Nordpolen” zu lesen.

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