Rundreise durch Nordpolen X: Wochenend-Sonderfahrten auch in Danzig

Der heutige Tag stand ganz im Fokus des großen Betriebes von Danzig. Zentral waren heute zwei Ziele. Einerseits wollte ich einen ersten Überblick über das Netz bekommen und bereits einige Linien des Betriebes erkunden. Andererseits standen am heutigen Sonntag in Danzig Sonderfahrten an, sodass ich mich auch entlang der historischen Linie 60 bewegte und dort einige Bilder umsetzte. Begleitet wurde ich dabei von deutlich besserem Wetter als die letzten zwei Tage.


Sonntag, 24. August 2025: Wochenend-Sonderfahrten auch in Danzig

Ein letztes Mal für diesen Urlaub wachte ich in Elbing auf. Und wie schon fast zur Gewohnheit geworden, ging mein erster Blick aus dem Fenster und offenbarte mir jede Menge Wolken. Das ließ mich heute aber kalt, denn für Danzig war im Laufe des Tages einiges an Sonne angesagt und hier in Elbing war ich ohnehin durch. Ich schmiss also die letzten Sachen in den Koffer, sammelte alles zusammen und verließ das Apartment. Vor mir lagen jetzt lediglich 40 Minuten Autofahrt von Elbing nach Danzig. Da sich die Sonne im Moment auch noch nicht in Danzig zu zeigen schien, hatte ich keinen Stress, schnell in Danzig ankommen zu müssen. Gemütlich setzte ich mich ins Auto, nachdem ich alles verladen hatte. Danach ging es aus Elbing heraus, was bei der Stadtgröße kein sonderlich großer Aufwand war, und in der Folge auf die Autobahn. Wieder einmal war auf den Straßen relativ wenig los und so kam ich ohne Probleme bis Danzig durch. Mein Hotel befand sich dort direkt am Bahnhof, sodass ich mich erstmal ein wenig in die Stadt arbeiten musste. Das Hotel selbst besaß keinen eigenen Parkplatz, daher musste ich mit dem Parkhaus Vorlieb nehmen, welches sich direkt neben dem Hotel befand. Im Parkhaus angekommen, war ich mir nicht mehr sicher, ob ich mich überhaupt noch in Polen befand. Polnische Kennzeichen waren hier eher eine Seltenheit und das Bild wurde von allerhand ausländischen Kennzeichen geprägt, wobei die deutschen Kennzeichen klar in der Mehrheit waren. Zumindest stand mein Auto hier sehr sicher, denn es gab genug andere Autos, bei denen es sich mehr lohnen würde, sie zu klauen.

Nach dem Parken konnte es eigentlich auch schon losgehen. Mein Zimmer konnte ich so früh am Morgen sowieso noch nicht beziehen und ich hatte auf dem Weg in die Stadt schon jede Menge Straßenbahnen gesehen, die meinen Entdeckungslust geweckt hatten. Bevor ich aber direkt zur Straßenbahnhaltestelle vorm Bahnhof lief, ging es zunächst in den nächsten Bäcker, um mir mein lange überfälliges Frühstück zu kaufen. Danach stand dem Start in den Tag eigentlich nur noch eine Sache entgegen. Der Erwerb einer Fahrtkarte. Nach Elbing hatte ich gelernt, dass dies unter Umständen ein sehr schwieriges Unterfangen werden könnte. Auf dem Bahnsteig der Station angekommen, sprang mir zumindest direkt ein Fahrkartenautomat ins Auge. Bei einem Blick auf das Display konnte ich auch direkt Deutsch einstellen, sodass die Bedienung noch einfacher wurde. Hier gab es auch direkt beim Ticketautomaten eine 24-Stunden-Karte. Also schnell einen etwas größeren Złoty Schein hineingeschoben und schon sollte die Fahrkarte herauskommen. Statt der Fahrkarte kam aber der Geldschein wieder heraus. Etwas überrascht versuchte ich das Ganze nochmal, aber wieder wollte der Automat den Geldschein nicht nehmen. Schon wieder etwas genervt, versuchte ich auf gut Glück einfach mal meine Karte Kontaktlos zu benutzen und plötzlich funktionierte es. Es war wohl die Zeit vergangen, in der ich das Kontaktlos-Zahlen aufgrund einer zu hohen Anzahl innerhalb eines Zeitraums nicht mehr benutzen konnte. Jetzt funktionierte meine Karte zumindest wieder kontaktlos. Das war als Sicherheit ganz gut zu wissen, da ich jetzt aber so viel Bargeld dabei hatte, würde ich weiterhin alles was möglich war Bar bezahlen, um das ganze Geld wieder los zu werden.

Nach dem erfolgreichen Erwerb der Fahrkarte wollte ich jetzt den Fototag beginnen. Mein Ziel war direkt die Erkundung der Fahrtstrecke der Linie 60, um ein Motiv für die erste Runde der Linie zu haben. Diese würde zwar erst gegen 11 Uhr ihre erste Runde starten, in der Zeit könnte ich mir aber ein Motiv suchen und auch sonst hier und da die ersten Bilder des Betriebes schießen. Mein erstes Ziel war die Station Wyspiańskiego. Dort sah es auf der Karte so aus, als könnte sich ein Motiv für die Linie 60 ergeben. Bereits auf dem Weg zur Station entstand das erste Bild. In der Folge folgten weitere Bilder an der Station Wyspiańskiego sowie rund um die Station Mickiewicza. An der Station Mickiewicza fand ich auch mein Motiv für die erste Runde der Linie 60. Bis zu dieser war es noch über eine Stunde, sodass ich mich zunächst mit einer anderen Strecke beschäftigen konnte. Die Strecke in Richtung der Station Brzeźno Dom Zdrojowy bot sich dort an, weil sie nicht weit von der Station Mickiewicza entfernt war. Zudem sah die Strecke auf der Karte relativ interessant aus, sodass ich mich dort einmal herausbewegte.

Auf Verdacht war ich an der Station Chodowieckiego einfach mal herausgesprungen. In der Bahn hatte ich keinen Sitzplatz gefunden, sodass ich nicht viel von der Umgebung außerhalb der Bahn mitbekommen hatte. Jetzt sah ich die Umgebung rund um die Station Chodowieckiego und stellte fest, dass diese nicht wirklich schön war. Mit Pesa 1063 zeigte sich ein Fahrzeug der neuesten Fahrzeuggeneration in Danzig. 

Inzwischen war ich an der Station Wyspiańskiego angekommen. Ich hatte mich zu Fuß nochmal ein Stück zurückbewegt, weil mir ein kleines Stück der Strecke auf einer Nebenstraße ins Auge gesprungen war. Nach den ersten Eindrücken des Betriebes von Danzig zu urteilen, handelte es sich bei diesem Streckenabschnitt um einen der ruhigeren. Daher nutzte ich die Chance hier ein Bild des folgenden Pesa 1061 zu schießen. Wie ein Blick auf die Straße verriet, hatte es auch hier vor nicht allzu langer Zeit noch intensiv geregnet.

An der Station Wyspiańskiego selbst konnte ich während meiner Wartezeit auf den nächsten Kurs in Richtung der Station Mickiewicza den Wagen 1151 festhalten. Die ex-Dortmunder N8C-Umbauten gehören zusammengerechnet mit den äußerlich baugleichen Umbauten der ex-Kasseler zu der mit Abstand größten Fahrzeugserie in Danzig. Eine Besonderheit des Wagens stellte jedoch die Vollwerbung dar, die der Wagen als einer von nur ganz wenigen Fahrzeugen des Betriebes trug.

An der Station Mickiewicza trennten sich die Linien 2, 4 und 8 von den Linien 3 und 5. Von der anderen Straßenseite fiel der Blick den Streckenast der Linien 2, 4 und 8 entlang auf eine Kirche, der ich mit dem kurz darauffolgenden Kurs der Linie 8 in Form von Wagen 1080 ein Bild widmete. 

Aus Richtung der Station Wyspiańskiego fuhr kurze Zeit später Wagen 1109 als Linie 2 in die Station Mickiewicza ein. Die allesamt baugleichen Häuser in verschiedenen Farben an der Straße strahlten so gar kein Großstadtfeeling aus, was sie für mich als Motiv relativ interessant machten. Ich merkte mir die Stelle hier für die Linie 60 vor, die ab dieser Station dem Ast der Linien 2, 4 und 8 weiter folgte.

Die Linie 63 war eine Sonderlinie, die nur am Wochenende betrieben wurde. Zunächst hatte ich gedacht, dass es sich dabei um eine weitere historische Linie handeln würde, der Wagen 1026 widersprach dieser Vermutung jedoch. Ich befand mich hier an der Station Uczniowska, die in einer großen Blockumfahrung gelegen war. Nicht weit entfernt von hier an der Station Brzeźno Dom Zdrojowy endete die Linie 63. Die Station befand sich fast direkt am Meer und an einem großen Strand, was wahrscheinlich der Grund für diese am Wochenende betriebene Linie war.

Kurz darauf folgte ein Kurs der Linie 3. Hier kam einem der eigentliche Großstadtbetrieb von Danzig relativ provinziell vor. Eingleisig verlief die Strecke in Seitenlage zur Straße. Einzig der von der Kapazität für die Großstadt ausgelegte Wagen 1022 passte da nicht ins Bild. Der Wagen war, wie bereits der vorherige Kurs, in einem neuen Lackierungsschema gehalten. Von den Farben her unterschied sich diese Lackierung nur wenig von der ursprünglichen, die Aufteilung war jedoch ein wenig verschoben. Im alten Lackierungsschema sollte mir an diesem Tag kein Fahrzeug dieser Baureihe begegnen.

Die Strecke rund um die Station Brzeźno Dom Zdrojowywar vor allem durch die Blockumfahrung durchaus interessant und ich hätte mich dort gerne noch ein wenig länger aufgehalten. Der trotz der Linie 63 dünne Takt sorgte jedoch dafür, dass ich an dieser Stelle deutlich mehr Zeit brauchen würde, um noch weitere Bilder zu schießen. Langsam aber sicher rückte jedoch die erste Runde der Linie 60 näher und ich wollte zurück bei meinem angedachten Motiv sein, bevor ich die Linie noch verpassen würde. Daher ging es zur Station Brzeźno Dom Zdrojowy. Dort führten die beiden Richtungen der Blockumfahrung wieder zusammen, wodurch ich von der Station aus zurück zur Station Mickiewicza fahren konnte. An der Station angekommen, dauerte es nicht mehr lange, bis sich der Wagen der Linie 60 zeigte. Bei dem Bild kam sogar fast die Sonne ein erstes Mal am heutigen Tage heraus. Nun sollte es weiter die Strecke der Linie 60 entlang gehen, um den Wagen auch bei seiner Rückfahrt festzuhalten. Es ging die Strecke der Linien 2, 4 und 8 weiter und hier und da entstanden die ersten Sonnenbilder des Tages. Trotz des dünnen Sonntagsverkehrs war hier mit drei Linien im relativ dichten Takt einiges los, sodass ich an den einzelnen Motiven nicht lange auf die nächste Bahn warten musste. Mein Motiv für die Rückfahrt der Linie 60 fand ich letztendlich erst an der Station Pomorska, an der noch weitere Bilder entstanden. Trotz einiger Wolkenschäden wurde der Himmel über mir während der Zeit immer und immer blauer und die Sonne zeigte sich nach und nach konstanter.

Als historischer Wagen auf der Linie 60 wurde heute der Konstal N 11 eingesetzt. Der Wagen ist mit Baujahr 1952 inzwischen über 50 Jahre alt und kam in perfekter Aufmachung daher. Wie geplant setzte ich das erste Bild mit der Linie an der Station Mickiewicza um. Während im Hintergrund die Häuserzeile schon teilweise in der Sonne war, schaffte es der Wagen selbst noch nicht ganz in die Sonne.

Beim Nachschuss hingegen ergaben sich auch beim Wagen erste Schatten und das Fahrzeug erstrahlte in leichtem Licht. Hier musste Wagen 11 zunächst an der Kreuzung warten, um in der Folge links abzubiegen, wodurch mir die Zeit blieb, einen ordentlichen Nachschuss zu machen und auch ein erstes Fahrzeugbild umzusetzen.

Beim nächsten Bild hatte es die Sonne endlich komplett durch die Wolken hindurch geschafft. Ich hatte es erstmal nur über die Straße geschafft und befand mich noch immer an der Station Mickiewicza. Im Hintergrund war noch Wagen 11 zu sehen, wie dieser entlang der Häuserzeile aus dem Bild verschwand. In Gegenrichtung fuhr Pesa 1066 auf die Kreuzung zu und wurde von einem Auto verfolgt. Während sich die Station für die andere Fahrtrichtung hier an der Straße befand, war die Station für Wagen 1066 erst nach der Kreuzung. Daher konnte das Auto hier bis zur Kreuzung parallel fahren, weshalb ich mich mit dieser frühen Aufnahme des Wagens begnügen musste.

Bei einem Blick die Straße herunter hatte ich mich dazu entschieden zunächst zu Fuß weiter zu gehen. Der Straßenverlauf sah relativ interessant aus und ich wollte ein weiteres Bild an der kleinen Straße schießen. Kurz vor dem Ende der Straße fand ich einen kleinen Spot an dem die Häuserschatten unterbrochen wurden und die Strecke in Licht getaucht wurde. Hier folgte ein weiterer Vertreter der neuesten Pesa-Serie mit Wagen 1084. Die Umgebung hatte schon wieder typische Züge für einen polnischen Betrieb und war von wenig Farbe und viel Beton geprägt.

Wieder war ich nur ein paar Meter weitergekommen und an der Station Plac Komorowskiego angekommen. Eigentlich wartete ich nur auf den nächsten Kurs, um die Strecke weiter herunter zu fahren. Als jedoch die Sonne genau passend hinter einer Wolke hervorkam und Pesa 1068 in die Station einfuhr, zückte ich kurzerhand die Kamera und schoss ein weiteres Bild.

Wirklich von Schönheit geprägt war die Strecke in der Folge nicht. Etliche Stationen blieb ich einfach in der Bahn sitzen, da mir draußen kein Motiv ins Auge sprang. Die Strecke verlief hier in der Mitte einer großen Straße, die von einer ganzen Landschaft an Plattenbauten umgeben war. Irgendwann sprang ich einfach notgedrungen an einer der Stationen raus, um zumindest irgendwo ein Bild zu machen. Zudem wollte ich nach möglichen Motiven für die weiteren Fahrten der Linie 60 gucken. An der Station Plac Komorowskiego überquerte die Strecke einen Kreisel, der zumindest etwas an Grün ins Bild brachte. Zudem zeigte sich die Sonne im genau richtigen Moment schwach auf dem Wagen 1080.

Auch zwei Stationen weiter an der Station Czerwony Dwór eröffnete sich ein ähnliches Bild. Die Strecke wurde hier sogar von Hecken auf beiden Seiten umgeben und von einem Zaun in der Mitte begleitet, sodass Straßenkreuzungen die einzige Möglichkeit für Bilder darstellten. Erneut war es Wagen 1151, der sich hier beim Überqueren der Straße in meinem Bild präsentierte.

Gerade als Wagen 11 von seiner Endstation Oliwa zurückkehrte, hatte es sich wieder ein wenig zugezogen, sodass es nichts mit einem Sonnenbild wurde. Die rote Lackierung hatte jedoch den Vorteil, auch im Schatten relativ kräftig zu wirken, wodurch die fehlende Sonne nicht so sehr ins Gewicht fiel. Der Wagen war mit seinem hochbeinigen Aussehen eine sehr willkommene Abwechslung zum sonst von Niederflurwagen geprägten Betrieb. Hier bog der Wagen gerade an der Station Pomorska ab.

Wagen 1161 trug eine völlig andere Lackierung als alle anderen Fahrzeuge dieses Fahrzeugtyps. Die Lackierung erinnerte hier eher an die historische Lackierung, die einige der historischen Fahrzeuge in Danzig tragen. So war auch Wagen 1161 eine klare Abwechslung zwischen den sonst in beige-rot lackierten Fahrzeugen. Warum es nur einen Wagen in dieser Lackierung gab und was der Anlass für diese Lackierungsvariante war, blieb mir unklar. Hier bog der Wagen, von der anderen Seite aus kommend, ebenfalls an der Station Pomorska ab und folgte dem Wagen 11 im Sichtabstand.

Die Linie 60 war gerade erst weggefahren. In einer halben Stunde sollte sie aber bereits wieder an der Station sein. Da die Strecke bis zur anderen Endstation noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen sollte, konnte der Wagen 11 das eigentlich nicht schaffen. Das ließ mich schlussfolgern, dass die Linie 60 sogar von zwei verschiedenen historischen Kursen bedient wurde. Einerseits war das natürlich erstmal eine gute Erkenntnis, da ich so etwas mehr Abwechslung auf der Linie 60 erwarten konnte. Andererseits hatte ich nun gar nicht mehr so viel Zeit, um mir ein weiteres Motiv für die Linie 60 zu suchen. Die zurückliegende Strecke war weder wirklich von Motiven geprägt, noch für einen Wagen in Richtung der Endstation Oliwa im richtigen Licht. Es sei denn es würde ein weiterer Zweirichtungswagen die Linie bedienen und ich könnte einen Nachschuss schießen. Bei einem Blick auf den weiteren historischen Bestand des Betriebs war das aber nicht wirklich sicher, dass mich dort ein Zweirichtungswagen erwarten würde. Die Wahrscheinlichkeit lag ungefähr bei 50 Prozent. Das Risiko wollte ich lieber nicht eingehen und entschied mich daher dazu, dem Linienverlauf der Linie 60 weiter in Richtung Endstation Oliwa zu folgen. Von der Station Pomorska aus waren es nur noch vier Stationen bis zur Endstation Oliwa, dementsprechend musste ich innerhalb der nächsten Stationen ein passendes Motiv finden. Fündig wurde ich bereits zwei Stationen weiter an der Station Subisława. Die Strecke verlief hier mal wieder parallel zu einer Plattenbausiedlung. Diese wurde jedoch fast vollständig durch eine Baumreihe verdeckt, wodurch das Bild eher durch das Grün der Bäume als durch die Hochhäuser geprägt wurde. Nach dem Bild nahm ich den nächsten Kurs und folgte der Linie 60 in Richtung der Endstation Oliwa. Von dort arbeitete ich mich in der Folge zurück in Richtung der Station Pomorska. Da das Stück zwischen den Stationen Subisława und Pomorska so schön im Licht war, wollte ich dort auch den Wagen 11 noch einmal auf seiner nächsten Runde ablichten. In der Folge stand noch die kurze Stichstrecke bis zur Endstation Jelitkowo auf meinem Zettel. Die Strecke nach Jelitkowo wurde direkt von vier Linien bedient, wodurch jede Menge Verkehr auf dem Ast herrschte. Nachdem ich an dem kurzen aber abwechslungsreichen Stück einige Bilder umgesetzt hatte, wollte ich mich langsam wieder zurück in Richtung Innenstadt orientieren.

Der zweite Kurs der Linie 60 wurde durch den Konstal 105N 06205 bedient. Beim Anblick des Einrichtungswagens stellte sich die Entscheidung, nicht nach einem Motiv für einen Nachschuss zu suchen, als genau richtig heraus. Der Fahrerstand des Wagens war hier mit gleich drei jungen Leuten etwas überfüllt, alle grüßten aber freundlich in die Kamera und schienen erfreut über meine fotografische Anwesenheit zu sein. Von der Masse an Beton, die sich in der linken Bildhälfte befand, war dank der Bäume wenig zu sehen. Hier hatte der Wagen gerade die Station Subisława verlassen.

Ich war dem Wagen in einem Plankurs bis zur Endstation Oliwa gefolgt. Die Endstation war insofern relativ interessant, als dass sie gleich als Endstation für zwei Richtungen diente. Im Prinzip handelte es sich um einen großen Schienenkreis mit zwei Ausfahrtmöglichkeiten. Während die Linie 60 von der Station Oliwa aus Richtung Norden startete, nutzte die Linie 5 die Station als Endstation, um von dort aus in Richtung Westen zu starten. Für einige Linien hingegen war die Station eine reine Durchfahrtstation. Wagen 06205 hatte sich hier kurz auf das innere Gleis der zweigleisig ausgebauten Endschleife gestellt, starte aber schon wenig später und begab sich auf den Rückweg in Richtung der Station Śródmieście.

In dieser Region des Netzes war die sonst vorherrschende Übermacht der Pesa Jazz 128NG etwas zurückgegangen und es waren deutlich mehr Vertreter der Pesa Swing 120NaG unterwegs. So zeigte sich auch bei meinem Bild an der Station Opacka mit Wagen 1044 ein Pesa Swing 120NaG. Wie viele andere Wagen war auch dieses Fahrzeug im Fahrerstand mit einem Lechia Gdańsk Schal geschmückt, was auf das heutige Spiel des bekanntesten Fußballvereins in Danzig zurückzuführen war.

Auf dem kleinen Stück, an dem ich vorhin das erste Bild von Konstal 105N 06205 geschossen hatte, gab es neben der Station Subisława nur noch die Station Pomorska-Osiedle. Andere Möglichkeiten für Fotos ergaben sich an diesem Streckenabschnitt nicht. Parallel zur Strecke verlief ein Zaun und es gab aufgrund der Straße keine Möglichkeit, sich im richtigen Licht entlang der Strecke aufzustellen. Also blieb mir nur die Station Pomorska-Osiedle selbst, um nicht erneut am gleichen Motiv, wie für Wagen 06205, zu stehen. Hier bildete sich eine kleine Lücke im Zaun für eine Straßenkreuzung und man konnte aufgrund versetzter Haltestellen auf der anderen Streckenseite stehen. So gelang mir ein Bild von Wagen 1016, der an der Station Pomorska-Osiedle stand.

Für den eine Viertelstunde später folgenden Konstal N 11 hatte ich mich am Bahnsteig der Station Pomorska-Osiedle bis ganz ans Ende gestellt, um den Wagen nicht direkt auf der Straßenkreuzung ablichten zu müssen. So hatte das Fahrzeug die Kreuzung bereits passiert und kam im perfekten Licht die Station entlanggefahren. Wunderbar zu erkennen war hier die Bedienung der Fahrschalter durch den Fahrer des Wagens, der während der gesamten Fahrt in seinem Wagen stand.

Inzwischen war ich wieder an der Kreuzung angekommen, an der sich die Station Pomorska befand. Obwohl sich die Station der Linien 2, 4, 6 und 8 an der genau gleichen Kreuzung befand, hatte die Station Osiedle Wejhera einen eigenen Namen erhalten. Mit den beiden kleinen Häuschen direkt auf dem Bahnsteig sah das Umfeld durchaus interessant aus und wurde von mir mit einem Bild des Wagens 1080 festgehalten.

Die Endstation Jelitkowo lag relativ abgelegen und war von jeder Menge Grün geprägt. Während sich auf der anderen Seite der Endschleife direkt vier Gleise mit jeweiligem Bahnsteig nebeneinander befanden, war die Schleife bei der Ausfahrt nur eingleisig ausgebaut und es lag lediglich ein nicht genutzter Bahnsteig neben dem Gleis. Mit Duewag 1148 präsentierte sich auch der erste Wagen der Serie in noch altem Lackierungszustand in meinem Bild. Gefühlsmäßig waren ungefähr noch die Hälfte der Wagen der Duewag-Serie im alten Lackierungsschema gehalten, während die andere Hälfte bereits einen neuen Anstrich erhalten hatte.

Das kurze Stück zwischen den Stationen Osiedle Wejhera und Jelitkowo war vollständig mit einem Rasengleis ausgebaut. Bei dem wahrscheinlich auch hier vorhandenen Regen der letzten Tage war dieses sogar relativ Grün und bot ein schönes Motiv für Wagen 1020 an der Station Helska. Auch hier fiel direkt der Lechia Gdańsk Schal ins Auge.

Diesen Teil des Netzes kannte ich nun gut genug. Zudem ergaben sich hier für weitere Fahrten der Linie 60 auch keine neuen Motive. Daher wollte ich mich langsam zurück in Richtung Innenstadt orientieren. Dafür würde ich die gleiche Strecke wieder zurückfahren, die ich bereits heute Morgen aus der Innenstadt hier her genutzt hatte. Dadurch hätte ich die Möglichkeit nun bei anderen Lichtverhältnissen nach Motiven an der weiterhin nicht übermäßig schönen Strecke zu suchen. Inzwischen war die Sonne zumindest auf die andere Seite der Strecke gewandert, sodass das Licht für Wagen in Richtung Innenstadt auf der Türseite stand. Aus der Gegenrichtung hingegen würde es schwierig werden und wahrscheinlich nur mit einem Nachschuss im richtigen Licht funktionieren. Egal, erstmal hinfahren und dann würde ich weitergucken, wo sich was ergeben würde. Das erste Mal verließ ich die Bahn an der Station Czerwony Dwór. Dort war das Licht inzwischen wie erwartet einmal auf die andere Seite der Strecke gewandert und ich konnte nach Überqueren einer Straßenkreuzung einen Wagen auf eben jener Kreuzung festhalten. Etwas unerwartet folgte kurz darauf Konstal 06205 aus der anderen Richtung, den ich notdürftig im Seitenlicht festhielt. Danach ging es bis zur Station Kołobrzeska weiter. Dort hatte ich bereits heute Vormittag festgestellt, dass die Straßenbahn hier einen großen Kreisel überquerte. Das bot mir die Möglichkeit, mich direkt auf dem Kreisel zu postieren und von dort schöne Bilder mit der Bepflanzung umzusetzen. Dass ich dabei direkt noch einige Fahrzeugbilder abarbeiten konnte, war ein zusätzlicher positiver Randaspekt. So konnte ich dort nach einem kurzen Abstecher zur Station Zaspa auch den zurückkehrenden Konstal 06205 festhalten. Daraufhin sollte es auch nicht mehr lange dauern, bis der Konstal N 11 aus der Stadt kommen sollte. Für ein Bild von vorne war das Licht hier überall mäßig gut. Da es sich bei dem Wagen um einen Zweirichtungswagen handelte, konnte ich aber auch ohne Probleme zu einem Nachschuss als Mittel der Wahl greifen. Eigentlich wollte ich dafür jedoch ein Stück weiter zurück in Richtung Innenstadt fahren, um dort nach neuen Motiven zu suchen. Da der Wagen jedoch nicht mehr allzu lange brauchen sollte, schaffte ich es zunächst nur bis zur Station Bajana. Dort musste ich feststellen, dass es rund um die Station überhaupt keine Möglichkeiten zum Fotografieren gab. Um den Wagen nicht zu verpassen, ging es in der Folge also wieder ein Stück vor ihm her bis zur Station Zaspa, an der ich letztendlich ein schönes Motiv für einen Nachschuss fand.

Direkt eine der ersten möglichen Straßenkreuzungen wurde für ein Bild ausgenutzt. Ich befand mich an derselben Station, an der ich auf dem Hinweg den Duewag-Vollwerbewagen fotografiert hatte. Im Gegensatz zum ersten Versuch an dieser Station schien nun die Sonne in vollen Zügen und ich befand mich auf der anderen Seite der Strecke. Der noch in der alten Lackierung verkehrende Duewag 1123 kam als nächstes nach dem Fahrzeug, welches mich bis zu dieser Station gebracht hatte und wurde von mir auf der Straßenkreuzung abgelichtet.

Wenn man versuchte auf legalem Wege von der einen Seite der Haltestelle zur anderen Seite der Haltestelle zu gelangen, dauerte das aufgrund von drei Straßenkreuzungen extrem lange an der Station Czerwony Dwór. Daher musste ich mich bei Wagen 06205 ein wenig beeilen, um noch die Kamera zu zücken, bevor der Wagen von der Station ablegte und das obwohl dieser erst vier Minuten nach dem letzten Bild angekommen war.

An der Station Kołobrzeska hatte ich die perfekte Stelle für Bilder an diesem eher unfotogenen Stück Strecke gefunden. Auf nicht ganz legalem Wege war ich einmal über die Straße gelaufen, um in die Mitte des Kreisels zu gelangen. Hier konnte ich die hübschen roten Büsche im Vordergrund mit ins Bild integrieren. Zwar waren die Pflanzen nicht wirklich am Blühen, sorgten jedoch trotzdem für einen gewissen Farbstich im Bild. Als erster interessanter Wagen zwischen der Masse an modernen Pesa Fahrzeugen kam erneut der im außergewöhnlichen Farbschema lackierte Duewag 1161 über den Kreisel gefahren.

Kurz darauf folgte ein besonderer Wagen. Wagen 1007 war einer von nur drei von Bombardier nach Danzig gelieferten Fahrzeuge und somit Teil einer Kleinstserie des Betriebes. Zwei der drei Fahrzeuge waren auf der Linie 12 unterwegs, die an der Station Zaspa ihre Endstation hat. Eines der Fahrzeuge war mir schon zuvor am heutigen Tag auf der Linie begegnet, weshalb ich mich hier postiert hatte, um ein Fahrzeugbild der Wagen zu schießen. 

Ich war Bombardier 1007 bis zur Endstation Zaspa gefolgt, um dort ein weiteres Bild vom seltenen Wagen zu schießen. So wirklich schön war es an der Endstation jedoch nicht, da das Gleis von Zäunen umgeben war und somit nur ein sehr steiles Bild möglich war. In der Schleife selbst stand der Wagen in der Folge im Gegenlicht. Zumindest bei den durchfahrenden Linien gelang mir bei Wagen 1109 in Form eines Nachschusses ein Bild im halbwegs richtigen Licht. Wie fast überall entlang der Strecke erhob sich auch hier im Hintergrund ein großer Plattenbau, der zur Abwechslung zumindest von einigem Grün umgeben war.

Wieder zurück an der Station Kołobrzeska hatte ich mich wieder auf dem Kreisel postiert. In diesem Fall hatte ich mich für ein wenig Abwechslung etwas weiter nach hinten postiert und konnte so Konstal 105N 06205 beim Überqueren des Kreisels festhalten. Mit dieser Bauweise mit den Fenstern im Fußraum des Fahrers wurde ich irgendwie nicht so richtig warm, da gefiel mir die Umsetzung bei der 105Na Baureihe deutlich besser. Als Abwechslung im Sonderverkehr war der Wagen aber durchaus willkommen.

Nach einigem hin und her war ich gerade noch pünktlich an meinem Motiv an der Station Zaspa angekommen. Ich hatte mich etwas hinter die eigentliche Haltestelle bewegt und so konnte ich den Wagen gerade noch im passenden Licht in der Kurve festhalten. Im Hintergrund war die Schleifenanlage zu erkennen, die der Linie 12 als Endstation diente. Etwas Glück hatte ich auch dabei, dass der Planwagen von vorne nicht ins Bild gefahren kam, der nur eine Minute später folgte. So gelang die Aufnahme von Wagen 11 im warmen Nachmittagslicht perfekt.

Jetzt hatte ich endgültig genug von diesem Ast. Zu eintönig war die Strecke entlang der großen Straße und zu ähnlich die wenigen Motive, die sich auf Straßenkreuzungen an den Haltestellen ergaben. Ich wollte mich nun dem noch unbekannten Teil der Linie 60 widmen, in der Hoffnung dort etwas mehr Abwechslung und vor allem bessere Motive zu finden. Von der Station Zaspa ging es mit dem nächsten Duewag die bereits bekannte Strecke bis zur Station Mickiewicza zurück. In dem bei Modertrans umgebauten Fahrzeug erinnerte nur noch wenig an den ursprünglichen Hersteller Duewag. Eine Ausnahme davon bildeten die Duewag-Patent-Falttüren, die im hinteren und vorderen Wagenteil noch verbaut waren. Nach den Erfahrungen, die ich in diesem Urlaub bereits mit den Konstal-Türen gemacht hatte, waren die Falttüren mindestens eine Entwicklungsstufe weiter, obwohl zu einer früheren Zeit gebaut. Mit der gewohnten Eleganz und Ruhe schwangen die Türen auf und zu und machten dabei überhaupt keinen Lärm. Gut zu erkennen war der Ursprung der Türen an dem alten Duewag Zeichen, welches noch immer an der Tür angebracht war. Nachdem ich die Fahrt über die Türen direkt davorstehend bewunderte, erkannte ich an der Station Mickiewicza außerhalb des Wagens endlich wieder so etwas wie ein Motiv. Die kleine Straße, an der ich bereits heute Morgen mit der Kirche ein Bild geschossen hatte, war nun von der anderen Seite im Licht und bot mit einigen hübschen Häusern ein passendes Motiv. Ich wartete an der Straße zwei Kurse ab, bevor es mit der nächsten Bahn weiterging. Ich verließ die Bahn zunächst an der Station Wyspiańskiego in der Hoffnung dort ein Motiv für den in wenigen Minuten folgenden Wagen 06205 aus der Stadt zu finden. So richtig schön war das hier aber alles nicht und so ging ich zur Station Politechnika-SKM weiter. Auch dort war aber alles mit Zäunen zugebaut und es war überhaupt kein Bild möglich. Also fuhr ich mit dem nächsten Wagen einfach auf gut Glück weiter. Ob ich den Wagen nun an einer Station ohne Motiv nicht fotografieren konnte oder ihn nur im Vorbeifahren sehen würde, wäre relativ egal. Ich hatte jedoch großes Glück. An der Station Twarna ergab sich ein Gleisdreieck im Grünen. Die Haltestelle war zwar von einem großen Straßenkreuz umgeben, bei der Perspektive, die ich für den Wagen wählen wollte, war davon aber nichts zu sehen. Genau im richtigen Licht sollte der Wagen hier um die Ecke kommen und somit ein super Motiv abgeben. Bevor der deutlich verspätete Wagen jedoch die Station erreichte, hatte ich zunächst Zeit mich ein wenig mit den hier kreuz und quer verkehrenden Planwagen zu beschäftigen.

Kurz hinter der Station Mickiewicza eröffnete sich am Nachmittag ein Motiv, welches sich von den letzten Motiven doch deutlich abhob. Hier verkehrte die Straßenbahn wirklich mal auf der Straße und wurde ihrem Namen gerecht. Zudem war die Straße deutlich kleiner geworden und nervige Zäune entlang der Strecke verschwunden. Auch die sonst vorherrschenden Plattenbauten waren hier ansehnlichen Häusern gewichen. Duewag 1148 hatte es perfekt in eine Lücke zwischen die Autos geschafft und präsentierte sich schön im Bild.

Pesa 1059 folgte nur eine Minute später. Eigentlich wollte ich den Wagen von einer Position ein Stück weiter vorne ablichten, bis dorthin hatte ich es aber nicht mehr geschafft. Zum Glück musste der Wagen noch an der Haltestelle Mickiewicza anhalten und Fahrgastwechsel betreiben, sodass ich zumindest aus etwas größerer Entfernung ein weiteres Bild in dieser Straße schießen konnte, bevor der Wagen im Schatten verschwand.

Ich hatte mich per Bahn und zu Fuß bis zur Station Twarda vorgearbeitet. Im Hintergrund ist zu erahnen, wie sich die Umgebung rund um die Station darstellte. So wirklich schön war das alles nicht. Im Gegensatz dazu war das Gleisdreieck schön im Grünen angelegt und bot die Möglichkeit für deutlich schönere Bilder, als es noch zuvor an der großen Straße der Fall gewesen war. Im Bild zeigte sich zunächst Wagen 1140, der von der Station Węzeł Kliniczna kommend, die Station Twarna erreichte.

Eine Minute später folgte der eigentliche Grund für meinen Aufenthalt an dieser Station. Die Kurve war teilweise bereits im Baumschatten versunken, für den kurzen Konstal 105N 06205 reichte die sonnige Stelle davor aber ohne Probleme aus, um den Wagen in der Sonne unterzubringen. In diese Richtung fotografiert, konnte man sich gar nicht vorstellen, dass sich hinter mir eine riesige aufgeständerte Straßenkreuzung befand, unter der Wagen 06205 in der Folge hindurch fuhr.

Nach dem Bild hatte ich an dieser Station alle Perspektiven umgesetzt, bei denen das Motiv etwas hergab. Also sollte es nun in Richtung Bahnhof gehen. Die Linie 60 hatte ihre Endstation kurz hinter der Station Dworzec Główny und ich erhoffte mir dort noch das ein oder andere Motiv für die letzten Runden der Linie 60 zu finden. Zur Erkundung des restlichen Netzes hatte ich morgen noch einen gesamten Werktag Zeit, sodass ich mich die letzten Stunden des Tages bis zur letzten Runde der Linie mit der Linie 60 beschäftigen wollte. Es handelte sich bei der Strecke rund um den Bahnhof um die einzigen Stellen der Linie 60, die beim jetzigen Sonnenstand noch im richtigen Licht sein sollten. Daher sollte es dort hingehen. Die Strecke, die nach der Station Twarna folgte, lud ohnehin nicht dazu ein, die Straßenbahn ständig zu verlassen. Die folgenden Stationen führte die Strecke entlang einer großen Straße, die überhaupt keine Motive zu bieten hatte. Ich war in Gedanken schon bei der Erkundung der Strecke nach dem Bahnhof, als ich plötzlich aus dem Fenster heraus alte Hafenkräne nahe der Strecke entdeckte. Ich wusste, dass es mit diesen Kränen ein Motiv geben sollte, weshalb ich die Bahn kurzerhand verließ, um nach diesem Motiv zu suchen. Genau die gleiche Perspektive, wie ich sie bei meinem Vorlagebild gesehen hatte, fand ich auf die Schnelle jetzt nicht. Mithilfe eines Nachschusses und auf einer kleinen Kante zwischen Straße und Gleisen gelang letztendlich trotzdem ein schönes Bild mit den Kränen, bevor es weiterging. Durch die Aktion mit den Kränen hatte ich etwas die Zeit aus den Augen verloren und stellte nun mit etwas Panik bei einem Blick auf den Fahrplan fest, dass der Konstal N 11 in wenigen Minuten in Richtung Bahnhof durchkommen sollte. An meinem aktuellen Standort ergab sich für den Wagen kein Motiv und für einen Stellungswechsel mit der Straßenbahn hatte ich keine Zeit mehr. Also blieb nur noch die Option im schnellen Schritt zu Fuß zur nächsten Station zu laufen. Ich wusste zwar nicht, ob sich dort ein Motiv ergeben würde, zumindest drehte aber die Strecke ins richtige Licht, sodass ich eine gewisse Hoffnung auf ein Bild hatte. Ich hatte tatsächlich mächtig Glück, als ich an dem anvisierten Stück ankam, da sich dort tatsächlich ein Motiv ergab. Mit dem Europäisches Zentrum der Solidarität und dem Denkmal für die gefallenen Werftarbeiter 1970 ergab sich ein sehr ansehnlicher Hintergrund für den kurz darauffolgenden Wagen 11. Für ein weiteres Bild des Wagens nach dem Durchfahren der Endschleife folgte ich der Linie 60 mit dem nächsten Plankurs bis zur Haltestelle Hucisko. Dort kam ich genau zur richtigen Zeit an, um mich ein wenig umzugucken, ein Motiv auszumachen und schon kurz darauf dieses Motiv mit Konstal 11 umzusetzen. In der Folge versuchte ich mich an einigen Motiven der Linie 12 in der Nähe der Endstation der Linie 60. Wirklich weit entfernte ich mich von der Station Hucisko jedoch nicht, da die meisten Motive aufgrund vereinzelt aufziehender Wolken im Schatten versanken. So hatte ich zumindest die Zeit überbrückt, bis der Konstal 105N den Bahnhof passiert hatte und auf die Endstation Śródmieście SKM zufuhr. Auf diesem Weg gelang mir ein letztes Bild der Linie 60 für den heutigen Tag an fast der gleichen Stelle wie zuvor bei Wagen 11.

Mithilfe eines Nachschusses gelang mir nach einigem Herumprobieren doch noch ein sehr ordentliches Bild mit der Straßenbahn und den alten Hafenkränen im Hintergrund. Dafür notwendig war natürlich zunächst ein Zweirichtungswagen aus der richtigen Richtung, der nach einigen Einrichtungswagen in Form von Pesa 1073 auftauchte. Ich hatte mich auf einem schmalen Streifen zwischen einer viel befahrenen Straße und der Straßenbahn aufgestellt, auf dem ich lediglich stehen konnte, weil gerade keine Straßenbahn von vorne kam.

Die drei Kreuze, an denen Anker wie früher gekreuzigte Menschen befestigt waren, stellten das Denkmal für die gefallenen Werftarbeiter 1970 dar. Dahinter erhob sich das Europäisches Zentrum der Solidarität. Interessanterweise war die linke Seite des Gebäudes konstant deutlich dunkler als die rechte Seite, obwohl beide Seiten gleichermaßen in Sonne getaucht waren. Welchen Grund dieses Phänomen hatte, konnte ich nicht feststellen, da am Himmel keine Wolke als Verursacher zu erkennen war und auch kein Gebäude im Weg stand. Zumindest Wagen 11 zeigte sich in voller Sonne vor den beiden interessanten Bauwerken an der Station Brama Oliwska.

Auch auf seiner Rückfahrt in Richtung Bahnhof gelang noch ein letztes Bild des Wagens 11. Ich hatte mich an der Station Hucisko aufgestellt und konnte mithilfe eines Nachschusses des Zweirichtungswagens ein schönes Bild mit etwas Innenstadtkulisse im Hintergrund schießen.

Für Bilder der Linie 12, auf der ich mir eines der seltenen Bombardier-Fahrzeuge erhoffte, hatte ich mich an der Station Hucisko vorbei ein wenig die Strecke der Linie 12 herunterbewegt. Bei diesem kurzen Ausflug wollte es aber nicht so richtig mit der Sonne klappen, weshalb ich nicht wirklich viele Bilder der Linie 12 schoss. Zudem zeigte sich auch keines der Bombardier-Fahrzeuge in der richtigen Richtung. Zumindest ein Bild gelang auf der Brücke über die Eisenbahn direkt hinter der Station Hucisko. Im Hintergrund erhob sich fast in der Flucht zur Strecke die Nikolaikirche, die gerade noch rechtzeitig ebenfalls in Licht getaucht wurde, bevor Wagen 1023 nach einiger Wartezeit an einer Ampel die Kreuzung überquerte.

Ein letztes Bild der Linie 60 entstand erneut an der Station Hucisko. Wieder war die Häuserfront im Hintergrund zu sehen, die im Gegensatz zu sehr großen Teilen des restlichen Netzes ein wenig von der Innenstadt Danzigs ins Bild brachte. Wie fast bei jedem Bild gab es auch dieses Mal von den Fahrern des Fahrzeugs ein Lächeln in die Kamera, als ich das Bild schoss. So entstand auch das Abschiedsbild von Konstal 105N 06205 an dieser Station.

Inzwischen war es schon 17:30 Uhr und sonderlich lange würde es kein Fotolicht mehr geben. Noch hatte ich aber etwas Zeit und wollte das schöne Abendlicht für ein paar letzten Bilder ausnutzen. Daher entschied ich mich dazu, etwas aus der Stadt heraus zu fahren. Hier in der Innenstadt wurden die Schatten langsam aber sicher immer länger und auch die letzten noch in der Sonne liegenden Stellen würden nun bald im Schatten versinken. Etwas weiter draußen bei weniger dichter Bebauung könnten sich noch mehr Motive ergeben. Ich entschied mich dazu, als letzten Punkt des Tages der Linie 12 etwas zu folgen. Die Linie führte gemeinsam mit der Linie 10 ein ganzes Stück aus der Stadt heraus. Eine ganze Weile lang ergaben sich erstmal aufgrund von einigen Schatten keine Motive, in der Folge führte die Linie im Gleisachsenlicht entlang einer Straße. So verließ ich die Bahn erst an der Station Skrajna für ein erstes Bild. Hier war die Strecke leicht ins Licht gedreht, wodurch sich ein Bild im warmen Abendlicht ergab. In der Folge ging es erneut ein ganzes Stück weiter bis zur Station Piekarnicza, an der auf einem kleinen Stück bergauf ein weiteres Bild entstand. Zuletzt ging es noch weiter bis zur Station Warneńska, an der sich die Linien 10 und 12 trennten. Weiter wollte ich keiner der Linien folgen, da der Takt bei nur einer Linie am Sonntagabend wirklich dürftig war und ohnehin nicht mehr lange Licht sein sollte. Daher ging es von der Station wieder zurück in Richtung Innenstadt. Ich hielt noch weiter Ausschau nach sonnigen Stellen, doch bis zurück zur Station Hucisko ergab sich nicht mehr wirklich etwas.

Auf der rechten Seite erhob sich mal wieder parallel zur Strecke ein Zaun, der das Fotografieren abseits der Haltestellen fast unmöglich machte. Ich hatte mich daher direkt an die Haltestelle Skrajna auf einen kleinen Fußgängerüberweg postiert und so den Zaun fast komplett verschwinden lassen. Auf der anderen Seite begleitete ein kleiner Grünstreifen die Strecke zwischen der Straße und der Strecke. Dadurch ergab sich für Wagen 1028 ein hübsches Motiv in der Abendsonne. Nach dem Bild ging es mit einem kleinen Sprint noch in die letzte Tür des Wagens und direkt weiter.

Einige Stationen weiter an der Station Piekarnicza ergab sich ein weiteres Motiv. Hier hatte sich die Strecke erneut ins richtige Licht gedreht und kämpfte sich in der Mitte einer größeren Straße eine kleine Anhöhe hinauf. Nachdem die Strecke längere Zeit von Mittelmasten begleitet wurde, hatte es hier auf Außenmasten gewechselt, was mir ein Bild von Pesa 1018 ohne nervige Masten an der Steigung ermöglichte.

Ein letzter sonniger Spot der Strecke ergab sich im richtigen Licht hinter der Station Warneńska. Die Umgebung war wieder typisch für polnische Außenstrecken geworden und wurde vor allem durch jede Menge Beton geprägt. Einziger Unterschied war in diesem Fall, dass die Häuser rund um die Strecke relativ neu zu sein schienen. Wirklich schöner machte es das Ganze trotzdem nicht und einzig das schöne Abendlicht brachte mich hier zum abschließenden Straßenbahnbild des Tages von Pesa 1013.

Ich hätte sicherlich noch irgendwo einen weiteren Sonnenspot für ein Bild finden können. Nach diesem langen und intensiven Fototag inklusive Anreise von Elbing nach Danzig war ich jedoch ein wenig geschafft und brauchte erstmal eine kurze Pause. Zudem stand heute Abend noch eine kleine Kulturrunde durch die Altstadt von Danzig auf dem Plan und dafür wollte ich auch halbwegs fit sein. Ich hatte jetzt also noch drei Punkte auf meinem Tagesplan. Zunächst wollte ich ins Hotel einchecken und mich kurz ausruhen. Danach würde ich mir etwas zu Essen suchen und in der Folge mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages und der drauffolgenden blauen Stunde durch die Gasse der Altstadt von Danzig streifen. Zunächst musste es also zurück zum Hotel gehen. Das war von hieraus immerhin denkbar einfach. Da sich mein Hotel direkt an der Station Dworzec Główny befand und die Linie 12 auch diese Station bediente, musste ich mich nur in die Linie 12 setzen, aufpassen nicht einzuschlafen und an der richtigen Station rausspringen. Es dauerte eine Weile, doch dann erreichte ich die Station Dworzec Główny. Ich lief zum Parkhaus rüber, fischte meinen Koffer aus dem Auto und checkte im Hotel ein. Dort genehmigte ich mir eine kurze Pause, bevor es zu einem rausgesuchten Dönerladen am Eingang der Altstadt ging. Der Laden befand sich an der Station Hucisko, die ich mit der Bahn in wenigen Minuten erreicht hatte. Der Döner hatte zwar nicht die bekannte Qualität deutscher Döner, schmeckte aber ganz gut und war eine willkommene Abwechslung zur Ernährung aus dem Zabka. Gestärkt nach dem Essen startete ich mein kurzes Kulturprogramm für heute. Eine wirkliche Route hatte ich nicht durch die Altstadt, ich ließ mich einfach ein wenig treiben, versuchte alle Teile der Innenstadt mal gesehen zu haben und ließ die Eindrücke auf mich wirken. Eigentlich hatte ich vorgehabt, einige Bilder zu schießen. Bei der Masse an Touristen, welche sich hier sogar am Abend noch durch die Gassen schoben, ließ ich die Kamera die meiste Zeit jedoch stecken und guckte mir das Ganze einfach so an. Am Ufer der Motława hielt ich letztendlich doch noch einige Eindrücke fotografisch fest.

Im kleinen Hafen von Danzig reihten sich einige Luxusboote auf, während sich die Lichter der Häuser im Wasser spiegelten. Das Chaos von Menschen, welches sich auch am Abend durch die Altstadt schob, war auf diesem Bild nicht zu erahnen.

Eigentlich hatte ich vorgehabt, über eine Brücke in das Viertel auf der anderen Seite des Flusses zu kommen und es über die einzige andere Brücke wieder zu verlassen. Doch als ich an der angestrebten anderen Brücke angekommen war, war der Übergang über den Fluss plötzlich verschwunden. Bei der Brücke handelte es sich um das Konstrukt, welches auf dem Bild im Wasser zu sehen ist. Das Brückenteil war drehbar und wurde kurzerhand während meines Rundgangs auf der anderen Seite des Flusses gedreht, sodass man darüber nicht mehr den Fluss passieren konnte. So musste ich notgedrungen zur ersten Brücke zurücklaufen, um wieder auf die richtige Flussseite zu gelangen. Rechts im Bild ist ein wenig zu erahnen, welche Massen hier am Abend unterwegs waren.

Auch ein wunderbar beleuchtetes Riesenrad samt Schriftzug mit der polnischen Schreibweise von Danzig war am Ufer zu finden. Mitten in der blauen Stunde lichtete ich das Motiv ab.

Irgendwann war es komplett dunkel geworden und ich hatte den Eindruck, alles halbwegs gesehen zu haben. Zudem war ich relativ müde und wollte mich endlich ausruhen. Daher erklärte ich auch den kulturellen Teil des Tages für beendet und lief nach einem kurzen Abstecher in einem Zabka zurück zur Straßenbahnhaltestelle. Von dort ging es zum Hotel und ich konnte mich nach diesem langen Tag endlich ins Bett schmeißen. Es wurden noch einige Pläne für den morgigen Tag entworfen, um den noch ausstehenden Teil des Netzes bestmöglich zu bereisen. Dann gingen die Augen zu, um auch morgen wieder fit in den Tag starten zu können. Der zweite Tag in Danzig wird dann im nächsten Teil von “Rundreise durch Nordpolen” thematisiert.

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