Rundreise durch Nordpolen XI: Vom Sonnenschein in den Dauerregen

Nachdem ich mich gestern primär mit der Strecke der Linie 60 und den darum herumliegenden Linien beschäftigt hatte, galt der Fokus heute den restlichen noch unbekannten Abschnitten des Netzes. Beim Werktagverkehr würde heute nochmal deutlich mehr los sein und ich wollte mich neben der Erkundung des Netzes auch auf die Suche nach der Alstom NGd99 Fahrzeugserie machen, die mir gestern noch nicht über den Weg gelaufen war. Nach anfänglich gutem Wetter entwickelte sich das Wetter über den Tag Schritt für Schritt zum Dauerregen und sollte das Fotografieren immer anstrengender werden lassen.


Montag, 25. August 2025: Vom Sonnenschein in den Dauerregen

Pünktlich um 07:30 Uhr klingelte der Wecker. Gestern hatte ich zwar schon relativ erfolgreich einige schöne Bilder des Betriebes umgesetzt, es blieben dennoch diverse Teile des Netzes, denen ich gar keine Aufmerksamkeit gewidmet hatte. Das sollte sich heute ändern, weshalb ich keine Zeit verlieren wollte. Bei einem Blick aus dem Fenster lächelten mich bereits die ersten Sonnenstrahlen des Tages an. Daher wurde sich schnell in Schale geschmissen und dann ging es schon raus. Wie bereits gestern Morgen ging der erste Weg zum Bäcker, bevor ich durch die Unterführung zur Haltestelle Dworzec Główny lief. Dort wurde sich zunächst unter Zuhilfenahme der wieder funktionstüchtigen Karte eine Tageskarte aus dem Ticketautomaten gezogen, danach konnte ich mich schon dem straßenbahntechnischen Teil des Tages widmen. Eigentlich wollte ich hier am Morgen ein Bild mit der Straßenbahn vor dem imposanten Gebäude des Hauptbahnhofes umsetzen. Das Problem war nur, dass sich bei aktuellem Sonnenstand keine Möglichkeit auf ein Bild mit dem Gebäude bot. Die Lücken zwischen den noch langen Schatten waren einfach zu klein. Zumindest eine Lücke abseits des Gebäudes ergab sich am Bahnsteig, in die ich einen Duewag unterbringen konnte. Von denen waren hier am Montagmorgen nochmal deutlich mehr unterwegs, als bereits gestern im Sonntagsverkehr. Generell kamen hier am Bahnhof im Minutentakt Bahnen in beiden Fahrtrichtungen in die Station gefahren. Einen Moment ohne herannahende Straßenbahn gab es eigentlich nicht. Nach vom Takt her eher zähen letzten Tagen war das schon ein kleines Paradis.

Jetzt musste ich mir nur überlegen, wie ich in den Tag reinstarten wollte. Als erstes Ziel hatte ich mir in den Kopf gesetzt, die Alstom NGd99 Serie zu suchen, die mir als einzige Fahrzeugserie noch fehlte. Auch die beiden Einzelgänger 1501 und 1502 fehlten noch auf meiner Liste. Doch konkret nach den beiden Einzelgängern zu suchen, würde zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen ausarten. Entweder die Fahrzeuge begegneten mir zufällig, oder eben nicht. Das Netz war einfach zu umfangreich, um mit der Suche meinen Tag zu verbringen. Bei der Alstom Serie sah das schon ein bisschen anders aus. Die Fahrzeugserie bestand aus vier Fahrzeugen, weshalb meine Hoffnung bei den Fahrzeugen schon etwas größer war. Gestern Abend hatte ich mal recherchiert, auf welchen Linien die Fahrzeuge am häufigsten eingesetzt wurden. Als Ergebnis kamen die Linie 6 und 12 heraus. Die beiden Linie verkehrten auf dem Ast, der am Depot an der Station Strzyża PKM vorbeiführte. Neben diesen beiden Linien würden auf der Strecke auch noch drei weitere Linien verkehren, sodass ich dort relativ viele Kurs zu Gesicht bekommen sollte. Da es sich bei dem Ast zudem noch um einen unbekannten Streckenabschnitt handelte, war das eigentlich der perfekte Plan, um in den Tag hinein zu starten. Es ging also in die nächste Bahn in Richtung der Station Strzyża PKM. Bereits an der Station Politechnika verließ ich die Bahn für erste Bilder an der Strecke. Hier stand die Sonne genau richtig und auch die Masten waren erfreulicherweise an den Straßenrand gewandert, sodass hier eigentlich ganz gute Bedingungen für die ersten Bilder des Tages existierten. In der Folge ging es zu Fuß eine Station weiter, an der ein weiteres Bild im dichten Takt entstand. Daraufhin ging es mit nur einer weiteren Unterbrechung bis zur Station Strzyża PKM am Depot durch.

Genau eine Wagenlänge der Duewag N8C-MF passte in die kurze Lücke zwischen Hausschatten und Mast. In dieser Lücke brachte ich fürs erste Bild am Morgen Wagen 1134 unter. Mehr war an der Station Dworzec Główny bei diesem Sonnenstand nicht möglich. Auf diesem Bild war bereits der deutlich dichtere Werktagverkehr zu erkennen. Gleich vier Fahrzeuge tummelten sich im Hintergrund auf dem Weg zur Station hin oder von der Station weg.

An der Station Politechnika stand die Sonne genau richtig, um quer über die Straße ein schönes Bild in der Morgensonne mit der zumindest teilweise hübsch restaurierten Häuserfassade zu schießen. Ein Blick auf die glänzende Straße verriet, dass es hier vor nicht allzu langer Zeit geregnet haben musste. Es sollte nicht der einzige Regen am heutigen Tag geblieben sein… Erfreulicherweise passte es bei Wagen 1016 genau mit der Ampelphase der von hinten kommenden Autos, um den Wagen frei im Bild unterzubringen.

Auf den Weg in Richtung der Station Miszewskiego kam kurz darauf Wagen 1108 entgegengefahren. Ich war eigentlich schon ein Stück weiter gewesen und hatte mich für ein Bild nochmal vor dem Beginn des Mittelzauns verlagert. Auch bei diesem Wagen passt es mit den Autos und man würde bei einem Blick auf das Bild nicht unbedingt denken, dass heute Montag war. Hier stand das Licht schon fast in der Gleisachse, sodass ich mich in der Folge die Strecke etwas weiterbewegen wollte.

Ein weiteres Bild entstand direkt an der Station Miszewskiego. Eigentlich hatte ich nur auf einen Wagen gewartet, der mich die Strecke weiter befördern sollte. Die Wartezeit von vier Minuten reichte jedoch aus, damit aus der Gegenrichtung wieder ein Kurs angefahren kam. So hielt ich auch noch Duewag 1133 bei der Einfahrt in die Station fest. Nach den Kleinbetrieben zuvor oder den Wochenendtakten war der Werktagverkehr in Danzig schon eine sehr willkommene Abwechslung. Hier an der Strecke mit fünf Linien kam eigentlich ständig was.

Vier Stationen ging es in der Folge ohne Bild weiter. Die Strecke in Mittellage einer großen Straße und häufig von Zäunen begleitet, gab einfach keine Möglichkeit für fotografische Umsetzungen her. Zudem stand das Licht fast in der Gleisachse. Erst an der Station Wojska Polskiego knickte die Strecke von der großen Straße ab und drehte sich somit auch wieder gut ins Licht. Daher verließ ich meinen Platz im Wagen 1175, wechselte einmal die Bahnsteigkante und schoss einen Nachschuss des Fahrzeugs. Danach ging es mit dem nur Sekunden später folgenden Kurs direkt weiter. 

Ich war am angestrebten Depot angekommen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Depots befand sich eine Wendeschleife, die die Fahrten der Fahrzeuge ins Depot oder aus dem Depot heraus vereinfachte. Auch Wagen 1055 schien irgendwie im Depot herum zu rangieren und verließ das Depot nur kurz, um die Schleife an der Station Strzyża PKM zu durchfahren. Bei dem Wagen handelte es sich um eines der ganz wenigen Fahrzeuge dieser Fahrzeugserie, die eine abweichende Lackierung trugen. Bei der Lackierung, bei der der untere rote Strich bis zur Wagenkante heruntergewandert war, handelte es sich offenbar um die gleiche Lackierungsvariante, wie die neue Lackierung der Pesa Swing 120NAG Fahrzeuge. Im Gegensatz zu dieser Fahrzeugserie waren bei den Pesa Jazz 128NG ein überwiegender Teil noch in der alten Lackierung gehalten.

Das Depot auf der anderen Seite der Straße war relativ weitläufig und hatte viele Gleiseinfahrten. Einige der Tore waren geöffnet, sodass ich die Chance nutzte und einfach mal ein Blick ins Innere des Depots warf. Zunächst gab es da nicht unbedingt viel Spannendes zu sehen. Jede Menge Pesa’s und einige Duewags warteten auf weitere Aufgaben. Doch dann fiel mein Blick auf einen Wagen, der etwas weiter hinten im Depot stand. So richtig konnte ich nicht erkennen, was es für ein Wagen war, doch die Front sah mir sehr verdächtig nach einem der Einzelgänger, genauer dem Wagen 1502, aus. Die Lackierung passte auch zu dem Wagen, der abweichend von den sonst verkehrenden Planwagen eine rot-weiße Lackierung trug. Somit wusste ich schonmal, dass mindestens einer der Einzelgänger nicht fuhr. Trotzdem fehlte weiterhin jede Spur von der Alstom Serie, denn auch in diesem Depot gab es keine Spur von den Wagen. Also würde ich mich weiter diese Strecke herunterbewegen müssen, in der Hoffnung irgendwann auf einen Vertreter dieser Fahrzeugreihe zu treffen. Vom Depot aus waren es noch sieben Stationen bis zur Station Oliwa. An der Station hatte gestern die Linie 60 geendet, was bedeutete, dass ich die danach folgende Strecke bereits kannte. Daher wollte ich mich bis zu dieser Station vorarbeiten und mir dann Gedanken machen, was als nächstes auf meinem Tagesplan stand und wie ich die Suche nach den Alstom-Fahrzeugen am schlausten gestalten könnte.

Ich stellte mich also zunächst an die Durchfahrtshaltestelle der Station Strzyża PKM, die sich direkt unter der Bahnbrücke befand. Zwischenzeitlich kam ein weiterer interessanter Wagen durch, den ich irgendwann am heutigen Tag noch vor die Linse bekommen wollte. Wagen 1070, ein Wagen der Pesa Jazz 128NG Baureihe, war abweichend von allen anderen Fahrzeugen dieser Baureihe in einer grün-weißen Lackierung ausgeliefert worden. Grund dafür war der örtlich ansässige Fußballverein Lechia Gdańsk, auf den bereits am gestrigen Tag mit den Schals in den Fahrerkabinen aufmerksam gemacht wurde. Im Jahr 2020, dem Auslieferungsjahr des Wagens 1070, feierte der Verein sein 75-jähriges Jubiläum. In diesem Zuge wurde der Wagen in den Farben des Fußballvereins ausgeliefert und fährt seitdem in diesen Farben durch die Stadt. Von meinem Standpunkt aus gelang mir an dieser Stelle zunächst kein Bild des Wagens, dass sollte später nach Möglichkeit nachgeholt werden. Mit dem Wagen ging es zumindest erstmal weiter und bereits an der nächsten Station verließ ich den Wagen wieder. Das Stück direkt nach dem Depot gestaltete sich relativ interessant und so nutzte ich die Möglichkeit für weitere Aufnahmen an einem etwas gemütlicheren Stück abseits der großen Straßen. Doch irgendwie kam nach dem Verlassen der Bahn lange nichts mehr hinter dem Wagen hinterher. Da dieser Streckenabschnitt mit Mittelmasten ausgestattet war, wollte ich zu einem Nachschuss greifen. Dafür benötigte ich jedoch nachfolgende Wagen, von denen sich zunächst keiner blicken ließ. Aus der anderen Richtung kamen munter Wagen angefahren, aus der Richtung vom Depot ließen weitere Kurs auf sich warten. Scheinbar war der Betrieb irgendwo gestört und die nächste halbe Stunde kam erstmal gar nichts. Danach zeigten sich vereinzelt wieder erste Wagen aus der Richtung, zunächst aber erstmal nur zwei Einrichtungswagen. Langsam wurde wieder planmäßig gefahren und irgendwann gelang mir auch der angestrebte Nachschuss. Danach setzte ich weitere Bilder einige Stationen später an der Station Derdowskiego um.

Nun waren es nur noch zwei Stationen bis zur Station Oliwa. Das letzte unbekannte Stück wollte ich noch abfahren und mir dann weitere Gedanken über den Tagesablauf machen. Doch als ich auf die Bahn wartete und den Wagen in einiger Entfernung sehen konnte, kam mir irgendwas komisch vor. Irgendwie sah die Lackierung von vorne nicht so aus, wie die üblichen Lackierungen und auch das restliche Erscheinungsbild wich von allem bisher bekanntem ab. Handeltes es sich wieder um den Wagen 1161 mit der weißen Front? Nein, zwar stimmte die Lackierung überein, die Front sah aber ganz anders aus. Nachdem der Wagen etwas nähergekommen war, wurde mir auch bewusst, was da gerade angefahren kam. Es handelte sich um eines der noch fehlenden Alstom-Fahrzeuge. Sehr schön, dann wusste ich zumindest, dass einer der Wagen heute fuhr. Ich stieg einfach ein und überlegte mir, wo ich ein passendes Bild des Fahrzeuges schießen konnte. In diese Richtung war der Einrichtungswagen erstmal im Gegenlicht unterwegs. Der Wagen auf der Linie 12 würde die Station Oliwa nur als Durchfahrtsstation nutzen und einige Zeit später an der Station Pomorska in die richtige Richtung abknicken. Also blieb ich bis zu dieser Station sitzen und schoss ein erstes Bild des Wagens von der Nichttürseite. Daraufhin ging es einige Stationen weiter, um auf dem Rückweg des Wagens auch noch ein Bild von der Türseite umsetzen zu können. Da die Endstation der Linie 12 nicht weit entfernt von der Station Pomorska war, dauerte es auch nicht lange, bis der Wagen zurückkehrte und ich somit direkt ein zweites Bild umsetzen konnte.

Nach einer ungewollt längeren Pause aufgrund einer Betriebsunterbrechung kam irgendwann Wagen 1077 als erstes Zweirichtungsfahrzeug angefahren, von dem ich einen Nachschuss ablichten konnte. Die Strecke führte hier an der Station Uniwersytet Gdański in der Mitte einer kleinen Straße durch weniger bebautes Gebiet. Lediglich auf der rechten Seite war ein großes Universitätsgelände, die linke Straßenseite war relativ frei. Dadurch zeigte sich etwas mehr Grün als üblich im Bild und es waren zur Abwechslung keine Betonbunker zu sehen.

Ich war bis zur Station Derdowskiego weitergefahren. Hier hatte sich das Streckenbild wieder ein wenig verändert und die Strecke wurde von lockerer Bebauung begleitet. Auch hier waren entlang der Strecke Mittelmasten gebaut, was das Fotografieren der Wagen von Vorne ein wenig erschwerte. Daher griff ich erneut auf einen Nachschuss zurück und hatte Glück, dass sich mit Wagen 1167 passend ein Zweirichtungswagen zeigte.

Bis zur Station Pomorska hatte mich Wagen 1001 gebracht. Da ich die Fahreigenschaften des Wagens für die Dauer der Fahrt eher mäßig genießen konnte, war ich ganz froh, den Wagen hier wieder verlassen zu dürfen. Ich war nicht ganz legal im Haltestellenbereich über die Gleise gelaufen und konnte so noch beim Halten an der Haltestelle ein Bild des Wagens umsetzen. Die Wagen hatten früher ebenfalls die rot-beige Lackierung getragen, wurden jedoch in das gleiche Farbschema versetzt, in dem sich auch Duewag 1161 gestern gezeigt hatte. Scheinbar schien sich dieses Fahrschema nicht durchgesetzt zu haben, zumindest blieb es bei dem Versuch und lediglich Wagen 1161 sowie die vier Alstom-Fahrzeuge tragen noch immer dieses Farbschema.

Für die Rückkehr des Wagens hatte ich mich an die Haltestelle Kołobrzeska verschoben. Hier bestand die Möglichkeit auf ein Bild von der Türseite mit halbwegs schöner Umgebung. So konnte ich auch ein Fahrzeugbild der Fahrzeugserie umsetzen, da ich mir nicht sicher war, ob ich weitere Fahrzeuge des Fahrzeugtyp am heutigen Tag zu Gesicht bekommen würde. Wagen 1001 hatte gerade den Kreisel überquert, an dem ich bereits gestern in die andere Richtung einiger Bilder umgesetzt hatte.

Damit hatte ich die Mission “Alstom NGd99 finden” auch erfolgreich abgehakt. Somit konnte ich mich nun mit weiteren unbekannten Abschnitten des Netzes beschäftigen. Gestern hatte ich mich ja bereits ein wenig an der Blockumfahrung rund um die Station Brzeźno Dom Zdrojowy aufgehalten. Dabei hatte ich die Blockumfahrung als interessant und erneut besuchenswert für heute in meinem Kopf abgespeichert. Beim Werktagverkehr sollte dort heute auch ein wenig mehr los sein. Von hieraus war es nicht mehr allzu weit bis zu dieser Blockumfahrung und es fing langsam an sich zuzuziehen. Somit würde ab jetzt auch der Sonnenstand keine entscheidende Rolle mehr spielen und ich könnte meine Ziele rein nach geografischer Nähe wählen. Bevor ich mich jedoch endgültig der Blockumfahrung widmen wollte, ging es noch einmal zur Station Oliwa zurück. Dort hatte ich bei der heutigen Durchfahrt und auch schon gestern im Zuge der Linie 60 weitere Motive identifiziert, die beim gestrigen Sonnenstand nicht umsetzbar gewesen waren. Jetzt war die Sonne nicht mehr das Problem und da die Station von hieraus nicht weit entfernt war, ging es zunächst die Strecke zurück bis zur Station Oliwa. Nachdem die Motive an und rund um die Station Oliwa umgesetzt waren, ging es wie geplant weiter zur Blockumfahrung. Die Fahrt dorthin nahm einiges an Zeit in Anspruch, da zwischendurch ein Fotostopp ohne erwähnenswerten Erfolg umgesetzt wurde und es zudem nur mit mehreren Umstiegen möglich war, die Blockumfahrung zu erreichen. Nach knapp einer Stunde hatte ich mein Ziel erreicht und es entstanden bei inzwischen schon leicht verregnetem Wetter einige Bilder an den eingleisigen Stücken.

Kurz vor der Station Oliwa durchfährt die Straßenbahn ein kleines Stück Strecke, welches von etwas mehr Grün umgeben ist. Dieses Motiv hätte jetzt eigentlich in der Sonne gelegen, da diese sich, wie ein Blick in den Himmel verriet, in nächster Zeit wohl eher nicht mehr zeigen würde, setzte ich das Motiv im Schatten um. Kurz vor der Einfahrt in die Station zeigte sich Pesa 1024.

Ein paar Meter weiter immer noch in der Nähe der Station Oliwa durchquert die Strecke eine kleine Baumdurchfahrt. Fast ohne die große Straße rechts gelang mir ein Bild des nachfolgenden Wagens 1028.

Wie bereits gestern angesprochen, nutzt die Linie 5 die Station Oliwa als Endstation. Für die Linie existierte in der Schleife ein eigenes Gleis, auf dem die Wagen der Linie ihre Pause machen konnten. Neben der Schleife hatte ein kleiner Blumenladen sein gesamtes Sortiment aufbereitet, sodass zusammen mit den hübschen Blumen ein Bild von Duewag 1107 entstand, der seine Pause auf dem Gleis verbrachte. Der Himmel im Hintergrund war im Moment eklig hell, das Bild wollte ich mir davon aber nicht nehmen lassen.

Die Linie 5 führte von der Station Oliwa auch in die große Blockumfahrung, die mein nächstes Ziel war. Die Blockumfahrung diente gleichzeitig als Endschleife für die Linie, sodass ich mich im Prinzip einmal vom einen zum anderen Ende der Linie verschoben hatte. Allerdings war ich einer anderen Route als die Linie 5 gefolgt, sodass ich trotz Zwischenstopp noch vor Wagen 1107 an der großen Blockumfahrung angekommen war. Mit dem Duewag dokumentierte ich nun erstmal die eingleisige Haltestelle Sternicza.

Ich hatte mich ein wenig die Strecke zurück bis kurz vor die Station Gdańska verschoben. Hier kam noch einmal der eingleisige Verlauf der Blockumfahrung sehr gut zur Geltung. Zudem war im Hintergrund die enge S-Kurve zu sehen, die die Fahrzeuge für die Station Gdańska durchfahren mussten. Da sonst nicht genug Platz zwischen Strecke und Straße für einen Bahnsteig gewesen wäre, hatte man sich hier für einen Schwenk der Strecke etwas weg von der Straße entschieden. Der Anblick des Multigelenkers beim Durchfahren dieser S-Kurve ließ mich mit der Frage zurück, ob es da keine bessere Option gegeben hätte. Wagen 1032 war einer der wenigen Fahrzeuge der Baureihe in der alten Lackierungsvariante, der mir hier nach langer Zeit endlich vor die Kamera kam. 

Nach dem letzten Bild hatte es schlagartig begonnen, wie aus Kübeln zu regnen. Ich nutzte diese nasse Phase für den Einkauf meines Mittagessens im nächsten Laden und als ich wieder herauskam, war es bereits etwas trockener geworden. Die nasse Straße zeugte im folgenden Bild jedoch von den Wassermassen, die hier innerhalb kürzester Zeit heruntergekommen waren. Ich befand mich genau zwischen den beiden Stationen Sternicza und Brzeźno Dom ZdrojowyWagen 1137 rumpelte, verfolgt von einem Auto, die Strecke entlang, konnte von mir aber noch ungestört festgehalten werden.

An der darauffolgenden Station Brzeźno Dom Zdrojowy ergab sich ein Motiv mit einem hübschen Haus direkt vor der Stationseinfahrt. Die Straßenbahnen mussten hier aufgrund einer Kreuzung genau an dieser Stelle auf das Signal zur Einfahrt in die Station warten, was mir die Möglichkeit für ein Bild neben dem Haus ermöglichte, ohne dabei von den vielen Autos auf der Straße gestört zu werden. Perfekt in meinem Bild positioniert hatte sich in diesem Fall Pesa 1022.

Die Blockumfahrung hatte ich nun dargestellt. Bei einem Blick auf die Karte fiel mir direkt ein weiteres interessantes Ziel ins Auge. Nicht weit entfernt von hier befand sich in der Hafenregion eine weitere Blockumfahrung, die sicherlich hier und da ein Motiv zu bieten hatte. Dort wurde in einem etwas unübersichtlichen Konstrukt meist nur mit einem Fahrtrichtungsgleis gefahren. Von der Station Brzeźno Dom Zdrojowy aus waren es nur zwei Stationen hinüber zum Hafenviertel. Also setzte ich mich in die nächste Bahn und fuhr einfach mal los. So richtig weit kam ich jedoch nicht. Denn nur eine Station später verlief die Strecke entlang eines kleinen Waldstückes und über der Strecke riss der Himmel gerade mal wieder kurzzeitig auf. Das wollte ich direkt mal für ein Bild nutzen und verließ die Bahn. Im Folgenden entstand an dem Waldstück mit dem drauffolgenden Kurs ein Bild, bevor es noch mit dem gleichen Wagen weiter ging. Der folgende Streckenabschnitt lud zunächst nicht zum Aussteigen ein, sodass ich die Bahn erst an der Station Na Zaspę wieder verließ. Hier passte das Licht, welches sich mit aller Mühe durch die Wolken kämpfte, perfekt für ein Bild. Danach ging es zu Fuß weiter durch das Gewirr an Gleisen.

Eigentlich war der Aufbau relativ simpel. Es führte eine große Blockumfahrung durch das Gebiet, die an der Station Nowy Port Zajezdnia ein Depot beherbergte. Zudem gab es von dem Depot aus gestartet noch eine weitere deutlich kleinere Blockumfahrung, die an zwei von vier Seiten die große Blockumfahrung nutzte. Höchstwahrscheinlich existierte die kleine Blockumfahrung nur, um das Ausrücken aus dem Depot in Richtung Innenstadt zu vereinfachen, da dafür sonst die gesamte große Blockumfahrung hätte durchfahren werden müssen. So kamen die Wagen, aus dem Depot ausgerückt und durch die kleine Blockumfahrung gefahren, genau an der Station Marynarki Polskiej raus. Dort konnte die Straßenkreuzung einfach gerade überquert werden und in der Folge weiter in Richtung Innenstadt gefahren werden. Mein nächstes Bild entstand an eben jener Station, die ich aus Richtung der Station Na Zaspę der großen Blockumfahrung folgend, erreicht hatte. Danach ginge es die große Blockumfahrung bis zur Station Nowy Port Zajezdnia weiter und ich guckte, was im Depot so zu sehen war. Ich stellte fest, dass sich einige Wagen gerade dafür bereit machten, auszurücken und postierte mich daher kurz hinter der Depotausfahrt für einige Bilder der ausrückenden Wagen. Es handelte sich um die Linie 7, die erst ab dem frühen Nachmittag den Betrieb aufnahm. Nachdem ich von den größtenteils von Duewags bedienten Ausrückern einige Bilder geschossen hatte, ging es zum Abschluss noch die restliche unbekannte Strecke der großen Blockumfahrung einmal herum, sodass ich letztendlich einmal einen großen Kreis gelaufen war. Auch auf diesem Stück entstanden weitere Bilder der Ausrücker auf der Linie 7, die entgegen meiner Theorie über die große Blockumfahrung den Betrieb aufgenommen hatte.

Ein leichter Hauch von Sonne zeigte sich auf Wagen 1163, als dieser in die Station Krasickiego einfuhr. Die Strecke führte hier entlang eines kleinen Waldstückes, welches die einzige Trennung zwischen der Strecke und dem dahinterliegenden Strand darstellte. Dementsprechend sah man an der Station auch einige Passanten mit Ausrüstung für den Strand herumlaufen. Da ich das Bild von der Station aus geschossen hatte, konnte ich in der Folge direkt in die letzte Tür des Wagens hineinspringen.

Ein weiteres Bild des Wagens entstand an der Station Na Zaspę. Die Haltestelle befand sich bereits in der großen Blockumfahrung, weshalb die Station aus nur einem Gleis bestand. Die Sonne stand perfekt für ein Bild von der bahnsteigfernen Seite, sodass ich nach Verlassen des Wagens zu einem kleinen Sprint ansetzte und den Wagen 1163 noch nach Abfahrt aus der Station festhalten konnte.

Auch an der Kreuzung nahe der Station Marynarki Polskiej hatte die Sonne längere Zeit in vollen Zügen geschienen. In dieser Zeit war jedoch kein Wagen von Vorne sondern lediglich von hinten gekommen, weshalb es bei dem letztendlichen Bild nur noch für ganz leicht zu erahnende Sonnenstrahlen reichte. Wagen 1117 befand sich hier auf der Strecke, die die Blockumfahrung in Richtung Innenstadt verlief. Die große Blockumfahrung führte hinter dem Wagen quer, während die kleine Blockumfahrung von der hinter dem Wagen beginnenden Straße auf die Kreuzung stieß.

An der Station Nowy Port Zajezdnia eröffnete sich eine ganz interessante Szenerie. Zwar waren die Häuser links im Bild im gleichen Grau gehalten, wie so viele andere Häuser entlang polnischer Strecken, dafür war das Erscheinungsbild von solch kleinen Reihenhäusern doch eher eine Seltenheit in polnischen Großstädten. Auch die Linie 10 in Gestalt von Pesa 1081 verkehrte durch das Hafengebiet und nutzte die kleine Blockumfahrung als Endschleife, um von hieraus wieder in Richtung Innenstadt zu starten.

Beim Ausrücken aus dem Depot zeigte sich ein weiterer Pesa Swing 120NG im alten Lackierungsschema. Im Gegensatz zur neuen Lackierung mit etwas hellerem Beige wirkte diese Lackierung schon fast ein wenig schmuddelig. Der Wagen 1045 hatte gerade die Ausfahrt aus dem Depot verlassen und war in die Blockumfahrung eingefahren, die hier von rechts kam.

Ich war nur ein paar Meter weitergekommen, da rückte bereits der nächste Kurs der Linie 7 aus. Hier knickte die kleine Blockumfahrung schon wieder ab und lediglich die große Blockumfahrung ging geradeaus weiter. Die Linie 7 nutzte eben jene große Blockumfahrung, weshalb der Wagen hier auf geradem Wege über die Weiche rumpelte. Wagen 1127 trug noch den alten Scheren-Stromabnehmer und die dazu passende alte Lackierung. In diesem Zustand kam der Wagen schon sehr nah an den Zustand heran, in dem die Fahrzeugserie nach Übernahme aus Dortmund und Umbau in Danzig in den Betrieb gegangen waren.

Duewag 1118 nahm kurze Zeit später als Linie 19 die kleine Blockumfahrung in Angriff und konnte von mir als Nachschuss festgehalten werden. Über dem Wagen zeigte sich am Himmel mal wieder etwas mehr blauer Himmel, trotzdem fing es über mir nur Minuten später mal wieder an zu regnen. Der Wagen stellte mit seinem neuen Stromabnehmer und der neuen Lackierung wohl die modernste Variante der Wagen dar und stand somit im genauen Gegenteil zu Wagen 1127 zuvor.

Ich war inzwischen ein ganzes Stück weiter an der großen Blockumfahrung vorangekommen und befand mich an dem Stück, welches sich im Prinzip genau neben dem Hafen befand. Links waren riesige Hafenanlagen. Auch hinter dem Wagen am Ende der Straße befand sich eine Wasserstraße, über die auch genau in diesem Moment ein Schiff fuhr. Mitten in diese industriell geprägte Gegend hatte sich eine kleine Kirche verirrt, die fast genau in die Lücke zwischen den beiden Bäumen passte. Unter den Bäumen hatte ich ein wenig Schutz vor dem Regen gefunden und konnte Wagen 1116 bei seiner Anfahrt der Station Nowy Port Oliwska festhalten. 

Ein letztes Bild in der Blockumfahrung entstand an der Station Rybołowców. Hier befand sich die Haltestelle genau auf der Straße und somit war kein Bahnsteig vorhanden. Das sorgte dafür, dass zur Abwechslung auch mal die Klapptrittstufen bei den Duewags zum Einsatz kamen, die sonst zumeist nicht eingesetzt wurden. Auf der etwas heruntergekommenen Straße kam Duewag 1135 angejagt, der von den eingesetzten Fahrzeugen noch mit Abstand am besten in diese Szenerie hineinpasste.

Langsam aber sicher lichteten sich die Reihen in meinem Tagesplan. Zwei Punkte standen aber noch groß auf der Liste. Einerseits fehlte mir als letztes großes unbekanntes Stück Strecke der Streckenabschnitt zwischen den Stationen Śródmieście SKM und Łostowice Świętokrzyska. Zudem hatte ich noch das Fahrzeugbild des grün lackierten Wagens 1070 auf dem Zettel stehen. Das sollte sich doch ganz gut miteinander verbinden lassen. Von der Blockumfahrung am Hafen aus konnte ich auf direktem Wege zur Station Dworzec Główny gelangen. Dabei würde ich gleichzeitig die noch unbekannte Strecke zwischen den Stationen Marynarki Polskiej und Twarda erkunden, die aber ehrlicherweise auf der Karte nicht sonderlich vielversprechend aussah. Am Bahnhof würde ich mich dann dem Projekt des Fahrzeugbildes widmen. Hier verkehrte die Linie auf der Wagen 1070 unterwegs war und ich würde zudem noch jede Menge andere Linien beobachten können. Nachdem ich das Fahrzeugbild abgearbeitet haben würde, wollte ich mich dem bereits angesprochenen Ast nach Łostowice Świętokrzyska widmen. Tatsächlich fand sich auf der Strecke zur Station Twarna nicht viel, was mich zum Aussteigen bewegte. Einzig die Station Stadion hatte eine interessante Dachkonstruktion zu bieten, die mich zu einem Bild an der Station verleitete. Danach ging es mit einem kurzen Zwischenstopp bei dem sich sogar die Sonne zeigte, bis zur Station Dworzec Główny weiter. Obwohl ich mich einige Zeit an der Station aufhielt, schoss ich nicht wirklich viele Bilder. Einerseits gab die Station nicht allzu viel her, andererseits fing es auch stark an zu regnen, was die Bilder auch nicht gerade schöner machte. Nach einiger Zeit des Wartens kam Wagen 1070 endlich angefahren. Problematisch war nur, dass der Wagen aus der falschen Richtung kam. Da die Linie nicht weit entfernt von der Station Dworzec Główny endete, verschob ich mich zur Station Śródmieście SKM. Dort gelang mir kurze Zeit später ein Bild des Wagens von der Türseite, was zumindest schonmal den ersten Teil meines weiteren Tagesplanes erledigte.

Die Haltestelle Stadion stellte das mit Abstand einzige Highlight dieses Streckenabschnittes dar. Sonst verlief die Strecke in Straßenmitte einer riesigen von vielen LKWs befahrenen Straße teilweise begleitet von Hecken und Mittelmasten. Zumindest die Dachkonstruktion der Haltestelle brachte mit der geschwungenen Bauweise und dem gelben Glas ein wenig Interessantes hinein. Mit Wagen 1119 kam passend ein Zweirichtungswagen, von dem ich einen Nachschuss schießen konnte. Am Himmel war schon das Wetter zu erahnen, welches sich für die nächsten Stunden zusammenbraute.

Plötzlich brach völlig unerwartet die Sonne durch die eigentlich dicke Wolkendecke. Ich befand mich bereits zurück an der Station, um mit dem nächsten Wagen weiterzufahren. Kurzerhand zückte ich noch einmal die Kamera, als Pesa 1057 in die Station einfuhr. Der Wagen war zwar völlig im Gegenlicht, trotzdem entstand ein sehr stimmungsvolles Bild mit den dunklen Wolken im Hintergrund und den von Sonne bestrahlten gelben Gläsern der Haltestelle im Vordergrund.

Ich befand mich bereits hinter der Station Twarna. Eine ganze Weile war ich mit der nächsten Bahn ohne Zwischenstopp weitergefahren und hatte es einfach ein wenig genossen, mich sitzend etwas ausruhen zu können. An der Station Stocznia Północna hatten dann noch einmal die alten Hafenkräne meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nachdem ich gestern bereits ein Bild mit den Kränen geschossen hatte, wollte ich heute mein Glück von dieser Station versuchen. Von hier zeigten sich die Kräne zwar etwas kleiner im Bild, trotzdem ergab sich ein schönes Bild aus seitlicher Perspektive. Im Vordergrund zeigte sich ein Bauvorhaben, welches wohl nicht mehr fertiggestellt werden wird. Für das Bild von Pesa 1072 kam sogar passend die Sonne heraus.

An der Station Dworzec Główny angekommen, entstand zunächst ein Bild mit einem kleinen Blumenbeet, welches direkt neben der Strecke angelegt worden war. Auch ohne Sonne wirkte die Rosenhecke in voller Blüte sehr schön im Bild. Im Minutentakt rollte daneben Wagen in die Station ein. Bei mir im Bild zeigte sich Wagen 1080 als Linie 11. 

Zufällig passend begegnete mir an der Station Dworzec Główny Wagen 1001. Nachdem ich heute kreuz und quer durch das gesamte Netz gefahren war, war ich mir inzwischen sicher, dass es sich um den einzigen von vier Wagen der Serie handelte, der heute unterwegs war. Umso erfreulicher, dass mir hier am Bahnhof nochmal ein Bild des Wagens gelang, der mit seiner Lackierung zumindest überall auffiel.

Endlich gelang mir an der Station Śródmieście SKM auch ein Bild des in abweichender Lackierung verkehrenden Wagens 1070. Der Bahnsteig der Station war hier so weitläufig gebaut worden, dass mir sogar ein passendes Fahrzeugbild gelang. Während ich mich zuvor untergestellt hatte, um mich etwas vor dem Regen zu schützen, war ich für den Wagen extra unter dem Dach hervorgetreten.

Das Wetter wurde nun von Minute zu Minute eigentlich nur schlechter. Noch wollte ich aber nicht aufgeben. Es stand noch wie bereits angesprochen die Strecke zur Station Łostowice Świętokrzyska auf dem Zettel. Von dem Vorhaben wollte ich mich trotz des Wetters nicht abbringen lassen. Ich würde mich einfach in die trockene Bahn setzten, losfahren und dann irgendwo rausspringen, wenn sich ein Motiv ergeben sollte und das Wetter es hergab. Letztendlich sollte der Plan an einem dieser Punkte scheitern. Denn auf der gesamten Strecke bis zur Endstation Łostowice Świętokrzyska fand sich kein wirkliches Motiv. In gewisser Weise spielte dort sicherlich auch das nicht übermäßig gute Wetter eine Rolle. An zwei Stationen verließ ich die Bahn für mögliche Bilder, doch so richtig schön war das alles nicht. Also fand ich mich letztendlich an der Endstation wieder. Im Gegensatz zur Strecke ergaben sich dort zumindest Fotomöglichkeiten. Aufgrund von gleich drei Linien, die an dieser Station endeten, war die Station relativ groß gebaut worden und bot sogar die Chance, zwei Wagen nebeneinander zu fotografieren. Ich nutzte die Zeit dafür so lange wie möglich, denn langsam aber sicher zog ein wirklich schweres Unwetter auf mich zu. Ich konnte die Minuten schon abzählen, bis es von oben richtig nass werden würde. Und tatsächlich fing es wie aus Kübeln an zu Schütten, als ich mich gerade in die nächste Bahn geflüchtet hatte. Von der Endstation Łostowice Świętokrzyska aus nutzte ich die noch unbekannte Querverbindung bis zur Endstation Lawendowe Wzgórze. Dort entstand ein Beweisbild im strömenden Regen, dass ich dort gewesen war, danach ging es rüber bis zur Station Warneńska. So hatte ich zwar ohne weitere Bilder, aber immerhin in der Bahn sitzend, die letzten unbekannten Stücken des Netzes abgearbeitet und bis auf ganz wenige Ausnahmen das gesamte Netz bereist. Die Bahn verließ ich aber erstmal nicht mehr. Draußen regnete es unermüdlich weiter und nun folgte sowieso bekannte Strecke.

An der Endstation Łostowice Świętokrzyska bot sich eine der wenigen Möglichkeiten zwei Fahrzeuge direkt nebeneinander aufzunehmen. Passend präsentierten sich hier die beiden Lackierungsvarianten der Duewag N8C-MF nebeneinander. Während Wagen 1116 bereits das neue Lackierungsschema erhalten hatte, war Wagen 1135 noch im alten Lackierungsschema unterwegs.

Ich hatte mich kurz vor die Station bewegt und konnte dort die Einfahrt von Wagen 1145 festhalten. Hinter dem Wagen zeigte sich bereits das Unwetter, welches für den restlichen Tag über die Wetterverhältnisse in Danzig entscheiden sollte. 

Wagen 1079 hatte mich bis zur Station Lawendowe Wzgórze gebracht. Bei einem Blick aus dem Fenster hatte ich eigentlich gar keine Lust gehabt, den Wagen zu verlassen. Da ich von hieraus jedoch eine andere Linie für die Weiterfahrt benötigte, war mir nichts anderes übriggeblieben, als in den Regen hinaus zu treten. Um nicht ganz unnötig nass zu werden, schoss ich zumindest das Alibi-Bild an der Endstation, um einen Nachweis über meine Anwesenheit erbracht zu haben. Nebeneinander präsentierten sich hier Pesa 1079 und Duewag 1154.

Bei diesem Wetter ging meine Motivation für weitere Bilder gegen Null. Ein Blick in den Wetterbericht verriet, dass sich an dem Zustand des Wetters bis zur Dunkelheit und auch darüber hinaus nichts mehr ändern sollte. Um mir auf der Fahrt zurück in die Innenstadt die Zeit zu vertreiben, schaute ich mir nochmal den historischen Wagenpark von Danzig an. Dabei fiel mir ein Bild von einem Konstal 105Na ins Auge. Der Wagen schien als Denkmal oder Ähnliches in einer Straße aufgestellt worden zu sein. Nach kurzer Recherche hatte ich auch die Straße herausgefunden, in der sich der Wagen befand. Von der nächsten Straßenbahnhaltestelle war das Fahrzeug ungefähr 700 Meter entfernt. Das war doch trotz des Wetters nochmal ein machbares Ziel. Da die Konstal-Fahrzeuge hier in Danzig schon vor längerer Zeit aus dem Planverkehr ausgeschieden waren, hatte ich sonst auch keine weitere Möglichkeit ein Bild eines solchen Wagens zu bekommen. Also musste ich mich nur noch mit der Bahn dorthin bewegen und dann von der Straßenbahnhaltestelle aus laufen. Ich hatte noch eine gewisse Hoffnung, dass der Regen bis zu meiner Ankunft zumindest etwas nachgelassen haben würde. Ich fuhr zunächst bis zur Station Hucisko. Dort wechselte ich auf die Linie 9, die mich bis zur Haltestelle Akademia Muzyczna brachte, die sich am nächsten am Wagen befand. So richtig viel besser war das mit dem Regen aber immer noch nicht geworden, als ich aus dem Wagen ausstieg. Zunächst ging es noch durch eine trockene Unterführung, danach musste ich mich jedoch in den Regen wagen. Die angesprochenen 700 Meter fühlten sich in der Folge an wie 10 Kilometer. Eine gefühlte Ewigkeit lief ich entlang der Straße durch den Dauerregen und war spätestens nach der Hälfte des Weges bis auf die Haut durchnässt. Endlich am Wagen angekommen, gab es zumindest ein kleines Vordach unter das ich mich vor dem Regen rettete. Etwas rechts vor dem Wagen sah der Himmel ein ganz klein bisschen heller aus als überall anders, weshalb ich zunächst die Hoffnung hatte, es würde gleich ein wenig aufhören zu regnen. Als es nach zehn Minuten jedoch unvermittelt weiterregnete, gab ich die Hoffnung auf und schoss einfach ein Bild im strömenden Regen. Nachdem ich ein zufriedenstellendes Bild umgesetzt hatte, ging es zurück zur Straßenbahnhaltestelle. Jetzt war mir auch alles egal. Ich war sowieso schon komplett nass und stapfte so ohne Rücksicht darauf, wie nass ich wurde, zurück durch den strömenden Regen. Ich hatte keine weiteren Pläne mehr für den Tag und konnte mich nach Erreichen der Straßenbahnhaltestelle ins Hotel flüchten. Dort hatte ich die Möglichkeit mich trocken zu legen und frische Sachen anzuziehen.

Konstal 1241 wurde bereits 2012 außer Dienst gestellt und in der Folge 2015 als Denkmal in dieser Straße aufgestellt. Die gesamte Straße zog sich ein langes stillgelegtes Gleis, was das Aufstellen des Wagens an dieser Stelle deutlich vereinfachte. Mit der Außerbetriebnahme der letzten Konstal 105Na sowie der Konstal 105NaD waren in Danzig schon im Jahr 2021 deutlich vor vielen anderen Betrieben alle Fahrzeuge von Konstal aus dem Linienbetrieb verschwunden. Umso schöner hier eine Erinnerung an die typischen Wagen in Form dieses Denkmals zu finden.

Ab und zu guckte ich aus dem Fenster, doch es regnete ununterbrochen weiter. Irgendwann war es dunkel draußen und ich bekam langsam Hunger. Heute sollte es wieder das typische Abendbrot aus dem Zabka geben. Glücklicherweise befand sich genau zwischen dem Hotel und der Station Dworzec Główny ein Zabka, den ich schon fürs Frühstück immer genutzt hatte. Jetzt stattete ich dem Laden einen weiteren Besuch ab und lud den Rucksack mit Abendbrot voll. Heute Abend wollte ich das Hotelzimmer nicht mehr für weitere Aktivitäten verlassen. Ich würde mir einfach einen gemütlichen Abend machen und ein wenig Kräfte für den morgigen Tag sammeln. Denn morgen stand schon ein großer Teil der Rückreise an. Über Bromberg und Posen sollte es bis nach Frankfurt Oder zurückgehen. Dafür wollte ich fit sein und ließ den Abend daher im Bett ausklingen. Über den ersten Teil der Rückreise gibt es dann mehr im nächsten Teil von “Rundreise durch Nordpolen” zu lesen.

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