Rundreise durch Nordpolen XII: Über Bromberg und Posen nach Frankfurt Oder

Für den heutigen Tag stand der Löwenanteil der Rückfahrt in Richtung Heimat auf dem Programm. Ziel war bis nach Frankfurt Oder zu kommen und somit wieder deutschen Boden zu erreichen. Um die Strecke nicht in einem durch bewältigen zu müssen und nochmal nach fehlenden Wagen zu suchen, gab es zwei kleine Zwischenstopps bei den bereits besuchten Betrieben Bromberg und Posen. Am Abend folgten die ersten Bilder in Frankfurt Oder.


Dienstag, 26. August 2025: Über Bromberg und Posen nach Frankfurt Oder

Leider stand für mich heute bereits ein Großteil der Rückreise auf dem Programm. Obwohl nicht immer alles perfekt geklappt hatte, hatte ich den Urlaub bisher sehr genossen und wollte eigentlich noch nicht wieder zurückfahren. Umso besser, dass mit Frankfurt Oder und Schöneiche trotz der Rückfahrt noch zwei Betriebe auf mich warteten. Für den heutigen Tag standen schon Mal erste Bilder in Frankfurt Oder auf dem Programm. Bevor ich jedoch wieder in mein Heimatland zurückkehren würde, sollte zunächst weitere Besuche in Bromberg und Posen anstehen. An den beiden Städten würde ich auf meiner knapp 480 Kilometer langen Fahrt nach Frankfurt Oder ohnehin vorbeikommen und es klafften noch Lücken in meinen Fahrzeuglisten bei beiden Betrieben. Sowohl in Bromberg als auch in Posen waren bei meinen Besuchen gar keine Altwagen unterwegs gewesen. Während ich in Bromberg bereits am Werktag unterwegs gewesen war und somit eher weniger Hoffnung auf eine Sichtung von Altwagen hatte, war ich in Posen auf dieser Reise nur am Wochenende bzw. Feiertag gewesen. Dass mir dort am heutigen Werktag Altwagen begegnen würden, war schon deutlich wahrscheinlicher. Zuerst sollte es den kurzen Zwischenstopp in Bromberg nach etwa 170 Kilometern geben. Dort würde ich mich einfach ein bis zwei Stunden im morgendlichen Verkehr umgucken. Vielleicht würde mir dort ja zufällig doch noch ein Konstal 805Na-Zug begegnen. Und sonst hätte ich zumindest ein wenig Pause vor der nächsten längeren Etappe.

Mein Wecker klingelte heute ungewöhnlich früh bereits um 6 Uhr. Ich wollte so früh wie möglich losfahren, um bereits zum Morgenlicht in Bromberg zu sein. Außerdem sollten deutlich später am Tag noch Bilder nach Ankunft in Frankfurt Oder folgen, daher wollte ich den Tag nicht allzu spät beginnen. Zwei Stunden Fahrtzeit waren von Danzig nach Bromberg angesetzt. Ich räumte also die letzten Dinge in meinen Koffer, checkte aus und fand mich kurze Zeit später im Parkhaus wieder, nachdem ich für die zwei Tage Standzeit eine nicht ganz unbeachtliche Summe gezahlt hatte. Zum Glück nahm zumindest dieser Automat mein Bargeld ohne Probleme, sodass ich einen etwas größeren Teil davon noch loswurde, bevor ich heute Abend den Zahlungsraum der Złoty verlassen würde. Mein interessierter Blick schweifte noch einmal zur Haltestelle vor dem Bahnhof herüber, im morgendlichen Rush-Hour Verkehr sprangen mir aber nur die bereits bekannten Wagen ins Auge, von denen ich in den letzten zwei Tagen schon jede Menge abgelichtet hatte. Also rein ins Auto und mit dem ersten Zwischenziel im Navi nach Bromberg. Aus der Stadt raus zu kommen, stellte sich als gar nicht so leicht heraus. Ich hatte vor einem Kreisel aufgrund hoher Auslastung eine geraume Zeit im Stau gestanden. Das sollte mich aber nicht weiter stören, denn ich hatte mir vor Verlassen von Danzig noch Frühstück geholt, welches ich jetzt bei der Wartezeit im Stau entspannt essen konnte. Nach einiger Zeit war der Kreisel endlich passiert worden und ich war auf der Autobahn angekommen. Ab diesem Zeitpunkt lief es ohne Probleme weiter. Der Tempomat wurde auf 140 km/h gestellt und ich ließ mich in Richtung Bromberg rollen. Ich fuhr wieder über die gleiche Strecke in die Stadt, wie bereits bei meinem ersten Besuch vor einigen Tagen, stellte mein Auto aber ein wenig zentraler ab, sodass ich um kurz vor 9 Uhr an der Station Rondo Jagiellonów stand und einfach mal abwartete, was mir dort so begegnen würde.

Ein gewohntes Bild zeigte sich mir an der Station Rondo Jagiellonów. Im Gegensatz zu meinem Abschied vor acht Tagen war das Wetter zumindest bedeutend besser. Der Wagenpark blieb aber gewohnt langweilig und so zeigte sich Pesa 386 in meinem ersten Bild. Die morgendliche Perspektive des Platzes hatte ich immerhin noch nicht umgesetzt und somit ein neues Motiv abgearbeitet.

Auch beim nächsten Bild war es mit Wagen 375 ein fünfteiliger Pesa, der auf der Linie 8 unterwegs war. Ein Blick in den Hintergrund verriet, dass auch der restliche Wagenpark sehr monoton war. Die Sonne hatte bei dem Bild Probleme, sich durch den Siff am Himmel durchzuarbeiten. Trotzdem war es leidlich hell und der prächtig blühende Baum im Hintergrund stellte ein schönes Motiv dar.

Die ersten Eindrücke machten zunächst erstmal keine Hoffnung, dass sich an der Wagenvielfalt am heutigen Tag in Bromberg irgendetwas geändert hätte. Wie bereits beim ersten Besuch in Bromberg folgten aus allen Richtungen unermüdlich Pesa’s, die mir schon nach zwei Tagen in Bromberg ein wenig auf die Nerven gegangen waren. Auch die dreiteiligen Pesa’s, von denen mir noch ein ordentliches Fahrzeugbild eines werbefreien Wagens fehlte, schienen sich erneut rar zu machen. Bei meiner Recherche der historischen Wagen in Danzig war ich auch hier in Bromberg auf einen historischen Wagen gestoßen, der als Denkmal in der Innenstadt aufgestellt sein sollte. Da es hier erstmal nicht nach Altwagen aussah, beschloss ich, mich der Suche des Wagens zu widmen und im Anschluss noch ein wenig zu gucken, ob mir hier doch noch was anderes als die fünfteiligen Pesa’s begegnen würde. Nachdem ich meinen kurzen Ausflug zum historischen Wagen abgeschlossen hatte, stellte ich mich an der Station Plac Teatralny auf. Dort fehlte mir noch die morgendliche Perspektive mit Licht, die ich jetzt umzusetzen versuchte. Dabei kam erfreulicherweise zumindest ein dreiteiliger werbefreier Pesa angefahren, von dem ich hier im richtigen Licht ein Fahrzeugbild schießen konnte. Auch in der Folge zeigten sich jedoch keine Altwagen und nach einiger Zeit gab ich die Suche auf. Hier würde ich heute wohl keinen Erfolg mehr haben. Daher ging es zurück zum Auto, wobei auf dem Weg dorthin noch ein letztes Bild an der Station Rondo Jagiellonów entstand.

Zumindest dieser Altwagen konnte sich nicht vor mir verstecken. Nach kurzer Recherche hatte ich den Wagen in der Straße Długa verortet. Dort war Wagen 33 auf einem kurzen Gleisstück aufgestellt worden und durch die dauerhafte Sonneneinstrahlung und den sonstigen Wetterbedingungen ausgesetzt relativ ausgeblichen. Der Wagen schien in seiner jetzigen Funktion als Café oder Ähnliches zu dienen. In seiner Erscheinungsform mit der abgerundeten Frontscheibe und der nurmehr vorhandenen Einzeltür auf einer Seite des Wagens unterschied sich der Konstal 2N 33 von der typischen Bauweise des Wagens.

Wieder an der Station Plac Teatralny angekommen, hatte sich die Sonne etwas mehr durch die Siffschicht hindurchgearbeitet. So konnte ich Wagen 372 mit der schönen Häuserfassade neben der Station festhalten. Erneut kam mir zu Gute, dass die Haltestelle einen Ausstieg auf der Straße hatte, sodass die Autos bis zum Ende des Fahrgasttransfers hinter der Bahn verbleiben mussten. Dadurch kam die Bahn leicht nach vorne versetzt in mein Bild gefahren.

Kurz darauf folgte Wagen 178. Bei dem Wagen hatte es mit den Autos perfekt gepasst und während des gesamten Fahrgasttransfers an der Station Plac Teatralny hatten sich keine Autos hinter dem Wagen gesammelt. so kam das Fahrzeug relativ frei in mein Bild gefahren und ich konnte neben dem hier gezeigten Streckenbild auch ein Fahrzeugbild der dreiteiligen Pesa’s in der Sonne umsetzen. Die Linie 1 stellt die einzige Linie dar, auf der die Wagen konstant zum Einsatz kamen. Da die Linie nicht den ganzen Tag verkehrte, machte das die Fahrzeuge trotzdem eher selten.

Ein letztes Bild bei meinem Kurzbesuch hier in der Innenstadt entstand zwischen den Stationen Plac Praw Kobiet und Rondo Jagiellonów. Hier war die Sonne inzwischen in voller Stärke zurückgekehrt, dafür wanderten die Schatten der Häuser aber auch immer mehr in Richtung Strecke. Gerade noch in der Sonne präsentierte sich Wagen 394 kurz vor Einfahrt in die Station Rondo Jagiellonów. Im Hintergrund war erneut die Kościół Rzymskokatolicki pw. Wniebowzięcia NMP zu erkennen. Aus dieser Perspektive konnte man ganz gut verstecken, dass sich die Kirche im Umbau befand, wie ich bereits vor acht Tagen feststellen musste.

Ganz aufgegeben hatte ich die Hoffnung auf ein Bild der Altwagen noch nicht. Ich würde die Hochflurfahrzeuge zwar offensichtlich nicht im Planverkehr antreffen können, vielleicht würde mir aber ein Besuch beim Depot weiterhelfen. Das Depot befand sich relativ weit draußen und die Linie, die am Depot vorbeiführt, wurde im Moment wegen Bauarbeiten nicht bedient. Daher war ich bisher noch nicht dazu gekommen, mal beim Depot vorbeizugucken. Dieses Versäumnis wollte ich jetzt als letzte Möglichkeit für ein Bild der Altwagen nachholen. Mit dem Auto waren es aus der Innenstadt nur etwa zehn Minuten zum Depot heraus und so stand ich nur wenig später vor dem Depot. Die Anfahrt war gar nicht so einfach gewesen, denn die Bauarbeiten, die zur Einstellung der Linie am Depot vorbeigeführt hatten, fanden direkt vor dem Betriebshof statt. Davon war auch die Straße zum Depot betroffen, sodass ich mich über eine Sandpiste zum Betriebshof bewegte und mich auf einen nahe gelegenen Parkplatz stellte. Das Depot war rund herum von einer hohen Betonmauer umgeben und lediglich durch die Einfahrt konnte man die Abstellanlangen neben der Wagenhalle einsehen. Dort standen Reihen von Altwagen abgestellt und sogar der Wagen 362, einer von nur zwei modernisierten Konstal 805Na und seither als Konstal 805NM geführt, war zu sehen. Daneben zeigten sich auch noch jede Menge weitere Niederflurwagen, die heute gar nicht für den Planbetrieb benötigt wurden.

Das Problem war, dass ich von meinem Standpunkt aus keine Bilder der Fahrzeuge schießen konnte. Ich lief auf einem kleinen Trampelfahrt ein Stück um das Depot herum, in der Hoffnung dort irgendwo eine Lücke in dem Betonmauer zu finden, es war aber hoffnungslos. Während dieses kleinen Spaziergangs kam mir jedoch eine andere Idee. Aufgrund der Baustelle, die hier rund um das Gelände im Moment herrschte, waren überall kleine Baustellenbarken aus Plastik aufgestellt worden, die gerade groß genug waren, um mich dort mit beiden Füßen drauf abzustellen. Damit sollte doch irgendwas möglich sein. Ich zog die Barke also ein wenig näher an die Mauer, stellte mich dort drauf, immer darauf achtend, irgendwie das Gleichgewicht zu halten, und guckte über die Mauer. Von der Höhe her sollte das super passen, um ein Bild der direkt hinter der Mauer stehenden Fahrzeuge zu schießen. Nur war ich noch nicht am richtigen Punkt auf die Barke gestiegen. Also nochmal runter, die Barke verschoben, wieder rauf und jetzt stand ich am richtigen Punkt. Jetzt musste ich nur noch die Kamera rausholen und ein Bild schießen. Gerade noch rechtzeitig konnte ich auslösen, bevor ich das Gleichgewicht verlor und mit einem Sprung wieder auf der Erde landete. Zumindest ein mehr oder weniger gutes Fahrzeugbild des Einzelgängers 362 war mir im kompletten Gegenlicht gewonnen. Den gesamten Prozess wiederholte ich immer ein wenig um meine Gesundheit bangend auch für ein Bild eines Konstal 805Na. Auch das gelang mir einigermaßen zufriedenstellend. Nachdem ich die beiden Bilder im Kasten hatte, stellte ich die Barke wieder an ihren ursprünglichen Platz zurück und ging zurück zum Auto. Von diesem Betrieb hatte ich nun endgültig genug.

Mein nächstes Ziel war Posen. Dort fehlten direkt noch vier Serien, die ich während meiner ersten zwei Tage gar nicht zu Gesicht bekommen hatte. Ganz so dramatisch war das nicht, denn bei meinem ersten Besuch in Posen im Jahr 2017 hatte ich von drei der vier Serien zumindest ein Fahrzeugbild. Das hatte jedoch eine ganz andere Qualität als das, was ich heute so fotografierte, weshalb ich mich durchaus freuen würde, heute noch den ein oder anderen Altwagen vor die Kamera zu bekommen. In diesem Urlaub fehlten mir noch die drei Hochflurserien der O-Wagen, die auch bei meinem ersten Besuch 2017 nicht gelaufen waren, die Konstal 105Na sowie die Konstal 105N-Alfa HF07. Zudem waren am Wochenende und Feiertag auch die Tatra RT6-MF 06 AC nicht in Betrieb gewesen. Es standen also alles in allem noch einige Ziele für Posen auf meinem Zettel. Ob ich davon heute alles abarbeiten können würde, war doch eher fraglich. Zumindest wollte ich mein Glück aber versuchen. Also ging es von Bromberg nach Posen. Die Strecke betrug knapp 140 Kilometer und als Zeitansatz waren ca. 2 Stunden Fahrtzeit angesetzt. Mein Ziel war es, mich einige Zeit rund um die Haltestelle Most Teatralny aufzuhalten. Dort waren mit Abstand die meisten Linien auf einen Punkt vereint und wenn ich hier keine Altwagen sehen würde, dann waren höchstwahrscheinlich auch keine unterwegs. Nachdem ich mich endlich durch das Großstadtgewimmel mit meinem Auto bis zu einem Parkplatz am Most Teatralny durchgekämpft hatte, stellte ich mich knapp 1½ Stunden rund um die Station auf. Doch meine Hoffnungen wurden auch heute enttäuscht. Von den drei Hochflurserien war keine Spur zu sehen. Einzig von den Tatra RT6-MF 06 AC waren vereinzelt Vertreter unterwegs. Aber auch dort war es gar nicht so einfach ein Fahrzeugbild einzufangen. Irgendwann hatte ich mich endlich an der perfekten Stelle aufgestellt und ich wusste, dass auch gleich ein Tatra RT6-MF 06 AC Wagen kommen sollte. Doch genau in diesem Moment schob sich eine Wolke vor die Sonne. Vor und nach dem Bild schien die Sonne unermüdlich, doch genau für dieses Bild war sie ausgefallen.

An der Station Most Teatralny zeigte sich wie üblich auf der Linie 10 ein Vertreter der modernen Zweirichtungswagen-Serien. In diesem Fall war es mit Wagen 953 sogar ein Wagen der neusten Serie und das Fahrzeug war erst dieses Jahr in Betrieb gegangen. Die Perspektive beim Überqueren der Kreuzung hatte ich hier schon an den ersten Tagen meiner Reise umgesetzt. Allerdings hatte ich dort auf der anderen Straßenseite und nicht auf dem Bahnsteig gestanden.

Ich hatte mich zur Station Rondo Kaponiera herüber bewegt. Beim Beobachten war mir aufgefallen, dass einer der wenigen Tatra RT6-MF 06 AC auf der Linie 13 unterwegs war, die hier in der Innenstadt in einem großen Kreis ihre Endstation hatte. Dementsprechend sollte der Wagen demnächst über den gleichen Weg wie jetzt Wagen 419 in die Station einfahren. Bei Wagen 419 schien die Sonne noch in vollen Zügen, als das Fahrzeug die Station erreichte.

Kurz darauf folgte Wagen 412. Rund um die Station waren bei einem Blick in den Himmel jede Menge blaue Abschnitte zu erkennen, genau vor der Sonne hatte sich aber eine hartnäckige Wolke festgesetzt. Daher war die Sonne beim Bild des Wagens auf ganzer Linie ausgefallen und ich musste mich mit einem Fahrzeugbild im Schatten begnügen. Im Gegensatz zum Fahrzeugbild von 2017 war das trotzdem eine klare Verbesserung und ich gab mich zufrieden.

Zwischen den Stationen Most Teatralny und Rondo Kaponiera hatte man sich beim Bau des Bahnsteigs aus unerklärlichen Gründen dafür entschieden, den Bahnsteig einmal auf kompletter Länge durchzuziehen. Dadurch kam es dazu, dass alle Fahrzeuge, die diese Strecke befuhren, einmal am Anfang des Bahnsteigs für die Station Most Teatralny hielten und einmal am Ende für die Station Rondo Kaponiera hielten. So führte es auch Wagen 928 durch und betrieb zwei Mal am gleichen Bahnsteig einen Fahrgasttransfer.

Ein weiterer Vertreter der zweitneusten Fahrzeugserie zeigte sich wenig später auf der Kreuzung an der Station Most Teatralny. Inzwischen war die Sonne einmal um die Gleisachse herumgewandert, sodass ich das Bild nun von der anderen Bahnsteigkante umsetzen konnte. Wagen 934 stellte gleichzeitig das letzte Fahrzeug dar, von dem ich bei meinem zweiten Besuch in Posen auf dieser Reise ein Bild schoss.

Ich beschloss, dass es wohl einfach nicht sein sollte. Bevor ich hier jetzt noch mehr Zeit vergeudete und mir am Ende die Zeit für letzte Bilder in Frankfurt Oder fehlen würde, wollte ich lieber losfahren und noch einige schöne Abendaufnahmen in Frankfurt Oder umsetzen. Ich kaufte mir im bereits vom ersten Tag bekannten Zabka etwas zum Mittagessen, dann brach ich meine Zelte in Posen ab und machte mich auf den Weg nach Frankfurt Oder. Wie bereits heute Morgen lag nun eine Strecke von ungefähr 170 Kilometern vor mir. Ein letztes Mal genoss ich die erstaunlich leeren Autobahnen in Polen, für die ich kurz vor der Grenze nach Deutschland auch ein letztes Mal Maut bezahlte. Nachdem ich die Autobahn verlassen hatte, ging es an der letzten Tankstelle vor der Grenze nochmal an die Tanksäule. Hier waren die Spritpreise leicht günstiger als in Deutschland und ich konnte nochmal einen gehörigen Anteil meines Bargeldes loswerden. Danach machte ich mich auf den Weg über die Grenze. Auch auf diesem Weg war von den in den Medien kursierenden Grenzkontrollen wenig zu merken und es hatte sich keinerlei Grenzstau gebildet. Direkt nach Überqueren der Grenzbrücke traf ich in Frankfurt Oder auf einen Ast der Straßenbahn. Dabei handelte es sich um den Ast zur Endhaltestelle Lebuser Vorstadt. Bei meinem letzten Besuch war dieser Ast nicht in Betrieb gewesen, dementsprechend wollte ich mich auf jeden Fall bei diesem Besuch mit dem Ast beschäftigen. Da ich bei meiner Ankunft nicht so wirklich einen Plan für das weitere Vorgehen hatte, entschied ich mich dazu, einfach an diesem Ast zu beginnen. Ich bog nach der Grenzbrücke rechts ab und fand in der Nähe der Haltestelle Topfmarkt-Konzerthalle einen geeigneten Parkplatz. Ich ließ mich einfach mal überraschen, was hier so als Nächstes kommen würde. Eigentlich war ich ja nur wegen der neuen Fahrzeuge von Skoda hier, gegen den ein oder anderen KT4D hätte ich jedoch auch nichts einzuwenden gehabt. Im Ferienverkehr rechnete ich allerdings eher nicht mit dem Einsatz der Hochflurwagen. Ich lichtete nahe der Station den ersten Wagen ab, der mir begegnete. In der Folge orientierte ich mich zu Fuß weiter in Richtung Endstation und lief letztendlich bis zur Station Neue Welt die Strecke entlang. Trotz der Nachmittagsstunden und dem inzwischen schon merkbar sinkendem Licht ergaben sich noch an einigen Stellen Sonnenspots, sodass es kein Problem darstellte, die nächsten Kurse in Motiven unterzubringen.

Gleich der erste Kurs, der sich mir hier in Frankfurt Oder zeigte, war einer der neuen Skoda 46T ForCity Plus. Wagen 318 war einer von acht Fahrzeugen der neuen Serie, die während meines Besuches bereits im Fahrgasteinsatz standen. Hier zeigte sich der Wagen kurz vor der Station Topfmarkt/Konzerthalle. Am Himmel im Hintergrund zeigten sich zwar noch ein paar Fotowolken, der Himmel rund um die Sonne war aber wolkenfrei und somit war nicht mit Wolkenschäden zu rechnen.

Ich hatte mich die Strecke ein Stück weiterbewegt und dabei die Station Klingestraße passiert. Der hinter mir liegende Streckenabschnitt war inzwischen schon in tiefen Schatten versunken, an meinem Motiv hatte ich noch ein großes Stück Sonne gefunden, an dem ich direkt die Kurse aus beiden Richtungen ablichten wollte. Aus Richtung der Innenstadt kam zuerst Skoda 313 angefahren.

In die Gegenrichtung folgte wenige Minuten später Wagen 306. Die AEG GT6M Fahrzeugserie war größtenteils mit überschaubar schönen Vollwerbungen unterwegs. Mit AEG 306 hatte ich unter den Werbungen wahrscheinlich mit die Hässlichste erwischt, die sich hier in meinem Bild präsentierte. Nach dem letzten Bild hatte ich meinen Standort so gut wie gar nicht variiert und mich lediglich einmal um 180 Grad gedreht.

Inzwischen war ich zu Fuß am Ast bis zur Haltestelle Neue Welt vorgedrungen. Hier hatte die Straßenbahn die etwas größere Straße verlassen, auf der die Strecke vorher verlaufen war. Ich befand mich in einem schon sehr ländlich wirkenden Gebiet, in dem inzwischen immer mehr alleinstehende Häuser mit großem Garten die Straßenränder säumten. Die neuen Skoda Fahrzeuge dominierten hier den Fahrzeugauslauf und so war auch der nächste Wagen auf der Linie 4 mit Wagen 317 eines der neuen Fahrzeuge.

Weiter wollte ich mich an diesem Ast erstmal nicht mehr aufhalten. Ich hatte mir ohnehin vorgenommen, hier morgen nochmal herzukommen. Da ich für den heutigen Abend noch keine Fahrkarte für die Straßenbahn besaß, blieb mir von hieraus nichts anderes übrig, als den gesamten Weg bis zum Auto zurück zu laufen. Da ich mich am heutigen Tage noch nicht so viel zu Fuß bewegt hatte, machte mir das wenig aus und ich gelangte im schnellen Schritt zurück zum Auto. Von dort wollte ich jetzt erstmal zum Hotel fahren, um dort einzuchecken. Mein Hotel befand sich direkt am Bahnhof, der von der Position meines Autos innerhalb weniger Minuten erreicht war. Nachdem ich im Hotel eingecheckt hatte, wollte ich die letzten Sonnenstrahlen des Tages für einige Bilder rund um den Oderturm und die Haltestelle Zentrum nutzen. Ich verließ also das Hotel, nachdem ich meine Sachen aufs Zimmer gebracht hatte, und schoss zunächst ein Bild am Bahnhof, auf dem ich mein Hotel im Hintergrund unterbringen konnte. Danach ging es die wenigen Meter zur Haltestelle Zentrum. Schon von meinem letzten Besuch wusste ich, dass hier die Sonne mit am längsten im gesamten Netz scheinen würde und so konnte ich das typische Motiv mit dem Oderturm im Hintergrund als eines der letzten Bilder des Tages umsetzen. Daraufhin erfolgte das finale Bild des Tages an der Station Kleist Forum.

So richtig perfekt war ein Bild an der Station Bahnhof bei diesem Sonnenstand nicht möglich. Ich wollte jedoch ein Bild mit meiner Übernachtungsmöglichkeit für die heutige Nacht im Hintergrund ablichten und nutzte dafür meine Chance mit Wagen 301. Zumindest große Teile des Wagens befanden sich in der Sonne und der nur teilweise beklebte Wagen gab deutlich mehr her als Wagen 306 zuvor.

Auch AEG 307 hatte eine Vollwerbung erhalten. Der Wagen machte in einer gelben Aufmachung Werbung für den Radiosender rbb antenne. Die Werbung war durch die Farbgebung zumindest relativ auffällig, wirklich schön war das Ganze trotzdem nicht. Hier konnte ich den Wagen beim Verlassen der Station Zentrum am typischen Motiv mit dem Oderturm im Hintergrund festhalten.

Das Motiv wollte ich auch mit einem Skoda noch einmal festhalten. Dafür musste ich einen weiteren Kurs der Linie 4 abwarten, bis dieser Plan aufging. Inzwischen stand die Sonne so niedrig, dass der Wagen trotz des richtigen Lichts nicht wirklich beschienen wurde. Zumindest der Oderturm im Hintergrund glänzte im Abendlicht, während sich Wagen 318 davor schon relativ schattig zeigte.

An der Station Kleist Forum hatte sich die Strecke leicht in die Sonne gedreht, sodass Wagen 305 noch mit etwas mehr Licht beschienen wurde. Der Wagen mit einer weiteren mäßig schönen Werbung stand gerade an der Station und betrieb den Fahrgastwechsel. Die Station hatte einen Einstieg auf der Straße, weshalb die Haltestelle nicht wirklich auffiel. Zumindest wurden dadurch auch die hinter der Bahn herfahrenden Autos zurückgehalten und konnten das Bild nicht stören. 

Das sollte es an diesem Tag auch schon wieder mit Bildern gewesen sein. Nach dem vielen Gefahre war ich jetzt am Abend relativ geschafft. Daher fehlte mir die Motivation auf der Suche nach letzten sonnigen Stellen durch das Netz zu jagen. Außerdem hatte ich noch immer keine Fahrkarte für die Straßenbahn, sodass daraus ohnehin nichts mehr geworden wäre. Ich beendete also meine fotografischen Tätigkeiten für heute und widmete mich dem Thema des Abendbrots. Heute sollte es etwas Schnelles und Unkompliziertes sein. Letztendlich ging es zu McDonnalds, von denen sich eine Filiale an dem Ast zur Lebuser Vorstadt befand. Im Prinzip war die Filiale direkt an der Brücke über die Grenze nach Polen, über die ich vor einige Stunden nach Frankfurt Oder gelangt war. Direkt merkte ich bei McDonnalds die Preisunterschiede zwischen Deutschland und Polen. In Polen hatte ich für ein deutlich größeres Menü weniger Geld bezahlt, als hier in Deutschland für ein überschaubares Menü. Nach dem Essen musste ich mich dann ein wenig beeilen. Am heutigen Abend stand für Eintracht Braunschweig ein wichtiges Spiel auf dem Programm, welches ich nicht verpassen wollte und ich musste von der McDonnals Filiale noch zurück zum Hotel am Bahnhof laufen. Daraus entwickelte sich ein schöner Abendspaziergang. Im Zimmer gab es in der Folge das Spiel zu gucken, welches Braunschweig am Ende leider ganz knapp verloren geben musste. Nach dem Spiel, welches sich bis spät in den Abend gezogen hatte, ging es fast direkt ins Bett, um auch für den letzten Tag meines Urlaubs wieder fit zu sein. Nachdem es heute eher weniger Bilder und deutlich mehr Reise in den Bericht geschafft hatte, sollte morgen nochmal ein ergiebiger Tag in Frankfurt Oder und Schöneiche anstehen. Um den abschließenden Urlaubstag dreht sich dann der nächste und letzte Teil von “Rundreise durch Nordpolen”.

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