2 1/2 Tage sind für Hiroshima eingeplant und damit der längste Stopp bei einem Betrieb auf dieser Reise. Durch das vergleichsweise große Netz und den umfangreichen Wagenpark, gepaart mit dem üblichen zähen Vorankommen bei Japans Straßenbahnen, werden wir die Zeit hier gut füllen können. Zu Beginn machen wir uns etwas vertraut mit dem Betrieb und streifen an diesem Sonntag eher planlos durch die Gegend.
Sonntag, 6. April 2024
Wo waren wir stehen geblieben im vorletzten Teil? Richtig – wir sind noch in Nagasaki. Hab ich doch ganz vergessen, den Bericht wie üblich auf der Rolltreppe hinauf zum Shinkansen-Bahnsteig enden zu lassen. Holen wir das also nach:
Die Nacht war wie schon die letzte erstaunlich kalt. Lag wohl daran, dass wir hier nicht in einem der üblichen Hotelbunker mit Vollklimatisierung wohnten. Entsprechend dünn waren die Wände, geheizt werden konnte nur elektrisch, was wir aber nicht taten. Denn die Decken waren dick, sehr dick, sodass einem die Kälte erst am Morgen beim Aufstehen wieder auffiel. Wir lösten unsere tetrisartige Belegung im recht kleinen Zimmer wieder auf und packten alles zusammen. Ein letztes Mal noch über das Kuriosum der Toilette geschmunzelt: Direkt auf dem Spülkasten befand sich ein kleines Waschbecken, dessen Wasserhahn direkt an den Spülkasten angeschlossen war und entsprechend mit der Spülung aktiviert wurde. Natürlich gab es auch noch ein separates Bad mit Dusche, Vorraum und richtigem Waschbecken. Aber es war wieder eines dieser kleinen Details, die man bei uns noch nie gesehen hatte.
Der Plan für das Frühstück war denkbar einfach: Genau wie gestern drüben im Bahnhof was holen, nur das Zeug diesmal mit in den Zug nehmen und auf der kurzen Fahrt auf dem isolierten Nishi-Kyushu-Shinkansen verspeisen. Den ersten Teil so umgesetzt, standen wir dann wenig später – richtig – auf der Rolltreppe hinauf zu den Shinkansen-Plattformen. Für 7:46 Uhr war die nächste Abfahrt angeschrieben und der am Endbahnhof bereits wartende Zug öffnete schon wenige Minuten vorher die Türen. Das gab uns noch etwas mehr Zeit zum Frühstücken, denn die Fahrt selbst bis zum Transferbahnhof auf die Kapspur in Takeo-Onsen würde wieder nur eine halbe Stunde dauern.

Der Bahnsteig des Nishi-Kyushu-Shinkansen in Nagasaki. Unser Zug mit Abfahrt 07.48 Uhr steht schon bereit und gleich öffnen sich auch die Plattform-Türen.

Als Resultat einer ihrer finanziellen Krisen wurde die JR in mehrere Gesellschaften zerlegt. Auf der Insel Kyushu entstand die Kyuhsu Railway Company.
Es war in Takeo-Onsen und Shin-Tosu dann das gleiche Spiel wie vorgestern, um mit dem Relay Kamome das noch nicht fertige Stück des Shinkansen mit der Kapspur zu überbrücken. Ab Shin-Tosu ging es dafür mit dem Kyushu-Shinkansen aus Kagoshima ohne weiteres Umsteigen bis Hiroshima durch. Interessante Details fielen dabei im Shinkansen wieder auf, so zum Beispiel das separate Pissoir im Wagenübergang. Ungemein praktisch. Auch ein offenes Waschbecken mit Spiegel gibt es zwischen den Wagen, wo man nicht selten auch japanische Geschäftsleute bei der morgendlichen Rasur beobachten kann. Die scheinen hier wirklich nur mit einem Aktenkoffer durch das Land zu reisen und geben dann das eine Hemd was sie dabeihaben vermutlich in den Hotels zur Wäsche auf, wenn die Reise länger als einen Tag dauert.
Die Gegend war zwischen den zahlreichen Tunnels fast durchgehend bebaut, teilweise die übelsten Industrie- und Hafenkomplexe, die sich bei Kitakyūshū aufgetan haben müssen. Die Abschnitte mit “Landschaft” waren aufgrund der direkt beginnenden Hügel und Berge eben auch fast vollständig untertunnelt, sodass der Shinkansen meist nur in bebautem Gebiet ans Tageslicht kommt und dort im üblichen Hochtrassen-Trog über die Hausdächer glitt. Ich suchte mal ein Hotel in Hiroshima raus und wurde, mit Koffer gerade noch fußläufig gut erreichbar von der Hiroshima Station, beim Royal Park Hotel, unweit der Gabelung von Kyobashi und Enko River fündig. Das war hier nun wieder ein “richtiges” Hotel und das Zimmer die übliche Standard-Ausstattung in der geräumigeren Zimmerkategorie. Konnte man bei 156€ für zwei Nächte wieder absolut nichts sagen…
Schon um halb elf war Hiroshima Station erreicht und ich schälte mich wieder aus meiner fast liegenden Sitzposition heraus. Mit der Hauptstrecke nach Osaka und weiter über den Tokaido Shinkansen nach Tokyo herrschte hier schon ein recht eindrucksvoller Verkehr auf dem Shinkansen und wir sahen uns das Ein- und Auslaufen der Züge noch kurz am Plattformende an.

Wie die meisten Shinkansen-Bahnhöfe modern und funktional: Hiroshima Station.

Ein N700 verlässt Hiroshima Station Richtung Westen.
Hiroshima ist mit rund 1,2 Mio Einwohnern die erste richtige Metropole auf unserer Reise und entsprechend war hier auch der Bahnhof mindestens einen Maßstab größer als in den bisherigen Provinzstädten. Erschwerend hinzu kam bei der Suche des richtigen Weges, dass sich die Südseite des Bahnhofskomplexes großflächig im Umbau befand. Wir mussten irgendwie den Ausgang finden, von dem man anschließend auf die Brücke über den Enko River gelangt und nicht an der Straße vor dem Bahnhof ohne Überweg strandet. Mit zweidimensionalen Karten kommt man da irgendwann nicht mehr so richtig weiter. Zielsicher misslang das bei einigen Fahrstuhl und Rolltreppenfahrten, aber irgendwann erwischten wir dann den richtigen Tunnel und gelangten auf die Brücke, wo wir sogleich die im Neubau befindliche Trasse der neuen Bahnhofsanbindung der Straßenbahn betrachten konnten. Erstmal liefen wir jetzt aber am Flussufer entlang zum Hotel, um die Koffer und Jacken loszuwerden. Wenn man weiß wo lang, ist es auch gar nicht weit. Im Austausch für das Gepäck erhielt ich wie gewohnt eine Marke mit Nummer und unbeladen konnten wir beginnen, den Betrieb von Hiroshima zu erkunden.

Auf dem Weg zum Hotel ein Blick von der Enko-Brücke. Die Kirschblüte scheint in Hiroshima gerade in voller Pracht zu stehen. Hinten trennen sich Enko und Kyobashi River, die südlich von Hiroshima wieder in die gleiche Bucht münden. Eines der Gebäude hinter der Brücke muss unser Hotel sein.
Wir liefen zunächst mal zurück zum Bahnhof, denn noch waren wir nicht im Besitz von Tageskarte. Meist kann einem dort geholfen werden. Wir erwischten allerdings zunächst eine Touristen-Info, die uns nichts verkaufen konnte, aber irgendwo hinschickte. Uns kam das wenig hilfreich vor und so suchten wir in dem Baustellengewirr des Bahnhofes den Ausgang zu Straßenbahn auf Ebene null. Das war schon zielführender. Zwar gab es hier physisch auch nichts zu erwerben, aber den wie immer zahlreichen Info-Tafeln war zu entnehmen, dass das Ganze hier wohl ausschließlich digital läuft mit den Tageskarten. Vorteil: Es wären dafür erstmals 24h-Karten. Nachteil: Man musste sich doch tatsächlich registrieren, anstatt einfach mit VISA zu zahlen und fertig. Das dauerte jetzt zwar einige Minuten, beim zweiten Versuch akzeptierte das System dann aber doch eine meiner VISA-Karten. Interessanterweise läuft das Ganze nicht über eine App, sondern eine klassische, browserbasierte Webanwendung. Möglicherweise gibt es auch eine japanische App, aber die Webanwendung sprach englisch, das sollte genügen. Dort konnte man nach Anmeldung dann seine Fahrkarte starten und abrufen, woraufhin auf dem validierten Ticket eine Straßenbahn begann hin und her zu fahren. Zumindest in der Theorie – wir kommen noch darauf zurück…
Unsere Erkundung der Straßenbahn konnte damit beginnen und wir liefen zunächst mal die Strecke von der Hiroshima Station bis zum Dreieck Matoba-cho ab. Dieser Abschnitt soll dann mit der Eröffnung der neuen Bahnhofsanbindung stillgelegt werden. Zur Orientierung an dieser Stelle noch einmal der Netzplan von Hiroshima.

Das Liniennetz der Straßenbahn Hiroshima. Ab der Haltestelle M19 ist die Linie 2 als Eisenbahn trassiert. Die Haltestellen sind, wie in Japan üblich, auch durchnummeriert, hier mit einem Code aus Streckenbuchstabe und Haltestellennummer. Wir befinden uns aktuell an der Haltestelle M1 an der Hiroshima Station.

Die alte Endstationsanlage an der Hiroshima Station (M1). Hier herrscht ziemliches Gewusel. Im Haltestellenbereich liegt eine doppelter Gleiswechsel und dahinter schließen drei Abstellgleise für pausierende und wendende Wagen an, wobei nur zwei davon überhaupt lang genug für die Achtachser und fünfteiligen Multigelenker sind. Im Hintergrund links ist die bereits neue Straßenbahnbrücke für die neue Bahnhofsanbindung zu erkennen, die dann eine Ebene höher, quasi direkt in den Bahnhofskomplex hineinfährt. Die beengten Verhältnisse sollten sich dort deutlich verbessern und auch der Fußweg von den Bahnsteigen zur Straßenbahn vereinfacht sich ungemein. Für 2026 ist die Eröffnung geplant, die alte Strecke wird dann bis zum Dreieck Matoba-cho (M3/H3) eingestellt. Der GreenLiner 3955 nimmt hier gerade Fahrgäste für die Fahrt auf der Linie 2 auf.

Der wie üblich brachiale Bahnhofskomplex von der anderen Straßenseite mit Wagen 5207.

Auch hier war es schon wieder ein elendiges Geschleiche: Mit dem 5207 von der letzten Aufnahme hielten wir bis zur Haltestelle Enkobashi-cho (M2) an der nächsten Ecke locker Schritt und konnten eine weitere Aufnahme machen. Ich zeige aber an dieser Stelle lieber den Stau, der sich in Gegenrichtung gebildet hatte, da einerseits die Endstationsanlage schnell vollläuft, andererseits auch die Haltezeiten an der Haltestelle und der Kreuzung davor schon wieder so lang sind, dass mehrere Wagen auflaufen. Der GreenLiner 3952 auf der Linie 2 folgt hier zwei der kleinen GreenMover Lex auf den Stadtlinien.

Am Dreieck Matoba-cho (M3/H3) überquert der GreenMover Max 5106 geradeaus als Linie 2 die Kreuzung auf die Enko-Brücke.

Aus der Gegenrichtung kommt der GreenMover Lex 1001 von der Brücke und biegt als Linie 5 auf den direkten Weg zum Hiroshima Port ab. Der Wagen trägt seltsamerweise abseits des hier sichtbaren Fahrzeugkopfes die Lackierung der Busflotte der Hiroshima Electric Railway.

Am Enko-Ufer wird dieser herrliche Frühlingstag im Halbschatten der blühenden Kirschbäume genossen.
Wir nahmen die nächste Linie 5 und fuhren Richtung Hiroshima Port bis zur nächsten Kreuzung Minami-Machi 6-Chome, wo dann die Linien 1 und 7 Richtung Fährterminal dazustoßen. Das Stück wirkte während der Mitfahrt maximal langweilig. Die üblichen Betonschlucht mit der Straßenbahn in Straßenmitte. Es entstand auch in den nächsten zwei Tagen keine Aufnahme an diesem Abschnitt.
Das Aussteigen wurde dann zu einem kleinen Problem: An der vorderen Tür des GreenMover Lex angekommen, sollte wie immer das Ticket vorgezeigt werden. Ich hatte schon geschrieben, dass eine symbolische Straßenbahn auf dem Ticket beginnt hin und her zu fahren, sobald man es startet. Das dient in erster Linie dazu, dass man nicht einfach einen Screenshot vorzeigt und das Fahrpersonal schnell erkennen kann, ob ein gültiges Ticket vorliegt. Dummerweise nur wollte sich die Tram bei meinem Vater nicht mehr in Bewegung setzen, obwohl das Ticket aktiviert war. Die Fahrerin hatte sogar mal genau hingeschaut und das erkannt. Man kann eigentlich zusätzlich an Validierungs- und Ablaufdatum erkennen, dass das Ticket gültig ist und die Dame nahm auch das iPhone und konnte sich dadurch davon überzeugen, dass es kein Screenshot war. Aber irgendwie gefiel ihr das nicht. Natürlich warteten alle dahinter in japanisch guter Manier geduldig, aber irgendwann entschied sich der Zwiespalt zwischen alles aufhalten, oder das Ticket so durchgehen lassen für letzteres. Der Gesichtsverlust bei einer Verspätung wäre wohl größer gewesen 😀
Das Ticket aus der Webanwendung: Hier mein für 8h nachgelöstes Ticket für die letzten Stunden des dritten Tages. Vorher kam ich mit zwei 24h-Tickets recht weit. Die kleine Straßenbahn sauste bei mir auch brav hin und her. In der Version, die zusätzlich die Fähre nach Miyajima beinhaltet, schwimmt dann auch noch ein kleines Schiffchen hinterher.
Nun, draußen waren wir jetzt mal. Aber warum das Ticket plötzlich nicht mehr “funktionierte”, blieb ein Rätsel. Wir probierten so ziemlich alles aus, was ich mir als Fehlerquelle vorstellen konnte. Anderen Browser, Cookies löschen etc, aber es half nichts. Kurioserweise funktionierte das gleiche Ticket, wenn man es bei mir auf dem iPhone aufrief. Gleiches Modell, gleicher SW-Stand und auch gleiche Browser. Zumal es bei mir auch sowohl im DuckDuckGo, als auch in Safari problemlos funktionierte. Sehr seltsam. Während dieser Experimente verköstigte ich mich ein wenig im 7-Eleven auf der Ecke, aber auch nach kleiner Stärkung und Erfrischungsgetränk kam mir keine weitere Idee, woran es liegen könnte. Das Problem war nicht zu beheben. Wenn es wieder ein Fahrer so genau nehmen sollte, konnte man ja auf Validierungsdatum und Restgültigkeit hinweisen und dass es sich nicht um einen Screenshot handelt, lässt sich auch recht einfach zeigen. Spoiler: Alle weiteren Fahrer schauten gar nicht so genau hin, ob die Tram nun hin und her fährt, oder es war ihnen egal. Warum sollte auch einer der zwei Europäer so plump versuchen schwarz zu fahren…
Während ich es eher amüsiert nahm, nachdem mir keinerlei Lösungsoptionen mehr einfielen, war mein Vater noch etwas angesäuert ob des seltsamen Technikaussetzers. Aber das verflog auch spätestens dann wieder, als es die nächsten Fahrer nicht die Bohne interessierte, was man ihnen da auf dem Smartphone genau unter die Nase hielt. Ein freundliches Nicken, Bedanken und Hinausdeuten waren stets die Reaktion, auch wenn sich die kleine Bahn nicht bewegte auf dem Bildschirm.
Unterdessen gabs es an der Kreuzung Minami-Machi 6-Chome aber auch die erste freudige Überraschung: Eine der richtig alten Möhren kam auf der Linie 7 des Weges geheult, der Wagen 1901, ehemals Kyoto. Für Detail zu den Fahrzeugserien verweise ich auf den ersten Teil zu Hiroshima, der sich ausführlich mit dem Fahrzeugpark beschäftigt: Don’t Rush! Japans Straßenbahnen VI: Hiroshima (Teil 1/4) – Fahrzeugpark. Mit der nächsten Bahn fuhren wir dem Oldie hinterher bis zur Endstation an der erst 2003 eröffneten, kurzen Verlängerung zum Hiroshima Port.

Umgeben vom üblichen Straßenverkehr erreicht Wagen 1901 auf der Linie 7 die Haltestelle Minami-Machi 6-Chome (U9) Richtung Hiroshima Port.
Die Endstation Hiroshima Port war zwar für japanische Verhältnisse regelrecht gigantisch ausgelegt, aber nicht wirklich fotogen. Dafür war es zwei Ecken zurück ganz nett, wo die Strecke mal nicht inmitten einer riesigen, sondern einer kleineren, fast schon gemütlichen Straße verläuft. Wir warteten dort paar Bahnen, bis an einem der gewünschten Motive mal was Kurzes durchkam und liefen dann noch weiter bis zur nächsten Station, wo sich mit eigener Trasse auf Grüngleis ebenfalls eine eher ungewöhnliches Bild bot.

Das große Terminal mit drei langen Gleisen am Hiroshima Port (U18). Hier pausieren gleich mehrere Bahnen und warten auf weitere Aufgaben. Ob es hier Stoßverkehre gibt, wenn eine Fähre anlegt, konnten wir nicht erkennen. Zumindest ist die Strecke auch so mit den drei Linie 1, 5 und 7 schon recht hoch frequentiert, denn wirklich viel los war in den Wagen zumindest jetzt am frühen Nachmittag nicht.

Wagen 810 macht sich als Linie 5 zurück auf den Weg Richtung Innenstadt.

Einige Meter weiter der GreenMover apex 5209 auf der Linie 1 kurz vor der Endstation.

GreenMover Lex 1007 biegt zwischen Hiroshima Port (U18) und Motoujina-guchi (U17) in eine kleine Seitenstraße ein.

Wagen 811 wenig später an der gleichen Stelle.

Um die Ecke herum verläuft die Strecke für wenige Meter auf einer fast schon gemütlichen Wohnstraße. Vergleichsweise wenig Wagen mit Vollwerbung gibt es in Hiroshima. Einer ist Wagen 3802, der hier als Linie 1 kurz hinter der Haltestelle Motoujina-guchi (U17) Richtung Hiroshima Port unterwegs ist.

Ebenfalls noch zur “Neubaustrecke” aus dem Jahr 2003 gehört der Abschnitt zwischen den Haltestellen Kaigan-dori (U16) und Motoujina-guchi (U17). Mit Grüngleis und großzügigem Radweg zeigt sich hier ein eher ungewöhnliches Bild. Wagen 704 gefolgt von Wagen 5208 erreichen gleich die Haltestelle Motoujina-guchi (U17).
Mit dem nächsten Wagen sollte es dann zurück in die Innenstadt gehen. Und wieder so ein “Don’t Rush”-Moment: Wir stehen vom letzten Bild noch auf der anderen Seite der Kreuzung, müssen also, um zur Haltestelle zu gelangen, einmal die Längs-, einmal die Querphase der Ampel nehmen. Allein schon: Wozu hat es hier eine Fußgängerampel an dieser T-Kreuzung von zwei völlig unbedeutenden Quartiersstraßen? Hinten fährt der nächste Wagen Richtung Stadt um die Ecke. Weit und breit kein Auto in Sicht. Die gefühlt zweiminütige Phase der Ampel plätschert dahin, während uns von der Haltestelle nur wenige Meter trennen. Einfach rübergehen? Nein, das ist ja ein absolutes Unding hier in Japan. Also auf das Schneckenrennen eingelassen und kurz überlegt: Eigentlich konnte es der Wagen gar nicht mehr vor uns wegschaffen, denn mit unserer nächsten Grünphase würde er es beim hiesigen Tempo unmöglich schaffen, zu halten und wieder abzulegen. Konnte man also ganz entspannt auf grün warten, die Straße längs queren, zuschauen, wie der Wagen an der Haltestelle die Grünphase verpasst und dann mit der ebenso ewigen, kreuzenden Grünphase zur Haltestelle schlendern und gemütlich einsteigen. Wahrscheinlich wäre man zu Fuß in Fahrtrichtung auch an der nächsten Haltestelle noch rechtzeitig angekommen 😀

Wir haben es in den Wagen 811 geschafft und fahren zurück Richtung Innenstadt. Typisch mal wieder, dass auf (unserer) Kopfhöhe alles vollgehängt ist mit Plakaten und Haltegriffen. Warum hier gerade ein Schaffner an Bord ist? Wahrscheinlich von einem der Achtachser übriggeblieben, der an der Endstation vorerst abgestellt wurde.
Seit dem Frühstück im Shinkansen war das Thema Essen außer paar Snacks aus dem 7-Eleven wiedermal kurz gekommen. Gerade stand daher der Wunsch nach einem schönen Nachmittagskaffee mit Stückchen, um danach motiviert in die restlichen Sonnenstunden des Tages starten zu können. Wir stiegen also an der Haltestelle Hondōri im Zentrum aus und bogen in die, in Hiroshima der Größe der Stadt entsprechend weitläufigen Shōtengai ab. Zielsicher entdeckte ich unser Standard-Café, das St. Marc, wo man oben schön mit Kaffee und Stückchen sitzen und das Treiben unten auf der Straße beobachten konnte.

Kaffee, Schokocroissant und Kartoffel-Blätterteig-Stückchen. Das sollte reichen, um es durch die restlichen Sonnenstunden des Tages zu bringen. Auch dabei (im Vordergrund): Eine süßliches Teigstückchen mit zu einer Pampe verarbeiteten Black-Beans drinnen. Schmeckte irgendwie ganz seltsam. Nicht richtig einzuordnende Geschmacksnote. Mein Ding sollte es nicht werden. Ich dachte eigentlich, es sei mit Curry gefüllt 😀
Wir bewegten uns dann einmal um die Ecke zur langen Aioi-bashi Bridge zwischen den Haltestellen Genbaku Dome-Mae und Honkawacho. Mit den Linien 2, 3, 6 und 7 ist dort ordentlich was los und es geht direkt vorbei an dem am östlichen Ufer stehenden, weltbekannten Atomic Bomb Dome. Von dieser T-Brücke führt der abzweigende Arm direkt zum Friedenspark an der Nordspitze der großen Flussinsel.
Die Brücke war das genaue Ziel der am 6. August 1945 abgeworfenen, ersten kriegerisch eingesetzten Atombombe der Geschichte. Allerdings wurde die Brücke um rund 250m verfehlt und bei der Explosion nicht zerstört. Und so unglaublich es klingt, rollten schon nach kurzer Zeit wieder die Straßenbahnen über die Brücke, durch eine ansonsten apokalyptische Szenerie fast vollständiger Zerstörung. Heute ist nurmehr der Atomic Bomb Dome, die stehengebliebenen Grundmauern der 1915 gebaute Prefectural Industrial Promotion Hall, anschaulicher Zeuge des Zerstörungsausmaßes. Wie bei der Aioi-bashi Bridge, sorgte die steinerne Bauweise für das Überstehen von Druckwelle und Feuersturm. Der Großteil der Häuser in Hiroshima bestand in dieser Zeit aus Holz und Papier und wurde in der Innenstadt entweder schon durch die Druckwelle dem Erdboden gleich gemacht, oder verbrannte im folgenden Feuersturm zu unkenntlichen Überresten. Insgesamt kamen rund 70.000 bis 80.000 Menschen im Bereich der Innenstadt direkt ums Leben, bis 1946 stieg die Opferzahl auf geschätzt bis zu 160.000 Menschen. Man kommt hier durch den Atomic Bomb Dome und den Friedenspark kaum umhin, sich Gedanken über die damaligen Ereignisse zu machen. Durch den 80. Jahrestag der beiden Atombombenabwürfe in diesem Jahr, gibt es derzeit viele eindrückliche Dokumentationen zu den Ereignissen. Zwei Verweise möchte ich dabei auf die beiden aktuell bei arte verfügbaren Dokus setzen:
- Countdown in ein neues Zeitalter: Hiroshima (verfügbar bis 30/09/2025)
- Nagasaki, die Überlebenden der Bombe (verfügbar bis 29/04/2026)

Wir sind an der Haltestelle Genbaku Dome-Mae (M10) unmittelbar neben dem Atomic Bombe Dome und blicken Richtung Aioi-Bridge. Hier ist schön zu sehen, wie der Schaffner an der hinteren Tür des Combino 5008 den Bahnsteig für die Abfahrt kontrolliert. Nach dem Türenschließen gibt er dann mittels Taste ein Abfahrtssignal an den Fahrer durch.

Der umgekehrte Blick von der Haltestelle Genbaku Dome-Mae (M10) auf den einfahrenden Wagen 711 der Linie 6 nach Eba.

Auf die Aioi-Bridge hinausgelaufen, fällt der Blick auf den Atomic Bomb Dome am Flussufer. Vor fast genau 80 Jahren ragte dieses Gebäude fast allein aus einem Anblick völliger Zerstörung empor.

Die Brücke selbst überstand die Explosion ebenfalls und wurde erst in den 80er-Jahren durch einen Neubau ersetzt.

Vom abzweigenden Ast der Aioi-Bridge gelangt man zum Friedenspark von Hiroshima, von dem sich weitere Perspektiven auf das Mahnmal eröffnen.

Sonnenschein und Kirschblüte bildeten einen seltsamen Kontrast zum Atomic Bomb Dome.

Am Flussufer findet sich gegenüber dem Atomic Bomb Dome diese Info-Tafel.

Der Friedenspark

Die Bell of Peace auf Höhe des Atomic Bomb Domes im Friedenspark.

Blick von der Bell of Peace Richtung Atomic Bomb Dome.
Zurück auf der Aioi-Brücke schauten wir einfach, was auf den Linien hier so durchkam. Versuche, um mal eine Bahn ohne störendes Beiwerk zu erwischen, brauchte es eh einige. Die “größeren” Serien schienen schon mal alle zu laufen, auch wenn sich die 1900er etwas rar machten, genauso wie die Combinos, von denen wir heute nur zwei Fahrzeuge sahen. Von den vielen Einzelgängern und “Museumswagen” lief hingegen nichts, genauso wie die ältesten Achtachser der Miyajima-Line. Aber es war eben auch Sonntag, da würden wir morgen insbesondere zur Rush-Hour mal schauen müssen.

Dieser “tierische” Begleiter auf der Aioi-Bridge war dann doch etwas ungewöhnlich.

Ansonsten ist auf der Brücke auch bei der Straßenbahn viel los durch die zahlreichen Linien. Der Achtachser 3901 der Miyajima-Line begegnet hier vor der Haltestelle Genbaku Dome-Mae (M10) dem Wagen 703.

Auf der Aioi-Bridge lassen sich zwar Straßenbahn und Atomic Bomb Dome zusammen ins Bild bringen, allerdings steht die Sonne nie richtig. Am ehesten noch jetzt am späten Nachmittag. Vielleicht reicht es an den längsten Tagen des Jahres aus. Ein etwas höherer Standpunkt wäre auch nicht schlecht. So reicht es mit 3954 zwar für eine dokumentarische Aufnahme, aber fotografisch ist Luft nach oben. Jetzt im Nachhinein habe ich überlegt, ob vielleicht die blaue Stunde auch einen Versuch wert gewesen wäre.

Ein Ausflugsboot ist um die “Serpentine” bei der Flussgabelung unter der Aioi-Bridge gefahren und jagt nun den Fluss hinunter Richtung Meer.

Wagen 804 als Linie 6 auf der Aioi-Bridge.

Diese seltsamen Spiegel an den Toyota Comfort und Crown Taxis ließen mir keine Ruhe. Hier am edleren Crown sind die Spiegel, wie der Kühlergrill, sogar in Chrom gehalten.

Wagen 703 kommt aus Nishi-Hiroshima zurück und rückt nun als Linie 0 in den Betriebshof Senda ein, hier kurz vor der Haltestelle Honkawacho (M11). Es scheint also auch am Sonntagnachmittag einige Verstärker zu geben. Die Brücke hier mit zwei symmetrischen Wendeln auf beiden Seiten ist auch mal ein schönes Modell. Irgendwie habe ich es in den Tagen verpasst, da mal hoch zu klettern.
Wir hatten es hier jetzt gesehen. Die Sonne würde uns wohl gerade noch Zeit lassen, um einen der kurzen Äste der Stadtstrecken anzuschauen. Bräuchte dann zwar auch schon eine günstige Querstraße oder Brücke, aber zumindest letzteres versprach die von den Linien 7 und 8 bediente Strecke zur Yokogawa Station. Die Endstation ist recht interessant unter das Vordach des Bahnhofes gebaut und die davor kreuzende Straße sorgte für den passenden Sonneneinfall. Anschließend liefen wir die wenigen Meter zur Yokogawa Shinbashi Bridge zurück, wo wir eine gute halbe Stunde lang die letzten Sonnenstrahlen des Tages ausnutzten.

Auf den Stadtlinien tauchen auch immer mal wieder richtig alte Wagen auf. Die letzte großere Altwagenserie sind die 1900er aus Kyoto. 1904 war auf der Linie 7 eingeteilt und erreicht die Yokogawa Station.

Eine Kreuzung zurück geht es auf die Yokogawa Shinbashi Bridge. Der GreenMover Lex überquert hier die Brücke vom nördlichen Ufer gesehen.

Nach der Stunde im dichten Straßenverkehr der Aioi-Brigde, war es richtig entspannt hier jetzt an diesem ruhigen Flussufer zu warten. Ich bin ans andere Ufer gewechselt und mit dem Wagen 1901 passte alles wie gewünscht.
Da hatten wir schon einiges abgearbeitet heute aus dem “Panini-Album”. Panini Album? Spätestens jetzt ist es höchste Zeit, dieses einmal im Reisebericht vorzustellen, denn es mischte sich gerade in die aktuellen Ereignisse. Der Wagenpark bei den japanischen Betrieben ist ja doch etwas umfangreicher, wie die letzten Tage schon gezeigt hatten. Das “Panini-Album” war eine bildliche Illustration der verschiedenen Serien und Einzelgänger, geordnet nach Betrieb und Fahrzeugnummern mit je einem Bild pro Wagentyp. Streng genommen war es eher ein “Reverse-Panini-Album” denn die bereits erwischten Fahrzeuge wurden jeweils demonstrativ auf den A4-Zetteln durchgestrichen, nicht eingeklebt. Ich hatte das Teil natürlich nicht ausgedruckt und musste entsprechend im Kopf behalten, was ich schon erwischt hatte. Mein Vater hatte aber eine ausgedruckte Version dabei, in der das Durchkreuzen, je kleiner die Serie, umso demonstrativer zelebriert wurde. Eben jene Album-Seite für Hiroshima, machte jetzt aber im Wind der Yokogawa Shinbashi Bridge gerade den Abflug. Die Rache für ein allzu sehr zelebriertes Durchstreichen? Das wäre natürlich das Ende gewesen. Ohne diese Seite des Panini-Album wäre alles umsonst und wir hätten die Reise an dieser Stelle abbrechen müssen. Also hinterher und dabei alle japanischen Gepflogenheiten über den Haufen geworfen: Einfach quer über die Straße ohne die Beachtung naher Lichtsignalanlagen oder Querungshilfen auf die Sperrfläche hinter der Haltestelle getreten. Kann ja wohl nicht sein, dass man einfach nur schaut ob kein Auto kommt. Diesen Frevel festzuhalten, ließ ich mir natürlich nicht nehmen als bildlichen Beweis für den spätestens jetzt eingetretenen Gesichtsverlust. Immerhin: Das Panini-Album war gerettet.

Das war knapp, aber das Panini-Album konnte an der Haltestelle Betsuin-Mae noch einmal gerettet werden.

Die letzten Sonnenstrahlen erreichen derweil noch immer die Yokogawa Shinbashi Bridge und beleuchten den Wagen 711 fast schon von unten.
Das war’s jetzt aber mit Licht. Zeit, etwas zu essen zu suchen. Dafür ging es mit der nächsten Bahn zurück in die Innenstadt, wo sich unweit des Abzweiges Hatchobori ein Eingang in die Shōtengai fand.

Der GreenMover apex an der Haltestelle Hatchobori, an der die kurze Stichlinie 9 startet. Diese ist nicht weiter ins Netz integriert, sondern endet einfach im 90-Grad-Winkel zur Hauptmagistrale. Die Kurve im Vordergrund dient nur für Ein- und Ausrücker. Immerhin hat man den Abzweig nicht noch auf nur ein Gleis optimiert, wie man es bei anderen Betrieben sehen konnte. Die nur vier Haltestellen lange Linie wird von nur ein bis zwei Wagen bedient.

Wagen 806 nutzt die Grünphase, um auf der Hauptachse wieder ein paar Meter vorzurücken. So dynamisch wie in der Aufnahme, ist das Ganze aber nicht, eher ein Vorrücken in 100 Meter-Abschnitten von Kreuzung zu Kreuzung und Haltestelle zu Haltestelle.
Von dem Passagensystem der Shōtengai lohnt es sich meist ein wenig in die kleinen Nebenstraßen abzubiegen. Dort finden sich meist noch zahlreiche kleine Lokale. So schlenderten wir etwas durch die Gegend und natürlich gab es an jeder Ecke wieder Ramen, gebackenes Hühnchen auf Reis und unzählige Variationen von Meeresgetier. Unser Interesse weckte aber in einer der Nebenstraßen ein im Souterrain gelegenes kleines Restaurant. Dort befanden sich kleine, eingelassene Gasgrills in den Tischen, auf denen man sich scheinbar selbst was grillieren konnte. Wir hatten Lust, das einfach mal auszuprobieren und fragten mal, ob es noch ein Plätzchen für uns gäbe. Gab es und so fanden wir uns wenig später mit einer Karte, von der wir, obwohl auf Englisch, nicht viel verstanden, an einem der Grilltische wieder. Uns war nicht ganz klar, wie das hier funktionierte, also fragten wir einfach mal die wie üblich zuvorkommende Bedienung, was man denn so bestellen sollte. Wir bestellten dann einfach eine Platte “zum Ausprobieren” mit verschiedensten Leckereien vom Rind. Dazu paar Kartoffelecken und ein Gezapftes.
Bald kam ein Teller mit sechs verschiedenen Stückchen Fleisch, jeweils in doppelter Ausführung. Ausführlich wurde uns erklärt, worum es sich bei den jeweiligen Stückchen handelte, wie es zu grillen sei, mit welcher der vielen Soßen man es essen müsse, wo das Tier hergekommen sei und vermutlich auch noch, wie die Eltern und Großeltern des Tiers hießen. Das soll gar kein Lustigmachen sein, viel mehr war es toll, wie viel Wertschätzung einem guten Lebensmittel entgegengebracht wurde. Zuhause esse ich inzwischen praktisch kein Fleisch mehr und habe auch andere tierische Produkte deutlich reduziert. Nur auf Reisen, oder wenn ich irgendwo zu Gast bin, bin ich da nicht dogmatisch unterwegs, denn schmecken tut es ja schon. Aber wenn Tier, dann war das hier so ziemlich die beste Art, es angemessen wertzuschätzen. Stückchen für Stückchen legten wir auf den Grill, wie vom Meister erklärt, nur für ein bis zwei Minuten je Seite. Das Fleisch wurde also quasi nur erhitzt und blieb innen weitgehend roh. Sollte man vielleicht nur in einem vertrauenswürdig erscheinenden Laden machen 😉 Und das schmeckte aber mal sowas von anders gut.
Wir grillten zwar schon alles langsam nacheinander und genossen jedes Stück für sich, waren aber für japanische Verhältnisse sicher noch unangemessen schnell. An einem Tisch am Fenster saß jemand, der mit diesem Teller wohl locker zwei Stunden zugebracht hätte. Da wurde mal ein Stück aufgelegt, dann wieder zehn Minuten Pause gemacht. Er saß zumindest schon dort als wir kamen und machte auch als wir gingen noch keine Anstalten aufzubrechen. War zumindest ein spannendes Erlebnis hier.

Sechs verschiedene Stückchen vom Rind gab es jeweils in zweifacher Ausführung. In Summe vermutlich kaum 100g. So sollte man Fleischkonsum zelebrieren.

Nur etwa eine Minute je Seite kommen die Stückchen auf den Tischgrill, werden also quasi roh gegessen. Verschiedene Soßen stehen zum Verfeinern bereit.
Wieder draußen, merkten wir erst so richtig, wie warm es durch die ganzen Tischgrills gewesen war. Was machen die denn im Sommer? Da zerfließt man ja da drinnen. An der kühlen Abendluft war der Tatendrang aber noch nicht erloschen und so wollten wir mal zum Castle rüberlaufen, schauen, ob da im Dunkeln was geht. Unterwegs begegnete uns noch der Train Rouge, Wagen 768. Ein Streckenbild ergab sich nicht, eine Aufnahme des Fahrzeuges war im letzten Teil zu sehen.
Das Castle selbst erreichten wir von der Seite des Main Gates, dass quasi eine kleine Zwischeninsel vor der von einem großen Wassergraben umgebenen Burg bildet. Das Castle diente während der letzten Kriegsmonate als Kommandozentrale und wurde durch die Explosion der Atombombe fast vollständig zerstört. Was man heute sieht, ist daher weitgehend wiederaufgebaut, der Hauptturm heute eine verkleidete Beton-Rekonstruktion aus dem Jahr 1958. Ursprünglich reicht die Geschichte des Hiroshima Castle bis in die 1590er zurück.

Das Main Gate des Hiroshima Castles.

Das Gate bildet eine Zwischenstation auf die von Wasser umgebene Burg.

Der Tenshu, der große Hauptturm der Burg, steht ganz außen auf der nordwestlichen Ecke der Insel. So lässt er sich wunderbar über das Wasser hinweg inszenieren.

Mit der gerade in voller Pracht stehenden Kirschblüte fasst schon kitschig. Müsste man eigentlich auch am Tag nochmal hin.

Rundherum ragen die Hochhäuser von Hiroshima in den Nachthimmel.

Von Norden gesehen. Hier müsste sich am späten Nachmittag im schönsten Licht eigentlich was ergeben durch die Kirschblüten. Kommt auf die Liste.
Das war mal ein schöner Abendspaziergang gewesen. Irgendwie quer durch die Nebenstraßen und die Linie 9 kreuzend, gelangten wir zurück Richtung Hotel. Unterwegs wieder so eine surreale Szene, wie jemand am späten Abend bei null Verkehr in einer unbefahrenen Nebenstraße an einer roten Ampel wartete. Schon irgendwie kurios, selbst aus einem Land kommend, wo Fußgängerampeln ja doch noch einen gewissen Stellenwert haben. Was denkt sich hier ein Italiener oder Engländer, wo er gelandet ist?
Auch wenn das Abendessen super war, zum Sattwerden war es nicht gewesen. Also unterwegs noch einen FamilyMart angesteuert und paar Kleinigkeiten für ein Nachtessen besorgt. Unglaublich praktisch diese teilweise rund um die Uhr geöffneten Convenience Stores!
Morgen müssen wir dann wiedermal recht früh raus, denn von der Frühspitze versprachen wir uns dann doch noch paar interessante Fahrzeuge. Um 7 Uhr sollten wir also irgendwo an der Hauptachse im Zentrum stehen. Gute Nacht!
