Typenportrait: Der polnische Einheitswagen 805N(a) in Bromberg, Elbing, Graudenz, Lodz und Thorn

Als eines der wenigen Länder des ehemaligen Ostblocks, baute Polen bis zum Fall des eisernen Vorhangs durchgehend seine eigenen Straßenbahnwagen. Bei Konstal entstanden nach dem 2. Weltkrieg über die Jahre diverse Einheitsfahrzeuge, welche im ganzen Land in hohen Stückzahlen zum Einsatz kamen. Den Schlusspunkt setzte ab Ende der 70er Jahren der Großraumwagen 105N auf Normalspur und 805N für Meterspur, welcher die polnischen Straßenbahnbetriebe bis heute in diversen Modernisierungsvarianten prägt.


Jeder, der in den vergangenen 30 Jahren in Polen mit der Straßenbahn gefahren ist, wird sie kennen. Ob unbewusst um als Tourist vom Hotel in die Innenstadt zu gelangen, oder als Straßenbahninteressierter, um Stadt und Betrieb von den Gleisen aus zu erkunden. Der polnische Einheitswagen der 70er, 80er und 90er Jahre: Der Konstal 105N(a)/805N(a).
Zu Tausenden prägten die oft schmuddeligen und irgendwie immer etwas zusammengezimmert wirkenden Fahrzeuge das polnische Stadtbild der vergangenen 40 Jahre. Heute werden die Fahrzeuge jedoch in vielen polnischen Städten langsam zur Seltenheit. Zeit also, einen genaueren Blick auf diesen ikonischen Fahrzeugtyp zu werfen, bei dem viele Straßenbahnfreunde aus Deutschland, wohl garnicht erst auf den Auslöser drückten, wenn er um die Ecke geschaukelt kam, ob der Enttäuschung, dass der Kurs nicht mit einem Gebrauchtwagen aus Westeuropa besetzt war…


Die Vorgeschichte

Anders als die DDR und andere an die Sowjetunion angeschlossenen Staaten, baute Polen in der Planwirtschaft seine eigenen Straßenbahnwagen. So wurde beispielsweise in der DDR der Bau von Straßenbahnwagen bei der VEB Gotha Waggonbau Ende der 60er Jahre eingestellt, da ein Abkommen die Belieferung der ostdeutschen Betriebe mit Tatrawagen von CKD aus Tschechien vorsah. In Polen wurde der Straßenbahnbau nach dem 2. Weltkrieg jedoch durchgehend erhalten. Bei Konstal entstanden mit dem Typ N in den 40er und 50er Jahren konstruktiv noch durchaus primitive Nachkriegswagen, welche weit hinter Vorkriegsprodukten zurückblieben und sich in weiten Teilen stark an den deutschen Kriegsstraßenbahnwagen (KSW) anlehnten. Der KSW wurde von 1943 bis 1950 mit einfachsten Mitteln hergestellt, da notwendige Resourcen zunächst für die Kriegsproduktion abgezogen wurden und anschließend in Nachkriegsdeutschland noch immer Mangelware waren.
Die technisch vollkommen veralteten Nachbauten wurden bei Konstal in der Weiterentwicklung als 4N und 5N noch bis Anfang der 60er Jahre in hunderten Exemplaren für alle Straßenbahnbetriebe des Landes gebaut. Erst 1959 wurde mit dem Bau der ersten Großraumwagen des Typs 13N begonnen, welcher diesmal in weiten Teilen einen Nachbau des T1 von CKD darstellte. Der 13N wurden zwar in über 800 Exemplaren gefertigt, gelangte allerdings ausschließlich nach Warschau und in vier Exemplaren zur schlesischen Straßenbahn.
Aus dem Warschauer Großraumwagen wurde schließlich Ende der 60er Jahre ein sechsachsiger Gelenkwagen mit Jacobsdrehgestell als 102N/803N entwickelt. Dieser erlangte schließlich in den 60er und 70er Jahren landesweite Verbreitung mit über 650 Exemplaren, einschließlich der etwas abgeänderten Weiterentwicklung 102Na/803Na.
Neben der Arbeit am 102N-Gelenkwagen, wurde Ende der 60er Jahre auch am Konzept eines als 103N bezeichneten vierachsigen Fahrzeug gearbeitet, später an einem an den amerikanischen PCC angelehnten 104N. Zur Umsetzung kamen diese Projekte schlussendlich jedoch nicht. Stattdessen entstand wenig später der 105N.


Der 105N und 805N

1973 besann man sich schließlich wieder auf die vierachsige Großraumkonstruktion und entwickelte mit dem regelspurigen 105N und der meterspurigen Variante 805N, erstmals von Grund auf einen völlig neuen Wagentyp.
Die Fahrzeuge fielen durch ihr kompromisslos schlichtes Design auf: Die typischen Rundungen von Karrosserie und Frontscheiben der 60er Jahre, wie sie auch bei den meisten anderen Herstellern für dieses Jahrzehnt prägend waren, verschwanden. Sattdessen wurde ein funktional eckiges Design entworfen, mit großen, bis unter die Decke reichenden Fenstern, wie es zeitgleich auch von CKD beim KT4, oder bei der Düwag mit dem M/N-Wagen in Mode kam. So ergab sich ein heller Innenraum, bei dem auch stehende Fahrgäste in den Genuss eines Blickes nach draußen kamen. Bei jeweils nur einer Sitzreihe pro Wagenseite, die meist gerade einmal 22 Insassen einen Platz boten, kam dies der großen Mehrheit der Fahrgäste zu Gute. Die ungewöhnlich großen, bis unter die Decke reichenden Fenster, verschafften den Fahrzeugen in vielen Betrieben schnell den Spitznamen „Aquarium“. In Danzig wiederum sorgten die zusätzlichen kleinen ovalen Fenster unterhalb des Fahrerplatzes, wie sie bei den 105N noch verbaut wurden, für den Beinamen „Segelflugzeug“.
Auf weitere Komfortmerkmale wurde großzügig verzichtet. So gab es weder einzeln ansteuerbare Türen, noch Lichtschranken, Klemmschutz oder Haltewunschtasten. Stattdessen wurden an jeder Haltestelle sämtliche Türen mit einem lauten Scheppern aufgerissen, um sie wenig später nach einem kurzen Abfahrtsignal noch lauter wieder zuzuschlagen. Die Türen sind dabei ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des polnischen Einheitswagen. So gibt es vier große, zweiflügelige, nach innen drehende Türen, von denen die beiden Paare zwischen den Drehgestellen unmittelbar nebeneinander liegen.
Wie bei Konstal üblich, konnten die zweigeteilten Fenster im oberen Teil aufgeschoben werden, sodass es in den Wagen auch bei oftmals heißen Sommertemperaturen eine angenehme Luftzirkulation gab. Zusätzlich verfügten die Fahrzeuge über drei große Dachluken in der Mitte und zwei kleinere Luken vorne und hinten, um der Erhitzung durch die großen, verglasten Flächen entgegen zu wirken.

Wie zu dieser Zeit noch weit verbreitet, wurde auch die Konstalwagen mittels Pedalsteuerung gefahren. Auch die Sicherheitsfahrschalter wurde als Pedal ausgeführt, wobei die Funktion dieses Totmannpedals äußerst rudimentär ausfiel: Sobald der Fahrer den Fuß vom Pedal nahm, wurde das Fahrzeug über alle Bremsen zum Stillstand gebracht und die Klingel begann zu läuten. Dies war selbst dann der Fall, wenn der Fahrer im Stillstand vom Pedal abkam.
Die Fahrzeuge erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 70 km/h, soweit es die oftmals mangelhaften Streckenverhältnisse zuließen. Aber auch auf verschlissenen Gleisen zeigten die Fahrer oftmals kein Erbarmen mit den Fahrzeugen und jagten sie mit über 50 Sachen über ausgefahrene Gleise in die Plattensiedlungen und Vororte hinaus. Hätte man nach solchen Touren beispielsweise mit einer Tatra oder einem deutschen Gelenkwagen einen Orthopäden aufsuchen müssen, wurde man in den extrem weich gefederten Konstal 105N vom rytmischen Schwanken und Nicken höchstens Seekrank…

Von den regelspurigen 105N wurden bis 1979 knapp über 1000 Exemplare ausgeliefert, wohingegen die meterspurige Variante 805N gerade einmal in einer Stückzahl von 25 Fahrzeugen für Łódź gefertigt wurde. Heute sind keine Fahrzeuge im ursprünglichen Zustand der 105N/805N mehr im Linieneinsatz. Die meisten 105N und 805N wurden allerdings im Laufe der Jahre an die später gelieferten 105Na und 805Na angepasst und befinden sich so teilweise noch heute im Einsatz. Einige Betriebe haben zudem einzelne Fahrzeuge als Museumswagen in den Auslieferungszustand zurückversetzt.


Der 105Na und 805Na

Nach den ersten Lieferserien an fast alle polnischen Betrieb, wurde der Wagentyp technisch verbessert und optisch in einigen Details vereinfacht. Am auffälligsten war dabei der Wegfall der zusätzlichen Verglasungen am Fahrerstand. Später wurden auch die Fenster über den Türen, hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen, nicht mehr verbaut. Bei älteren Fahrzeugen wurden die zusätzlichen Fenster zudem im Laufe der Jahre ausgebaut und verblecht. Die wesentlichen Änderungen, unter anderem für einen niedrigeren Stromverbrauch, wurden jedoch auf technischer Seite vorgenommen und basierten auf den Erfahrungen mit den 105N.
Größtes Defizit des Standardwagens war und blieb auch nach diversen Verbesserungen auf technischer Seite, die recht schwache Wagenkastenkonstruktion, die mit einer sehr geringen Steifigkeit einherging. Schon bei vergleichsweise geringen Kollisionen, wurde die Struktur dabei oft so stark deformiert, das eine Instandsetzung sehr aufwendig oder garnicht mehr wirtschaftlich war und die Wagen in Folge dessen abgebrochen wurden.

Nun als 105Na/805Na bezeichnet, gelangte der Einheitswagen mit seinen diversen weiterentwickelten Unterbauarten und Modernisierungsvarianten bis ins Jahr 2000 hinein in über 2000 Exemplaren zu allen polnischen Straßenbahnbetrieb, womit die Fahrzeuge bei einigen Betrieben zeitweise ausschließlich zum Einsatz kamen. Der Konstal 105Na/805Na war damit der prägende polnische Fahrzeugtyp der vergangen 40 Jahre und steht noch heute, mit Außnahme von Gorzów, bei allen Straßenbahnbetrieben in Polen im Einsatz.

Durch die planwirtschaftlichen Beschränkungen kamen die Fahrzeuge allerdings nie über die Landesgrenzen hinaus und so wurde der 105N(a)/805N(a) zu DEM typisch polnischen Fahrzeug, während sich die Tatrawagen aus dem Nachbarland zur gleichen Zeit über ganz Osteuropa verbreiteten.
Die Bestände des Einheitswagens schrumpfen seit einigen Jahren jedoch beständig, die ursprünglichen Bauarten 105N/805N sind bereits bei keinem Betrieb mehr im Liniendienst. Auch die Bestände unmodernisierter 105Na/805Na gehen kontinuierlich zurück. In vielen Betrieben wurden die Fahrzeugen allerdings seit den 2000er Jahren unterschiedlichsten Modernisierungen und Neuaufbauten unterzogen, sodass der vierachsige Großraumwagen in Polen noch viele Jahre präsent sein wird. Die charakteristischen Linien des ursprünglichen, schlichten 70er-Jahre-„Design“, verschwinden durch die Modernisierungen allerdings zunehmend aus dem Stadtbild und wurden bei einigen Betrieben bereits vollständig verbannt.

Werfen wir im Folgenden einen genaueren Blick auf den polnischen Einheitsstraßenbahnwagen. Heute folgt die meterspurige Variante 805N und seine moderneren Ableger in Bromberg, Elbing, Graudenz, Lodz und Thorn. In dieser Betrachtung wird ledigich auf die Fahrzeuge für den Linienbetrieb eingegangnen, die zahlreichen zu Arbeitswagen umgebauten Fahrzeuge werden weitgehend außer Acht gelassen.
Ein Klick auf den jeweiligen Betrieb in der nachfolgenden Liste, führt direkt zum entsprechenden Abschnitt. Nach einer kurzen Zusammenfassung der Fahrzeughistorie, folgen jeweils die entsprechenden Fahrzeugaufnahmen und anschließend noch einige Bilder aus dem Betriebsalltag.

Quellen:

  • https://wroclawskakomunikacja.pl/zasady-dzialania/149-konstal-105na-nawr
  • http://www.kmpk.cba.pl/tabor-konstal-105na.html
  • https://www.mkm.szczecin.pl/encyklopedia/105n
  • http://www.kmk.krakow.pl/artykul_tramwaj_pcc_4.html

Neben eigenen Dokumentationen und Bildern, basieren die meisten der folgenden Angaben und Daten zu Fahrzeugen auf der Fahrzeugdatenbank phototrans.eu. Zu den einzelnen Betrieben folgen gegebenenfalls zusätzliche Quellenangaben.



Bromberg (Bydgoszcz)

Bromberg erhielt im Jahr 1977 zwei erste 805N Prototypen, welche noch als 105NW bezeichnet wurden und die Nummer 223 und 224 trugen. Beide Fahrzeuge wurden in den 90ern an die später gelieferten 805Na angepasst. Während 223 im Jahr 1998 verschrottet wurde, gab es für 224 vor einigen Jahren Pläne einer Aufarbeitung als Museumswagen.

Von 1980 bis 1990 folgten schließlich in mehreren Lieferungen 141 Fahrzeuge des Typs 805Na, von denen noch heute rund 100 Fahrzeuge in Betrieb sind. Die 805Na sind heute weitgehend noch im Zustand der 90er Jahre im Einsatz, mit den typischen rechteckigen Lampeneinfassungen, neuen halbverglasten Türen und den alten Zielanzeigen. In den vergangenen Jahren erhielten zahlreiche Fahrzeuge jedoch eine Fahrerstandsklimatisierung und LED-Matrixanzeigen, sowie eine kleine Innenraumauffischung. Auffällig an den sanierten Zügen ist der Wegfall einer der beiden Mitteltüren bei den geführten Triebwagen ohne Fahrerstand.
Ansonsten kann in Bromberg noch in vollen Zügen das ursprüngliche 805Na-Feeling genossen werden. Einzige Ausnahme bilden die Fahrzeuge 362 und 363, welche im Jahr 2003 bei Pesa einem umfangreichen Neuaufbau unterzogen wurden. Dieser als 805NM bezeichnete Zug hat heute kaum mehr etwas mit dem 805Na gemein und kann mit etwas Glück trotz seines Einzelgängerstatus, noch immer auf Linie angetroffen werden.


Am 7. Mai 1994 befand sich der 1982 gelieferte 805Na 277 noch fast unverändert im Auslieferungszustand. Lediglich die Fenster über den Türen wurden bereits notdürftig verblecht. Mit dem „Kühlergrill“, den bis zum Boden verglasten, originalen Türen und dem typsichen über Eck gehängten Liniennummern, trägt der Wagen ansonsten alle typischen Merkmale der in den 80er Jahren ausgelieferten 805Na.


Auch heute können zahlreiche 805Na in Bromberg noch weitgehend unmodernisiert angetroffen werden. So auch der erst 1990 gebaute 805Na 358 am 22. April 2017. Lediglich die typischen Veränderungen der 90er Jahre wurden vorgenommen, zu denen die neuen Lampeneinfassungen ebenso gehören, wie die nun vollständig verschwundenen Fenster über den Türen und die nurmehr halbverglasten, und deutlich leiser schließenden, neuen Türflügel. Beim neuen Nummernkasten für die Linienanzeige, hat sich die Werkstatt für eine reichlich ungewöhnliche Bauweise entschieden.


Viele 805Na wurden einer moderaten Frischzellenkur unterzogen, die unter anderem eine Fahrerstandsklimatisierung, LED-Matrixanzeigen, neue Inneneinrichtung und eine neue Steuerkonsole und umfasste. In diesem Zustand zeigt sich 805Na 338 am 22. April 2017. Das Elfenbein ist bei der jüngsten Lackierungsvariente einem schlichten Weiß gewichen.


Auffälligstes Merkmal der sanierten Züge ist allerdings der Wegfall der zweiten Mitteltür bei den geführten Beitriebwagen, wie bei 805Na 339.


Im Jahr 2003 lieferte Pesa die zwei neuaufgebauten, als 805NM bezeichneten Fahrzeuge 362 und 363. 363 erhielt dabei keinen Fahrerstand und kann daher nur im Verband mit 362 eingesetzt werden, wohingegen 362 auch des Öfteren allein im Netz unterwegs ist. Am 19. Juni 2004 konnte das Gespann auf dem Betriebshof aufgenommen werden.



Am 7. Mai 1994 konnte der Zug aus 805Na 277 und 278 am Plac Wolności aufgenommen werden. Da die Straßenbahn den zentralen Markt wie so oft in Polen nicht anfährt, ist dies wohl der repräsentativste Platz im Bromberger Liniennetz.


Am Abend des 21. April konnte 805Na 304 in der Fußgängerzone an der Haltestelle Gdańska aufgenommen werden. Die neue Zielanzeige kommt dabei gut zur Geltung.


An der Haltestelle Dworzec Wschód wurde vor wenigen Jahren eine neue Brücke mit direkter Umsteigebeziehung zur Eisenbahn in Betrieb genommen. 805Na 312 und 313 wollen am 22. April 2017 nicht ganz in die futuristische Umgebung passen…


In Gegenrichtung passiert eine unmodernisierte Traktion aus 231 und 232 die Haltestelle Dworzec Wschód.


Eine weitere Traktion unmodernisierter 805Na aus 257 und 258 begegnet uns unweit der historischen Innenstadt am Plac Teatralny.



Elbing (Elbląg)

Erst ab 1980 erhielt der kleine Straßenbahnbetrieb von Elbing die ersten 805Na. Bis 1990 wurden insgesamt 28 Fahrzeuge geliefert. Noch heute kommen die verbliebenen 12 Fahrzeuge weitgehend im Auslieferungszustand zum Einsatz. Modernisierungen mit neuen Zielanzeigen, Sitzen oder Ähnlichem wurden nicht vorgenommen.
Im Jahr 2016 übernahm Elbing zwei bei der MPK Lodz im Jahr 2006 sanierte 805Na, welche besonders durch ihre neuen Fahrzeugköpfe auffallen, die neben der MPK Lodz auch für die schlesische Straßenbahn zum Einsatz kamen. Die ehemaligen Fahrzeuge 1912 und 1922 erhielten in Elbing die Nummern 062 und 063.


805Na 045 am 24. April 2017, wie sie auch heute neben den Niederflurwagen von Pesa und den umgebauten Augsburger M-Wagen zum Einsatz kommen. Die klobigen schwarzen Scheinwerfereinfassungen verschwanden bei den meisten 805Na im Laufe der Jahre. Das Fahrzeug trägt bereits die aktuelle Lackierung des Kleinbetriebes.


Auch 805Na 044 zeigt sich am 24. April 2017 noch weitgehend im Auslieferungszustand, sogar noch mit den schwarzen Scheinwerfereinfassungen, allerdings wie zahlreiche Fahrzeuge mit einer Vollwerbung.


Die bereits 2006 in Lodz sanierten und als 805N-EN bezeichneten Fahrzeuge 062 und 063, gelangten im Jahr 2016 nach Lodz.



Am 8. Mai 1994 konnte der erst fünf Jahre zuvor gebaute 805Na 055 auf der Linie 3 aufgenommen werden. Die Fenster über den Türen wurden bei diesen Ende der 80er gelieferten Exepmlaren, ebenso wie der „Kühlergrill“, bereits ab Werk nicht mehr eingebaut


Auch 23 Jahre später, am 24. April 2017, hat sich der 805Na 055 kaum verändert. Lediglich die Lampen und der Lack wurden erneuert aber selbst die Zielanzeigen sind noch jene von vor 28 Jahren.


805Na 048 warb 2017 allem Anschein nach für das 120 jährige Bestehen der Straßenbahn in Elbing. Er konnte am 24. April 2017 unweit der Haltestelle Nowe Miasto aufgenommen werden.


Weite Teile des kleinen Netztes wurden in den vergangenen Jahren saniert. Der Streckenabschnitt der Linie 1 zwischen den Stationen „Browarna“ und „Obrońców Pokoju-Dabka“, zeigt sich dagegen noch sehr marode. 805Na 057 hat am 24. April 2017 soeben ein kurzes eingleisiges Stück auf diesem Abschnitt passiert.


Am Morgen des 24. April konnte der 805N-EN 062 unweit des Plac Słowiański aufgenommen werden.


Bei der Haltestelle „Obrońców Pokoju- Dabka“ treffen sich die Strecken der Linein 3, 4 und 5 und das gesamte Linienbündel verläuft auf einer 2006 errichteten Neubaustrecke entlang von Wohnsiedlungen und einem modernen Einkaufstempel zur Endstation Ogólna. Auf dieser Neubaustrecke ist am 17. Oktober 2011 805Na 051 als Linie 1 unterwegs Richtung Innenstadt.


Im Jahr 2011 wurden auch einige wenige Doppeltraktionen eingesetzt. So auch die Traktion aus 805Na 052 und 053. Durch die Übernahme fassungsstarker M-Wagen aus Augsburg und Mülheim, wurde der Einsatz von 805Na-Doppeltraktionen in den vergangenen Jahren obsolet. Der hier geführte Triebwagen 053 wurde im Jahr 2015 ausgemustert.



Graudenz (Grudziądz)

Der Kleinbetrieb in Graudenz erhielt von 1980 bis 1988 insgesamt 26 805Na mit den Nummern 37-62. Sieben 1980 gebaute Fahrzeuge wurden dabei 1981 aus Thorn übernommen. Die Mehrzahl dieser Fahrzeuge wurde bei einem verheerenden Depotbrand im Jahr 1993 zerstört, heute sind von diesen ersten 26 Fahrzeugen nur noch zwei in Graudenz erhalten, kommen aber nicht mehr zum Einsatz. Sechs der Fahrzeuge wurden 2010 allerdings in Minsk einem Neuaufbau unterzogen und kommen heute in völlig neuem Gewand als 805Na-MM mit den Nummern 89-94 zum Einsatz.
1993 wurden nach dem Depotbrand schnellstmöglich sechs modernere, für Warschau gebaute und erst wenige Monate alte 105Nb, auf Meterspur umgespurt und mit den Nummern 63-68 als 805Nb eingereiht. Dank identischer Wagenkästen und damit gleicher Lichtraumprofile der 105Na und 805Na, war der Einsatz dieser einstigen Regelspurwagen problemslos möglich. Diese Fahrzeuge werden noch heute neben den Düwag GT8 und den Minsker Neuaufbauten eingesetzt.


Am 7. Mai 1994 war der nach dem Depotbrand aus Warschau übernommene und umgespurte ehemalige 105Nb 1392 erst wenige Monate als 805Nb 63 in Graudenz im Einsatz. Dementsprechend zeigt sich der Wagen in einem ausgesprochen guten Zustand. Das Fahrzeug wurde erst 1993 für Warschau gebaut, ob es dort je zum Einsatz kam, konnte nicht herausgefunden werden.


805Nb 85 gehört ebenfalls zu den sechs im Jahr 1983 aus Warschau umgespurten 105Nb. Bereits 2011 verfügten diese über ein Bordsystem mit digitalen Zielanzeigen. Mittlerweile wurden diese durch LED-Matrixanzeigen ersetzt. Zudem wurden die 805Nb in das aktuelle, mit den Krefelder GT8 eingeführte Lackschema versetzt.


805Na-MM 93 gehört zu den sechs auf ausgemusterten 805Na bei ZNTK Minsk neuaufgebauten Fahrzeugen. Sie erhielten bei ihrer Auslieferung im Jahr 2010 noch ein anderes Farbdesign, als später die Krefelder GT8 und die 805Nb.



Der Zug aus 805Na 47 und 46 hatte den Depotbrand im Jahr zuvor überstanden und zeigte sich am 7. Mai 1994 noch weitgehend im Auslieferungszustand.


Auch 805Na 51 hatte den Brand überstanden und konnte am selben Tag in der Innenstadt aufgenommen werden.


105Nb 64 war demgegenüber am 7. Mai 1994 praktisch noch nagelneu: 1992 für Warschau gebaut und 1993 umgespurt und nach Graudenz überstellt, kommt das Fahrzeug noch heute zum Einsatz.


Am Nachmittag des 17. Oktober 2011 konnte die Traktion mit 805Nb 68 unweit der Haltestelle Południowa aufgenommen werden. Der Zug trägt die in den 2000er Jahren eingführte Lackierung in gelb/rot und wurde wenige Monate später in das heute aktuelle Lackschema mit veränderter Farbaufteilung versetzt.


Die zweite 805Nb Traktion des 17. Oktober 2011 wurde von 805Nb 67 angeführt. Hier verlässt der Zug den Innenstadtbereich unweit der Haltestelle Aleja 23 Stycznia.


Neben den beiden 805Nb-Traktionen und einigen Düwag GT8, standen am 17. Oktober 2011 auch zwei 805Na-MM-Traktionen im Einsatz. Für den kleinen Betrieb, mit gerade einmal einer knapp 8 Kilometer langen Linie, eine beträchtliche Fahrzeugvielfalt. Hier erreicht der Zug aus 805Na-MM 91 und 92 die Endschleife Rządz.


Lodz (Łódź)

Die Straßenbahn in Lodz betreibt eines der dichtesten und größten Netze des Landes. Dementsprechend war Lodz auch mit Abstand größter Abnehmer der meterspurigen 805N(a). Über 400 Fahrzeuge erreichten den Großbetrieb von 1977 bis 1990. Noch heute stehen über 300 Fahrzeuge in verschiedenen Modernisierungsstadien im Einsatz. Bei deutschen Straßenbahnfreunden eher für seine vielen Gebrauchtwagen aus dem Hause Düwag bekannt, ist Lodz damit auch eine Eldorado für den polnischen Einheitswagen. Eine Vielzahl der Fahrzeuge kommt dabei nach wie vor im rustikalen Zustand der 90er Jahre zum Einsatz.

Ebenso wie Bromberg, erhielt auch Lodz im Jahr 1977 zwei noch als 105NW bezeichnete, meterspurige Prototypen des späteren 805N. Erstmals kamen diese Fahrzeuge am 14. Februar 1977 auf der damaligen Linie 11 zum Einsatz. Nach ersten Testeinsätzen folgten bis 1978 weitere 25 Serienfahrzeuge. Die 805N wurden in Lodz bereits zu Beginn der 80er Jahre modernisiert und verloren dabei unter anderem die zusätzlichen kleinen Fenster am Fahrerstand. Daher kann von diesem Typ in seinem Auslieferungszustand leider keine Aufnahme gezeigt werden.
Einige 805N wurden ab 1984 zu sogenannten 805NS umgebaut, was auf den Einbau einer Schützensteuerung hinwies. Bereits Mitte der 90er Jahre wurden die ersten 805N ausgemustert, alle verbliebenen Fahrzeuge wurden technisch und optisch an die 805Na angepasst.

Ab 1979 erhielt Lodz die größte 805Na-Flotte des Landes. Insgesamt wurden bis 1990 439 Fahrzeuge nach Lodz geliefert. Zwischen 1997 und 1999 fanden bereits die ersten größer angelegten Modernisierungen der Fahrzeuge statt, welche optisch zunächst allerdings kaum auffielen.

Seit 2005 erhielten zahlreiche 805Na bei Modernisierungen in eigener Werkstatt neue Fahrzeugfronten, wie sie die MPK Lodz auch für die Schlesische Straßenbahn verbaute. Ansonsten blieb das Erscheinungsbild dieser Fahrzeuge allerdings weitgehend unverändert, weder Türen noch deren Anordnung wurden verändert und auch der Innenraum wurde nur moderat überholt.

Umfangreicher waren da schon die als 805N-M12, M14 und M16 bezeichneten Neuaufbauten ab 2012. Diese Fahrzeuge erhielten in eigener Werkstatt eine völlig neue Karrosserie und Antriebstechnik und kommen im Grunde möglichst günstigen Neubauten gleich. Insgesamt 64 Fahrzeuge wurden bislang auf diese Weise neuaufgebaut, wobei die Kürzel M12, M14 und M16 dabei jeweils für das Baujahr von 2012 bis 2016 stehen.

Zusätzliche Quellen:

  • http://mkmlodz.webd.pl/805n/str805n.htm


Die verhältnismäßig wenigen 805N wurden in Lodz früh umgebaut und/oder ausgemustert. Die 805Na kommen demgegenüber auch nach dreißig Jahren teilweise noch nahezu im Auslieferungszustand zum Einsatz. So auch der Zug aus 805Na 1830 und 1831, welcher im April 2017 sogar noch seine ursprüngliche Lackierung trägt. Im Jahr 2019 wurde das Gepann schließlich abgestellt.


Seit den 2000er Jahren erhielten die 805Na nach und nach die neuen Hausfarben in rot und gelb. Ansonsten repräsentieren zahlreiche Züge allerdings noch immer den Zustand der 90er Jahre, wie auch 805Na 1435 am 27. April 2017.


805Na 3637 gehört zu den ab 2005 mit neuer Kopfform sanierten Fahrzeugen, welche allerdings noch immer zahlreiche typischen Merkmale tragen, wie etwa die vier bis zum Boden verglasten Doppeltüren.


Die jüngsten Vertreter des Standardwagens sind die ab 2012 neuaufgebauten 805N-M12, M14 und M16. Mit seinem Spenderfahrzeug hat 805N-M14 1448 allerdings, abgesehen von ähnlichem Abmessungen und Fensteranordnung, nicht mehr viel gemein.



Am 29. März 1992 konnten die 805Na 2228 und 2229 im Grau in Grau der Haltestellenanlage am plac Niepodległości aufgenommen werden. Die 1984 gebauten Fahrzeuge präsentieren sich im typischen Zustand der 90er Jahre und haben bis heute keine großartigen Modernisierungen erfahren.


Aus der entgegengesetzten Richtung nähert sich ebenfalls ein Zug der Linie 2 der Haltestellenanlage. Die 805Na 2525 und 2528 wurden 1985 gebaut und befinden sich noch heute weitgehend unverändert im Einsatz.


So zeigt sich die sanierte Wendeanlage rund 25 Jahre später mit dem 805N-M14 1448. Ein plakativer Nachweis, dass in den vergangenen zehn Jahren auch in Lodz die dringend notwenige Sanierung der Infrastruktur allmählich in Gang kommt.


Abgesehen von der Lackierung und veränderten Linienanzeigen, sind im Oktober 2011 kaum Veränderungen an den 805Na auszumachen. Der Zug mit 805Na 3300 an der Spitze erreicht die Haltestelle Legionow-Zachodnia. Auch dieses 1981 gebaute Fahrzeug befindet sich noch heute im Einsatz.


Wenigstens haben an der Infrastruktur längst überfällige Sanierungen stattgefunden. An der zentralen Haltestelle Piotrkowska Centrum, wurde gar eine futuristische Umsteigeanlage errichtet. 805Na 2298 und 2299 verlassen die Anlage am 27. April 2017 als Linie 8.


Die lediglich mit neuer Kopfform sanierten 805Na bieten nur für den Fahrer einen gewissen Komfortgewinn. Die Fahrgäste kommen nach wie vor in den „Genuss“ des klassischen 805Na-Fahrkomfort. Am 27. April konnte der Zug aus 805Na 2027 und 2028 auf der Linie 3 an der Haltestelle plac Katedralny aufgenommen werden.


Unter dem neuen Dach lassen sich interessante Gegenüberstellungen umsetzen. So verrät der Blick auf 805N-MD14 1732 und 805Na 2413, dass die Fahrzeuge nach dem Neuaufbau nur noch wenig gemein haben. Auffällig ist allerdings der erhaltene Stromabnehmer, welcher ein typisches Merkmal der 805Na darstellte.


Der neuaufgebaute 805N-M14 1604 hat nicht nur in dieser Aufnahme die Nase vorn. Auch in Sachen Fahrkomfort konnte mit den Neuaufbauten die dringend notwendige Verjüngung des Wagenparks vorangebracht werden. Dennoch dominieren nach wie vor die klassichen 805Na das Stadtbild von Lodz.



Thorn (Toruń)

Thorn erhielt von 1980 bis 1990 insgesamt 61 805Na mit den Nummern 211 bis 271 von Konstal.

Zwischen 2007 und 2012 wurden insgesamt 13 Fahrzeuge umfangreich saniert und erhielten dabei einen neuen Fahrzeugkopf. Sechs der Fahrzeuge wurden dabei zu reinen Beitriebwagen ohne Fahrerstand umgebaut und erhielten dementsprechend den Zusatzbuchstaben „D“ in der Typenbezeichnung. Die ersten sechs bis 2009 modernisierten Fahrzeuge erhielten dabei eine leicht abweichende Fahrzeugfront und behielten die alten Türen. Ab 2010 wich der Fahrzeugkopf in Form und Farbdesign leicht von den bisherigen Fahrzeugen ab und die Wagen erhielten neue Türen.

Bislang wurden, unter anderem durch die Beschaffung von Pesa Niederflurwagen, 16 805Na ausgemustert. An Werktagen sind neben den Niederflurwagen und den 13 modernisierten Fahrzeugen aber nach wie vor in größerer Zahl klassische 805Na im Einsatz.


Nach wie vor befinden sich rund 20 805Na weitgehend unmodernisiert in Thorn. Lediglich die markanten Lampeneinfassungen sind verschwunden und die Zielanzeigen wurden erneuert. Auch 805Na 227 kann noch heute in diesem Zustand im Netz angetroffen werden. Soloeinsätze sind in dem eher kleinen Netz dabei keine Seltenheit.


805Na 264 gehört zu den ersten sechs, bis 2009 modernisierten Fahrzeugen. Die Frontpartie ähnelt dabei stark derer von der MPK Lodz.


Deutliche Unterschiede weisen die ab 2010 modernisierten Fahrzeuge auf: Die Fahrzeugfront weicht in Form und Farbgebung leicht von den vorherigen Fahrzeugen ab. Zudem erhielten diese Fahrzeuge neue Türen und einen anderen Stromabnehmer.



Am 17. Mai 1989 kamen die 805Na 234 und 235 noch nahezu im Auslieferungszustand zum Einsatz


Am 18. Oktober 2011 konnte 805Na 227 kurz vor Haltestelle Fryderyka Chopina aufgenommen werden. Die Linie 3 verkehrt auch heute noch mit Solo fahrenden 805Na im Wechsel mit den dreiteiligen 121NbT Pesa „Swing“.


An der gleichen Stelle konnte wenig später der Zug aus 805Na 264 und 805NaD 265 aufgenommen werden. Auf der Linie 1 wird in der Regel mit Doppeltraktionen oder den fünfteiligen Pesa „Swing“ vom Typ 122NbT und 122NvT gefahren.


Die Linie 1 führt in typische Plattenbausiedlungen hinaus. Hier sind die 805Na beim Sprint von einer Haltestelle zur nächsten auf eigenem Bahnkörper voll in ihrem Element. Im Oktober 2011 konnte hier die 805Na Traktion mit 258 an der Spitze aufgenommen werden.


Der modernisierte 805Na 240 wurde am 22. April 2017 auf der Linie 3 eingesetzt und konnte hinter der Haltestelle Plac Rapackiego in der rustikal anmutenden Fryderyka Chopina aufgenommen werden.


An Samstagen wie dem 22. April 2017 werden neben den modernisierten 805Na nur noch einige wenige originale Fahrzeuge benötigt. So waren unter anderem in der Endschleife Wschodnia einige Fahrzeuge abgestellt, darunter auch 805Na 260.

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