Das Fotojahr 2021 – Januar bis Juli

Schon ist es fast wieder vorüber – das Jahr Nummer 2 nach neuer Corona-Zeitrechnung. Allen Umständen zum Trotz, sind auch in diesem Jahr wieder mehr als genügend Aufnahmen angefallen, um einen Jahresrückblich großzügig bestücken zu können. Blicken wir zum Ende des Jahres noch einmal zurück auf das Jahr 2021.


Nachdem Corona das Land und unser Hobby zu Anfang des Jahres und bis weit in den Frühling hinein noch fest im Griff hatte, ging es Richtung Sommer doch stetig bergauf. Und entgegen vieler Befürchtungen, kam es bislang auch Richtung Herbst und Winter nicht so schlimm, wie noch im Jahr 2020, als Deutschland ab November wieder in weiten Teilen heruntergefahren wurde – hoffen wir, dass es auch weiterhin so bleibt.
Aus einer Mischung dieser und persönlicher zeitlicher Umstände, konzentrierten sich die diesjährigen Reisen vollständig auf den Sommer und insbesondere auf die zweite Jahreshälfte mit den Monaten Juli und August – daher auch die etwas seltsame Einteilung dieses Rückblickes. Neben zwei Reisen in die Schweiz, konnte ich mit Lettland im August auch endlich wieder ein neues Land kennen lernen. Aber auch über das ganze Jahr verteilt, kam es, wenn auch etwas seltener als sonst, immer wieder zu kleineren Ausflügen, die in diesem Rückblick ebenso nicht fehlen sollen.
Die meisten Aufnahmen sind wie gewohnt schon an der ein oder anderen Stelle zu sehen gewesen. An entsprechender Stelle werde ich daher immer auf die ausführlichen Berichte verlinken, die im Laufe des Jahres schon erschienen sind. Da ich allerdings mit den Reiseberichten in diesem Herbst und Winter noch etwas weiter hinterherhinke als üblich, wird es in der zweiten Hälfte des Rückblickes auch noch einige gänzlich neue Aufnahmen der zwei Schweiz-Reisen zu sehen geben. Diese geben dann schon mal einen Ausblick, wie es im kommenden Jahr weitergeht, denn die entsprechenden Episoden der Reiseberichte werden dann selbstverständlich in 2022 nachgeliefert werden 😉


Januar

Der Januar stand ganz im Zeichen der noch aus 2020 eingeschleppten zweiten Corona-Welle. So gab es keinerlei Foto-Aktivitäten außerhalb der Löwenstadt. Etwas Schnee sollte aber zum Ende des Monats für Abwechslung sorgen, bevor es dann im Februar so richtig losging mit dem Winter.


In der tiefsten Corona-Winterruhe Anfang Januar, sorgte erstmals im Winter 2020/2021 am 29. und 30. Januar etwas Schnee für Abwechslung in der Löwenstadt. Am Abend des 29. Januar wartet GT6S 9557 in der Endschleife Inselwall auf die Abfahrtszeit.


Über Nacht setzte Eisregen ein und legte die Niederflurflotte lahm. So mussten am Sonntag(!) den 31. Januar alle noch verbliebenen Hochflurzüge aus den 70er und 80er-Jahren die Strecken wieder freikratzen und den Linienverkehr nach und nach wieder ins Rollen bringen. Am Abend erreicht GT6 7755 mit B4 7772 die Endschleife im Siegfriedviertel. Ein ausführlicher Bericht dieser zwei Tage findet sich hier: Schneechaos, Eiskratzen und Kaiserwetter – Wintereinbruch in Braunschweig


Februar

Der Februar stand fotografisch ganz im Zeichen der knapp zwei Winterwochen von 7. bis 16. Februar. Ein Schneeband ungewöhnlichen Ausmaßes legte sich über Südniedersachsen und Mitteldeutschland. Akribisch wurde das abwechslungsreiche Treiben bei der Braunschweiger Straßenbahn beobachtet und dokumentiert, aber auch ein Ausflug nach Magdeburg lag gerade noch im corona-bedingt eingeschränkten Aktionsradius.
Gegen Ende des Monats erreichten dann langsam die ersten wärmenden Sonnenstrahlen Norddeutschland und animierten mich zu einem Ausflug nach Bremen, um während einer Wanderung entlang der Linie 6 die neuen “Nordlichter” aka Siemens Avenio aufzunehmen.


Am Nachmittag des 7. Januar unternahm der Atw 482 mit Schneepflug 287 und der Salzlohre 187 den Versuch die Gleise zu räumen. Hier kommt der Räumzug vom Betriebshof die Leonhardstraße entlang. An der Haltestelle Hamburger Straße endete die Fahrt allerdings aufgrund einer Entgleisung. Das gesamte Netz verschneite währenddessen, die Rillenschienen setzten sich mit Eis zu und der Linienbetrieb ruhte bis einschließlich den 10. Februar vollständig.


Erst am 11. Februar wurden erste Teile des Netzes wieder in Betrieb genommen. Eine Behelfslinie wurde zwischen Hauptbahnhof und Radeklint eingerichtet und teils von Hochflurern bedient, wie hier GT6 7756 mit B4 7771 am Hagenmarkt Richtung Radeklint.


Weitere Teile, unter anderem nach Wenden im Norden der Stadt, gingen am 12. Februar in Betrieb. Noch immer schmissen Hochflurer einen Teil des Betriebs. GT6 7758 kommt mit B4 7775 aus Wenden zurück Richtung Hauptbahnhof, wo die Linie 1 vorübergehend noch endete. Eine ausführliche Dokumentation der zwei Winterwochen in Braunschweig findet sich hier: Und sie nannten es…Winter – Eine Chronologie vom Pflügen und Notbetrieb


Auch Magdeburg hatte mit ähnlichen Schneemengen zu kämpfen wie Braunschweig. Betriebseinstellungen, Notbetrieb und tagelange Umleitungen waren die Folge. Trotz ausgedünntem Fahrplan waren aber die im Jahr 2020 aus Berlin übernommenen KT4D im Einsatz anzutreffen. KT4D 1293 konnte auf der Linie 2 in die Alte Neustadt auf der Ernst-Reuter-Allee festgehalten werden.


Wenig später kommt der Solo-Fahrer aus der Alten Neustadt zurück und wurde hinter der Haltestelle Am Katharinenturm erwartet. Ein Bericht zu diesem Wintertag in Magdeburg findet sich hier: Sonder-Ringlinie 15 – Solo-KT4D im Winter in Magdeburg


An eine klassischerweise Ende Februar Richtung Alpen anstehende Winterwoche war auch in diesem Februar nicht zu denken. So führte mich ein weiterer Corona-Ausflug am 20. Februar nach Bremen – irgendwie wollten die Augen ja nach Monaten doch mal wieder etwas anderes sehen, als immer die gleichen Straßen der Heimatstadt… Da kam es gelegen, das sich auf der Linie 6 zwischen Uni und Flughafen allmählich die neuen “Nordlichter” breit machen. Auf meiner Wanderung entlang der Linie 6 konnte in der Innenstadt kurz vor der Domsheide Avenio 3202 aufgenommen werden.


Am frühen Nachmittag erreichte ich den Flughafen und lichtete erneut Avenio 3202 ab. Gespenstische Stille herrschte rund um den Flughafen und die Lufthansa-Akademie… Ein Bericht diese Tages findet sich hier: Bremen: Nordlichter entlang der Linie 6


März

Im März ging so gut wie gar nichts. Die Corona-Maßnahmen drohten sich in Hinblick auf die anrollende Delta-Welle eher noch zu verschärfen, nachdem gerade erst über sanfte Lockerungen nachgedacht worden war. Nach den grandiosen Wintertagen im Februar, hielt sich auch die Motivation für Straßenbahnbilder in Braunschweig arg in Grenzen. Erst eine Osterumleitung über den Lessingplatz konnte daran etwas ändern.


In den Osterferien wurde die Linie 3 in Braunschweig über den Lessingplatz umgeleitet, was perfekt mit der dortigen Osterglockenblüte zusammenfiel. Am 30. März überquert Tramino 1455 den Lessingplatz mit seinem prächtigen Osterglockenmeer. Einen Rückblick auf das komplette Straßenbahnjahr in der Löwenstadt gibt es hier: Die Straßenbahn Braunschweig 2021


April

Der April markiert im Normalfall den Beginn der Hauptreisesaison. Nicht so im Angesicht der diesjährigen Delta-Welle, die alle zarten Hoffnungen, endlich mal wieder raus zu kommen, zu Nichte machte. Neben Spaziergängen durch Braunschweig, verfiel ich daher in eine fotografisch weitgehende Tatenlosigkeit. Nach Ostern kam allerdings Besuch aus dem Süden und wir rafften uns spontan auf, den seit November 2020 allein auf der HSB zwischen Wernigerode und Schierke pendelnden Triebwagen zu besuchen. Die Wetterprognose war alles andere als aussichtsreich, aber in diesen grauen Tagen hatte wir dann doch unverhofftes Glück mit dem launischen Wetter und es gelangen gar einige Sonnenaufnahmen im unteren Teil der Strecke, während wenige Kilometer bergwärts rund um Schierke dichte Wolken und Schneegriesel herrschten.


Am Vormittag des 7. April erreicht der Halberstädter 187 019-5 Wernigerode Westerntor auf der ersten seiner zwei einsamen täglichen Runden nach Schierke – die einzigen Planleistungen nördlich von Ilfeld von November 2020 bis Ende Mai 2021. Ein kleiner Bildbericht dieser Corona-Triebwagenfahrten findet sich hier: Corona-Tristesse im Harz: Mit dem Triebwagen nach Schierke


In Drei Annen Hohne kreuzte überraschend das Harzkamel 199 874-9 als Dienstfahrt, sodass es schnell wieder hinunter ging für eine Aufnahme im Bahnhof Wernigerode-Hasselfelde.


Mai

Über Himmelfahrt und Pfingsten wurde der Triebwagenpendel im Harz durch einen Wagenzug mit Harzkamel ersetzt. Das animierte zu gleich zwei Besuchen mit dem Rad im Harz. Durch den mehr als gemächlichen Fahrplan gelangen zahlreiche Aufnahmen der seltenen Fuhre in der teils noch ungewohnt kahlgeschlagenen Umgebung rund um die Brockenstrecke.

Ende Mai stand dann nach mehr als drei Monaten mal wieder ein ernsthafter Tagesausflug an: In Halle hatte es überraschend für einige Wochen nochmal ein T4DC-Großzug in den Linienumlauf der 3 geschafft – das konnte ich mir nicht entgehen lassen.


Am 21. Mai 2021 steht Harzkamel 199 861-6 während der ersten der zwei täglichen Runden seine einstündige Pause im Bahnhof Schierke ab. Noch immer ungewohnt ist der weiträumige Kahlschlag rund um den Bahnhof, der von November 2020 bis Mai 2021 den Endpunkt der zwei planmäßigen Fahrten markierte.


Die zweite Bergfahrt am Nachmittag konnte ich unter anderem oberhalb von Drei Annen Hohne festhalten. Vor Kurzem noch mitten im Wald, liegt die Strecke hier nun größtenteils frei und eröffnet weite Blicke in die sich wandelnde Landschaft des Harzes. Ein Bericht zu den Kamelfahrten im Corona-Fahrplan findet sich hier: Wolkenlotterie im Harz – Kameleinsatz im Corona-Fahrplan


Am 31. Mai besuchte ich den letzten T4DC-Großzug in Halle, den es für wenige Wochen noch einmal in den ganztägigen Plandienst auf der Linie 3 verschlagen hatte. Kurz vor dem Moritzburgring erwartete ich Deutschlands letzten Tatra-Großzug Richtung Beesen.


Am Abend gab sich dann auch der Atw 035 als Fahrschule die Ehre und konnte in feinstem Licht am Anhalter Platz aufgenommen werden. Eine große Bilderstrecke dieses Tatra-Tages in Halle ist hier zu finden: Totgesagte leben länger – Der dritte Abschied vom T4D-Großzug


Juni

Nach und nach fielen von Mai bis Juli die Corona-Beschränkungen und es kündigte sich wie schon im vergangenen Jahr ein weitgehend sorgenfreier Sommer an. Mit der steigenden Möglichkeit für alle Teile der Bevölkerung, sich durch eine Impfung zu schützen, konnten Sorgen und Bedenken, die trotz niedriger Zahlen auch im Sommer 2020 noch geblieben waren, in diesem Sommer weitgehend vergessen werden. Im Juni hielt sich meine verfügbare Zeit allerdings noch arg in Grenzen, sodass es lediglich zu einem Ausflug nach Halberstadt reichte, bevor es dann in der zweiten Julihälfte so richtig losging mit der Reisesaison.


Seit Spätsommer 2020 kurvten in Halberstadt aufgrund eines Unfalls mit gleich zwei Leolinern, die ehemaligen Freiburger GT4 der MF Esslingen wieder täglich durch die Domstadt. Nach Besuchen im November 2020, verschlug es mich am 14. Juni noch einmal zu des rüstigen Kurzgelenkwagen in Fachwerkkulisse. GT4 168 überquert auf der Linie 1 vom Friedhof Richtung Bahnhof auf der Gröperstraße die Holtemme. Ein Bericht dieses Tages findet sich hier: Und immer wieder GT4 in Halberstadt…


Mit der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts wurden kurzfristig für einige Wochen vor den Sommerferien einige E-Wagen-Fahrten ins Leben gerufen. So konnten einige hochsommerliche Morgenmotive, wie hier mit GT6 8165 und B4 8471 in der Leonhardstraße auf dem Rückweg zum Betriebshof aufgenommen werden.


Juli

In der zweiten Juli-Hälfte war es dann so weit: Endlich wieder raus in die Berge – endlich wieder Radeln und Wandern entlang der Schweizer Berg- und Schmalspurbahnen – endlich wieder Urlaub. Den Anfang machte vom 20. Juli bis 3. August eine Reise quer durch die Eidgenossenschaft. Schwerpunkte waren dabei das Berner Oberland und die Westschweizer Schmalspurbahnen nördlich des Genfersee, des Lac du Neuchâtel und hinauf in den Jura. Zum Abschluss folgte noch ein grandioser Tag an der MOB. Nach den ersten Tagen im Berner Oberland, zeigte sich die Großwetterlage eher mäßig, sodass weitere geplante hochalpine Ziele ausgelassen werden mussten und der Schwerpunkt stattdessen wie beschrieben auf den Schmalspurbahnen ganz im Westen lag, der einzigen Ecke der Schweiz, wo in diesem Zeitraum doch an den meisten Tagen noch ein paar Sonnenstunden zu holen war. Jetzt im Nachhinein, können wir mit der Ausbeute dieser Reise auch sehr zufrieden sein, irgendwie gelang trotz der zeitweisen Wetterkapriolen an den meisten Tagen doch irgendwie ein fotografisches Highlight – die wenigen kompletten Regentage vergessen wir einfach…
Der ausführliche und noch nicht ganz vervollständigte Reisebericht dieses Urlaubs findet sich hier: Reisebericht: Über den Röstigraben und Retour


Zu Beginn der Reise standen einige Tage im Berner Oberland an. Meine Ziele hier: Schynige Platte Bahn, Brienzer Rothorn und Bergbahn Lauterbrunnen Mürren. Am Tag der Anreise ließ ich mich aber am Nachmittag erstmal etwas entlang der BOB Richtung Grindelwald treiben. Noch im Bahnhof Wilderswil fiel dabei am 20. Juli auch eine Aufnahme der Schynige Platte Bahn ab.


In Zweilütschinen trennen sich die Strecken der BOB und ich folgte, wie der ABDeh 8/8 324, dem Ast nach Grindelwald.


In Grindelwald stand auf der Wengernalpbahn überraschend eine der Wellblechgarnituren Richtung Kleine Scheidegg im Einsatz, sodass es einen kleinen Abstecher an den Hang des Talkessels gab. Das Wellblechdoppel aus BDhe 4/8 131 und 133 schiebt den Niederflursteuerwagen 251 von Grindelwald Grund Richtung Kleine Scheidegg.


Am 21. Juli lief ich von Brienz hinauf auf das Rothorn – für mich eine noch gänzlich unbekannte Strecke. Es herrschte Hochbetrieb am Berg mit drei Öldampfern und drei Kohledampfern. Am Morgen erwartete ich den zweiten Bergfahrer des Tages mit der Öldampflok H2/3 14 oberhalb der Kreuzungsstelle Gäldried.


Die Kohledampflok H 2/3 6 überquert als dritter Zug eines Viererkorsos die Kühbodenalp auf dem Weg auf’s Rothorn.


Die kleine H 2/3 2 war an diesem Tag zusätzlich mit dem “Dampfwürstlibummler” unterwegs und konnte am Nachmittag auf Talfahrt kurz oberhalb der Kreuzungsstelle Oberstaffel aufgenommen werden.


Am 22. Juli radelte ich dann von Wilderswil zur Bergbahn Lauterbrunnen – Mürren hinauf. Im Viertelstundentakt standen dort die Be 4/4 22, 23 und 31 im Einsatz. Be 4/4 23 kommt am Vormittag von der Grütschalp zurück und erreicht Winteregg.


Am Motiv-Klassiker zwischen Grütschalp und Winteregg konnte am Nachmittag Be 4/4 31 aufgenommen werden.


Am 23. Juni ging es von Wilderswil hinauf auf die Schynige Platte. Ein Aufstieg mit 45 Minuten Vorsprung auf den Early Bird, erlaubte unterhalb von Breitlauenen diese Aufnahme des zweiten Bergfahrers des Tages mit He 2/2 19.


Der Klassiker schlechthin auf der Wiese oberhalb der Kreuzungsstation Breitlauenen mit dem Thunersee im Hintergrund, durfte natürlich nicht fehlen. He 2/2 11 bremst ihren Zug Richtung Tal.


Am nächsten Tag schmierte das Wetter allmählich ab und ich ließ mich ein wenig entlang des Brienzersee und der Aare bis Innertkirchen treiben. Am Vormittag stand die Aarebrücke bei Interlaken auf dem Programm, hier mit einem FINKen kurz vor dem Zielbahnhof Interlaken Ost.


Die Meiringen-Innertkirchen-Bahn gehört inzwischen zur SSB-Tochter zb. Entsprechend wurde auch der erst im letzten Jahr übernommene GTW 2/6 in ein neues Farbkleid versetzt und zeigt sich nun im Zentralbahn-Design. Hier verlässt GTW 2/6 125 013 die Aareschlucht Richtung Innertkirchen.


Am 25. Juli stand dann auch vom Wetter erzwungen der Wechsel in die Westschweiz an, wo es aber mehr als genügend Programmpunkte auf der Liste gab. Einer davon die NStCM zwischen Nyon am Genfersee und La Cure im Jura. Am Abend passte ich zwischen der Haltestelle La Joy Clinique und dem Bahnhof Le Muids mit Blick über den Genfersee einen ABe 4/8 Richtung La Cure ab.


Auf der Suche nach Güterzügen ging es am 26. Juni hinüber zur Strecke Bière – Apples – Morge/Le Isle. Das Kieswerk schien jedoch Werksferien zu haben, sodass ich mich mit den modernen Stadler-Kompositionen zufriedengeben musste, die mir in dieser Zusammenstellung allerdings auch noch fehlten. Der Klassiker bei Vufflens le Château wurde dabei nicht ausgelassen.


Am Abend konnten bei der NStCM noch einige Züge der nachmittäglichen 15-Minuten-Rush-Hour bei Trelex festgehalten werden.


Wettertechnisch und fotografisch ein weitgehender Reinfall war abgesehen einiger morgendlicher Bilder an der NStCM der 27. Juni. Am 28. Juni tat es sich dann im Laufe des Tages wieder auf und ich verbrachte den Vormittag an der Strecke Lausanne-Echallens-Berchers. Der letztgebaute der älteren Stadlergeneration Be 4/8 41-50 zwischen dem Haltepunkt Grésaley und Sugnens auf freiem Feld. Ein kurzes Aufblenden und ein Pfiff als Gruß an den Fotografen durften nicht fehlen.


Auf dem Weg in den Jura wurde ein kurzer Zwischenstopp an der Strecke Neuchâtel-Boudry eingelegt, die seit kurzem mit den ehemaligen Be 4/8 der Trogenerbahn bedient wird. Be 4/8 035 verlässt den Haltepunkt Boudry Tuilière und erreicht in Kürze den Endbahnhof Boudry Littorail.


An der CJ zwischen La Chaux-de-Fonds und Le Noirmont herrschte am Nachmittag schon schönster Sonnenschein. Mit planmäßiger Abfahrt 18:40 Uhr ab La Ferrière rollt mit GTW 2/6 632 der letzte Halbstundenverstärker nach Saignelégier durch mein Top-Motiv des Abends zwischen La Ferrière und La Chaux d’Abel.


Am 29. Juli stand der CJ-Ast zwischen Le Noirmont und Glovelier auf dem Programm. Hier ein GTW 2/6 kurz hinter Le Bémont in Richtung Glovelier. Typisch für die weitläufigen Weidegründe und Wiesen des Jura sind die Abgrenzungen durch aufgeschichtete Steinmauern, wahlweise noch mit einem zusätzlichen Stacheldraht gesichert.


Ziel der Tagesetappe war die Spitzkehre bei La Combe im gleichnamigen Tal, abseits jeglicher öffentlicher Straßen. Bis 1948 wurde die Strecke von Glovelier nach Saignelégier auf Regelspur betrieben. Mit dem Zusammenschluss zur CJ wurde die Strecke bis 1953 schließlich auf Meterspur umgebaut, wodurch in La Combe die einzige meterspurige Spitzkehre der Schweiz entstand. Ein Pendel mit Be 4/4 und Abt 711 verlässt die Spitzkehre Richtung Le Noirmont.


Markant bei der CJ sind die Kombinationen aus neuen Stadlertriebwagen vom Typ Be 4/4 und altem Wagenmaterial und Steuerwagen aus den 80er Jahren. Den Zug mit Be 4/4 652 gab es im schönsten Abendlicht kurz vor Saignelégier.


Unser Quartier an der Strecke La Chaux-de-Fonds – Les Ponts-de-Martel, ergab auch einige Aufnahmen an dieser wenig beachteten und immer wieder einstellungsgefährdeten Strecke. Be 4/4 6 hat am Morgen des 30. Juni den kleinen Haltepunkt Les Coeudres passiert, der wie fast alle Haltepunkte der Strecke zwischen einigen weit verteilten Höfen liegt. Einzig nennenswerte Siedlungen an der Strecke sind La Sagne und Les Pont-de-Martel, welche auch bestenfalls als Dorf durchgehen. Ansonsten ist das Tal gesäumt von versprengt herumstehenden Viehhöfen und Scheunen.


Kurz bevor das Wetter für die folgenden zwei Tage komplett absoff, konnte in den letzten Sonnenstrahlen noch der nachmittägliche Müllzug auf der CJ von Tavannes Richtung La Chaux-de-Fonds kurz vor Tramelan mit Be 4/4 616 aufgenommen werden.


Den restlichen Tag vertrieb ich mir an der kürzesten Meterspurstrecke der Schweiz zwischen Le Locle und Les Brenets. Ein einziger Triebwagen reicht auf dieser nur 4,24 Kilometer langen Strecke für einen Halbstundentakt aus. Notwendige Investitionen in Infrastruktur und Wagenpark haben das Schicksaal dieses Kleinods wohl besiegelt. 2023 soll die Strecke eingestellt werden und ab 2025 ein Bus unter Nutzung des momentanen Bahntunnels die Triebwagen aus den frühen 50er Jahren ersetzten. Die abendliche Weltuntergangsstimmung mit Be 4/4 3 im Bahnhof von Les Brenets passte daher ganz gut zur Großwetterlage über dieser Strecke.


Am nächsten Morgen gelang sogar noch eine Sonnenaufnahme auf der anderen Seite des Tunnels in Le Locle. Mit Be 4/4 5 stand am 31. Juli sogar der andere der zwei hier stationierten Triebwagen im Einsatz und hat soeben den Haltepunkt Le Chalet passiert um in Kürze den Endbahnhof Le Locle mit Anschluss an die Regelspur zu erreichen.


An dieser Stelle machen wir mitten im ersten 2021er Schweiz-Urlaub einen kleinen Cut. Weiter geht es dann im zweiten Teil mit den letzten drei Tagen dieser Tour unter anderem an der MOB. Danach stehen mit der zweiten Schweiz-Tour und der Reise zu den lettischen Straßenbahnbetrieben noch zwei weitere Highlight aus dem Jahr 2021 auf dem Programm. Demnächst auf diesem Kanal…

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