6 Länder, 11 Tage, 15 Trambetriebe VIII: Das Altenheim für Düwag und Co in Arad

Aus Cluj-Napoca ging es auf unserer Ost-EU-Tour nun wieder westwärts. Unser nächstes Ziel ist das Altenheim für meterspurige Fahrzeuge aus dem deutschsprachigen Raum – Arad.


Montag, 9. Juni 2014: Das Altenheim für Düwag und Co in Arad

Rund 270 Kilometer wollten auf rumänischen Landstraßen zurückgelegt werden, bevor wir unser heutiges Tagesziel erreichen würden. Zunächst ging es die identische Strecke zurück, die wir bereits gestern aus Oradea kommend nach Cluj gefahren waren. Auf direktem Wege besteht durch das Apuseni-Gebirge keine ernst zu nehmende Straße Richtung Arad. Daher ging es zurück bis Oradea und anschließend noch einmal soweit nach Süden Richtung Arad. Dies sollte auch die einzige Strecke auf unserer Rundreise bleiben, die wir doppelt fahren mussten. Die Stadtgrenze von Arad erreichten wir gegen halb vier am Nachmittag. Hinter uns lagen jetzt gut vier Stunden Fahrt. Seit unserem letzten Besuch hier im Jahr 2007 hatte sich am Fahrzeugpark schon wieder einiges getan. So fehlten uns noch die aus Innsbruck übernommenen Düwag und Lohner GT6 und GT8. Einige Fahrzeuge konnten zudem beim letzten Besuch nicht auf Strecke angetroffen werden, da der Fahrzeugpark auch in Arad wesentlich größer ist als der tägliche Auslauf. So hofften wir beispielsweise auf den Mainzer GT6, die Mühlheimer GT8 und die Essener GT8ZR zu treffen.

Wir näherten uns der Straßenbahn von Norden auf der 79 kommend. Im nördlichen Industriegebiet von Arad trafen wir hier auf die Linien 15 und 16, welche vom großen Kraftwerk C.E.T. Arad kommen und die restlichen Kilometer in die Innenstadt in großen Teilen eingleisig parallel zur Straße verlaufen. Aufgrund des Feiertages, verkehrte die Linie 16 allerdings gar nicht und die Linie 15 war bis zu einem Gleisdreieck im Industriegebiet zurückgezogen und fuhr nicht bis zum Kraftwerk. Die fast 40 Grad außerhalb des klimatisierten Autos waren zunächst einmal ein Überfall der unschönen Art. Der gerade durch das Gleisdreieck sägende ex. Bielefelder Düwag GT6, welcher noch auf der „Fehlen-Liste“ stand, war jedoch eine mehr als angebrachte Entschädigung für das Eintauchen in die heiße Nachmittagssonne. Sogleich bestätigte sich auch eine Erinnerung von meinem letzten Arad-Besuch im Jahr 2007: Bereits damals war mir die ausgesprochene Freundlichkeit der Fahrer und ihr Stolz auf die alten deutschen Bahnen in Erinnerung geblieben. Sind die Fahrer eigentlich bei allen rumänischen Betrieben immer recht freundlich und freuen sich über die ausländischen Fotografen, ist dies in Arad noch einmal ein Stück auffälliger. Trotz der Hitze wurde erst einmal mit Händen und Füßen ein kleiner Plausch mit dem Fahrer gehalten. Aufgrund der beschränkten sprachlichen Schnittmenge verebbte die freundliche Kommunikation allerdings schnell und der Fahrer begab sich alsbald zurück in seinen Bielefelder Qualitätsbrutkasten und begann die Fahrt Richtung Innenstadt.


Der aus Innsbruck übernommene GT6 41, zieht aus dem Gleisdreieck zur Abfahrthaltestelle der zurückgezogenen Linie 15 vor. 2008 und 2009 erhielt Arad sieben Bielefelder Düwag aus Innsbruck. Dabei handelte es sich um einen GT8 und sechs GT6. Die Fahrzeuge kommen gemeinsam mit den unzähligen weiteren Düwag GT6 und GT8 recht freizügig im Liniennetz zum Einsatz. Ein detaillierter Bericht über den Werdegang der Bielefelder Düwag GT6 und GT8 findet sich hier: Straßenbahnen im Exil: Bielefelder Düwag GT6/GT8


Der GT6 41 wartet in der brütenden Hitze auf die Abfahrtszeit, während der Fahrer für kurze Zeit die Frischluft außerhalb des Wagens genießt und interessiert unser Treiben beobachtet.

Entlang der Linie 15 ging es anschließend Richtung Innenstadt. Die nächste Ausweiche der eingleisigen Strecke befindet sich bereits in urbanerer Umgebung. Hier warteten wir den Bielefelder Düwag noch einmal ab, bevor es zum großen Kreuzungspunkt Podgoria weiter ging, bei dem sich zahlreiche Linien treffen. Der große Kreuzungspunkt bietet sich ideal für Fahrzeugaufnahmen des unglaublich vielfältigen Wagenparks an und so warteten wir im Schatten einer großen Kastanie einfach mal ein paar Umläufe ab. Zwar war der Fahrzeugauslauf aufgrund des Feiertages etwas eingeschränkt, dafür waren aber auch die Straßen angenehm leer und es ließ sich ungestört einige Schritte auf die Straße treten, um die Wagen optimal von der Seite aufzunehmen.
Das Dreieck Podgoria wurde in den letzten Jahren komplett überholt, wie auch viele andere Abschnitte der Infrastruktur.


In der nächsten Ausweiche der eingleisigen Strecke kreuzt der Bielefelder GT6 den Hallenser T4D 1179.


Nach kurzer Zeit folgte an der Haltestelle Podgoria der zweite Haken auf der Fehlliste: Lohner GT6 77 aus Innsbruck. Vier dieser 1966 gebauten Fahrzeuge konnten 2008 gemeinsam mit den ehemaligen Bielefelder Fahrzeugen aus Innsbruck übernommen werden.


Wenig später gab es schon den nächsten Treffer: Der ex. Mülheimer GT8 263 konnte beim letzten Besuch nur im Depot festgehalten werden und lief heute auf der Linie 3. Als eines der wenigen Fahrzeuge, dient bei GT8 263 der Zielfilmkasten tatsächlich zum Anzeigen von Linie und Fahrtziel. Im Jahr 2000 konnten die zwei 1958 gebauten GT8 263 und 264 aus Mülheim übernommen werden. Zunächst als GT6 gebaut, wurden die beiden Fahrzeuge 1995 und 1989 mit Essener Mittelteilen erweitert und erhielten zudem, wie die GT8 aus Essen, zwei linksseitige Türen. Den großen mittigen Scheinwerfer verlor 263 erst in Arad. Beide Fahrzeuge standen bei unserem diesjährigen Besuch im Einsatz.


Um 90 Grad nach rechts gedreht, kommt einer der vielen Esslinger GT4 angeheult. Die Esslinger sind mitunter die heruntergekommensten Fahrzeuge in Arad. GT4 014 aus Ulm wurde allerdings bereits aufgearbeitet und präsentiert sich nun in durchaus ansehnlichem Zustand. Den Werdegang der Esslinger GT4 von Deutschland bis Rumänien habe ich hier detailliert nachgezeichnet: Straßenbahnen im Exil: Der Werdegang der Esslinger GT4 von Stuttgart bis Iași


Der Blick richtet sich wieder in Richtung der erst vor wenigen Jahren fertiggestellten Kathedrale „Sfânta Treime”. Vor dieser Kulisse konnte der nächste Haken auf der Fehlliste gemacht werden: Der 1999 aus Mainz übernommene, ex Heidelberger Düwag GT6 war bei unserem letzten Besuch nirgends aufzufinden gewesen. Am heutigen Sonntag stand der GT6 240 nun aber auf der Linie 3 im Einsatz. Ein Portrait über die Mainzer GT6 findet sich hier: Straßenbahnen im Exil: Mainzer GT6 in Elbing und Arad

Allmählich stellte sich das warme Abendlicht ein und die Zuflucht bietenden Schatten wurden erfreulich lang. Wir schlenderten den Bulevardul Revoluției hinunter, auf dem die Tram mittig in einer Art Baumtunnel verkehrt und erreichten den prächtigen Zentralplatz Primaria mit dem Rathaus, der Universität und diversen weiteren sanierten Bauten.


Das Rathaus von Arad kann sich durchaus sehen lassen!

Wir suchten jetzt erstmal unser Hotel innerhalb der großen Ringstrecke der Linie 18 auf. Bei dieser Gelegenheit entstanden auch gleich noch einige Aufnahmen entlang des interessanten Rings, welcher beim Besuch 2007 für umfangreiche Sanierungsarbeiten vollständig eingestellt war. Die Linie 18 bedient derzeit als einzige Linie den langen Abschnitt des Rings zwischen Piața UTA und Piața Romană. Lediglich der kurze Abschnitt von Podgoria bis zum Piata Piața UTA wird von der Linie 18 nicht befahren, in diesem Bereich verkehren allerdings auch zahlreiche andere Linien. Weite Teile der Strecke führen dabei in Straßenlage durch beschauliche Wohnsiedlungen mit den typischen einstöckigen Wohnhäusern und vereinzelten kleinen Kirchen. Im weiteren Verlauf folgen auch die typischen mehrstöckigen Plattenbauten aus sozialistischer Zeit. Der letzte Abschnitt bis zum Piața UTA führt dann wiederum teils auf eigenem Bahnkörper durch Gewerbegebiet, sodass der Ring so etwas wie einen Querschnitt durch den rumänischen Städtebau darstellt. Eine wirklich reizvolle Strecke, auf der heute zudem noch der schöne Ludwigshafener Düwag GT6 107 zum Einsatz kam.


Der ehemalige Ludwigshafener GT6 107 befährt zwischen beschaulichen Wohnsiedlungen den großen Ring der Linie 18 unweit des Piața Sârbească in Richtung Fat Frumos. Die Strecke wurde hier in den vergangenen Jahren saniert. Bereits 1995 gelangten zehn 1960 bis 1963 gebaute Ludwigshafener GT6 nach Arad. Trotz ihres betagten Alters und ihres nun schon fast 20 Jahre währenden Einsatzes in Rumänien, kommen heute noch immer bis zu neun der Fahrzeuge in Arad zum Einsatz und wurden in den vergangenen Jahren noch einmal aufgearbeitet.


Der westliche Abschnitt des Rings wartet derweil noch auf eine grundlegende Sanierung und mutet durchaus noch rustikal an. Der Essener GT8 1865 kam ebenfalls auf der Linie 18 zum Einsatz und kommt die Strada Pădurii entlanggefahren. 15 dieser achtachsigen Einrichter mit zwei zusätzlichen linksseitigen Türen folgten in den Jahren 2000 bis 2001 den neun bereits ab 1998 nach Arad abgegebenen vollwertigen Zweirichtern.

Beim Hotel angekommen wurden erstmal ein halbes Stündchen die Füße hochgelegt und die bisherigen Ergebnisse des Tages begutachtet. Anschließend ging es nochmal zum Abendessen in die Innenstadt, wobei wir wieder am Bulevard der Revolution landeten und auf der Veranda eines Italieners in der langsam abkühlenden Abendluft Platz nahmen.
Hier saß man wirklich gemütlich bei einer hervorragenden Pizza, welche dem italienischen Original in nichts nachstand, einem rumänischen Gerstensaft, und in regelmäßigen Abständen konnten die verschiedenen Bahnen beim Entlangrumpeln des Bulevards beobachtet werden.
Auf dem Rückweg gab’s dann im Dämmerlicht noch einige Aufnahmen vor dem Rathaus. GT6 107 kam mal wieder vorbeigerumpelt, der Wagen begann uns langsam zu verfolgen.


GT6 106 aus Ludwigshafen dreht noch immer fleißig seine Runden auf der 18.


Abendlicher Blick entlang des Bulevard der Revolution.

Im Hotel angekommen ging es schnell schlafen, denn die wichtigste Regel in Arad lautet bekanntermaßen: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Frühes Aufstehen stand also morgen auf dem Programm…


Dienstag, 10. Juni 2014: Gebrauchtwagenjagd in Arad

Heute ging es also um halb sechs in der Früh aus den Federn und um sechs fanden wir uns erneut am Dreieck Podgoria ein. Die morgentliche Rush-Hour sollte man sich in Arad niemals entgehen lassen, denn die besonders scheuen Einzelgänger wagen sich zu dieser Stunde besonders gern auf Strecke und verschwinden oft für den restlichen Tag wieder auf einem der Betriebshöfe.
So konnten wir bereits zur frühen Stunde den Bielefelder GT8 von unserer Fehlliste streichen. Dank des Werktages fuhren auch wieder T4D-Hängerzüge aus Halle, Doppeltraktionen der Stuttgarter GT4, die ehemaligen OEG-Hängerzüge, sowie der RHB-Hängerzug.
Hier eine kleine Auswahl der zahlreichen Kurse:


Im schönsten Morgenlicht konnte einer der am Werktag nun wieder laufenden Hallenser T4D-Hängerzüge aus T4D 1078 und B4D 177 bei Podgoria aufgenommen werden. Ein ausführlicher Artikel über die Exil-Hallenser in Arad findet sich hier: Straßenbahnen im Exil: Hallenser T4D in Arad


Ein besonderes Schmankerl noch vor dem eigentlichen Frühstück war anschließend der 2009 aus Innsbruck übernommene ehemalige Bielefelder Düwag GT8. Der GT8 51 trägt noch immer die Werbung der EM 2008 und sorgte für einen weiteren Haken auf der Liste.


Nur die Lohner GT6 aus Innsbruck kamen irgendwie immer in einem ungünstigen Moment oder aus der falschen Richtung. So ist die morgendliche Aufnahme von Lohner GT6 71, wie schon die gestrige Aufnahme des GT6 77 etwas kompromissbehaftet.

Nachdem wir den Fahrzeugumlauf weitestgehend einmal rum und die Speicherkarten mit unzähligen Fahrzeugaufnahmen gefüllt waren, liefen wir wie schon gestern den Bulevard der Revolution in Richtung Rathaus hinunter. Hier begegnete uns am Hebel des Ulmer GT4 02 erneut einer der vielen freundlichen Fahrer der Straßenbahn Arad. Beim Anblick der Fotografen erfolgt ein freundliches Lächeln und ein Daumen nach oben – So macht das Ganze irgendwie gleich noch viel mehr Spaß!


Der Rathausplatz ist wohl städtebaulich der beeindruckendste Abschnitt des Straßenbahnnetztes. Auch die Häuserzeile gegenüber des Rathauses entlang des Bulevard der Revolution muss sich im Morgenlicht nicht verstecken. Der Essener GT8 1864 überquert den Rathausplatz als Linie 6.


Freundliches Grüßen und Lichthupe bekommen die Fotografen in Arad oft zu sehen. Daumen hoch vom und für den Fahrer des Ulmer GT4 02 auf dem Bulevard der Revolution…


Typisch Arad ist auch die Individualisierung der Fahrzeuge. So stattet scheinbar jeder Fahrer „seinen“ Wagen mit passenden Gardinen gegen die sommerliche Hitze aus. Hier der Hallenser T4D 1174.

Für ein kleines Frühstück und um Koffer und Auto abzuholen, ging es anschließend erstmal zum Hotel zurück. In dem kleinen Hotel in einer der beschaulichen Wohngassen, gab es natürlich kein Frühstücksbuffet, aber der Herr des Hauses gab sich große Mühe, die Wünsche seiner Gäste zu erfüllen und trotz größerer Sprachbarriere war das servierte Omelett beziehungsweise die Salami-/Käseplatte mit so etwas ähnlichem wie Brot, eine gern genommene Stärkung nach dem frühmorgendlichen Aufstehen.


Unser kleines Hotel lag in einer der typischen, vorsowjetischen Wohnsiedlung mit zumeist einstöckigen Häuschen, viel Grün und angenehm wenig Verkehr.

Nach einem kleinen Abstecher zur großen Schleife der Linie 7 und 8 östlich von Podgoria, liefen wir einen weiteren strategisch günstigen Punkt im Netz von Arad an, den Piata UTA. Hier verkehren nicht nur diverse Linien (ich habe sieben gezählt), sondern es befindet sich auch einer der großen Betriebshöfe unmittelbar neben dem Platz, der zum ständigen Austausch der Fahrzeuge genutzt wird. Neben dem Austausch bei Störungen, rücken die Fahrer bei Schichtbeginn in Arad in der Regel mit ihrem eigenen Wagen auf Linie aus, während der Fahrer dessen Schicht endet, seinen Wagen im Betriebshof abstellt. So kommt es in Arad den ganzen Tag über zu einem ständigen Fahrzeugtausch und immer wieder begegneten uns neue Wagen auf Linie. Inmitten des großen Straßenkreisels am Piata UTA befindet sich der Abzweig der Ringlinie auf der mittigen Raseninsel. Glücklicherweise war dort auch ein großes Werbeplakat aufgestellt, sodass wir in dessen Schatten vor der Hitze Schutz suchend abwarten konnten, was in der nächsten Stunde so vorbeikommen sollte. Mindestens vier Züge wurden in der Stunde, die wir hier im Kreisel campierten, ausgetauscht.


Bevor wir zum Piata UTA fuhren, ging es noch kurz an die Linie 7 im östlichen Teil der Stadt. Hier begegnet uns der Innsbrucker GT6 42.


Heute Morgen noch auf der Linie 9 eingesetzt, rückte der GT8 51 nun aus dem Depot am Piata UTA auf die Überlandlinie 11 nach Ghioroc aus.


Der etwas heruntergekommene GT6 108 aus Ludwigshafen befährt das Mittelgleis, um auf der anderen Seite des Platzes als Linie 6 zu halten. Dafür, dass die Ludwigshafener bereits seit 20 Jahren in Arad fahren, halten sie sich noch erstaunlich gut. Dem Ludwigshafener folgt der Bielefelder GT8 51, welcher zunächst als Leerfahrt zur großen Endschleife Fat Frumos gefahren ist, um dort als Linie 11 einzusetzen.


Neun in den 70ern gebaute M8S konnten im Jahr 2006 aus Essen übernommen werden. Technisch gesehen sind diese neun Fahrzeuge auch im Jahr 2014 noch mit Abstand das Modernste auf den Gleisen von Arad. M8S 1006 hält an der Haltestelle Piata UTA und biegt gleich als Linie 18 auf den Ring ab. Ein detailliertes Portrait der Düwag M-Wagen bei Zweitbetrieben findet sich hier: Straßenbahnen im Exil: Düwag M-Wagen


Der ex.Ulmer GT4 08 biegt als Linie 18 vom Ring in Richtung Fat Frumos ab. Teile der Frontpartie scheinen in Arad von einem Stuttgarter GT4 entnommen worden zu sein


Der Ulmer GT4 03 überholt an der Haltestelle Piata UTA den als Linie 18 auf den Ring abbiegenden Düwag GT6 276 aus Würzburg. Vier der ursprünglich aus Hagen stammenden und in Würzburg zu Einrichtern umgebauten Fahrzeuge konnten im Jahr 1997 aus Würzburg übernommen werden. Als Einrichter mit der schmalen Frontpartie der Zweirichtungswagen, sehen die Fahrzeuge durchaus ungewohnt aus. Während unseres Besuches stand neben GT6 276 auch noch der GT6 271 im Einsatz.


Ein weiterer Einzelgänger in Arad ist der RHB-Hängerzug aus GT6 1014 und GB6 1054. Passend zur Herkunft des Zuges von der Überlandstrecke der Rhein-Haardt-Bahn nach Bad Dürkheim, wird der Zug auch in Arad vorwiegend auf der Überlandlinie 11 nach Ghioroc eingesetzt. Von der Endschleife Fat Frumos kommend, rückt der Zug ins Depot am Piata UTA ein.


Wir arbeiteten uns mal ein Stück weiter das Linienbündel zur großen Blockumfahrung der Schleife Fat Frumos vor. Dort angekommen begegnete uns gleich der nächste Fahrzeugtyp: GT6ZR 45 ist einer von acht 1996 von der BOGESTRA übernommenen Düwag Zweirichter. In der Endstationsanlage der Blockumfahrung Fat Frumos wartet er gemeinsam mit dem Hallenser T4D 1115 und einem Essener GT8 auf die Abfahrtszeit.


Wenig später verlässt GT6ZR 45 die Endstation als Linie 18.


Ob der am Ulmer GT4 03 beworbene Mieterschutz auch für Kunden in Rumänien zu haben ist?


An den drei Haltestellen zwischen Piata UTA und der Schleife Fat Frumos folgen die Wagen aufgrund der zahlreichen Linien meist im Sichtabstand. Nicht selten müssen folgende Fahrzeuge warten, bis sie zur Haltestelle vorrücken können. Am Werktag kommen dabei auch noch Doppeltraktionen der Stuttgarter GT4 zum Einsatz, welches hier auf den Essener M8S 1006 trifft.


Zurück am Piata UTA sind wir gerade noch rechtzeitig für den aus dem Betriebshof auf die Überlandline 11 ausrückenden OEG-Zug aus GT6 304 und B4 314. Auch diese Fahrzeuge kommen wie die Innsbrucker Düwag GT6 ursprünglich aus Bielefeld und treffen sich nun nach vielen Jahren hier in Arad wieder. Die genaue Historie ist ebenfalls hier nachzulesen: Straßenbahnen im Exil: Bielefelder Düwag GT6/GT8. Im Hintergrund ist die Haltestelle der geradeaus fahrenden Linien zu sehen, welche auf der anderen Seite des Platzes das mittige Gleis ohne Bahnsteig befahren.

Allmählich wiederholten sich die Fahrzeuge nun zum dritten oder vierten Mal und es wurde Zeit an die Weiterfahrt nach Timişoara zu denken. So machten wir uns auf den Weg entlang der Linie 18 den Ring herum, um Arad am Piața Romană in Richtung Timişoara zu verlassen.


Auf dem Weg den Ring der Linie 18 entlang zum Piața Romană trafen wir wiedermal auf GT6 107 und warteten ihn an der Strada Pădurii/Strada Condurașilor ab.


Die lange Gerade hinunter gelang eine letzte Aufnahme des GT6 107


Die letzten Meter vor dem Piata Romană verlaufen die Richtungsgleise getrennt durch verschiedene enge Gassen. Hier trafen wie erneut auf M8S 1006.


Wie viele andere Abschnitte des Gleisnetzes, wurde auch der Piata Romană in den vergangenen Jahren grundlegend saniert und stellt kein Vergleich zum Zustand während unserers Besuches 2007 mehr dar, als bei jedem Überfahren der Weichen im Kreisverkehr mit einer Entgleisung zu rechnen war. Der Ulmer GT4 02 nutzt den Kreisverkehr als Endschleife der Linie 16.

Gemeinsam mit dem Besuch im Jahr 2007 fehlte uns nun von den Fahrzeugen für den Planbetrieb nur noch ein Fahrzeugtyp: Die Essener GT8-ZR hatten wir schon bei unserem letzten Besuch nur im Depot angetroffen. Insgesamt waren wir aber sehr zufrieden mit der Ausbeute und machten uns auf die etwa einstündige Fahrt ins südlich von Arad gelegene Timişoara, wo die Einzelgängerjagt am Nachmittag ihre Fortsetzung finden sollte…

Das Altenheim für deutsche Meterspurwagen hat jedenfalls mit seinen schier unendlich verschiedenen Fahrzeugen und den freundlichen Fahrern erneut einen bleibenden Eindruck hinterlassen und besonders an der Infrastruktur hat sich erfreulicherweise in den vergangenen sieben Jahren auch so einiges getan.

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